Corona verschlechtert das Sozialverhalten von Jugendlichen aus ärmeren Verhältnissen

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KÖLN. Besonders Jugendliche aus ökonomisch schwächeren und bildungsfernen Schichten verhalten sich nach einer Corona-Infektion innerhalb der Familie weniger kooperativ und hilfsbereit als zuvor, zeigt jetzt eine Studie der Uni Köln. Das verstärke bereits bestehende Benachteiligungen zusätzlich, befürchten die Forscherinnen und Forscher.

Das Erleben einer Infektion am eigenen Leib oder im Familienkreis hat offenbar Auswirkungen. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Wenn zwischen der ersten und der zweiten Erhebungswelle einer wissenschaftlichen Studie ein einschneidendes Ereignis wie ein Lockdown im Zuge einer weltweiten Pandemie eintritt, kommt das ungelegen, möchte man meinen. Einem Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um den Kölner Verhaltensökonomen Matthias Sutter bot die unerwünschte Veränderung der Bedingungen allerdings auch eine unerwartete Erkenntnisgelegenheit: Erkrankt ein Familienmitglied am Corona-Virus, wirkt sich das besonders auf das Sozialverhalten von Jugendlichen aus ökonomisch schwächeren und weniger gebildeten Schichten negativ aus, fanden sie heraus.

Die Heranwachsenden fielen nicht nur in der Schule zurück, auch ihre nicht-kognitiven Fähigkeiten hätten messbar gelitten. Sie seien deutlich weniger prosozial als zuvor, formulieren die Wissenschaftler, sie verhielten sich mithin insgesamt weniger großzügig, altruistisch und kooperativ. Zudem sinke ihre Bereitschaft, anderen zu vertrauen. Neben nachlassenden schulischen Leistungen könne auch diese Entwicklung langfristig Nachteile für sie mit sich bringen.

Ursprünglich sei es das Ziel der Studie gewesen, herauszufinden, inwiefern sich prosoziales Verhalten von Jugendlichen je nach sozioökonomischen Status ihrer Familien unterscheidet. Dazu sammelten die Forscherinnen und Forscher bereits im Herbst 2019 Daten von 5.000 Oberstufenschülerinnen und -schülern im Alter zwischen 15 und 17 Jahren aus drei französischen Regionen. Schon damals zeigte sich anhand von vier Experimenten bezogen auf das grundsätzliche, kooperative Verhalten der Jugendlichen eine Lücke zwischen Heranwachsenden aus sozioökonomisch besser und schlechter gestellten Familien. Jugendliche aus weniger wohlhabenden Familien mit einer geringeren Bildung verhielten sich demnach insgesamt weniger prosozial.

Zur zweiten Runde im Frühjahr 2020 herrschte auch in Frankreich der erste Corona-Lockdown. Anders als erwartet, nahmen daher deutlich weniger der Befragten erneut an den gleichen vier Experimenten teil. Insgesamt beteiligten sich noch 363 Jugendliche. Dabei stellten die Forscherinnen und Forscher fest: Eine Infektion innerhalb der eigenen Familie hatte die Schere zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten mehr als verdoppelt. Während sich das Verhalten von Jugendlichen mit einem hohen Sozialstatus in diesem Fall kaum veränderte, verhielten sich diejenigen mit einem niedrigen Sozialstatus deutlich weniger prosozial.

Für Matthias Sutter ein durchaus bedenklicher Befund. Mehrere Studien hätten bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass die Pandemie Menschen aus ökonomisch schwächeren und bildungsferneren Schichten in den Bereichen Gesundheit, Arbeitsmarkt und Bildung härter treffe als ökonomisch besser gestellte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die neue Studie zeige nun, dass sich COVID-19 auch auf das Sozialverhalten junger Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status deutlich negativer auswirke als bei ihren Altersgenossen mit höherem Sozialstatus. Da nun aber auch nichtkognitive Fähigkeiten wie Prosozialität deutlich zum Erfolg im späteren Berufsleben beitrügen, verstärke die Pandemie auch auf dem Gebiet des Sozialverhaltens bestehende Benachteiligungen. „Diese Entwicklung könnte sich langfristig negativ auf die Arbeitsmarktchancen der Betroffenen auswirken“, stellt Sutter fest. (zab, pm)

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32 KOMMENTARE

        • Genau! Nämlich nichts! Und deshalb ist hier die Rechnung „erzieh doch einfach mal das Kind“ unangebracht, oberflächlich und unempathisch. Das Leben ist viel differenzierter. Oder konnten Sie Georges Untertitel nicht herauslesen?

