Trotz Omikron: KMK-Präsidentin schwört die Amtskollegen auf Präsenzunterricht ein

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Vor der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Corona-Lage an den Schulen an diesem Mittwoch hat KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU) die Amtskolleginnen und Kollegen auf weiteren Präsenzunterricht eingeschworen. «Wir müssen uns klarmachen: Für Kinder und Jugendliche bedeuten Schulschließungen eine massive Einschränkung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten, ihrer Lernchancen, der Chancengerechtigkeit. Das dürfen wir so nicht weitermachen, und das spiegelt ja auch das Infektionsschutzgesetz in seiner jetzigen Fassung wider», sagte sie am Dienstag im Sender phoenix.

Macht sich für Präsenzunterricht stark: KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU). Foto: Frank Peter / Land Schleswig-Holstein

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin hatte zum Jahreswechsel die KMK-Präsidentschaft übernommen. Sie sagte mit Blick auf die Omikron-Variante, es gebe keinen Hinweis, dass diese für Schulkinder gefährlicher sei, als es die Delta-Variante war. «Insofern, glaube ich, müssen wir jetzt verantwortlich, unter strengen Hygienemaßnahmen, aber trotzdem im Regelbetrieb die Schulen wieder öffnen.» Einzige Schutzmaßnahmen, die bundesweit in Schulen gelten, sind die Maskenpflicht und offene Fenster. Das Robert-Koch-Institut und die Leopoldina hatten sich für eine Verlängerung der Weihnachtsferien eingesetzt – vergeblich.

Prien und ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern beraten an diesem Mittwoch in einer Videoschalte über das weitere Vorgehen an den Schulen. Zur Mitte der Woche ist die Hälfte der Bundesländer nach den Weihnachtsferien wieder zurück im Unterricht. Die andere Hälfte startet in der kommenden Woche.

«Eine Lockerung der Maskenpflicht könne man erst in der zweiten Jahreshälfte diskutieren»

Wegen befürchteter stark ansteigender Infektionszahlen durch die Omikron-Variante war zuletzt auch wieder über möglichen Distanz- oder Wechselunterricht diskutiert worden. Thüringen wollte mit Fernunterricht ins neue Jahr starten, zog den Plan dann aber kurzfristig wieder zurück – weil das Bundesinfektionsschutzgesetz der Ampel-Koalition  Schulschließungen ausdrücklich verbietet.

«Ich bin ein großer Fan der Maskenpflicht», sagte Prien dem Nachrichtensender Welt am Dienstag. Die Maske sei ein sehr wirksames Instrument zur Pandemiebekämpfung und zur Dämpfung des Infektionsgeschehens. «Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass wir jetzt auch in Schleswig-Holstein wieder mit der Maske in den Schulbeginn nach den Ferien starten. Das ist inzwischen auch Konsens in allen anderen Bundesländern.» Eine Lockerung der Maskenpflicht könne man erst in der zweiten Jahreshälfte diskutieren. News4teachers / mit Material der dpa

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Alex
4 Monate zuvor

Wir müssen uns klarmachen: Für Kinder und Jugendliche, deren Eltern und Lehrer, bedeuten Coronainfektionen z.T. eine massive Einschränkung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten, ihrer Lernchancen, der Chancengerechtigkeit. Das dürfen wir so nicht weitermachen.

Thomas Schultz
4 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Macht nix, „die Politik“ hat ja Schulschließungen verboten (dank der AFD für Gutverdiener – FDP). Das muss nur das Virus noch mitbekommen. Es wird sich freuen…

Das geschaffene (auch umstrittene) Gesetze immer als in Stein gemeißelt gelten, kapier ich nicht. Ein Gesetz kann/MUSS man ändern, wenn’s scheiße ist. Aber das war ja von vornherein das Kalkül der FDP – Schulschließung gesetzlich verbieten – brauch ich dann auch nicht mehr drüber nachdenken, ist ja verboten….

Was soll’s, für meine restliche Dienstzeit haben die werten Politiker es geschafft: Es gilt nur noch – Der Dienstherr kann mich mal kreuzweise! Dienst nach Vorschrift und keinen Funken mehr.

Franz
4 Monate zuvor
Antwortet  Thomas Schultz

Anregen, Beamter! Du bist den Kindern verpflichtet, nicht der Politik. Also Schütz die Kinder vor den Irren Erwachsenen, die sie psychisch unter Druck setzen und in jeder Hinsicht gesundheitlich schädigen. Schon mal was von remonstrieren gehört?

