Gebauer: „Kinder danken es uns mit einem Strahlen im Gesicht“

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DÜSSELDORF. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat die Rückkehr zum Präsenzunterricht in den Schulen von diesem Montag an gelobt: «Das ist die richtige Entscheidung gewesen», erklärte sie. «Wir nutzen die letzten Wochen vor den Sommerferien, um den Schülerinnen und Schülern ein wichtiges Stück Normalität zurückzugeben und die Kinder danken es uns mit einem Strahlen im Gesicht.»

Ist mit sich zufrieden: Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

Der Wechsel- und Distanzunterricht in den vergangenen Monaten sei wegen der Pandemie notwendig gewesen, habe aber auch «eine Zeit der Entbehrung und Belastung insbesondere für die Kleinsten» gebracht, erklärte die Ministerin. Präsenzunterricht ist in Kommunen mit Corona-Neuinfektionszahlen an fünf Werktagen in Folge unter einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 möglich. Das gelte für alle 53 NRW-Kommunen mit Ausnahme von Hagen und Remscheid, hatte das NRW-Gesundheitsministerium am Sonntag mitgeteilt.

Den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für den Schulbetrieb entspricht das nicht: Diese sehen Unterricht in voller Klassenstärke – ohne Einhaltung der Abstandsregel also – erst unterhalb einer Inzidenz von 50 vor. Die meisten anderen Bundesländer halten sich daran. Setzt sich der Trend fort, werden Schülerinnen und Schüler in NRW noch fünf Wochen bis zum Beginn der Sommerferien (2.7.) in den Klassenräumen unterrichtet. Die Masken- und Testpflicht gilt dabei aber weiter. Seit dem Frühjahr werden Lehrer und Schüler bei Präsenzunterricht zweimal pro Woche getestet.

Lehrer sollen Testbescheinigungen ausstellen – VBE: Zusätzliche Aufgaben benötigen zusätzliche Ressourcen

Für Debatten sorgt dabei allerdings eine neue Vorgabe, nach der Schulen auf Wunsch Lehrern und Schülern Bescheinigungen über die Tests ausstellen sollen. Zusätzliche Aufgaben erforderten zusätzliche Ressourcen, kritisierte der Verband Bildung und Erziehung NRW (VBE). Sonst werde Sand ins Schulgetriebe gestreut. Land und Schulträger müssten die Schulen für neue Aufgaben auch angemessen unterstützen, forderte der VBE-NRW-Chef Stefan Behlau.

Schulen, das hatte das NRW-Schulministerium in einer Mail an die Schulleitungen vergangene Woche angeordnet, sollen ihren Schülern einen Testausweis ausstellen, wenn diese sich im Klassenraum selbst auf eine Corona-Infektion getestet haben – damit diese damit nach Schulschluss shoppen oder ins Fitnessstudio gehen können, wie News4teachers berichtete. News4teachers / mit Material der dpa

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39 KOMMENTARE

  1. „und die Kinder danken es uns mit einem Strahlen im Gesicht.“

    Ob das Strahlen wohl auch noch da ist, wenn die ungeimpften Eltern in der ITS liegen oder das Kind in ein paar Monaten selbst an LongCovid leidet?

    Hat sich IRGENDETWAS geändert seit den Anfängen der letzten beiden Wellen?

    Es werden Tests unter seltsamen Bedingungen gemacht – alle zusammen bohren ohne Maske in der Nase oder der „Lollitest“, was die verharmlosende Bezeichnung für einen Pooltest ist, bei dem man das Ergebnis erst am nächsten Tag hat und der für den Tag selbst genau 0 Sicherheit bedeutet. Alles andere ist wie gehabt… alte gammlige Masken, Lüften je nach Willen des LuL und vermutlich nur bei schönem Wetter.

    Luftfilter? Fehlanzeige. Plexiglaswände? Fehlanzeige. Aufhebung der Präsenzpflicht? Fehlanzeige.

    Warum um alles in der Welt versucht man das, was zweimal schief gegangen ist, nun ohne wesentliche Änderung der Rahmenbedingungen noch einmal?

