„Lehrer haben Spitzenjob gemacht“: Schüler bei VERA-Tests besser als vor Corona

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STUTTGART. Monatelang mussten die Schülerinnen und Schüler wegen Corona in den eigenen vier Wänden pauken. Doch die VERA-Tests in Baden-Württemberg machen nun Hoffnung, dass die Wissenslücken nicht so groß sind wie befürchtet.

Die Messung ergab: Wachstum. Illustration: Shutterstock

Trotz Corona haben Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg bei jüngsten Vergleichsarbeiten (VERA) zum Teil stärkere Leistungen gezeigt als vor der Pandemie. Allerdings hatten die Kinder und Jugendlichen auch ein halbes Jahr mehr Lernzeit als sonst, teilte das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg in den Landesergebnissen mit.

Normalerweise finden die Tests nämlich im zweiten Halbjahr der dritten und achten Klasse statt – wegen der Pandemie wurden die Arbeiten laut Institut auf den Beginn der vierten sowie neunten Klasse verschoben. Wie groß die Lernrückstände durch die Pandemie seien, könne man nicht einschätzen. Die VERA in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie der ersten Fremdsprache sollen nach Angaben des Instituts zeigen, inwieweit die Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards schon erreichen.

„Alle Anstrengungen, die an unseren Schulen unternommen wurden, schlagen sich in diesen Zahlen wider“

Wie aus den Landesergebnissen hervorgeht, gehen die Leistungen bei den Schülerinnen und Schüler weit auseinander. «In Deutsch – Lesen und in Mathematik stehen jeweils bereits etwa 3 von 20 Schülerinnen und Schülern auf dem Optimalstandard, während etwa 4 von 20 noch unter dem Mindeststandard liegen und entsprechend einen hohen Lern- und ggf. Förderaufwand benötigen. In Deutsch – Zuhören zeigt sich ein ähnliches Bild mit etwas höheren Anteilswerten in den oberen Kompetenzstufen», so heißt es in dem Bericht zu VERA 3.

Kinder und Jugendliche, die zu Hause Deutsch sprechen, schnitten besser ab als andere Schülerinnen und Schüler. Je mehr Bücher es zu Hause gibt, desto besser waren in der Regel die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Bei den Vergleichsarbeiten in der neunten Klasse waren die Mädchen in den Fächern Deutsch und Englisch besser als die Jungen. Die Jungen wiederum schnitten in Mathe etwas besser ab.

«Die Ergebnisse sind gar nicht so schlecht», sagte der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Matthias Schneider. Vor allem im zweiten Corona-Jahr habe der Digital- und Fernunterricht deutlich besser funktioniert. Die Gruppe mit unterdurchschnittlichen Leistungen sei aber relativ groß. Der Fokus müsse vor allem auf diese Schüler gerichtet werden. «Das ist ein wichtiger Hinweis für die Bildungspolitik.»

Der Bildungserfolg ist nach Angaben Schneiders vor allem abhängig von der Unterstützung des Elternhauses. Die unterschiedlichen Leistungsniveaus der Schülerinnen und Schüler seien eine große Herausforderung – vor allem an den Realschulen, sagte Schneider.

„Alle Anstrengungen, die an unseren Schulen unternommen wurden, schlagen sich in diesen Zahlen wider: Die Lehrer*innen haben in weiten Teilen einen Spitzenjob gemacht – und die Eltern und das soziale Umfeld vieler Kinder haben ebenfalls wesentlich zur Entwicklung des baden-württembergischen Nachwuchses während der Corona-Krise beigetragen“, sagt Matthias Wagner-Uhl, Rektor und Vorsitzender des Vereins für Gemeinschaftsschulen Baden-Württemberg. Dieser Kraftanstrengung müsse man Anerkennung zollen.

Wagner-Uhl warnt vor dem Rückfall in alte Muster: „Wir sehen, dass Schule auch digital, virtuell, hybrid gelingen kann – asynchrones Lernen, an außerschulischen Lernorten, zum Teil sogar ohne über Dekaden vorgegebene Settings, funktioniert gut“, befindet der  Pädagoge. Diese Lehre aus der Pandemie gelte es festzuhalten.

