GEW: Wie sollen Schulen auf die „enormen Ausfälle“ bei Lehrkräften reagieren? 

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Die GEW fordert von der Berliner Bildungsverwaltung eine Strategie zum Umgang mit Personalnot an Schulen in Folge der Omikron-Welle. «In Anbetracht der wachsenden personellen Engpässe an den Schulen brauchen wir ein Konzept, nach welchem die Schulen entsprechend ihrer personellen Kapazitäten die Stundentafel und somit das Präsenzangebot reduzieren können», erklärte der Berliner GEW-Landesvorsitzende Tom Erdmann am Mittwoch. «An vielen Schulen gibt es bereits keine Vertretungsreserven mehr, und die Ausfälle sind enorm. Die Schulen werden mit der Situation allein gelassen.»

Schule lässt sich ohne Lehrkräfte nicht machen. Foto: Shutterstock

Die GEW erwartet von der Senatsbildungsverwaltung nach den Worten Erdmanns eine Definition von Mindestanforderungen in Bezug auf die Stundentafel und die Bildungsinhalte – für den Fall, dass wegen des Personalausfalls das Präsenzangebot vor Ort reduziert werden müsse. Außerdem müssten die Schulen konkrete Unterrichtsmodelle an die Hand bekommen, um Ansteckungsrisiken zu minimieren.

Erdmann regte unter anderem Vorgaben an, um feste Lerngruppen zu bilden und auch bei Angeboten wie AGs oder Wahlpflichtkursen, bei denen normalerweise Schüler verschiedener Lerngruppen zusammenkommen, eine Durchmischung zu verhindern. Eine Bündelung oder Reduzierung von Unterrichtsstunden könne ebenfalls bei der Kontaktminimierung helfen, indem dabei wenige Lehrer pro Lerngruppe zum Einsatz kommen.

Ein Sprecher der Bildungsverwaltung wies Erdmanns Vorwurf, es werde nicht genug getan, zurück. Bereits vor Weihnachten seien die Schulen in einem Rundschreiben auf die sich zuspitzende Lage aufmerksam gemacht worden. Dort sei auch verdeutlicht worden, dass Schulen, in denen viel Personal wegen Corona-Infektionen oder Quarantäne von Kontaktpersonen fehlt, in Abstimmung mit der Schulaufsicht Gegenmaßnahmen ergreifen könnten. Dazu zählten organisatorische Veränderungen, der verstärkte Einsatz von Erzieherinnen und Erziehern oder die Bildung fester Lerngruppen.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hatte zuletzt immer wieder betont, dass der Senat in der Omikron-Welle so lange wie möglich am Präsenzunterricht festhalten wolle. Das sei entscheidend, um die Betreuung zu sichern und das Kindeswohl im Blick zu behalten. News4teachers / mit Material der dpa

Unterrichtsausfall akzeptieren, Ansprüche herunterschrauben: Lehrer-Präsidentin schreibt, worauf es für Schulen jetzt ankommt

 

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Emil
5 Monate zuvor

Genau! Betreuung sichern!
Alle Kids in die Turnhalle oder Aula, Lehrer an die Tür, warten, bis die Zeit um ist.
Betreuung gesichert.
Kolateralschäden wie Infektionen und Verletzungen inbegriffen.
Ach nee, Schulen sind ja sicher!

Erzieherin
5 Monate zuvor

Schulen mit Personalmangel sollen also verstärkt Erzieher einsetzen. Das.ist ja fast ulkig. Fast.
Zum Glück gibt es da ja keine Ausfälle.

Schattenläufer
5 Monate zuvor

GEW: Wie sollen Schulen auf die „enormen Ausfälle“ bei Lehrkräften reagieren?

Ist einfach:

1) Massive Vertretung für die gesunden Kollegen. Nach Gutsherrenart verordnet und durch massiven Druck erzwungen.

2) Schuld für die massiven Ausfälle durch Erkrankung oder Quarantäne auf die Lehrer selbst abwälzen.
Zu dumm und inkompetent um die Hygiene-Regeln ein zu halten.
Schleppen die Infektion selbst von außen in die Schule.

Das klappt zu 100%. Altbewährtes Rezept.
Wird von der Presse dankbar aufgenommen, befriedigt die Volksseele und lässt die KMK prima aussehen.

Wie einfach kann doch das Leben sein.

Klaus
5 Monate zuvor

Wieder mal komplett unflexibel diese GEW.
Wir können doch Klassen zusammenlegen oder organisieren, dass der Lehrer zwischen zwei Klassen pendelt!

