Flüchtlingskinder: Philologen rechnen Kultusministerin vor, wie viele Lehrkräfte einzustellen sind

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STUTTGART. Angesicht des Kriegs in der Ukraine und der wachsenden Flüchtlingszahlen auch in Baden-Württemberg ruft der Philologenverband Baden-Württemberg die Landesregierung und das Kultusministerium auf, es nicht bei Solidaritätsbekundungen zu belassen, sondern sofort die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen – damit die ankommenden ukrainischen Kinder möglichst schnell und problemlos in Schulen und Kindergärten aufgenommen werden können.

„Stellen Sie einen Nachtragshaushalt auf“: Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper ist gefordert. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg.

Die momentanen Überlegungen des Kultusministeriums, ukrainische Lehrkräfte für die Erst-Beschulung der Flüchtlingskinder zu gewinnen, seien kurzfristig sinnvoll. „Klar ist aber bereits jetzt: Alle schulpflichtigen Flüchtlingskinder sind eine reguläre Beschulung gewöhnt. Deshalb kann das Deutsch-Lernen in Flüchtlings-Klassen sehr intensiv gestaltet werden. Ziel sollte es deswegen sein, dass ab Beginn des neuen Schuljahres im September bereits möglichst viele der ukrainischen Kinder bei uns den normalen Unterricht besuchen können. Dies wäre auch im Hinblick auf eine gelingende Integration der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wichtig. Spätestens im übernächsten Schuljahr sollten dann alle ukrainischen Kinder am normalen Unterricht teilnehmen können“, so heißt es in einer Pressemitteilung.

Konkret fordert der Verband von Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne):

  • „Richten Sie am Kultusministerium eine Task-Force ein, die federführend für die Integration der Flüchtlingskinder an Kindergärten und Schulen zuständig ist!
  • Stellen Sie einen Nachtragshaushalt auf, in dem 3000 – 4000 befristete zusätzliche Lehrerstellen in allen Schularten geschaffen werden, und zwar spätestens im April!
  • Stocken Sie für ankommende Schüler ohne Deutschkenntnisse sofort bestehende Vorbereitungsklassen auf bzw. richten Sie schnell weitere Vorbereitungsklassen ein!
  • Sorgen Sie sofort dafür, dass die sprachlich sensitiven Teile der 2P-Tests (zur Ermittlung des Vorwissens der ankommenden Kinder) ins Ukrainische übersetzt werden, damit die Kinder sofort nach Ankunft getestet und direkt an die richtige Schulart weitergeleitet werden können.
  • Die Schüler müssen nach dem Deutsch-Lernen in der Erst-Integration so rasch wie möglich am normalen Unterricht teilnehmen. Für viele wird dafür der Beginn des nächsten Schuljahres ein günstiger Wechselzeitpunkt sein. Deswegen müssen spätestens ab September zusätzliche Lehrkräfte eingestellt sein und spätestens im Juni/Juli ein Beratungsangebot für die Schüler und deren Eltern bereitstehen.
  • Legen Sie ein Fortbildungsprogramm für die ankommenden ukrainischen Lehrkräfte auf, damit diese möglichst schnell und gut Deutsch lernen können! Nur so können diese zum Schuljahr 2022/23, spätestens zum Schuljahr 2023/24 als reguläre Lehrkräfte in unser Schulsystem integriert werden.
  • Legen Sie sofort ein Fortbildungsprogramm für Deutsch als Fremdsprache auf, damit mindestens 5000 bis 10.000 der 140.000 Bestandslehrkräfte für die Arbeit mit den ukrainischen Flüchtlingskindern zusätzlich geschult werden können.
  • Für alle diese notwendigen, zusätzlichen Angebote benötigen die Schulen zusätzliche Ressourcen – seien es Anrechnungsstunden für diejenigen, die Angebote organisieren, seien es zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten.“

Der Einsatz von ukrainischen Lehrkräften, die ja selbst zum großen Teil erst Deutsch lernen müssten, sei nur bedingt hilfreich: „Aufgrund des leichteren und schnelleren Spracherwerbs von Kindern ist davon auszugehen, dass die Kinder schneller und nach einem Jahr deutlich besser Deutsch sprechen werden als die erwachsenen Flüchtlinge“, so meinen die Philologen.

