„Die Kinder brauchen jetzt menschliche Kontakte. Und was bekommen sie? Lernstress!“

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BERLIN. In etlichen Bundesländern ist nach Monaten des Distanzlernens der Präsenzunterricht wieder angelaufen – und zahlreiche Schülerinnen und Schülern sehen sich, kaum wieder im Schulgebäude angekommen, mit Klassenarbeiten und hohen Leistungsanforderungen konfrontiert. Kein Wunder: Die Lehrpläne wurden von den Kultusministerien weder ausgesetzt noch angepasst. Und die Lehrerinnen und Lehrer stehen vor dem Problem, bald Zeugnisse schreiben zu müssen. Lehrkraft und News4teachers-LeserIn „Unfassbar“ sieht die Entwicklung (selbst-)kritisch – und kommentiert entsprechend. Wir dokumentieren den Post hier noch einmal.

„Lernen nach Begabung oder Interesse vielleicht doch mal wieder ausprobieren?“ Illustration: Shutterstock

Unfassbar, am 4. Juni um 0.25 Uhr.

Zur Zeit werden die Kids von vielen lieben Kollegen zugeballert mit Leistungskontrollen und schlechten Zensuren. Die Schulleitungen der Sek 1 Schulen bekommen anscheinend ihre Lehrkräfte nicht eingefangen. Da fantasieren einige von halben Klassen, die sitzen bleiben. In Nebenfächern werden teilweise zwei Drittel von Klassen gemahnt. Die haben ja alle nix gemacht. In 5 Monaten Homeschooling in Musik von 1 auf 5? Kein Problem.

Ganz im Ernst und so unter uns: Die Kids werden es im späteren Leben bestimmt nicht schwerer haben oder einen Cent weniger verdienen oder gar zu schlechteren Menschen werden, wenn sie den Lernstoff in Erdkunde Mal ein paar Monate nicht mitbekommen haben. Da entstehen auch keine Lerndefizite. Wenn ich nicht weiß, wie in Nordamerika das Wetter entsteht oder was Schwefelsäure ist oder die Arbeitsblätter in Geschichte nicht ausgefüllt habe, dann ist das eben so. Passierte ja auch einigen schon vorher im normalen Präsenzunterricht und die, so habe ich gehört, habens auch meistens überlebt bisher. Die meisten merken sich das alles sowieso nur bis zur Arbeit, danach brauchen sie den Speicherplatz für das nächste Thema, das dann wieder nur bis zum finalen Abruf gespeichert bleibt. Nennt man in Deutschland LERNEN.

Pädagogische Noten geben. Tut auch gar nicht weh. Sind wir nicht alle Pädagogen?

Man sollte sich eher mal fragen, wieso alle Nebenfächer bis zum Abschluss durchexerziert werden müssen. Ist ja nicht so, dass ich dank Handy nicht alles in 5 Sekunden gegoogelt habe, falls ich es plötzlich brauche. Lernen nach Begabung oder Interesse vielleicht doch mal wieder ausprobieren? Crazy, ich weiß.

Die Kids brauchen jetzt wieder Struktur, reale soziale Kontakte, Leute, die ihnen zuhören, Bewegung, frische Luft, Sonne im Gesicht. Und was bekommen sie? Volle Klassenräume, Vormittage unter Atemschutzmasken, Lehrer im Stress, schlechtes Gewissen über all den versäumten Lernstoff, Selbsttests und Leistungskontrollen. Ach, ich soll keine Arbeit schreiben im Nebenfach? Nenn ich das halt Hausaufgabenkontrolle oder Kurztest. Kann man dann ja auch noch ein paar machen die nächsten Wochen, sind ja keine Arbeiten.

Der Erlass des Kumis in meinem Bundesland gibt es her, und das ist wirklich erstaunlich wie ich meine, dass ich mein Notenspektrum wohlwollend auf 1 bis 3 oder 4 verkleinere dieses Schuljahr. Es gibt Kollegien, die das so machen. Pädagogische Noten geben. Tut auch gar nicht weh. Sind wir nicht alle Pädagogen? Oder waren es irgendwann mal? Oder wären es gerne?

Wer letztes Schuljahr nicht sitzen geblieben wäre und wegen Corona versetzt wurde, kann dieses Schuljahr gar nicht sitzen bleiben. Er müsste es freiwillig tun.

Was soll das also?

Es kommt mir so vor, als ob in Schule mittlerweile alles danach ausgerichtet wird, dass es juristisch nicht anfechtbar ist von außen. Alle müssen irgendwie die gleichen Bedingungen bekommen, damit sich keiner benachteiligt fühlen kann und klagt.

Die schwachen Schüler werden zynisch benutzt, um sich politisch zu positionieren und irgendwelche Maßnahmen durchzusetzen

Wäre es wirklich um die Schwachen gegangen im letzten Jahr, die warum auch immer Zuhause nicht lernen können, hätte man sich die in die Schule holen müssen. Jeder Klassenlehrer weiß genau, wer das in seiner Klasse ist. Um die ging es aber nie. Und um die wird es auch nie gehen. Sie werden zynisch benutzt, um sich politisch zu positionieren und irgendwelche Maßnahmen durchzusetzen.

Wer nach dem Jahr nicht mitbekommen hat, dass wir ein totes Pferd reiten mit unserem Schulsystem in diesem Land, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Mach jetzt ‘ne Privatschule auf mit kleinen Lerngruppen, zugewandten Menschen und echten multiprofessionellen Teams, die Kinder und Jugendliche ernst nehmen, wo sie sich gut aufgehoben fühlen und mit Freude hingehen und lernen, du wirst dich vor Anmeldungen nicht retten können.

