„Jeden Tag bete ich, dass die Impfung hält!“ Eine Lehrerin berichtet

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DÜSSELDORF. Von Regelbetrieb ist die Rede, wenn Kultusminister über das sprechen, was derzeit in den Schulen geschieht. Doch von normalem Unterricht kann kaum gesprochen werden – meint eine News4teachers-Leserin in ihrem folgenden Gastkommentar. Das Chaos sei kaum mehr zu ertragen. Zumal es sie von drei Seiten bedrängt: als Lehrerin, als Frau eines Lehrers und als Mutter von drei Kindern. „Ich bin durch“, schreibt sie.

„Seit einigen Wochen verschwinden immer mal Schüler*innen und dann heißt es über den Buschfunk, dass XY Corona hat.“ Illustration: Shutterstock

„Möglichst lange Präsenzunterricht“ ist eine super Devise, die derzeit ziemlich viele in den Mund nehmen. Was ist denn los an Deutschlands Schulen? Was wird denn befürchtet?

Kann es denn noch viel schlimmer werden, als es gerade schon ist? Noch 4,5 Wochen bis Weihnachten und wir Lehrer*innen unterrichten was das Zeug hält. Es ist toll, dass man Kontakt zu Schülern*innen hat, denn der Beruf ist für viele Lehrer*innen eine Berufung und nicht nur ein Beruf.

Deutsch in der Klasse 11 und man befindet sich in einem Raum mit 29 Schüler*innen, die alle Fenster geschlossen haben, weil „es zieht“

Doch wie sieht der Alltag aus? Man kommt in die Schule, der Desinfektionsspender ist leer oder siffig, wenn man noch kurz auf die Toilette will vor dem Unterrichtsbeginn, dann wäscht man sich danach die Hände mit kaltem Wasser und freut sich, wenn irgendein netter Kollege einen Fa-Seifenspender spendiert hat.

Dann geht es in die Klasse. Deutsch in der Klasse 11 und man befindet sich in einem Raum mit 29 Schüler*innen, die alle Fenster geschlossen haben, weil „es zieht“ und man erinnert ans Lüften und daran, dass Masken getragen werden sollen.

Anschließend Unterricht in Klasse 5. Luftfilter ist da. Juhu. Aber die Schüler*innen klären mich auf, dass er kaputt sei und man ihn als Abstellplatz für Ordner verwendet. Die Reparatur kann nur von einer Spezialfirma gemacht werden und diese ist ausgebucht.

Also öffnen wir ein paar Fenster und die Kinder rufen nach Maskenpause! Der andere Lehrer würde sie auch immer gemeinsam im Raum frühstücken lassen.

Warum auch nicht, die Schüler*innen sitzen ja auch um eins alle in der Mensa und essen gemeinsam. Und einige Schüler*innen tragen die Maske gar nicht und wenn ich sie daran erinnere, dann kommen Kommentare wie „ja… ja… sonst sterben wir ja alle!“.

Einige Kinder sitzen mit FFP2 Maske, andere ohne bzw. mit Maske unter dem Kinn und man kann sie ständig daran erinnern, die Maske hochzuziehen. In meinem Fach im Lehrerzimmer liegen heute zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie drei Masken. Wie nett. Der Arbeitgeber hat ein Herz.

Tests gibts für geimpfte Lehrkräfte nicht. Und jeden Tag bete ich, dass die Impfung hält, denn natürlich rede ich mit Kindern und natürlich stehen die manchmal `vor mir ohne Abstand und erzählen, was sie auf dem Herzen haben und das ist auch gut so.

Im Einzelgespräch sitze ich mit einer Kollegin, die die Maske abzieht, sie sei ja geimpft und hätte nicht so ein Angstproblem mit Corona

Aber seit einigen Wochen verschwinden immermal Schüler*innen und dann heißt es über den Buschfunk, dass XY Corona hat und dann kommt ein entsetzter Klassenlehrer in meinen Unterricht und holt die Sachen der Schülerin ab um diese den Eltern zu übergeben.

In einer Parallelklasse ist die Cousine des Mädchens, die aber weiter zur Schule kommt.

Einige Klassen sind ganz im Homeschooling. Wir Lehrer*innen bleiben aber natürlich in der Schule, weil sonst gibt es Personalmangel.

Im Lehrerzimmer sitzen Lehrer ohne Maske, im Einzelgespräch sitze ich mit einer Kollegin, die die Maske abzieht, sie sei ja geimpft und hätte nicht so ein Angstproblem mit Corona. Ok. Ich habe aber Eltern, denen ich diese Krankheit nicht mitbringen möchte, also zieht sie die Maske dankenswerter Weise wieder an.

Ein Schüler hustet in der 7. Klasse. Die Eltern behaupten, das Kind ist negativ getestet, per Unterschrift. Doch da es dem Kind zu Hause schlechter geht und man zum Kinderarzt geht, dieser einen PCR-Test macht und dieser positiv ist, wird der Klasse dann fairerweise mitgeteilt, dass es „einen Coronafall“ gibt und dass man sich bitte testen möge. Die Mutter ruft an und behauptet , die Schnelltests seien weiterhin – trotz positivem PCR-Test- negativ. Vielleicht ist das ihr Umgang mit ihrem schlechten Gewissen, dass sie das Kind möglicherweise doch nicht getestet hatte vorher und – nur unterschrieben?

Ein Mädchen in Klasse 10 sitzt da wie ein Glühwürmchen. „Darf ich nach Hause? Rufen Sie bitte meine Mutter an? Ich habe ihr heute Morgen schon gesagt, dass es mir nicht gut geht. Sie wollte, dass ich in die Schule gehe!“ Ich rufe an und unterhalte mich mit einer Mutter, die ich davon überzeugen muss, dass ihre Tochter Fieber hat.

Vetretung. In Klasse 8. Ich kontrolliere die Anwesenheit. Ein Schüler fehlt. „Der hat Corona. Wir sollen uns jetzt alle 5 Tage lang testen und keiner soll in Quarantäne.“. Ach ja, die neuen Regeln unseres Kultusministers.

