Monatelang mit dezimiertem Stundenplan? Elternrat beklagt massiven Unterrichtsausfall

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DRESDEN. Schulschließungen wegen Corona warfen im vergangenen Jahr die Unterrichtspläne an den sächsischen Schulen um. Doch auch im laufenden Schuljahr werden bei weitem nicht alle Fächer ausreichend unterrichtet. Der Elternrat beklagt massive Ausfälle aufgrund von Krankmeldungen und Schwangerschaften. Auch der Lehrermangel macht sich offenbar bemerkbar.

Kein Unterricht in einzelnen Fächern über Wochen und Monate? Foto: Shutterstock

Der Landeselternrat beklagt einen zum Teil massiven Ausfall von Unterricht an Sachsens Schulen. «Je nach konkreter Situation an der Schule fallen bei einzelnen Klassen bestimmte Fächer über Wochen und Monate komplett aus», berichtete Thomas Brewig vom Vorstand des Landeselternrats mit Verweis auf entsprechende Meldungen aus Elternkreisen. Diese Ausfallstunden seien durch Krankheit oder Schwangerschaft, aber auch durch den Renteneintritt von Lehrern oder nicht besetzte Stellen verursacht.

Das Kultusministerium in Dresden teilte auf Anfrage mit, dass es nicht über aktuelle Zahlen zum Unterrichtsausfall verfüge. «Diese Statistik wird halbjährlich erfasst und erst zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres zusammengestellt und veröffentlicht», so ein Sprecher. Im vergangenen Schuljahr sei aufgrund der coronabedingten Schulschließungen keine Erhebung durchgeführt worden.

«Von einzelnen Schulen wurde mir von bis zu sechs Stunden Ausfall pro Woche pro Klasse berichtet»

Den Landeselternrat erreichen von Schulen im Chemnitzer Raum, aber auch aus einigen anderen Kreisen Informationen zu langfristigen und zum Teil massiven Unterrichtsausfällen, wie Brewig weiter sagte. Zum Teil müssten Schulleitungen die Stundentafel kürzen, um eine Minimalversorgung für bestimmte Klassenstufen sicherzustellen. So würden statt vorgesehener vier Mathestunden nur zwei unterrichtet. «Von einzelnen Schulen wurde mir von bis zu sechs Stunden Ausfall pro Woche pro Klasse berichtet.»

Im Ministerium wird nach Angaben des Sprechers nicht erfasst, wie viele Lehrkräfte derzeit krankgeschrieben seien. Zahlen gibt es aber dazu, wie viele Lehrkräfte sich mit Attest oder wegen Schwangerschaft vom Präsenzunterricht befreit haben. «Derzeit sind dies 186 Lehrkräfte.» Es werde versucht, den Unterrichtsausfall durch Abordnungen, Vertretungen oder durch externe Kräfte wie etwa Lehrer in Rente zu kompensieren.

«Dabei sollte man beachten, dass die meisten Elternvertreter davor zurückschrecken, ihre Schule in ein schlechtes Licht zu setzen»

Uschi Kruse, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, nannte ebenfalls «einen Vertretungspool», aus dem geschöpft werden soll, wenn Unterrichtsausfall kompensiert werden muss. «Allerdings ist der schon am ersten Schultag ausgeschöpft gewesen», sagte sie. Langzeitbeobachtungen haben ihren Angaben zufolge ergeben, dass eine Schülerin oder ein Schüler, die in Sachsen zehn Jahre lang zur Schule gehen, insgesamt ein halbes Jahr gar keinen Unterricht bekommen.

Und dabei ist die Dunkelziffer des tatsächlichen Stundenausfalls wohl sehr hoch. Die Hilferufe einzelner Schulen würden in vielen Fällen nur die besonders gravierenden Fälle darstellen, so Brewig. «Dabei sollte man beachten, dass die meisten Elternvertreter davor zurückschrecken, ihre Schule in ein schlechtes Licht zu setzen und die Schulleitungen die Situation unter dem Deckel halten.» (dpa)

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24 KOMMENTARE

  1. Der Artikel vergisst, das Wichtigste zu erwähnen: Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, eine Statistik für ausfallenden Unterricht zu erstellen.
    Entweder zählt man eine Schulstunde nur dann als „ausgefallen“, wenn die Kinder nach Hause geschickt werden oder sich ohne Lehrer allein beschäftigen sollen. Oder man zählt eine Stunde Fachunterricht auch dann als ausgefallen, wenn sie vom Religionslehrer (oder anderen) vertreten wird und der sie halt irgendwie beschäftigt oder ihnen was erzählt, was mit dem jeweiligen Fach nichts zu tun hat.
    In NRW gab es zu Zeiten von Frau Löhrmann sogar einen politischen Streit darüber: Die Regierung bevorzugte die erste der beiden Zählweisen, die Opposition die zweite. Natürlich gab es erhebliche Differenzen.