Mal sehen wie lange das tote Pferd noch geritten wird, wahrscheinlich noch lange, nachdem die Knochen längst zu Staub verfallen sind. Reden wir‘s uns weiter schön und klopfen uns selbst auf die Schultern, wie gut wir das alles machen. Darin sind wir ja geübt, das fällt uns ganz leicht. Solange die eigenen Befindlichkeiten weiter gehegt und gepflegt werden, ist doch alles prima. Und jetzt Scheuklappen wieder auf und weiter im Galopp. News4teachers

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Entrechtete Lehrer: „Allein die Tatsache, dass wir hier nicht mit unseren Klarnamen schreiben (uns trauen zu schreiben), sagt viel aus!“

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43 KOMMENTARE

  1. Danke, so sehe ich es auch … lauter tote Pferde…
    Aus Angst vor Klagen der Eltern entstand immer schon viel Druck.
    Ein probates Mittel übrigens, die Lehrer von oben unter Druck zu setzen, denn jeder Lehrer muss sich am Ende des Tages selbst und allein mit diesen Klagen auseinandersetzen. Das Ministerium ist an der Stelle dann raus.

    Was ist das für eine Lernkultur? Und dies schon lange, sicher nicht WEGEN Corona.
    Das bringt die Unkultur an den Schulen nur verstärkt zutage!
    (Ja, bevor jetzt Beschwerden kommen: Natürlich gibt es Schulen, an denen alles für alle Schüler getan wird, an denen man versucht aus dem Mangel immer noch eine menschliche Schule und gelebte Pädagogik herauszuholen. Das geschieht TROTZ der Missstände, weil Lehrer sich NOCH mehr engagieren als eh schon verlangt und unabdingbar!)

    Private Schulen werden profitieren.
    Genau diese können sich aber genau die besonders benachteiligten Schüler in der Regel nicht leisten bzw. sie werden dort nicht unbedingt mit offenen Armen aufgenommen.

    Ich bleibe dann schon lieber Lehrer an einer „normalen“ Schule und versuche, Jahr um Jahr das Beste aus einer Situation zu machen, die schon lange eigentlich nicht mehr geht und wenigstens das Mögliche für die zu tun, für die unser Bildungssystem nur heiße Luft vorsieht.

  2. Sehe ich auch so. Ich unterrichte Nebenfächer und ein Hauptfach.
    Grade im Hauptfach sehe ich natürlich die großen Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der SuS, die nun durch Corona nochmals viel größer geworden sind.

    Aber in den Nebenfächern – was soll das? Klar ist jedes Thema irgendwie wichtig. Aber ganz unter uns: Wenn ein Schüler oder eine Schülerin wegen Corona nicht ganz so viel über die Römer weiß – na und?

    Unsere Schulleitung hat zum Glück deutlich kommuniziert, dass die Nebenfachlehrer nach Möglichkeit auf Klassenarbeiten verzichten sollen. Und genau das mache ich auch.
    Im Hauptfach ist das was anderes.

    Steigt der Schüler oder die Schülerin in Geschichte im nächsten SJ erst wieder gedanklich mit dem Mittelalter ein – passt doch.
    Blöd ist es, wenn die Bruchrechnung fehlt. Die braucht man halt dringend für das was dann kommt.

    Jetzt kann natürlich der Einwand kommen, dass in der Geschichte ja auch alles aufeinander aufbaut. Mag sein. Aber wichtig ist doch, dass die SuS lernen, wie sie eine Statistik richtig lesen, wie sie textkritisch an eine Quelle herangehen usw. Das muss man dann intensiver in anderen historischen Phasen üben. Es gibt halt einfach Defizite.

    Irgendwo muss man Abstriche machen. Wir haben eine Pandemie.

  3. Bin auf jeden Fall auf deiner Seite. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen: ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 10.Klasse einer Realschule. Das erste, was wir nach Schulbeginn als Aufgabe bekamen, war ein 10-minütiges Referat im Fach Biologie. Ist ja extrem wichtig so kurz vor dem Abschluss.

    Jetzt, da Sportunterricht in der Schule wieder erlaubt ist, wird es wahrscheinlich so sein, dass ich die letzten 6 Schulwochen noch 2 Stunden Sport nachmittags habe (man könnte die Zeit nutzen, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten, aber Sport ist scheinbar wichtiger).

    Ich selbst zähle zwar eher nicht zu den „schwachen“ Schülern, aber dennoch gibt es in unsere Klasse auch ein paar dieser Sorte. Sie erzählen auch ständig, wie hart der Distanzunterricht doch ist und dass man so nicht lernen kann. Ob der Lehrer vor einem steht oder vor dem Computer sitzt und erklärt, spielt doch keine Rolle. Man bekommt den Stoff genauso vermittelt wie in der Schule, nur eben zu Hause. Und wer dann nicht mitarbeitet bzw. nicht mitschreibt, der braucht sich auch nicht über schlechte Noten beschweren.

    LG
    Lukas

    • Lieber Lukas,
      vielen Dank für deine Meinung. Schön, dass du dich an der Diskussion beteiligst.
      Gern möchte ich dir zwei Gedanken mitteilen, die dich deine Haltung vielleicht ein wenig hinterfragen lassen.

      1) Nicht alle SuS hatten durchgehen Video-Unterricht. Es gibt genügend Berichte, dass viel zu oft der Unterricht darin bestand, dass Arbeitsblätter zugestellt wurden.

