Kinderärzte schlagen Alarm („Kliniken sind am Anschlag“): Zu Corona kommt jetzt eine neue Infektionswelle – das RS-Virus

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REGENSBURG. Das Coronavirus beherrscht bisher die Schlagzeilen, aber unter Kindern geht derzeit noch ein anderes Virus um: das RS-Virus. Den Namen kennt kaum jemand, dabei ist es gerade für die ganz Kleinen sehr gefährlich. Offenbar hängt die zusätzliche Infektionswelle mit der Corona-Pandemie zusammen.

Die Kinderkliniken melden: Land unter. (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Unter Kindern in Deutschland grassiert das RS-Virus – so sehr, dass zum Beispiel die Kinderkrankenhäuser in Bayern bereits kaum noch freie Betten haben. «Alle Kliniken sind am Anschlag», berichtete der Landesvorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dominik Ewald. Zugleich beruhigte er: «Es hat noch keiner den absoluten Notstand ausgerufen. Die Versorgung ist nicht gefährdet, weil wir das doch immer noch irgendwie hinkriegen.»

Für die Kinderärzte kommt die aktuelle Situation nicht überraschend. «Wir hatten erwartet, dass diese RS-Virus-Welle kommt. Es ist relativ klar, dass jetzt, wo die Kinder wieder miteinander zu tun haben dürfen und wir drei Jahrgänge haben, die in den Kindergärten aufeinandertreffen und durch den Lockdown keinen Austausch der Infektionen hatten, dreimal so viele Kinder wie sonst krank werden», erklärte Ewald. «Die machen jetzt alle auf einmal das durch, was normalerweise nur ein Jahrgang durchmachen würde.»

Viele Kinder fangen sich einen Infekt nach dem anderen ein – und können dann dem RS-Virus nicht mehr viel entgegensetzen

Schon seit Pfingsten grassieren unter den Kindern Infektionen, das RS-Virus schlägt besonders seit dem Ende der Sommerferien zu. «Jetzt kommen auch noch die verschiedenen Erkältungsviren, dazu gehören neben RSV zum Beispiel Influenza- oder Rhinoviren, schilderte Ewald. An sich sei dies kein Grund zur Sorge, betonte der Pädiater. «Gesunde Kinder können so einen Infekt durchaus durchstehen.» Problematisch sei derzeit nur, dass sich viele Kinder einen Infekt nach dem anderen einfingen und dann zu geschwächt seien, um dem RS-Virus noch viel entgegensetzen zu können.

Mit dem Coronavirus stecken sich zur Zeit in Deutschland wöchentlich mehrere Zehntausend Kinder an, zumeist ohne erkennbare Gesundheitsfolgen. Rund 1.000 Kinder allerdings mussten in den vergangenen Wochen wegen Covid-19 bundesweit in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die aktuelle RSV-Welle scheint die Kliniken noch deutlich stärker zu belasten. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektologie hat ein Melderegister eröffnet, um das Ausmaß kenntlich zu machen. Danach haben allein vom 18. bis zum 24. Oktober 401 Kliniken bundesweit insgesamt 2.704 Fälle angezeigt – 222 Kinder davon mussten auf die Intensivstationen.

Das RS-Virus – kurz für das Respiratorische Synzytial-Virus – kann durchaus auch Erwachsenen schwer zu schaffen machen, ist aber besonders für Frühgeborene, Säuglinge und Kleinkinder gefährlich. Sie können ausgesprochen schwere Lungenentzündungen bekommen. Laut Robert Koch-Institut sterben 0,2 Prozent der erkrankten Kinder ohne bekanntes erhöhtes Risiko, gut 1 Prozent der erkrankten Frühgeborenen und mehr als 5 Prozent der betroffenen Kinder mit angeborenem Herzfehler.