    • Auch der Religionsunterricht ist Fachunterricht, die Lehrkräfte haben das Fach studiert, das 2. Examen abgelegt und Missio oder Vocatio erhalten.

      Benennen Sie es doch einfach sachlich: Sie meinen, dass der Ausfall in einem Fach durch uUnterricht in einem anderen, fachfremden Unterricht oder durch Beaufsichtigung kompensiert wird.

      • Hat es denn schon Beschwerden über ausfallenden Religionsunterricht gegeben? Ist der nicht — mehr oder weniger — ohnehin freiwillig? In Berlin wird der von kirchlichen Katecheten erteilt (evangelisch).

        • Nein, der Religionsunterricht gereicht ist nicht freiwillig, es gibt aber in vielen Bundesländern inzwischen Alternativen, die nun auch ab der 1. Klasse flächendeckend angeboten werden sollen, also Ethik oder Werte und Normen oder Philosophie.
          Erteilt werden alle diese Fächer durch grundständiger ausgebildete Lehrkräfte, der Einsatz von KatechetInnen, ReligionspädagogInnen oder PastorInnen in Schulen ist nicht überall verbreitet.

  2. In SH zählte auch die Stunde nur dann als ausgefallen, wenn die Kinder nach Hause geschickt wurden. Deshalb fiel an den Grundschulen auch nie Unterricht aus!
    Jetzt gilt eine Stunde als ausgefallen, wenn die Kinder auf die anderen Klassen aufgeteilt werden müssen. Sobald aber irgendein Erwachsener, ob Lehrer, Praktikant, Schulassistentin oder wer auch immer die Klasse beaufsichtigen kann, erscheint kein Unterrichtsausfall in der Statistik!

  3. Das ist ein interessantes Thema. Wir hatten im letzten Schuljahr während einer Präsenzphase im Hochsommer beantragt, unser Kind möge doch bitte nach Hause geschickt werden anstatt in den (Rand-)Stunden, die ausfallen mit 27 anderen Kindern in der Hitze mit Maske rumzusitzen. Wir wurden gerügt und unser Kind wurde mit Hinweis auf die Schulpflicht nicht nach Hause gelassen. In der darauffolgenden Woche ist dann aber aufgrund Abi Unterricht ausgefallen und die Kinder mussten NATÜRLICH zu Hause bleiben. Ich verfolge die Argumentation nicht weiter (Schulpflicht? ja? nein? immer? Manchmal? sieht sich die Schule als Bildungseinrichtung und will PARTOUT nicht betreuen? sieht sich die Schule als Betreuungseinrichtung und betreut in Unterrichtsstunden, wenn LuL aus welchen Gründen auch immer ausfallen? Müssen Kinder in der Schule betreut werden?)
    Manchmal wird mit als Elternteil unterstellt, keinerlei erzieherische Kompetenz zu haben (beim Thema Medienkonsum werden Eltern massiv beschuldigt, das überhaupt nicht im Griff zu haben und deshalb Kinder auf dem Schulhof koreanische Serien nachspielen), manchmal wird – im Kontext der Vermeidung von Ganztagsschulen – betont, dass Kinder doch am besten zu Hause aufgehoben sind.
    Was jedoch auffällt: es ist unmöglich, Informationen zu Unterrichtsausfall oder Daten zum Krankenstand zu bekommen. Vermutlich habe nicht nur ich den Überblick verloren.
    Ich versuche, mich in Gelassenheit zu üben.

    • Ganz falsche Reaktion. Dann wird sich nie etwas ändern.

      Adressieren Sie grundsätzlich die Leute, die für die Rahmenbedingungen in Schule verantwortlich sind!

      Schulamt, Schulverband, Ministerium.

      Da sitzen die Schuldigen.

      Lehrer sind nur die Rädchen im System und gezwungen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

      Lehrer entscheiden NICHTS, das Umfeld ihrer Arbeit wird zu 100% fremdbestimmt.

