Wird die Stiko entmachtet? Spahn will bundesweit Impfangebote für Schüler ab 12 – Esken warnt vor Long Covid unter Kindern

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BERLIN. Das Impftempo in Deutschland erlahmt, zugleich gewinnt das Coronavirus wieder an Fahrt. Was tun? Die Gesundheitsminister der Länder wollen über mehr Möglichkeiten zu Impfungen für Jugendliche sprechen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlägt vor, dass die Impfzentren Impfungen für die Zwölf- bis 17-Jährigen anbieten – die FDP orakelt bereits, dass die Stiko (die eine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche nach wie vor verweigert) «entmachtet» werden soll.

Impfangebote an der Stiko vorbei? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: Shutterstock / photocosmos1

Jugendliche sollen nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums in allen Bundesländern Corona-Impfangebote bekommen. Das geht aus einem Entwurf für einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. «Eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie eine ggf. notwendige Zustimmung der Sorgeberechtigten werden dabei sichergestellt», heißt es in dem Entwurf.

«Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten», schreibt das Ministerium in dem an die Länder versendeten Beschlussvorschlag. Auch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte, die Angehörige impften, könnten eingebunden werden. In einigen Ländern sind bereits Impfaktionen etwa an Schulen geplant. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beginnt der Unterricht nach den Sommerferien an diesem Montag wieder, in Hamburg am Donnerstag.


Das Impftempo bei Erwachsenen hatte sich zuletzt verlangsamt. 61,6 Prozent (51,2 Millionen Menschen) in Deutschland sind inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, wie Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) am Samstag twitterte. 52 Prozent (43,2 Millionen) sind demnach vollständig geimpft. Unter den Jugendlichen hat jeder Fünfte inzwischen eine erste Impfung bekommen. In absoluten Zahlen sind es 900.000. Nach Ansicht von Experten sind die Impfzahlen viel zu niedrig, um angesichts der grassierenden hochansteckenden Delta-Virusvariante die anrollende vierte Welle flach zu halten.

Für junge Erwachsene sollen die Länder «niedrigschwellige Angebote» in Universitäten, Berufsschulen und Schulen machen, so der Beschlussentwurf für Montag. «Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen.»

«Unsere Aufgabe ist, auf der Grundlage aller verfügbaren Erkenntnisse die beste Impfempfehlung auch für die Kinder zu geben»

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Trotz heftigen politischen Drucks bleibt die Stiko bei ihrem Kurs.

«Unsere Aufgabe ist, auf der Grundlage aller verfügbaren Erkenntnisse die beste Impfempfehlung für die Bürger dieses Landes und auch für die Kinder dieses Landes zu geben», so erklärte der Stiko-Vorsitzende Prof. Dr. med. Thomas Mertens der «Welt». «Und das werden wir tun, daran arbeiten wir ständig außerordentlich intensiv.»

«Zum einen zeigen unsere Erhebungen und Modelle deutlich, dass Jugendliche wesentlich seltener schwer erkranken als Erwachsene und zum anderen hat die Impfung dieser Altersgruppe relativ geringe Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Pandemie», sagte er gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“. Die Stiko werde an ihrem Vorgehen festhalten. «Wir nehmen uns weiter die Zeit, die wir brauchen, um alle Daten auszuwerten, wie es unserem Auftrag entspricht.» Zum Zeitraum sagte Mertens, es handele sich um «Wochen».

Am Mittwochabend hatte Stiko-Mitglied Prof. Dr. med. Fred Zepp, ehemaliger Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz, im ZDF gesagt, er erwarte Daten aus den USA zur Impfung von Jugendlichen «in den nächsten zwei bis drei Wochen». Man habe dort dreistellige Zahlen von Herzmuskelerkrankungen gesehen, «die auch alle zum Teil so verlaufen sind, dass die Jugendlichen ins Krankenhaus mussten».  Entscheidend für den weiteren Verlauf der Pandemie, so Mertens, sei nicht eine Impfung von 4,5 Millionen Kindern, sondern eine hohe Impfquote in der Altersgruppe von 18 bis 59 Jahren.

