Skandal um verweigerte Luftfilter für Kitas und Schulen: SPD-Bildungssenator greift Karliczek an („Augenwischerei“)

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HAMBURG. Im Skandal um verweigerte Luftfilter für Kitas und Schulen greift Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) jetzt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) an. „Während die Bundesbildungsministerin zusammen mit zwölf medizinischen Fachgesellschaften den Einsatz von Luftfiltern in den Klassenräumen nicht empfohlen hat, fordert der Bundesgesundheitsminister jetzt das Gegenteil und verweist dazu auf ein Förderprogramm der Bundesregierung“, erklärt der Sprecher der SPD-geführten Kultusministerien in Deutschland. „Dieser Schlingerkurs zu Lasten von elf Millionen Schülerinnen und Schülern ist nicht mehr nachzuvollziehen.“ Sind die Kultusminister also Opfer von Fehlinformationen aus Berlin?

Wird für ihre „Leitlinie“ angegriffen: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Richtig ist: Die Bundesregierung hat Anfang Juni ein Förderprogramm aufgelegt, aus dem der Einbau Raumlufttechnischer Anlagen in Kitas und Schulen mit bis zu 80 Prozent der Kosten finanziert werden können. Karliczek hatte die Träger aufgefordert, über die Sommerferien tätig zu werden. Das Problem ist allerdings, dass sich eine solch aufwändige Baumaßnahme nicht innerhalb von ein paar Wochen machen lässt – entsprechend bescheiden ist die Resonanz. Für gerade mal 176 der insgesamt rund 90.000 Bildungseinrichtungen in Deutschland waren bis Anfang der Woche Anträge gestellt worden, wie News4teachers berichtet. Mobile Luftfilter, die einfach in Klassen- und Gruppenräumen platziert werden könnten, werden ausdrücklich nicht gefördert.

„Das Programm der Bundesregierung hilft zweifellos dem Schulbau, in Sachen Corona ist es Augenwischerei“

Das betont auch Rabe: „Mit dem neuen Bundesförderprogramm dürfen die öffentlich diskutierten mobilen Raumluftfilter überhaupt nicht finanziert werden. Vielmehr finanziert das Bundesprogramm Sanierungen, Neubauten und Umbauten von Schulgebäuden und in diesem Zusammenhang auch die Installation von dauerhaft fest eingebauten, stationären Klimaanlagen und Raumluftfiltern.“

Er stellt allerdings fest: „Um solche stationären Anlagen einzubauen, müssten alle rund 500.000 Klassen- und Unterrichtsräume aufwendig umgebaut werden – einschließlich Wanddurchbrüchen, Verputz- und Maurerarbeiten sowie der Installation von Elektro- und Rohrleitungssystemen. Selbst bei größter Anstrengung und unter der Voraussetzung, dass trotz der Krise auf dem Bau Firmen und Materialien in großer Zahl sofort zur Verfügung stehen würden, würde der Einbau solcher Anlagen in den 45.000 Schulen in Deutschland mehrere Jahre dauern und die ersten Anlagen frühestens in einem dreiviertel Jahr in Betrieb gehen können. Zudem wäre während der Bauarbeiten kein Unterrichtsbetrieb möglich. Das Programm der Bundesregierung hilft zweifellos dem Schulbau, in Sachen Corona ist es Augenwischerei.“

Dies werde von Spahn und Karliczek aber verschwiegen. Rabe betont: „Es wäre an der Zeit, dass die Bundesregierung eine einheitliche Empfehlung ausspricht und dann auch ein Förderprogramm auflegt, das seinen Namen verdient.“

Mehr noch: Rabe verweist darauf, dass Karliczek zusammen mit zahlreichen medizinischen Fachgesellschaften im Frühjahr eine Leitlinie für sicheren Schulbetrieb erarbeitet habe. Darin würden zahlreichen Maßnahmen wie zum Beispiel das Tragen von Masken, Einschränkungen im Musik- und Sportunterricht oder das Lüften ausdrücklich empfohlen. In Bezug auf den Einsatz von mobilen Luftfiltern hätten sich die Experten zu keiner vergleichbaren Empfehlung entschließen können.