      2) Selbst dann, wenn Video-Unterricht stattfand: Kannst du dir nicht vorstellen, dass das für manche SuS trotzdem einfach viel schwerer ist als für andere? Wenn man daheim keine gute Internetleitung hat und alles abgehakt ankommt? Wenn man das einzige Tablet ständig mit Geschwistern teilen muss? Wenn man keinen Drucker daheim hat und das Sozialamt den Antrag dafür abgelehnt hat? Wenn man sich nicht auf die Erklärungen des Lehrers konzentrieren kann, weil in der kleinen Wohnung im Hintergrund die kleinen Geschwister spielen oder streiten? Wenn man wegen Quarantäne-Auflagen seit über einer Woche nicht an die frische Luft konnte und einem die Welt ganz düster vorkommt?

      Ich freue mich für dich, dass du scheinbar ganz gut durch die Pandemie gekommen bist. Leider gilt das nicht für alle. Ich finde es zu einfach, die Schuld dann einfach bei diesen Personen selbst zu suchen.

      • 1) Wir hatten durchgehend Unterricht über Microsoft Teams.

        2) Selbstverständlich kann es auch einmal zu technischen Problemen kommen. Aber unsere Lehrer sind da sehr zuvorkommend: man kann ruhig nachfragen und den Lehrer bitten, Hefteinträge, ABs etc. hochzuladen. Größtenteils ist es aber bei uns einfach der Fall, das manche einfach der Besprechung beitreten und dann sonst was machen. Kann ja nicht sein, dass man 6 Schulstunden durchgehend schlechtes Internet hat. Da haben die Lehrer auch irgendwann mal genug.

  4. Naja corona hin oder her ich wurde damals wegen laufender Konversions therapie ab der 4th Klasse rausgenommen aus dem Schulsystem und rein komm ich nicht mehr ‍♀️

    Die sollten da mal dringend das gesamte System erneuern

  5. Fast 1 Jahr Präsenz- und Distanzunterricht.
    Die Klasse in 15 Schüler pro Gruppe geteilt, Gruppe A und Gruppe B.
    Viele meiner Lehrer stellten keine klaren Aufgaben in die Lernplattform damit jeder Schüler es nachlesen konnte, sondern sagten der einen Gruppe A oder nur paar Schüler in der Gruppe A, dass die Schüler es Gruppe B mitteilen sollte.

    Naja, wenn Gruppe A teils ihre Aufgaben selbst nicht erledigen, es sich nicht aufschreiben und es auf dem Weg nach Hause vergessen.

    Oder viele durch Spam Nachrichten, nicht mehr in die klassengruppe reinschauen, was man zutun hat und die Klassegruppe stummgeschalten ist. Sollten die Lehrer sich nicht wundern, wenn man die Aufgaben nicht erledigt. Das dann auch noch die schwächeren Schüler darunter leiden müssen (aber auch die stärkeren) , weil sie dann einfach mehr gestresst sind und nicht mehr wissen, was man zutun hat ist Schwachsinn.

    Ja man hätte nachfragen können was man machen soll. Aber wenn die Lehrer selbst sagen, dass sie die Aufgabenstellungen in die Lernplattform reinschreiben werden, es aber dann nicht tun. Geht man davon aus, dass man keine Aufgaben zuhause machen soll, da in wenigen Wochen auch die Zentralen Prüfungen geschrieben werden und man davon ausgeht, dass es absichtlich so ist, damit Schüler mehr Zeit haben um es in Mathe, Deutsch und Englisch zu investieren.

    Mit freundlichen Grüßen,
    10 Klässler einer Realschüler, der sich aufregt, obwohl er trotzdem gute Noten bekommen hat, weil es bei anderen Mitschülern nicht der Fall ist.. und sie es auch noch ggf. deren nicht so kompetenten Eltern erklären müssen, warum die Noten jetzt so tief gesunken sind. Mir tun die armen echt leid.

  6. Ich unterrichte Mathe und bekomme dieses Schuljahr deutlich zu spüren was letztes Schuljahr verpasst worden ist. Dieses Schuljahr hat sich die Kluft zwischen dem was der Lehrplan fordert und dem was viele ( nicht alle) können noch verstärkt. Ich muss aber zumindest die Abiturvorgaben erfüllen, die bisher nicht geändert worden sind (Berufskolleg in NRW). Ich habe keine andere Möglichkeit als den Stoff irgendwie durchzubringen. Ich kann jetzt Gnadenvieren vergeben, um zu kaschieren dass etliche total überfordert sind. Aber im nächsten Jahr geht es ja weiter. Was soll das bringen SuS ohne das nötige Basiswissen in die nächste Stufe zu versetzen? Die Probleme werden ja nur noch gravierender. Wir haben nicht einmal die Möglichkeit Förderkurse einzurichten (zuwenig Lehrkräfte für Mathe) Die Regelung jeden zu versetzen, egal was er oder sie kann, geht nur gut mit anschließender gezielter Förderung. Dafür fehlt es aber an Lehrkräften und offenbar an Geld.

  7. Ich wage inzwischen zu behaupten, dass die allermeisten den Schuss noch nicht gehört haben – Lehrer wie Eltern. Toller Artikel! Spricht mir aus der Seele! Leider hört man seit mehr als einem Jahr nichts anderes als „… ist halt jetzt so…“, “ … müssen wir so akzeptieren…“ o.ä. von Elternseite und den meisten Lehrern geht es jetzt noch darum irgendwie eine Note aus dem Täschchen zaubern zu können. Meinem Sohn (5. Klasse) wurde heute von der Klassenlehrerin per Mail mitgeteilt, wenn er zur Klassenarbeit nicht erscheint bekommt er eine sechs. Herzlichen Glückwunsch! Motivation vom Feinsten. Das Kind lernt übrigens jeden Tag freiwillig (!) Seit 7 Monaten online. Aber schön wenn das das Endergebnis einer Lehrer Schüler Beziehung ist.