Widerspruch kommt mittlerweile aus – fast – allen politischen Lagern. Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken etwa sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Die Infektion selbst mag bei den meisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufen. Doch auch bei ihnen gibt es die Gefahr von Long-Covid.“ Esken sprach sich dafür aus, „Impfmobile“ an Schulen zu schicken, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. Sie und auch Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz forderten junge Menschen auf, sich auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission immunisieren zu lassen. Impfstoffe seien zugelassen und stünden zur Verfügung, sagte Scholz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich traue 15-Jährigen zu, gemeinsam mit ihren Eltern eine solche Entscheidung treffen zu können.“

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) befürwortet ebenfalls Impfungen für Jugendliche. Auch aus Sachsen-Anhalt kam Zustimmung. Die amtierende sachsen-anhaltische Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte: «Die Nachfrage dazu ist vorhanden.» Das Land plane bereits Sonder-Impfaktionen für Heranwachsende.

Zuvor hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) den Druck auf die Stiko erhöht. «Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab 12 Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen», sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). «Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren. Allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern.» Die Corona-Risiken seien auch für Kinder um ein Vielfaches höher als die einer Impfung. Er wünsche sich persönlich als Großvater, dass seine Enkel möglichst bald geimpft werden könnten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert die Stiko schon seit längerem zum Umdenken auf.

«Wenn die Gesundheitsminister die Impf-Empfehlung an der Stiko vorbei ändern, kommt das einer Entmachtung gleich»

Die FDP hingegen sieht den wachsenden politischen Druck auf das medizinische Beratergremium kritisch. «Wenn die Gesundheitsminister die Impf-Empfehlung an der Stiko vorbei ändern, kommt das einer Entmachtung gleich», sagte Andrew Ullmann, Obmann der FDP im Gesundheitsausschuss des Bundestags, dem «Tagesspiegel». News4teachers / mit Material der dpa

Experten warnen Stiko (und Politik) davor, eine Durchseuchung der Schülerschaft in Kauf zu nehmen – vielen Kindern droht das Krankenhaus

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24 KOMMENTARE

  1. Unsere Kinder müssen alles ausbaden:
    Sie mussten auf Kontakte verzichten, um ältere Mitmenschen zu schützen, sie haben ohne jegliche Vorbereitung sofort selbstständig im Distanzunterricht lernen müssen, sie mussten ohne ausreichende Schutzmaßnahmen in den Präsenzunterricht und nun müssen sie mit einem noch nicht ausreichend erforschten Impfstoff geimpft werden, weil viele Erwachsene sich nicht impfen lassen wollen.
    Wofür müssen unsere Kinder oder noch herhalten?
    Kinder sind unsere Zukunft und es wird kaum in die Bildung und nur sehr wenig in den Schutz der Kinder investiert. Leider. Armes Deutschland…

    • @Schuppentier20:
      Die EMA hat die Impfung zugelassen – nur dafür ist sie da, nicht für die Empfehlung. Die Empfehlung für die Impfung in Deutschland erteilt die STIKO. An diese Empfehlung muss man sich als Impfwilliger aber nicht halten. Man kann sich mit allen zugelassen (von der EMA) Impfstoffen impfen lassen – unabhängig von der Empfehlung der STIKO.

  2. „Man habe dort dreistellige Zahlen von Herzmuskelerkrankungen gesehen“

    Und wieviele LongCovid-Fälle gab es unter einer vergleichbaren Anzahl von Kindern, die eine Infektion durchgemacht haben? Nicht-Impfen hat unter den gegenwärtigen Bedingungen für SuS fast zwangsläufig eine Infektion zur Folge. Man könnte also auch fragen, wie viele Kinder aus einer vergleichbaren Anzahl im Fall einer Infektion im Krankenhaus landen.

    Vermutlich leugnet die Stiko aber die Existenz von LongCovid bei Kindern weiterhin.

    • Und es gibt Herzmuskelerkrankungen durch Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen. Wie hoch ist da die Quote gegenüber der Quote von Herzmuskelerkrankungen durch die Impfung?
      Zepp hatte sich bereits im Winter festgelegt, dass Kinder und Jugendliche sich „einfach“ infizieren sollten – das scheint mir als Motiv hinter dem Zaudern zu stecken. Wieso werden nicht objektiv Zahlen zu Vor- und Nachteilen der Impfung veröffentlicht?