Da gegen das Virus kein Antibiotikum hilft, können die Ärzte nur die Symptome behandeln. Weniger schwer verlaufende Infektionen werden meist gar nicht als solche erkannt, weswegen das seit langem kursierende Virus vielen Laien nicht mit Namen bekannt ist. Dabei kann der vermeintlich harmlose Husten durchaus Folgen haben: «Fatal ist, dass die Infektion bestimmte Veränderungen in der Lunge bewirken kann, die auch langfristig zu Folgeproblemen führen kann», erläuterte Ewald. Die Erkrankten litten später häufiger unter Asthma oder einer Überempfindlichkeit der Bronchien. News4teachers / mit Material der dpa

Hintergrund

Das Robert-Koch-Institut schreibt über Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen (RSV):

„RSV-Infektionen betreffen alle Altersgruppen. Es besteht kein vollständiger Nestschutz. Neugeborene und junge Säuglinge können jedoch in den ersten 4–6 Lebenswochen durch diaplazentar übertragene Antikörper vor einer RSV-bedingten Erkrankung geschützt sein, während Frühgeborene durch eine geringere Versorgung mit maternalen Antikörpern auch in den ersten Lebenswochen bereits schwer an einer RSV-Infektion erkranken können. Bei älteren Säuglingen und Kleinkindern ist eine RSV-Infektion die häufigste Ursache von Erkrankungen des unteren Respirationstraktes und von damit verbundenen Krankenhauseinweisungen. Innerhalb des 1. Lebensjahres haben 50–70% und bis zum Ende des 2. Lebensjahres nahezu alle Kinder mindestens eine Infektion mit RSV durchgemacht. Eine langfristige Immunität besteht nicht. Reinfektionen sind häufig, insbesondere bei Erwachsenen mit regelmäßigem Kontakt zu Kleinkindern.

„Jugendliche und Erwachsene spielen als asymptomatische oder symptomarme Überträger eine Rolle“

RSV-Infektionen treten bei Frauen und Männern gleichermaßen auf. Schwere, mit Krankenhausaufenthalt verbundene RSV-bedingte Erkrankungen bei Kindern betreffen etwa doppelt so oft Jungen wie Mädchen.“

Weiter heißt es: „Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion von einer infektiösen Person auf eine Kontaktperson. Konjunktiven und Nasenschleimhäute bilden die Eintrittspforte. Es wird angenommen, dass eine Übertragung auch indirekt über kontaminierte Hände, Gegenstände und Oberflächen möglich ist.“ Und: „Jugendliche und Erwachsene spielen als asymptomatische oder symptomarme Überträger eine Rolle.“

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_RSV.html

Kitas und Schulen ohne Virenschutz: Kommen im Winter mehrere Wellen aufeinander?

 

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36 KOMMENTARE

  1. Und da gibt es trotzdem noch Menschen, die steif und fest behaupten, Kinder erkranken nicht oder wenn nicht schwer, alles gar nicht schlimm, alles nur reine Panikmache.
    Keiner will Masken bis zum Sanktnimmerleinstag…
    Aber gerade jetzt, im Herbst, vor, bzw am Beginn der großen Infektwelle ( Erkältung, Grippe, Corona, RSV, …) auf alle Vorsichtsmaßnahmen zu verzichten, Maskenpflicht und Tests abzuschaffen, das ist Irrsinn!
    Nicht jetzt, wo Coronazahlen steigen, viele, übergangen Infekte sich ausbreiten, Krankenhäuser am Anschlag sind!
    Man könnte im Frühjahr, wenn es Impfung auch für u12 gibt, wenn die Impfquote hoffentlich besser aussieht, Boosterimpfung läuft, wenn die jahreszeitliche Infektzeit wieder am Abklingen ist, wenn man da beginnen würde Masken etc zu reduzieren wäre es der richtige Zeitpunkt. Dann könnte das kindliche Immunsystem sich in Ruhe wieder mit allen möglichen Infekten und Viren auseinander setzten, um dann, im darauffolgenden Herbst, vorbereitet zu sein.
    Dummheit, Engstirnigkeit, Ignoranz scheinen mal wieder zu siegen…

  2. Ja, auch hier fehlt der Politik wieder ein wichtiger Skill: den Gesamtkontext zu bewerten; hier: neben Corona gibt es auch andere Infektionskrankheiten, die die Krankenhäuser voll laufen lassen.

    Das einzige was Politiker noch mit in den Kontext rein nehmen können: bringt es mir Wählerstimmen, oder nicht?

    Schwach! Echt schwach! Alle disqualifiziert für ihren Job.

  3. merkur.de

    „Keine Infektionstreiber seien indes Schulen, meldet die Behörde weiter. Es gibt so gut wie keine Übertragungen in der Schule, sondern fast ausschließlich bei privaten Treffen von Schülern.“ Da in Schulen gleichzeitig viel getestet werde, würden diese vielen Fälle auch aufgedeckt.