Ich bin Mutter, habe drei Kinder und einen Mann im Schuldienst.

Ich bin durch.

Hilfe.

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Eine Mutter redet Klartext: Meine Kinder sitzen mit Angst im Präsenzunterricht!

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65 KOMMENTARE

  1. Danke. Ich unterschreibe das 1:1. Ich bin am Limit und weiß nicht, wie ich es noch bis Weihnachten, geschweige denn die nächsten Dienstjahre schaffen soll. Wir werden im Stich gelassen. Dass wir ebenfalls an vorderster Front kämpfen, sieht niemand, stattdessen ist man der Arsch der Nation. Bei Homeoffice-Pflicht, dem Betteln der Politiker um freiwillige Kontaktreduzierung o.ä. kann ich nur noch den Kopf schütteln. Mein ungeimpfter Sohn (11), mein Mann im Schuldienst und ich, locker MÜSSEN wir 600 Kontakte in der Woche haben. Unsere Familie sehen wir aus Rücksichtnahme nicht mehr. Stattdessen wird vom KM die gesamte Schule zu einer Kohorte erklärt, wir werden verheizt und verraten.
    Ich hoffe nur, dass die Impfung hält, trüge ich meinem Sohn Corona nach Hause, ich würde es mir nicht verzeihen. Müsste ich ihn nicht zur Schule schicken, ich würde es nicht tun, denn es ist genau so, wie oben beschrieben.
    Ich bin so müde und erschöpft von diesem Mist in den Schulen, den schmierigen, nichtssagenden KM-Briefen und der öffentlichen Berichterstattung, die von „Schulschließungen“ spricht, die es faktisch doch nie gegeben hat und nicht geben soll. Aber Gesundheitsschutz und daraus resultierende Maßnahmen dürfen doch nicht zu viel verlangt sein.

    • @Kalila:

      „….den schmierigen, nichtssagenden KM-Briefen….“

      Da haben Sie das Adjektiv ausgesprochen, nach dem ich seit Monaten in Bezug auf die Anschreiben unseres KM gesucht habe: „schmierig“!

      Der Frust ist so vielschichtig.
      Man fühlt sich missbraucht, vera….., nicht wertgeschätzt, vernachlässigt, alleingelassen, belogen, es wird einem die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmung verschwurbelt, man hat einfach nur noch Schiss, man friert und weiß obendrein noch nicht einmal, wie lange das alles dauern wird…

    • So ist es. In Brandenburg ist die Präsenzpflicht aufgehoben. Die Schulleitung hat unmissverständlich klar gemacht, dass die Kinder zuhause nicht unterstützt werden. Nett, oder? Meinen Schülern habe ich angeboten, Lerninhalte täglich in die Onlineräume zu stellen, falls jemand daheim bleibt. Komme mir dabei vor, wie ein Verräter.
      Mein Großer wird in den letzten 10 Tagen vor dem Fest auf keinen Fall zur Schule gehen. Mein Kleiner muss leider, ich muss ja auch. Dann sind wir halt in ein paar Tagen wieder krank. Bei den Temperaturen kein Problem.
      Ich liebe es, den Kindern etwas beizubringen, ich genieße es, wenn ich merke, wie stark die Bindung zu den Schülern ist. Aber ich hasse alles, was drumherum passiert.
      Wir hatten nie Schulschließungen. Wir hatten hier dreimal Onlineunterricht an 2 Laptops, einem Rechner und einem lahmen Internetanschluss. Das war kein Urlaub, sondern Stress pur.
      Ich bin auch müde. Kurz davor, meinen Job hinzuschmeißen.

  2. Hallo,
    könnte von uns sein. Was mich ärgert, dass weder geimpfte Lehrer noch Schüler mehr einen Schnelltest bekommen. Für mich heißt das, entweder bin ich alle 14 Tage 3 Tage krank (bei dem Wetter und dem Lüften gibts Halsweh) oder ich gehe die Gefahr des Spreadings ein. Na ja, die Schüler vergisst man dabei ganz. Man sollte doch froh sein über jeden der sich freiwillig testet.

    Gruß

  3. Als Mann einer Lehrerin bezweifle ich Ihren Bericht keine Sekunde. Die Schülen müssen geschlossen werden, denn dieses absurde Theater, dass darin besteht, Normalität vorzuspielen und das bei 300 Toten pro Tag und Patientenverlegungen, ist eine Beleidigung für jeden mit Verstand.
    So kann man nicht mit Kindern umgehen, so darf man nicht mit Lehrern umgehen.
    Abe es wird auch bei einem deutschen Bergamo Szenario keine Schulschließungen geben, das ist rechtlich nicht mehr möglich und es bleibt nur, Ihnen ein gutes Durchkommen zu wünschen.

  4. Danke für den Text, der mir sehr aus dem Herzen spricht. Auch ich bin Lehrerin und Mutter von drei Kindern. Jeden Tag mehrere neue Coronainfektionen an der Schule, das Gesundheitsamt meldet sich einfach überhaupt nicht mehr, es ist eine unerträgliche und unübersichtliche Situation. Ich bin so müde. Grüße aus Sachsen!

  5. Wie gerne würde ich jetzt irgendwas aufbauendes schreiben. Oder was sarkastisches, über das man wenigstens für 2 Sekunden bitter schmunzeln kann. Aber mein Kopf ist grade total mütend leer. Am schlimmsten ist diese Unehrlichkeit gegenüber Lehrer, Eltern und Kindern, diese Entmündigung, diese Geringschätzung. Alles Gute, dass die vielen Kelche an Ihnen vorbei gehen.

  6. Ich möchte das Thema auch gern mal aus Sicht einer Erzieherin vertiefen.

    Ich arbeite mit Kindern unter 3. Diese Kinder werden nicht getestet. Auch nicht, wenn sie fiebern, husten etc. Das machen die Ärzte nicht und natürlich ist das auch wirklich schwer umsetzbar bei so kleinen Kindern.