„Wir müssen uns klar machen, dass diese Ergebnisse auch zulasten des Gesamtentwicklung der Beteiligten entstanden sind“

Eine weitere Rolle für das gute Abschneiden spielen ihm zufolge die Selbstverantwortung und auch die Eigenmotivation der jungen Menschen: „Gerade im ersten Jahr der Pandemie haben wir in den Schulen gesehen, wie wichtig den Schülerinnen und Schülern das Lernen war, die Gemeinschaft und die Schule als Teil ihres alltäglichen Lebens.“ Genau jene Aspekte, die in der Pandemie weitgehend unter die Räder gekommen sind.

Deshalb mahnt Wagner-Uhl, sich – trotz aller Erleichterung – von dem aktuellen VERA-Durchgang nicht in die Irre leiten zu lassen: „Wir müssen uns klar machen, dass diese Ergebnisse auch zulasten des Gesamtentwicklung der Beteiligten entstanden sind: Der Fokus der Schule in Pandemie-Zeiten lag auf Mathe, Deutsch, Englisch und damit vor allem solchen Dingen, die sich in herkömmlichen Leistungstests gut abprüfen lassen.“ News4teachers / mit Material der dpa

IFS-Studie: Lesefähigkeit von Viertklässlern „alarmierend“ gesunken – ihnen fehlt ein halbes Schuljahr

 

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Tolstoi
2 Monate zuvor

Wer hat nun die Schüler im Homeschooling unterrichtet? Scheinbar haben die Eltern einen besseren Job gemacht als die Lehrer..m

mama51
2 Monate zuvor
Antwortet  Tolstoi

…und wo ist jetzt das Problem?
Entscheidend ist doch das Ergebnis! Ich war und bin heilfroh,dass die Eltern diese Zeit so engagiert mitgetragen haben. Fast täglich habe ich mich bei ihnen bedankt, damit sie weiter durchhalten!
Und wo bleibt euer / Ihr Selbstbewusstsein, wenn man Angst hat und befürchtet, dass Eltern etwas besser könnten,als „man als L oder L“ ??? Und wenn schon, … Sorry, aber ich kann mit meinen kleinen Schwächen sehr gut leben. Es gibt vieles, was Eltern besser können als ich und trotzdem bin ich am Ende „der Chef“!
„Mut zur Lücke“ macht vieles einfacher – in allen Lebenslagen!

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  Tolstoi

Liegt vielleicht auch daran, dass die wenigsten Eltern mehr als 20 Kinder gleichzeitig zu beschulen hatten.

Tolstoi
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Worin liegt dann die Leistung der Lehrer, wenn es bei den Eltern sogar nebenbei und zusätzlich zum Homeoffice bessere Ergebnisse bringt?

KARIN
2 Monate zuvor
Antwortet  Tolstoi

Ich habe schon vor mehr als 30 Jahren meine damals heranwachsenden Kinder zu Hause weiter gefördert, da in der Grundschule bis zu 26 Kinder beschult wurden. Dass da nicht viel Zeit für jedes einzelne Kind blieb ist doch klar.
Durch Gespräche mit jungen Kollegen *innen,welche jetzt Kinder in diesem Alter haben,ist gut zu sehen, dass sich nichts geändert hat.
Wenige Kinder brauchen keine Unterstützung durch die Eltern, der große Rest wird entweder zu Hause gefördert oder nicht. Ersichtlich bei den Noten/ Beurteilungen am Zeugnistag.
Wer diese Realität nicht sieht, lügt sich selbst in die Tasche!
Zusätzlich kommt noch hinzu, dass die meisten Kinder in der Zwischenzeit eine noch geringere Konzentrationsspanne aufweisen als damals.

Tolstoi
2 Monate zuvor

Die Ergebnisse des Mathematik Känguru WettbewerBS zeigen genau das Gegenteil. Danach haben die Lehrer einen sehr schlechten Job ge8.

Bla
2 Monate zuvor
Antwortet  Tolstoi

Oder die Eltern? Ihrer ersten These nach …?

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Bla

… gut aufgepasst ;o)

Bla
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Danke, die Ironie konnte nur eine/r nicht verstehen.
Oder der Downvote kommt von Tolstoi himself.

Habs Hoffmann
2 Monate zuvor

Genau! Wenns gut läuft, warens die Eltern, wenns schlecht läuft warens die Lehrer.
Ironie off

Tolstoi
2 Monate zuvor
Antwortet  Habs Hoffmann

Dito!