    • @“klugerLehrer“: In der Literaturwissenschaft nennt man eine solche Aussage, „Schulen sind keine Infektionstreiber“, einen „Topos“.

    • Vielleicht können wir uns mal auf folgenden Wahrheitsgehalt einigen:
      Bei der Deltavariante wird sich ohne bekannte Schutzmaßnahmen bei stundenlangem gemeinsamen Aufenthalt in Innenräumen mit einem Infizierten jeder Ungeimpfte mit hoher Wahrscheinlichkeit infizieren, in Haushalten beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar 100 %.

      Wenn Infektionsketten in Schulen nicht durchbrochen werden können durch Quarantäne, AHA-L, Impfungen … sollte sich das Virus warum jetzt genau in den Schulen nicht verbreiten? Die Inzidenzen unter den Schülern exlodieren gerade … ob aus den Familien in die Schulen kommend oder aus den Schulen in die Familien gehend … die Virusverbreitung wird bei Aufhebung der Schutzmaßnahmen in den Schulen nicht gestoppt! In den Schulen ist man vor einer Coronainfektion mit der Deltavariante ohne AHA-L nicht geschützt!

      Stimmt oder stimmt nicht?

    • @klugerLehrer
      Na als nicht nur als Lehrer sondern besonders als „kluger“Lehrer ( haha ) ist Ihnen doch völlig klar, dass sich ein „klugerVirus“ wie der kleine Covid minutiös an den Stundenplan hält.
      Und weil der kleine Covid ein braves Kerlchen ist, hält er sich auch noch an die Haus- bzw. Schulordnung:
      „Ich darf am Ende des Schultages nicht mit Schülern nach Hause gehen.
      Ich darf am Ende des Schultages nicht mit Schülern nach Hause gehen.
      Ich darf am Ende des Schultages nicht mit Schülern nach Hause gehen.
      Ich darf am Ende des Schultages nicht mit Schülern nach Hause gehen.
      …“
      Vielleicht sollten Sie irgendetwas an Ihrem Nickname ändern.
      Vielleicht genügt es schon, wenn Sie etwas weglassen.
      Nein, „Lehrer“ kann ja ruhig bleiben. Wenn sich jemand ( auch nach Halloween ) „Kürbiskopf“ nennen würde, würde sich auch kein Leser dran stören, obwohl man vielleicht daran zweifeln müsste, dass ein echter Kürbis denkt ( schon wieder: haha ) oder schreibt.

      • Also ich verstehe @KlugerLehrer so, dass er sich über die Formulierung aufgeregt hat und sie deshalb hier ins Kommentarfeld geschrieben hat. Bei Twitter hätte er möglicherweise noch einen passenden, entrüsteten oder spuckenden Smiley dahinter gesetzt.

        Als covidiotischen Beitrag habe ich es nicht wahrgenommen.

  4. Es ist eine Katastrophe mit Ansage:
    In Schulen hat Gesundheitsschutz noch nie eine angemessene Rolle gespielt.
    Das rächt sich jetzt.
    Und wir wussten es, beten es seit fast zwei Jahren den zuständigen Stellen vor – oder haben es inzwischen aufgegeben, weil man uns für überspannt oder panisch hält und jedwedes Argument unter dem Motto „Die Lehrer sollen sich mal nicht so haben…“ abtut.

