Quarantäne-Chaos in Schulen: Die Länder beschließen gemeinsame Regeln – und jedes macht dann wieder, was es will

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STUTTGART. Ist Quarantäne für Kontaktpersonen bei einem Corona-Fall in Schulen und Kitas noch zeitgemäß? Die grün-schwarze Regierung von Baden-Württemberg unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält tägliche Tests für genauso effektiv. Der Vorteil: Präsenzunterricht und Kita-Betrieb können einstweilen weitergehen. Der Nachteil: die Schnelltests sind nicht zuverlässig – gerade am Anfang einer Infektion nicht. Auch dass die Gesundheitsminister-Konferenz von Bund und Ländern erst am Montag etwas anderes beschlossen hat, ficht Kretschmann und seine Minister nicht an. 

Gemeinsame Linie? Egal – Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht einen eigenen Weg. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Fünfmal Testen statt fünf Tage nicht in die Schule: Baden-Württemberg will die stark gelockerten Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen und Kitas beibehalten. Das Land hält an den geplanten Intensiv-Testungen der Kontaktpersonen in den Klassen über fünf Tage hinweg fest – anders als es die Länderrunde erst am Montag mehrheitlich beschlossen hatte.

«Mit verstärkten Tests als Alternative zur Quarantäne erhöhen wir die Sicherheit und ermöglichen verlässlichen Schulunterricht in Präsenz»

«Mit verstärkten Tests als Alternative zur Quarantäne erhöhen wir die Sicherheit und ermöglichen verlässlichen Schulunterricht in Präsenz», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Zuvor hatte die Landesregierung nach dem mehrheitlichen Beschluss der Gesundheitsminister der Länder vom Montag nochmal überprüft, ob die Regelungen angepasst werden müssen. Danach sollen alle Schülerinnen und Schüler vom 27. September an dreimal statt nur zweimal die Woche getestet werden, wie das Kultusministerium der «Schwäbischen Zeitung» bestätigte.

Bund und die meisten Länder hatten bei der Quarantäne entschieden, dass symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in häusliche Isolation müssen, diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Baden-Württemberg hat sich enthalten und will das zum Schulstart am Montag anders regeln: Statt Quarantäne sollen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen, sollte ein Mitschüler infiziert sein – geimpfte und genesene Schüler sind ausgenommen. Das infizierte Kind oder der Jugendliche muss sofort für 14 Tage zu Hause bleiben.

Die Kommunen begrüßten das Vorgehen. Der Chef des Landkreistags, Joachim Walter, sagte: «Mit dieser verantwortlichen und abgewogenen Entscheidung sind die Weichen für einen gelingenden Schulstart gut gestellt.»

Gesundheits- und Kultusministerium einigten sich zudem darauf, dass diese Regel nicht nur für weiterführende Schulen gelten soll, sondern auch für Grundschulen. Ursprünglich sollten sich Kontaktpersonen in Grundschulen nur einmal vor Wiederbetreten der Schulen testen lassen. In Kitas bleibt es dabei: Die Quarantäne von Kindern kann bei einem positiven Fall in der Betreuungsgruppe entfallen, wenn diese einmalig negativ getestet werden.

Grundsätzlich sei das Vorgehen von dem Beschluss der Gesundheitsminister gedeckt, ist man sich in der Regierung sicher. Es wird darauf verwiesen, dass auch andere Länder wie NRW, Sachsen oder Bremen ähnlich vorgingen wie Baden-Württemberg – und den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz nach Gusto interpretieren. Auch Rheinland-Pfalz hat jetzt angekündigt, nur noch infizierte Schülerinnen und Schüler in Quaratäne zu nehmen, wie News4teachers aktuell berichtet.

Die baden-württembergische Landesregierung will ihre Verordnung um weitere Regeln ergänzen: So sollen sich Beschäftigte in Schulen und Kitas, die nicht geimpft oder genesen sind, täglich morgens testen. Bei einem Corona-Fall sollen die anderen Schülerinnen und Schüler der Klasse so weit wie möglich – etwa in den Pausen – unter sich bleiben. Der Sportunterricht soll nur draußen und im Klassenverband stattfinden. Im Fach Musik soll während der fünf Tage auf Gesang und das Spielen von Blasinstrumenten verzichtet werden.