Leider haben Sie nicht gemerkt, dass Sie sich damit selbst widersprechen…

Diesmal ohne Ironie…

Riesenzwerg
2 Monate zuvor

Hängt vielleicht auch einfach damit zusammen, dass die Kinder endlich mal ALLE selber lesen mussten und es ihnen nicht von den guten Lesern vorgelesen wurde.

Soll ja nicht schlecht sein – lesen können.

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

Guten Morgen, liebe Leser! 😉 🙂

„Die Gruppe mit unterdurchschnittlichen Leistungen sei aber relativ groß. Der Fokus müsse vor allem auf diese Schüler gerichtet werden. «Das ist ein wichtiger Hinweis für die Bildungspolitik.»“

Dazu passend habe ich eben schon auf Ihren heutigen Post unter https://www.news4teachers.de/2022/03/ifs-studie-lesefaehigkeit-von-viertklaesslern-alarmierend-gesunken-ihnen-fehlt-ein-halbes-schuljahr/#comment-446465 geantwortet. (Man muss mittlerweile ziemlich weit runterscrollen.)
Ich wünsche dann schon mal ein schönes Wochenende – das haben sich alle „Spitzenjobber“ wohl verdient UND wohlverdient!
(Triggerwarnung: „wohl verdient“ und „wohlverdient“ ist nicht dasselbe! 😉 )

Carsten60
2 Monate zuvor

Na großartig: an den Gemeinschaftsschulen (wie an den Hauptschulen) erfüllen 80 – 90 % der Schüler nicht die KMK-Bildungsstandards, denn diese entsprechen der Kompetenzstufe III. Und das wird uns dann als großartiger Erfolg für die Gemeinschaftsschule verkauft, man kann darauf wetten. Im Landesdurchschnitt aller Schulen sind es gerade mal knapp über 50 %. Wir haben wunderbare Standards, die nicht erfüllt werden, und alle zucken nur mit den Achseln: „das ist halt so.“

Kluhni
2 Monate zuvor

Seltsam ist nur, dass die Ergebnisse der Realschule deutlich besser sind als die der Gemeinschaftsschule. Die Gemeinschaftsschule hat doch anscheinend die deutlich fortschrittlicheren Lernmethoden und Prinzipien. Scheint wohl doch nicht so leistungsstark zu sein wie von rotgrüner Seite behauptet wird…

dickebank
2 Monate zuvor
Antwortet  Kluhni

Wären doch die Schülerklientele vergleichbarer.

Genauso wie die realschule vergibt die Gemeinsachftsschule alle Abschlüsse der SekI. Die garvierensten Unterschiede bei der verteilung der Abschlüsse dürfte de facto in den Kommunen auftreten, wo Gemeinschaftsschulen und Realschulen parallel bestehen. Der Anteil an Realschülern und bedingt empfohlenen Gymnasiasten dürfte dann nämlich an Gemeinschaftsschulen geringer sein in Relation zu den bedingt realsschulempfohlenen und hauptschulempfohlenen Schülern. Das teilweise Nebeneinander von Schulformen des gegleiderten Schulsystems und von Schulen des „längeren gemeinsamen Lernens“ verzerrt die Ergebnisvergleiche. Das hängt eben nicht vom methodischen/didaktischen Ansatz der Gemeinsachftsschulen ab.

Die Schüler der SekI haben in der zeit des Distanzunterrichtes eben stark auf die Unterstüzung zuhause zurückgreifen müssen, sowohl in Bezug auf die IT-Ausstattung als auch auf organisatorische und technische Hilfestellungen. In den Elternhäusern, in denen das funktioniert hat, waren die Häufigkeit der Teilnahme an Videokonferenzen als auch Quantität und Qualität der Rückmeldungen deutlich höher und somit auch die lernerfoge besser.

Ohne entsprechende elterliche Begleitung ist eine große Zahl von Schüler*innen „abgekackt“, dafür haben sich die Scores bei den Online-Spielen deutlich verbessert. Das schulische Online-Angebot war halt nicht kompatibel zu den Wachzeiten großer Teile der Schülerschaft. Das starre Festhalten der lehrerschaft an den Dienstzeiten von 08:00 bis 16:00 Uhr hat sich de facto als Bildungshemmnis herauskristallisiert. Und all das, weil der Dienstherr keine Nachzuschläge im Schuldienst finanzieren wollte und will.