Dort heiße es lediglich – Rabe zitiert: „Die Maßnahme ‚mobile Luftreinigung als Ergänzung zum Lüften‘ hat positive und negative gesundheitliche Wirkungen, denen weitreichende negative Wirkungen im Bereich der anderen Entscheidungskriterien gegenüberstehen, insbesondere im Hinblick auf finanzielle und ökologische Folgen sowie Machbarkeit. Insgesamt überwiegen nach Einschätzung der Expert*innen weder die positiven noch die negativen Wirkungen, so dass die Maßnahme erwogen werden kann.“ Der Bildungssenator führt in seiner Pressemitteilung zwölf medizinische Fachgesellschaften an, die diese Erklärung mitgetragen haben, darunter die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Auffällig ist: Darunter ist keine einzige Einrichtung, die sich mit Lüftungssystemen auskennt.

Woher medizinische Fachgesellschaften die Expertise nehmen, Lüftungsmaßnahmen in Schulen zu begutachten, blieb offen

Tatsächlich ist Karliczeks Leitlinie fragwürdig. Lässt sich über wissenschaftliche Erkenntnisse sinnvoll abstimmen? So kam das Papier aber zustande: Die einbezogenen Experten sollten sich möglichst im Konsens darüber einigen. Heißt also: Kinderärzte urteilten über die Wirkung von mobilen Luftfiltern. Woher medizinische Fachgesellschaften die Expertise nehmen, Lüftungsmaßnahmen in Schulen zu begutachten, blieb offen. Dazu kommt, so Rabe: „Dieses Votum wurde in einer Zeit abgegeben, als es noch nicht einmal die heute überall angewendeten Schnelltests an den Schulen gab. Insofern ist es kaum nachvollziehbar, dass bei heute weiter verbesserten Sicherheitsmaßnahmen und trotz des sehr klaren Votums von so vielen Experten so getan wird, als ob der Schulbesuch ausschließlich von Raumluftfiltern abhängt.“

Sind die Kultusminister – die unter zunehmendem Druck stehen, mobile Luftfilter für Kitas und Schulen anzuschaffen – also Opfer von falschen Informationen durch das Bundesbildungsministerium? Das sind sie nicht, wie Recherchen von News4teachers belegen.

Ende September 2020 veranstaltete die Kultusministerkonferenz eine Expertenanhörung zum Thema, bei dem auch Prof. Christian Kähler auftrat, Physiker und Leiter des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München, der zur Wirkung von mobilen Luftfiltern in Klassenräumen geforscht hat. „Gemäß unserer wissenschaftlichen Analysen bieten Raumluftreiniger, die eine Luftwechselzahl von mindestens 6 pro Stunde schaffen, einen Filter der Klasse H14 nutzen und hinreichend leise sind, so dass sie nicht abgeschaltet werden, ein viel höheres Maß an Sicherheit vor einer indirekten Infektion als die freie Lüftung.“ Und dies habe er in der Expertenrunde mit den Kultusministern auch so dargestellt, erklärte Kähler gegenüber News4teachers.

Die Kultusminister wissen also seit (mindestens) knapp einem Jahr Bescheid – und haben sich nicht darum gekümmert, Kitas und Schulen mit mobilen Luftfiltern auszustatten. Erst seit vergangener Woche, seit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt hat, für alle Kitas und Schulen im Freistaat die Geräte anschaffen zu wollen, ist hektische Betriebsamkeit ausgebrochen: Zwei Bundesländer, Baden-Württemberg und Niedersachsen, haben plötzlich eigene Förderprogramme angekündigt.

Und Rabe? Der weist nach Berlin. Er erklärt: „Sollten sich die medizinischen Einschätzungen dennoch ändern und Filteranlagen in allen Gebäuden wie zum Beispiel Schulen, Sporthallen, Büros, Gastronomie oder Einzelhandel nötig sein, dann sollte die Bundesregierung auch ein funktionierendes Förderprogramm für mobile Raumluftfilter auflegen, die dann ohne große Umbauarbeiten in allen rund 500.000 bundesdeutschen Unterrichtsräumen aufgestellt werden könnten. Das jetzige Programm taugt dazu nicht.“ News4teachers

Sie haben uns ein Jahr lang hinters Licht geführt! Umweltbundesamt räumt plötzlich ein: Mobile Luftfilter in Klassenräumen helfen doch