    Seit wann sind in Schulen Klos dreckig, Fenster nicht zu öffnen (bzw. durften nicht geöffnet werden), Türklinken durch Hunderte erkältete Hände gegangen, Waschbecken ohne Seife und Handtücher (wenigstens das klappt jetzt in vielen Schulen besser), Räume stickig oder kalt, überhitzt oder durch undichte Fenster mit Durchzug…
    Seit wann schicken Eltern Kinder krank zur Schule (ja, auch aus Not, weil zu wenig Kinderkrankentage und zu wenig Verständnis bei dem einen oder anderen Arbeitgeber), gehen Lehrer mit dem Kopf unterm Arm doch noch arbeiten, um Mangel nicht eskalieren zu lassen, Kollegen nicht noch mehr zu belasten, kann jeder Hinz und Kunz (Eltern, Handwerker, Vertreter) einfach in eine Schule spazieren, auch wenn er offensichtlich krank ist…
    Seit wann sind Kinder durch nicht kindgerechte und immer im Mangelmodus fahrende Schule gestresst (Lehrer ebenso) und haben daher ein dauerhaft gestresstes Immunsystem…
    Seit wann fangen Kinder und Lehrer sich grundsätzlich jede Infektion ein, die irgendwo rumfliegt, tragen sie in die Familien, wo sie wochenlang die Runde machen, Krankheitstage in Schule und am Arbeitsplatz verursachen…
    Seit wann sind Kinder nicht mehr „an der frischen Luft“, haben keinen Kontakt mehr mit Natur, können sich nicht mehr entspannen, nicht mehr kindgerecht spielen, haben keine Zeit und keinen Raum mehr, die Welt kindgerecht zu erleben und zu erkunden… auch das trägt sicherlich indirekt zu einem geschwächten Immunsystem bei bzw. wäre notwendig, um mit Infektionen physisch und psychisch leichter zu bewältigen…
    Retorische Fragen – eines Fragezeichens bedarf es wohl nicht, denn ändern wird sich nichts, daher eher als Feststellung zu verstehen.

    JETZT wäre die Chance gewesen, Schule und alles, was damit zusammenhängt (incl. Arbeit der Eltrn) vollkommen neu zu denken:
    gesundheitsfreundlicher, kindgerechter, familienfreundlicher, naturnaher, weniger dicht gedrängt, weniger gestresst, mit weniger Leistungsdruck, mit viel Raum für eigene Erfahrungen und Entwicklungen – leider wohl ein Traum.
    Aber warum eigentlich ein Traum?
    Träume nur ich davon? Habe nur ich Alpträume, weil ich täglich im „alten System“ als Lehrer gegen mein Gefühl, gegen meine innere Überzeugung handeln muss?
    Weil es zu viel kosten würde?
    Wäre es das nicht wert?
    Wären die Kinder es nicht wert?
    Würde es unter dem Strich wirklich mehr kosten als ein „krankes“ (ja, so empfinde ich es) System, mehr als auf Dauer ein veraltetes System zu fahren, weiterhin „ein totes Pferd zu reiten“?
    Wäre das Geld dazu wirklich nicht da, wenn man es in diesem Bereich einsetzen wollte???

    • Komisch, es gibt Länder, die ohne viel Federlesens ihre Schulen einfach mal mit Frischluftfilteranlagen und mehr Reinigungskräften schon vor Jahren sicherer gemacht haben. ZB. Schweden.
      Komisch, dort sind die Kinder noch nicht ausgestorben, nur weil sie sich IN DER SCHULE nicht mit jedem dahergelaufenen Virus und Darmbakterium anstecken. (An deutschen Auslandsschulen gibt es oft Klofrauen, und natürlich Klimaanlagen mit Hepa-Filtern und Waschbecken im Klassenraum. Aber da geht es ja auch ums Prestige!)
      Komisch, in solchen Ländern werden auch weniger Lehrer krank. Liegt es nur an den „Faulen Säcken“ in Deutschland (die sich dann doch noch in die Schule schleppen, solange sie noch gehen können)?
      Komisch, unser Rathaus, das uns bis dato jeden von Eltern gespendeten Luftfilter weggenommen hat, ist, wenn das Personal nicht sowieso im Homeoffice ist, so doch bestens durch Luftfilter, Plexiglasscheiben und Abstand geschützt. Auf meine Bitte, mit meinen 4. 4.Klässlern den neuen Bürgermeister besuchen zu dürfen, kam eine empörte Absage, bezugnehmend auf die Coronaregeln!
      Komisch, in jeder Arztpraxis stehen im Wartezimmer, auf den Gängen und im Sprechzimmer Luftfilter, trotz PPF2 Maskenpflicht! Schadet es den Patienten nun nicht, wenn sie sich nicht mit weiteren Krankheitskeimen anstecken? Stirbt das Immunsystem dann nicht komplett ab?
      Komisch, wenn ich mich gegen Corona oder Grippe impfen lasse, triggert das dann nicht mein Immunsystem und lässt es auf Hochtouren arbeiten, statt es lahmzulegen?

      • Oh Himmel, jetzt müssen die Kinder schon aussterben, dass jemand etwas unternimmt.

        Aber, es ist klar, Piazolo selbst hat keine Kinder, was kummert ihn schon, ob mein Kind lebt oder nicht. Es gibt sie immer noch genug.

