Steigende Inzidenzen: „Hygienebeirat“ will Maskenpflicht ab 7. Klasse doch lieber beibehalten

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BERLIN. Seit Anfang Oktober müssen Grundschüler in Berlin keine Maske mehr tragen. In den höheren Klassen bleibt es aber vorerst dabei – aus Vorsicht angesichts der Entwicklung der Corona-Pandemie.

Die Maske im Unterricht sollte auch für ältere Schülerinnen und Schüler fallen – aber… Foto: Shutterstock

Für ältere Kinder ab der 7. Klasse soll die Maskenpflicht in Berliner Schulen zunächst bestehen bleiben. Dafür hat sich der Hygienebeirat am Montag ausgesprochen. In den Klassen eins bis sechs gilt sie seit Anfang Oktober nicht mehr. In der Überlegung war, sie nach den Herbstferien auch für die älteren Schüler und Schülerinnen aufzuheben. In der Zwischenzeit sind die Infektionszahlen allerdings wieder deutlich gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Dienstag in der Hauptstadt bei 118,7 – bei den Fünf- bis 14-Jährigen bei 186.

Das bedeute nicht, dass die Maskenpflicht für alle wieder eingeführt werden müsse, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. «In den Oberschulen sind wir aber noch etwas vorsichtiger, weil die Schülerinnen und Schüler aus allen Himmelsrichtungen kommen.»

Und anders als für kleinere Kinder, bei denen schwere Krankheitsverläufe kaum vorkommen, seien Jugendliche und junge Erwachsene auch einem anderen Risiko ausgesetzt. Während der ersten zwei Wochen nach den Herbstferien sei außerdem wegen der zahlreichen Reiserückkehrer größere Vorsicht vernünftig, sagte Heise, der selbst an dem Treffen des Hygienebeirats teilgenommen hat. «Wir werden uns in zwei Wochen noch einmal treffen und gemeinsam beraten, ob wir auch für die Oberschulen empfehlen, die Masken fallen zu lassen.»

Heise wies darauf hin, dass für die Schulen in Berlin außerdem nach wie vor ein Stufenplan gelte, der festlegt, wie auf eine deutliche Zunahme von Infektionszahlen zu reagieren ist. Werde eine Schule als gelb statt grün eingestuft, gelte damit automatisch auch eine Maskenpflicht im Unterricht.

Die Verknüpfung mit der Pandemie-Entwicklung hält Heise für viel sinnvoller als eine pauschale Maskenpflicht. Sinnvoll aus Sicht des Elternvertreters sind auch die drei wöchentlichen Tests, die es zurzeit an den Berliner Schulen gibt – zunächst allerdings nur für die ersten beiden Wochen nach den Ferien. Aus Heises Sicht wäre es gut, generell auf drei statt die üblichen zwei Tests pro Wochen zu wechseln.

«Die Zahlen lassen eine Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht zu»

Arnd Niedermöller, Sprecher der Vereinigung der Oberstudiendirektoren in Berlin (VOB), hält es ebenfalls für richtig, die Maskenpflicht für Schüler ab Klasse 7 beizubehalten: «Die Zahlen lassen eine Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht zu», sagte er der «Berliner Morgenpost».

Niedermöller plädierte dafür, in den nächsten Wochen auf Vorsicht zu setzen. An seiner Schule, dem Immanuel-Kant-Gymnasium, habe es am Montag nach Ende der Herbstferien zwar keinen nachgewiesenen Corona-Fall gegeben. Er rechne jedoch damit, dass die Zahlen bei den Schülern und Schülerinnen in den nächsten Tagen ansteigen würden.

Auch der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann, hält das Festhalten an der Maskenpflicht für richtig: Andernfalls hätte man für viele Klassen Quarantäne riskiert, sagte er der Zeitung. Und das sei ein erster Schritt in Richtung Schulschließung. Für ihn stellt sich sogar die Frage: «Wann müssen wir bei diesen Zahlen an den Grundschulen zur Maskenpflicht zurückkehren?» dpa

„Dann ist der Stöpsel draußen“ – böser Verdacht: Ist es Kalkül, Corona ungebremst durch die Schulen rauschen zu lassen?

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4 KOMMENTARE

  1. „Und anders als für kleinere Kinder, bei denen schwere Krankheitsverläufe kaum vorkommen“

    …und wieder wird vollkommen ausgeblendet, dass LongCovid auch bei leichten und kaum spürbaren Verläufen auftreten kann…

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