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36 KOMMENTARE

  1. Die Landespolitiker haben das Thema ‚Luftfilter an Kitas und Schulen‘ nicht verpennt, sondern die Auseinandersetzung damit aktiv verweigert. In Brandenburg wurden die von der Linken eingebrachten Beschlüsse zur Anschaffung mobiler Luftfilter in Kitas und Schulen regelmäßig von der regierenden SPD abgelehnt, gern auch mit dem Hinweis, dass das zu teuer und die Pandemie bald vorbei sei. Die KMK – Vorsitzende Britta Ernst (SPD, Kultusministerin in Brandenburg) bestätigt auch in aktuellen Interviews immer wieder die Nutzlosigkeit von Luftfiltern und bezieht sich dabei gern auf die UBA – Studie. Kleines Schmankerl am Rand: der Brandenburgische Landtag wurde für eine fünfstellige Summe ‚coronasicher‘ umgebaut. Zum Einsatz sind dabei auch Luftfilter gekommen.
    Nun, das wird irgendwann alles aufgearbeitet werden, es wird diverse Untersuchungsausschüsse geben, welche hoffentlich die Motivation für das Verweigern von wirksamem Infektionsschutz zutage bringen und klären, wie viele Erkrankungen und Todesfälle durch frühzeitiges Handeln in den Kitas und Schulen vermeidbar gewesen wären. Das allerdings bringt nicht einem einzigen Menschen, der sich durch das Nichthandeln der Politik und der Kultusministerien infiziert hat, das Leben vor der Erkrankung zurück. Wie man mit einer solchen Schuld jeden Morgen aufstehen, in den Spiegel schauen und weitermachen kann, ist mir persönlich unbegreiflich.

    • Lieber WiMoKa, du hast mit allem so recht….und das ist in diesem Fall einfach nur bedauerlich…bestimmt kannst du in diesem Fall auch diese Aussage bestätigen:

      „Manchmal hasse ich es, wenn ich recht behalte!“

  2. Wein trinken und Wasser predigen. Für die Ministerien nur vom Feinsten. Für den Pöbel geöffnete Fenster. Wo sind Brot und Spiele? Warum erinnert mich diese Zeit an verschiedene Episoden aus dem Geschichtsunterricht?

  3. Und noch ne schwindelerregende Runde für den „Schwarzen Peter“….der kann einem echt leid tun….drehen, schieben, schubsen bis er im Strahl kotzt.

    • Das wollte ich auch gerade schreiben! Danke, dass du mir die Arbeit abgenommen hast. 🙂

      Zu beobachten ist hier eindrucksvoll die Gattung des Wendehalses, der eine weite politische Flächen „von Nordwestafrika ostwärts in einem breiten Gürtel bis an die asiatische Pazifikküste verbreitet. Europa ist fast flächendeckend besiedelt“.

      „Während der [politischen] Balz-, Brut- und Fütterungszeit können Wendehälse sehr auffällig sein. Außerhalb dieser Periode bemerkt man ihre Anwesenheit kaum.[…] Oft singen die Partner, auf einem Pfahl sitzend, im Duett […]“

      „Wendehälse besiedeln offene und halboffene klimatisch begünstigte [politische] Landschaften mit zumindest einzelnen [demokratischen Ansätzen]. [Ehrliche Worte] werden ebenso gemieden wie [nachweisbare Verantwortungsübernahme]. Vor allem [politisch gut kaschierbare Halbwahrheiten, Verschleierung von Fehlentscheidungen und plumpes Leugnen] sind dagegen ideale Habitate dieser Art.“

      „Auffallend und nicht zur Gänze geklärt ist die Neigung des Wendehalses, verschiedene, meist glänzende Gegenstände aufzusammeln, […]“ zu horten und sich einen großen Batzen in die eigene Tasche zu wirtschaften.

      „Der Wendehals ist tagaktiv und oft „[in den Medien anzutreffen , um wortgewaltig seine leeren Phrasen zu dreschen und die Verantwortung immer anderen zuzuschieben, wahlweise auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen oder völlig schwachsinnige Äußerungen von sich zu geben]. 