Und sie betonen: „In jedem Fall müssten für die Einstellung neuer Lehrkräfte entsprechend der zusätzlichen Schülerzahl mindestens 3000 bis 4000 zusätzliche, befristete Lehrerstellen geschaffen werden — egal, ob es sich dabei um ukrainische Lehrkräfte als erste Notmaßnahme oder spätestens ab dem nächsten Schuljahr auch um zusätzliche deutsche Lehrkräfte handelt. Dies muss schnellstmöglich, und das heißt: im Rahmen eines Nachtragshaushalts, geschehen, sobald die Zahl der in Baden-Württemberg ankommenden ukrainischen Kinder grob abzuschätzen ist. Diese Lehrerstellen müssen dann natürlich auch im Rahmen des Doppelhaushalts 2023/24 weiterhin befristet eingeplant werden.“

Ein wichtiges Ziel bestehe in jedem Fall darin, möglichst viele der benötigten neuen Stellen auch mit ausgebildeten Lehrkräften zu besetzen. Deswegen müssen diese Stellen spätestens im Juni bereitstehen, wenn das reguläre Einstellungsverfahren stattfindet. Das Kultusministerium wäre zudem gut beraten, weitere 5000 bis 10.000 der bereits im Schuldienst befindlichen Lehrkräfte zusätzlich für Deutsch als Fremdsprache fortzubilden.

„Aufgrund der seit der Flüchtlingskrise 2015/16 etablierten Strukturen und des seitdem vorhandenen Wissens- und Erfahrungsschatzes sollten wir alle – Politik, Verwaltung und Bürger — die jetzige Situation gut und erfolgreich meistern können“, meinen die Philologen.

Überschlagsrechnung

Die Philologen haben eine Überschlagsrechnung zu den erwarteten schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine und zu den dafür benötigten Lehrkräften vorgelegt, um den Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften zu ermitteln.

„Bislang sind ca. 2,2 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarstaaten der Ukraine angekommen, weitere ca. 1,9 Millionen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Es ist zu erwarten, dass fast alle diese Menschen in die EU flüchten werden.

Zu Beginn des Krieges sprach UNHCR von zu erwartenden 7 Millionen Flüchtlingen. Bisher sind knapp die Hälfte aller Flüchtlinge Kinder — in Begleitung der Mütter oder allein.Es ist somit davon ausgehen, dass mindestens zwei bis drei Millionen ukrainische Kinder in der EU mit ihren Müttern oder allein(!) unterzubringen und in Schulen und Kindergärten aufzunehmen sind.

Wie sich die Flüchtlingsströme innerhalb der EU verteilen werden, ist bislang völlig unklar. Geht man von einer Verteilung in etwa entsprechend der Bevölkerung der EU-Mitgliedsstaaten aus, dann würde Deutschland etwa ein Fünftel aller Flüchtenden aufnehmen. D. h. wir sprechen dann von mindestens einer Million Flüchtlinge oder rund 500.000 Kindern. Nach dem Königsteiner Schlüssel entfallen davon 13 Prozent oder 65.000 Kinder auf Baden-Württemberg.

Wenn wir davon ausgehen, dass sich die Kinder halbwegs gleichmäßig auf die Altersjahrgänge von null bis 17 verteilen, dann wären das etwa 3500 Kinder pro Altersjahrgang.

Unsere normalen Altersjahrgänge umfassen ca. 100.000 bis 110.000 Kinder pro Jahrgang. (Bei den 0-5-Jährigen ca. 107.000 – 110.000; bei den Sechsjährigen und 15-Jährigen 104.000, bei den 16- und 17-Jährigen 106.000 und bei den Acht- bis 14-Jährigen ca. 99.000 bis 103.000.)

