Landrätin: Gespräche zum Fortbetrieb des Gymnasiums Nonnenwerth gescheitert

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Ein Weiterbetrieb der Privatschule Nonnenwerth bei Remagen scheint nach Einschätzung der Kreisverwaltung Ahrweiler und der Stadt Remagen zurzeit ausgeschlossen. Die Gespräche mit dem Geschäftsführer der Gymnasium Nonnenwerth gGmbH, Peter Soliman, seien «endgültig gescheitert», teilten die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, und der Bürgermeister von Remagen, Björn Ingendahl (beide parteilos), am Freitag mit. Man bedauere es sehr, dass es nicht gelungen sei, «den Geschäftsführer für eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu gewinnen».

Ging es von Anfang an um ein Immobiliengeschäft? Das Hauptgebäude des Klosters Nonnenwerth, zu dem auch das Gymnasium gehört. Foto: Günter Ruch / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Bereits am Donnerstag hatten Remagen und der Elternbeirat alle Rettungsversuche für gescheitert erklärt. Das traditionsreiche rheinland-pfälzische Franziskus Gymnasium an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen mit Schülern aus beiden Bundesländern werde damit höchstwahrscheinlich im Juli geschlossen, hieß es. Hunderte Mädchen und Jungen müssten dann die Schule wechseln. Wiederholt hatten viele Schüler für den Erhalt ihres Gymnasiums demonstriert.

«Wir haben bis zuletzt dafür gekämpft, den historischen Schulstandort des Privaten Franziskus-Gymnasiums Nonnenwerth zu erhalten», teilten Weigand und Ingendahl am Freitag mit. Zu Gesprächen über eine Übernahme der Trägerschaft von Nonnenwerth durch die Stadt Remagen, die Verbandsgemeinde Unkel und einem Träger einer Reihe von weiterführenden Schulen bundesweit mit Soliman sei es nicht gekommen.

Soliman begründe dies in einem Schreiben an den Kreis Ahrweiler damit, dass er ein Beratungsunternehmen exklusiv mit der Suche nach einem anderen Schulträger beauftragt habe und deswegen «etwaige Vermittlungsbemühungen durch andere Institutionen» aktuell nicht fördern könne, teilte der Kreis Ahrweiler mit.

Staatsanwaltschaft Koblenz hat Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Betruges eingeleitet

Soliman weist die Vorwürfe zurück – er sei sehr wohl gesprächsbereit. Einst hat er die angekündigte Schulschließung mit unzureichendem Brandschutz im denkmalgeschützten riesigen Schulgebäude mit ihn überraschenden Kosten von «mindestens zehn Millionen Euro sowie von mir zusätzlich zu deckenden Verlusten von jährlich mehr als einer Million Euro» begründet. Diese Summen seien nicht tragbar.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat nach Angaben vom März Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Betruges eingeleitet. Ursache waren Strafanzeigen des Vereins «Schulwerk des Gymnasiums Nonnenwerth» sowie eines Schülervaters. Demnach soll der Käufer von Insel und Schule, Peter Soliman, insgeheim von Anfang an geplant haben, den Schulbetrieb nicht fortzuführen. Soliman wies alle Beschuldigungen in einer Mitteilung seines Sprechers zurück: Die Vorwürfe «entbehren jeder Grundlage». News4teachers / mit Material der  dpa

Finale im Krimi um die Inselschule Nonnenwerth? Elternbeirat: Rettung ist gescheitert

 

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Rabe aus NRW
1 Monat zuvor

Das ist wirklich schade! – Ich verstehe nicht, wieso es staatlicherseits keinerlei Handhabe gibt, eine solch notwendige Schule an einem Standort (auch wenn es eine Privatschule ist, sie wird ja finanziell mit unterhalten, weil sie staatliche Aufgaben erfüllt) zu erhalten, oder den Verkauf im Vorfeld zu prüfen, insbesondere, da es wohl von vorneherein beim Verkauf schon um die Abwicklung ging. Mancher private Hausverkauf scheint mir mit mehr Kontrolle und ‚Red Tape‘ behindert (ich weiß, wovon ich spreche, wir exerzieren das gerade zum zweiten Mal durch).
Es gab sogar einen Investor für die Übernahme der Schule, die Elterninitiative wollte einen eigenen Gutachter wegen der Feuerschutzmaßnahmen stellen, die zu hoch angesetzt schienen, doch Solimann ließ das nicht zu und niemanden ins Gebäude (ein weiteres Indiz, dass er nie vorhatte, die Schule zu erhalten, hohe Kosten waren nur ein vorgeschobener Grund und das wäre dabei sichtbar geworden).
Bin gespannt, wie die Klage ausgeht, ich hoffe, er wird zumindest da empfindliche Konsequenzen spüren ….