          Mutter kann vielleicht gerade auch garnicht erziehen, weil sie auf der Corona Station liegt, aber Gesellschaft hätte so gerne eine bequeme Einteilung in gute und schlechte Menschen und übergeht das mit von oben herab spöttischem Tante Prusseliese – Lächeln. Das reicht als Verletzung der Würde dann auch schon um der Gesellschaft nicht noch gefallen zu wollen, wobei hier eh alles ins negative interpretiert wird.
          Nochmal Lockdown/Notbetreuung:
          Reiche Eltern lassen Kind Zuhause = Übernehmen Verantwortung (Homeschooling), Arme Eltern lassen Kind Zuhause =Nehmen Schule nicht wichtig und wollen ausschlafen.
          Reiche Eltern bringen Kind zur Schule (Notbetreuung) = Wissen um die Bedeutung von Lehrstoffvermittlung und sozialen Kontakten, Arme Eltern bringen Kind zur Schule = Sind zu faul fürs Homeschooling.
          Nicht nur die Eltern müssen ihre Kinder lieben, sondern auch die Gesellschaft muss dies und scheitert hier aus Verachtung und Vorurteilen gegenüber armen Familien kläglich und läßt den Kindern entsprechend keine Chance. Da geht die Matheformel „Erzieh die doch mal“ nicht auf.

  1. Henne oder Ei? Dass die ganzen Maßnahmen wie Quarantäne und Lockdown, Schulschließungen etc. damit zu tun haben könnten, dass gerade bildungsferne Jugendliche mehr abgehängt werden und das nicht unbedingt auf eine Wirkung des Infekts hindeutet, auf diese Idee kommen Wissenschaftler nicht?

  2. Was für kognitiv herausragende Studien, die da belegen, dass Kinder es umso schwerer haben, je weniger aus dem ganzen Dorf, das es zur Kindererziehung braucht, sich um sie kümmern. Vielleicht alleinerziehend, sozial abgehängt, gesellschaftlich nicht integriert und somit auch nicht eben noch einer zum Babysitten zur Hand, Dann fallen die sozialen Kontakte aus der Schule weg und auch die Sorte“ Eltern „, die man Lehrkräfte nennt. Kommt dann noch hinzu, dass die einzig verfügbare Person für das Kind auch noch krank wird, kann man nachvollziehen, dass das Kind sich selbst der nächste wird und sein Vertrauen in die Gesellschaft verliert oder keinen Sinn darin sieht mit dieser Gesellschaft zu kooperieren, wenn es doch eh außen vor ist…

    Bevor wir also einfach nur fordern, Muttern soll doch mal richtig erziehen, können wir ja mal überlegen, inwiefern wir als Gesellschaft dieser Erziehung noch unnötigen Ballast aufbürden, Steine in den Weg legen und zB in Form von minority stress so einer Mutter /einem Vater bei der nicht immer einfachen Erziehung auch noch gesundheitlich schaden. Haben wir dann als „Dorf“ unsere Sache gut gemacht, können wir ja anfangen Ansprüche zu erheben, doch zuvor :

    Ab der 4.Klasse kriegen Eltern und Kinder Dauerstress, weil sie offiziell zu Assis erklärt werden, wenn sie auf der Oberschule landen. Das geht auch an den Kindern nicht vorbei, die sich untereinander unterhalten, wer denn demnächst „auf die Assischule geht“ . Dort angekommen spüren Kinder, wie sie gesellschaftlich gesehen werden und das sie auch garnichts anderes sein können. Da man aber wenigsten irgend etwas sein möchte identifizieren sie sich mit ihrer Oberschüler*innen Rolle und versuchen diese zu bestätigen und die Älteren der Schule nach zu ahmen, so daß man annehmen kann, dass evtl 20-30 % aller Probleme an der Oberschule vermeidbar wären, wenn die Gesellschaft einen anderen Blick auf die Kinder hätte.

