Jugendherbergen bereiten sich darauf vor, dass Klassenfahrten bald wieder stattfinden

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MAGDEBURG. Wegen der Corona-Pandemie sind viele Schulfahrten ausgefallen. Jetzt gibt es Hoffnung auf gemeinsame Reisen – vor allem für die Abschlussklassen. Auch die Jugendherbergen freuen sich.

Sind Klassenfahrten bald wieder möglich? Foto: Shutterstock

Leere Mehrbettzimmer, Speise- und Gemeinschaftsräume ohne herumalbernde Schülerinnen und Schüler: In der Corona-Pandemie sind viele Reisen für Klassen ausgefallen, die Jugendherbergen zu geblieben. Die sinkenden Sieben-Tage-Inzidenzen und die Landesregelungen lassen nun aber darauf hoffen, dass zumindest einige in diesem Jahr noch gemeinsam auf Reise gehen können. Die Unterkünfte bereiten sich auf die Öffnung vor.

«Unsere Jugendherbergen sollen geplant alle am 1. Juli wieder in den Betrieb gehen», sagte Simon Bischoff vom Landesverband Sachsen-Anhalt des Deutschen Jugendherbergswerks. Man wolle jetzt ein wenig Vorlauf haben, um sich in Ruhe auf die Wiedereröffnung vorbereiten zu können und etwa die Hygienemaßnahmen an die aktuellen Vorgaben anpassen zu können.

Am Donnerstag hatte das Bildungsministerium bekannt gegeben, dass in Sachsen-Anhalt unter bestimmten Umständen auch mehrtägige Schulfahrten wieder erlaubt sind. Vor allem Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen solle damit ein besonderer Abschied von der Klasse ermöglicht werden, heißt es in dem Schreiben an die Schulleiter.

Statt nach München oder Berlin geht es dann aber wohl eher in den Harz oder an die Saale. Denn die Fahrten sollten auf Anraten des Ministeriums möglichst in Sachsen-Anhalt durchgeführt werden – um organisatorische Probleme aufgrund unterschiedlicher Landesregelungen zu vermeiden. Für Abschlussklassen sind, nachdem sämtliche Prüfungen absolviert wurden, grundsätzlich auch Fahrten ins Ausland möglich. Für alle anderen sind Neu-Buchungen von Auslandsfahrten bis zum Ende des Schuljahres 2020/2021 laut Bildungsministerium weiter untersagt.

Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist Bildung außerhalb der Klassenzimmer in den vergangenen Monaten an vielen Stellen zu kurz gekommen. Dass Klassenfahrten, Schulfahrten und außerunterrichtliche Begegnungen natürlich auch Bildung sind, das werde zurzeit vernachlässigt, sagte Landeschefin Eva Gerth.

«Man ist nirgendwo hingefahren», sagte Gina Mundkowski vom Landesschülerrat. Auch Studienfahrten hätten nicht stattgefunden. Die ganzen Experimente und Forschungsvorhaben, die man gemacht habe, seien vor Ort in der Schule gewesen. «Das ist natürlich gar nicht zu vergleichen.»

Die Hoffnung steigt also, dass die Schüler bald wieder vermehrt außerhalb des Klassenraums lernen können – vielleicht sogar mit Übernachtungen. Letztlich entscheiden die jeweiligen Schulleitungen darüber, ob eine Reise stattfinden kann oder nicht. Bei den Fahrten müssen außerdem alle gesetzlichen Regelungen, insbesondere die jeweils geltenden Hygienebestimmungen beachtet werden.

Wenn Schulen sich gegen mehrtägige Fahrten entscheiden, empfiehlt Eva Gerth von der GEW wenigstens gemeinsame Ausflüge – sozusagen eintägige Klassenfahrten. Man solle auch versuchen, mit den Kindern die Gemeinschaft auch tatsächlich wieder zu leben, sagte Gerth. Sie hoffe sehr, dass man jetzt nicht nur im Klassenraum sitze und Lernstoff pauke. News4teachers / mit Material der dpa

Jugendherbergen stehen in den Startlöchern: Klassenfahrten bald wieder starten!

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8 KOMMENTARE

  1. Doch, genau darum muss es jetzt gehen: Stoff aufholen, Lernlücken schließen.
    Ausflüge können und sollen die Kinder mit ihren Eltern machen.