    • … gehen Lehrer mit dem Kopf unterm Arm doch noch arbeiten, um Mangel nicht eskalieren zu lassen, Kollegen nicht noch mehr zu belasten,…

      Diese Jahr nicht mehr, habe ich mir Anfang des Jahres geschworen.

  5. Und noch einmal meine Frage:
    Was ist eigentlich mit mehrfach Infektionen? Covid + Influenza? Covid + grippalem Infekt?
    Nach Aufhebung der Maskenpflicht und dem jetzt wieder nötigen Dauerlüften plus Frösteln (es wird schon wieder empfindlich kalt in den Klassenräumen, wenn man korrekt lüftet und einen vollständigen Luftaustausch, laut CO2 Ampel, herbeiführen möchte) können sich doch ALLE vorhandenen Viren ungehindert verbreiten!
    Auch Dauerfrösteln schwächt das Immunsystem und begünstigt Erkältungserkrankungen. Ich kann nach der Schule wenigstens noch in die heiße Badewanne springen, um wieder richtig warm zu werden, OGS Kinder können das nicht! Und gerade kleine schlanke Kinder kühlen schnell aus. (Wir haben zwar für alle Kinder Decken im Raum, aber das ist nur ein Notbehelf und eine Stolperfalle!)
    Und dann noch Covid obendrauf? Ist das für U12 nicht etwas zu viel des „Guten“?
    Aber wahrscheinlich heißt es jetzt: „Nur die Harten kommen in den Garten“!

  6. „… weil wir das doch immer noch irgendwie hinkriegen.»“

    „…vom 18. bis zum 24. Oktober von 401 Kliniken bundesweit insgesamt 2.704 Fälle gemeldet – 222 Kinder davon mussten auf die Intensivstationen.“

    In einer Woche eine Zunahme der positiv Getesteten mittels PCR-Test auf 10,95 %.
    Anders ausgedrückt: Im Vergleich zur Vorwoche eine Zunahme um über 33 % laut RKI am 28.10.2021.

    Bin sprachlos und hinterher kann sich das dann wieder keiner erklären.

  7. Und Lindner schließt schon mal Schulschließung absolut aus, egal wie das alles aus dem Ruder läuft.

    +++ 11:08 Lindner gegen erneute Schulschließungen: „Die sozialen Schäden sind schon jetzt sehr hoch“ +++
    FDP-Chef Christian Lindner hat erneuten Schulschließungen in der Pandemie eine Absage erteilt. „Mit der von uns geplanten Rechtsgrundlage sind Schließungen nicht mehr vorgesehen. Das müssten die Länder selbst prüfen, aber wir raten von dieser Maßnahme mehr denn je ab. Die sozialen Schäden sind schon jetzt sehr hoch. Statt darüber zu sinnieren, sollte unbedingt das Tempo auch der Impfungen zur Auffrischung erhöht werden“, sagte Lindner „Rheinischen Post“. Mit Blick auf das von den Ampel-Parteien geplante Auslaufen der pandemischen Notlage im November sagte Lindner: „Der Staat ist weiter handlungsfähig. Aber besonders intensive Eingriffe wie Lockdowns und Ausgangssperren sind angesichts des Pandemiegeschehens nicht mehr angemessen. Leichte Eingriffe wie die Maskenpflicht, die man jetzt im Herbst noch braucht, bleiben erhalten.“

    https://www.n-tv.de/panorama/12-49-Knapp-2000-Covid-19-Intensivfaelle-in-Deutschland–article21626512.html

    • Der Verdünnisierer von damals will neue Rechtsgrundlagen schaffen, um Gesundheitsschutz noch mehr zu schwächen?

      Und wieder die mich umtreibenden Fragen, deren Antworten die Schulschliessungen verhindern könnten, die nun per Gesetz verboten werden sollen:
      Wo sind die Luftfilter?
      Wann kommt Wechselunterricht für ältere Schüler, um die zu hohe Menschendichte in Engen Klassenräumen zu vermeiden?
      Wann wird die Maskenpflicht flächendeckend in allen Schulformen wieder eingeführt?
      Wann siegt die Vernunft über Matras, Dogmas und Phrasendrescherei der Politiker und Leerdenker?

      Seufz, ich weiss: nie.

