Sachsen-Anhalt schreibt mehr als 900 Lehrerstellen aus – einige mit Zulage

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Sachsen-Anhalt sucht weiter eine große Zahl von Lehrkräften für die Schulen. In Vorbereitung auf das kommende Schuljahr seien insgesamt 905 Stellen ausgeschrieben worden, teilte das Bildungsministerium am Dienstag in Magdeburg mit. Unter den ausgeschriebenen Stellen befinden sich 122 Stellen, für die eine Zulage gezahlt werden kann, weil sie schwer besetzbar sind. Zudem sind 32 Stellen regional ausgeschrieben.

Der Lehrermangel ist spürbar. Foto: Shutterstock

«Auch in der neuen Legislatur bleibt der Fachkräftemangel bei den Lehrkräften die entscheidende Herausforderung», erklärte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU). «Wir werden weiterhin mit Hochdruck daran arbeiten, freie Stellen zu besetzen.»

Rund ein Drittel (307) der Lehrkräfte würden für die Sekundarschulen gesucht, 153 für die Grundschulen, 140 für Gemeinschaftsschulen und 144 für Gymnasien. Hinzu kämen 90 ausgeschriebene Stellen an Förderschulen, 32 an Gemeinschaftsschulen und 33 an Berufsbildenden Schulen, für weiterführende Schulen würden sechs Lehrkräfte gesucht.

Die Bewerbungsfrist endet laut Ministerium am 7. Oktober. Die großen Ausschreibungen ergänzten die Dauerausschreibungen, die zu Beginn oder zur Mitte eines jeden Monats veröffentlicht würden. dpa

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13 KOMMENTARE

  1. Am Ende wird es im Grundschulbereich daran scheitern, ausreichend Stellen zu besetzen, dass man es in Sachsen-Anhalt ablehnt, die GS-LehrerInnen nach E13/ A13 zu bezahlen. Spätestens, seitdem Thüringen im August die bessere Besoldung eingeführt hat (nach Berlin, Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein), wird es kaum gelingen, grundständig ausgebildete GS-LehrerInnen nach S.-Anhalt zu locken. Wenn es schlecht läuft, verlieren wir in Halle ausgebildete Leute an andere BL. Leipzig ist nicht weit… und es wird dort wesentlich besser gezahlt! Die GEW glänzt mal wieder durch Tatenlosigkeit.

    • Außer Berlin verbeamten alle deutschen Bundesländer grundsätzlich. Jedoch unterscheiden sich die Besoldungsstufen im GS-Bereich. Die eine Hälfte besoldet verfassungsgemäß nach A13, während sich die andere Hälfte noch weigert. Sachsen-Anhalt gehört leider dazu.

  2. Sachsen-Anhalt hängt in Sachen Bildung nicht umsonst weit hinterher. Die neue Bildungsministerin sollte es nun besser machen als ihr unerträglicher Vorgänger und die Umsetzung der verfassungsgemäßen Besoldung aller grundständig ausgebildeten Lehrkräfte nach A13 voranbringen. Wie oben bereits geschrieben, sind gerade im Grundschulbereich alle östlichen Bundesländer außer Sachsen-Anhalt bereit, die Arbeit mit A13 zu würdigen.
    Wenn A13 für alle in Sachsen-Anhalt käme, könnte das BL nicht nur endlich mit Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg mithalten, sondern u.U. auch Lehrkräfte aus Niedersachsen (A12Z) oder Hessen (A12) abwerben. Ferner gilt es auf längere Sicht, weitere Studienplätze für GS-Lehramt und Lehramt Sek 1 zu schaffen, um den Lehrkräftebedarf auch ohne viele Seiteneinsteiger nachhaltig zu sichern.

  3. Das Ende vom Lied ist doch abzusehen… alle A13. Ein Aufschrei geht durch die Reihen. Nach langem Hin und Her gibt es am Gymnasium A14 zum Einstieg. Ein Aufschrei geht durch die Reihen. Direktorenposten werden nach langem Hin und Her mit A16 vergütet. Dann kommen die GSLuL und echauffieren sich. … warum nicht differenziert besolden?
    Und ganz ehrlich: ich kenne viele KuK, die hätten gerade mal A10 verdient, weil sie sich einen faulen Lenz machen und meinen, sie werden nur fürs Dasein bezahlt.

    • Das kann ich für die Grundschulkolleginnen nicht sagen. Wir arbeiten wöchentlich im Schnitt 50 bis 55 Stunden. Den Stundenlohn bei A12/ E11 kann sich jeder ausrechnen. Und ja, @lehrer002, man würdigt unsere Leistung hier in Sachsen-Anhalt nicht. Stattdessen wird im Koalitionsvertrag seitenlang darüber fabuliert, wie man Quereinsteigern den Beruf schmackhaft macht. Es ist schlicht eine Bankrotterklärung, die die GEW Sachsen-Anhalt im Grunde mitzuverantworten hat. Während man sich in Thüringen kämpferisch zeigte, und so A13/E13 errungen hat, hat man sich in Sachsen-Anhalt mit Kuchengeschenken an Herrn Tullner, einer „Herzchen-Aktion“ und unzähligen „offenen Briefen“ nicht genug stark gemacht.

  4. In SH geht man einen eigenen Weg.
    A12 Lehrkräfte erhalten jedes Jahr brutto 80€ mehr. Nach ca 6 Jahren sind sie dann bei A13 angekommen.

  5. @Grundschullehrer, alles bestens formuliert. Schade nur, dass es keinen der Entscheidungsträger interessiert. Schuften wir uns weiter für E11 ab. Für alle, die es wissen wollen, Verbeamtung gab es bei uns im Osten nur bis zum 40.Lebensjahr, war „damals“ gerade 2 Jahre drüber. Nun bin ich ü60 und fühle mich echt „wertgeschätzt“ bis zur Rente!

    • Im Kollegium wird gemunkelt, dass man absichtlich abwartet, bis alle älteren Kolleginnen in Rente sind, bis das Gehalt angeglichen wird. Damit wird denen, die jahrelang unter teils schlechten Bedingungen gearbeitet haben, die Anerkennung verwehrt. Für jüngere Kolleginnen ist es eine Nicht-Anerkennung ihres Zweiten Staatsexamens. Zudem ist es auch ein Wortbruch von Seiten der jetzigen Landesregierung. ALLE (!) drei Parteien – CDU, SPD UND FDP hatten hinsichtlich der Angleichung der Gehälter entsprechende Formulierungen im Wahlprogramm. Im Koalitionsvertrag ist davon KEINE (!) Rede mehr. Stattdessen schwelgt man traumtänzerisch in der Vorstellung, dass Sachsen-Anhalt in Zukunft das Paradies der Quereinsteiger wird. Absurder geht es kaum!

  6. Man sollte endlich einführen, dass jeder Lehrer gleichbezahlt wird.

    Es ist ein Masterstudium inklusive Referendariat. Da ist A13 mehr als gerechtfertigt

    Siehe Sachsen.

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