      „Die namensgebenden ruckartigen Kopfdrehungen sind [immer] in Bedrohungssituationen sehr auffällig. In dieser Situation werden bei meistens aufrechter Körperhaltung die Kopffedern aufgestellt und der Schwanz gespreizt. Der Kopf wird gedreht und gewendet, auch die Zunge kann vorgeschleudert werden [, außerdem wird hektisch versucht, die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben, schlichtweg zu leugnen oder durch geschickte Manipulation, von den eigenen Fehlentscheidungen und Machenschaften abzulenken]. Der Vogel ist nicht sehr scheu“ [,sondern drängt sich gerne in den Vordergrund und schmückt sich nicht selten mit fremden Federn].
      (Mit deutlicher Anleiehe bei Wiki entstanden und inspiriert von @Dil)

      Es ist doch faszinierend, wie gut das passt! 🙂

      • @MeinSenf:
        Eine wunderbare und vor allem treffliche Beschreibung dieser Gattung…allein es fehlt der Hinweis auf die nahezu als grundsätzlich zu bezeichnende parasitäre Daseinsform, die zuweilen so weit geführt wird, dass der vom Wendehals bevorzugte Wirtskörper (z.B. große Teile des Volkes) an den Rande des Exitus oder manchmal sogar bis zum vorzeitigen Ableben ausgenutzt und ausgesaugt wird.

        Ergänzung entnommen aus: „Das große Bestiarium“ 47. Auflage, Berlin a.a.O. 2021

      • (Ich darf nix schreiben, ich mache gerade Adrenalin-Detox … oder vlt. ein winzig kleines bisschen/bißchen)
        Ohne Worte!

        • LIEBER Dil…..kennst du von William Kotzwinkel (ja ich weiß, das ist der Kerl, der die Story von „E.T.“ geschrieben hat) den „FanMan“???

          Der FanMan legt zwischendurch einen „Dorky-Tag“ ein, an dem er unaufhörlich das „Dorky“ wiederholt (ein bisschen so, wie das DöpDöpDöp“ von Pit 🙂 )
          um seinen Kopf frei zu bekommen…ist das sowas wie dein Adrenalin-Detox??

          Wie gesagt: „DorkyDorkyDorky“ oder auch „DöpDöpDöp“ helfen ebenfalls…und wenn das nicht klappt, dann geht 12 Stunden AC/DC mit viel Kaffee ebenso….und dazu könntest du in jeden dritten Kaffee nen Sambucca einfügen (hoffentlich liest Dame Lila das nicht oder Minna oder Inga, die sich mir offenbaren will…dann geht die DrogenDebatte wieder los.
          Genieße das Wochenende und die kommenden Sommerwochen….ABMELDUNG bis auf Weiteres!!!

          • @Andre Hog: Noch nicht Schicht im Schacht! Der Dorky-Tag sollte ins Curriculum, das klingt systemrelevant. VG & Glückauf! :o)

      • Bei dem, was unterm Strich für die Schulen an echtem Zugewinn herauskommt (heiße Luft und etwas, das einem ab und zu zerbrochen vor die Füße fällt), erinnern mich unsere Wendehälse leider eher an dämliche Moorhühner.

  4. Alle müssen gemeinsam die Unwahrheiten und Handlungsunfähigkeit sich eingestehen und die Verantwortung alle gemeinsam tragen. Eine Aufklärung Misstände ist der erste Schritt und kein hin und her schieben untereineander. Alle sitzen in einem Boot und jeder der KM und Politiker hat die Unwahrheit mitgetragen und alle die an der Schulen sind mangelhaft vertreten. Auch das Förderprogramm ist für G8 Schulen liegt kein tragendes Konzept auf dem Tisch. Frau Schopper und Herr Kretschmann sind nicht bereit angemessene Aufarbeitung für G8 Schüler und Schulen anzubieten. Es ist nicht nur die Ausstattung die umgesetzt werden muss, sondern auch das Förderprogramm für G8 Schüler bietet keine angemessene Aufarbeitungszeit. Gestern hat die Sprecherin Frau Bosse verkündet, dass Sie noch zusätzliche Fachkräfte für die Lernrückstände suchen und dies erst kurz vor den Sommerferien. Vielen Schülern steht das Wasser bis zum Hals und wissen nicht wie es schulisch für sie weiter gehen kann. Bisher sind nur die sozial schwachen Schulen berücksichtigt worden und alle anderen gehen leer aus. Frau Schopper hat sich auf der Bildfläche nicht gezeigt, sondern die Sprecherin Frau Bosse wurde vorgeschoben. Herr Ralf Scholl vom PhV-BW ist Frau Schopper und Herrn Kretschmann sicherlich bekannt. Der mehrmals aufgezeigt hat, die G9 Umstellung würde vielen Schülern Druck und Streß nehmen nach dieser außergewöhnlichen Lebensphase. Auch hier wird hierfür keine Verantwortung übernommen um eine faire Entwicklungszeit für die Schülergeneration zu schaffen. Es sind nicht nur die Luftfilter die für einen sicheren Unterricht im Herbst zur Verfügung gestellt werden müssen, es braucht auch eine tragfähige Bildungzeit innerhalb in der Schule. Nett das hier immer zu den Lufiltern berichtet wird und Aufklärungsarbeit geleistet wird und die Unwahrheiten verfolgt und aufdeckt werden. Doch der weitere Lebensweg von Schülern an Schulen ist zu keinen tragenden Bedingungen geklärt und der Schrei von den Schülern ist groß. die Bildungsschere ist in allen sozialen Schichten eine riesen Berg geworden, egal welcher Herkunft. Vielleicht können Sie auch über ein gefordertes G9 berichten für Schüler und Eltern?