      Wenn dieses Jahr oder nächstes Jahr die Politiker es wieder wagen sollten, einen Aufruf für eine Kerze und Schweigeminute für die Covid-Toten vorzuschlagen, dann schlägt mein Gefühl des Vertrauensverlust und Ohnmacht entgültig in blanken Hass um.

    • Lindner, der kleine Trittbrettfahrer. Das diese Partei überhaupt mitregieren darf…aber einfach mal als Junior-Partner auf dicke Hose machen…..

  8. Hallo,
    ich bin ja für Masken und für mehr Gesundheitsschutz, drum bitte genau lesen, was ich jetzt schreibe.
    Hier krank unser ambulantes System: die Kliniken, die jeder kennt sind massiv überbelastet. Und eine „zentrale“ Planung gibt es leider nicht. DIe Kinderärzte haben leider auch nicht den Überblick über freie Kapazitäten. So wäre im Großraum München für Kinder laut divi z.B. in Neuburg noch einiges an freier Kapazität. Um sowas zu verhindern wurde mal die 116117 erfunden, welche auch stationäre Patienten „verwalten“ hätte können sollen. Aber so eine „Instanz mit Überblick“ gibt es leider nicht. Viel mehr verlangt man von den Eltern, den Ärzten und den Kliniken das ganze nebenher zu wuppen.
    Also faktisch die eierlegende Wollmilchsau, wie es momentan auch bei uns an den Schulen aussieht. Und das ist kein neues Problem, sondern schon lange so (Frühchenstationen sind oft überfüllt und Schwangere werden abgewiesen) und jetzt in der Pandemie rächt sich das. Drum: hier muss schnellstens eine übergeordnete Stelle her, welche den Überblick über die Kapazitäten hat und „Notfälle“ verteilen kann. Bei Erwachsenen gabs das letztes Jahr recht fix, aber bei Kindern sieht das nicht nach Erfolg aus.

  9. Alle Aufrufe, Mahnungen, Appelle sind von Fachleuten von den KM abgelehnt worden und ein respektvolles Miteinander auch in der vierten Welle nicht angestrebt wird. Diese Machtopition wird von KM auf eine sehr unmenschliche Art ausgelebt. Als Entschuldigung wir werden alles tun um Schulen, Kindergarten offen zu halten. Sie tun das Gegenteil leisten keinen Gesunheitsschutz, keine Luftfiltergeräte, keinen Maskenschutz, kein Aufholprogramm undgewähren nichts von versprochenen Leistungen. Die Bitterkeit hat sich an den Schulen und Kindergarteneinrichtungen breit gemacht. https://www.tagesschau.de/inland/rs-virus-kinder-101.html Die Durchseuchung wird bewußt verbreitet es sind ja nur Kinder und Jugendliche die erkranken nicht schwer. Dies bekommt man als Rechtfertigung geliefert. Viele Kinder werden auch krank in die Einrichtung gebracht und verteilen es noch auf Kosten der gesunden in den Einrichtungen.

  10. Da die Kinderstationen kaputtgespart wurden, haben viele Krankenhäuser schon lange Alarm geschlagen.
    Wurden sie gehört? Nein, hat niemanden interessiert.
    Auch Kinderärzte konnten in den Kliniken kaum noch ausgebildet werden, das gleiche gilt für Pflegepersonal!
    Da Kinder pflegeaufwändig sind, rechnet es sich für die Klinikverwaltungen nicht. Also: reduzieren, zentralisieren, Hauptsache ein anderer macht’s.

    • Hallo,
      da muss ich ein bisschen widersprechen: unsere Tochter lag 1 Woche auf einer Neo, es gab 1 Tag Cpap, ansonsten Sauerstoff immer mal wieder ins Bettchen (also kein HighFlow), 3 Röntgenbilder, 2x Ultraschall und 1x CT. Ansonsten nur Überwachung. Die Rechung für diese Woche war ca. 30.000€, damit kann man wirtschaften, wenn man will.

      Gruß

      P.S.: Ich stimme dir im Grundsatz aber völlig zu, wobei ich hier der Meinung bin, dass sich kein BuLa mehr an die Klinikfinanzierung hält. So müssen Kliniken rechtswidrig Neubauten usw. selber tragen, was aber in Deutschland Aufgabe des Träger/Gemeinde ist.

