Schulleiter unterstützen Impfen von Schülern – Mediziner skeptisch

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HANNOVER. Die geplanten Corona-Erstimpfungen für Schüler ab zwölf Jahren noch vor den Sommerferien stoßen bei den Schulleitern in Niedersachsen auf Zustimmung. Verbandsvorstand René Mounajed sehe dies als möglichen «großen Schritt zu mehr Normalität», berichtete der Norddeutsche Rundfunk am Mittwoch. Es habe hohe Priorität, dass bei weiteren Impffortschritten nun die Gesundheit der Schüler stärker in den Blick genommen werde. Der Schulleitungsverband unterstütze daher das Vorhaben der Landesregierung zum Impfen an den Schulen.

Ist es richtig, Lehrer und Erzieher erst mit nachrangiger Priorität zu impfen? Foto: Seda Servet / Shutterstock

Falls der Wirkstoff von Biontech/Pfizer für die Altersgruppe ab zwölf Jahren zugelassen wird und die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Empfehlung abgibt, soll die Kampagne anlaufen. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte das Konzept am Dienstag vorgestellt.

Vorerst gab sich die Stiko mit Verweis auf die noch unvollständige Datenlage zu Corona-Risiken für Kinder jedoch zurückhaltend, wie News4teachers berichtet. Zudem müsste das Land vom Bund wohl viele zusätzliche Dosen für den Plan zur Impfung von Schülern zugeteilt bekommen. Der Kinderarzt Thomas Buck, Mitglied im Vorstand der Landesärztekammer, warnte in der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung»: «Wir Kinderärzte wissen nicht recht, was wir von diesem Schnellschuss halten sollen.»

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warb bei Eltern und Schülern darum, das geplante Angebot zu nutzen, um wieder einen sicheren Betrieb der Schulen zu ermöglichen. Es bleibe aber eine freie Entscheidung. Die Impfaktion könnte demnach im Juli beginnen, die Zweitimpfung dann Ende August bis Anfang September folgen.

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte hatte zu bedenken gegeben, dass im Moment noch nicht alle Beschäftigten an den Schulen geimpft seien. Es fehlten auch Überlegungen, wie mit nicht-geimpften Schülern verfahren werden soll – etwa auf Klassenfahrten. Solche Fragen müssten vor einer Impfkampagne für Schüler erst noch geklärt werden. dpa

Erstes Bundesland (Niedersachsen) plant Impfen von Schülern noch vor Sommerferien

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9 KOMMENTARE

  1. In Hamburg gibt es noch nicht einmal Impfstoff für die 60-70 Jährigen. Dass jetzt schon Kinder geimpft werden sollen, ist eine Frechheit. Wer ist denn in Gefahr, schwere Verläufe zu bekommen? Doch nicht die Kinder!

    • Frau M: wer sitzt stundenlang (teilweise 8-9 Stunden) ab nächster Woche mit ca. 75 cm Abstand in Klassenzimmern???? Richtig – Schüler. Kinder & Jugendliche. Mit bis zu 30 anderen Kindern.
      Die Kinder müssen oft mit Bus und Bahn zur Schule fahren und zwar von Montag bis Freitag = 5 Tage die Woche. Wer kommt also bis vielen Leuten in Kontakt? Die Kinder.
      Diese Kinder leben in Familien mit Eltern und Geschwistern. Die können sie ebenfalls anstecken. Diese Eltern sind zum aller-allergrößten Teil erwerbstätig. Müssen auch zur Arbeit. Treffen dort zwangsmässig auf andere Erwachsene.

      Was passiert mit dem größten Teil der 60-70jährigen? Ein ganz großer Teil ist in Rente / Pension und könnte Kontakte supergut vermeiden. Diejenigen die noch arbeiten – die sollten auch ein schnelle Impfangebot erhalten, aber dafür stehen dann ja mehrere Impfstoffe zur Verfügung.

      Für die Kinder ist zur Zeit nur einer geeignet.

      Wer hat jetzt den größeren Bedarf???? Menschen die hervorragend ihre Kontakte minimieren könnten (auch wenn es nciht schön ist) – oder Menschen die gezwungen sind sich diesen Kontakten auszusetzen?

      • @Frau B.
        Bin Ihrer Meinung!
        Ich finde, dass unsere Schüler und deren Eltern ABSOLUT ihren Beitrag während der Pandemie von Anfang an geleistet haben. Jetzt sind auch mal andere dran, ihren Beitrag zu leisten.