    1.Beispiel ADHS : Überall im Bildungsbürgerbereich erlebt man hampelige Kinder, aber nur die Oberschulkinder bekommen ADHS diagnostiziert. Hier wurde herausgefunden, dass dies mit dem mangelndem Respekt seitens der Ärzte und Lehrkräfte gegenüber den Eltern zu tun hat. Diese Eltern stehen vor der Wahl : Wollen sie Assis sein, weil sie das Diagnoseverfahren nicht mitmachen oder wollen sie schlechte Eltern sein, weil sie alles mitmachen und nicht wie das Bildungsbürgertum die Diagnosen hinterfragen und sich informieren.
    2. Beispiel Lockdown und Notbetreuung : Lassen arme Eltern ihre Kinder freiwillig Zuhause, sind sie die Faulen, die den Lernstoff nicht wichtig nehmen und ausschlafen wollen (wie sich dazu ein Lehrer im Spiegelforum äußerte). Bringen sie die Kinder zur Notbetreuung, sind sie die faulen Eltern, die keine Lust haben die Erziehung und das Homeschooling zu übernehmen (so ein Erzieher im selben Forum).

    Man kann also alles relativ interpretieren. Tatsache ist, dass das Bildungsbürgertum immer die positive Interpretation bekommt und arme Eltern es so oder so in unseren Augen falsch machen. Deshalb hat es beim Bildungsbürgertum auch so ein Gewicht, gut in der Gesellschaft dazustehen und dafür entsprechend was zu tun und bei den sozial benachteiligten Familien eben nicht. Geben wir denen also erstmal die Möglichkeit ein Teil der Gesellschaft zu sein und fordern danach, dass sie dafür einen Beitrag leisten.

    • Das Bildungsbürgertum sichert zumindest aktuell noch die Renten und die Sozialhilfe. Wie lange das noch gut geht, weiß ich nicht, weil deren Zahl abnimmt und die Zahl der Rentner und Sozialhilfeempfänger zunimmt. Die Migration hilft da auch nur wenig bis überhaupt nicht, weil diese Klientel überwiegend maximal die unteren Lohngruppen bedient.

      • Mag sein, aber das Geld rechtfertigt keine Diskriminierung. Tatsächlich wird man ohne Diskriminierung sogar gesünder und somit leistungsfähiger.

        • Das Benennen von Fakten ist erst einmal keine Diskriminierung. Vom sozioökonomischen Hintergrund meiner Schüler weiß ich nichts und möchte ich auch nichts wissen.

          Ob die von Ihnen genannten Fälle tatsächlich die Regel und keine Ausnahmen sind, dürfen Sie gerne belegen.

          • Diskriminierung, minority stress und alltägliche mikroagressionen zu belegen ist wohl schwierig und kann auch nur von jemanden angezweifelt werden, der in einem Wolkenkuckucksheim lebt. Man schaue sich Kommentare in Foren an und das reißerisch Spiel von Klatschpresse und TV/Medien,wo damit sogar richtig Geld verdient wird. Der damalige Sozialleistungsempfänger „Florida-Rolf“ ist viel mehr Schlagzeilen wert als irgendwelche Steuer hinterziehenden Millionäre. Das sagt schon alles. Auch die Einstellung bezüglich Oberschüler*innen ist bekannt, sonst einfach mal eine 4.Klasse besuchen, den Film „Frau Müller muss weg“ gucken oder die eigene Einstellung hinterfragen.

          • Es wurde u.a. behauptet, dass hampelige gymnasiale Kinder kein ADHS diagnostiziert bekommen, hampelige Oberschulkinder schon. Das wollte ich belegt haben, weil es meiner eigenen Erfahrung nach nicht stimmt, jedoch kann ich ja eine Ausnahme sein.

