Warnstufe drei: In Thüringens Schulen gilt dann wieder Test- und Maskenpflicht

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Thüringer Schülerinnen und Schüler müssen sich nach den Herbstferien vermutlich überall im Land auf eine Testpflicht einstellen. Das machte das Thüringer Bildungsministerium am Donnerstag mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen klar. Es sei damit zu rechnen, dass alle Landkreise bis zum Montag in Warnstufe drei des Frühwarnsystems gerutscht seien. Dann müssten sich Schüler wieder zweimal pro Woche an der Schule unter Aufsicht testen lassen oder einen Nachweis über Impfung, Genesung oder Test von zuhause mitbringen. Wer dies verweigere, dem drohe ein Bußgeld und er müsse in separaten Lerngruppen unterrichtet werden.

Kommando zurück: Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) war der erste Kultusminister, der die Masken- und die Testpflicht in Schulen strich – und er ist der erste, der beides wieder einführen muss. Foto: Jacob Schröter / Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Auch die Maskenpflicht im Unterricht wird in Warnstufe drei auf Schüler aller Altersklassen ausgeweitet. In Stufe zwei hatte das nur für Schüler der Sekundar- und Berufsschulen gegolten, sowie für Schüler der Primarstufe ohne Nachweis oder Test in der Schule. Die verspäteten 770.000 Tests für die Schulen in Thüringen seien mittlerweile angekommen, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Zuvor hatte es Verzögerungen bei der Lieferung aus China gegeben, was unter anderem Kritik der CDU-Fraktion im Landtag ausgelöst hatte. Nach Angaben eines Sprechers werden die Tests nun an die Schulen verteilt. Zudem habe es aber überall einen Puffer an Tests gegeben. dpa

Hotspot Thüringen: Geringe Impfquoten unter Schülern, kaum Impfteams an Schulen – Rekord-Inzidenzen

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13 KOMMENTARE

  1. Hätten wir nicht Test-und Maskenpflicht im Unterricht schon vor Wochen abgeschafft, wäre das Infektionsgeschehen wahrscheinlich gar nicht so extrem eskaliert. Und ein Ende ist ja nicht in Sicht. Traurig, dass sich die Krankenhäuser erst füllen müssen, bevor man irgendwie reagiert. Aber bloß nicht den Querdenkern auf die Füße treten.

  2. „ERFURT. In Thüringen spitzt sich die Corona-Lage immer weiter zu. Fast alle Kreise sind nun in der höchsten Warnstufe. Infektionen gibt es in jedem fünften Altenheim. Die Gesundheitsministerin kann sich daher auch Verschärfungen für eine bestimmte Gruppe vorstellen.“

    https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/corona-lage-spitzt-sich-in-thueringern-weiter-zu-ausbrueche-in-fast-jedem-fuenften-pflegeheim-id233757907.html

    Soso, sie kann sich was vorstellen… Wir konnten uns schon vor Wochen vorstellen, was passieren wird, wenn faktisch alles wieder erlaubt ist und ansonsten fast nichts kontrolliert wird, nämlich genau das, was wir jetzt haben. Exorbitant hohe Inzidenzen, Infektionen in jedem 5. Altenheim, volle Intensivstationen … aber mit den quasi nicht vorhandenen Schutzmaßnahmen an Schulen hat das natürlich nichts zu tun…

  3. Was für ein Kasperletheater mit den Kultusministerien. Warnstufe 3? Jetzt schon? So schnell? Sind wir ja alle wieder schön überrascht worden von der Pandemie…

    Epic fail auf ganzer Linie.

  4. Jeder mit einem Hauch gesundem Menschenverstand hat es genau so kommen sehen.
    Welche Qualifikationen haben eigentlich unsere Kumis – außer dem passenden Parteibuch?

  5. Und welche separaten Lerngruppen? Für jeden Jahrgang, jedes Fach? Wer soll das leisten? Was ist das nun wieder für ein Blödsinn…

  6. Die zweiten Sommerferien nicht genutzt um Lüftungsanlagen in den Schulen zu installieren.Nach Aussage Frau Tillmann CDU ist das Geld dafür da, wird aber nicht abgerufen. Und so wird es auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.