Last edited 1 Monat zuvor by Rabe aus NRW
Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

„mindestens zehn Millionen Euro sowie […] zusätzlich zu deckenden Verlusten von jährlich mehr als einer Million Euro“

Eine „Privatschule“, die trotz staatlicher Zuschüsse und wahrscheinlich auch Schulgebühren eine Million Euro Verlust pro Jahr „erwirtschaftet“, darf nicht noch zusätzlich vom Staat subventioniert werden. Der kirchliche Orden war wahrscheinlich froh, dieses „Dauerverlustbringer“ los zu werden und hat beim Verkauf nicht so genau hingeschaut. Der Investor will Gewinn machen. Und jetzt soll der Staat die Schule „freikaufen“? EIne Schule mit ein paar Hundert Schülern in einem viel zu großen, elitären Gebäude, in das erst einmal ein zweistelliger Millionenbetrag gesteckt werden muss, um einen sicheren Schulbetrieb zu erlauben? Erklären Sie das erst einmal den steuerzahlenden Verkäuferinnen beim Discounter und Co, die es sich höchstwahrscheinlich niemals leisten können, ihre Kinder dorthin zu schicken.

Und den Privat-Insel-Schülern wird es auch nicht schaden, ihre restliche Schulkarriere in ganz gewöhnlichen öffentlichen Schulen zu verbringen, wie alle anderen auch. Es gibt kein Recht auf steuerfinanzierte Privilegien!

Rabe aus NRW
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Privat- und kirchenfeindliche Emotionen helfen hier jetzt nicht.
Die Folge für die Region ist, dass ein Gymnasium fehlt, das bisher gute Arbeit gemacht hat. Gibt es bei Ihnen einen Physik-Leistungskurs? Der fehlt jetzt auch für die SuS, die schnell eine andere Schule finden müssen.

Last edited 1 Monat zuvor by Rabe aus NRW
Diana Klatt
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Sie möchten sich zuerst reinlesen und dann mitreden.
Jeder kann sich die Schule leisten, auch Sie.
Es gibt kein Schulgeld in RLP.
So ein Unwissen macht mich wütend

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Diana Klatt

Nicht so blauäugig sein: die private Schule kann sich die Schüler aussuchen, und da sie von Sponsoren und Spendern abhängig ist, kann man sich da durchaus reinkaufen. Und wenn ich mir die Ausstattung der Schule betrachte: Schulcafe, Ruheraum, Sitzecke, Bibliothek mit Lernbereich, eigene Turnhalle ………. Das hätten wir auch alles gerne, unsere Schule hat nicht mal Sitzplätze für die Mittagspausen (Brandschutz!!!), zum Essen müssen die Schüler die Treppen belagern oder bei schönem Wetter auf die Wiese nach draußen. Und wir haben über 1000 Schüler.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Wenn staatlicherseits hier nachgegeben wird, schafft amn einen Präzedenzfall und die Subventionen sind nach oben immer weiter offen. Und wie Realist bereits sagte, warum sollen die Steuerzahler elitäre Schulen finanzieren? Ein denkmalgeschütztes Gebäude eignet sioch doch wohl kaum für einen normalen, modernen Schulbetrieb. Es sollte zudem nicht Sinn und Zweck sein, nun immer mehr private Schulen zuzulassen, damit die „Elite“ aus den unterfinanzierten staatlichen Einrichtuingen flüchten kann. Das Geld sollte in vernünftige Maßnahmen an staatlichen Schulen investiert werden. Dann klappt es auch wieder mit dem Schulwesen.

Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Das Gymnasium Nonnenwerth ist KEINE ELITÄRE SCHULE! Machen Sie sich erst einmal über die Gegebenheiten schlau und labern Sie hier nicht unwissend herum.
Wir arbeiten mit der Schule seit langem zusammen im Bereich Entrepreneurship Education. – Bevor nun gleich wieder die Vorurteile ausgepackt werden….erstmal informieren 😉