Getötete Lehrerin und verletzte Schüler in Berlin: Bundeskanzler spricht von „Amoktat“

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BERLIN. In einer bei Touristen beliebten Ecke Berlins erfasst ein offenbar psychisch beeinträchtigter Autofahrer eine Schülergruppe. Eine Lehrerin kommt ums Leben. Wie Politiker und die Polizei den Fall nach ersten Erkenntnissen bewerten.

Nach dem jähen Ende der Klassenfahrt einer hessischen Schülergruppe in Berlin hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) von einer Amoktat gesprochen. «Die grausame Amoktat an der Tauentzienstraße macht mich tief betroffen», schrieb der SPD-Politiker am Mittwochabend bei Twitter. «Die Reise einer hessischen Schulklasse nach Berlin endet im Alptraum. Wir denken an die Angehörigen der Toten und an die Verletzten, darunter viele Kinder. Ihnen allen wünsche ich eine schnelle Genesung.» Neben Scholz bekundeten auch viele weitere Politikerinnen und Politiker Trauer und Anteilnahme.

Die Schülergruppe war in der Nähe der Gedächtniskirche von einem Autofahrer erfasst worden, ihre Lehrerin wurde in den Tod gerissen. 14 Menschen wurden der Polizei zufolge verletzt. Ein Verdächtiger – ein 29 Jahre alter, in Berlin lebender Deutsch-Armenier – wurde gefasst und in ein Krankenhaus gebracht.

Der Unfallort befindet sich unweit des Ortes, an dem im Dezember 2016 ein islamistischer Attentäter mit einem Lkw in einen Weihnachtsmarkt gefahren war. Dabei und an den Spätfolgen starben insgesamt 13 Menschen, mehr als 70 wurden verletzt.

Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres zitierte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Abend bei Twitter mit den Worten: «Bin wieder in meiner Lagezentrale: Nach neuesten Informationen stellt sich das heutige Geschehen an der #Tauentzienstrasse als eine Amoktat eines psychisch beeinträchtigten Menschen dar.» Mehr Details dazu nannte sie nicht.

Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte der Deutschen Presse-Agentur am Abend: «Es gibt Indizien, die die Theorie eines psychischen Ausnahmezustands stützen.» Es handle sich aber um eine von mehreren möglichen Versionen, daher ermittele man in alle Richtungen weiter. Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte zuvor im RBB ebenfalls die Offenheit der Ermittlungen betont: Man schließe im Moment «gar nichts» aus, sagte sie. Die Ermittlungen würden von einer Mordkommission geführt. Unter anderem wurde die Wohnung des Fahrers in Charlottenburg durchsucht. Viel versprechen sich die Ermittler auch von Videos und Fotos von Zeugen.

Im Wagen wurden neben Schriftstücken auch Plakate mit Aufschriften gefunden. «Ein richtiges Bekennerschreiben gibt es nicht», sagte Innensenatorin Spranger. Zuvor hatte es aus Polizeikreisen geheißen, es sei ein Bekennerschreiben gefunden worden. Spranger sprach von «Plakaten», auf denen Äußerungen zur Türkei stehen würden. Der Fahrer war nach dpa-Informationen mit einem Auto unterwegs, das seiner älteren Schwester gehört. Er soll der Polizei wegen mehrerer Delikte bekannt gewesen sein, jedoch nicht in Zusammenhang mit Extremismus.

Am Abend gedachten zahlreiche Menschen in der Gedächtniskirche der getöteten Frau und der Verletzten. Vor Ort waren unter anderem Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne), Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (beide SPD), aber auch Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei. Viele Bürgerinnen und Bürger drückten bei der Andacht ebenfalls ihre tiefe Anteilnahme aus.

Auf arglose Menschen sei bei dem Vorfall am Mittwoch «brutale Gewalt» eingebrochen, sagte die Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein bei der Andacht. «Eine solche Situation verschlägt uns die Sprache.» Viele Zeugen und Betroffene hätten noch die Schreie der Menschen in den Ohren. Die Polizei richtete eine Telefonhotline für Angehörige ein, vor Ort waren Seelsorgerinnen und Seelsorger im Einsatz.

