Gelingt der Generationenwechsel beim Kita-Personal? GEW ist skeptisch

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MAGDEBURG. Droht in den kommenden Jahren ein noch stärkerer Fachkräftemangel bei Erzieherinnen und Erziehern? Die GEW und die Linke bezweifeln, dass die Nachbesetzung der Stellen problemlos gelingt.

In Sachsen-Anhalt gehen in den nächsten fünf Jahren rund 2000 Kita-Erzieher in den Ruhestand – damit muss bis zum Jahr 2026 etwa jede zehnte Stelle neu besetzt werden. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Landesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Landtag hervor. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) geht davon aus, dass der Generationenwechsel in den Kindertageseinrichtungen gelingen wird. «Mit den Frauen und Männern, die aktuell ausgebildet werden, können wir rein rechnerisch unseren eigenen Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern decken, wobei wir keine Daten dazu haben, wie viele davon anschließend tatsächlich in Sachsen-Anhalt tätig sind», sagt Grimm-Benne.

Die Linke befürchtet, dass bessere Arbeitsbedingungen die in Sachsen-Anhalt ausgebildeten Erzieher in den Westen locken. Foto: Shutterstock

Pro Jahrgang schließen im Land derzeit zwischen 1200 und 1600 Personen ihre Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik ab. Doch nicht alle arbeiten später als Erzieherin oder Erzieher in einer Kita, viele zieht es in andere Kinder- und Jugendhilfebereiche, warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die GEW zweifelt daran, dass die Nachbesetzungen in den Kitas problemlos vonstatten gehen werden.

Erfahrungsgemäß würden nur zwei Drittel der Absolventen in Sachsen-Anhalt verbleiben, sagt Gewerkschaftssekretär Frank Wolters. Hinzu kämen mehr Langzeiterkrankte und Personen, die vor Beginn der gesetzlichen Altersrente ausscheiden würden. Auch die wachsenden Betreuungszahlen sorgen laut GEW für einen steigenden Bedarf an Fachkräften. «Soweit wir das übersehen können, haben alle großen Träger von Kindertageseinrichtungen derzeit Probleme, freie Stellen zu besetzen», sagt Wolters.

Die Linke befürchtet zusätzlich eine Abwanderungsbewegung von Erziehern. «Unsere Ausbildungszahlen sind gut, aber die Bedingungen vor Ort in den Kitas sind es nicht. In den alten Bundesländern sind die Personalschlüssel und die Bezahlung besser», sagt die Abgeordnete Monika Hohmann.

Grimm-Benne sind die Probleme nicht unbekannt, sie verweist jedoch auf die Betreiber. «Natürlich stehen wir immer im Wettbewerb mit unseren Nachbarländern. Deswegen muss man als Träger gute Konditionen anbieten, um die Fachkräfte im Land zu halten», sagt sie. Das Sozialministerium wirbt zusätzlich gezielt um Quereinsteiger, auch das Schulgeld wurde zeitweise abgeschafft. Um auch künftig weiterhin Schulgeldfreiheit in der Erzieherausbildung ermöglichen zu können, hofft die SPD-Politikerin auf weitere Unterstützung der neuen Bundesregierung. (dpa)

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