Außerdem gilt: Wenn sich ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler einer Klasse innerhalb von zehn Tagen mit dem Coronavirus angesteckt hat, muss das Gesundheitsamt prüfen, ob nicht doch eine weitergehende Quarantäne angeordnet werden muss. Das gleiche gilt für Kitas.

«Quarantäne und Isolation sind gerade für viele Familien mit Kindern eine enorme psychosoziale Belastung»

Lucha sprach von einer Abwägung zwischen dem Recht auf Bildung, dem Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen und der Sicherheit vor Corona. «Quarantäne und Isolation sind gerade für viele Familien mit Kindern eine enorme psychosoziale Belastung.» Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) erklärte, das Ziel sei: «Schülerinnen und Schüler konsequent schützen und gleichzeitig – soweit es geht – die Teilnahme am Präsenzunterricht ermöglichen.» Lucha und Schopper wiesen darauf hin, dass tägliche Tests eine gleichwertige Alternative zur Quarantäne sein sollen. Darauf deuteten erste Studien, etwa der Universität Oxford, hin.

Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten, hatte im April davor gewarnt, dass Antigen-Schnelltests in den ersten Tagen einer Infektion weniger zuverlässig sind als gedacht. Zwischen 40 Prozent und 60 Prozent der Infektionen würden deshalb bei Schnelltests übersehen, erklärte er, wie News4teachers berichtete.

Kultusministerin Schopper wiederum rechnet damit, dass viele ungeimpfte Kinder und Jugendliche sich mit der aggressiveren Deltavariante anstecken werden. «Delta wird sich in den Schulen breitmachen, da muss man sich nichts vormachen», erklärte sie bereits im Juli. Allerdings zeichne sich ab, dass es bei Schülerinnen und Schülern nur leichte Verläufe wie Husten oder Schnupfen gebe. Es sei übertrieben, an Schulschließungen zu denken, wenn Kinder und Jugendliche im Wesentlichen «einen Packen Taschentücher» bräuchten, sagte sie – auch darüber berichtete News4teachers. News4teachers

Gesundheitsminister-Konferenz? Egal – NRW schickt nur noch infizierte Kinder in Quarantäne

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36 KOMMENTARE

  1. Das, was Kretschmann und Schopper vorhaben, bedeutet schlicht „Zwangsdurchseuchung“. Ein Schwangerschaftstest schützt nicht vor Schwangerschaft, ein Coronatest nicht vor Corona.

  2. Lösung wären PCR-Tests bei jedem Kind und Quarantäne bis die Ergebnisse da ist.
    24 Stunden sollten dafür ausreichen wenn man die Tests priorisiert.

    PCR-Tests an 2 weiteren Tagen wiederholen.

    Schnelltests dienen nur dazu, größere Ausbrüche zu verhindern.

  3. Das ist nur noch mega – peinlich … Am Montag treffen sich die Gesundheitsminister und einigen sich , am Dienstag interessiert das NRW nicht mehr , am Mittwoch BaWü . Mal gucken , wer als nächstes ausschert . Der “ Präsenzunterricht “ ist inzwischen zu einem solchen Dogma geworden , dass ihm alles untergeordnet wird . Der Gesundheitsschutz und auch die Vernunft . Bringen wird es nichts , Covid 19 wird um sich greifen . Und am Ende sind die Schulen doch zu . Dauert nur ein paar Tage länger .

    • Hatte KM Holter für Thüringen schon gleich zu Ferienbeginn vor etwa 6 Wochen angekündigt. Wird ihn freuen, dass das nun überall so kommt. Überall soll nach Möglichkeit 2G gelten, um die 4. Welle in Griff zu bekommen (Montgomery, heute), aber in den Schulen gibt es keinerlei Eindämmungsmaßnahmen mehr. Was für ein Wahnsinn. Viele der geimpften LuL werden sich unter den Bedingungen auch infizieren.