Der Vorfall spielte sich nach bisherigem Stand so ab: Der Mann fuhr den Renault-Kleinwagen am späten Vormittag an der Straßenecke Ku’damm und Rankestraße auf den Bürgersteig des Ku’damms und in die Menschengruppe. Dann fuhr er auf die Kreuzung und knapp 200 Meter weiter auf der Tauentzienstraße Richtung Osten. Kurz vor der Ecke Marburger Straße lenkte er den Wagen erneut von der Straße auf den Bürgersteig, touchierte ein anderes Auto, überquerte die Marburger Straße und landete im Schaufenster einer Parfümerie.

«Wir haben umgehend Notfallbetreuungsteams nach Bad Arolsen geschickt, um den Angehörigen, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Lehrkräften beizustehen»

Die Bundesregierung, Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigten sich bestürzt über das Geschehene. «Meine Gedanken sind bei den schwer und sehr schwer Verletzten, bei dem Todesopfer», erklärte Steinmeier. «Und sie sind bei denen, die Schreckliches erleben mussten. Mein tiefes Mitgefühl gilt ihnen, allen Angehörigen und Hinterbliebenen.» Giffey sagte den Betroffenen Unterstützung zu.

Die hessische Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) sprach im Namen der Abgeordneten ihr tiefes Mitgefühl aus. «Ich bin tief betroffen über den entsetzlichen Vorfall», sagte Wallmann in Wiesbaden. «Der hessische Landtag ist in Gedanken bei den Angehörigen der getöteten Lehrerin, und wir hoffen, dass die Verletzten wieder vollständig genesen. Ebenso denken wir an die Kinder und Passanten, die diese Schreckensfahrt vor Ort miterleben mussten.»

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte: «Wir haben umgehend Notfallbetreuungsteams nach Bad Arolsen geschickt, um den Angehörigen, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Lehrkräften beizustehen.» Ein Team aus der Schule sei auf dem Weg nach Berlin, um den Jugendlichen vor Ort sowie ihren Eltern zur Seite zu stehen.

Die betroffenen Schüler sollen eine Anlaufstelle in ihrer Schule finden. An diesem Donnerstag werde die Schule ihren Regelbetrieb aufnehmen und zugleich die Schüler in Empfang nehmen, die aus Berlin mit Bussen zurückgebracht würden, sagte der Bürgermeister von Bad Arolsen, Marko Lambion. Betroffen sei eine Abschlussklasse mit 24 Schülern einer Realschule in Bad Arolsen. Sie sollten betreut und aufgefangen werden.

Die Gegend, in der sich der tödliche Vorfall ereignete, ist wegen der vielen Geschäfte, Cafés und Sehenswürdigkeiten oft sehr belebt. Sie ist ein Anziehungspunkt für Touristen aus dem In- und Ausland.

Der Fall weckte in Berlin auch Erinnerung an eine Amokfahrt auf der Stadtautobahn A100 im August 2020, als ein Autofahrer gezielt drei Motorradfahrer rammte. Er wurde vom Gericht in die Psychiatrie eingewiesen. News4teachers / mit Material der dpa

Berlin, Breitscheidplatz: Auto fährt in Menschenmenge – Lehrerin stirbt, viele Schüler verletzt

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Carsten60
5 Monate zuvor

„Amoktat eines psychisch beeinträchtigten Menschen“
Das bedeutet dann praktisch, dass solche Leute alles machen können, was sie wollen, und nie sind sie richtig schuldfähig. Hinterher stellt man Kerzen auf. Und niemand wusste vorher was von diese „psychischen Beeinträchtigung“, auch nicht die nahen Verwandten (es ist von einer Schwester die Rede) ? Hatte der überhaupt einen Führerschein, wenn es doch wirr im Kopf ist?
Wer positiv auf das Covid-Virus getestet wird, der wird vergleichsweise streng überwacht, wer aber psychisch auffällig ist, offenbar nicht. Wie wär’s denn mit einer Meldepflicht hinsichtlich jener Leute mit den „wirren“ Äußerungen? Wir haben offenbar mehr Angst vor dem Virus als vor Amoktaten.

Trollbuster
5 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Widerlicher geht’s bei Carsten anscheinend immer noch.