  7. Es können kaum Lerngruppen gebildet werden, denn es war vorher schon kein Personal im Unterricht und auch im Hort nicht vorhanden.

  8. Wenn ich das alles so mitkriege ist doch die Regierung zu nichts im Stande, sie sollte komplett abgeschafft werden und komplett neu besetzt werden!
    Was anderes wird nicht mehr helfen und wir werden nur noch jammern und unzufriedener!

    • Dekadenter geht es kaum. Aber keine Luftfilter in den Schulen. Jaja, ich weiß, das kommt aus einem anderen Topf und wird leider nicht abgerufen.

  9. „Elternvertretung: Schulen nicht auf Distanzunterricht vorbereitet

    Aus Sicht der Landeselternvertretung sind etliche Thüringer Schulen nicht auf einen erneuten Corona-Winter mit teilweisem Distanzunterricht vorbereitet. Viele Schulen hätten sich wieder auf Präsenzunterricht eingestellt und keine Online-Kurse angelegt, sagte eine Sprecherin. Nach den Herbstferien seien aber wieder mehr Quarantäne-Fälle erwartbar.
    Angesichts der steigenden Infektionszahlen werde man wieder erleben, dass Schüler zuhause bleiben müssen, weil sie in Quarantäne sind. Wenn dann aber einige Geimpfte und Genesene in der Klasse weiter in die Schule könnten, andere sich nach wenigen Tagen frei testen und wieder andere die vollen zwei Wochen zuhause bleiben, müsse die Schule das irgendwie bewältigen. Es fehlten aber Konzepte, wie man schnell auf digitalen Unterricht umstellen könne.
    Eine pragmatische Lösung könne laut Elternvertretung sein, etwa einen „virtuellen Schüler“ in Form eines mit Kamera und Mikrofon ausgestatteten Laptops in der Klasse aufzustellen, über den sich Schüler per Videokonferenz zuschalten können. Die Beschaffung solcher Geräte dauere aber.“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-warnstufe-drei-alle-regionen-100.html

    Wenn sich mehr Eltern und andere Erwachsene impfen lassen und sich vorsichtiger verhalten würden (Kirmes, …), wären die Infektionszahlen insgesamt niedriger und die Inzidenz bei den 5-14-Jährigen läge nicht über 700. Die Impfquote liegt bei uns bei etwas über 50%, stagniert da seit Wochen. Bei den Kindern und Jugendlichen sieht es auch nicht gut aus. Logisch, wenn Eltern sich nicht impfen lassen, trifft das meist auch auf die Kinder zu. Nun sollen es die LuL wieder richten? Sonst noch Wünsche? Dann wäre Distanzunterricht für alle praktikabler, wenn die technischen Voraussetzungen da sind.

  10. „[…]Wenn sich wie bei uns im Landkreis Greiz das Infektionsgeschehen auf Schulen und teilweise auch auf Pflegeeinrichtungen konzentriert, macht es wenig Sinn, den gesamten Landkreis mit Beschränkungen und schärferen Regeln zu überziehen oder die Regeln 2G- oder 3G+ Regeln für die Gastronomie festzulegen, weil nachgewiesenermaßen Gaststättenbesuche nicht zur Ausbreitung des Virus beitragen“, heißt es weiter.[…]“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-pro-contra-zwei-g-drei-g-plus-100.html

    Tja, aber eben genau in den Schulen passiert ja nichts oder nicht genug, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Bis zu den Herbstferien in Thüringen keine Maskenpflicht und keine Testpflicht, immer noch keine Luftfilter oder CO2-Ampeln, AHA sowieso nicht. Dazu keine Kohortentrennung, dafür lustige Klassen- und Klassenstufenvermischung in der Mensa, in den AGs, in den Fremdsprachen, im Schulbus…, kaum noch Quarantäne (wenn man nicht testet, findet man auch keine Infektionen), dazu das unvernünftige Verhalten vieler Bürger in Kombi mit unterirdischer Impfquote. Wie sollen da mit bisschen 2G die Infektionszahlen gedrückt werden, zumal ja auch nicht streng kontrolliert wird, weil man sicher keinen Ärger mit Querdenkern und Coronaleugnern haben will, die immer aggressiver auftreten.

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