Dann können wir auf jeden Fall den Präsenzunterricht aufrecht erhalten, was ja auch oberstes Ziel der GEW ist.

celanon
5 Monate zuvor

Enorme Ausfälle bei Lehrkräften? Bei uns ist mal der eine, mal der andere krank wegen Erkältung und 1 Person wegen Corona.

D. Orie
5 Monate zuvor

Seit mehr als einem Jahrzehnt wird auf den enormen Lehrkräftemangel hingewiesen. Vergeblich. Ein langfristiges Konzept muss schnell her. Aber bevor das entwickelt (und bezahlt) wird, wird sicherlich eine Kommission gebildet, die tagt und tagt usw. An den Fähigkeiten der zuständigen Ministerien habe ich mehr als Zweifel – Corona hat das deutlich gezeigt. Wenn diese „Bildungspolitik“, die den Namen eigentlich nicht mehr verdient, nicht so verheerend und schlimm für alle Beteiligten wäre, würde ich mich hier (und an anderer Stelle) gar nicht mehr zu Wort melden.

gehtsnoch
5 Monate zuvor

Die Ausfälle der LuL werden kommen, aber Plan B ist doch sicher lange fertig

Seit sieben Wochen kennt man nun Omikron
„Zudem wisse man noch nicht genug über die Langzeitfolgen von Omikron, deswegen sagt Prof. Janssens auch ganz klar: „Ich würde dringend davor warnen, die Omikron-Variante jetzt herab zu spielen und ihm das minimale Risiko eines kleinen Schnupfenvirus zu verpassen.“

Jeder, der schon einmal Windpocken hatte, kann später eine Gürtelrose bekommen. Beide Erkrankungen werden durch dieselben Viren verursacht.
Wer kann heute sicher sagen, was eine Omikroninfektion in 2022 dann in Zukunft für spätere Krankheiten auslösen könnte.

gehtsnoch
5 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Nachtrag: Prof. Dr. Uwe Janssens
(Past Präsident DIVI), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V. und ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler.

Hirschlgruber
5 Monate zuvor

Erstaunlicherweise ist es an meiner GS und im Umfeld an den Schulen sehr ruhig, was Corona betrifft. Von dem her bin ich aktuell recht entspannt.
Dem Kumi in BaWü fiel aber nichts besseres ein, als Vorbereitung auf Omikron „Partnerschulen“ zu erfinden, die im Notfall mit Personal aushelfen sollen. Die Schulen sollen sich selbst Partner suchen… Naja, dieser Durch… äh, Entschuldigung… Einfall wird von allen belächelt und damit dem Kumi entsprochen wird, hat man sich formal gesucht und gefunden. (Mein Vorschlag, eine benachbarte Baumschule zu fragen, fand leider kein Gehör bei meiner Schulleitung.)
Somit kann man zumindest sagen, dass die Behörden ein wenig Kreativität zeigten und sich „Gedanken“ machten. Ich frage mich nur, wie die Zuteilung der Lehrkräfte erfolgen soll?! Ganz nach Amtsart, sollte ein Kollege mit dem Anfangsbuchstaben „A“ bis „M“ fehlen, so muss er von einem Kollegen, der mindestens bis vor dem Buchstaben „R“ steht vertreten werden… oder ob es ein Hauen und Stechen geben wird, wer gehen soll?
Ich hoffe nur, im Falle einer Hilfsabordnung nicht genau an diesem Tag, an dem die Abordnung beginnt, plötzlich Symptome zu bekommen…

Bergner
5 Monate zuvor

Aha…und wer auch immer sich diese Pläne, Gegenmaßnahmen und organisatorischen Veränderungen ausdenkt, weiß auch sicher, in welchem Versandhandel er die Erzieherinnen und Erzieher bestellen kann, die zu Hause sitzen und nur auf ihren Einsatz in der Schule warten. Träumt weiter!

potschemutschka
5 Monate zuvor

Ist doch alles kein Problem. Schul- und Kitapersonal bekommt ja bald keinen PCR-Test mehr, also auch keine Quarantäne, solange symptomfrei. Da fallen dann auch nicht mehr so viele aus. Dass sie dann eventuell noch ein paar Leute anstecken – who cares (dann sind wir schneller mit der Durchseuchung durch und nebenbei sinken auch noch die Inzidenzen). Meine Prognose: In 1-2 Wochen ist der Omikronhöhepunkt vorbei (zumindest den offiziellen Zahlen nach, denn auch die Kinderinzidenzen werden mangels PCR stark sinken).
„Denk ich an Deutschland in der Nacht …“