Pit2018
5 Monate zuvor
Antwortet  Trollbuster

Kommentare wie Ihre, die sachlich keinerlei Inhalt haben, sondern nur persönliche Beschimpfung enthalten, wünsche ich mir in keinem Forum.

fabianBLN
5 Monate zuvor
Antwortet  Trollbuster

Unsinn. Und wohlfeil. Carsten60 drückt damit seine Fassungslosigkeit aus und irgendwie auch seine Ohnmacht und Verzweiflung. Angesichts der Terrorakte vergangener Zeiten und einer immensen Angst davor wirken Beschreibungen wie die zitierte oft wie eine Beruhigungspille. Aber sie sind ja trotzdem schlimm. DAS lese ich bei Carsten60. Widerlich finde ich Ihre unsensible Reaktion darauf.

Fakten sind Hate
5 Monate zuvor
Antwortet  Trollbuster

Erläutern Sie bitte Ihre Aussage anhand von richtigen und wichtigen Fakten.

Georg
5 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Wenn der zweite Teil des Nutzernames stimmt, sollte das ja keine Schwierigkeiten machen. Andernfalls ist der erste Teil des Nutzernamens zutreffender. Viel wahrscheinlicher finde ich aber leider, dass aufgrund des Gegenwindes keinerlei weitere Reaktion kommt.

Carsten60
5 Monate zuvor
Antwortet  Trollbuster

Na, offenbar liest „Trollbuster“ ja schon länger mit, postete aber bislang unter anderen Namen. Jeder darf dreimal raten, unter welchen. Man schaue einfach darauf, wer hier wiederholt das Wort „widerlich“ benutzt hat.

Georg
5 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Der Täter braucht halt trotz deutscher Staatsbürgerschaft einen Dolmetscher. Da muss man Milde walten lassen.

Trollbuster
5 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Carsten möchte also ein Drittel der Bevölkerung

https://www.aerzteblatt.de/archiv/134511/Psychische-Erkrankungen-Hohes-Aufkommen-niedrige-Behandlungsrate

überwachen lassen und Georg kommt wieder mit seinem billigen Rassismus um die Ecke. Wer das toll findet, darf mich gerne mit roten Daumen bewerten, die nehme ich als Kompliment.

Georg
5 Monate zuvor
Antwortet  Trollbuster

Wer Stress schon als psychische Störung definiert und wenn diese zum normalen Leben gehören, muss die Aussagekraft der Studie deutlich relativieren.

wir können es auch umgekehrt sehen: Der Täter hatte keine Störung, sondern hat bewusst so gehandelt. Was halten Sie davon?

ach ja: Mein obiger Kommentar war natürlich ironisch formuliert.

Carsten60
5 Monate zuvor
Antwortet  Trollbuster

Der Täter war doch vorher schon mal polizeilich aufgefallen. Ob solche Leute einfach frei herumlaufen sollten, wenn sie wirr im Kopf sind, das ist schon die Frage. Was sagt denn jetzt seine Schwester, hatte die nichts bemerkt? Wir sind solchen Attentaten (so es denn eines war) hilflos ausgeliefert. Den Anfang machte doch jemand in Nizza mit einem großen Lieferwagen, oder? Jetzt gibt es „Follower“ davon, so wie die Leute, die in USA herumballern, und das aus geringfügigem Anlass.
Dagegen gibt es zahlreiche psychische Erkrankungen, die nie in Gewalttaten umschlagen. Davon hatte ich nicht gesprochen.

Teacher Andi
5 Monate zuvor
Antwortet  Trollbuster

Bitte bei den Tatsachen bleiben, Sie picken sich immer das heraus, was Ihnen opportun ist. 33% wiesen schon mal „psychische Störungen“ auf, dazu zählen auch Nervenzusammenbrüche, das heißt noch lange nicht, dass sie psychisch krank sind. Das sollte man unterscheiden können. Auch werden die wenigsten von diesen 33% gewalttätig. Und bei unserem „Kandidaten“ handelt es sich immerhin um eine Person, die schon 21 Eintragungen in die Polizeiakte hatte, unter anderem wegen Körperverletzung, wohnte bei Mutter und Schwester, die offensichtlich auch nicht reagiert haben. Mehr Hinweise auf Gefährdung braucht es doch wohl nicht! Prophylaxe sit das Zauberwort, was ist da schief gelaufen? Wo muss man ansetzen? Das jetzt als billigen Rassismus abzutun ist m.E. eine ziemlich unüberlegte und trotzig-einfältige Denkweise. Gehen Sie mal in sich.

fabianBLN
5 Monate zuvor

Das ist sehr traurig. Mein Beileid.