Für rund 45.000 Kinder im schulpflichtigen Alter (6 bis 17) benötigt man mindestens 4000 zusätzliche Lehrkräfte.“

Lehrerverbände: Lasst die Flüchtlingskinder in diesem Schuljahr erst mal ankommen

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Sissi
2 Monate zuvor

4000 zusätzliche Lehrkräfte –
Bei normaler Klassenstärke von 31 SuS ! ?
Alle mal rin, fertig, Stühle haben wir ja! Ohje

Andre Hog
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Ja, die Stühle sind vielleicht nicht das Problem…wenn alles gut läuft, dann haben wir auch die benötigten TISCHE dazu….Was ich in Anbetracht der räumlichen Situation an meiner Schule allerdings bezweifle ist, dass wir den dafür benötigten Platz in den Klassenzimmern haben, wo wir Tische und Stühle und dann noch Kinder und Jugendliche unterbringen können. Da bereits seit Jahren immer nur auf „spack“ geplant wurde, sitzen bereits heute die SuS eng an eng beieinander….klar, wir können noch weiter zusammenrücken – wozu alle ohne groß zu murren angesichts der Situation bereit wären – aber eine förderliche Lernatmosphäre in einer prall gepackten „Sardinenbüchse“ zu gestalten ist eine weitere Herausforderung, die sich unsere „Gloreichen 16“ aus ihren bequemen und großzügig gestalteten Einzelbüros gar nicht vorstellen können …. und v.a. wollen.

„Wir paffen das!“ sagte der eine Raucher zum anderen.

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Na die Raumhöhe reicht doch sicher aus, um eine zweite Ebene einzuziehen. Die muss ja nur so hoch sein, dass die Schüler dort sitzen können – eine Sitzebene gewissermaßen. Und schon kannst du statt 30 jetzt 50 SuS unterrichten (die Ebene überspannt nur zwei Drittel des Raumes – damit Du noch der Aufsichtspflicht nachkommen kannst). Knallzackbumm, Problem gelöst, Lehrermangel beseitigt. Wo kann ich mir mein Beraterhonorar abholen?

Andre Hog
2 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Genialer Plan!! 😉
Beraterhonorar ist sicher!!
Völklinger Straße – Düsseldorf
Nach Poison Yvi und Matze Richter fragen.
Viel Spaß mit der Kohle…aber nicht alles durcheinander trinken!! 🙂

Realist
2 Monate zuvor

Diese Suche nach den „urkranischen Lehrkräften“ ist doch wieder nur eine Nebelkerze der „Glorreichen 16“. Man wird „suchen“ aber leider kaum jemanden finden. In der Zwischenzeit tun es auch die berühmten Stühle. Spätestens wenn das neue Schuljahr anfängt, hat man sich an die zusätzlichen Stühle gewöhnt, keiner wird mehr „suchen“ und erst recht wird man niemanden zusätzlich einstellen. Denn angesichts dieser historischen Herausforderung kann man doch wohl verlangen, sich mit dem zusätzlichen Schülern zu arrangieren, oder nicht? Und außerdem muss der Staat sparen. Schule ist ja schließlich nicht die Bundeswehr…

undheitergehtsweiter
2 Monate zuvor

In der Grundschule sollen die ukrainischen Kids möglichst im regulären Klassenverband die deutsche Sprache und Schrift (!) lernen. Von Vorbereitungsklassen war hier in NRW 2015 und danach weit und breit nichts zu sehen.
Danach dürfen die Kids dann in die von den Philologen unterrichteten Klassen, aber nur wenn sie den Sprachstandtest erfolgreich gemeistert haben?
Ansonsten schiebt man die Kids und die Verantwortung in und auf andere Schularten ab. Habe ich das richtig verstanden?

Emil
2 Monate zuvor

Genau! Das Gymnasium schiebt ab. Unabhängig vom eigentlichen Leistungsvermögen der Kinder. Nur wer vom ersten Tag an den Ansprüchen genügt – auch in Deutsch – überlebt. Förderung gibt es nicht. Verständnis schon gar nicht. Abschiebung dagegen massenweise. Übrigens quasi ausnahmslos an die A12-Lehrer. Die nehmen sich dann der Kinder an.
Und bevor gemoppert wird, ich kann Namen nennen von Kindern aus der Flüchtlingskrise 2015. Tolle Kinder, die an den Gymnasien verbrannt wurden!
Unser Bildungs, stem ist zum Ko.. en!!