  4. Cool und lässig präsentiert sich Frau Schopper in BW im Sommergespräch!https://www.regio-tv.de/mediathek/video/fokus-bw-das-politische-sommergespraech-theresa-schopper-kultusminsiterin-bw/ Es ist unveranwortlich mit welcher Gleichgültigkeit Herr Kretschmann der Kittel brennt und Frau Schopper knutschen reicht nicht aus, den Gesundheitschutz für Kinder und Jugendlichen vertreten. Die letzten in der Reihe Familien mit Kindern werden von der Politik und KM der Gefahr ausgesetzt und man rechtfertigt somit den Präsenzunterricht zu gewährleisten und entzieht sich somit jeglicher Verantwortung auf Gesundheitschutz.

  5. https://www.familie.de/schulkind/wie-sehr-hasst-ihr-kinder-die-coronapolitik-versagt-bei-familien-vollkommen/ In diesem Ausnahmezustand haben die letzten in der Reihe sehr viel geleistet und auf vieles verzichtet. Der älteren Generation hat man viel Respekt entgegengebracht und viel Rücksichtsnahme geleistet und der heranwachsenden Generation werden keine sichere Schutzmaßnahmen zugesprochen. Appelle und Mahnungen von Herrn Wieler, Herrn Lauterbach und Herrn Drosten übergeht man ohne jegliches Gewissen. Es wird Menschen sogar noch schwer gemacht die sich für den Gesundheitsschutz stark machen. Man untergräbt die sehr gut geleistete Arbeit und die Glaubwürdigkeit dieser Menschen und die Politik und KM missbrauchen ihre Position auf Kosten der letzten in der Reihe.

  6. Meine Frage ist jetzt nicht mehr ob an den Schulen durchseucht werden soll, sondern vielmehr wie lange die Durchseuchung dauert. Vielleicht sind wir ja bis Weihnachten und vor der Grippesaison durch??? Letztes Jahr war es auch das große Ziel Coronaviren und Grippeviren nicht aufeinandertreffen zu lassen. Aber vielleicht war das ja noch Gejammer auf hohem Niveau. Inzwischen stellen wir uns ja jeglichen Herausforderungen von Seiten der Virenfront ohne Furcht und Tadel, vor Allem die Kleinsten. Und das sogar ohne Impfung.

  7. „Mit verstärkten Tests als Alternative zur Quarantäne erhöhen wir die Sicherheit und ermöglichen verlässlichen Schulunterricht in Präsenz“

    Falsch! Damit ermöglicht man eine halbwegs kontrollierte Durchseuchung und nimmt viele Infektionen in Kauf, die sonst verhindert worden wären. Die Sicherheit wird drastisch gesenkt.

    Was diese Leute nicht kapieren: Es gibt präventive und reaktive Maßnahmen. Eine präventive Maßnahme versucht, den Schaden von vornherein zu verhindern, während eine reaktive Maßnahme auf den eingetretenen Schaden reagiert. Beides ist wichtig, aber das eine kann das andere nicht ersetzen!

    Quarantäne ist präventiv, weil man damit die Weitergabe von Infektionen durch bereits unerkannt Infizierte verhindert. Testen ist reaktiv, weil man erst reagieren kann, wenn die Person bereits infektiös ist UND die Chance hatte, das Virus weiterzugeben.

    Man kann es auch drastischer Formulieren: Das Testen von direkten Kontaktpersonen STATT Quarantäne ist schlichtweg dämlich (beides zusammen hingegen ist sinnvoll). Zum einen sind die Tests alles andere als zuverlässig und zum anderen werden sie nicht zehnminütlich, sondern nur täglich gemacht. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass das infizierte Kind vor der positiven Testung bereits viele Stunden mit anderen in einem Raum verbracht hat, während es infektiös war (bei Delta reichen wenige Minuten für die Ansteckung). Dieses Vorgehen begünstigt also die Weitergabe von Infektionen und hat mit InfektionsSCHUTZ nichts mehr zu tun.

    Es brennt im Wohnzimmer… also räumen wir das Wohnzimmer und benutzen die umliegenden Räume weiter, wobei wir öfters mal auf den Rauchmelder schauen. Niemand käme auf so eine blöde Idee.