Indra Rupp
5 Monate zuvor

Gleiche Rechte, gleiche Pflichten!
Wer zB aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht in der Lage ist, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, dem muss im entsprechendem Maße auch das Recht entzogen werden, sein Handeln selbst zu bestimmen.

Carsten60
5 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Richtig. Aber auch schwer umzusetzen. Auch Psychiater unterliegen der Schweigepflicht, nehme ich an. So übernehmen sie dann auch keine Verantwortung für das Handeln ihrer Patienten. Ich erinnere an jenen Piloten, der absichtlich ein Verkehrsflugzeug in einen Crash gesteuert hat, nachdem er den anderen Piloten ausgesperrt hatte. Da war auch von psychischen Problemen die Rede. Hinterher hieß es, der hätte nicht mehr fliegen dürfen. Und Selbstmordattentäter haben sowieso weltweit Konjunktur, dafür sorgen schon die Leute, die solchen „Märtyrern“ 72 Jungfrauen im Paradies versprechen.
Besonders übel wird es, wenn Staatslenker davon betroffen sind. Hitler und Göring waren zumindest gegen Ende des Krieges drogenabhängig und damit nur noch bedingt zurechnungsfähig.

Indra Rupp
5 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Zurechnungsfähig waren sie auch vorher nicht..

Einfaches Beispiel : Kinder oder Menschen mit geistiger Behinderung könnten am Steuer nicht für einen Unfall verantwortlich gemacht werden – sie dürfen entsprechend auch garnicht fahren.

Es reicht im Grunde die Diagnose wie es sie bei einer geistigen Behinderung auch gibt – da braucht es ja auch keine Schweigepflicht, zumal psychisch krank auch eine Beeinträchtigung ist – und man muss sich zuvor die Frage stellen : Könnte man diese Person zur Verantwortung ziehen, wenn sie etwas anstellt. Wenn nein, braucht man nicht warten, bis sie es tut. Je nachdem um was es geht, heißt das dann nicht Auto fahren dürfen, keinen Waffenschein machen dürfen, vielleicht auch keine Kerzen im Haus haben dürfen, weil derjenige sonst noch das Haus abfackelt.

Vorher Rücksicht auf die Person um ihr alle Freiheiten zu lassen und hinterher Rücksicht um sie nicht in die Verantwortung zu nehmen wäre eine doppelte Täterbevorteilung. Wahrscheinlich wären aber viele dann doch nicht so Beeinträchtigt, wenn das Nachteile mit sich bringt und dann brauchen sie es auch hinterher nicht sein.

Ich bin nebenbei auch dagegen, dass Rentner, die kaum noch zwei Meter weit gucken können, weiter Auto fahren, weil Mobilität wichtiger ist als die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Diese Rentner haben sofern ja auch eine Beeinträchtigung.

Carsten60
5 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Leider gibt es nicht einmal eine eindeutige Diagnose in Sachen „geistige Behinderung“, vgl. die Debatte um die Sonderschulen und die Inklusion. Der Prozentsatz derer, die so diagnostiziert werden, schwankt innerhalb Deutschlands und Europas ganz erheblich. Die Gutachter sind auch nicht perfekt. So sind leider auch die Psychiater nicht perfekt. Die haben schon manchen Gefangenen zur Freilassung empfohlen, und kurz darauf gab’s das nächste Verbrechen. Aber was schlagen Sie konkret vor? Ich wurde oben ja schon gescholten, als ich mehr Kontrolle forderte.
Übrigens: Göring war ein hochintelligenter Mensch, im 1. Weltkrieg war er Jagdflieger. Er war brutal und gewissenlos, aber nicht unzurechnungsfähig. Als einziger von den höheren Nazis hatte er sogar eine gewisse Popularität im Land. Brutal und gewissenlos waren auch Star-Ganoven wie Al Capone oder heutige Mafiabosse, auch in den Clans.

