Fraglich ist nicht, ob der Corona-Schutz in Schulen fällt (sondern wann)

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DÜSSELDORF. Fällt die Maskenpflicht und Corona-Testpflicht an Schulen in NRW? Eine Entscheidung steht laut Schulministerin kurz bevor. Der Rahmen für den mit Spannung erwarteten Beschluss ist aber schon gesetzt.

„Behutsamer Weg in die Normalität“: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Land NRW / Martin Götz

Die Landesregierung will noch in dieser Woche entscheiden, ob an den Schulen in NRW die Maskenpflicht und die Pflicht zu regelmäßigen Corona-Tests fällt. Das kündigte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags an. Sie verwies auf den Entwurf der Bundesregierung für ein neues Infektionsschutzgesetz, das zum 20. März das Auslaufen der meisten bundesweiten Corona-Auflagen vorsieht. Über das Gesetz soll am Freitag von Bundestag und Bundesrat entschieden werden.

«Auf der Grundlage dieses Gesetzentwurfs führt die Landesregierung die notwendigen Abstimmungen zur Fortgeltung von Maßnahmen zum Infektionsschutz derzeit durch. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Pflicht zum Tragen von Masken im Unterricht und der Fortführung des anlasslosen Testens», sagte Gebauer. Dazu «fanden und finden» auch Gespräche mit vielen Akteuren und Verbänden statt. Die Schulen mit ihren rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schülern würden noch in der laufenden Woche über die neuen Regelungen informiert.

Gebauer führte den Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) aus der vergangenen Wochen an: Demnach sollen spätestens bis Mai die Corona-Einschränkungen an den Schulen aufgehoben werden – Masken und Tests eingeschlossen. Man sei sich einig gewesen, dass die Schutzmaßnahmen an den Schulen «angemessen Schritt halten» müssten mit den Öffnungsbeschlüssen von Bund und Ländern für andere Bereiche, betonte die Ministerin. In den nächsten Wochen solle ein «behutsamer» Weg zurück in die Normalität verfolgt werden.

Dazu gehöre laut KMK-Beschluss auch, dass die bisherigen Quarantäne-Regelungen abgeschafft werden sollten. Quarantäne bedeute eine Belastung für die Schülerinnen und Schüler und eine «unnötige» Unterbrechung des Schulalltags. Zudem sollten der Kultusministerrunde zufolge Einschränkungen etwa beim Sport- oder Kunstunterricht wegfallen. Das Kindeswohl habe Vorrang, unterstrich die FDP-Politikerin. Und nach zwei Jahren Pandemie hätten viele Schüler enorme Belastungen und Beeinträchtigungen hinnehmen müssen, Kinder aus sozial benachteiligten Familien seien oft besonders betroffen.

Die Grünen mahnten, man müsse weiter Vorsicht walten lassen. Bei den 15- bis 19-Jährigen liege die Sieben-Tage-Inidenz extrem hoch bei rund 2200, viele Lehrkräfte fehlten pandemiebedingt, das Virus sei noch sehr virulent. Die SPD fordert eine Maskenpflicht an den Schulen bis mindestens zu den Osterferien, die in NRW am 11. April beginnen.

Der Philologenverband warnte vor einer «voreiligen» Aufhebung der Maskenpflicht auch nach den Osterferien. Es sei leichtsinnig, auf eine «solche einfache und etablierte Schutzmaßname» zu verzichten, sagte die Verbandsvorsitzende Sabine Mistler. Die Abitur- und Abschlussarbeiten, die nach Ostern anstehen, müssten gesichert und störungsfrei laufen können.