      • Da gibt es Zahlen.
        Die Herzmuskelentzündungen nach einer Coronainfektion sind um ein vielfaches höher, als die Anzahl nach einer Impfung.
        Zahlen liegen bei 70 von 1 Million Geimpfter, zum Vergleich nach Infektion bei 400.
        Gerade heute morgen einen Bericht eines Wissenschaftlers im Radio gehört.

  3. Und ich warne vor Jens Spahn.
    Siehe Lebenslauf plus POLITAS GmbH.
    Die anderen Beteiligten kann jeder selbst „ erforschen“. Viel Spaß und Erfolg.

  4. Die Politiker haben doch schon oft genug alles mögliche verabschiedet, ohne sich an Empfehlungen der Stiko oder anderer Wissenschaftler zu halten. Hauptsache die Schulen bleiben offen, damit die Eltern weiter arbeiten gehen können.

    • Ohne damit die Kultusminister entschuldigen zu wollen: Die Stiko ist nicht „die“ Wissenschaft.

      „Die deutschen Experten nehmen eine Sonderstellung ein. Sowohl die amerikanische Zulassungsbehörde FDA als auch die europäische Aufsicht bei der EMA haben die Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna für die Altersgruppe ab zwölf Jahren freigegeben. Dort kennt man sich mit der Materie bekanntlich ebenfalls aus. Und in vielen Staaten wie etwa den USA oder Frankreich werden Kinder und Jugendliche bereits seit vielen Wochen verstärkt geimpft ­– und zwar mit dem Segen der Impfspezialisten des jeweiligen Landes.“

      Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/coronavirus-impfgegner-usa-iran-alexander-lukaschenko-a-cf3a8e43-a079-412e-857d-75402cd4d0ca

      • Es gibt auch Wissenschaftler, auf die sich die Coronaleugner gerne berufen …

        Wie dem auch sei, kann ich mir alles mögliche vorstellen, aber nicht, dass sich Jens Spahn, Saskia Esken & co mit ihren Aussagen auf die Regelungen in anderen Staaten berufen. Die denken in erster Linie an offene Schulen, Arbeitsplätze und Wahlkampf.

  5. Wer ist die STIKO? Das Expertengremium, das die Coronaimpfung für ALLE über 18 Jahren und bei entsprechender Indikationsstellung für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren empfohlen hat?

    Und?

    Wer hält sich an ihre Empfehlungen?

    Gut 20 % aller über 18-Jährigen würden sich auf keinen Fall impfen lassen! Das sind in Deutschland gut 16,6 Millionen Menschen, die sich für die STIKO-Empfehlung nicht die Bohne interessieren und die offensichtlich nicht in der Lage sind zu begreifen, dass wir in einer weltweiten Pandemie leben. Das sind aber auch meistens die, die die Ignoranz der pandemischen Lage und die hohe Risikobereitschaft, Long-Covid und PIMS bei Kindern und Jugendlichen in Kauf zu nehmen, die die STIKO bei Kindern und Jugendlichen derzeit stur an den Tag legt, kräftig beklatschen.

    Das ist schon kurios: Als IMPFBEFÜRWORTER muss man bezüglich der Impfungen bei Kindern und Jugendlichen ohne Vorerkrankungen GEGEN die STIKO-Empfehlung handeln, als IMPFGEGNER FOLGT man ihrer Empfehlung in dieser Sache.

    Die STIKO hat nicht nur die Aufgabe, den Nutzen einer Impfung für das Indivduum zu beurteilen, sondern für die gesamte Bevölkerung! Dass sich gut 20 % der impffähigen Bevölkerung hier nicht impfen lassen werden, scheint ein Phänomen zu sein, das die STIKO zwar nicht gutheißt, aber sie auch nicht weiter beunruhigt. Dazu kommen noch circa 14 Millionen Kinder und Jugendliche, von denen von der STIKO nur 11 % eine Impfempfehlung bekommen haben … bleiben circa 12,5 Millionen Kinder und Jugendliche, deren Nichtimpfung die STIKO in Kauf nimmt… das entspricht nochmals 12,45 % der Bevölkerung in Deutschland zusätzlich zu den 20 % der erwachsenen Impfgegner und den Menschen, die sich nicht impfen lassen können, selbst wenn sie es wollten.