    • Reaktiv vs. präventiv, genau das ist der springende Punkt.

      Und das eine ist halt billiger….

      Diese Oxford Studien würde ich gern mal unter die Lupe nehmen und schauen, was die eigentlich wirklich aussagen.

    • Glaubt wirklich noch irgendjemand ernsthaft, dass man die Pandemie verhindern kann?
      Daran glauben ja noch nicht mal mehr die Wissenschaftler.
      Und solange keiner die armen Länder mit Impfstoffe versorgt, werden wir in den tollen reichen Ländern und soviel impfen können wie wir wollen!!!

  8. Die Luftfilter fehlen in unendlich vielen Klassenräumen und man hatte genügend Zeit bessere Schutzvorkehrungen zu treffen. Frau Schopper und Kretschmann treten kurz vor Schulbeginn in Erscheinung und pünktlich kurz vor der Wahl! Sicher Bedingungen liegen in den Klassen nicht vor und ein Aufholprogramm ebenfalls nicht. Die Schüler die eine G8 Schule besuchen haben noch keine Perspektiven wie sich die angehäuften Rückstände nach einem G7 Schuljahr aufarbeiten lassen. Knutschen reicht ein Schülerschaft nicht aus um weiter ihren Lebensweg zu meistern. Der Kittel brennt bei vielen Schülern und die Notlage der Schülergeneration um nur Präsenzunterricht zu leisten reicht als Aufholmaßnahme nicht aus. Frau Schopper und Kretschmann wo bleibt der Respekt einer Schülerschaft gegenüber und eine faire Zeit zur Aufarbeitung der anghäuften Rückstände. Es liegen an den Schulen keine Aufarbeitungszeit vor und die Bildungsnot ist für G8 Schüler groß.https://www.mannheimer-morgen.de/deutschland-welt_artikel,-coronavirus-kultusministerin-schopper-will-schulen-offenhalten-aber-gefahr-bei-neuen-varianten-_arid,1848409.html

    • Dürfte mir Grad heute wieder von einem Vater anhören dass es ja eh fragwürdig sei ob die Filter was bringen.Und dass andere Bundesländer ja viel lockerer wären als wir hier in Nds.Jo,ruhig alles an Schutz an Schulen aufheben.Sorry da fällt mir einfach nichts mehr zu ein.

      • Vor allem als Vater. Er muss die Filter weder bezahlen,warten noch transportieren oder dergleichen. Warum gibt es so viele Eltern, die sich dagegen praktisch wehren.

        Was ist mit Schwimmunterricht, Sport, Religion, Ganztagsangeboten…. Bei uns findet alles in voller Stärke statt. Wieso laufen die Eltern nicht längst amok?

        Wir haben jeden zweiten Tag ein Dutzend infizierte Kinder. Bisher hat keiner „Stopp“ gesagt.

    • Habe heute in unserer Schule die in den Ferien angeschafften Luftfilter gesucht…. Ich konnte keinen finden. Nachfrage bei der Schulleitung mit dem Fazit: An meinen Augen lag es nicht!

  9. „Im Fach Musik soll während der fünf Tage auf Gesang und das Spielen von Blasinstrumenten verzichtet werden.“

    Wie wäre eine noch kreativere Auslegung der Prinzipien des Infektionsschutzes: Wir schaffen die Quarantäne komplett ab. Infizierte fassen wir in einer neuen Schulblasband mit täglich 5 Stunden Proben zusammen. Wer das 5 Tage durchhält, hat gar kein Corona und darf wieder zurück in den regulären Unterricht.
    Wem coronabedingt die Puste ausgeht, den/ die löschen wir aus der Statistik.
    Das sollte doch Musik in den Ohren der KMK sein.
    (Achtung, Sarkasmus. Ich halte die wissenschaftsfeindliche, verantwortungslose Irrationalität der aktuellen Verantwortlichen nicht mehr anders aus)

  10. Die Kultusminister kennen sich halt überall besser aus als andere. Deswegen kann man getrost auf Empfehlungen des RKI verzichten oder auf das Gesundheitsministerium oder auf den Gesundheitsschutz von Mitarbeitern.