  5. Rabe, der im vergangenen Jahr ungünstige Untersuchungsergebnisse zu einem großen Ausbruch an einer Schule still und leise in der Schublade verschwinden ließ.
    Ausgerechnet.
    Wäre schön, wenn er zur Vernunft gekommen wäre. Eher wahrscheinlich ist aber, dass er jetzt nur Erster sein möchte, damit er nicht nochmal in eine gefährliche Schusslinie gerät. Es geht also vermutlich immer noch nicht um Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen – sondern nur ums Profil

  6. Leute, Leute, ich überlege gerade, ob ich schon wieder staunen soll oder ob ein leises Kopfschütteln genügt …

    Dieselben Gedanken, wie sie weiter oben geschildert werden (z.B. bei WiMoKa 9. Juli 2021 um 07:57 und bei Echt 9. Juli 2021 um 08:02) habe ich auch und die hatten viele Stamm-Foristen hier auch schon letzten (!) Sommer.

    Das einzig neue Teilchen ist bei mir:
    Nanu, heißt es nicht im Sprichwort „Eine Krähe (Rabe geht wohl auch) hackt der anderen kein Auge aus.“?

    Wahrscheinlich wieder eine Nebelkerze, um das Sommerloch im Wahljahr auszuleuchten.

    Am Ende war es dann doch immer der Gärtner …

    • Moment Pit, war es dann nicht doch der Butler, nachdem man immer den Gärtner unter Verdacht hatte…und da Morden nahm kein End…
      Man könnte natürlich auch soweit gehen, den Kampf gegen die Corona-Pandemie oder ersatzweise den Kampf zwischen politischen Entscheidern und den Leidtragenden im Volk an der jeweiligen Alltagsbasis als Krieg zu kategorisieren.
      Dann würde der alte Satz wieder stimmen.

      „Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit!“

  7. Das riecht so nach Wahlkampftheater. Er schießt gegen CDU-Karliczek. Aber eher mit Knallplättchenpistole. Aber wer es aufmerksam wie hier beobachtet hat, weiß, dass er hier trickst, verbiegt und vernebelt. Ich wünschte, die Hamburger Presse würde so wie hier berichten. Dann würde er echtes Feuer zu spüren bekommen, aber die machen Hofberichterstattung.

    • @Teacheress:
      ….und genau das ist der Grund, warum die sich diese Lügen im unerhörten Umfang leisten können.

      Bei wirklich kritischen Medien mit Massenwirkung (sorry liebe und überaus engagierte Red. Ich finde eure Arbeit großartig- aber es ist leider „nur“ ein Spartenmedium) und einer beharrlichen Entlarvung der ständig vorgebrachten Lügen, Verschleierungen und Falschdarstellungen wäre dieses Handeln seitens unserer „politischen Elit“ quasi ein tägliches Schlachtfest, bei dem die Wortverbieger für jede Unwshrheit „gegrillt“ würden.
      Es muss denen so weh tun, dass sie sich innerhalb einer sehr kurzen „Lügenentwöhnzeit“ der Wahrheit zuwenden würden, weil das operante Konditionieren sie auf Wahrheit trimmen würde.