            Wer ist eigentlich die Minderheit in Grundschulklassen mit 20% Kinder ohne Migrationshintergrund und wer diskriminiert da wen? In Großstädten kommt das durchaus vor.

          • Nein, ich horte keine Links und werde nicht in dem wust aus ADHS – Berichten den entsprechenden raussuchen. Leichter zu finden, und das können Sie selber, sind die Studien, die ergeben, dass ADHS vielfach häufiger bei der Unterschicht diagnostiziert wird und das ADHS vielfach falsch und viel zu oft diagnostiziert wird- teils wird sogar von einer Fehldiagnose von 95 % gesprochen.

            Hier funktioniert jetzt tatsächlich eine Matheaufgabe :

            95% Fehldiagnose ADHS – viermal so hohe Diagnose in der Unterschicht.

            A Welche Menschen bekommen demnach am meisten falsche Adhs Diagnosen?

            B Was könnten die gesellschaftlichen Gründe hierfür sein?

            Viel Erfolg!!!

          • Ich bin sogar bei Ihnen, dass ADHS viel zu oft diagnostiziert wird – LRS übrigens auch. Als mögliche Ursache für die falschen Diagnosen sehe ich da eine zu lachse Erziehung in sehr jungen Jahren. Wenn ein Kind nicht nachdrücklich vermittelt wird, was Nein, Warten, Geduld, Ruhe bedeuten, dann kann sich durchaus ein ADHS ausprägen. Und dann sind wir wieder bei den Eltern. Der Bewegungsdrang muss natürlich ausgelebt werden können, was allerdings Spielplätze und Eltern oder Großeltern mit Zeit und ebenfalls Ruhe und Geduld dafür voraussetzt. Da sind wir dann bei der Stadt und erneut bei der Erziehung. Die Verweigerung der Quellenangabe macht Ihre Position nicht besser, schon weil ich Ihnen – zwar aus anderen Gründen, aber dennoch – zustimme.

        • Georg liefert hier nur Fakten, alle anderen sollen ihre Behauptungen erstmal belegen. Also alles wie immer.
          Vielleicht sollte sich Georg am Vormittag Mal wieder um seine Schüler kümmern, anstatt uns hier mit seinen angeblichen Fakten zu versorgen. Allerdings scheinen die ihn ja nach eigener Aussage nicht wirklich zu interessieren. Jeder setzt seine Prioritäten eben anders. Und diskriminiert hat er auch noch nie jemand, jedenfalls hat er es noch nie gemerkt.

    • @Indra Rupp
      Sie sagen: „Tatsache ist, dass das Bildungsbürgertum immer die positive Interpretation bekommt und arme Eltern es so oder so in unseren Augen falsch machen.“
      Wie kommen Sie denn darauf, Ihre Behautung „Tatsache“ zu nennen?
      Nicht „arme Eltern“ machen in unseren Augen alles falsch, sondern solche, die sich um die Erziehung und das Verhalten ihrer Kinder zu wenig oder in falscher Weise kümmern.
      „Helicoptereltern“ gehören auch zu dieser Spezies. Sind die arm?

      @Georg
      Sie sagen: „Das Bildungsbürgertum sichert zumindest aktuell noch die Renten und die Sozialhilfe.“
      Dies ist wirklich eine Tatsache. Und sie verdient Anerkennung statt mürrisches „Mag sein“.
      Das Bildungsbürgertum benachteiligt und diskriminiert nicht die Armen, sondern hilft ihnen.
      Dass bei manchen „Armen“ mehr eigene Anstrengung an Stelle von mehr Staat gewünscht oder verlangtwird, ist verständlich, nachvollziehbar und sogar hilfreich für die Selbsthilfe.
      Man diskriminiert auch, wenn man „armen“ Menschen gar nichts mehr an eigenen Fähigkeiten zutraut und abverlangt und sie durchweg bedauert und bemitleidet. Für mich ist das sogar eine besonders schäbige Form von Anteilnahme, weil die eigene Person dabei mit dem Glorienschein wahrer Barmherzigkeit und Nächstenliebe geschmückt wird.

