Tarifstreit: GEW verzichtet auf Warnstreiks – wegen der Corona-Krise

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DRESDEN. Angesichts der dramatischen Infektionslage in Sachsen und den zahlreichen Corona-Ausbrüchen in den Bildungseinrichtungen hat die GEW Sachsen ihre Vorbereitungen für einen Warnstreik im Schulbereich eingestellt. Stattdessen will die Bildungsgewerkschaft mit symbolischen Aktionen verdeutlichen, dass die Arbeitgeberseite sich schnellstens auf die Gewerkschaften zubewegen muss.

Die GEW verzichtet auf Streiks. Logo: GEW

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der GEW Sachsen, betont: „Der Verzicht auf Streiks ist unser Beitrag zur Bewältigung der aktuell außerordentlich schwierigen Situation. Im Gegenzug erwarten wir von der Landesregierung nun, dass sie sich dafür einsetzt, dass die Arbeitgeberseite die derzeit völlig unnötigen Rituale aufgibt und ein akzeptables Angebot in der aktuellen Tarifrunde unterbreitet. Außerdem muss sie den Schutz vor Infektionen in Bildungseinrichtungen sofort und dringend erhöhen.”

Dazu sei es erforderlich, nicht nur in anderen gesellschaftlichen Bereichen konsequentere Einschränkungen vorzunehmen und die Gesundheitsämter in die Lage versetzen, zeitnah und einheitlich zu handeln, sondern auch schnellstmöglich Impfangebote für die Beschäftigten im Bildungsbereich zu schaffen.

„Mit den täglich steigenden Schließungen bzw. Einschränkungen von Schulen sind nicht nur negative Folgen für Kinder und Jugendliche verbunden. Auch Lehrkräfte erkranken häufiger und werden erneut über Gebühr belastet. Das gilt insbesondere, wenn zusätzlich zum Präsenzunterricht Angebote für Kinder unterbreitet werden müssen, die erkrankt oder abgesondert sind. Es ist erforderlich, hier umgehend Abhilfe zu schaffen.”, so Kruse weiter.

Die Schulen befänden sich in einem andauernden Krisenmodus und leiden ständig unter Fachkräftemangel. Allein das seien gute Gründe für mehr Wertschätzung der Lehrerinnen und Lehrer. Und die höheren Steuereinnahmen böten zudem die Möglichkeit für einen guten Tarifabschluss.

Hintergrund: In der Tarifrunde 2021 für den öffentlichen Dienst der Länder geht es um Gehaltserhöhungen für rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte. Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) als Arbeitgeberverband hat jede Forderung der Gewerkschaften bisher abgelehnt und selbst kein Angebot unterbreitet. Die dritte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften findet am 27./28. November statt. Unmittelbar vor dieser hatte die GEW Sachsen Streikaktionen geplant.

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7 KOMMENTARE

  1. Unverständlich. Warum denn das? Lehrer die streiken sind zumindest nicht in den Schulen und sollten es bei diesen Inzidenzen auch nicht sein. Genauso wenig wie die Kinder.

    • Kein Mensch fordert die GEW auf, das Streiken sein zu lassen. Streiken kann man auch, indem man sich VOR ein Gebäude stellt und nicht arbeiten geht. Symbolaktionen am Arsch, die GEW schwächt ihre Position, weil sie zu dumm ist, klassische Aktionen am Arbeitspöatu selber zu organisieren.

      Könnte man Schulnoten vergeben, dann wäre das bei 1 – 6 die Note 7. So sieht es aus.

      • Ein bisschen unrealistisch und insofern auch Ihnen die Note 6 (ich bin mal gnädig, nicht 7). Natürlich könnte die GEW auch einfach vor Ort, am Arbeitsplatz streiken. Sagen Sie mir bitte nur noch, wer da mitmachen soll, wenn in Sachsen seit Kurzem wieder fast alle Lehrer verbeamtet sind?!?

      • „Streiken kann man auch, indem man sich VOR ein Gebäude stellt und nicht arbeiten geht.“

        Wer denn, wenn alle verbeamtet sind? Sie haben wohl nicht mitbekommen, dass Sachsen seit einigen Jahren wieder verbeamtet. So ein unsinniger Einwand!!!

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