    Die STIKO nimmt also die Durchseuchung von über 30 % der Bevölkerung in Deutschland in Kauf, denn eine Impfpflicht für Erwachsene gibt es nicht und die Impfung für gesunde Kinder und Jugendliche ist seitens der STIKO momentan erst gar nicht vorgesehen.

    Wer bei klarem Verstand kann sich ernsthaft darüber wundern, dass die Politik sich gegen die STIKO stemmt?

    Das Virus ist nicht harmloser geworden! Nur die Impfung macht es harmloser! Derzeit jedenfalls noch.

  6. Es ist höchste Zeit, dass die Stiko – die die Lehrer in Grupoe 3 einsortiert hat – mal in Frage gestellt wird.
    Was ist das für eine „Expertengruppe“ die ehrenamtlich arbeitet und sich nur einmal im Jahr trifft????
    Das ist doch ein Witz
    Die Empfehlungen der Stiko sind Entscheidungen von ein paar Menschen, die null demokratisch legitimiert sind.
    Es ist unmöglich, das die so viel Macht kriegen und dazu auch noch den Anspruch haben, wie „Götter in Weiß“ behandelt zu werden.
    Höchste Zeit für Widerspruch! Höchste Zeit, das über dieses Thema mal diskutiert wird!!!!

  7. Wer sein Kind impfen lassen möchte, kann dies tun. Wo ist das Problem?
    Ich werde mein Kind mit einem Impfstoff, mit einer Notzulassung nicht impfen lassen.
    Das politischer Druck auf die STIKO ausgeübt wird, finde ich ungeheuerlich.

  8. Unabhängig vom Alter: was ist wohl in der Lage, größere Schäden anzurichten? Die mRNA eines Hüllproteins im Körper oder ein Virus, der sein komplettes Erbgut injiziert?
    Die StIKo argumentiert, bei Kindern sei bei einer Infektion nicht mit größeren Schäden bei Kindern zu rechnen.
    Wieso empfiehlt sie dann für Kinder die Impfungen gegen Mumps und Windpocken? Da sind wohl auch die Schäden bei Kindern gering, aber bei Erwachsenen gravierend.

    • „Die StIKo argumentiert, bei Kindern sei bei einer Infektion nicht mit größeren Schäden bei Kindern zu rechnen.“

      Das ist halt die absolut unverständliche Asymmetrie dessen, was die Stiko von sich gibt.

      Infektion: Nicht mit größeren Schäden zu rechnen, aber genau wissen wir es nicht -> also sollen sich Kinder infizieren
      Impfung: Es gibt da ein paar Fälle, aber genau wissen wir es nicht -> also keine Impfempfehlung

      Die Stiko hat sicher ihre Berechtigung, wenn es um die Frage geht, ob man gegen die seltene Krankheit xyz impfen soll oder nicht. Bei Corona sind sie schlichtweg weltfremd, denn sie wissen nicht, wie wenig Schutz es in den Schulen gibt. Früher oder später wird sich jede(r) infizieren, dazu braucht man keine Wissenschaft.

      Also muss man nur noch die bereits bekannten Schäden durch Covid 19 gegen die bereits bekannten Schäden durch die Impfung abzuwägen und ist fertig. Das geht an einem Vormittag, dazu braucht man keine Monate. Die Fakten sind klar und zugänglich… es sind prozentual gesehen viel mehr Kinder durch Covid 19 zu Schaden gekommen als durch die Impfung.

  9. Irgendwer schrieb es schon (fabianBLN ???), es ist einfach eine Irreführung zu behaupten, die STIKO hätte vom Impfen für Kinder abgeraten, weil sie es noch nicht empfohlen hat! Das ist eine böswillige Falschauslegung! Die STIKO hat noch nicht empfohlen, weil man dazu noch nicht genügend Daten habe und weil man – heute in den RTL-Nachrichten gehört – es für möglich halte, eine Corona-Erkrankung falle bei Kindern HARMLOSER aus als Nebenwirkungen einer Impfung !!!

    Man höre und staune, eine Coronaerkrankung falle bei Kindern harmlos aus! Das wird nur leider ständig verschwiegen, wenn darauf verwiesen wird, die STIKO habe eine Impfung von Kindern (noch) nicht empfohlen.