    • Wieso regen Sie sich über die Ankündigung der 6 so auf? Das hat nichts mit Motivation oder Beziehungsarbeit zu tun, sondern steht einfach so im Schulgesetz. Die Lehrerin hat nur eine Tatsache festgestellt, an der sie nichts ändern kann.

      • Und genau das ist das Problem. Auch wenn es das Gesetz ist, ist es schlicht unpädagogisch. Und der Situation schlicht nicht angemessen.

        • Und schlicht nichts, was im Ermessungsrahmen der Lehrerin liegt! Richten Sie Ihre Beschwerde doch bitte an die richtige Adresse! Man kann ja der Meinung sein, dass diese „Drohung“ unpädagogisch ist – ich fände es viel unpädagogischer, wenn das Kind ohne Konsequenzen der Klassenarbeit fernbleibt. Diese Aussage der Lehrerin muss als Tatsache verstanden werden, nicht als Hinweis auf eine möglicherweise angespannte Lehrer-Schüler-Beziehung. Aber hier gegen die Lehrerin zu hetzen und ihr einen Vorwurf machen, ist sowohl fachlich falsch (siehe: Schulgesetz) als auch menschlich unfair.

          • Uuuund… da gingen Ihm die Argumente aus. Schön, dass Sie Ihre Inkompetenz gleich so offensichtlich darstellen.
            Allerdings verwahre ich mich dagegen, dass Sie meine SchülerInnen als Tiere beschimpfen! Versuchen Sie doch bitte, sachlich zu bleiben.
            Hier zu erwarten, dass sich LehrerInnen nicht an das Schulgesetz halten, weil es einem selbst gerade in den Kram passt, finde ich ganz schön hypokritisch. Wer würde wohl als erstes klagen, wenn sie dies tatsächlich täten – aber in einem anderen Fall, wo es den Eltern vielleicht nicht so gut ins Weltbild passt? Würde dann auch der Verweis auf „pädagogisches Verhalten“ das Schulgesetz aushebeln? Ich zweifle das stark an…

  8. Natürlich muss man jetzt die Schüler nicht mit Arbeiten „zuballern“, aber was ich vor Kurzem gelesen habe über Vorhaben von Grundschulen in Berlin— nur noch „“Projekte“, Wandertage, Zoobesuche etc., finde ich auch nicht in Ordnung.
    Die Schüler wollen nach so langer Zeit meiner Überzeugung nach wieder Schule.
    Sie müssen das Lernen wieder lernen.
    Bei uns in Meckpomm ist es so geregelt, dass , seit alle wieder in Präsenz sind, keine Klassenarbeiten mehr geschrieben werden, eine Note im zweiten Halbjahr auch reicht, was gerade in Nebenfächern oft kaum anders zu bewerkstelligen war.
    Jetzt auf Teufel komm raus alles nachholen zu wollen und Noten, egal wie, zu erhaschen, ist nicht im Sinne der Kinder und wird nicht funktionieren, geschweige denn, nachhaltig sein.

  9. Sehe ich genauso. Ich (Schülerin aus BaWü) muss nach unseren Pfingstferien mindestens 3, wahrscheinlich eher vier Klassemarbeiten schreiben. Vor den Pfingstferien waren es auch schon drei. Im Präsenzunterricht/Wechselunterricht war ich seit Dezember nicht mehr.
    Das Wichtigste scheint wohl einfach zu sein, dass alle ihre Noten irgendwie bilden können – nicht, dass die Noten dann auch etwas aussagen, oder dass es den Schülern halbwegs gut geht. Sieht man auch daran, dass wir getestet zu Klassenarbeiten in die Schule dürfen, aber sonst nicht. Noch nicht einmal für den Rest des Tages oder so.

  10. Ich bin Mutter einer zehnjährigen Gesamtschülerin in der 5. Klasse mit Förderschwerpunkt „Sehen“.
    Der Bericht sprach mir aus der Seele.
    Wir haben hier zu Hause in den letzten MONATEN alles gegeben um unser Kind motiviert bei der Arbeit zu halten. Wir haben uns Lehrstoff reingezogen, um ihn im Rahmen unserer Möglichkeiten, an unserer Tochter weiter zu vermitteln. Die Lehrer haben sich die größte Mühe gegeben alle Kinder der Klasse einzufangen. Jeder, wirklich jeder hat sein Bestes gegeben und ist sicher nicht nur ein Mal an seine persönliche Grenze gestoßen!
    Und dann kommt bei uns in NRW der Präsenzunterricht für alle…. Unsere Tochter freute sich auf ihre Mitschüler, auf ihre Lehrer, auf einen ’normalen“ Alltag.
    Diese Freude hielt gerade einen Tag. Am zweiten Tag kam sie mit der Liste wieder, in welchem Fach in den nächsten zwei Wochen arbeiten geschrieben werden. Ab dann schlief sie schlecht und alle Gedanken hingen fest und vereinen sich mit dem Gefühl es nicht zu schaffen.
    Beim letzten Wechselunterricht wurde noch propagiert die Kinder ankommen zu lassen. Zu gucken wie es Ihnen geht. Jetzt wird nach so vielen Monaten eine Leistung abgefragt, die gar nicht leistbar ist!
    Leidtragende sind wieder die Kinder, die eh in der Pandemie mehr als zurückstecken mussten.
    Wie schon in einem Kommentar geschrieben. Würde bei uns jemand eine Privatschule eröffnen, Ich würde keine Sekunde mit der Anmeldung warten. Das Schulsystem ist eine Katastrophe und unsere Schulministerin sollte freiwillig das Amt abgeben. Es war genug Zeit um sich Gedanken über die Auswirkungen dieser Pandemie zu machen. Gefühlt ist nur realitätsfremde Schwachsinn dabei rausgekommen.