    Dass die Inzidenz so niedrig ist, dürfte zu einem großen Anteil an den Impfungen liegen. Unter den Ungeimpften, vor allem den SuS, ist die Inzidenz immer noch sehr hoch und wird durch Vollpräsenz (!) schnell noch viel stärker ansteigen. Nur wird das untergehen, weil die steigende Impfquote die Gesamtinzidenz entsprechend in die entgegengesetzte Richtung beeinflusst.

    Die Gesamtinzidenz beschreibt u.a. mein Risiko, in einem Supermarkt oder so zufällig auf einen Infizierten zu stoßen. Da mag man etwa einen repräsentativen Querschnitt haben. In der Schule hingegen sind (bis auf einige LuL) NUR Ungeimpfte! Die Gesamtinzidenz hat hier keine Aussage. Hier ist die Inzidenz dieser Gruppe wichtig und die ist immer noch viel zu hoch.

  2. Strahlende Gesichter? Wo hat sie die denn gesehen? Ich habe fragende, unsichere und zu Teilen verzweifelte Gesichter gesehen, von Kindern, die sich zum x-ten Mal in diesem Schuljahr auf was Neues einstellen sollen und die schlicht mit der Enge von 27 Kindern + Lehrerin + Schulbegleitung im Raum überfordert waren. Vielleicht strahlen sie ja morgen etwas. Da schreiben wir eine Mathearbeit. Solche Leistungsüberprüfungen motivieren die Kinder ja und geben ihnen Sicherheit, dass alles wieder normal ist – sagt Frau G.

    • Genau so habe ich es bei mir auch erlebt, das Strahlen endete, als sie eng an eng im Raum saßen und mit dem höheren Lärmpegel klar kommen mussten. Zudem hatte ich auf einmal gar nicht mehr so viel Zeit für jedes einzelne Kind. Außerdem haben meine Kinder heute weniger gearbeitet als sonst im Wechselunterricht üblich. Na, so was! Warum war mir das nur vorher klar??
      Richtig aufgeregt hat mich aber auch ihr Spruch, natürlich müsse man die AHA-Regeln weiter einhalten. Kann der Frau mal jemand sagen, dass das 1. A für Abstand steht? Der hat sich bei Vollpräsenz komplett erledigt. Sollte ihr eigentlich aufgefallen sein, als sie heute medienwirksam in einer Grundschulklasse saß….

      • Yipp, strahlen tun sie, weil es mal wieder was anderes ist und man sich wieder in Gemeinschaft fühlen kann. Aber eben draussen.

        An den Schülern wird soviel hineininterpretiert ohne weiter nachzuhaken.

        „Freut ihr euch auf die Schule?“
        -> ja, da sehen wir die Kumpels wieder.“
        „Freut ihr eich auf den Unterricht?“
        -> „hm, najaaa…“
        „Seid ihr wieder gern 8 Unterrichtsstunden wieder in einem Klassenraum zusammmen?“
        -> „…“

    • Strahlen im Gesicht? Die Frau weiß gar nichts. Ein Strahlen im Gesicht hätten die Kinder wenn endlich wieder alles normal laufen würde. Keine Testpflicht, keine Maskenpflicht und die tollen Aha regeln. Einfach so wie es vor Corona gewesen ist, wo Kinder noch Kinder sein konnten. Auch diese Person gehört vor Gericht, mit allem was sie den Kindern angetan hat. Es ist so traurig, dass solche Menschen über unsere Kinder entscheiden wollen und traurig, dass viele viele Eltern, Lehrkräfte dieses Spiel mitspielen.

      • Sorry, aber diese Minimaltests und die Maskenpflicht sind das einzige, was Corona aus Schulen noch halbwegs fern hält. AHA gilt ja nun schon nicht mehr, geimpft sind Kinder und Jugendliche auch nicht (und die meisten Lehrer, wenn überhaupt, erst ein Mal).

      • @Tanja B.
        Wollen Sie wirklich Ihren Kindern das antun?
        Der dann ansteckendste Ort weit und breit über Stunden für ein wenig Unterricht?
        Oder wollen Sie ihren Kindern Normalität vorgaukeln um selber wieder Zeit für sich zu haben?
        Denken sie daran, Sie entscheiden über das Wohl ihrer Kinder!
        Es kann gut gehen aber auch schief.
        Die Verantwortung für letzteres haben Sie dann getroffen und mit den Folgen müssen Sie und vor allem Ihr Kind leben!