    • Die Corona Erkrankung mag bei Kindern harmloser ausfallen. Infektiösität und Longcovid aber eben NICHT.
      Umso schlimmer, dass Infektionen so vielfach „unter dem Radar“ verlaufen. Die Folgen dieser unerkannten Infektionen dann einfach ignorieren, ausblenden???
      DAS halte ich für absolut fahrlässig!!!
      Das alles harmloser als als etwaige, seltene schwerere Nebenwirkungen einer Impfung???

      Ich glaube Zauderer und Verweigerer werden erst klarer sehen, wenn sie von der Wirklichkeit eiskalt erwischt werden. Dann ist es aber zu spät!
      Bei einer großen Anzahl von Impfwerweigerern und ungeimpften Kindern wird das nicht ausbleiben!

    • Amanakoku-harmloser Verlauf hin oder her- es gibt für und wider Argumente/Studien. Nur leider werden wir dieses Virus nicht los, wenn wir weiter für die Verbreitung und Mutation von Corona sorgen. Mir als Biologin bereitet genau dieser Punkt Sorge. Hohes Infektionsgeschehen= erhöhte Mutationsrate= Impfungen wirkungslos????

    • @Amanakoku

      „eine Corona-Erkrankung falle bei Kindern HARMLOSER aus als …“
      &
      „eine Coronaerkrankung falle bei Kindern harmlos aus!“

      „HARMLOSER“ und „harmlos“ ist nicht dasselbe.
      Man höre und staune, wie gut und sicher 😉 man seine eigenen !!! Gedanken und Argumente im Griff haben kann. Irreführung soll das bestimmt nicht werden?

  10. Richtig so. Die StiKo hat in völlig untypischer Weise eine unglaubliche Menge an Empfehlungen bezüglich der Covid-Impfung verballert und damit meine ich nicht das Hickhack um AstraZeneca (so ist das eben, wenn sich die Datenlage ändert, dann korrigiert man seine Forschungshypothese). Das Fing bei der Priorisierung an, wo beinahe ausschließlich die medizinische aber nicht die epidemiologische Komponente berücksichtigt wurde und jetzt sind wir eben beim Ignorieren und Wegdiskutieren der Datenlage.

    Ja, Myokarditis kann vorkommen, das tut es aber bei einer Infektion auch. Aber selbst wenn nicht, akute Herzmuskelentzündungen sind gut therapierbar – eine problematische Covid-Infektion eher nicht. All das könnte aber auch egal sein, weil die Real World Daten aus den USA ein ganz anderes Bild zeichnen und das legt eine allgemeine Freigabe selbst für kleine Kinder durchaus Nahe. Wie sich die Stiko da ernsthaft noch auf wissenschaftliche Argumente stützen kann, ist nicht mehr nur mir schleierhaft. Im Gegenteil: durch ihr abstruses Auftreten gibt sie den Antivaxxern und „Skeptikern“ auch noch Argumente mit auf den Weg.

    Mir scheint als ob da einige Wirrköpfe drinsitzen, die versuchen das Ganze zu sabotieren…

    • Ganz einfach: in der STIKO sitzen nur zwei Kinderärzte und einer von ihnen ist Fred Zepp. Zepp hatte bereits im letzten Jahr eine ungeheure Macht, indem er Hubig als KMK-Präsidentin beraten hat. Er sah keinen Grund für systematische Tests auf SARS-CoV-2 in Kitas und Schulen und hielt die im Frühajhr eingeführten Tests für überzogen. Laut Zepp sollen Kinder und Jugendliche zur Herdenimmunität beitragen, indem sie sich infizieren. Dieser Mann nun sitzt am entscheidenden Hebel der STIKO und behauptet, es gäbe nicht genügend Daten, die eine Impfempfehlung rechtfertigten. Dies ist nachweislich falsch. Es gibt internationale Daten, aber Herr Zepp scheint sie nicht rezipieren zu wollen. Vielleicht liest er vornehmlich deutschsprachige Artikel und orientiert sich an in Deutschland erhobenen Datensätzen. Dann hat er natürlich ein Problem, da die STIKO ja offensichtlich nicht mit Hochdruck an der Erhebung eben solcher Datensätze in Bezug auf Kinder und Jugendliche zu arbeiten scheint. Da können wir lange warten.

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