Die Maskenpflicht für Schüler am Sitzplatz war im Dezember 2021 angesichts der stark steigenden Infektionen und der sich ausbreitenden Omikron-Variante wieder eingeführt worden, nachdem sie Ende Oktober erst gestrichen worden war. Bei den Testverfahren gilt derzeit: Grundschüler überprüfen sich seit einer Umstellung Ende Februar dreimal pro Woche zu Hause per Corona-Selbsttest. An weiterführenden Schulen werden drei Selbsttests pro Woche am Testort Schule durchgeführt. Eine Testpflicht besteht seit dem 28. Februar in NRW aber für Schüler und Schulpersonal nur noch, wenn diese nicht geimpft oder genesen sind. News4teachers / mit Material der dpa

Testkapazitäten erschöpft, offizielle Infektionszahlen bei Schülern sinken – Gebauer: „Gute Nachricht“

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gehtsnoch
2 Monate zuvor

„Elf Tage nach dem Ende fast aller Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus verzeichnet Österreich die mit Abstand höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie.“
„Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 3.466 Fälle pro 100.000 Einwohner und ist damit doppelt so hoch wie in Deutschland.“
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/ticker-corona-virus-nrw-100.html

Kinder und Jugendliche, sowie Beschäftigte in Schulen interessieren in NRW ohnenhin nur sehr sehr wenig die Politik.
Wichtig ist nur, Freitagmittag frühestens so 12:30 Uhr auf die aktuellste MSB-Nachricht zu warten, Inhalt kann ich mir bereits denken.

Klugscheisser
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Der Schule Inhalt ist klar. Er wird schliesslich seit Wochen durch die Presse posaunt.

Die Bestatter werden ordentlich zu tun bekommen. Bei Sterben ist es den Angehörigen egal ob mit oder wegen Corona gestorben wird.

Mir scheint, dass der Genpool jetzt aktiv bereinigt wird. Die Nachbarländer machen es vor. Coronamassnahmen sind zu teuer geworden. Das ist der Grund. Das bis jetzt verbrannte Geld in Raumluftverbesserungen an allen öffentlichen Orten zu investieren wäre nachhaltiger gewesen.

Pälmchen
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Nun ja, wir haben trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen auch die höchsten Zahlen seit Pandemiebeginn…

Susanne
2 Monate zuvor
Antwortet  Pälmchen

Weil sich keiner mehr dran hält…kaum einer nimmt es ernst

Klugscheisser
2 Monate zuvor
Antwortet  Pälmchen

Haben an Schulen nur 1,5 Massnahmen (nicht zahlreiche), egal wie ansteckend die Varianten waren: Maske und Fenster auf.
OP Masken der SuS werte ich als halbe Massnahme.

Mein Name ist Hase
2 Monate zuvor

Ob man sich damit für die am 15.05. anstehenden Landtagswahlen noch auf über 10 Prozent verbessern will? vgl. Umfrage vom Sonntag: https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/landtagswahl-2022-nrw-umfrage-prognose-hendrik-wuest-cdu-thomas-kutschaty-spd-91343283.html

Marie
2 Monate zuvor

Bei uns fehlen sowieso schon kranke Kollegen. Wenn jetzt die Maskenpflicht aufgehoben wird, werden eben noch mehr krank. Dann kann sie ihren hochgelobten Präsenzunterricht leider vergessen.
@gehts noch: Freitag 12.30 Uhr wäre ja echt früh…

Hellus
2 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Bei uns wird ein Nachmittag nach dem anderen der Nachmittagsunterricht gestrichen, damit die verbliebenen Kollegen morgens vertreten können. Irgendwann ist auch dieses „Potential“ erschöpft.
Man wird sehen.

vhh
2 Monate zuvor

Die SPD sollte jetzt im Wahlkampf besser die sofortige Aufhebung aller Maßnahmen fordern. Yvonnchen re(a)giert so irrational, dass es sich wohl um die Trotzphase handeln muss, also immer das Gegenteil des Gewünschten verlangen!
Zu dem was auf uns zukommt gibt es nichts Neues mehr zu bemerken, alles schon gesagt, Wirkung exakt Null, Fakten, s. Österreich auch irrelevant. Ich bin zu müde, mich noch aufzuregen, neue Höchstzahlen, aber ist ja alles ungefährlich, daran glauben zumindest immer mehr. Menschen glauben, was sie glauben wollen. Man redet die „enormen Belastungen und Beeinträchtigungen“ der lieben kleinen Kinder so hoch wie möglich, nahezu hysterisch, gleichzeitig werden alle Vorsichtigen als Hysteriker diffamiert. Hilft dieses Aufrechnen dabei, wenn die Todeszahlen in einigen Wochen um 150/Tag gestiegen sind? Mir würde es nicht helfen, aber ich bin auch nur ein kleiner Lehrer und kann mir entsprechendes Denken nicht abgewöhnen, Politiker sind vermutlich schon weiter.