    Krankenhausaufenthalte bezahlen die Krankenkassen.
    Beerdigungen Angehörige.
    Impfungen der Bund.
    Tests und Masken lange Zeit der Bund (Jetzt, wo die Länder zahlen sollen, nimmt der Enthusiasmus doch deutlich ab.)

    Toll ist, wenn andere Stellen für die Misswirtschaft der KMs andere zahlen müssen, notfalls mit Gesundheit.

    Aber Hauptsache die Schulklassen bleiben außerhalb des Landtags.

  11. „Der Vorsitzende des Weltärztebundes,
    Frank Ulrich Montgomery, würde die Corona-Auflagen gerne verschärfen. Den Funke-Zeitungen sagte er, im Kampf gegen die vierte Infektionswelle werde es kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. Bundesweit sollte, wo immer möglich, die 2G-Regel eingeführt werden – das heißt, nur noch Geimpfte und Genesene sollten Zutritt bekommen.“

    https://www.swr.de/swraktuell/radio/info-date-am-morgen-maas-fuer-untersuchungs-ausschuss-zur-taliban-macht-ergreifung-in-afghanistan-montgomery-will-corona-auflagen-verschaerfen-100.html

    • Wir haben in RLP „2G+“. Man könnte wegen des „+“ denken, dahinter steht mehr Sicherheit, aber nein, das Gegenteil ist der Fall: Es können Ungeimpfte in großer Zahl hinzukommen: https://corona.rlp.de/de/aktuelles/corona-regeln-im-ueberblick/

      Und: „Für Kinder bis einschließlich 11 Jahre oder Schülerinnen und Schüler besteht keine Testpflicht. Kinder bis einschließlich 11 Jahre sind geimpften und genesenen Personen gleichgestellt.“ (Quelle: a.a.O.)

  12. „+++ 03:56 KBV-Chef begrüßt NRWs neue Schul-Quarantäneregeln +++
    Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält die geplanten Erleichterungen der Quarantäneregeln in Schulen in Nordrhein-Westfalen für richtig. „Wir begrüßen die Entscheidung, dass künftig nur noch das mit dem Coronavirus infizierte Kind in Quarantäne muss“, sagte Gassen der Zeitung „Rheinischen Post. Der Entschluss sei längst überfällig gewesen „und sollte auch von anderen Bundesländern übernommen werden“. Die Kinder seien ohnehin die Leidtragenden der Pandemie, so Gassen. Dass immer gleich ganze Schulklassen für zwei Wochen zu Hause bleiben müssen, sei nicht länger hinnehmbar. „Die Folgen von langen Isolationszeiten und von Wechselunterricht sind für Kinder wohl viel schädlicher als mögliche Risiken durch Long-Covid-Symptome.“

    https://www.n-tv.de/panorama/16-40-WHO-Afrika-bekommt-25-Prozent-weniger-Corona-Impfstoffe-als-geplant–article21626512.html

    Damit stellt Gassen sich gegen die Beschlüsse der Gesundheitsminister und vergisst obendrein zu erwähnen, unter welchen Bedingungen eine lockerere Quarantänehandhabung überhaupt nur möglich sein soll. Belüftungssysteme gibt es in den meisten Schulen nicht, bei uns gibt es auch weder CO2-Ampeln noch sonst irgendwelche Maßnahmen außer ein Mal Desinfektion am Morgen.

    „[…] Durch die gelockerten Regelungen soll so viel Präsenzunterricht wie möglich umgesetzt werden, so Holetschek. Allerdings müsse ein umfassender Infektionsschutz weiterhin gewährt bleiben. So sollen die lockereren Quarantäne-Maßstäbe nur angewandt werden, wenn die Schulen über Schutzkonzepte verfügen, also beispielsweise notwendige Belüftungssysteme eingebaut haben, regelmäßige Tests durchführen und die Maskenpflicht einhalten.“

    https://www.tagesschau.de/inland/coronapandemie-schulen-quarantaene-101.html

    • @Leseratte

      „Die Folgen von langen Isolationszeiten und von Wechselunterricht sind für Kinder wohl viel schädlicher als mögliche Risiken durch Long-Covid-Symptome.“

      Da musste auch mal wieder jemand seine „Duftmarke“ hinterlassen, kein Problem in diesen Zeiten, in denen doch JEDER einfach ALLES kann! (… außer an den passenden Stellen mal die Klappe halten.)
      Andreas Gassen: Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumatologie … und neuerdings AUCH Kinderarzt & Kinder- und Jugend-Psychologe?