Nicht Omnikroon, Delta oder sonst ein Luftikus ist das Problem, sondern irrsinnige Lehrer, die sich ohne jeden Beleg der Propaganda Geistesgestörter unterwerfen. Geschicht wiederholt sich.

Thomas Schultz
4 Monate zuvor
Antwortet  Franz

Ahja, okay, interessant. Sie haben doch KEINE Ahnung, was ich alles versucht/unternommen habe, um diesem Irrsinn einhalt zu gebieten!?!

Ich unterwerfe mich keiner Propaganda, ich resigniere!

Seit knapp 2 Jahren versuche ich alles in MEINER Verantwortung mögliche, um die Kinder (und natürlich auch die Kollegen) zu schützen!

Mit welchem Ergebnis? Um immer wieder festzustellen, dass (bei uns) in erster Linie von Eltern und der Politik eine systematische und v.a. nun jetzt mit Omikron möglichst schnelle Durchsuchung angestrebt wird, um sich endlich nicht mehr mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen.

Ich bin den Kindern verpflichtet???? Auch dann, wenn sie und ihre Eltern selber lieber die Infektion WOLLEN???? Nö, mitnichten. Wenn es so gewollt ist, sollen sie es so bekommen. Sie bekommen Präsenzunterricht, werden sich und mich infizieren und fertig. Ich kann mich nur so gut es geht selbst schützen, denn, guess what, ich kann keinen Distanzunterricht anordnen.

Die KMK wird die Linie heute wieder vorgeben, viele Eltern werden Applaus spenden, da sie sich der Verwahrung der Kinder sicher sein können, und die Kinder werden jubeln, weil sie mit ihren Klassenkameraden abhängen können und LEIDER (!!!) gibt es wieder NICHTS, was ich als Lehrkraft noch Weiteres gegen diese Unvernunft tun kann. NICHTS!

Thomas Schultz
4 Monate zuvor
Antwortet  Thomas Schultz

*Durchseuchung war natürlich gemeint… (nicht Durchsuchung)

Jan aus H
4 Monate zuvor

Seltsam… noch vor dem Treffen werden Standpunkte in der Presse betoniert. Wie soll dann so eine Beratung ergebnisoffen stattfinden?

Statt dessen wäre es vielleicht sinnvoller, sich öffentlich Gedanken über den Gesundheitsschutz zu machen, statt irgendwelche Parolen rauszuhauen, die letztlich nur bedeuten, dass andere die gesundheitlichen Folgen von fast zwei Jahren Missmanagement tragen müssen.

Wenn Präsenz so furchtbar wichtig ist, warum trifft sich die KMK dann eigentlich per Videokonferenz? Ich empfehle als Veranstaltungsort eine Schule, denn die ist ja sicher.

Wie… die KM trauen sich das nicht?

Wie üblich müssen aber viele Familien auf ihren Gesundheitsschutz verzichten, weil dieses Gremium es trotz absehbarer Entwicklungen nicht hinbekommen hat, was anderes als Parolen („Präsenzunterricht! Präsenzunterricht!“) rauszuhauen.

Das Gegenteil von gedankenlosem Präsenzunterricht sind nicht zwingend Schulschließungen. Man könnte den Präsenzunterricht auch sicher machen… aber damit hätte man im Mai anfangen müssen. Hat man aber nicht… also bleibt die Wahl „Präsenzunterricht ohne jeden Schutz“ vs. „Distanzunterricht mit Schutz“. Leider wird diese Wahl in einer sicheren Videokonferenz von Leuten getroffen, die gar nicht betroffen sind. Ausbaden müssen es andere.

Stefanie Grisard-Hölscher
4 Monate zuvor

Es gibt wissenschaftliche Studien, die auch bei milden Verläufen- das ist z.B. übrigens nach WHO auch ein Krankenhausaufenthalt mit Sauerstoffgabe – langfristige, erst später eintretenden Folgen erwarten lassen. Bin mal gespannt, ob sie dir entsprechenden Politiker noch an ihre Aussagen vo heute erinern

Klugscheisser
4 Monate zuvor

Nö, die Zeche zahlen ja andere:
Arzt,
Reha,
Frührente
Pflegeversicherung.
KMs sind fein raus.

Die Trennung der Ressorts macht den Entscheidern noch einfacher, ihre Mantras in die Welt zu brüllen.
Was nach ein paar Jahren mit den Infizierten (egal ob mit oder ohne Symptome) passiert, wen juckts, ausser den Mitleidenden. Zudem wird es schwer sein, zu beweisen, wo der Ansteckungsort war. Und bisher versteift man sich ja immer noch auf den häuslichen Kreis.