Andre Hog
2 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Lieber Emil,
….bei uns ist das anders….wir nehmen alles, was Haare hat und kümmern uns rührend darum.
„Abgeschoben“ wird nicht!
Eine nicht unerhebliche Anzahl der SuS von 2015 ff hat bei uns Abitur gemacht oder ist gerade dabei, diesen Bildungsgang zu vollenden.

alter Pauker
2 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Recht so, Andre Hog, höchste Zeit für die 0-Haar Toleranz!

Klugscheisser
2 Monate zuvor

So ist es.
Und nebenher sucht man händeringend nach Lehrkräften, deren Ruf man politisch gewollt ruiniert hat, immer mehr fachfremde Aufgaben aufgebürdet und sie dann dem System zum Frass vorgeworfen hat.
Entlastung kommt im KM Vokabular nicht vor. Achso, doch… es gibt ja Tipps: man soll sich entspannt dem Stress hingeben. Das beste draus machen. Vielleicht bekommen wir zu Ostern Stressbällchen zum Kneten.

soso
2 Monate zuvor

Heute kam das Schreiben nach einer außerordentlichen Sitzung der Verantwortlichen im Kreis:
1. Die bewährten Maßnahmen des GO-IN-Systems werden fortgesetzt.
2. Die angespannte personelle Situation an vielen Schulen und die große Herausforderung mit der Integration, die wenig oder kein Deutsch sprechen, behalten „wir“ fortlaufend im Blick.
3. Die Willkommenskultur als Leitlinie wird durch durch einen bereitgestellten gratis Vokabeltrainer „Begrüßung und Abschied auf Ukrainisch“ unterstützt.
Was nix kostet werden wir an der Schule natürlich mit zusätzlichem Engagement bewerkstelligen dürfen, alles klar!?

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  soso

Die Beobachtungskultur ist in den zuständigen politischen Gremien in Bezug auf Schule und Kita außerordentlich gut ausgeprägt. Das hat einen Grund:
Wenn man lange genug beobachtet, erledigt sich mitunter das Problem von selbst. Daraus haben die zuständigen Träger und politisch Verantwortlichen geschlussfolgert: Beobachten ist eine bewährte Strategie im Lösen von Problemen.

TaMu
2 Monate zuvor

Zusätzlich müssen dringend sämtliche Ressourcen an Seelsorge eingebunden werden. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen, also auch die ukrainischen Lehrkräfte, sind nicht freiwillig auf Urlaub bei uns. Sie werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Wochen mit furchtbaren Nachrichten von zu Hause rechnen müssen, Todesfälle, Kriegsverletzungen, Krankheiten, Kriegsverbrechen, Entführungen, Folter, Massenmord, Vermisstenmeldungen, Hungertod. Bereits damit zu rechnen, kann jede Energie davon abziehen, hier zu lernen oder zu unterrichten. Wenn es dann geschieht, unterliegen die Kinder der Schulpflicht und die ukrainischen Lehrkräfte müssen unterrichten. Wie stellt man sich das in den Kultusministerien vor? Glaubt man dort wirklich, dass es ausreicht, wenn „die Schule“ sich um das Kind kümmert, während Putins tschetschenische Freunde sich um die Lieben daheim kümmern? Ich vermute, dass sie dort davon ausgehen. Die letzten beiden Jahre haben mich desillusioniert. Es tut mir so leid für die ukrainischen Flüchtlinge, dass sie in Deutschland die sanfte Gewalt der Schulpflicht kennen lernen müssen, die keine Rücksicht nimmt auf vulnerable Menschen.

AusderPraxis
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Schulpflicht für die Kinder, eine „sanfte“ Pflicht, sich zu engagieren für geflüchtete Mütter/Omas (Lehrerinnen?), und der Präsenzunterricht wird schon alles richten! Traumata, Sorgen, Ängste? Gibt es nicht, wenn der Präsenzunterricht greift! Das Allheilmittel für alle Katastrophen im Leben? Schiebt die Kinder in die Schulen! Zu wenig Personal und Räume? Egal! Hauptsache die Kinder sind aus den Augen, wohlplaziert auf einem Stuhl im Klassenzimmer!

Wir haben einige russische Familien die meinen, die Ukraine gäbe es nicht! Putin sei vollkommen im Recht und das Opfer des Westens. Selbst russische Seiteneinsteiger glauben an die Propaganda von RT, was schon zu Unruhe selbst im Lehrerzimmer führt!!!