Marie
2 Monate zuvor
Antwortet  vhh

In NRW fordern, dass die Maskenpflicht bleibt, aber im Bund schön brav nach der Pfeife der FDP tanzen – typisch SPD.

Dreamghost
2 Monate zuvor

Ich empfehle George Orwells, in 1984 beschriebenem, „Doppeldenk“ zu üben.
Wird die nächsten Jahre sicher noch hilfreich sein….

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost

Superwahl!
vlt. noch die – Konferenz der Tiere – dazu und als Fortbildung – Unten am Fluss –

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost
Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost

Ist das sowas wie Wortverdreh? Darin hab ich das Seepferdchen.

Blau
2 Monate zuvor

Schritt halten mit anderen Bereichen… Frau Gebauer sollte wissen, daas Schule ein Bereich ist, den man nicht meiden kann (Präsenzpflicht, Arbeitsplatz). Alle anderen Bereiche mit Lockerungen müssen Vulnerable nicht aufsuchen. Keine Masken beim Einkaufen ist auch eine Sauerei, aber dort hält man sich zumindest nicht über viele Stunden ohne Abstand auf!

Interessant
2 Monate zuvor

Die Diskussion erübrigt sich doch nun wirklich langsam.
Ich bin nicht gegen Masken.
Aber in der jetzigen Situation ist es doch Augenwischerei, zu denken, dass die Masken jetzt noch irgendwas retten.
Die Infektionszahlen sind so hoch, dass es sich doch jeder realistisch eingestehen muss, dass es nicht mehr aufzuhalten ist. Ohne Maske nicht und mit Maske auch nicht. Zumal man Kindern ja erst ab einem gewissen Alter ne ffp2 Maske fürs Gesicht spannen kann. Vor 14 Jahren wird das nichts.
Jeder der hier schreibt, dass die Maske noch was bewirkt, der träumt einen schönen Traum. Nichts bewirkt sie mehr, gar nichts.
Ist übel, aber ist die Realität.

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Interessant

Komplett überfordernd- unterinformiert !
Zahlreiche Foristen schreiben wiederholt von long- und postcovid und erklären eindringlich die Zusammenhänge mit den Schutzmaßnahmen! Sie haben anscheinend einen Privatvirologen, dessen Nachhilfe schlecht ist.
Ja, man muss sich wirklich Sorgen um die Lese- und Verständniskompetenz machen:
So wird das nichts mit den Corona – Eindämmungsmaßnahmen.
Die Zahlen müssen ja steigen – bei der Buchstabenangst.

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Interessant

@Interessant

Sehe ich auch so.

Nachweislich ist der Schutz nicht (mehr) gegeben.

Der Titel des Artikels ist damit auch nicht korrekt: Es entfällt kein Coronaschutz. Der Coronaschutz war unter Omikron zu keinem Zeitpunkt mehr gegeben.

Letztmalig gab es einen wirksamen Schutz vor Infektionen in Zeiten des Wechselunterrichtes bzw. Distanzunterrichtes „in“ Schulen.

@Sissi
Das macht doch keinen Sinn, so zu antworten…

Die Infektionszahlen sind derart hoch, dass man durchaus schlussfolgern „darf“, dass die bestehenden „Schutzmaßnahmen“ nur noch eine begrenzte Wirkung haben. Auch die Kombination aus mehreren Maßnahmen – die ja bis dato gültig und für die derzeitige Situation „verantwortlich“ sind.