  2. „empfiehlt Eva Gerth von der GEW wenigstens gemeinsame Ausflüge – sozusagen eintägige Klassenfahrten. Man solle auch versuchen, mit den Kindern die Gemeinschaft auch tatsächlich wieder zu leben, sagte Gerth. Sie hoffe sehr, dass man jetzt nicht nur im Klassenraum sitze und Lernstoff pauke.“

    Ja und wieder weiß ich, warum ich vor vielen Jahren schon die GEW verließ aufgrund ihres immer wieder kommunizierten Zerrbildes von professionellen Lehrkräften, das irgendwie so erstaunlich nahe ans Stereotype heranreicht.

  3. Dank der überaus nachvollziehbaren und durchdachten Entscheidungen und Vorgaben unserer Politiker im vergangenen Jahr, die mir deutlich meinen Stellenwert gezeigt haben und ebenso den der Kinder und Jugendlichen, habe ich beschlossen, dass ich all diese Dinge nicht mehr mitmachen werde.

    Als einziger Bereich, zu dem ich noch nicht offiziell verpflichtet bin, werde ich nicht mehr länger auch dort noch meine privaten Ressourcen einbringen, die hebe ich mir ab jetzt für mein eigenes Kind auf und investiere das Geld, das ich selbst zu solchen Aktionen immer beisteuern muss, lieber in Ausflüge mit meinem eigenen Kind. So entfällt dann auch wenigstens der wiederkehrende Spagat, eine Betreuung für meinen Nachkommen zu organisieren, während ich mich 24 Stunden am Tag um fremde Kinder kümmere.

    Die vergangenen anderthalb Jahre haben mich zermürbt, die immer aufs neue geschürten und dann wieder enttäuschten Hoffnungen haben mich völlig desillusioniert zurückgelassen!

  4. Bei unserer Lehrerkonferenz wurden wir dringend darum gebeten, die Stornierungsbedingungen zu prüfen und auch mit der Schulleitung vor der Unterschrift zu besprechen, weil wir Lehrer die Vertragspartner sind. Andernfalls könne die Schulleitung nicht garantieren, dass wir eventuelle Kosten erstattet bekommen. Gleichzeitig sollen wir bei Interesse an einer Fahrt diese idealerweise noch vor den Sommerferien reservieren.

  5. In Niedersachsen wurde vor einigen Jahren die Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer um eine Stunde erhöht. Diese führten daraufhin keine Klassenfahrten mehr durch und die zusätzliche Stunde wurde zurückgenommen.
    Ich habe (wie viele) einen etwas schwierigen Winter hinter mir mit viel Friererei und verspanntem Rücken durch die Kälte und blauen Flecken an den Beinen, weil ich bei der Lüfterei auch mal gegen Tische gerannt bin. Bis vor Kurzem habe ich durchgängig FFP2 getragen und davon Kopfschmerzen gehabt.Und demnächst werde ich trotz vollständiger Impfung wegen Delta wohl wieder durchgehend FFP2 tragen müssen. Und die Aussichten auf den kommenden Winter sind auch nicht besser.
    Und all das, weil die technischen Möglichkeiten nicht ausgenutzt werden. Darum: Erst Luftfilter und Plexiglas!
    Nur dann vielleicht Klassenfahrten, wenn die Situation es zulässt. Und damit meine ich, frühestens, wenn wir keine epidemische Lage (die der Bund letzte Woche verlängert hat) mehr haben.
    Jeder, der schon mal als Lehrer auf Klassenfahrt war, weiss, wie anstrengend diese rund um die Uhr Aufsicht ist. Dazu kommen zunehmend Kinder mit Asthma und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die man verstärkt im Blick haben muss. Jetzt muss man dann ausserdem noch das Einhalten der Hygienevorschriften beaufsichtigen. Das ist nicht machbar.

  6. 40 Jahre Schuldienst, unzählige Klassenfahrten, Ausflüge, Exkursionen,… Alles erledigt! Gründe: Mangelnde Anerkennung der Arbeit durch richtige Bezahlung (immer noch E11), keine „Würdigung“ des Alters, keine Unterstützung durch kleinere Klassen (z.Zt. 27 Schüler),… Stattdessen noch mehr Inklusion, weniger Sorge um meine Gesundheit. Nein, mit mir nicht mehr!!!! In den Gewerkschaften sitzen doch so viele fleißige Leute, sollen die doch fahren. Auf Leute, zeigt was Ihr könnt.(außer Plätzchen backen für den Magdeburger Landtag und schlaue Sätze werfen)

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