    D.h. natürlich, dass eine Ansteckung so gut wie nie entdeckt wird.

    Diese Kinder benötigen sehr viel Körperkontakt. Auch klar.

    Und natürlich betreuen wir gerade reihenweise verschnupfte und hustende Kinder. Klar, gibt ja auch normale Erkältungen. Und welche Wahl haben die meisten Eltern schon? Bei jedem Husten zu Hause bleiben? Undenkbar. Das macht kein Arbeitgeber mit.

    Die Kinder essen gemeinsam. Diese Altersgruppe KANN sich nicht an Hust- und Niesetikette halten. Man kann sich vorstellen, was das beim Essen bedeutet, aber auch allgemein im Alltag. Wie oft ich nass angehustet werde, kann sich sicher jeder vorstellen. So kleine Kinder sabbern auch noch viel herum. Das kommt noch on Top. Sie nehmen alles in den Mund. Was Kind X eben im Mund hatte, landet blitzschnell bei Kind Y im Mund.

    Zeigt es sich dann doch mal, dass ein Kind sich angesteckt hat, weil es bspw. Kontakt zu einem Infizierten hatte und das Testen geklappt hat, werden zwar die anderen Kinder der Gruppe in Quarantäne geschickt, die Erzieher jedoch nicht. Und nun der Hammer, und das hab ich inzwischen mehrfach so erlebt, sie werden nicht mal getestet! Nein, sie sollen weiterarbeiten. In anderen Gruppen! Denn natürlich ist überall Notstand, was die Besetzung betrifft. Mit Maske allerdings, trotzdem…

    Mich erschüttert das alles sehr. Ich habe Angst um mich selber (obwohl selbstverständlich geimpft) und um meine Familie (darunter 2 Kinder unter 12), zu der ich möglicherweise das Virus hintrage. Denn ich kann mich nicht schützen und ich werde auch nicht geschützt.

    Und ich habe Angst um die vielen Kinder, vor allem in Krippen und Kindergärten, aber auch Schulen und Horten, die dem Ganzen teilweise wirklich komplett schutzlos ausgeliefert sind.

    Vielleicht geht es bei den meisten Kindern gut aus. Bei einigen aber möglicherweise auch nicht. Und jedes ist eines zu viel

  7. Danke für diesen Bericht, und ehrlich: ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken!
    ABER: mir geht es als Mutter ähnlich, es gibt eben auch die Lehrer, die nicht lüften, „weil es zieht und Blätter durch die Luft fliegen“, die den Kindern raten, ihre Maske doch bitte mal abzuziehen, damit man sie besser versteht oder einfach ganz wegzulassen („psst, nicht zu Hause erzählen, bleibt unser Geheimnis“), die die Kinder im Klassenraum gemeinsam frühstücken lassen („lässt sich sonst schwer organisieren“). Die einen von Eltern finanzierten Luftfilter (Grundschule) ablehnen, aus „Sorge vor gesundheitlichen Schäden für sie selbst und die Kinder“ – (???) ich habe nicht weiter nachgefragt, ich denke es bezog sich auf den Lärm….
    Ich fühle mich allmählich wie eine furchtbare Helikopter-Mutti. Aber an dieser Schule hat man wohl auch nicht so ein „Angstproblem mit Corona“…
    Bei uns in NRW war die Präsenzpflicht leider zu keiner Zeit (ausserhalb der Lockdowns) aufgehoben. In Spitzenzeiten wurde dann eben krankgemeldet, aber bei dem jetzigen Winter bin ich einfach nur noch ratlos.

  8. In meiner Familie sind viele im Schuldienst und keiner heult so rum wie hier, gerade auch in den Kommentaren. Wir haben alle unsere Jobs zu machen, auch für unserer Kinder. Mit doppelter oder dreifacher Impfung ist man vor schweren Verläufen geschützt, fertig.

    • Wo kriegen Sie denn Ihre dreifache Impfung so einfach her? Oder sind Sie kurz vor der Pensionierung? Würde mich echt interessieren..

        • Sie wollen mich wohl auf den Arm nehmen? Theoretisch ist mir das durchaus bekannt.
          Schon mal versucht, beim Hausarzt einen Boostertermin zu bekommen? Ich schon. Die Termine sind bis Ende Januar für über 65-Jährige reserviert. Da können Sie noch so viele Corona-Fälle in Ihren Klassen haben (habe ich), das interessiert nicht.
          Mobile Impfstellen im weitesten Sinne? Haben Sie das mal praktisch ausprobiert? Oder sich die Schlangen dort mal angesehen? Ich habe drei Stunden bei 2 Grad angestanden, in einem Kaff, nicht in der Großstadt, bis ich mich boostern lassen konnte. Für mich jenseits des Zumutbaren und erst recht, wenn man bedenkt, wie großmäulig die Politik den Präsenzunterricht propagiert. Hier wird agiert nach der Maxime „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“ (d.h. der Präsenzunterricht soll laufen, aber Impfangebote um den Impfschutz der KuK à jour zu halten macht man von kultusministerieller Seite nicht).
          Die Situation dürfte sich aktuell noch verschärft haben, da die Impfstofflieferungen zurückgefahren wurden.

    • Schön und gut, wenn das für Sie klappt. Nicht jeder ist gleich, jeder hat ein individuelles Leben, unterschiedliche Ängst, ist unterschiedlich belastbar UND an einer anderen Schule. Alles über einen Kamm zu scheren macht es für SIE einfacher, für sonst niemanden.

      Manchmal ist es besser die Klappe zu halten.

      • Ich hoffe nur, dass SpecialD sich seinen SuS gegenüber etwas empathischer verhält! Sonst hätte ich ihn nicht gerne als Lehrer für meine Kinder oder als Kollegen.