Vielleicht werden wir es erleben, dass die Inzidenzen nach Wegfall aller Maßnahmen noch signifikant steigen werden. Inzidenzen > 10.000 meinetwegen. In dem Fall würde ich unterschreiben, dass die aktuellen Maßnahmen noch einen gewissen Basisschutz geleistet haben.

Es bleibt festzuhalten, dass die Impfung die einzige Maßnahme darstellt, die in JEDER Situation einen Schutz bietet. Unabhängig von Klassenzimmer, privater Party oder sonstigen Zusammenkünften.

Vor zwei bis drei Monaten habe ich hier beschrieben, dass ich die Kombination aus Test + Testfrequenz + Maske in Schulen für wirksam halte. Andere haben sich diesbezüglich darauf eingeschossen, die Testqualität zu bemängeln und die Teststrategie für gescheitert zu erklären. Ich habe dagegen gehalten…und mich geirrt.

Mittlerweile muss ich einräumen, dass die Welle durch die Schulen gelaufen ist. Trotz der Maßnahmen. Die Inzidenzen in Kita und Schule sind höher als im Schnitt anderer Altersgruppen.

Vielleicht liegt es daran, dass NUR dort überhaupt noch getestet wird und die Inzidenz in den anderen Gruppen untererfasst wird. Dann wären Schüler nicht stärker betroffen als andere „Berufsgruppen“. Würde im Umkehrschluss für die aktuellen Maßnahmen sprechen. Dann müsste aber mit dem Narrativ aufgeräumt werden, Schulen wären überproportional betroffen. Passt mit Sicherheit nicht jedem hier. Dann wären die Entscheidungen der Vergangenheit als angemessen und ausreichend zu bewerten. Ich glaube aber nicht daran…

Plausibler ist es, dass die Kinder überproportional betroffen sind, weil sie a) mehr Kontakte und dabei weniger Abstand haben und b) ihre Aufenthaltsorte (Kita, Schule) einen wirksamen Infektionsschutz nicht zulassen.

Ich tippe auf die zweite These. War heute im Büro. Vereinzelung am Arbeitsplatz und Kantinenbesuch nur an einem Tisch mit max. zwei Kollegen (gegenüber im Abstand von 2 Metern). Außer am Arbeitsplatz überall Maskenpflicht. Test unter Aufsicht oder aus einem Testzentrum, sofern man nicht geimpft ist.

Die Maßnahmen haben in diesem Zusammenhang ihre Berechtigung und weisen die Wirksamkeit nach. In Schule kann ich das nicht (mehr) erkennen.

Beide Positionen sind korrekt:
Die Maske wirkt! Am Mo, Di, Mi, Do…und Fr hat halt einmal nicht. Genauso verhält es sich mit den Tests. Infektionen werden erkannt. Auch zu einem guten Prozentsatz. Aber eben nicht über mehrere Monate. Am Ende „simple“ Mathematik. Ja, es gibt dadurch keine Superspreader-Events. Aber über den Zeitverlauf trifft es dennoch jeden. Das steht für mich mittlerweile fest.

Das einzige was wirklich gegen jede Variante hilft: Impfung (nach Lauterbach in der Diskussion zur Impfpflicht.

Und jetzt anschnallen:

Lauterbach hat in diesem Zusammenhang gesagt, dass wir mit der Impfflicht die Chance haben, die Pandemie zu beenden. Mit den heutigen Impfstoffen. Alle bisherigen (und erwarteten) Varianten sind zu 90% genetisch mit dem Ursprungstyp verwandt. Es wird davon ausgegangen, dass die Impfstoffe auch weiterhin wirksam sind. Zusammen mit Drosten („ideale Immunisierung“) scheint damit der Pfad klar…

Di

Canishine
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ich halte es für bedenkenswert, die aktuelle Lage nicht einfach mit „wir können es ja eh nicht aufhalten“ ad acta zu legen. Denn dann bleibt die Frage nach Fehlern, aber auch Unwahrheiten unbeantwortet. Mir erscheint z.B. ebenfalls die Frage nach der Beteiligung von Schulen und Kindern, von tatsächlichen Inzidenzen usw. nach wie vor nicht ausreichend beantwortet, oder zumindest nicht eindeutig im öffentlichen Bewusstsein.
Für den Einzeln ist eine Haltung „man kann ja nichts machen“ durchaus verständlich, als gesellschaftliche Handlungsmaxime halte ich sie zumindest für problematisch.