  3. Sehr verquere Frau Gebauer,

    „EIGENLOB STINKT!“
    Hab ich früher so gelernt, gilt, glaube ich, auch heute noch.

    Beiße heute mal wieder in meine Tischkante aus Solidarität mit div. LuL in NRW.
    Und aus Fremdscham für Ihren in der Headline des obigen Artikels zitierten „Heilsbringer-Satz“…

  4. Strahlendes Gesicht?
    Von wegen… mein Grundschulkind war heute verunsichert, dass wieder einmal wie so oft im vergangenen Jahr alles ganz anders ist:
    Neue Klassenzusammensetzung, neuer Stundenplan, neue Lehrer, neue Betreuungssituation.
    Alles Unsicherheiten!!

  5. Diese Frau… ich will sie nicht mehr sehen.
    Wenn das nächste Wort aus ihrem Mund nicht A13 ist, kann die mich mal. Das gebrochene Versprechen von 2017 verzeihe ich ihr nie.

  6. Dachte erst an eine Büttenrede. Aber nach einer so langen Zeit weiß ich: diese Person meint es so, wie sie es sagt. Gruselig.

  7. Und (manche) Eltern würden ihr am liebsten das dumme Grinsen aus dem Gesicht … ähäm… also mal ordentlich die Meinung sagen weil sie Familien ohne jegliche Gnade zur Durchseuchung zwingt!

    Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wurde gegenüber Familien ausgesetzt, wir sind die Einzigen, die sich noch nicht einmal durch eine Kündigung in Sicherheit bringen können!

    Es hätte sie nur einen Nebensatz gekostet, den Präsenzzwang aufzuheben wie andere Bundesländer es auch getan haben. Ich als Autoimmunerkrankte empfinde Gefühle für diese fürchterliche Person, für diese schreckliche Partei, die ich eigentlich niemandem gegenüber empfinden möchte!

  8. Mein Grundschulkind findet es übrigens schrecklich, dass es jetzt wieder in Vollbesetzung in der Klasse sitzen muss, dass es wieder laut und chaotisch ist, dass jetzt wieder auf jeden Deppen und Soziopathen Rücksicht genommen wird, alles 20x erklärt wird und es nicht vorwärts geht im Stoff. Freuen tut es sich nur auf die engsten Freunde, den (Outdoor-)Sportunterricht und eine nette Lehrerin!

  9. Wenn ein Schüler, der eine weiterführende Schule besucht, bei dem bloßen Gedanken an Schule jeden Tag strahlt, frage ich mich, was zum Henker läuft da zu Hause eigentlich schief?

  10. Heute erster Tag Präsenz, nach vielen Wochen des Wechselunterrichts.
    Es war die Hölle.
    Eine Kollegin äußerte sich heute mir gegenüber, das ihr nun beim Wechsel vom Wechselunterricht zum reinen Präsenzunterricht klar wurde, unter welchem jahrelang andauerndem Stress wir zu arbeiten, zu funktionieren und zu „dienen“ hatten.
    Ich sagte:“Du sprichst aus, was ich denke…“
    Ich habe mich heute so gefühlt, als wäre ich nicht im richtigen Film…. Nur dass wir es nicht bemerkt heben, wir man mit uns umgeht.
    Ich ziehe nach nunmehr 38 Dienstjahren meine Konsequenzen.
    RIKE

  11. Meine Schüler haben sich doch gefreut, sich mal wieder zu sehen. Allerdings denken die bedeutend weniger nach.

    Ich persönlich gehe viel spieltheoretischer an die Sache ran. Man muss folgendes abwägen:
    A) Öffnen und geht tatsächlich gut.
    B) Zu lassen, aber wäre gut gegangen.
    C) Öffnen und geht schief.
    D) Zu lassen und wäre auch schief gegangen.
    Die Politik öffnet und hofft bzw. spekuliert auf A). Falls A) eintritt, wird sie aber auch am lautesten jubeln. Ich bin als nüchterner Naturwissenschaftler lieber vorsichtig und wäge die negativen Folgen zwischen B) und C) ab. Dann gewinnt B) sehr deutlich.