    • Ich kann das so nachfühlen. Und beim telefonischen Elternsprechtag hört man, klar gehen Kinder, sind ja nicht alle fürs Gymnasium gemacht. Pandemie? War da was?

  11. Ich bin Mutter eines letnschwachen Schülers der nun von den beiden Lehrerinnen in seiner Klasse (2)total unter Druck gesetzt wird. Letzhin kam er heulend nach Hause weil seine Leherin ihn für zwei Stunden im Kopierraum ohne Aufsicht eingesperrt hat. Auf unsere Beschwerde hin verteidigte sie ihr Handeln als erprobte pädagogische Methode schwächere Schüler etwas gutes zu Tun. Wir haben uns bei höherer Stelle über diese Frau beschwert da so etwas überhaupt nicht geht. Ich kann nicht einen Schüler der monatelang nicht im Unterricht war einfach mal in einen Kopierraum einsperren nur weil er die Aufgaben vom Einmaleins noch nicht sicher beherrscht. So eine Lehrerin gehört weg aus den Schuldienst

  12. Ein Brief, der mir aus der Seele spricht. Im Zeitalter des Smartphones kann man Infos jederzeit nachlesen wenn sie gebraucht werden. Ich verfüge nur noch über wissen aus meiner Schulzeit, über Dinge die mich interessieren. Naja nicht Mal das stimmt, denn mein Wissen wird ja aufgrund meiner Interesse weiter entwickelt.

    Bei anderen Themen ist meist nur noch der Name geblieben und ich muss das Handy zücken, so what. Ich sag jetzt nicht, dass die Nebenfächer nicht wichtig sind, denn wie soll ein Kind seine Interessen entdecken können? Aber es wäre an der Zeit wirklich fächerübergreifend zu unterrichten. Eine Deutscharbeit könnte vielleicht auch so aufgebaut sein, dass sie Themen und infos aus den Nebenfächer mit aufgreift.

    Fakt ist, wer sich nicht richtig ausdrücken kann, nicht vernünftig lesen und schreiben kann und fit in den Grundlagen der Mathematischen ist wird es im beruflichen und privaten Leben später schwer haben. Transferleistungen kann man lernen. Heutzutage bekommt man oft auch nur einen guten Job wenn man mehrere möglichst ausgefallene Sprachen spricht. Englisch ist eh eine Grundvoraussetzung. (Das lernen die Kids aber meist nicht in der Schule sondern in ihrer Freizeit, wenn sie zocken – ja ist wirklich so viele Spiele laufen auf Englisch und es wird teilweise Kontinenten übergreifend miteinander im TeamSpeak gehockt)
    Ich finde es erschreckend wie wenig in Schulen gesprochen wird. Meist geht es um schriftliche Leistungen. Leider haben viele Kinder ein Problem beim richtig sprechen. Mich wundert es dann überhaupt nicht wenn das schriftliche auch nicht berauschend ist. Man „hört“ den Fehler dann nicht.

    Das in Berlin jetzt doch die Kinder wieder in voller Klassenstärke ab dem 9.6. in die Schule kommen sollen ist völlig Banane. Notenschluss war bereits und bis Ende der Woche sollten auch die Zeugnis Konferenzen durch sein.
    Die Aufforderung die letzten Tage daher für Ausflüge zu nutzen ist daher noch das einzig vernünftige. Damit hat man zumindest eine Chancengleichheit für soziale Kontakte geschaffen und wenn die Lehrer es schlau abstellen, dann bekommen die Kids endlich auch mal wieder frische Luft, Bewegung und Kommunikation

    Ich wünschte das deutsche Schulsystem würde aus der Pandemie lernen und endlich die Kinder wirklich auf das Leben vorbereiten.

    Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Lehrkräften bedanken, die in der Pandemie innovative Unterrichtsgestaltung betrieben haben. Sie haben durch ihr Handeln den Kindern neue Perspektiven aufgezeigt und Kompetenzen gefördert die sie im Leben weiter bringen werden als das völlig verstaubte Schulsystem. DANKE

  13. Bereits vor Corona war unser Bildungssystem so marode, dass es oft den Namen Bildung gar nicht mehr verdiente. Ich begleite meine 4 Kinder (Grundschule über Realschule bis Klasse 11) seit über 1 Jahr Pandemie. Wie irgend jemand zu dem Schluss kommen kann, dass nicht die meisten Schüler Defizite angehäuft haben, ist mir ein Rätsel. Auch wenn die Aufgaben alle bearbeitet wurden- im Anschluss daran wurden sie abgegeftet, der Ordner zugeklappt- und da liegen sie nun. Mir graute schon lange vor dem Tag, an dem die Kinder wieder zur Schule gehen, denn nun werden ja noch die wahnsinnig wichtigen Inhalte des Schuljahres in diversen Klassenarbeiten abgefragt. Das einzig Wichtige scheint zu sein, dass möglichst viele Noten auf einem Blatt Papier stehen. Ginge es nur ein Mal wirklich um die Kinder, ihre Bedürfnisse und Wünsche, würde man sich zumindest diesen Mist kurz vor Schuljahresende sparen. Teilweise seit November lediglich für Arbeiten stundenweise in die Schule einbestellt, keiner kümmert sich um das, was nun wirklich wichtig wäre: ankommen dürfen, soziales Leben wieder erlernen, schauen wie das mit dem Lernen überhaupt geht, vlt. auch einfach mal ein wenig Spaß haben… die Schüler werden uns den Umgang, den wir mit ihnen pflegen, sicher entsprechend danken…