Walter
2 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Schulen sind sichere Ort und schon gar nicht die Treiber der Pandemie, haben ein geringes Infektionsgeschehen.

https://www.news4teachers.de/2022/01/studien-zum-angeblichen-infektionsgeschehen-an-schulen-wie-sich-das-bundesbildungsministerium-die-wissenschaft-zurechtbiegt/

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter

Ach nett, aus’m Januar. Süß zu lesen, nicht?

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor

„ein «behutsamer» Weg zurück“

Waaah, huch! Uff. – Geht’s euch auch so, dass ihr seit zwei Jahren beim Wort „behutsam“ schreckhaft zusammenzuckt?

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor

Warum muss man denn „behutsam in die Normalität“ gehen, Frau Gebauer? Was ist denn an der Normalität so gefährlich, dass man behutsam sein muss? Von der Normalität geht doch hoffentlich keine Bedrohung aus, oder?

Immer interessant, wie die KuMis sicher lange an ihren Mitteilungen herumfeilen – und dann doch so amüsante Aussagen produzieren.

Walter
2 Monate zuvor

Behutsam, die Realität sehen und zu verdauen.

Sissi
2 Monate zuvor

@ Stromdoktor – ein letztes Mal
Bitte mal ins Interview: GM Lauterbach mit dem DLF von heute früh 7.15 Uhr reinhören; ich gehe nur! noch! von Tagesaktuellem, möglichst mit Quellenspender aus. – alles andere sind Hypothesen.
Sie können gerne nach rechts und nach links , nach oben und unten hypothesieren. Mein Motto bei einer nach wie vor gefährlichen Seuche ist : Nicht im Kreis mutmaßen – Fakten sehen – Verhalten an Fakten anpassen.
Ihre Bemerkung: Das macht doch keinen Sinn…!
Fakt ist, die Maske schützt weiter: dies sieht auch der GM heute Früh so. War ein gutes Interview mit ganz viel relevanten Infos.
Es braucht zur Zeit tagesaktuelle Info und keine Rundum- Könntejaseinhypothesen.
Lieber Stromdoktor, wenn es um Fakten geht, antworte ich gerne; ansonsten ist mir dies zeit- und wissensmäßig nicht möglich.
Denn da macht ein Gespräch mit BA.2 wirklich mehr Sinn ( nein, ich höre keine Stimmen! )

Stromdoktor
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Liebe Sissi,

ich habe hier relativ lange und ausgiebig meine Beiträge mit Quellen untersetzt und auch für meine Positionen geworben. Zu meinem Wissenstand ist nichts hinzugekommen. Ich kenne die (theoretischen) Studien zur Wirksamkeit der Masken etc. Zumeist stammen diese aus der Zeit vor Omikron. Gestehen Sie mir es bitte zu, dass ich die aktuelle Situation kritisch bewerte, ohne hierzu Belege heranzuführen. Hypothetisch ist alleine Ihr Szenario. Sie unterstellen indirekt, dass die Infektionszahlen unter SuS höher liegen würden, wenn die Maskenpflicht entfällt. IHR (noch pessimistischeres) Szenario müsste zunächst einmal eintreten. Sie legen einen Nutzen zu Grunde, der in der Praxis (losgelöst) von Interviews, Studien kaum noch nachweisbar ist. Oder haben Sie eine Erklärung für die hohen Inzidenzen der letzten Monate trotz Schutzmaßnahmen. Grundsätzlich müsste es ja möglich sein, die letzten Monate unter Omikron auszuwerten und die Wirksamkeit von Maske und Test zu evaluieren. An den Ergebnissen einer solchen Studie, im „Reallabor Schule“ durchgeführt, wäre ich sehr interessiert. Können Sie mir hierzu Quellen nennen!?