Frau Prien lässt coole Phrasen vom Stapel, das Schulamt schwenkt die weiße Fahne und kann sich kein Personal aus den Rippen schneiden, der Schulträger hat kein Personal um die Zuteilung zu den 4 Grundschulen und den 4 weiterführenden Schulen zu organisieren und schiebt es an die SL ab, einige engagierte Eltern stellen uns die Gänge mit Kartons voll gesammelter Kinderkleidung voll, die Umbaumaßnahmen an der Schule beginnen ( es fehlen 7 Klassenzimmer, die in den nächsten Jahren angebaut werden sollen) mit dem Abriss einiger Räume. Die versprochenen Container werden nicht aufgestellt, da sie für Flüchtlingsunterkünfte gebraucht werden und nächste Woche sollen wir zwischen 10 und 30 Kinder, so genau weiß das keiner, willkommen heißen und „sensibel“ betreuen.

Ist alles gut vorbereitet! Man könnte nur noch heulen, wenn man an die armen Kinder denkt!

Sorry, das musste jetzt raus. Wir werden uns alle bemühen, wohl wissend, dass es bei Weitem auch nicht ansatzweise reichen wird!

TaMu
2 Monate zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Was ich aber wirklich, wirklich nicht verstehe, ist: warum kommen die Kinder jetzt schon in die unvorbereiteten Schulen? Sie haben doch je nach Bundesland einige Wochen bis Monate Zeit, um anzukommen? Wer macht denn diese Hektik? Die Kinder liegen doch nicht reihenweise weinend herum, weil sie nicht SOFORT in der fremden Umgebung in Schulen gehen dürfen? Und die Mütter bitten doch vermutlich auch nicht händeringend darum, endlich, wenige Tage nach der Ankunft, ihre Kinder in Schulen geben zu können? Ich meine, wenn es Eltern und Kinder gibt, die von sich aus darum bitten, dann sollte es sofort möglich sein. Aber ticken die Ukrainer da so anders als ich? Ich würde erstmal ankommen und mit meinen Kindern etwas heimisch werden wollen, bevor ich sie in Betreuung geben würde. Ich würde auch zunächst ausruhen und alles ein Stück weit verarbeiten und das auch meinen Kindern ermöglichen wollen. Werden die ukrainischen Familien unter Druck gesetzt, dass zum Beispiel jemand wie selbstverständlich zu ihnen sagt: am Montag geht es dann für den kleinen Maxim in der Schule hier ums Eck los, also bitte pünktlich um 8 Uhr dort sein! … und sie wissen gar nicht, dass sie rechtlich noch Zeit haben?

Alla
2 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

@TaMu
Viele Mütter/Omas wollen die Kinder nur ein wenig aus der deprimierenden Umgebung der Unterkünfte entlassen. Ihnen ein paar Stunden gönnen, ohne an die Väter und andere Lieben zu denken, ein wenig Ablenkung vom extrem stressigen Alltag.
Und sie brauchen natürlich auch Zeit für die ganze Bürokratie.
Dass die Schulen in Deutschland gänzlich unvorbereitet und personell schon vorher am Limit agierten, dass weiß doch so eine Mama/Oma nicht! Deutschland ist doch so ein reiches, freundliches Land! Jedes Kind erhält hier doch die beste Unterstützung! Dass gerade der Schulbereich komplett kaputtgespart wurde, wissen die Mütter/Omas ja nicht!

Mein Name ist Hase
2 Monate zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Absoluter Wahnsinn das Alles … und natürlich wieder Keiner dafür verantwortlich.

alter Pauker
2 Monate zuvor

Hase, hast du die Adresse von dem Keiner? Wenn ich den erwische!

Rosa
2 Monate zuvor

Herr Ralf Scholl vom PhV-BW setzt Frau Schopper als KM in BW ihrer Augenwischerei etwas entgegen.https://www.news4teachers.de/2022/03/fluechtlingskinder-philologen-rechnen-kultusministerin-vor-wie-viele-zusaetzliche-lehrkraefte-noetig-sind/ Frau Schopper hat großes Talent zum Märchen erzählen, Mogelpackungen zu verteilen ohne Inhalt, Verprechungen die nicht eingetroffen sind und die Hausaufgabenliste ist nicht abgearbeitet.