  14. Danke, es gibt anscheinend noch mehr Menschen, die das Ganze realistisch sehen. Es wird seit Jahren immer weniger Wert darauf gelegt, die Grundkompetenzen in Mathe, Deutsch und Englisch so zu vermitteln, dass sie auch 30 Jahre nach dem Schulabschluss noch vorhanden sind. Ich habe im ersten Lockdown mein Kind auf den Mittleren Schulabschluss vorbereitet und war durchaus in der Lage, ihn in Mathe auf alle Themen vorzubereiten, obwohl Mathe in meiner Schulzeit nie zu meinen stärksten Fächern gehörte. Als ich dann mit einer Abiturientin darüber sprach, die gerade ein Abitur mit 1,0 absolviert hatte, wunderte sie sich, dass ich nach 30 Jahren noch den Stoff der 10. Klasse beherrsche. Auch die englische Grammatik mit Bildung der Zeiten sollte eigentlich so vermittelt werden, dass man sie nicht sofort wieder vergisst. Dieses Lernen nur für die nächste Prüfung, wie es heutzutage oft der Fall ist, halte ich für wenig nachhaltig. In meinem Beruf habe ich durchaus KuK, die damals die Hauptschule besucht haben, die aber die Grundkompetenzen oft besser beherrschen als die jungen Menschen mit einem sehr guten Abitur. Sinnentnehmendes Lesen, einigermaßen fehlerfreies Schreiben einfacher Texte, sichere Anwendung der Prozentrechnung und auch das Gespäch mit einem englischsprechenden Kunden sind eigentlich nach einem Schulabschluss Kompetenzen, die man von jedem Mitarbeiter erwarten können müsste. Hier muss das Schulsystem meiner Meinung nach grundlegend reformiert werden, um das zu gewährleisten. Auch in der jetzigen Situation muss es darum gehen, die Lücken in diesen Bereichen zu schließen. Referate in Religion und Arbeitsblätter über den Aufbau von Insekten, die dann benotet werden, sind bestimmt im Moment nicht wirklich zielführend. Vermittlung der verpassten Grundkompetenzen unter entspannten Lernbedingungen ohne Leistungsdruck und ohne schriftliche Prüfungen, das wäre jetzt angebracht. Muss es wirklich in diesem Schuljahr für jedes Fach eine Note ( die sowieso unrealistisch ist ) geben??

    • Find ich sehr einseitig gedacht.Geschäftliches Englisch,je nach Branche,ist ganz anders als Schulenglisch.Und Schule sollte meiner Meinung nach nicht nur reibes Grundwissen vermitteln,sondern auch Interesse an Bio,Sprachen,Kunst etc.wecken.Auch das gehört zur humanistischen Grundbildung.Dann lieber veraltete Religionsstunden weg.Wie die Menschen damals lebten,kann man auch im Geschichtsunterricht vermitteln,aber welchen Sinn machen Bibelgeschichten,wenn 50 Prozent der Kinder nicht christlichen Glaubens sind?

  15. Es muss doch von oben verfügt werden, oder? Stattdessen gibt es Corona-Lernstandserhebung, Schnabeltest und Kermittests obendrauf (Hamburg, Grundschule). Es ist wirklich nicht zu fassen, aber ich will es den Lehrern nicht vorwerfen. Sie haben jetzt eh‘ genug mit der Umstellung auf volle Klassengrößen zu tun, sicherlich nicht einfach.

  16. Ohne Noten wären Lehrer wohl nutzlos. Vielleicht sollte man nicht mehr fordern, die Noten abzuschaffen, sondern die Lehrer. Die Schüler wissen ja, was sie lernen wollen, warum setzt man ihnen dann nur ständig Stoff vor, den sie lernen müssen, damit sie keine Zeit mehr haben, die wirklich wichtigen Dinge zu lernen?

    Als ich mit der Schule fertig war, musste ich mir Haushaltsführung, Vertragsrecht, Lizensierung, Steuerrecht, Kochen, Kräuterkunde, Holzkunde, internationale Marktwirtschaft, 10 Finger Tippen usw usf. alles selber beibringen. 12 Jahre Schule waren dazu nicht in der Lage, nein, die Schule war eher in der Lage, mich von den wichtigen Dingen im Leben abzuhalten. Während der Zeit, als mein Gehirn noch am aufnahmefähigsten war! Man hat mich also verpflichtet, hinter meinen Talenten und Möglichkeiten zurückzubleiben. Was für eine menschenverachtende Nötigung!

    Und nur, weil man die Schüler gefügig machen will. Man befiehlt und der Schüler folgt. Und ihr wundert euch, warum das alles vorne und hinten nicht passt. Aus Falschem folgt Falsches! Typischer Folgefehler! Sechs, setzen!

    • :)) großartig! Genau so ist das. Verantwortungsvoll mit der Lebenszeit unserer Kinder umgehen, das sollte mal ein Ziel der Schule sein.

