FDP-Familienminister begründet gelockerte Quarantäneregeln mit Kindeswohl

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In einem Brief an Eltern und Kita-Beschäftigte hat Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) die gelockerten Quarantäneregeln mit dem Kindeswohl begründet. Die Neufassung der Corona-Betreuungsverordnung sieht vor, dass in der Regel nur noch für das infizierte Kind oder die infizierte Betreuungsperson selbst eine 14-tägige Quarantäne vorgesehen ist.

„Mit Augenmaß“: NRW-Familienminister Stamp bei einer Pressekonferenz im Januar. Foto: © 2021, Land NRW

Kinder- und Jugendärzte hätten klar festgestellt, dass die Kleinen «mehr durch die Corona-Maßnahmen als durch die Infektion selbst gefährdet sind», zitierte Stamp in seinem am Montag veröffentlichten Schreiben aus einer Mitteilung der Berufsverbände. In den Arztpraxen sind demnach während der Pandemie viele körperliche, geistige und seelische Entwicklungsstörungen aufgefallen – vom Übergewicht über Sprachdefizite bis zu Depressionen – aber praktisch keine schweren Corona-Verläufe bei Kindern. Dass Wissenschaftler, auch das Robert-Koch-Institut, angesichts der unklaren Datenlage zur Vorsicht mahnen, wie News4teachers berichtet, erwähnte Stamp nicht.

Entscheidend für die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder sei möglichst viel Stabilität, betonte der Familienminister. Deswegen müssten die Quarantäne-Maßnahmen für Kontaktpersonen Infizierter «künftig mit Augenmaß umgesetzt werden». Diese müssen in der Regel nicht mehr in Quarantäne, sondern bloß in den zwei Wochen nach dem Infektionsfall dreimal wöchentlich getestet werden. Über Ausnahmen – etwa wenn mehrere Infektionen auftreten – entscheidet das Gesundheitsamt. News4teachers / mit Material der dpa

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9 KOMMENTARE

  1. … Heute haben wohl alle großen Polit-„Künstler“ auch wieder ein großes Mitteilungsbedürfnis, seufz.
    Kann der komische Onkel nicht mal in ein anderes Ministerium wechseln?
    Vielleicht zu zweit ein Ringtausch mit Andi Scheuer?
    (Sorry Leute, aber man kann ja nur mit dem arbeiten, was im Angebot ist …)

    • Das wäre eine gute Idee , aber er ist leider in der falschen Partei , denn das Verkehrsministerium steht der CSU zu . Und so kann sich Andreas Scheuer weiter mit den wirklich existenziellen Menschheitsfragen beschäftigen : Sind E – Roller Fahrzeuge und müssen auf die Straße ? Oder sind sie Gegenstände und gehören auf den Gehweg . Und Joachim Stamp sondert weiterhin unqualifizierten Müll ab . Und sieht auch noch deutlich schlechter aus als Andreas Scheuer …

    • In der Politik ist das momentan die Auswahl aber auch äußerst trostlos!
      Mein Vater sagte früher “ Bei der Tanzmusik, kann man nur mit den Frauen tanzen die anwesend sind“
      Leider sind momentan, politisch gesehen, nur drei Tanzpartnerinnen anwesend.
      Eine hat einen Bart wie Mario der Kemptner.
      Eine hat zwei Klumpfüße und einen Buckel.
      Die Dritte ist 1,5 Meter groß und wiegt 130 kg.
      Also viel Spaß beim politischen Tanz.
      Ist nicht sexistisch gemeint!
      Für Frauen:
      Tanzpartner 1 mit Glatze und 40 KG Übergewicht.
      Tanzpartner 2 ist Grenzdebil.
      Tanzpartner 3 sieht aus wie Quasimodo.
      Also etwa gleich Wahlmöglichkeit.

  2. Wenn einer von der FDP mit Kindeswohl argumentiert, dann sollten bei jedem die Alarmglocken schellen. Die Wirtschaft muss laufen, dem wird alles untergeordnet. Kinder müssen betreut werden, damit die Eltern arbeiten gehen können. Alles andere interessiert den Joachim und seine gelbe Bande überhaupt nicht.

  3. Der Herr Stamp mal wieder … Im substanzlosen Schwadronieren liegt er ganz weit vorne . Ansonsten fällt mir nichts ein , was er in vier Jahren Ministeramt fertig gebracht hätte . Ach ja – die Betreuungsgarantie . Die nicht gehalten wurde . Gebauer und Stamp – sie liegen wie Mehltau auf NRW . Der Dritte im Bunde , Wirtschaftsminister Pinkwart , ist ja weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden . So kann man sich auch nicht blamieren . Auch eine Strategie .

  4. „Kinder- und Jugendärzte hätten klar festgestellt…“

    Kann er das auch belegen? Man findet ebenso Kinder- und Jugendärzte, die genau das Gegenteil sagen – ganz so, wie deren Verband anscheinend nun doch von der Durchseuchungsidee abkommt (siehe entsprechende N4T-Nachricht).

    Ich frage mich aber, warum ein Familienminister Dinge begründet, die ganz klar in den Gesundheitsbereich fallen. Da drängt sich doch sofort der Verdacht auf, dass es hier massiven Druck gab, um genau diese Entscheidung zu bekommen.

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