Rosa
2 Monate zuvor

Das Rückenwindprogramm wird in der Flüchtlingflut zur Aufnahme in den Klassen gebraucht. Leider ist dieses Aufholprogramm als Mogelpackung ohne Inhalt verteilt worden und viele Schulen haben nichts erhalten. Trotz Aufrufe von Schulleitungen ist Frau Schopper dieser Aufforderung nicht nach gekommen. https://www.phv-bw.de/phv-bw-zur-pressemitteilung-des-kultusministeriums-ferienband-2022-foerderung-ueber-lernen-mit-rueckenwind-auch-in-den-ferien-moeglich-vom-11-03-2022 Alle die an der Schule sind, haben Ihre Ferienzeiten verdient und eine große Portion Lebensfreude leben zu dürfen. Wieder erneute Last wird allen an der Schule aufgebürdet von Frau Schopper. Die Ferien Angebote sind nicht die Lösund um die Rückstände aufzuarbeiten. Auch die Flüchtlingsgeneration brauchen eine tragende Lernathmosphäre im Klassenzimmer und Lehrer die dies leisten können. Die Schulleitungen und Lehrer sind am Limit und brauchen dringen Entlastung und ein tragendes Aufholprogramm an den Schulen. Frau Schopper hört sich gerne reden und taten folgen keine.

Otto Ott
2 Monate zuvor

Wie andere schon geschrieben haben, Lehrer sind einfach viel zu teuer. Man lese mal nach, was A13 bedeutet, was sie alle jetzt haben wollen. In Zeiten von Corona-Hilfen und Kriegflüchtlingen kann sich doch kein Bundesland MEHR (als bisher) Lehrer leisten.

Das wird dann irgendwie mit billige(re)n Hilfskräften abgedeckt oder die vorhandenen Lehrer müssen bluten (größere Klassen, mehr Stundenverpflichtung). Wetten? Da stimme ich allen Vorrednern zu.

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  Otto Ott

@Otto
Also finden wir uns damit ab, dass das Bildungsniveau in D immer tiefer sinkt? Kann man eben nichts machen. Isso! Na dann, gute Nacht Deutschland. Das Land der Dichter, Denker und Ingenieure war einmal!

alter Pauker
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

@“Pantoffelmama“: Wann waren wir doch gleich das Land der Dichter und Denker? Bereits 1976 als ich Abi machte, war es nicht besser als heute.
immerhin kann man den Satz etwas korrigieren zu: „Das Land der nicht mehr ganz Dichten- und der „so-tun-als-ob-Denker“

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  alter Pauker

Wahlweise auch: das Land der dicken Lenker? Gern im doppelten Sinne verstehen?

Lehrer_X
2 Monate zuvor
Antwortet  Otto Ott

Deputat reduzieren regelt das Ganze für mich. Ich tu mir nichts mehr an, was mein Arbeitgeber seit Jahrzehnten verbockt. Ganz zu schweigen von der deutschen Gesellschaft, die im Lehrer immer wieder nur den überbezahlten Sündenbock sieht.

Danke Deutschland. Selbst schuld.

Tigrib
2 Monate zuvor

Viele geflüchtete Kinder bekommen online-Unterricht von ihren eigenen ukrainischen Lehrern. Die brauchen unsere rückständige Schule nicht…

Honigkuchenpferd
2 Monate zuvor
Antwortet  Tigrib

Das ist eine leere Behauptung und „viele“ ist hier wohl sehr, sehr relativ zu sehen. Sind es 3 oder sind es 5? Verifizieren Sie doch mal Ihre Behauptungen! (Quellen)

Siegfried Bauer
2 Monate zuvor

Tja, jetzt rächt sich die Bildungspolitik der letzten Jahre. Bin zum Glück kein Lehrer.
Im Grunde genommen sollten die Bildungsministerien aufgelöst werden

Rosa
2 Monate zuvor
Rosa
2 Monate zuvor

Die Hausaufgabenliste von Frau Schopper als KM in BW. https://www.gew-bw.de/aktuelles/detailseite/hausaufgabenliste-der-kultusministerin Die Liste der Hausaufaben ist leider nicht erfüllt und Versrechungen und Verbesserungen sind im Schulsystem nicht eingetroffen. Die letzten in der Reihe haben keine tragende Aufarbeitungszeit geschaffen bekommen.

