Ausgelastete Labore: Schüler müssen wegen verzögerter PCR-Befunde länger zu Hause bleiben

18

Weil medizinische Labore angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen stark ausgelastet sind, liegen Testergebnisse mitunter deutlich später vor als gedacht. Es komme «aktuell zu Verzögerungen in der Befundübermittlung», hieß es am Samstag vom Laborbetreiber Synlab, der unter anderem fünf Standorte in NRW hat. Nach positiven Pool-Tests lägen Einzelbefunde von Kindern «eventuell nicht bis zum nächsten Morgen» vor. News4teachers hatte als erstes Medium vergangene Woche über das wachsende Problem berichtet.

Die Labore nähern sich ihren Kapazitätsgrenzen. (Symbolbild) Foto: Shutterstock

Solche Tests werden in Kitas und Schulen durchgeführt – ist das Ergebnis positiv, heißt das, dass mindestens ein Kind positiv, also infiziert ist. Danach folgen Einzeltests, um herauszufinden, wer das ist. Auf deren Ergebnisse müssen die Familien inzwischen aber häufig länger warten als zuvor. Die Corona-Inzidenz steigt in NRW schon seit Ende Dezember kontinuierlich an, am Samstag lag sie bei 733,6.

Die Wortmeldung von Synlab war kein Einzelfall. Der Düsseldorfer Laborbetreiber Zotz Klimas schrieb auf seiner Webseite, es könne «zu signifikant längeren Befundübermittlungszeiten kommen». Aufgrund der aktuell rasant steigenden Infektionszahlen müssten die Proben aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst priorisiert analysiert werden, begründete dies die Firma. Zuvor hatte die «Rheinische Post» über die Lage bei dem Laborbetreiber berichtet und sich dabei auf einen Brief der Firma an Corona-Beauftragte an Schulen bezogen. In dem Schreiben hieß es, dass «die Ergebnisse der Einzeltestungen voraussichtlich eine Bearbeitung bis zum zweiten Folgetag in Anspruch nehmen».

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach sich mit Blick auf die nächste Ministerpräsidenten-Konferenz ebenfalls in der «Rheinischen Post» dafür aus, dass «künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können». Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert hingegen, Lehrer und Erzieher bei einer Priorisierung von Corona-PCR-Tests mit zu berücksichtigen. «Sie haben am Arbeitsplatz nicht nur viel Kontakt, sondern auch sehr viel Kontakt mit ungeimpften Menschen», sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

«Wenn es eine flächendeckende Versorgung mit PCR-Lollitests für Schulen und Kitas gäbe, stünden wir jetzt ganz anders da»

Finnern kritisierte: «Es hätte nicht passieren dürfen, dass wir jetzt den Zugang zu den PCR-Tests priorisieren müssen.» Es sei immer gesagt worden, dass Schulen unbedingt geöffnet bleiben sollten. «Da wäre die Vorsorge bei der Verfügbarkeit von Tests ein Baustein gewesen.» Sie ergänzte: «Wenn es eine flächendeckende Versorgung mit PCR-Lollitests für Schulen und Kitas gäbe, stünden wir jetzt ganz anders da.» Die Inzidenzen unter Schülerinnen und Schülern in Deutschland haben ein Rekordniveau erreicht, wie das RKI berichtet. News4teachers / mit Material der dpa

Omikron-Welle erfasst die Kitas und Schulen: Kinder-Inzidenzen bundesweit über 1.000 – so hoch wie noch nie

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
18 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Marie
5 Monate zuvor

„Unser“ Labor hat es letztens noch nicht mal geschafft, bis zum nächsten Morgen alle Poolergebnisse zu übermitteln. Leider gibt es für diesen Fall keinerlei Festlegung aus Düsseldorf, wie dann zu verfahren ist. Meine SL meint, alle dürfen kommen und werden dann halt mit Schnelltests getestet. Über deren Aussagekraft wurde schon ergiebigst berichtet.

Ale
5 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Hallo,
auch hier gibt es sehr gute Tests. Ich verstehe es bis heute nicht, warum man die paar ct pro Test spart. So kostet ein longheer Schnelltest (sehr guter Schnelltest) 1,89€ (bei entsprechender Abnahme) und kann mit entsprechendem Tupfer auch als Popeltest genutzt werden. Haben wir lang genug mit den Roche so gemacht, ebenso mit den Siemens.
Witziger wird noch das „Nachtesten“ weil es keinen BestätigungsPCR mehr gibt. Hier werden fasst ausschließlich Tests der unteren Klasse eingesetzt. Von der Probenabnahme ganz zu schweigen. Es bedarf mE eines tiefen Nasentests oder Rachenabstrichs. Aber wo kein positives Ergebnis, da keine Quarantäne und keine Zahl in der Statistik.
Gruß

P.S.: Liebe Redaktion, könntet ihr mal bei der BG nachfragen, wie das bzgl. eines Arbeitsausfalles aussieht, wenn die Schüler/Lehrer keinen PCR mehr haben? Ohne PCR bis dato kein Nachweis, also auch kein Arbeitsunfall mehr in Zukunft? Schon einmal vielen Dank dafür?