Indra Rupp
5 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Beim Messerstecher an der Hochschule war sofort klar, dass psychische Probleme vorliegen, praktisch schon vorher. Er hatte sich selbst aus der Klinik entlassen. Man soll einfach nicht warten, bis etwas passiert, wenn schon vorher klar ist, dass derjenige Wahnvorstellungen und Verfolgungsangst hat und aus Angst auch zustechen könnte – vor allem im Zweifelsfall dafür nicht verantwortlich gemacht werden könnte. Dann darf man eben nicht frei und unkontrolliert rumlaufen, genau wie ein zweijährige Kind auch nicht. Ich finde es richtig, dass meine Tochter mit GE keinen Führerschein machen kann, denn ich kenne sie am besten. Man sieht und merkt ihr die Behinderung als Laie nicht an, sie könnte alle Straßenregeln lernen und auch das Fahren. Es kann aber durch eine Ablenkung alles gelernte auf einmal nicht abrufbar sein und es dürfte quasi auch nichts unvorhergesehenes im Straßenverkehr geschehen. Also nein!
Diese Taten mehren sich, die psychischen Auffälligkeiten auch. Wenn sie wirklich da sind, ist die Überwachung auch richtig. Wenn sie nicht relevant sind, wird die Person ein Bedürfnis haben, dies klarzustellen. Umgekehrt sinkt aber die Hemmschwelle vielleicht auch dadurch, dass man sich mit dem „Krankenstatus“ wohlfühlt oder, zB als Borderliner , sich sogar darüber definiert und steigert sich entsprechend nach so einer Tat noch in diese „Krankheit“, damit man geschont wird. Das Belohnungserlebnis ist dann die Tat, das Grenzen testen und die Aufmerksamkeit und in Schutznahme der Gesellschaft aufgrund der „Krankheit“.
Müsste man von vornherein auch Nachteile in Kauf nehmen, würde man es sich überlegen, ob man das wirklich ist und die Hemmschwelle wäre anders.
Ich meine kein „einsperren“ ohne das man was verbrochen hat, sondern das sogenannte betreute Wohnen. Zurechnungsfähig wie ein Kind, dann auch überwacht wie ein Kind. Durch die Nachteile verringert sich die Zahl der psychisch Kranken, sonst wäre das auch wieder etwas, dass die Gesellschaft partout nicht stemmen kann.
Die meisten mit psychischen Problemen haben Depressionen, die schaden eher sich selber als anderen und das auch nur in Extremfällen. Fehlendes Mitgefühl und fehlende Emphatie kann man durchaus auch herausfinden und ist auch eine Voraussetzung, sowie Risikobereitschaft ect.
Der „Maddie“ – Angeklagte hatte auch promt die Diagnose bekommen, dass er Andere nicht als fühlende Wesen versteht – und der muss doch ein Interesse haben, sich da zu verstellen,was scheinbar nicht gelingt.

Forumsleserin
5 Monate zuvor

Ein Mensch ist gestorben, weil er seinen Beruf ausgeübt hat … einer 10. Klasse eine Abschlussfahrt ermöglicht hat, was im Hinblick auf die Pandemie keine Selbstverständlichkeit ist.
Ich war vor kurzem mit meiner Klasse auf einer solchen Fahrt. Der Tod einer Kollegin geht mir auch deshalb nahe.

Ihren Lieben wünsche ich viel Kraft.

Carsten60
5 Monate zuvor
Antwortet  Forumsleserin

Aber letztlich sind wir genauso hilflos wie die Leute in USA, auch ohne die dortige Waffenlobby. Ein Auto genügt, ein Messer auch. Von den 30 Millionen Waffen, die die deutschen Sportschützen haben, ganz zu schweigen. Wenn ich jemanden umbringen wollte, würde ich erstmal Mitglied in einem Sportschützenverein werden. Dann hätte ich eine legale Waffe. Und im Fernsehen gibt’s ständig Sendungen mit Skilaufen und zwischendurch Schießen. Das scheint merkwürdig populär zu sein, warum eigentlich?

Neeneenee
5 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Sie kommen in Ihren Kommentaren aber auch vom Hölzchen auf’s Stöckchen. Das Ereignis in Berlin war äußerst tragisch und Sie sollten Respekt für die Opfer, Angehörigen und Trauernden zeigen und nicht in völlig sachfernen Whataboutismus verfallen.

Und bitte machen Sie sich hinsichtlich der Geschichte des Biathlon schlau.