Kluhni
2 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Das kann ich so leider nicht bestätigen. Glauben Sie mir, ich hatte Einblicke in die Ergebnisse von Gemeinschaftsschulen, bei denen weit und breit keine Realschule in Reichweite ist. Somit müssten diese doch ähnliche Ergebnisse wie die Realschulen haben. Dem ist aber nicht so. Deutlich schlechtere Ergebnisse sind zu sehen. Die Didaktik und das System an GMS ist deutlich schlechter als an Realschulen. Ich erlebe es jeden Tag!

Pälmchen
2 Monate zuvor

Lediglich das erfreuliche Ergebnis des Gymnasiums reißt das Gesamtergebnis in einen erträglichen Bereich. Die überwiegende Mehrheit der Schüler liegt nichtmal grünen Bereich. Kein Grund das sich hier irgendjemand auf die Schultern klopft.

tachelesme
2 Monate zuvor

Wer hat denn die Studie durchgeführt und ausgewertet? Was waren die Kriterien? Und, ist es nicht etwas zu früh, einen Urteil zu fällen? Die IFS Studie behauptet das Gegenteil.

Last edited 2 Monate zuvor by tachelesme
böse Pruselies
2 Monate zuvor

Wenn Kinder ein paar Monate älter sind und das gleiche Niveau bearbeiten müssen… Sind sie dann nicht auch ziemlich nachgereift? Hm… So war es zumindest in meiner Klasse…
Außerdem fand ich den Schwierigkeitsgrad dieser VERA nicht gerade sehr hoch…
Alles ziemlich unsauber… Da soll raus kommen, was raus kommen soll…

Finagle
2 Monate zuvor

Wäre es nicht angemessenener, festzuhalten, dass die SuS einen guten Job gemacht haben?

Da wird von eigenverantwortlichem Lernen geredet und kaum gibt es Lorbeeren, werden sie den eigentlichen Leistungsträgern entrissen.

Nunja, andererseits passt das ja auch dazu, dass bei schlechten Ergebnissen die Verantwortung nicht mal im Ansatz bei den SuS gesucht wird, sondern hier der schwarze Peter wie heute die Lorbeeren zwischen Eltern, Lehrern, Politik und Digitaler Welt hin- und hergeschoben wird.

Bla
2 Monate zuvor
Antwortet  Finagle

Können wir uns darauf einigen, dass die SuS, LuL und Eltern (+ viele Schulbeteiligte und Geschwister etc.) das Bestmögliche aus der Situation zumindest versucht haben zu machen.
Die „Digitale Welt“ ist ein Instrument/Mittel. Die ist so gut, wie man sie nutzt bzw. überhaupt nutzen kann.
Und die Politik … Okay, das ist halt die Politik. Sie war irgendwie beteiligt.

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Bla

@Bla

Guter Kommentar, danke! 🙂

Andre Hog
2 Monate zuvor

„Wer lesen kann ist stets im Vorteil!“
…..ein Mantra, das ich meinen SuS seit Jahren vorbete.

Bin erstaunt, dass Schopper und Kretschmann – sich gegenseitig auf die Schulter klopfend -nicht das gute Abschneiden auf ihre Kappe nehmen. Nachdem seit Monaten die Arbeit der LuL während der (relativ kurzen) Zeit des DU konsequent auch und gerade von den politisch Verantwortlichen schlecht geredet wurde, wäre es nun eigentlich konsequent, die (unerwartet??) guten Ergebnisse für sich zu abonnieren….sie haben halt tolle Arbeit geleistet.

Natürlich muss auch die z.T. große Anstrengung der Eltern angemessen gewürdigt werden…aber die Materialien und die angemessen konzipierten Aufgaben, die dieser Situation des DU offenbar angemessen waren, sind auf die didaktische und methodische Kompetenz und dem Einfühlungsvermögen der LuL zugemessen.