      Aber so kann sich jedes verantwortungslose und karrieregeile Sackgesicht folgenlos hinstellen und der Öffentlickeit erzählen, dass der Mond aus Käse besteht und die meisten Medien würden mit einem Satz wie „Jaaa, …. das ist eine sehr interessante Aussage / These, die man mal mitbedenken sollte“ …. anstatt solche Aussagen mit den klaren Hinweis „Lüge, Unfug, widersprüchlich, unlogisch oder schlicht Bull-Shit“ zu entlarven.

      Wie weit werden diese Leute es treiben??
      So weit, wie wir sie lassen!!
      So weit, wie man sie lässt!!

      So etwas, wie ein funktionierendes Gewissen haben die nämlich nicht.
      Dafür haben sie durchgängig Karriereperspektiven, denen alles andere nachgeordnet wird.

      • Zumindest wird das „Lehrerportal“ von großen Medien gelesen:
        https://www.spiegel.de/panorama/bildung/corona-umweltbundesamt-aendert-bewertung-von-luftfiltern-in-schulen-a-fb6c123d-f972-4bfc-bcf3-3bf13e5a8a42

        Zitat: „Das Lehrerportal »News4teachers« fühlt sich angesichts der jetzt deutlich positiveren Beurteilung von mobilen Geräten »hinters Licht geführt« und spricht von einem »Luftfilter-Skandal«. Die Öffentlichkeit sei seit fast einem Jahr darüber getäuscht worden, dass mobile Luftfilter in Kitas und Schulen vor Coronainfektionen hätten schützen können.“

        • @teachinginberlin

          Aha!
          🙂

          Hoffentlich zieht das noch weitere, möglichst große Kreise!

          Also n4t,
          vielen Dank und weiter so!

          • Machen wir – auch die „Zeit“ zitiert uns übrigens:

            „Auf dem Lehrerportal News4Teachers spricht man bereits von einem Skandal. ‚Sie haben uns ein Jahr lang hinters Licht geführt!‘, schreiben die Autoren. ‚Offensichtlich waren die Geräte den Politikern schlicht zu teuer – und das UBA mit Gefälligkeits-Statements zu Diensten.‘ Tatsächlich hegten viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon lange keine Zweifel mehr an der Eignung der Geräte.“

            Überschrift des großen Beitrags: „Worauf warten sie noch? Viele Bundesländer zögern bei der Anschaffung von Luftfiltern für Schulen – und verweisen auf Zweifel an deren Eignung. Dabei ist deren Wirkung weitgehend unbestritten.“

            Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-07/luftfilter-schulen-kitas-debatte-kosten-corona-massnahmen-aerosole-lueften?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • @teachinginberlin: Danke für den Hinweis. Der Spiegel hat auch daraufhin beim Umweltbundesamt nachgefragt. Das zeigt, das n4t Reichweite hat. Übrigens, im Bildungsfeed bei Xing sind regelmäßig n4t-Artikel auch an erster Stelle genannt. Somit müssen die Pressestellen der Kumis sehr wohl im Bilde sein. Also, liebe Redaktion, macht weiter so!!

        • Na Gott sei Dank …. oder doch besser Herrn Priboschek 🙂 ….
          Lasst uns Wellen schlagen…denn das ist ja das, was solche Leute verabscheuen….

          „Was sagt der Knecht, der in die Jauchegrube gefallen ist und dem die Jauche bis zur Unterlippe steht? – Macht bloß keine Wellen!!!“

  8. Altes Muster – hat immer schon gewirkt:
    Viel Brimborium, Presse-Erklärungen, Programme auflegen, deren Bedingungen kaum erfüllbar sind, oft nicht einmal Sinn machen und dann schimpfen, dass keiner es will.
    Die Bevölkerung glaubt, es werde unglaublich viel für Schulen getan und die Schulen seinen zu bequem oder nicht in der Lage die Anträge zu stellen – und dann am Ende heißt es, keiner habe das zur Verfügung gestellte Geld abgerufen, dann sei wohl doch kein so großer Bedarf da.