      • @SpecialD: Stimme Ihnen absolut zu. Gerade in dieser bald zwei Jahre andauernden Situation, deren Ende nicht absehbar ist, tut etwas mehr Gelassenheit im Umgang miteinander sehr gut. Und diejenigen, die es so angehen, kommen durch die Pandemie nach meiner Beobachtung bisher viel besser durch als diejenigen, die in jedem Menschen oder Schüler bzw in dem jeweiligen Verhalten der anderen eine Gefahr erkennen.

        • Da muss man zustimmen! Und die es sehr gelassen gesehen haben, haben oftmals die Pandemie auch bereits hinter sich gebracht – für immer!

        • Jo, Voraussetzung um Lehrer zu werden:
          Man ist ein hammerharter Knochen, dem die Gefühle anderer am A…. vorbeigehen.
          Sieht man ein weinendes Kind sagt man „Stell dich nicht so an! Wenn du nicht so rumheulst, wird es die Oma auf der ITS schon schaffen! Liegt ganz bei dir!“

    • „Mit doppelter oder dreifacher Impfung ist man vor schweren Verläufen geschützt, fertig.“

      Es liegen auch doppelt Geimpfte auf der ITS.

      Sollte man es den Leuten nicht selbst überlassen, ob sie mit einer weitgehend unbekannten Gefäß-Krankheit, die unbekannte Spätfolgen haben kann, russisches Roulette spielen wollen?

    • „Wir haben alle unsere Jobs zu machen, auch für unserer [sic!] Kinder.“

      Genau! Zu unserem Job gehört es, Kinder zu schützen! Da wir eine Schulministerin haben, die ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommt, sollten Sie dankbar für Lehrkräfte sein, die die gesundheitlichen Gefahren für die Menschen in der Schule immer wieder anprangern!

    • Lehrer als Liquidatoren.
      Sollte sich Drostens Befürchtung als berechtigt herausstellen, werden offene Schulen zu den gefährlichsten Orten der Republik zählen.
      Dahin gibt man sein Kind nicht mehr, völlig irrelevant was die Lehrer tun. Sie verwechseln Pflichtbewusstsein mit Dummheit.

    • „In meiner Familie sind viele im Schuldienst und keiner heult so rum “
      Ist es ein Vogel, ist es ein Flugzeug? Nein! Es ist Super-Heult-Nicht-So-Rum-Suse.
      Nirgendwo sonst bleiben Augen so trocken.

  9. Danke! Solche Berichte aus der Praxis sollten hier viel öfters erscheinen.

    Ich steuere gerne etwas dazu. Als Berufsschullehrer, meine mir anvertrauten Kinder sind zwischen 17 und 40 Jahren, erlebe ich täglich Folgendes:

    Die Schüler sind Coronamüde. In jeder unbeobachteten Situation setzen die SuS im Unterricht die Masken ab. Viele setzen die Maske auch nicht richtig auf. Gefühlt ermahne ich 50 mal pro Tag, die Masken richtig aufzusetzen.

    Die Fenster werden nicht mehr richtig zum Stoßlüften geöffnet, weil es zu kalt ist.

    Die Luftfilter werden ausgeschaltet weil es zieht bzw. zu laut ist. Oder der Stecker wird gezogen, um das Handy zu laden.

    Ich bin müde des Ermahnens …

  10. Der Bericht spricht mir aus dem Herzen. Genau so ist es. Und bzgl. Schule gibt es keine Berichte, dass „das Personal“ am Ende ist, die oben beschriebene Situation wird nicht öffentlich gemacht …
    An Schulen arbeiten ja „faule Säcke“.
    Und wenn ich jetzt höre, Präsenzunterricht ist sooo wichtig für die Kinder, die sonst nicht zur Schule kommen.
    Dazu fällt mir ein:
    1. Müssen die, die auch sonst immer kommen und auch im DU prima lernen, jetzt darunter leiden, Angst haben und ihre Gesundheit auf’s Spiel setzen?
    2. Auf einmal sind potentiell notorische Fehler wichtig und sollen wieder REAL schulisch integriert werden??? Dass ich nicht lache!

    • Trifft es auf den Punkt!

      Es hat keinen gekümmert, es kümmert keinen, es wird keinen kümmern.

      Schwer zu erklären, dass eine ganze Nation lieber Sprüche und Narrative wiederholt (über die faulen Säcke) als ihre eigenen Kinder in einer solchen Situation instinktiv zu schützen…

      Individuelle Fehlentscheidungen?
      Soziales Versagen einer ganzen Gesellschaft?
      Verlust jeglichen Realitiätsbezugs?
      Abwesenheit logischen Denkvermögens?
      Fehlen grundlegender Schulbildung im Bereich der Biowissenschaften?
      Empathieverlust (fast) einer ganzen Nation samt ihrer Regierungen?
      (oder stinkt der Fisch vom Kopp?)
      Abdriften in Scheinwelten, Traumwelten oder parallele Wirklichkeiten?

      Jeder müsste doch als ersten und ganz natürlichen Reflex haben, die Tür vor dieser Bedrohung zu schließen, nachdem er alle seine Lieben reingeholt hat???!!!

      Was ist los in Deutschland?
      Immer noch eine Nation der Ja-Sager und Mitläufer?
      Immer noch eine Nation, in der einige wenige über das Wohl und Wehe ganzer Gruppen bestimmen können?
      Immer noch eine Nation der Regierenden, die alles besser wissen und das Recht haben, alle mahnenden und reflektierenden Stimmen totzuschweigen oder zum Verstummen zu bringen?
      Auf jeden Fall immer noch eine Nation, in der die eigenen Mitarbeiter kein Mitspracherecht haben, in der die Mitarbeitenden nicht einmal gehört werden, wenn sie nachdrücklich und unaufhörlich vor Gefahren warnen???

      Ja, irgendwann werden alle müde.
      Aber weniger durch notwendige Maßnahmen wie DU, sondern durch die Ignoranz, die uns entgegengebracht wird.
      Nach fast 30 Jahren im Dienst zu erkennen, dass es noch schlimmer ist, als man immer schon ahnte… wohl wissend, dass man von eben diesem Job abhängigist, ihm nicht einfach den Rücken kehren kann… das ist schon hart!