Klaus Lehmkuhl
5 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Hauptsache Schule . Egal wie . Unglaublich . Dabei löst man damit keine Probleme , man schafft sie . Und es ist mir ein Rätsel , warum man die Welle nicht mit einem harten Lockdown von zwei Wochen bricht , statt monatelang nichts zu tun , weil man sich selbst alles Wirksame sinnfrei verboten hat . Und Judas Lauterbach hat die Gesundheit für ein paar Silberlinge an die Häscher der FDP verscherbelt .

Ben
5 Monate zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Ja, warum nicht wieder Lockdown mit monatelangen Schulschließungen. Die IT-Bildungsindustrie freut sich. Kinder sind genervt vom Onlineunterricht, Eltern können nicht helfen, weil sie Homeoffice machen müssen und selbstverständlich genauso gute Leistung bringen müssen wie in der Firma – aber hey, hauptsache der IT-Bildungsindustrie gehts gut! Wie es Kindern zuhause geht ist egal.

Klugscheisser
5 Monate zuvor
Antwortet  Ben

„ harten Lockdown von zwei Wochen bricht “

Ich mag falsch liegen, aber zwei Wochen sind weder en yMonat noch monatelang.

Ben
5 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Sind Sie Herr Söder? Genau das sagte er im Dezember 2020 und das Ende der Schulschließung war 6 Monate später.

Klugscheisser
5 Monate zuvor

Wenn man mal genau wissen will, was der Test taugt:
https://schnelltesttest.de/scan

Yamibi
5 Monate zuvor

Wenn die Einzelergebnisse wenigstens am Folgetag kommen würden. Wir warten immer noch auf die Auswertung der Rückstellproben aus dem Klassenpool meines Kindes von Donnerstag.

JH
5 Monate zuvor

Ganz aktuelle Mitteilung:
Am letzten Tag einer Quarantäne wurde meine Familie dann doch gerade (23.01., 17.30 Uhr) von einer freundlichen, aber übelasteten Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes angerufen. In Düsseldorf gebe es neben den ca. 2500 nicht übermittelten Fällen („Störungen durch ein bundesweites Update der Meldesoftware des Robert Koch-Instituts“) einen Überhang bzw. Meldeverzug „im zehnstelligen“ Bereich! Aus anderen Städten (z. B. Aachen) habe ich Ähnliches zumindest gehört. Und das, bevor die Omikron-Wellenwand so richtig Fahrt aufgenommen hat. Die „Konzepte“ für sichere Schulen sind aktuell eher lächerlich, reaktiv und geizig, die Verantwortung (Testung, Klassenfahrten, Kontaktverfolgung) ist immer schön nach unten durchgereicht worden…
Aber auch das Offenhalten „um jeden Preis“ beinhaltet Verantwortung. Wer in einer solchen Situation das Virus so gut wie unkontrolliert durch die Schulen laufen lässt, lädt nicht nur hier in NRW schwerste Schuld auf sich.

Andre Hog
5 Monate zuvor

Gerade eine Kurznachricht über GMX gelesen bzgl der immer wieder vorgetragenen Behauptung, dass die Verläufe bei Omicron i.d.R. ‚mild‘ seien:

—11:35 Uhr: Die deutschen Krankenhäuser steuern nach Einschätzung des Münchner Virologen Oliver Keppler auf erneut sehr hohe Zahlen von Corona-Patienten zu. Die Wucht der Infektionswelle wird sich nach Einschätzung des Wissenschaftlers in den Kliniken niederschlagen. „Eine Verharmlosung von Omikron wäre daher fatal, die häufig zu lesende Einordnung als ‚mild‘ halte ich für brandgefährlich“, sagte der Leiter der Virologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ausgangslage in Deutschland sieht Keppler wegen des vergleichsweise hohen Durchschnittsalters der Bevölkerung und vieler Ungeimpfter als schwierig an.