      TOLL !!!

      Leute, Leute – die Zahl der Kinder- und Jugend-Psychologen wächst derzeit auf unergründliche Weise …
      Aber freuen wir uns – die werden doch gerade so dringlich gebraucht.
      😉

  13. Frau Schopper erhört Herrn Ralf Scholl vom PhV-BW nicht unds strebt keinen Austausch auf Augenhöhe an.https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/schopper-schule-philologen-100.html Mangelware von Lehrerinnen und Erzieherinnen und der Notstand wird sich in der vierten Welle noch steigen. Der Aufruf für die Sommerschulen hat schon gezeigt, das Personal fehlt. Wie will frau Schopper den G8 Schülern gerecht werden, die ein G7 Schuljahr hinter sich haben. Herr Scholl hat um ein Aufholjahr gefordert und eine Umstellung auf G9 und dieser Vorschlag ist von Frau Schopper und Herrn Kretschmann nicht berücksichtigt worden.

  14. Aus Nds.hat man bisher ja Nix gehört. Zu meinem Erstaunen sieht es dann an unserer Schule dann so aus:
    Die aktuelle Regelung des Gesundheitsamtes bei Coronafällen innerhalb einer Klasse sieht ist derzeit, dass die per PCR positiv getestet Person in Quarantäne muss und die direkten Sitznachbar*innen mit genügend Tests versorgt werden, um sich 5 Tage in Folge jeden Tag am Morgen (auch am Wochenende, falls ein Wochenende dazwischen liegt)  testen zu können. Damit sollen Quarantänemaßnahmen für ganze Klassen möglichst verhindert werden. Diese Regelung gilt sofern die sonstigen Hygieneregeln eingehalten worden sind.
    Meine Antwort wäre in diesem Fall: Nö. Nicht eingehalten…..

  15. NRW schießt wieder den Vogel ab. Zitat aus der heutigen Schulmail: „Da die Schulen über ein Hygienekonzept verfügen und mit der Geltung der Regeln seit geraumer Zeit vertraut sind, ist auch von den Gesundheitsbehörden davon auszugehen, dass alle Vorgaben eingehalten wurden – und damit kein Anlass für weiterreichende Ausnahmeentscheidungen. Erhält die zuständige Behörde also von der Schule keine gegenteiligen Hinweise auf besondere Umstände, ist keine individuelle Kontaktpersonennachverfolgung aufzunehmen. Dies gilt auch für die Betreuung von Kindern in Rahmen des Offenen Ganztags und weiterer schulischer Betreuungsangebote.“ Heißt, wenn die Schulen nicht selber deutlich verkünden, dass sie irgendeine Regel nicht eingehalten haben, geht wirklich nur noch das infizierte Kind in Quarantäne. Zu den erlaubten Regeln gehört übrigens Maske abnehmen zum gemeinsamen Frühstück im Klassenraum…

  16. Wieso bitte tragen die Schüler im Unterricht Maske, aber nicht in Sport und Musik? Das ist nicht nachvollziehbar, denn gerade bei diesen doch ehe untergeordneten Nebenfächern ist die Infektionsgefahr doch verstärkt gegeben. Ich kann weder diese noch die sinnfreie Entscheidung auf Schnelltests (mit nur 40% Entdeckung einer Infektion!!!) statt Quarantäne zu setzen nachvollziehen. Kinder haben keine Lobby und Eltern müssen zusehen, wie ihre Familien mutmaßlich einem gefährlichen Virus ausgesetzt werden ohne eine Wahlfreiheit zu haben.
    Impfpflicht nein, für Grundschüler geht es wohl eher in Richtung Infektionspflicht aufgrund unterlassener Präventionsmaßnahmen der Landesregierung!

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