Soziale Kontakte werden an Schulen als non plus ultra verkauft, während ausserhalb des Schuliversum soziale Kontakte reglementiert werden.

Psychisch zerbreche ich langsam bei diesen perfiden Spielchen.

Steph R
4 Monate zuvor

Hier im Umkreis hat sich die Omikron-Inzidenz innerhalb von nur einer Woche verdreifacht, aber noch sind Ferien.
Ich lehre im Zweiten Bildungsweg, wir unterrichten an unterschiedlichen Standorten, in unterschiedlichen Städten, am Vormittag und hauptsächlich am Abend. Unsere SuS sind z.T. berufstätige (dadurch mobile) Erwachsene mit z.T. eigenen Kindern in KiTas und der Schule. Letzteres trifft auch auf unser Kollegium zu. Eine Durchseuchung ist trotz 3x Testung wöchentlich, Impfungen, Raumlüftungen, Maskenpflicht, etc. bei uns wohl vorprogrammiert.
Wieso wird am vollen Präsenzunterricht festgehalten? Eine symptomatische Infektion ist ein belastender und langfristig belastender Zustand, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Quarantänezeitverkürzung kann nur ein rein formales Standardkriterium sein, um die Infrastruktur aufrecht zu erhalten. In der Zwischenzeit wird diese bereits in unseren Nachbarländern und auch bei uns (Streichung von Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr, Überlastung des Krankenhauspersonals, etc.) zunehmend eingeschränkt.
Zugegeben, wir haben erwachsene Lerner, die das Abitur anstreben und zumeist das technische Know-How für funktionierenden Distanzunterricht haben. Aber wie konzentriert können sie und wir als Kollegium sein, wenn immer wieder Verwandte und Bekannte in unserem direkten Umfeld durch Infektionen zeitweise ausfallen und/oder betreuen müssen? Was ist mit dem Schutz unserer Gesundheit und der Fürsorgepflicht des Dienstherrn?
Guter Distanzunterricht ist aufwändig, und Präsenzunterricht unter sicheren Bedingungen Ersterem deutlich vorzuziehen, aber diese Sicherheit kann momentan offensichtlich nicht gewährleistet werden. Schulschließungen komplett zu verbieten ist daher aus meiner Perspektive fahrlässig – und die das System Schule u.a. beeinträchtigenden Konsequenzen in naher Zukunft werden dies zeigen. Nur leider ist das Kind dann schon wieder in den Brunnen gefallen.

Schlimmer geht immer!
4 Monate zuvor

Im September 2020 habe ich mit 62 Jahren gekündigt und bin dann mitten im Schuljahr in den vorzeitigen Ruhestand gegangen. Das habe ich keinen Tag bereut. Als sogenannte Pendel Lehrkraft mit acht verschiedenen Klassen und drei Schulen, war mir klar, dass ich so nicht weiter mache.
Eine meiner Schulleiterinnen sagte damals über die zahllosen Anordnungen vom Kultusministerium:

“Man muss es nicht verstehen, man muss es tun!“

Ich muss es zum Glück nicht mehr verstehen und schon gar nicht mehr tun!!!

xy
4 Monate zuvor

Ich würde meine Mitarbeiter und Schutzbefohlenen keinem neurotropen Virus ausliefern. Es gibt moralische und ethische Grenzen.
Wo sind die Schulleitungen, die auf die Barrikaden gehen und mehr Schutz fordern?

Leseratte
4 Monate zuvor
Antwortet  xy

Ich glaube, die gibt es nicht…jedenfalls nicht bei uns. Man versucht es allen (Eltern und Schulamt/KM) recht zu machen, was ohnehin schon nicht geht. Und LuL haben zu funktionieren. Mein Eindruck.

