Abschied von der Kita – Zuckertütenfeste wegen Corona ohne Familien

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DRESDEN. Künftige ABC-Schützen werden traditionell mit einem Fest im Kindergarten verabschiedet. In diesem Jahr müssen Eltern allerdings wohl draußen bleiben.

Spaß darf schon sein beim Abschied aus der Kita. Foto: Shutterstock

Nachtwanderung, Spiele, Luftballons: Vor ihrem Wechsel von der Kita in die Schule gibt es für Sachsens baldige Erstklässler auch im Corona-Jahr Zuckertütenfeste. Im Unterschied zu den Vorjahren aber dürfen Eltern und Verwandte der Jungen und Mädchen nach derzeitigem Stand wohl nicht mitfeiern, wie eine Umfrage in Städten und bei freien Trägern ergab. Nach Angaben des Kultusministeriums werden Anfang September rund 40.700 Kinder landesweit eingeschult.

Ausflüge in den Küchwald, große Runde mit der Parkeisenbahn, ein Besuch im Kosmonautenzentrum, Erkundungen im Tierpark oder dem Rabensteiner Wald stehen in Chemnitz ganz oben auf dem Programm bei der Verabschiedung der Kindergartenkinder. Einige Einrichtungen feiern auch im eigenen Garten, wie die Stadtverwaltung berichtet. In der Kita Henriettenstraße etwa steigt ein Pippi-Langstrumpf-Fest – mit Pizza-Essen und bunten Luftballons.

Das traditionelle Zuckertütenfest ist auch 2021 gesichert, auch wenn die Corona-Inzidenzzahlen wieder steigen sollten. «Vieles ist wie in den vergangenen Jahren», heißt es aus der Stadtverwaltung. Der Unterschied sei, dass die Schulanfänger meist mit den Erzieherinnen feiern und ohne Eltern. Zudem stünden bevorzugt Ausflugsziele auf dem Programm, die für die Kinder zu Fuß erreichbar seien.

In der Leipziger Caritas-Kita werden die baldigen ABC-Schützen mit einem Abschlussfest samt Segnungsfeier verabschiedet. «Im Mittelpunkt stehen die Andacht und die Segnung der Kinder», sagt Leiterin Patricia Hedrich. Der Erzieher-Chor singe, die etwa 15 bis 20 Mädchen und Jungen bekämen Geschenke, im Garten gebe es Spiele und später werde gegrillt. Das bunte Fest ende dann mit einer Nachtwanderung – und danach übernachten alle gemeinsam in der Kita. Eltern und Geschwister, die sonst immer mitfeiern konnten, müssen diesmal wegen der Corona-Pandemie nach der Andacht jedoch auch hier fernbleiben. Für die Kinder aber solle alles so normal wie möglich sein, sagt Hedrich.

«Auf jeden Fall werden die Schulanfänger gebührend gefeiert und verabschiedet», sagte Natalie Fechner von der Stadtmission Dresden. «Wie in jedem Jahr wachsen in einigen unserer Kitas die Zuckertüten am Baum und werden nach wochenlangem Gießen und Düngen zum Zuckertütenfest von den Schulanfängern geerntet.» Die Schulanfänger dürften auch in der Kita übernachten, nach gemeinsamem Spiel, Eis-Essen und Andacht mit Segen zum Abschied.

Nach Rathausangaben wird es auch in der Landeshauptstadt Dresden im Juli und August viele Zuckertütenfeste geben. Ob auch die Eltern mitfeiern dürfen, sei nicht absehbar, sagt eine Rathaussprecherin. Die städtischen Kitas planten zunächst ohne deren Beteiligung und entschieden dann je nach geltenden Corona-Schutzregeln, ob die Familien mit dabei sind.

Auch in Leipzig soll das kurzfristig je nach aktueller Lage passieren. Die Vorbereitungen für die Zuckertütenfeste liefen auf Hochtouren, es gebe da verschiedene Konzepte, heißt es aus dem Rathaus. In der einen Kita beginne es als Wandertag und ende mit der Übergabe der Zuckertüten im Garten, andere bereiteten kleine Programme vor. Die Festivitäten würden möglichst nach außen verlegt und teils nach Gruppen getrennt. Kinder und Betreuer seien «mit großer Freude dabei, würdige und unvergessliche Zuckertütenfeste zu organisieren». dpa

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1 KOMMENTAR

  1. In den Kitas brennt mit Corona immer noch das Dach, nix mit AHAL, keine Filter, keine Tests. Aber ich will mich hier nicht ständig wiederholen.

    Die Politik guckt weg, viele Eltern sind froh, dass sie die Kinder los sind. Und N4T erweckt mit dem Agenturartikel nicht minder den Eindruck, dass ein wegen Corona abgespecktes Zuckertütenfest das größte Problem in der Kita wäre.

    Ja, das Portal heißt „news4teachers“. Aber wenn ihr nichts besseres findet, dann lasst das Thema Kitas besser insgesamt bleiben oder wartet wenigstens auf Meldungen, die das Tagesgeschehen auch wirklich zutreffend abbilden.

    Ich bin dann als Erzieherin mal wieder weg hier.

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