Lehrer_X
2 Monate zuvor
Antwortet  Rosa

Ich habe so das Gefühl, dass Sie etwas voreingenommen sind, was die Dame so treibt.

Gegenfrage: Gibt es irgendeinen KuMi, der/die das Ganze besser macht?

Leseratte
2 Monate zuvor

„Ukraine lehnt Integrationsklassen ab
Die ukrainische Generalkonsulin Iryna Tybinka hat sich mit einem Forderungskatalog an hiesige Schulbehörden gewandt – und der hat es in sich. Aus dem Checkpoint. Von Lorenz Maroldt“

https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/3mkTDHz3jsWaizElEqsF7Y?utm_source=tagesspiegel&utm_medium=hp-teaser&utm_campaign=ukraine-lehnt-deutsche-integrationsklassen-ab

Alla
2 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

@Leseratte
Der Artikel ist leider hinter der Bezahlschranke verborgen.
Könnten Sie die wichtigsten Punkte hier kurz angeben?
Es würde mich sehr interessieren, was die Betroffenen selbst wünschen!
Leider wird ja in Deutschland wieder schnell etwas angeordnet, ohne dass Betroffene gehört werden!
Wir wissen ja alles, oder zumindest wissen wir alles besser!

alter Pauker
2 Monate zuvor

Was wird da gefordert? Punkt 1: „Richten Sie am Kultusministerium eine Task-Force ein…“, fordern die Philologen, ausgerechnet an Frau Schopper? Philos-der Freund, logos – das Wort. Genauso muss man die Optionen interpretieren die bei Frau Schopper und den anderen Unbeteiligten der KMK bereitstehen und sich nicht nur bei Corona, Stellenforderungen, Reformen und sicher auch bei den Ukrainischen Kindern bewährt hat – und sich zuverlässig immer und immer wieder wieder bewähren wird:
Viel aufgeblasene logos reden, Freunde im KMK Klub bleiben und ganz schnell untertauchen, lügen und vertuschen, wenn offene Kritik kommt.
Schließlich kennt doch jeder die Politiker-Devise: „Was geht mich der Blödsinn an, den ich gestern gesagt habe?“
Hoffnungslos, liebe Freunde der bildenden Worte!
Wie heißt „desillusionierte Freunde“ doch gleich auf Griechisch?

Dreamghost
2 Monate zuvor

Idee:
Wenn jeder Beamte, der im KM sitzt oder dort arbeitet (bis hin zum jeweiligen Minister) eine Willkommensklasse übernimmt, wäre der Personalmangel etwas abgefangen. Durch das gute Vorbild würden bestimmt ein paar Teilzeitlehrkräfte aufstocken und Pensionäre zurückkommen. Außerdem glaube ich, dass ein bisschen Praxiserfahrung auch für zukünftige Entscheidungen nicht schadet.

Kathrin
2 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost

Prima Idee! Einschränkung: Bitte Frau Gebauer nur zur Hospitation einteilen. Sie ist derart fachfremd, dass sie keiner Willkommensklasse zuzumuten ist.

Rosa
2 Monate zuvor

Zwei Jahre Corona an den Schulen und dies hat tiefe Spuren In der Bildung hinterlassen. Der PhV-BW klärt auf und richtet erneute Forderungen an Frau Schopper. https://www.phv-bw.de/phv-bw-zu-seiner-landespressekonferenz-2-jahre-corona-und-den-ergebnissen-einer-repraesentativen-forsa-umfrage-zu-aktuellen-bildungspolitischen-themen/

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor

3000 bis 4000, uiuiui! Das sind ja grob 2999 bis 3999 mehr als ich.
Wobei – ich bin mir manchmal uneins, geradezu gespalten in mir selbst. Dann ist die Differenz schon nimmer so groß. Und wenn ich mich vor Arbeit zerreißen muss, dann … ahh, jetzt versteh ich den Ansatz!