„In den USA sehen wir ein monströses Infektionsgeschehen mit bis zu einer Million neuer Infektionsfälle am Tag“, sagte der Vorstand des Max von Pettenkofer-Instituts. „Dort sind mehr COVID-19-Patienten in den Krankenhäusern als jemals zuvor in der Pandemie, und auch die Todesfallzahlen nehmen in den letzten Wochen wieder deutlich zu. Das ist nun alles andere als ‚mild‘.“ —-

Na, das macht doch richtig Mut und tierisch Lust, sich ins Getümmel zu stürzen.
Wem die Spannung immer noch nicht reicht, der sollte einfach „Russisch Roulette“ mit 3 Kugeln in der Trommel spielen….ein knalliger Spaß für alle, die mit ihrem Hirn eh nichts anderes machen als dumme Lügen zu verbreiten oder nachzuplappern.

Besorgte NRW Mutter
5 Monate zuvor

@Marie
Der gleiche Mist, wie an der Grundschule unseres Sohnes! Letzte Woche bekamen wir über einen Elternbrief die Mitteilung, dass die Kinder auch dann kommen sollen, wenn die Einzeltestergenisse nach einem positiven Pooltest noch nicht vorliegen. Man würde dann alle Kinder per Schnelltest testen. Natürlich ist der Fall in der Klasse unseres Sohnen auch prompt zwei Tage später eingetroffen. Ich habe ihn dann allerdings sofort krank gemeldet. Das hat meine Grenzen maßlos überschritten! Das Ergebnis kam dann pünktlich eine Stunde nach Schulende.

Optimist
5 Monate zuvor

@Marie diesen Plan B mit den Schnelltests in der Schule, wenn kein Pool Ergebnis morgens übermittelt wird, haben wir auch. Es war auch meine Anregung als Elternvertreterin eine Alternative für die Eltern zu finden. Man muss sich die Situation auch durch die Brille von anderen Berufen anschauen…. Supermarkt-Kassiererinnen, Pflegekräfte, Krankenschwestern….alle die Kein Home Office machen können. Es sind Eltern, die nicht „nur“ den Druck auf die Schulen machen, damit die Wirtschaft läuft, sondern als Arbeitnehmer selber Druck vom Arbeitgeber bekommen….“Kommst Du noch heute? Sonst musst du Überstunden, Urlaubstag nehmen…., ich muss umdisponieren, wer betreut jetzt die Patienten, wenn du mit deinem symptomfreien Kind zu Hause sitzt? Am Ende der Kette sind es ausgerechnet die vulnerablen Gruppen die das ausbaden müssten
Die nächsten ein paar Wochen werden hart sein aber allem Anschein nach wird es im Frühjahr wesentlich besser werden

Klugscheisser
5 Monate zuvor
Antwortet  Optimist

Und warum wurden in D nicht die Testkapazitäten hochgefahren, wenn doch klar ist, wie und wieviel jetzt getestet wird?

Man gaukelt Sicherheit vor mit den PCR Lollitests und hält dabei keinerlei Versprechen ein.

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_91508126/pcr-test-wien-uebertrifft-ganz-deutschland-800-000-tests-am-tag-moeglich.html

Hellus
5 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Ich fürchte eine PCR-Teststraße kostet deutlich mehr als ein Kleinwagen. Das überlegt sich jedes Labor zweimal, ob es sich noch eine anschafft, wo doch in wenigen Wochen angeblich der Spuk vorbei ist.

Jan aus H
5 Monate zuvor

So kann man die Inzidenzen natürlich auch begrenzen… man stellt einfach nicht genug Tests bereit.

Die größte Gefahr sind mittlerweile die Coronaverharmloser in leitender Position, im Schulbereich allen voran die KM.

Walter
5 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

Kein positiver PCR-Test = keine Infizierung (Erkrankung), welche in einer Schul-Statistik aufgenommen werden kann.
Problem einfachst und kostengünstig gelöst, die Infektionszahlen an Schulen sinken dramatisch.

Das passiert, wenn jemand in gehobener Position die „systemrelevante Infrastruktur Schule“ nicht durchsetzen kann, also wird mittels Stellschrauben justiert. (Zwinker)

Mrs.Braitwhistle
5 Monate zuvor

Zwei meiner Kinder sind Grundschüler und ich war mit jeweils mindestens einem von ihnen an den letzten 10 Schultagen insgesamt schon 6 Tage im Homeschooling. Am Ende waren die Einzelergebnisse bei uns immer negativ. Offiziell sind wir also im Präsenzmodus und meine Kinder zählen auch nicht als in Quarantäne befindlich.

Walter
5 Monate zuvor

„Weil medizinische Labore angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen stark ausgelastet sind, liegen Testergebnisse mitunter deutlich später vor als gedacht“

Soweit so gut, aber seit gestern dazu die Meldungen: „PCR-Tests werden knapp“

Knappheit wegen Klassifizierung der Anspruchsberechtigten (Prio) oder des Testmaterials?
Ich weiß nicht mehr, was noch der Wahrheit am nächsten kommt.