Deutscher Schulpreis: Steinmeier ruft zu Investitionen in Schulen und Bildung auf

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BERLIN. Monatelang geschlossene Schulen und Unterricht nur auf Distanz – die Corona-Pandemie hat Kindern, Eltern und Lehrern viel abverlangt. Manche Schulen machten aus der Not eine Tugend und entwickelten kreative Konzepte. Einige von ihnen wurden dafür nun ausgezeichnet.

„Schulen brauchen jetzt Aufmerksamkeit, Engagement, und auch Geld“: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: Bundespräsidialamt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu Investitionen in Schulen und Bildung in und nach der Corona-Pandemie aufgerufen. Engagierte Schulleitungen, tolle Lehrkräfte und wegweisende Ideen reichten nicht aus, sagte er am Montag bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 20/21 Spezial. «Damit Schulen sich entwickeln, ihre Schülerinnen und Schüler wirksam fördern und negative Folgen der Schließungen abmildern können, brauchen sie jetzt die Unterstützung von Gesellschaft und Politik. Sie brauchen jetzt Aufmerksamkeit, Engagement, und auch Geld.»

Die Bekämpfung der Pandemie lasse die öffentliche Verschuldung steigen, sagte Steinmeier. «Der Kassensturz wird kommen – aber an Bildung dürfen wir nicht sparen.»

Mit dem Deutschen Schulpreis 20/21 Spezial der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit der ARD und der «Zeit»-Verlagsgruppe wurden die besten während der Corona-Pandemie entstandenen Schulkonzepte ausgezeichnet. Der Preis wurde in sieben Kategorien wie «Bildungsgerechtigkeit fördern», «digitale Lösungen umsetzen» oder «selbstorganisiertes Lernen ermöglichen» verliehen. Die sieben ausgezeichneten Schulen aus Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhielten jeweils 10 000 Euro. Elf weitere Schulen erhielten einen Anerkennungspreis in Höhe von je 5000 Euro.

«Trotz aller Anstrengungen ist die Pandemie für viele Schulen ein Weckruf gewesen», sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, Joachim Rogall. «Durch Mut, Tatendrang und Kreativität wurden diese Schulen in den vergangenen Monaten zum Ideenlabor für ein zukunftsfähiges Schulsystem.» Das belegten die Konzepte der Preisträger. «Jetzt gilt es, von diesen Erfahrungen zu profitieren und den Schulen die Freiheiten zu ermöglichen, die sie für ihre individuellen Herausforderungen benötigen, beispielsweise beim Einsatz personeller Ressourcen.»

Steinmeier sagte, er habe schon vor der Pandemie beklagt, dass der Bildungserfolg hierzulande immer noch viel zu stark von der Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten abhänge. Es sei bitter, dass Leistungsunterschiede in der Corona-Zeit nun noch größer werden könnten. «Das dürfen wir nicht hinnehmen! Es ist ein Appell an die Bildungspolitik, ein Aufruf zum Handeln! Mit dem Aktionsprogramm der Bundesregierung ist ein erster Schritt gemacht. Weitere müssen folgen.»

Man müsse jetzt alles dafür tun, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche möglichst bald wieder in ihre Klassenzimmer zurückkehren und verpassten Stoff aufholen können. Ob es um die rasche Impfung der Lehrkräfte gehe, um Lüftungsanlagen, Teststrategien, digitale Aufrüstung oder Nachhilfeangebote – es sei keine Zeit zu verlieren. News4teachers

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4 KOMMENTARE

  1. In BW fordern wir ein Corona Aufholjahr G9 ab September 2021https://www.openpetition.de/petition/online/corona-aufholjahr-im-g9-modus-zur-rettung-der-bildungsqualitaet
    Um den Kindern eine angemessene Aufarbeitung der Lernrückstände zu ermöglichen. In BW haben wir G8 ein verkürztes Schuljahr und die Lernlücken können bei G8 nicht realistisch aufgearbeitet werden. Es braucht nach dem langen Ausnahmezustand tragende Entscheidungen die, der Schülergeneration ein langfristiges Konzept anbietet. Ein Flickenteppich ist bei einem verkürzten Schujahr für die weitere Schullaufbahn der Schüler nicht vertretbar.

  2. Da ist ja die Überschrift schon ein Witz. Wieviel Geld haben die Schulen bekommen? Nichts. Wie die letzten 30 Jahre. Die Milliarden sind an andere gegangen. Politik kann nur schöne Worte und der Wirtschaft helfen. Bildung ist und war Deutschland noch nie wichtig.

  3. Was hatte man denn erwartet?
    Natürlich ruft der Mann zu Investitionen in die Schulen auf. Das kommt momentan ja auch prima.
    Als erfahrener Politiker konnte er ja schlecht die Wahrheit sagen.
    Aussagen wie:
    „Die Pandemie hat uns gezeigt, dass wir auch in einer Krise durch Zwang, verantwortungsloses Handel und gezielte Falschinformation prima ohne Investitionen durch kommt. Daher werden wie auch in den nächsten Jahren, genau wie in der Vergangenheit, nach Möglichkeit keinen Pfennig ins Bildungssystem investieren.“
    So was würde doch für Verstimmung und Irritationen sorgen. Die Leute sind halt dran gewöhnt schamlos belogen zu werden. Die Wahrheit würde nur die Stimmung in der Bevölkerung verderben.
    Also die Aussage einfach vergessen nichts erwarten, dann ist die Enttäuschung auch nicht so schlimm.

  4. Wollte diese Nachricht eigentlich nicht lesen, weil es so hohl ist, habe aber nun doch die ersten Absätze überflogen.

    Solche Preise sind lächerlich. Ich denke, dass so viele Schulen sich was ausdenken und letztlich alle Schulen sehr betroffen sind. Da nun 7 Schulen zu belohnen ist doch nur nervig für alle anderen. Sicher hätte unsere Schule keinen Preis verdient, aber die meisten anderen Schulen denke ich wohl.

    Die vergebenen 125 000 Euro sind verschwendet, weil es nur so wenige bekommen. (an die Regierung:) Schleudert nicht das Geld dafür raus, nur um mal irgedwas positives verbreiten zu können.

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