DerDip
2 Monate zuvor

Im Text steht doch aber, dass die Tests ein halbes Jahr später stattfanden. Das heißt die Schüler waren im Schnitt ein halbes Jahr älter. Dann kann man die Ergebnisse aber nicht ernsthaft miteinander vergleichen. Die Überschrift ist dabei Irreführend.

Kalkspatz
2 Monate zuvor

Naja, wenn ich an die ILEA-Tests denke. Da haben Lehrer so viele Möglichkeiten zu helfen.

Man tut’s halt, um sich selbst eine gute Arbeit zu bescheinigen oder man lässt es, um mal den echten Leistungsstand herauszufinden.

D. Orie
2 Monate zuvor

Das ist echt erstaunlich. Diese Ergebnisse müssen aber erst einmal genauer studiert werden …

Indra Rupp
2 Monate zuvor

Mal mit der Logig kommend :
Da es keine höhere Bildungsform als das Gymnasium gibt, ist dort an Leistungsniveau nach oben hin natürlich alles offen. Der Otto-Normal-Gymnasiast mag einen IQ von 115 haben, aber alle mit über 130 müssen ja auch irgendwo hin. Das gleiche gilt für Hauptschulen – bzw eigentlich für Förderschulen nach unten hin. Somit sind die Kompetenzverschiebungen klar und kein Ergebnis von besser oder schlechter arbeitenden Schulformen. Auch müsste man hinterfragen, inwiefern Schulkinder mit Förderschulberechtigung – also Inklusionskinder mit bewertet wurden . Solche Kinder, wenn sie nicht die Förderschule besuchen wollen, wählen als nächstliegende Möglichkeit die Hauptschule oder die Gemeinschaftsschule, wo dann alle zusammen kommen, aber sicher kaum Realschule oder Gymnasium. Dazu muss auch hinterfragt werden, wie groß der Anteil an Gymnasiasten vs Hauptschul – und Förderschulkindern in den Gemeinschaftsschulen ist. Und wer gerade erst nach D gekommen ist und erstmal überhaupt Deutsch lernen muss, wird idR auch eine Schulform mit einfacheren Anforderungen wählen um überhaupt mitzukommen, zumindest vorerst. Ausnahme bilden ein paar Überflieger, die locker weiter Einsen schreiben können, auch wenn ’s auf einmal alles in Fremdsprache ist. Sind dann wohl auch wieder eher 130er Kandidaten und sogar in der Lage, den Gymnasium Durchschnitt noch nach oben zu pushen. Das Gegenteil hier wieder für die Hauptschule, die weitere Gesellschaftliche Probleme, wie Ghettobildung ect zu stemmen haben. Wurde das alles mit kalkuliert? Auch das der IQ – Durchschnitt häufiger unter-als überschritten wird, weil es eben mehr Menschen mit IQ 60 als mit IQ 140 gibt, auch wenn unter Otto-Normal dann wohl 100 in der Mitte liegt…

Carsten60
2 Monate zuvor

Man findet den eigentlichen Bericht unter
https://ibbw-bw.de/,Lde/Startseite

Konfutse
2 Monate zuvor

Also ich lese, dass nur 12% der Haupt-und Werkrealschüler an der richtigen Schulform sind, 87% sind an der Haupt-und Werkrealschule unter dem Niveau der Hauptschule.
Dann sehe ich, dass an den GMS 78% unter der Kompetenzstufe 3 liegen. Nicht so gut für eine Schulform, die für sich beansprucht, eine gleichmäßige Aufteilung der G-,M- und E-Niveauschüler zu fördern. Hier wird doch die Chancengleichheit gelebt!
Dann sehe ich, dass mehr als die Hälfte der Realschüler unter der Kompetenzstufe, die an Realschulen herrscht, liegen. Also unter dem M-Niveau.
Wenn das nun in andren Fächern genauso ausschaut, kann ich dann daraus schließen, dass im Sek I Bereich zu viele Schüler, also mehr als die Hälfte unserer Schülerschaft, die falsche Schulform besuchen? Dass diese Kinder nicht auf ihre Bedürfnisse hin gefordert und gefördert werden?
Für ein Bundesland, das nichts hat und für sich beansprucht, das Land der Tüftler und Denker zu sein, ist das ein sehr schwaches Ergebnis.
Aber toll: Für unsere Kultusministerin ist das Glas halb voll und nicht halb leer. Da kann ich noch viel lernen….