Ich behaupte, die Infektionszahlen sind derart hoch, dass man aktuell nicht von einem ausreichenden Schutz in den Schulen ausgehen kann. Die Zahlen sind Ihnen bekannt. Es fällt mir schwer zu glauben, dass die Zahlen noch deutlich höher liegen könnten. Warum?

Sie haben Recht! Masken schützen!! Und zwar unter den nachfolgenden Bedingungen:

„Vor allem das Tragen einer FFP2-Maske bietet einen wirksamen Schutz – in allen Situationen. Warum? Wenn wir atmen, sprechen, husten oder niesen, geben wir Tröpfchen in die Luft ab. Winzige Tröpfchen von wenigen Nanometern bis zu fünf Mikrometern ent­stehen beim Atmen, größere Partikel von bis zu einem Millimeter beim Sprechen (medRxiv, 2021).

Bei Ansteckenden können diese Tröpfchen je nach ihrem Volumen und der Konzentration der Virionen in der Atemflüssigkeit ein oder mehrere Infektionskeime enthalten. Um sich anzustecken, muss man eine bestimmte Anzahl von Virionen einatmen, die soge­nannte infektive Dosis (Plos One, 2021). Mit der Kenntnis dieser Eckdaten und etwas Statistik und Fluidphysik kann man das Infek­tionsrisiko abschätzen.“

Masken schützen nur schlecht unter folgenden Bedingungen:

„Die Ergebnisse ohne gut sitzende Masken sind ernüchternd. Wer ohne FFP2-Maske der Ausatemluft einer sprechenden, voll an­steck­enden Person ausgesetzt ist, könnte in einer Minute mehr als die Infektionsdosis einatmen – und das in einer Entfernung von bis zu drei Metern.“

Suchen Sie sich selber aus, welches Szenario Sie für Grundschulen, Sek I, Sek I zu Grunde legen wollen.

Ich behaupte, dass die Maske nicht zu jedem Zeitpunkt eine Infektion verhindern kann. Selbst ein Restrisiko von 1% bedeutet bei hinreichend vielen Schultagen am Ende doch eine Infektion. Sporadische Begegnungen lassen sich damit vielleicht überstehen. Gerne auch kritische Situationen mit bewusstem Handeln und gut sitzender FFP2. Aber kein Dauerbetrieb. Masken verringern die zeitgleiche Infektion von vielen Schülern. Die Virusverbreitung wird eingeschränkt. Bei gut sitzender Maske gibt es einen Selbstschutz. UNBESTRITTEN!

Risiko = Gefahr + Exposition

Die Kette ist so:
– Schnelltesttests identifizieren infektiöse Schüler (mit einer Effektivität < 100 %)
– Masken reduzieren das Infektionsrisiko (mit einer Effektivität < 100 %)
– Die korrekte Anwendung von Test und Maske beeinflusst die jeweilige Effektivität.

Am Ende setzen (=Exposition) sich die Schüler im Laufe einer Winterwelle immer (einmal) der Gefahr aus. Zwischendrin hat immer mal ein Test nicht angeschlagen* und ein infektiöser Schüler mischt sich unter die Klasse. Gut sitzendes Masken verhindern dann im vielleicht einen Ausbruch. Aber nicht jeden Einzelfall. Für mich ist das Mathematik…

Lassen Sie uns sachlich bleiben und nicht ideologisch argumentieren:

Wenn man größere (zeitgleiche) Ausbrüche verhindern möchte, dann macht eine Maskenpflicht weiterhin Sinn – z.B. um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden oder ganze Klassen und LK zeitgleich zu infizieren.

Solange die Maskenpflicht eine Akzeptanz von max. 48% unter 35 Jahren (siehe Quelle vom 18.03.) besitzt, mit einem daraus resultierendem überschaubaren Engagement in der Sache, dann verzögert die Maske eine Infektion aber verhindert diese nicht. Zumindest nicht unter stabilen Bedingungen über den Zeitverlauf (Präsenzpflicht).