    • Ein guter Tipp: schauen Sie mal ins Schulgesetzt, da steht alles drin.
      Zu Informationen zu Schulausfall und Krankenstand, meist erfährt die SL erst am Morgen wer erkrankt ist. Dann muss geklärt werden ob der Unterricht anderweitig aufgefangen werden kann, oder nicht. Kann ein anderer Lehrer eingesetzten werden( Vertretungsuntericht im Gegensatz zu Freistunden) gibt es keinen Ausfall, das heißt SuS dürfen nicht nach Hause gehen. In Ganztagsschulen muss eine Notbetreuung gewährleistet werden. Bei komplett Ausfall zu vieler Kräfte kann auch das ausgesetzt werden. Wo niemand mehr da ist, kann auch niemand betreut werden.
      Viele dieser Infos erreichen Eltern dann logischerweise erst mit etwas Verzögerung.
      Auch eine Zusammenlegung unterschiedlicher Klassen ist nicht zulässig zur Zeit, ebenso wie das Betreuen einzelner SuS in fremden Gruppen.

      • An den GS in SH ist das Kohortenprinzip mit Beginn dieses Schuljahres gefallen, so dass Klassen wieder aufgeteilt werden können. Zuvor hätten die 25 Kinder einer Klasse auf die beiden Parallelklässen aufgeteilt werden müssen. Um 12 bis 13 weitere Kinder in die Klässenräume zu stopfen, fehlt der Platz! Die Räume sind schon mit 25 Kindern am Anschlag! 2 Kinder können noch an den Materialtisch und eines ans Lehrerpult, aber dann ist Schluss!
        In der Kohortenzeit betreute dann ein Lehrer 2 Klassen in 2 Räumen, denn Grundschulen sind verlässlich! Kinder KÖNNEN NICHT nach Hause geschickt werden! Obwohl dann der Unterricht eigentlich in 2 Klassen mehr oder weniger ausfällt, gilt das nicht als Ausfall, da ja ein Lehrer – zumindest zeitweise – vor der Klasse stand.
        Es gibt in der Statistik, die jeden Monat eingereicht werden muss, keine Spalte für „ein Lehrer betreut 2 Klassen“ oder „die Schulassistentin/eine Praktikantin/ der Hausmeister beaufsichtigt eine Klasse“.
        Manchmal glaube ich, man WILL es „da oben“ gar nicht so genau wissen.

        In unserer OGS sin 2 ausgebildete Erzieher, 2 PSAler ( Pädagogisch-soziale Assistenten, Vorstufe zum Erzieher), ein „Lehrer“ mit abgebrochenem Studium und 1,25 nicht-pädagogische Hilfskräfte (eine Mutter, und eine Taxifahrerin) für 160 Kinder zuständig.
        Interessiert das jemanden? Offenbar nicht!
        Die Eltern halten die Füße still, damit das restliche Personal nicht auch noch kündigt!
        So funktioniert das in dem 4.reichsten Land der Erde!

        • Der Betreuungsschlüssel in der OGS ist: 1 Erzieher plus eine Hilfskraft für 21 Kinder. Aber weder über Zeitarbeitsfirmen, noch über das Arbeitsamt noch über Direktbewerbungen ist Personal zu bekommen!
          Auch an der Schule können wir nur 84% des Unterrichts mit Lehrern, Seiteneinsteigern und Referendaren abdecken. Den Rest übernimmt dann halt ungelerntes Personal. Kunst, Sport, Religion und Ethik, Musik und sogar Mathe wird dann von Lehrern minutiös vorbereitet und von Praktikanten und Aushilfskräfte „erteilt“.
          Träger und Schulamt haben nur ein Mantra: „Halen Sie es aus! Es wird noch schlimmer!“ ( O-Ton!!!!)

    • Zum Gymnasium meiner Töchter gehen ca. 900 Schüler und es unterrichten dort 90 Lehrer. Das bedeutet einfach gerechnet 10 Schüler pro Klasse und keine 30 wie es immer kommuniziert wird. Es ist mir natürlich klar, dass so nicht gerechnet werden kann aus Gründen wie Teilzeit, Schwangerschaft, Elternzeit und oftmals 25% Krankenstand.
      Natürlich werden die Zahlen auch nicht kommuniziert und die Schulleitung weiß auch nicht welche Lehrer abwesend sind, wenn man ihnen auflistet welche Stunden ausgefallen sind, ist sie erstaunt und behauptet das stimmt nicht.
      Nur, kann es wirklich sein, dass jede Lehrkraft im Schnitt nur zu 30% anwesend ist?

      • Die mit einer Drittelstelle auf jeden Fall, bei Leuten mit halber Stelle würde ich grob 50 % schätzen.
        Die Kranken und Schwangeren kommen „im Schnitt“ zu 0%.
        Was die sich wieder rausnehmen…
        Faules Pack.