      • Wie kommen Sie darauf, dass mein „mag sein“ mürrisch war? Es war vorrausschauend. Ich leugne doch nicht das Geld fließt. Ich habe aber was dagegen, wenn man sich damit das Recht auf Diskriminierung/Stigmatisierung erkaufen möchte. Sie wiederum scheinen zu leugnen, dass es so eine Diskriminierung/Stigmatisierung gibt und das ist das größte Problem hierbei. Da wird es auch nicht besser, auf Helikoptereltern umzuschwenken.

        • @Indra Rupp
          Keiner erkauft sich mit Geld das Recht auf Diskriminierung/Stigmatisierung. Sie stellen immer Thesen auf, die einfach nicht stimmen.
          Ich bin auch nicht auf Helikoptereltern „umgeschwenkt“, wie Sie behaupten, sondern habe darauf verwiesen, dass diese auch zu der Elterngruppe gehören, die sie in Bausch und Bogen als „arm“ bezeichnen.
          Wenn Sie krampfhaft nach Gründen für Empörung suchen, dann bitte!
          Nur kann ich Sie nicht unterstützen, wenn die Tatsachen nicht stimmen.

          @Georg
          Ihre Zusammenfassung ist völlig richtig. Mich ärgern immer wieder positive Diskriminierungen, die Menschen gern unwürdige Opfer-Stempel auf die Stirn drückt. Dass unter Jugendlichen die Bezeichnung „Opfer“ sogar zu einem gefürchteten Schimpfwort geworden ist, sollte doch endlich mal stutzig machen.

        • @Indra Rupp
          Keiner erkauft sich mit Geld das Recht auf Diskriminierung/Stigmatisierung. Sie stellen immer Thesen auf, die nicht stimmen.
          Ich bin auch nicht auf Helikoptereltern „umgeschwenkt“, wie Sie behaupten, sondern habe darauf verwiesen, dass diese auch zu der Elterngruppe gehören, die sie in Bausch und Bogen als „arm“ bezeichnen.
          Wenn Sie krampfhaft nach Gründen für Empörung suchen, dann bitte!
          Nur kann ich Sie nicht unterstützen, wenn die Tatsachen nicht stimmen.

          @Georg
          Ihre Zusammenfassung ist völlig richtig. Mich ärgern immer wieder positive Diskriminierungen, die Menschen unwürdige Opfer-Stempel auf die Stirn drücken.
          Dass unter Jugendlichen die Bezeichnung „Opfer“ sogar zu einem gefürchteten Schimpfwort geworden ist, sollte doch endlich mal stutzig machen.

      • @ Georg 15.11. 16.40
        Es gibt keine besseren und schlechteren Menschen bzw Gruppen/Ethnien. Somit würden Migranten an der Macht diese genauso für ihre Zwecke nutzen wie wir das an der Macht auch tun. Migranten haben aber diese Macht nicht, deshalb ist das spekulieren darüber sinnlos und relativiert auch nicht die Vergehen derjenigen, die tatsächlich Macht haben. Und Machtkämpfe in „Ghettos“ relativieren auch nicht die Machtausübung derjenigen, die die „Ghettos“ erbaut haben.

        • Die sozialen Brennpunkte haben sich gebildet, weil Menschen mit niedrigen Einkommen oder Sozialhilfe auf günstige Mieten angewiesen sind, und Menschen mit hinreichend hohen Einkommen aufgrund der für sie möglicherweise deshalb nicht mehr akzeptablen Umstände wegziehen. Aktuell bilden sich auch Wohlstandsghettos mit Pförtner. Finden Sie das besser? Ich definitiv nicht.

          • Richtig, Georg! „Ghettos“ wurden nicht von machtausübenden Menschen erbaut, wie Frau Rupp behauptet, sie bilden sich von allein und sind weltweit zu finden.
            Es gibt sogar Anstrengungen, ihnen entgegenzuwirken und sie aufzulösen, doch der Erfolg ist oft mäßig.