    Wieso ich dafür aber kritisiert werden würde, mit der Position aber viel weiter weg von den Corona Kritikern bin als die jetzt umjubelten Politiker, müsste man mir bitte erklären. Eine theoretische Möglichkeit wäre, dass die Hufeisentheorie auch hier zutrifft, jedoch halte ich das für extrem unwahrscheinlich.

  12. Solche Menschen, mit so viel falscher Wahrnehmung müssen einfach weg. Diese Menschen feiern sich einfach nur selber. Machterhalt, sonst nichts.

  13. „Seit dem Frühjahr werden Lehrer und Schüler bei Präsenzunterricht zweimal pro Woche getestet.“
    NEIN! NEIN! NEIN!
    Alle testen sich selbst- mit allen zugehörenden Konsequenzen!
    Warum wird- auch hier- immer wieder so getan, als würden sich da ganz problemlos, fachgerecht und ohne Aufwand valide Ergebnisse zum Gesundheitszustand ergeben!?

    • Genau das regt mich auch immer auf. Diese undifferenzierte Darstellung, was die Tests angeht, treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. Und Medien tragen diese Mär ungefiltert und als Fakt deklarierend in die Gesellschaft…

    • Na ja, anfangs gab es zumindest für die Lehrer professionelle PCR-Tests. Das wurde anscheinend zu teuer, dann konnte man sich beim Arzt schnelltesten lassen. Als auch das den Kassen zu teuer wurde, kamen die unseligen „Selbsttests“. Die derzeitigen Pooltests gibt es übrigens auch nur für die Kinder, die Lehrer müssen die Tests von Siemens aufbrauchen.

  14. „Hach, das Yvonnesche ist wohl jetzt taeglich in den Schulen praesent und sieht das Strahlen der Kinder?“

    Verar…. koennen wir uns allein!!!!

    Viele Gruesse an den Elfenbeinturm des KM in NRW!!!

  15. Strahlen im Gesicht?
    So eine weltfremde Aussage habe ich selten gehört.

    Meine Tochter kam nach dem ersten Tag Präsenzunterricht in voller Klassenstärke entnervt nach Hause. Es war eng, laut, chaotisch und die Schüler verunsichert.
    Stundenlanges Maskentragen, sogar auf dem Schulhof, ist auch nicht angenehm.
    Die sofortige Ankündigung von mehreren Klassenarbeiten hat auch nicht zur guten Laune beigetragen. Ein Strahlen im Gesicht meiner Tochter konnte ich nicht feststellen. Komisch, oder?
    Der Wechselunterricht an unserer Schule war sehr gut organisiert.
    Warum konnte man das nicht bis zu den Sommerferien so belassen?

    Ausgerechnet dort, wo es fast nur um ungeimpfte Menschen geht ( Schüler/innen, Eltern, teilweise Lehrer/innen ) werden die Abstandsregeln außer Kraft gesetzt. Von den vollen Bussen ganz zu schweigen…
    Das kann ich nicht nachvollziehen! Dann können wir die Regeln auch in allen Bereichen abschaffen.
    Wir Eltern scheinen auf jeden Fall keine schützenswerte Gruppe zu sein!
    Mein Kind strahlt erst wieder, wenn wir gesund in den Sommerferien angekommen sind.

  16. Ich hatte keine strahlenden, sondern niesende Kinder bei den Tests ohne jeglichen Abstand. Bin gespannt, wie sich die Coronazahlen in den nächsten Wochen entwickeln….

  17. Särgebauer hat vor lauter Drogen vergessen zu erwähnen, dass nun endlich auch wieder die totale Bildungsgerechtigkeit hergestellt worden ist!

    • Eher der totale Bildungskrieg, den die liebe „verstrahlte“ Yvonne da wieder vom Zaun bricht.

  18. Sie tut, als würde sie großzügige Geschenke an die Kinder verteilen … dabei sollen die Kinder unter ungenügend kontrolliertem Risiko die letzten Wochen nochmal zusammengestopft werden, damit noch ein par Leistungstests möglich werden und das Schuljahr nicht so verloren aussieht. Und weil das Lächeln der Kinder ja der letzte Eindruck vor den Sommerferien war, wird dann 6 Wochen sicher auch nix für bessere Lösungen im Herbst getan. Hoffentlich arbeiten die, die sie nach den Wahlen ablösen, schon an wirksamen Konzepten …

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