      Derweil redet man sich täglich ein, irgendwer wird irgendwo doch noch klar denken können und endlich sinvoll handeln…
      Präsenzpflicht aufgeben, Wechselunterricht, Maskenpflicht, Luftfilter wären das Mindeste.
      Wer weiß, wie Viren ticken, wer sich eingesteht, wie die Entwicklung bis hierher war, wird jedoch auch wissen, dass es dazu inzwischen zu spät ist, dass das nicht mehr reichen wird.

      Um faktische Schließungen werden wir nicht mehr herumkommen. Wie auch immer man die dann nennen wird, wem auch immer man dann die Schuld dran geben wird.
      Leider.
      Ich hoffe nur, den Kindern wird nicht wieder eingeredet, dass sie dran leiden müssen, wenn sie mal eine zeitlang nicht in die Schule gehen können.

      • Es steht zu befürchten, dass die krude Idee der Kinderdurchseuchung weiter verfolgt wird.
        Sonst würden noch heute! Maßnahmen wie der Wechsel zum Home Schooling /Fernunterricht erfolgen!

      • @kanndochnichtwahrsein

        Das ist die Strategie des Aussitzens – kennen wir von H.K.

        Das ist die Strategie des Ignorierens – auch bekannt.

        Das ist die Strategie des Überhörens – siehe drei Affen – wir haben sechzehn!

        Das ist die Strategie des Übersehens – siehe drei Affen – wir haben sechzehn!

        Kann doch so nichts werden.

        Juristen, Bänker, Notariatsgehilfinnen, Husarinnen, SärGebauer und Immobilienmarkler haben ein Herz für Geld – nennt sich Bankonto und Brieftasche.

        Juristen, Bänker, Notariatsgehilfinnen, Husarinnen, SärGebauer und Immmobilienmakler haben KEIN Herz für Menschen – fehlt ihnen schlicht.

        (Ja – Husarin, Not-Gehilfen und SärGebauer – alles in Personalunion)

  11. Und all der Irrsinn erreicht nur ein Ziel: Er VERLÄNGERT die Pandemie. Das wollen die Entscheider aber nicht verstehen.

    Selbst wenn sie den Plan haben, alle zu durchseuchen, so wird das spätestens an einer Mutation scheitern, gegen die die durch Genesung gewonnene Immunität nicht hilft. Omikron scheint da ein potentieller Kandidat zu sein.

    • @Jan aus H

      Jepp – unsere KuMis (wieso sind die eigentlich die Entscheider bei GESUNDHEITSfragen?!) haben das noch nicht verstanden – selbst ein Virus ist zielorientierter, kreativer (ich weiß, wie man das Wort schreibt!) und erfolgreicher als sie.

      Muss sie doch niederhauen!

  12. Und dann denke ich an das Bild von Frau Gebauer mit Maske im sicheren Abstand vorlesend vor Kindern – letztere trotz abgeschaffter Maskenpflicht natürlich alle mit Maske, um das Leben der Frau zu schützen, die Schulen als Bremsscheibe der Pandemie bezeichnet hat.
    Frau Gebauer, seien Sie nicht feige und machen Sie mal einen Schulbesuch unter realistischen Bedingungen.

  13. In allen anderen europäischen Ländern sind die Schulen offen, waren sie letztes Jahr großteils offen. Ja der Impfschutz ist fragwürdig, siehe auch Portugal, wich KH und ITS wieder füllen. Und was ist die Perspektive? Auflösung der Gesellschaft? Auch der 5. Booster ändert nichts.

    • „Alle anderen“, das kommt mir bekannt vor aus der Teenie-Zeit meiner Tochter. Was alle anderen machen oder dürfen ist nicht immer richtig. Manche der anderen Länder haben Luftfilter, kleinere Klassen, grössere Räume , mehr Personal und auch Probleme mit Corona. In den oben stehenden Beiträgen beschrieben ist die unzumutbare Realität in vielen Schulen in Deutschland. Haben Sie auch gelesen, was Sie kommentieren? Ist das die Perspektive?

    • In allen Bereichen werden Schutzmaßnahmen getroffen. Perspektive für Schulen: Abbau jeglicher Schutzmaßnahmen, entgegen jeglicher Empfehlungen und offensichtliche Vernachlässigung ganzer Teile der Gesellschaft.
      Und damit soll es gut sein?

    • @Neu1
      Ja Portugal steht besser da als die meisten anderen europäischen Länder. Warum? Auch wegen der hohen Impfquote. Jetzt steigen die Zahlen, zur Zeit bei etwa 170 . Davon können wir nur träumen ( Erzgebirge über 2000!). Und was macht Portugal? Vorausschauende strenge Maßnahmen, Lockdown, auch bei den Schulen, Verlängerung der Ferien. Konsequentes Handeln, kein Rumeiern wie bei uns. Und zwar konsequent, wenn die Zahlen erst am steigen sind. Nicht hinterher!
      Der 5. Booster ändert nichts? Was für eine blöde Aussage. Gut wäre es wenn hierzulande mal die erste Boosterimpfung für alle funktionieren würde.
      Hätte man das vor dem exorbitanten Anstieg getan, wäre heute nicht das Gesundheitswesen so überlastet und wir hätten wahrscheinlich nicht solch hohe infektionszahlen.
      Jetzt müssen wir hinterher „rennen“ und zögern immer noch mit halbherzigem G2.

      • Ein Zauberwort ist auch die Einwohnerzahl/Quadratkilometer. Dieser Wert ist in einigen Länder geringer als in anderen. Wer etwas mathematisches Geschick hat weiß, wo weniger Personen aufeinander hocken, werden weniger krank.
        Mathe ist schon interessant, gelle.