          • „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ ist eine Volksweisheit, die zeigt, dass Ghettobildungen eine uralte, ganz normle Sache sind und böse Mächte dabei keine Rolle spielen.

  3. Eigentlich ist das weder eine neue noch eine überraschende Erkenntnis, weder für Leute
    – mit
    – ohne
    – mit ohne 😉
    – …
    eigene Kinder.
    Es genügt „ein bisschen Grütze unter der Mütze“.

    In der Konsequenz bedeutet das Resultat der Studie:
    „Jaaaaahaaaa!
    Da!
    MUSS!!!
    aber!
    die SCHULE …!!!
    (Das ist so weil … ööhm … ach ja, das ist so wie immer: Nach der Studie ist kein Geld mehr „frei“. Ups, schade aber auch. Dann nehmen wir wie immer und überall die Lösung, die nix kostet, weil sie sowieso schon vorhanden ist: Richtig! Schule.)

    Problem erkannt – Problem gebannt!
    Und jetzt …:
    https://www.youtube.com/watch?v=Vvkeq4nDKhA

    • @Pit 2020

      „Und dann die Hände zum Himmel,
      komm lasst uns fröhlich sein
      wir klatschen zusammen
      und keiner ist allein“

      Seufz, ist das nicht gerade mit einer der Gründe, weshalb die Zahlen so exponentieren? 😉

      • @Riesenzwerg

        Genau. Leider.
        Scheinbar ist das aber vielen Leuten egal! Wenigstens bekommt man den Eindruck vermittelt, wenn man sich so umschaut.
        „… und keiner ist allein.“ … Wäre aber mal schön, so zur Abwechslung …

  4. Ich beobachte eine Verschlechterung des Sozialverhaltens leider auch am anderen Ende der Skala!
    Kinder aus gutsituierten Familien, die mit einer ungeheuren Respektlosigkeit, Arroganz und Herablassung anderen weniger gut gestellten begegnen. Seien es Mitschüler, Lehrer, Hausmeister, Reinigungspersonal oä.
    Und das mit Duldung oder gar Billigung der Eltern, die immer andere für das Verhalten des eigenen Kindes verantwortlich machen!

  5. Corona muss jetzt für alle Fehlentwicklungen herhalten. Und nein!! Die Kinder müssen auch lernen, mit Krisen umzugehen und nicht nur ihren Egoismus ausleben. Und nein!! Es ist immer noch die Erziehung und Bildung schuld am Fehlverhalten der Kids. Ärmere Verhältnisse mögen diese Verhaltensweisen verstärken, aber im Prinzip waren diese Defizite schon vorher da. Der Ansatz muss ganz woanders erfolgen, Corona macht die Fehlentwicklung nur deutlicher.

  6. Was Sie, Teacher Andi und Alla sagen, kann ich nur bestätigen.
    Leider machte sich schon vor Corona ein Interesse breit, schlechtes Sozialverhalten mit finanzieller Armut zu erklären und auch damit zu entschuldigen.
    Was man sich davon verspricht, ist mir ein Rätsel. Es ist doch klar, dass schlecht erzogene Menschen durch solche Begründungen nicht sagen: „Ich muss mich ändern“, sondern „Ich muss mehr Geld kriegen, damit sich mein Verhalten ändert“.