      • Oh ja, @Andreas, bei 900 Schülern im Gymnasium reichen natürlich 30 Lehrer, dann ist die kommunizierte Klassenstärke von 30 Schülern Fakt, so muss es sein. Ehm …. da müsste jeder Lehrer eine Klasse Vollzeit betreuen mit allen Fächern? Oder wie? ca. 34 Schulstunden? Ach ja, ein „normaler Angestellter muss ja auch 38-40 Stunden arbeiten, also nur gerecht. Schulstunden bereiten sich von selbst vor… klar. Muss man nicht diskutieren, Lehrer sind faule Säcke.
        Und wo Sie wohl immer diese verlässlichen Zahlen herhaben: 25% Krankenstand! Ist es nicht noch mehr??? Die Lehrer machen doch nur krank, sind mit ihrem vollbezahlten Halbtagsjob doch eh überfordert! Jammern in einer Tour. Also bitte …
        Jede Lehrkraft ist nur zu 30% anwesend? Wow! Werde Lehrer, dann hast du das schönste Leben. Oder zählen Sie vielleicht die Hauptarbeit, die zuhause, auf eigene Kosten (Computer, Material, Strom ….) anfällt gar nicht? Wie? Das wussten Sie nicht? Sie wussten auch nicht, dass Lehrer nicht wie jeder andere Beamte einen eigenen Arbeitsplatz haben? Sondern tatsächlich von zuhause arbeiten müssen? Oh! Trotzdem: Lehrer sind faule Säcke, die haben es tatsächlich nicht anders verdient, als permanent beschimpft zu werden. Es ist ja auch völlig logisch, dass jegliche Fehlentscheidungen seitens des KuMis und die Defizite in der elterlichen Erziehung den Lehrern angelastet werden müssen, wem sonst?
        Lieber Andreas, ich bin voll bei Ihnen, weiter so. So sieht unsere Zukunft aus.

  4. Es geht die Erziehungsberechtigten schlichtweg nichts an, warum eine Lehrkraft nicht für Unterrichtszwecke einsetzbar ist. Ein Vertretungsplan kann erst ca. eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn für den Tag erstellt werden und wird dem Kollegium wie den Schüler*innen durch Aushang am Unterrichtstag bekannt gemacht. Eine Vorschau für den folgenden Unterrichtstag ist reine Papierverschwendung.
    Wenn die Schulleitung die Fehlzeiten einzelner Lehrkräfte erfasst und statistisch auswertet, ist das ein klarer verstoß gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen. Arbeitgeber bzw. Dienstherr der Lehrkräfte ist das Land und nicht die Schule – also weder die SL noch der Schulträger.

    • Genau deshalb werten die Fehlzeiten auch die Eltern aus den Angaben der Schüler, also den Kunden, aus. Niemand verbietet dem Kunden die Stunden eines Handwerkers zu kontrollieren. Ob er in der Firma Vorbereiten, Bestellen oder die Rechnung schreibt interessiert da auch nicht. Was zählt ist die Anwesenheit und dazu auch noch ob er was tut. Oder bezahlen Sie Ihren Handwerker obwohl er krank ist?

      • Wenn Sie beim Handwerksbetrieb anrufen und Auskunft über den Krankenstand aller Mitarbeiter bitten, dann wird dieser Ihnen mitgeteilt?

      • Die Fehlzeiten, die die Eltern auflisten, sagen doch überhaupt nichts über den Grund der Abwesenheit aus. Und Gründe gibt es neben der AU wegen eigener Erkrankung in großer Menge. Und all diese Gründe gehen die Elternschaft einen feuchten Kehricht an.

        Die ganze fehlzeitenstatistik, die SL erstellen müssen, dient doch lediglich der Verschleierung der tatsache, dass die Länder zu wenig Personal in diesem Schlüsselbereich haben. Wenn Schule so handeln würde wie die Krankenhäuser, also die Zahl der Betten an die Personalsituation anzupassen, dann wird wohl für einige Kinder die Schulpflicht aufgehoben werden müssen. Alternativ gibt es eine 9-jährige Vollzeitschulpflicht, die maximal mit dem FOR endet, und alle anderen schulischen Angebote müssen auf dem freien Markt eingekauft werden – „Abi-to-rent“ sach ich da. Klingt wenigstens wie Abiturient.