  11. Richard David Precht im Podcast mit Lanz:

    „Es ist nicht die Aufgabe des Staates, jedermanns Krankheitsrisiko nach allen Regeln der Form auszuschließen oder zu verunmöglichen. Die berühmte Zahl von 2017/2018, wo mutmaßlich 25.000 Menschen an der Grippe gestorben sind, möglicherweise sind das eher mehr als an Covid. Ja, und wenn wir das bisher bei Influenza zugelassen haben, warum lassen wir es bei Covid nicht zu?“
    Wo er Recht hat, hat er Recht, auch wenn mir Herr Precht nicht besonders liegt.
    https://podcasts.apple.com/us/podcast/ausgabe-neun/id1582828457?i=1000540078505

    • @Justus20 könnte daran liegen,dass sich Grippe nicht exponentiell verbreitet.Und wenn eine Präsenzpflicht besteht,hat der Staat sehr wohl eine Fürsorgepflicht,in einer pandemischen Notlage erst recht!

    • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren

      Es beunruhigte in der Tat viele Personen. Und auch hier wurde zur Vermeidung auf die Impfung hingewiesen. Zudem wurde der Virus durch die Gesellschaft auch hier getragen, weil Kranke feiern, im Job nicht fehlen wollten und durch die Schule und KiTas, in denen einfach hochkranke Kinder mit massiven Druck zur Aufbewahrung abgegeben wurden. Diese assoziale machten immer mehr mit.

      Allerdings ist COVID 19 ein extremer Game Changer. Und damit sind andere und weitere Massnahmen gefordert. Zumal wir mehr über die Wege der Infektionen gelernt haben als je zuvor. Vorher ging man hauptsächlich von sogenannten Schmierinfektionen aus. Heute weiss man eben, dass es hauptsächlich über Aerosole passiert.

      Und dieses Wissen erhöht die auch die Verantwortung für Schüler, die zwangsweise eng beieinander in kleinen Klassenräumen sitzen.

      Sich auf: „das war aber immer schon so“ oder „wir haben es ja vorher auch zugelassen“ zu beziehen, würde im Prinzip auch bedeuten, dass wir zB immer noch bedauerliche Weise Tuberkulose Tote haben, weil das einfach so ist und so war.

      Dieses Denken ist nicht wirklich zielführend, sondern es geht darum, dass es jetzt nicht mehr zulassen werden soll, dass sich COVID19 durch die Gesellschaft zieht. Das nennt man Lernprozess.

    • Wir sind schon lange nicht mehr bei 25.000 plus vielleicht 5000 aus dem Jahr danach, also bei 30.000 in 24 Monaten. Wir sind inzwischen bei 95.000 in 20 Monaten, und zwar MIT infektionsvermeidenden Maßnahmen. Einfach mal laufen lassen?

  12. Zur ganzen Wahrheit gehört, dass das Immunsystem der Kinder seit 1,5 Jahren auf Sparflamme fuhr – wegen Masken, wegen Abständen, wegen sozialer Isolation, wegen den ganzen Lockdownmaßnahmen. Dann ist es klar, dass nun auch andere Viren mit voller Wucht zuschlagen. Corona bei Kindern war dabei nie ein wirklich ernstes Problem, wohl aber ein kaputt gespartes und privatisiertes Gesundheitssystem, das möglichst unter Volllast Geld abwerfen soll.
    Eines ist vielen wohl immer noch nicht klar: Es wird keine Zeit „nach Corona“ geben. Corona bleibt und es werden in Zukunft immer wieder Leute daran erkranken und leider auch sterben – so wie an allen anderen Viren auch. Es lebt sich wesentlich leichter, wenn man diese unausweichliche Gegebenheit endlich hinnimmt.

    • „Es wird keine Zeit „nach Corona“ geben. Corona bleibt und es werden in Zukunft immer wieder Leute daran erkranken und leider auch sterben“ – Allerdings lässt sich der Immunitätsstatus der Bevölkerung in den kommenden Monaten durch Impfungen noch deutlich erhöhen, wodurch langfristige Schäden oder Todeszahlen drastisch reduziert werden können. Das scheint vielen noch immer nicht klar zu sein. Vgl. diverse andere Virus-Krankheiten, gegen welche geimpft wird.
      Wir kämen wesentlich schneller voran, wenn dieser Punkt endlich von den „Lockeren“ begriffen würde.

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