      • Die ursprüngliche Priorisierung bezog sich allein auf medizinische Notwendigkeiten, gefolgt von der Gefahr, durch viele berufsbezogene Kontakte schwer zu erkranken. Daher : Alter, Vorerkrankungen, bestimmte Berufsgruppen. Wenn man jetzt Leuten ü60 mit der Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufes erklärt, man würde priorisiert Jugendliche impfen, von denen man 1 Jahr lang behauptet hat, Corona wäre für diese keine Gefahr, dann läuft definitiv was falsch! U18 impfen? Von mir aus (wenn sie geimpft werden wollen), aber erst, wenn Prio 1 bis 3 durch ist!!

  2. Interessant, wer sich so zum Thema Impfen von Kinder äussert: Schulleiter. Kultusminister, Bundesbildungsministerin und der Gesundheitsminister, alles Menschen ohne medizinische Vorbildung. Wenn es um sicheren Schulbetrieb geht, sollen die letzten drei erstmal ihren Job machen. Das heisst, statt voreilig Impfungen von Kindern zu verlangen: Raumluftfilter, Trennwände, Wechselunterricht auch bei Inzidenzen unter 50, damit AHAL möglich ist. Dass Schulleiter sich die Impfungen wünschen ist verständlich, weil all das nicht geschieht. Auch ich würde lieber geimpfte Kinder unterrichten, wegen der Sachzwänge, die uns auferlegt werden.
    Impfungen von Kindern sollten der Gesundheit von Kindern dienen und nicht durch vermeidbare Sachzwänge forciert werden.
    Das verantwortungsvoll zu prüfen ist Aufgabe der StIKo, und das macht sie derzeit offensichtlich gut.
    Unabhängig davon könnte Schüler/innen Ü16 ja bereits jetzt ein Impfangebot gemacht werden.

    • Nachvollziehbar. Mit Impfen sich aus der Verantwortung für eine sichere Umgebung zu ziehen (und das bei knappen Impfstoff) und nicht für zukünftige ähnliche Ereignisse vorzusorgen, ist fahrlässig.

      Aber das wieder das Thema: wer zahlt die Zeche?

      Impfung=Krankenkassen
      Test=Bund (jedenfalls bisher bis Ende März)
      Luftfilter ?
      Plexiglaswände ?

      Zudem wirkt da vielleicht noch verletzter Stolz mit, dass diese Dinge (Luftfilter / Plexiglas) unverschämterweise vielleicht doch in Schulen wirken und Schüler / Lehrkräfte schützen, und die KMs und das Umweltamt Mist verbreitet haben.

      • Ich finde es auch extrem fahrlässig dass die Verantwortlichen nicht schon seit Monaten Luftfilter, Trennscheiben etc. einbauen lassen. Dafür müssen teilweise Stromnetze in den Schulen überarbeitet werden etc. – aber das braucht alles Vorlauf und der scheint nicht genutzt worden zu sein.
        Ich bin ganz klar auch dafür den Kindern eine Impfmöglichkeit zu bieten. Das wird nicht von allen genutzt werden aus diversen Gründen. Also müssen zusätzliche Massnahmen eingeleitet werden (abgesehen gibt es ja auch hunderttausende von Grundschülern für die noch lange keine Impfungen möglich sind).

        Dieses: Augen zu und durch – scheint das Motto von vielen Verantwortlichen zu sein. Sei es in den einzelnen Kultusministerien aber auch die Schulträger in den Städten und Kommunen und den Schulämtern.

  3. Kinder impfen…die doch als Nichtüberträger, völlig ungefährdet und allein von der psych. Belastungen geschlossener Schulen erkrankt, über 1 Jahr in allen Medien erklärt wurden. Den Sinneswandel kapiere ich nicht. Es ist zu wenig Impfstoff da. Das ist Fakt. Die Lockerungen für Geimpfte betreffen eine Minderheit. Die die ganzen Monate ungeschützt gearbeitet haben, sind noch nicht geschützt. Alles in Arbeit,schön. Impftermine gibt es über Beziehungen. Sollen wir jetzt alle wieder AZ kriegen, damit die Kinder Biontech bekommen ( soll ja zurück gehalten werden)? Brauchen Kinder diese Art von Schutz?Am besten noch vor ihren Eltern, damit die Schulen nie wieder geschlossen werden. Kranke Eltern sind doch kein Problem. Die Kinder werden im Wahlkampf plötzlich wichtig. Nach der Wahl sind sie wieder nichts wert, so wie seit 1 Jahr. Ihre Bedürfnisse finden nämlich keinerlei Beachtung. Es geht immer nur um die Befindlichkeiten der Marktwirtschaft.

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