    • So ein Blödsinn. Krankenstand ist – auch im schulischen Kontext – ein Indikator für Arbeitsbedingungen, aber auch für Engagement. Wenn an einer Schule am 2. Mai 50% der LuL fehlen, kann man da als SL schon mal genauer hinkucken und nachfragen. Aber ein Schulterzucken, weil das halt mal so ist hilft niemanden. Und macht Schulen zu dem, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, nämlich zu Selbstbedienungsläden.
      Transparenz und Kommunikation helfen da. Wenn man will. Scheinbar will aber niemand. Vielleicht doch ein Selbstbedienungsladen?
      Klar geht der genaue Grund für Abwesenheit niemanden etwas an. Aber wenn man alles unter dem „nicht euer Bier Aspekt“ abwiegelt, braucht man sich auch nicht wundern, wenn Befindlichkeiten und Gerüchte kursieren.

      • Was soll man denn bei hohem Krankenstand „genauer nachfragen“? Wenn sich eine Lehrkraft krank meldet, muss das so akzeptiert werden. Wie stellen Sie sich denn so ein Telefonat am Morgen vor? „Ich möchte mich krankmelden.“ – „Gestern war Feiertag. Sind Sie wirklich krank oder tun Sie nur so?“

        Was soll denn bitte konkret geschehen, um „Transparenz“ zu schaffen? Ein wöchentlicher Elternbericht? „17 LuL nicht anwesend, davon 14 krank gemeldet, 3 auf Fortbildung“?

        Zum Thema „Selbstbedienungsladen“: An meiner Schule gibt es zig LuL, gerade Teilzeitbeschäftigte, die Unsummen an zusätzlich zum eigentlichen Deputat geleistete Stunden vor sich herschieben, die nicht bezahlt werden und in absehbarer Zeit nicht abzubauen sind.

        Ja, es mag vereinzelte LuL geben, die das System ausnutzen und „krankfeiern“. Solche Menschen gibt es aber in jedem Beruf und daraus kann nicht auf den Beruf als Ganzes geschlossen werden.

        • Die wenigen noch verbliebenen LuL an meiner Schule sind eher selten krank. Allerdings haben viele noch kleine Kinder, die aufgrund von Quarantäne in Kiga, GS zu Hause betreut werden mussten! Auch wenn man sich die Quarantäne mit dem Ehepartner teilt, Geimpfte müssen ja nicht zu Hause bleiben, so wird auch dieses Jahr aufgrund der katastrophalen Bedingungen in den Schulen vermehrt Unterricht ausfallen.
          Unter jüngeren Kindern grassiert auch noch das RSV Virus und andere. Aber Prävention ist ja nicht erwünscht.
          Bei Unterrichtsausfall kann man ja die „faulen Säcke“ verhauen!

      • Die SL hat nur eine Aufgabe, die AU an die personalführende Stelle weiterzuleiten. Für die SL ist einzig die dauer der krankschreibung von Interesse, da sie die Vertretung anzuordnen hat. Der Aushang des Vertretungsplanes im Lehrkräftezimmer gilt de jure als Arbeitsanweisung für die vertretenden Lehrkräfte.

        • Na dann ist das ja geschwätzt, wenn das so einfach ist. Und jeder Betrieb/jedes Unternehmen, das Gesundheitsmanagement betreibt ist doof? Natürlich sind die, die krank sind nicht plötzlich gesund, nur weil jemand nach Rückkehr fragt, wie es geht und ob die Schule was beitragen kann, eine derartige Krankheit zu vermeiden. Und wenn wahrgenommen wird, dass man jahrein, jahraus an den Brückentagen fürchterliche Kopfschmerzen hat, vielleicht tut sich dann auch was. Beim Krankenstand gilt das gleiche wie bei Infektionszahlen: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß und was ich nicht erfrage gibt es nicht. Das gilt für Gründe, die krank machen (und nicht angegangen werden, weil man das halt einmal so akzeptieren muss) ebenso wie für die (ein, zwei) Krankmacher.
          Und um „nicht auf den Beruf als Ganzes“ zu schließen, braucht man Daten.
          Teil des Problems ist, das SL keine personalführenden Stellen sind und sich somit auch nicht um dieses Problem kümmern.

  5. In unserem sonderpädagogischen Zentrum gibt es nun die 4 Tage Woche, erst mal bis zu den Weihnachtsferien, laut Schule Lehrermangel. Eine Initialbewerbung einer Bekannten wurde abgelehnt, es seien genügend Lehrkräfte. Naja der Pavillon in Dubai an der Expo hat BW 15 Mio gekostet und „The Länd“ 21 Mio. Da bleibt für Bildung nix übrig.

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