  7. Einfach unglaublich diese Kommentare hier und wie wenig Gegenwind kommt, läßt erkennen welche Klientel hier größtenteils liest…
    Ich vermute, die weißen in den USA hatten die gleiche bequeme Einstellung gegenüber den schwarzen “ die wollen das doch… die Ghettos haben sich von selber gebildet, weil die so gerne beieinander sind und sich dort so wohl fühlen…“
    Ja, wir haben einen Rechtsruck und das Akademikervolk hier, welches sich bei Impfquoten so gerne als Vorbild gibt macht hier die schlimmsten Fehler. Nehmen wir mal das Thema Impfquoten (BTW : Ich bin geimpft und finde das auch richtig). Das Impfen wird längst als Vorwand genommen um Menschen in bessere und schlechtere einzuteilen. Alles ist relativ und ich kenne vor allem Impfwillige, die dieses Jahr schon mindestens dreimal im Urlaub waren und somit vielleicht mehr Schaden anrichten als der Geringverdiener/Leistungsempfänger, für den es nur Zuhause und Einkaufsladen gibt. Und übrigens hat sich in meinem Umfeld in einer relativ sozialschwachen Oberschulklasse herausgestellt, dass bis auf 2-3 Kinder alle geimpft sind! Aber hier werden schon Klassen – und Stufeneinteilungen vorgenommen : Sind die Eltern auch so Impfwillige, wie die Lehrkräfte? Sind am Gymnasium mehr geimpft oder an der Oberschule? Sind Gebildete eher geimpft als Ungebildete? Arme mehr oder Reiche? Demnächst taucht dann der Wunsch auf “ Zeigt doch mal die Impfquoten von Hartz IV Empfängern und Migranten!“ DAS finde ich gefährlicher als das Virus!!! Und bezüglich des Themas hier in dieser Kommentarspalte : Nach eurer Logig hier müsste dann auch die größere Kriminalitätsrate unter Schwarzen in den USA mit der Hautfarbe zu tun haben, weil das ja angeblich nichts mit den Umständen und dem drum herum und Ungleichbehandlung zu tun hat und das Merkmal das diese gehäufte Kriminalität verbindet, dann die Hautfarbe wäre.
    Jaaa… ihr seid nur noch einen kleinen Schritt davon entfernt!

    • „Einfach unglaublich diese Kommentare hier und wie wenig Gegenwind kommt, läßt erkennen welche Klientel hier größtenteils liest…“
      Man kann’s auch anders interpretieren, wenn man weniger fixiert auf die eigene Meinung.
      Bei diesem Satz stimme ich Ihnen allerdings zu, Frau Rupp: „Das Impfen wird längst als Vorwand genommen um Menschen in bessere und schlechtere einzuteilen.“ Diese Beobachtung mache ich auch. Sie hat allerdings nichts mit dem Geldbeutel zu tun, den Sie gern verantwortlich machen für das Sozialverhalten der Menschen.

      • Ich schreibe sehr viel differenzierter, von sozialer Ausgrenzung, von Hass auf Ärmere und Minderheiten, von reißerischen TV-Sendungen und Medien, die quasi der Gesamtgesellschaft einen Ersatz für mittelalterliche Hinrichtungen bieten wollen indem sie ein bestimmtes „Bild“ über bestimmte Schwächere polarisieren. Alles, was hier Leute besorgt ist aber wohl, dass „die noch mehr Geld kriegen sollen“ und somit ist das dann auch das, was hier bevorzugt herausgelesen wird, wenn man Partei ergreift. Wie Sie selber eingestehen, machen Krisen etwas mit dem Sozialverhalten von Menschen. In diesem Fall (Corona Krise) aus Angst um das eigene Wohlergehen ein stetig wachsender Hass auf Schwächere, Bedürftige und das Bedürfnis, sich auf eine bestimmte Seite zu stellen und Leute aufzufordern hier ebenfalls Partei zu ergreifen (bist du auf der einen oder anderen Seite). Man möchte scheinbar jemanden offiziell gegen sich haben, gegen den man sich dann verbünden kann. In einer Eltern – WhatsApp – Gruppe reicht es dann schon eine Info verpasst zu haben und nochmal nachzufragen, ob sich bei der Feier nur die Eltern oder auch die (eh schon getesteten) Schüler*innen testen sollen und man wird plötzlich zum Querdenker erklärt und muss sich mal alles anhören, was die Eltern den Querdenkern immer schon mal sagen wollten. DAS ist ebenfalls ein sozial schwaches Verhalten, über das wir ja auch mal reden können und uns fragen, ob wir wohl nicht gut erzogen wurden. Krisen wirken sich auf das Sozialverhalten von Menschen aus – und Ärmere haben mit mehr Krisen zu kämpfen,so einfach ist das.

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