Friederike
4 Monate zuvor

Ich verstehe den Frust vieler Kollegen. Auch ich sehe riesige Probleme. Die nicht vorhandenen Maßnahmen sind ein Unding!
Etwas was ziemlich untergeht in der Diskussion: Die integrative Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf leidet immens! Und das nicht erst seit Omikron.
Nur ein Aspekt: Wir Förderschullehrer an einer Schwerpunktschule und auch unsere pädagogischen Fachkräfte müssen immer wieder Vertretungsunterricht machen, weil Lehrer im Winter wegen normaler Krankheiten von sich/ihren Kindern bekanntlich öfter fehlen, schon lange aufgeschobene Operationen anstehen, Coronafälle für Ausfälle sorgen etc.. Unser PES Kontingent ist längst am Limit. Fragen beim Schulamt ergeben, das wir uns freuen dürfen, dass wir Förderkräfte haben, die Vertretung machen können. Andere Schulen haben auch das nicht. Durch Corona geht ein Aufteilen der Klassen für einzelne Stunden logischerweise nicht. Aber eine Klasse EINEN Tag zu Hause lassen ist auch verboten. Also Vertretung. Statt Förderung. Hauptsache nach außen kann man sagen, es gibt den hoch gelobten Präsenzunterricht.
Und jetzt: Ich arbeite als Förderschullehrerin normalerweise in sieben Klassen. Ein Omikronfall in einer Klasse und ich bin raus. Also versuchen wir in möglichst wenigen Klassen zu unterrichten, um das Risiko für alle zu minimieren. Wieder mal zu Lasten der I-Kinder. Aber Hauptsache Präsenz und um jeden Preis.
Ich verstehe die Argumente zum Thema Einschränkung der Entwicklungsmöglichkeiten, v.a.im Hinblick auf den sozial-emotionalen Bereich durchaus. ABER… Das Aber ist riesig und ist in den Kommentaren immer wieder zu lesen. Ein guter Wechselunterricht ist auch viel wert.
Also ich sehe auch viiiiele Möglichkeiten zur Verbesserung.
Aber liebe Kollegen, trotzdem wundere ich mich über das Niveau mancher Beiträge. Wir sind Menschen. Klar. Aber lasst uns doch trotzdem sachlich schreiben.
Bleibt gesund und munter!

Defence
4 Monate zuvor
Antwortet  Friederike

„Also versuchen wir in möglichst wenigen Klassen zu unterrichten, um das Risiko für alle zu minimieren. Wieder mal zu Lasten der I-Kinder.“

Das verstehe ich nicht.Ist da jetzt nicht nur das Risiko der Förderschullehrer minimiert? Und bekommen die anderen Kinder nun die Förderschullehrkraft nicht, die ihnen rechtlich zusteht?

Zum Aspekt: Es geschieht auch andersherum. Teilweise fehlen auch Förderlehrkräfte (auch über einen längeren Zeitraum), die dann vom übrigen Lehrpersonal vertreten werden müssen.
Meiner Meinung nach ist es selbstverständlich, dass die Förderschullehrkraft auch mal eine Einheit selbstständig unterrichtet. Das ist das, was sie gelernt hat und kann.

Zurück zum Thema: Die KMK wird sehr schnell bemerken, was sie von ihrem Präsenzwahn hat. Viele werden krank. Im schlimmsten Fall werden die Kolleginnen und Kollegen chronisch krank. Bei Lehrermangel rächt sich das gleich doppelt.
An Stelle der KMK würde ich mir in Zukunft besser überlegen, wie ich mit Mangelware umgehe. Da werden die Karten sehr bald neu gemischt werden.

PS: Eigentlich möchte ich an manchen Stellen nicht mehr sonderlich sachlich bleiben. Nach zwei Jahren Pandemie, komme ich mir vor, wie ein Boxsack. Keine Lust mehr darauf. All die Sachlichkeit, hat uns in diese beschi..ene Lage gebracht, in der wir nun stecken. Hätte es direkt am Anfang einen großen Aufschrei gegeben und hätten wir eine Gewerkschaft, die sich, wie ein Fels vor uns gestellt hätte, wäre vieles anders gekommen.
Wenn man Intoleranz akzeptiert, hat man verloren und erntet nur noch Respektlosigkeit.

Indra Rupp
4 Monate zuvor
Antwortet  Defence

Ich denke, sie meint, dass sie an einer Regelschule als Förderlehrerin tätig ist und dort eben für die I-Kinder zuständig. Wenn Lehrkräfte ausfallen, muss sie einspringen und dann sind die „starken“ Kinder vorrangig gegenüber den I-Kindern. Das zeigt irgendwie makaber, welche Bedeutung den I-Kindern zukommt, auch wenn es dann nicht anders geht als „Notbetreuung“ für alle. Aber wie wäre es umgekehrt? Wenn Föderlehrkräfte ausfallen, bekommen dann die I-Kinder eine Sonderstunde von einer Regelschullehrkraft zugeteilt oder laufen die dann so mit? Ich denke, dass zeigt schon die eigentliche Einstellung, die man über I-Kinder hat ( “ Aus denen wird doch eh nichts wichtiges. Die fördern wir doch nur als Alibi um uns für sozial zu halten und wenn es ernst wird, müssen die halt Platz machen“)

Friederike
4 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Danke Indra. So ist es.