        Portugal hat aus der Katastrophe der ersten Welle gelernt, genauso wie Italien, nur Michel ist etwas schwerer von Begriff.

  14. Dieser Bericht und die dazu gehörigen Kommentare zeigen ein klares Bild zur Lage der Pädagogen in diesem Land.

    Die allermeisten von uns machen es nicht als Beruf, sondern aus Berufung.

    Wie die Autorin schon schrieb, sitzen selbst 16jährige (10. Klasse) aufgrund elterlichen Drucks (wo der wohl herkommt) mit Fieber im Unterricht.

    Wir sind es gewohnt von allen Seiten unter Druck zu stehen, vom Kultusministerium, der Elternschaft und dem eigenen Druck den Kindern zwischen diese Zwängen immer noch einen positiven Zugang zum Lehrstoff zu gewähren.

    Aber wir machen es gerne. Sehr gerne sogar.

    Vielleicht sollten die KMs sich mal fragen, warum selbst viele Lehrer Schulschließungen fordern.
    Und da sie von alleine nicht drauf kommen: Weil Sie, nicht verehrte KMs und Ministerpräsidenten es massiv verbockt haben.

    – sie haben Zusagen (z.B. im Bezug auf die Effizient der Impfungen), gemacht, von denen Sie keine Ahnung hatten. Aber erstmal die Latte ganz ganz hoch hängen, damit man mit vollem Schwung scheitern muss. Ohne, hätten wir niemals eine so umfassende Gegenbewegung, die insbesondere unter den Kindern schlimmsten Schäden anrichtet
    – sie haben gesundheitliche Maßnahmen wie Luftfilter oder auch nur heißes Wasser in den Schulen verschlafen
    – sie haben mit ihrem „Ich habe auch was zu sagen“ Gerangel digitalen Unterricht als Notfallplan unmöglich gemacht
    – sie lassen volle Fußballstadien, Theater, Kinos, Karneval, und Weihnachtsmärkte zu, um nicht zugeben zu müssen, dass sie Tag für Tag uns, unsere Schüler und unsere und deren Familien gefährden

    Und warum tun sie das alles? Nur um nicht zu geben zu müssen, dass sie im Sommer (und im Jahr davor) nicht zugehört haben.

    Und ja, da es Corona ist, haben sie Glück, es wird keinen Marsch auf Berlin geben. Aber zu einem muss ich Ihnen gratulieren: Noch nie waren Schüler, Eltern und Lehrer sich so einig wer Schuld ist, wie momentan.

  15. Ich bin auch komplett durch und das wars auch für mich. Die Coronainfektion trotz doppelter Impfung hat mich richtig geschlaucht und solange wir keine Maskenpflicht im Unterricht haben, werde ich kein Schulgebäude mehr betreten. Meine Loyalität ist hiermit beendet. Lasse mich wegen Long Covid krankschreiben. Meine Angstproblematik ist einfach zu groß und ich komme damit in der Schule nicht mehr zurecht. Ich fühle mich komplett verheizt. Ich war in meiner ganzen Lehrerlaufbahn noch nie so frustriert über meinen Job wie derzeit. Und ich hab den mal geliebt und alles für die Schule und die Schüler getan. Die Zeiten sind vorbei, ich denk jetzt nur noch an mich und meine Familie.

    • Sie haben das Richtige getan. Ich kann jeden Pfleger, jede Kita Mitarbeiterin, jeden Intensivpfleger, Arzt und Lehrer verstehen, der die Fahnen hisst. Soziale Berufe werden gerade massiv verhöhnt und ohne Not gefährdet.
      Sie müssten meine Telkos von heute hören, in denen gestandene Manager auf Politiker, das Staatsversagen und die Kultusminister im Speziellen schimpfen. Das sind eben auch Eltern und oft Ehemänner von Lehrerinnen.
      Ich habe täglich Angst um meine Frau.

  16. Und noch eine Kleinigkeit. Von unseren 81 Lehrkräften fehlen, Stand heute, 27.
    Nicht etwa, weil die keinen Bock haben. Neun sind , trotz Impfung, infiziert und in Quarantäne.
    Die anderen betreuen ihre Kleinkinder, die in Quarantäne sind oder erscheinen wegen Überlastung oder stinknormaler Grippe nicht.
    Ich liebe meinen Beruf seit 30 Jahren.
    Und auch die Krankenschwester kann nicht sagen, ich mag nicht mehr.
    Ja, wir halten durch, das müssen wir. Auch deshalb sind wir Beamte. Aber nicht das Ob ist die Frage, sondern das Wie.
    Und die Aussetzung der Präsenzpflicht, Ffp2 für alle ab 14 und Reduzierung der Unterrichtszeit wäre ein Anfang…

  17. Dieser Artikel zeigt sehr gut, wie diese Pandemie bzw. der Umgang damit viele Menschen mit der Zeit zermürbt. Das gilt sicherlich für viele Lehrer, aber genauso für Schüler und viele andere gesellschaftliche Gruppen.
    Ich kenne einige Menschen, die inzwischen aufgehört haben, die täglichen Nachrichten zu Corona zu verfolgen und ich kann feststellen, dass diese Personen aktuell viel besser durch diese Zeit kommen, als diejenigen, die stets die aktuelle Entwicklung beobachten und sich über jede neue Gefahr neue Gedanken machen (Impfdurchbrüche, neue Mutation, steigende Inzidenzen,…).
    Und dies gilt auch für Lehrer. Ich kenne solche, die sich vor allem damit beschäftigen, ihrer ursprünglichen Aufgabe nachzugehen und den Kindern den Stoff zu vermitteln – und zwar basierend auf dem Corona-bedingtem Lernstand der Kinder und nicht gemäß Lehrplan. Diese Lehrer kommen mit der aktuellen Situation viel besser zurecht, als diejenigen, die militant beobachten, ob die Maske bei den jeweiligen Schülern nicht evtl. verrutscht ist und ob alle vom RKI empfohlenen Regelungen zu 120% umgesetzt werden und sich zugleich über die Kinder/Eltern sowie den Lehrplan beschweren.
    Der Versuch, die Pandemie in den Griff zu bekommen, indem immer neue und teilweise unsinnige Regelungen/Restriktionen eingeführt werden, macht die Menschen in der Tat Pandemiemüde – gerade die besonders Regeltreuen. Und dieser Weg ist nur bedingt erfolgreich. Inzwischen habe ich von ersten Klassen gehört, die zwar einen Luftfilter erhalten haben aber dennoch weiterhin die Vorgabe zusätzlich wie zuvor über die Fenster zu lüften. Na, Glückwunsch.
    Nachdem die Infektionszahlen zunächst in Süd/Ostdeutschland gestiegen sind, steigen sie nun auch in den Gegenden mit hoher Impfquote. Da ist die manchmal aufgekommene Schadenfreude über die „Impfgegner“ in den entsprechenden Bundesländern auch bald verfolgen.
    Etwas mehr Gelassenheit in diesen Zeiten würde allen helfen.