    So geschehen immer wieder mit Fördergeldern für Projektarbeit, Integration, INklusion, Ferienangebote, Förderung schwacher Schüler etc.
    Im Grunde nicht anders bei der Einstellung von Lehrern Vertretungskräften, Sozialarbeitern etc. in einem Dschungel unterschiedlicher Verträge und Bezahlung, mit der Qualifikation von Seiteneinsteigern, sogar mit der individuellen Profilbildung von Schulen, die so vielen Regelungen unterliegt, dass da weder individuell noch Profil, geschweige denn tatsächliche Innovation oder zukunftsweisende Entwicklung über bleibt.
    Gleichfür alle ist der Hit. Alle lernen und machen das Gleiche zur gleichen Zeit und hinterher soll das Gleiche für alle rauskommen. Nur Kinder sind nicht gleich. Hat man vergessen.
    So spart man aber gleich auch noch systematisch Zeit und Geld – ganz aus „Versehen“ zu Lasten der Kinder und Lehrkräfte???

    Nebelkerzenwerfen geht weiter mit „alle Lehrer sind geimpft“, „die Schulen werden nie wieder geschlossen“, „ein Virus wird mit der Zeit schwächer“, „inzidenzunabhängige Öffnungen“ und „Lüften über alles“.

    Bitte, liebe Minister, stellt Euch selbst mal wie wir Lehrer eine Woche bei Minustemperaturen stundenlang in den Durchzug, setzt Euch selbst wie die Kinder bei Minustemperaturen in Jacke und Decken still in die Klasse und versucht dabei, Euch auf den Unterricht zu konzentrieren, kommt selbst durchgefroren aus einer einstündigen Mittagspause in einen total ausgekühlten Raum, der nach Vorschrift über die gesamte Pause bei kaltem Ostwind gelüftet wurde, setzt Euch selbst in einen vor Hitze stehenden Klassenraum, wenn draußen und drinnen kein Lüftchen geht oder macht eine Unterrichts-Performance, um die Kids wach zu halten, während die Sonne aufs Dach und auf die Fenster knallt – natürlich mit Maske…

    Wer jetzt nicht für sichere Schulen für das kommende Jahr sorgt – mit intelligenten und umsetzbaren Lösungen – der ignoriert nicht nur den Gesundheitsschutz, negiert die Erkenntnisse der Wissenschaft, sondern tritt auch die Arbeit der Lehrer und Schüler in den Dreck, die bisher das Beste aus dem „Ritt auf einem toten Pferd“ gemacht haben, die das gesamte System trotz Ausnahmezustand nicht nur aufrecht erhalten, sondern für den Einzelnen auch noch halbwegs lebbar erhalten haben!
    Alle sind nach eineinhalb Jahren am Ende mit ihren Nerven, ihren allerletzten Energiereserven, ihren Ideen, ihrer Kreativität – und vor allem auch mit dem „Verständnis“ für die Politik, für die die Pandemie „vollkommen unvorhergesehen und neu“ war.
    Erstens wusste man, dass das früher oder später kommen würde und dass Hoffen dagegen nicht hilft. Zweitens ist das nach eineinhalb Jahren längst nicht mehr neu.
    Warum also geschieht nichts? Kann nur am Geld liegen.
    So wie bei den gerade verurteilten Autokonzernen… und sie wussten, was sie taten…

    Viel Spaß in der nächsten Welle… wundert Euch nicht, wenn nicht nur die Fördergelder für unumsetzbare Maßnahmen liegen bleiben, sondern auch immer mehr Lehrer auf der Strecke!

  9. Genauso ist es…
    Wenn ich dieses Forum nicht hätte, wäre ich wahrscheinlich schon verzweifelt angesichts der Ohnmächtigkeit gegenüber dieser Situation und der Ignoranz großer Teile der Bevölkerung außerhalb der Schule.
    Und ja, auch wenn ich vieles nicht kommentiere: manchmal muss ich herzhaft lachen beim Lesen einiger Kommentare und das allein hilft schon. Also bitte weiter so!

  10. Liebe Redaktion…vielleicht solltet ihr bei den unterschiedlichen KMs eine Therapiegebühr für geschundene und wieder aufgerichtete LuL in Rechnung stellen…??
    Der Effekt, den Rike hier gerade so trefflich beschrieben hat, trifft dich auf so viele von uns „Dauerkarteninhabern“ für N4T zu….ich finde, das könnte doch auch mal honoriert werden….bei all der Kohle die ansonsten schon bedenkenlos herausgeworfen worden ist.
    Das hättet ihr verdient. (i.m.o.)

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