    • Und ein andrer braucht später Wolkenkunde, der nächste Tauchkenntnisse und wieder einer Fachwissen über Schmierstoffe. Man kann doch nicht allen Ernstes verlangen, das schon in der Schule zu lernen.
      Wichtig ist meiner Meinung nach, zu lernen, wie man sich Wissen aneignet. Und das macht die Schule doch. Ist doch alles gut! Ihr jammert auf hohem Niveau. Guckt mal Schulen in anderen Ländern an.

      • Diese Beispiele von dir Tigrib sind aber schon lächerlich. Peter beschreibt doch Bereiche, die jeder später braucht.
        Und nur weil es woanders schlechter ist, ist es hier ja nicht gut.

        • Und lernen wie man lernt, kommt in Schule doch meistens überhaupt nicht vor. Man lernt wie man auswendig lernt, viel mehr doch nicht.

        • Vertragsrecht, Lizensierung, Steuerrecht, Kochen, Kräuterkunde, Holzkunde, internationale Marktwirtschaft, 10 Finger Tippen – brauche ich alles nicht. Aber Wolkenkunde und Tauchkenntnisse waren für mein Leben wirlich schon mehrfach extrem wichtig. – Schwierig, gell. Wer entscheidet jetzt, was man lernen muss?
          Ich habe in meiner Schulzeit deutlich mehr als nur Auswendiglernen gelernt; das war keine besondere oder besonders gute Schule.

  17. GS BW: Wir haben die notwendige Anzahl an Klassenarbeiten geschrieben. Ich kann es päd. gut vertreten, Schüler:innen und Eltern nicht noch mehr Stress zu erzeugen, in dem ich jetzt noch viele Klassenarbeiten schreibe. Für mich vll auch einfach, da meine 4. die Empfehlungen bereits in der Tasche hat. Ich möchte mit „meinen Kindern“ nur noch Grundwissen festigen, in E ein paar Vokabeln sichern, und ein paar kleinere Ausflüge am Ort machen, um die Klassengemeinschaft nicht so sang und klanglos in die neue Schule entlassen. Ja, ich glaube auch, die Kinder brauchen jetzt noch ein paar schöne Erlebnisse. Wir haben alle gemeinsam auch während der Schulschließung tüchtig gearbeitet (Online/Offline…), jetzt ist es Zeit Schule auch mit Freude zu füllen. 7 1/2 Wochen werden wir noch gemeinsam üben und gestalten, aber eben ohne Klassenarbeitsdruck.

  18. Auch aus pädagogischer Sicht kann ich den Klassenarbeiten etwas abgewinnen. Die Kinder brauchen (und wollen überwiegend auch) eine ernsthafte Rückmeldung über ihren Leistungsstand trotz oder wegen der Pandemieauswirkungen.

    An meiner Schule ziehen wir in der Sek I sogar zwei Klassenarbeitsphasen durch, wobei sich die zweite Arbeit fast vollständig auf Unterrichtsstoff aus der Vollpräsenzzeit bezieht. Die Kinder kriegen dadurch noch mehr Rückmeldung und die erste Arbeit kann ggf. noch ausgeglichen werden.

    • Lieber Georg. Eine Klassenarbeit ist vielleicht für die starken Schüler eine Rückmeldung, aber selbst die müssen dafür ja vorher lernen. Für alle anderen ist das purer Stress und endet meist in Frustration mit einer schlechte Note. Das sollte dir als Pädagogen eigentlich klar sein. Man kann sich alles schön reden als Lehrer, du musst die Arbeit ja auch nicht schreiben. Vielleicht mal wieder mit den Kids reden wie es ihnen geht, auch und gerade mit den schwachen. Hattest du früher keine Fächer, bei denen du morgens lieber daheim geblieben wärst bei Arbeiten?

  19. Ganz ehrlich,ich kann das Schulsystem auch nicht nachvollziehen! Das ist wirklich,seit dem Mittelalter,wie mir scheint,nicht einmal überholt worden!
    Die Kinder lernen nicht,was sie brauchen,sondern,was sie müssen wie gehabt. Motivation Fehlanzeige! Kleines Beispiel: Ein Brief von der Schule kam an,dass nächstes Jahr das Fach Spanisch erteilt werde. Die Kinder könnten nun zwischen einer zusätzlichen Förderstunde Mathe,Deutsch oder dem Wahlfach Spanisch entscheiden. Um die Wahl zu erleichtern,wurde direkt eine Empfehlung der Klassenlehrerin,nehme ich an,erteilt. Dazu gab es einen Fragebogen für jeden Schüler zum selbst Testen,angefangen,ob er Interesse an einer weiteren Fremdsprache hätte,gut in der Aussprache dieser wäre,es liebte Vokabeln zu lernen,bishin,ob er die Grammatik oft lerne und beherrsche….Die Empfehlung für mein Kind wurde negativ berwertet (tolle Motivation,negative Suggerierung: Lass es lieber – nimm Förderunterricht in Mathe….)Ich will mich hier nicht auslassen,doch auf welcher Schule waren diese Pädagogen?! – Wie kann man denn einem motivierten Schüler/in direkt negativ einschätzen,ohne dass diesem jemals auch nur eine Spanischstunde (zur Probe vielleicht) erteilt wurde!??? Da fehlen mir die Worte,davon ab,mein Kind steht in Englisch zwischen 1 und 2 !!!
    Ganz ehrlich,die Zensuren sollten nicht unbedingt abgeschafft werden,aber diese Lehrer,die offensichtlich ihren Arbeitsfrust an unseren Nachfahren auslassen!
    Die Kinder werden nur bewertet,eher verurteilt,als beurteilt!
    Über das,was ein Schüler wirklich kann,sagt dieses System eher wenig aus! – An der Schule meines Kindes gibt es Punktabzug in einer Mathearbeit,weil der Schüler seinen Namen im Prüfungsstress versehentlich vergaß….alles klar?!

