Statt Quarantäne: Künftig drei Corona-Selbsttests an weiterführenden Schulen

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DÜSSELDORF. Im Zuge der neuen Quarantäne-Regeln sollen sich Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen künftig drei Mal die Woche selbst testen – und zwar montags, mittwochs und freitags. Bisher waren zwei Corona-Selbsttests üblich. «Eine dritte regelhafte Testung gibt zusätzliche Sicherheit bei der Kontrolle des Infektionsgeschehens», heißt es in einer Rundmail des von Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) geleiteten NRW-Schulministeriums. Die neue Vorgabe gilt vom 20. September an. An Grund- und Förderschulen bleibt es bei zwei PCR-Pooltests pro Woche.

Keine Kontaktverfolgung – selbst nach Sportunterricht ohne Masken nicht: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

Das Ministerium präzisierte eine Ankündigung vom Dienstag, wonach eine Quarantäne von Schülerinnen und Schülern grundsätzlich nur noch auf die nachweislich infizierte Person zu beschränken ist. Dies gelte «ab sofort». Die Quarantäne von Kontaktpersonen oder ganzen Kurs- oder Klassenverbänden werde nur noch in ganz besonderen und sehr eng definierten Ausnahmefällen erfolgen, betonte Staatssekretär Mathias Richter in der Mail an alle Schulen.

Bedingung dafür, dass nur die infizierte Person in Quarantäne muss, sei die Einhaltung aller Hygieneregeln einschließlich des Masketragens in Innenräumen. Erhalte die zuständige Behörde von der Schule keine gegenteiligen Hinweise, müssten Kontaktpersonen nicht einzeln nachverfolgt werden. «Dies gilt auch für die Betreuung von Kindern in Rahmen des Offenen Ganztags und weiterer schulischer Betreuungsangebote», betonte Richter.

Auch bei Ausnahmen von der Maskenpflicht – etwa im Sportunterricht – soll es bei einzelnen Infektionen keine Nachverfolgung geben. Diese Ausnahmen müssen klar dokumentiert sein. Außerdem müssten die Regeln wie etwa zum Abstand weitmöglichst eingehalten werden. Das Ministerium wies darauf hin, dass vollständig Geimpfte oder Genesene ohne Symptome von Quarantäne ohnehin ausgenommen sind.

Die bisherige Pflicht, die Platzverteilung durch Sitzpläne zu dokumentieren, fällt weg. Nur im Einzelfall soll das noch nötig sein. Ebenfalls «ab sofort» können sich Schüler, die gegenwärtig in Quarantäne sind, durch einen PCR-Test «freitesten». Allerdings darf der Test frühestens nach dem fünften Tag der Quarantäne gemacht werden. Bei einem negativen Testergebnis darf man sofort wieder am Unterricht teilnehmen.

Die SPD kritisierte, die Erhöhung auf drei Tests pro Woche reiche für eine von Corona betroffene Klasse nicht. «Deshalb bleiben wir bei unserer Forderung, dass die Kinder, die nicht in Quarantäne gehen, umgehend täglich getestet werden müssen», sagte Fraktionsvize Jochen Ott. Das gelte erst Recht für die Grundschulen, wo es noch keinerlei Impfschutz gebe. dpa

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6 KOMMENTARE

    • Sehr geeehrte Minna,

      Frau Gebauer ist die Schulministerin des bevölkerungsreichsten Bundeslands in Deutschland – und somit verantwortlich für rund ein Viertel der Schüler und Lehrer in Deutschland -, des Bundeslands zudem, das bei den Inzidenzen unter Schülern mit Abstand in Deutschland vorne liegt. Das rechtfertigt durchaus unsere Aufmerksamkeit.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • Hallo Minna, ich finde, dass Sie das Wort Liebling wenigstens in Anführungsstriche hätten setzen können, um der allgemeinen Bewertung dieser Dame bei N4T gerecht zu werden.
      Ansonsten schließe ich mich der Anwort der Red. an.

  1. Drei Testungen pro Woche bedeutet für die Schulen und v.a. für die SuS starke zeitliche Einbußen bzgl des zu erhellenden Unterrichts in den jeweils ersten Stunden an Mo-Mi-Fr, die nämlich quasi entfallen.
    Das heißt, dass immer dieselben Fächer von dieser Taktung betroffen sind…was in der Praxis dazu führt, dass hier zeitliche unterrichtliche Defizite entstehen.

    OK OK, alles besser als vermehrte Infektionen in Schulen bei SuS und darüber hinaus bei KuK und den zur Schulgemiende gehörenden Eltern usw.

    Aber das eigentliche Problem wird immer noch mit halbgaren Ideen und Maßnahmen umschifft…vgl dazu die Initiative für sichere Bildung.
    Frau Gebauer weist lediglich Maßnahmen an, die ihrer politischen Agenda entspricht, von der wir mittlerweile wissen, dass sie nicht den Interessen aller an Schule Beteiligten entspricht, sondern eher den Interessen der Wirtschaft und der Lobbyverbände. Der Rest ist ihr egal…

  2. Ich fänd‘ 3 Testungen pro Woche klasse….:
    Wöchentlich 3 IQ-Tests bei unserer verehrten Frau Gebauer.
    Wobei ich vermute, dass die jeweiligen Ergebnisse immer wieder gleich ausfallen werden…
    Auf niedrigem Niveau natürlich, was in diesem Falle erfahrungsbedingt nicht unbedingt als „erfreulich“ zu bezeichnen wäre.

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