Ich vermisse einfach in dem Großteil der Diskussionen der letzten Zeit Fragen/Überlegungen zu der Situationen von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf (an Schwerpunktschulen und auch Förderschulen) in Zeiten von Corona.
Inklusion wird gerne propagiert und auf die Flaggen geschrieben. Aber wie es den I-Kindern bei alldem geht, wird kaum mitgedacht.

Defence, ich halte es auch für selbstverständlich, dass Förderschullehrer Vertretung machen und Einheiten selbständig unterrichten. Keine Frage. Aber wenn durch dauernde Vertretung der Förderunterricht über weite Zeiträume ausfällt, ist das ein großes Problem.
Und diese Situation wird eben verstärkt durch solche Maßnahmen wie „Klassen dürfen auf keinen Fall zuhause bleiben“.

Was das Unterrichten in möglichst wenigen Klassen bzw das Reduzieren von Durchmischungen angeht: Das betrifft u.a. auch Zusammenlegung wie in Reli. Und wenn ich als Lehrerin, die in sieben Klassen I-Kinder unterrichtet, mit Omikron ausfallen würde, sind alle diese Klassen auf einen Schlag in Quarantäne. Oder wenn ein Sportlehrer schön weiter Sport in vier Klassen gibt, hätte man den gleichen Schlamassel. Insofern geht es tatsächlich bei dieser Maßnahme besonders um einen Schutz der Kinder.

Und nein, es wird keiner um sein Recht gebracht. Die Klassen 1-3 werden durch die PFs und mich abgedeckt. Die „Großen“ in Klasse 4 haben von mir individuelle Arbeitspläne bekommen, an denen sie in Deutsch und Mathe schon recht selbständig arbeiten können, mit Unterstützung der Klassenlehrer.
Das funktioniert recht gut, ist aber eben nicht Sinn der Sache. Sobald neue Beschlüsse da sind, werden wir das wieder ändern. Ich will eben auf keinen Fall, dass „meine Schüler“ zu kurz kommen.

Ich bin zutiefst gespannt auf die Beschlüsse. Obwohl mir Optimismus allmählich auch immer schwerer fällt!

Sapperlot
4 Monate zuvor

Ja, Präsenzunterricht ist wichtig, aber nicht unter diesen Bedingungen.
Da teile ich die mehrheitliche Meinung vieler Foristen hier.
In SH gehen die Zahlen durch die Decke. Ich habe schon jetzt Bauchschmerzen und Angst vor dem Schulbeginn am kommenden Montag. Bisher sehen die wunderbar wirksamen Maßnahmen, die Karin Prien so stolz beschreibt, an unserer GS so aus: Masken tragen (inklusive permanentem Erinnern und Korrigieren), Frühstück im Klassenraum (natürlich ohne Maske), Lüften (mit frierenden und teilweise nassgeregneten Kindern) und Hände waschen bzw. desinfizieren. Fertig!
Damit fühle ich (mittlerweile geboostert) mich nicht sicher. Nach einem positiven Fall in meiner Klasse direkt vor den Ferien hatte ich einen fiebrigen Infekt und selbstverständlich einen PCR-Test machen lassen. Negativ! Weihnachten musste nicht „verschoben“ werden. Die Sorge mich und damit höchstwahrscheinlich auch meine Familie samt Großeltern angesteckt haben zu können war einfach riesig. Die Konsequenz daraus ist jetzt wieder soziale Kontakte zu vermeiden, sprich meine Eltern, die schon recht betagt sind, nicht mehr zu sehen. Meine eigenen Kinder kann ich nicht zu Hause lassen, da Präsenzpflicht besteht und ich keine Möglichkeit habe sie betreuen zu lassen. Ich könnte natürlich die Großeltern fragen (und meine Kinder krank melden) und dann alle meine Lieben in der nächsten Zeit nicht mehr in Präsenz sehen. Dafür aber alle meiner Schüler. Ich liebte mal meinen Beruf!

Indra Rupp
4 Monate zuvor

Mich würde mal interessieren, wie es jene aus der Politik sehen, die selber schulpflichtige Kinder haben. Haben Gebauer, Prien und Co alle keine Kinder?