    • Ok. Also ihr Kind ist der Superstar. Schwach in Spanisch sein ist quasi ausgeschlossen.
      Sorry, an meiner Schule ist es genauso. In meienr Klasse gibt es nur intelligente und gute sowie motivierte Kinder. Alles Einsteins. Zumindest wenn man nach den Eltern geht 😉

    • Ich vermute mal, dass die Lehrkraft folgenden Gedanken hatte: Ihr Kind hat über die Zeit des Distanzlernens erhebliche Wissenslücken in Mathe aufgebaut. Da es Mathe nicht einfach abwählen kann, ist es sinnvoll, die zusätzliche/n Stunde/n zur Behebung der Defizite in Mathe zu verwenden. Ansonsten müsste Ihr Kind neben dem Erlernen einer neuen Fremdsprache zusätzlich in Eigenregie an Mathe arbeiten, was zu noch weniger Zeit für die Dinge führt, die Ihr Kind neben der Schule interessieren. Fragen Sie doch bitte einfach nach, bevor Sie der Lehrkraft ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Job unterstellen, und das auch noch in der Öffentlichkeit.

    • Die Lehrerin wird weniger nach der Englischnote, sondern viel mehr nach der vermutlich bestenfalls befriedigenden Mathenote geschaut haben. Außerdem nehme ich an, dass Ihr Kind aktuell die Klasse 6 oder 7 besucht. Gerade Mathe zieht im Laufe der 7, spätestens in der 8 richtig an, dazu kommt die Pubertät. Sie können gut und gerne 1-2 Noten bei Mathe abziehen, wenn Ihr Kind nicht von sich aus extrem ehrgeizig ist.

      • Diese Reflexe sofort Gründe für die Vorgehensweise der Lehrerin zu finden und alles zu verteidigen ist alles, was ihr könnt. Genau das ist das Fundament des deutschen Lehrertums.
        Verteidigungsposition einnehmen und ja nicht über die Argumente der Gegenseite nachdenken. Das kommt davon, wenn man Jahrzehnte in einem kaputten System arbeitet. Fangt endlich Mal wieder an, zu hinterfragen wie ihr arbeitet und was für sinnlose Vorgehensweisen es in Schule gibt.
        „Das machen wir hier schon immer so.“ Ist einfach kein Argument liebe Kolleginnen und Kollegen.

        • Oh Manmanman… der Nickname passt. Dieses reflexhafte Raushauen von Beleidigungen, sobald man nichts Sinnhaftes mehr zu sagen hat..
          Übrigens: ja, Sie haben vollkommen recht, viele Lehrer sind sehr geübt darin, Gründe für die Vorgehensweise anderer Personen zu finden. Die Fähigkeit, den Standpunkt des Gegenübers einzunehmen, ist im Unterrichtsprozess enorm wichtig. Ohne Empathie kommen Sie da nicht weit. Und es hilft enorm weiter, bei Unklarheiten erst mal nachzufragen, bevor man sich (oder sein Kind) benachteiligt fühlt und dies laut in die Welt plautzen muß.
          Und jetzt gehe ich Wetter genießen und mache Sonntag.

          • Beleidigungen? Weil ich anrate das eigene Handeln zu hinterfragen? Und nicht immer gleich gegen die anderen argumentieren möchte?
            Diese Arroganz ist schon echt absurd, die aus den obigen Antworten spricht. Und genau das ist das Problem. Kann man auch Mal Sonntags drüber nachdenken.

        • @manmanman Ja, ich kann sie gut verstehen. Und es darf ruhig auch mal Kritik an Lehrern geübt werden. Wie in jedem Beruf ist nicht jeder automatisch gut darin. Oder motiviert. Ich saß schon in der ein oder anderen Konferenz, in der man vielleicht ganz vergessen hat, dass da auch Eltern sitzen.

    • Puuuuh
      Ich schlage vor, alle die es so viel besser wissen/machen würden, bewerben sich mal schnell als Kultusminister/ Bildungsminister…
      Für das Schulsystem können LuL nichts, ebensowenig für die festgelegten Vorgaben.
      Sicherlich gibt es Handlungsspielraum bei vielen Dingen.
      Warum kann man darüber nicht einfach in einem Gespräch reden? Ohne hochgeschaukelte Emotionen, ganz sachlich zw Lehrer und Eltern.
      Beide Seiten müssen über Argumente der Gegenseite nachdenken.
      Und für jede Vorgehensweise gibt es Kinder die darauf positiv reagieren und andere negativ.
      Manche Kinder geben vom Fernunterricht profitiert , andere nicht. Manche profitieren von Leistungsnachweisen jetzt noch kurz vor knapp, andere nicht.
      Und sicher gibt es Einzelfälle bei LuL, die gnadenlos ihr Ding durchziehen. Aber bitte nicht verallgemeinern!!
      Letztendlich sollten wir alle ein gemeinsames Ziel haben, Schule “ gut und verantwortungsvoll“ für unsere Kinder zu machen.

  20. :)) großartig! Genau so ist das. Verantwortungsvoll mit der Lebenszeit unserer Kinder umgehen, das sollte mal ein Ziel der Schule sein.

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