    • Sehr geehrter „DerDip“,

      „ich kenne einige Menschen, die inzwischen aufgehört haben, die täglichen Nachrichten zu Corona zu verfolgen und ich kann feststellen, dass diese Personen aktuell viel besser durch diese Zeit kommen“, schreiben Sie. Mag sein, dass Menschen die Nachrichtenlage so zusetzt, dass sie diese gerne ignorieren möchten. Das geht offensichtlich auch vielen Politikerinnen und Politikern so. Als Rezept zur Bewältigung einer Krise würden wir das allerdings nicht empfehlen – Probleme lassen sich nicht lösen, indem wir die Augen davor verschließen. Das gilt schon gar in Zeiten einer extrem dynamischen Pandemie.

      Sie selbst liefern ein gutes Beispiel dafür, wie fehlende Informationen zu falschen Vorstellungen führen. „Inzwischen habe ich von ersten Klassen gehört, die zwar einen Luftfilter erhalten haben aber dennoch weiterhin die Vorgabe zusätzlich wie zuvor über die Fenster zu lüften.“ Natürlich muss auch mit Luftfiltern gelüftet werden (was Sie problemlos aus News4teachers-Berichten hätten erfahren können). Die Geräte verfügen über keinen Außenanschluss. Schon aufgrund des steigenden CO2-Gehalts in der Atemluft muss also gelüftet werden – es muss aber nicht mehr so viel gelüftet werden, weil mögliche Corona-Viren mit den Aerosolen schon herausgefiltert wurden. Das ist im Winter keine Kleinigkeit. Hier nachzulesen: https://www.news4teachers.de/2021/09/wie-schultraeger-begruenden-warum-sie-keine-mobilen-luftreiniger-fuer-schulen-anschaffen-wollen-und-was-wirklich-stimmt/

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • @Redaktion:
        Zu2: Vielen Dank für den Verweis auf die Luftfilter vs. Fensterlüftung-Thematik. Wenn Dank der Luftfilter weniger Fensterlüftung notwendig wird, dann ist dies nachvollziehbar (natürlich ist und war Lüften auch unabhängig von Corona sinnvoll). Mir wurde jedoch zugetragen, dass das Fensterlüftungsvorgehen trotz der Luftfilter unverändert bleiben soll – ich werde das aber nochmal hinterfragen – evtl. wurde dies falsch weitergegeben
        Zu1: Das Thema mit der täglichen Nachrichtenlage und ihrer Interpretation, dass einige Menschen die Themen ignorieren möchten: Hier haben Sie mich missverstanden. Es geht dabei nicht darum, etwas zu ignorieren, sondern darum, nicht aufgrund jeder Schlagzeile in Panik zu geraten. Wenn man sich die Schlagzeilen der Vergangenheit Revue passieren lässt, so kann man sagen, dass sich viele der Entwicklungen zum einen nur bedingt beeinflussen lassen (höchstens verzögern) und Vieles am Ende anders gekommen ist, als prognostiziert.
        Die Lage ist aktuell dynamisch und das war für den Herbst/Winter vorhersehbar. Es gibt aber bezogen auf ganz Deutschland keinen exponentiellen Wachstum an Infektionszahlen mehr. Und trotz hoher Infektionsquoten bei Kindern/Schülern sind die schweren Verläufe bei diesen sehr selten (irgendwo gab es mal auch hier auf N4T einen Hinweis auf eine Hospitalisierungsrate von 1% bei Kindern – diese Angabe war sehr weit daneben). Ähnliches gilt für Impfdurchbrüche bei den meisten Erwachsenen.
        Deswegen rate ich schlicht zu mehr Gelassenheit – nicht dazu, neue Erkenntnisse zu ignorieren.
        Es ist ja auch nicht so, als gäbe es überhaupt keinen Schutz – für NRW gilt:
        – Die fast alle Lehrer sind zweifach geimpft – Für die dritte Impfung haben die Lehrer, die ich kenne, schon einen Termin (oder sind schon durch)
        – Über 50% der Kinder Ü12 sind in NRW geimpft
        – Es wird an GS zwei mal die Woche ein PCR-Pooltest durchgeführt, an weiterführenden Schulen dreimal die Woche ein Schnelltest
        – Es wird viel gelüftet
        – Erste Klassen haben Luftfilter bekommen (ja nur sehr wenige – aber es tut sich was)
        – In vielen Klassen wird die Maske „freiwillig“ getragen.
        Das gesamte Maßnahmenbündel hilft die Infektionsgeschwindigkeit zu begrenzen. Dass sich Infektionen nicht komplett verhindern lassen, ist wohl inzwischen Konsens. Wir sind also wieder bei „flatten the curve“ des Jahres 2020 angekommen – aber mit Impfung und mehr Testmöglichkeiten. Viel mehr Schutz wird es nicht geben. Egal wie die Nachrichtenlage aussehen wird. Jeder Lockdown oder Distanzunterricht wir das Problem mit Corona nur in die Zukunft verlagern – wie auch schon in der Vergangenheit geschehen – allerdings mit anderen Kollateralschäden.