Ich halte es für fahrlässig, weiterhin das Narrativ aufrecht zu erhalten, Maske + Test schützt die Menschen vor einer Infektion. Hierzu gibt es aus der Menge von insgesamt 18.292.183 anteilige (überproportionale ?) (bestätigte!) Gegenbeispiele.

Jeder, der mich verstehen will, kann das mit den Ausführungen tun. Wenn Sie mich bewusst falsch verstehen wollen, dann steht Ihnen das sicherlich zu…

Quelle vom 15.03.2022: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132414/Pro-und-Contra-Das-Tragen-einer-FFP2-Maske-ist-nur-sinnvoll-fuer-den-professionellen-Bereich

https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-2939.html

https://www.data4life.care/de/corona/covid-19-statistik-europa/deutschland/

*Ihre KuK haben in Bezug auf die Zuverlässigkeit von Tests und der "Anwendern" noch ganz andere Geschichten auf Lager.

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor

Frau Lau (herumgehend): Fraglich ist nicht Komma

Frau Lau (weiter herumgehend): ob der Corona-Schutz

Frau Lau (und weiter herumgehend): in Schulen fÄÄllt Klammer auf

Frau Lau (nochmal herumgehend): sondern wann Klammer zu Punkt

Frau Lau (stehenbleibend bei Dil): Dil, nicht schon wieder!
Dil: Was denn Fraulau?
Frau Lau: fääällt, feeehlt … hörst du den Unterschied nicht?
Dil: Doch schon.
Frau Lau: Und warum schreibst du dann das Falsche hin?
Dil: Weil ich den Unterschied hören, aber nicht erkennen kann.

Marie
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Herrlich treffend wie immer. Danke!

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Gerne, Marie! Kann ich dafür Mathe von dir abschreiben? Ich komme einfach nicht dazu vor lauter n4t-Forumsarbeit, es ist echt brutal!

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel

Klasse!

Auch klasse, …
… dass Frau Lau um 13.06 an einem Freitag noch so gewissenhaft unterwegs ist.
… dass der kleine Dil um diese Zeit noch so aufmerksam ist.
Mitten aussem Leben halt. 😉 Wir sind auf einem guten Weg …
Ich wünsche ein verdient schönes Wochenende!

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Hallo Pit2020,
musste nachsitzen. Hatte im Unterricht gepostet und Fraulau, unsere Klassengöttin, hat’s gemerkt. Aber muss unter uns bleiben!

Schönes Wochenende,
Dil

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@ Dil, Du bist nicht allein!
Meine Putzis lesen im Unterricht n4t.
Muss ich wohl ganz behutsam lösen….
Schöne Grüße an Frau Lau und natürlich auch an Dich!

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ich bin Dir ja sooo dankbar @ lieber Dil.
Frau Lau ist eine Klasse-Lehrerin; von mir gibt’s auch noch einen Extrasmiley ins Fleißheftchen.

gehtsnoch
2 Monate zuvor

MSB hat schon gemailt:
[18.03.2022] Änderung der Regelungen zum Infektionsschutz in den Schulen

https://www.schulministerium.nrw/18032022-aenderung-der-regelungen-zum-infektionsschutz-den-schulen

Genaue Zeit habe ich leider nicht. Jetzt ist es 14:39h.

Sissi
2 Monate zuvor

Unschlagbar, danke @ Frau Lau und natürlich
@ Dil

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Gerne, Sissi. Fraulau richte ich es am Montag aus.

gehtsnoch
2 Monate zuvor

Erzählt sie uns bei WDR-Aktuell gestern Abend im Interview: In NRW werden ja seit August durchgängig die Masken an Schulen getragen.
28.10.2021: Verzicht auf die Maskenpflicht am Sitzplatz ab dem 2. November 2021
01.12.2021: Maskenpflicht am Sitzplatz
Ist das nun auch schon Long-Covid?