Immer mehr Ansteckungen in Schulen: Haseloff spricht sich für Impfpflicht aus

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MAGDEBURG. In Sachsen-Anhalt breitet sich das Coronavirus weiter aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 531,8. Vergangenen Montag lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche noch bei 304,9. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigt sich offen für eine allgemeine Impfpflicht.

Sieht durchaus Handlungsbedarf: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Foto: Shutterstock / photocosmos 1

Insbesondere in Schulen gewinnt das Infektionsgeschehen an Fahrt. Zum Stichtag am vergangenen Donnerstag hatten laut dem Bildungsministerium 710 Schulen zusammen knapp 3700 infizierte Schüler gemeldet. Eine Woche zuvor hatten 687 Schulen rund 1640 aktuell infizierte Kinder und Jugendliche gemeldet. Die Zahl der infizierten Lehrkräfte erhöhte sich von 168 auf nun 295.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief die Landesregierung und das Bildungsministerium auf, weitergehende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz zu ergreifen, um die Beschäftigten ausreichend vor einer Ansteckung zu schützen. «Ebenso wie die Gesundheit des pädagogischen Personals und ihrer Familien darf die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler nicht fahrlässig gefährdet werden.» Zudem müssten die Quarantänepflicht für Schüler und das pädagogische Personal weitreichender gestaltet werden.

«Es muss unmittelbar die Maskenpflicht im Unterricht wieder eingeführt werden. Ebenso gehört die Präsenzpflicht aufgehoben»

Auch die Grünen fordern schärfere Maßnahmen. «Es muss unmittelbar die Maskenpflicht im Unterricht wieder eingeführt werden. Ebenso gehört die Präsenzpflicht aufgehoben», sagte Fraktionschefin Cornelia Lüddemann. Außerdem solle der Wechselunterricht wieder ermöglicht werden.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen zeigte sich Haseloff offen für eine allgemeine Corona-Impfpflicht. «Eine Impfpflicht muss bundesgesetzlich geregelt werden. Wenn die zukünftige Bundesregierung eine entsprechende Novelle vorlegt, dann werde ich das unterstützen.» Zuvor hatten sich bereits weitere Unionspolitiker hinter die Forderung nach einer Impfpflicht gestellt. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte eine Debatte darüber gefordert. dpa

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