  18. Dip, das ist falsch, was Sie schreiben. Diese Lehrer betreiben Realitätsflucht und bringen ihre Schutzbefohlenen in Gefahr. Wahrliche Vorbilder!

  19. ALLE Lehrer und Eltern sollten dies wissen:

    Ansteckungen auf dem Weg zur KITA oder Schule, oder in der KITA und der Schule sollte man unbedingt(!) der Unfallkasse als Unfall melden, zur finanziellen Absicherung gegen eventuelle Folgekosten.

    Ein Versicherungsfall liegt vor, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

    (1) Eine versicherte Person hatte nachweislich in ihrer beruflichen, versicherten Tätigkeit Kontakt mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2).
    \\ UND die SCHULE meldet den Fall ebenfalls
    \\ Mindestens eine weitere Person aus dem Schulumfeld war in einem relevanten
    \\Zeitraum ansteckend
    (2) In der Inkubationszeit haben sich Symptome entwickelt, die im Zusammenhang mit dieser Infektion stehen könnten.
    \\ auch sog. „leichte Verläufe“ können Schäden an u.a Nieren und Gehirn hinterlassen
    \\ und erst Monate oder Jahre später zu Tage treten, deswegen im Falle des Falls jetzt
    \\ anzeigen, sonst keine Anerkennung
    (3) Die Person wurde positiv auf das Corona-Virus (SARS-CoV-2) getestet.

  20. Jeder Lehrperson, die trotz Impfung Angst hat vor die Klassen zu treten, empfehle ich, den Job zu quittieren, denn Corona wird bleiben. Für immer. Sie werden im Laufe Ihres Lebens noch viele Male mit dem Virus und seinen Varianten in Berührung kommen und keine Impfung der Welt wird das verhindern können. Wie machen das Mitarbeiter im Supermarkt? Oder Friseure? Lehrerinnen und Lehrer haben ohnehin schon eine Sonderstellung in all diesem Chaos, denn in aller Regel brauchen die wenigstens keine Angst um ihren Job haben.

    Gehen Sie doch lieber davon aus, dass sie zu den 99% der Fälle gehören werden, die einen leichten Verlauf haben, insbesondere nach der Impfung. Es ist Corona und nicht Ebola. Auch die Pocken sind nicht zurückgekehrt. Ich hätte nicht erwartet, dass sich Lehrende in einen solchen Angstmodus versetzen können. Wenn dem aber wirklich so ist, sollten Sie sich einen anderen Beruf suchen, der weniger gefährlich für Sie ist.

    • Wie oft die Vergleiche hinken will ich Ihnen gar nicht erklären.
      So, so, eine Sonderstellung haben LuL.
      Ja, das stimmt. Weil sie nämlich zum größten Teil als Beamte zur „Verfügungsmasse“ der 16 KMs gehören, die sich in dieser Pandemie einen Sch …um Gesundheitsschutz gekümmert haben.
      Aber einmal mehr: Nicht nur Neid schüren. Guten Mut, LuL werden gesucht, motiviere Seiteneinsteiger sind willkommen und SIE könnten dann endlich einen Traumjob …und eine Sonderstellung haben.
      Viel Spaß beim Erwachen.

    • Anders wird ein Schuh daraus. Schulen müssen in der digitalen Welt ankommen, aber selbst in kritischen Phasen der Pandemie bleibt man beim alten Stinkstiefel Präsenz.
      Warum kein Präsenzhalbjahr im Sommer und digital im Winter, wenn das Virus bleibt? Oder die Sommerferien kürzen und die Winterferien verlängern. Eine Pandemie verlangt nach anderen Lösungen als nach der Standardlösung im Bildungsbereich, die da lautet: keine Veränderung, alles wie immer, aber sinnlose Lehrplanänderungen.

  21. Wow! Ich bin Lehrerin in Canberra, Australien, an einem College (11&12 Klasse). Ich fand diesen Artikel so negativ! Hier ist die Impfrate sehr hoch, in diesem Territory (Canberra ist die Hauptstadt Australiens, aber liegt auch im Australian Capital Territory) mit einer Einwohnerzahl von 4300000, liegtsie bei 98% bei den ueber 12 Jaehrigen. In ganz Australien liegt sie bei ueber 72%. Hier an den Schulen ist alles sehr organisiert. Schueler und Lehrer muessen sich mit dem App einchecken, Masken tragen (ueberall vorhanden und ja wird auch oefter von Schuelern ignoriert) und Desinfektionsmittel ist ueberall vorhanden. Jede Schule hat gute Lueftungssysteme, die waerend dem letzten Lockdown vom Education Department gecheckt wurden. Gibt es einen positiven Fall, wird die Schule erstmal geschlossen und wir bleiben 14 Tage Zuhause; aber nur wenn wir ein close contact waren. Tests werden in der Regel gemacht wenn jemand Symptome hat und das Department wird sofort benachrichtigt. Bei Erkaeltugs-erscheinungen werden Schueler nach Hause geschickt. Aber, Lockdown war auch recht okay. Weil, wir machen sowie so alles online (Google Classroom), Papier gibts kaum noch und waerend dem letzten Lockdown (Juli/August) haben wir die Schueler 3x die Woche online (video) getroffen und Montags die Schularbeit fuer die Woche „hochgeladen“. Ging alles recht problemlos, auch wenn einige Schueler dann erstmal 9 Wochen „verschwunden“ waren. Das wurde dann am Ende des Jahres auch nicht so ernst genommen damit die 12. Klassen trotzdem fertig machen konnten. Im Leherzimmer tragen alle Masken, geimpft sind auch so ziemlich Alle – fuer Lehrkraefte an Grundschulen gibt es Impfpflicht. Ich bin sehr froh das ich hier in Australien leben und arbeite, und es tut mir sehr Leid das es fuer Lehre in Deutschland so stressig ist.

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