Landesbeauftragter gegen Antisemitismus fordert mehr Schulprojekte – aber…

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Im Kampf gegen Antisemitismus fordert Niedersachsens Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens mehr Projekte an Schulen. Es müsse eine neue Empathiekompetenz geschaffen werden, sagte der Landesbeauftragte Franz Rainer Enste am Montag in Hannover bei der Vorlage des Jahresberichtes von 2021. Eine entsprechende Erziehung müsse bereits in der Kita beginnen. Er betonte, dass es bereits viele gute Projekte an Schulen zu diesem Thema gebe, diese seien allerdings noch zu wenig.

Das Foto zeigt Frauen und Kinder bei der Befreiung von Bergen Belsen - draußen türmten sich die Leichenberge. Foto: Imperial War Museum / Wikimedia Commons
Das Foto zeigt Frauen und Kinder bei der Befreiung von Bergen Belsen – draußen türmten sich die Leichenberge. Foto: Imperial War Museum / Wikimedia Commons

Der Landesbeauftragte bekräftigte, man müsse gegen jede Form von Antisemitismus konsequent vorgehen, auch im Internet. Was offline eine Straftat sei, müsse es auch online sein.

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Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, sagte, dass Schulklassen beispielsweise die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen besuchen wollten, dort aber Personal für Führungen fehle. Eine Sprecherin der Gedenkstätte sagte auf Anfrage, man sei weit im Voraus gut ausgebucht. Es gebe mehr Anfragen als man bedienen könne. Vor der Corona-Pandemie hätten rund 1200 Gruppen jährlich eine Führung über die Gedenkstätte Bergen-Belsen bekommen. Rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmerten sich um die Gruppenführungen.

In Bergen-Belsen starben insgesamt 52.000 KZ-Häftlinge im Konzentrationslager oder unmittelbar nach der Befreiung an den Folgen ihrer Haft. Bei der Befreiung im April 1945 fanden britische Soldaten dort Tausende unbestattete Leichen und Zehntausende todkranke Menschen vor. News4teachers / mit Material der dpa

Immer mehr Provokationen in KZ-Gedenkstätten – auch von Schulklassen. „Der Hass aus dem Netz bricht sich Bahn.“

 

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2 Kommentare
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Georg
7 Monate zuvor

Wann lernen die endlich mal, dass KZ-Besuche bei nicht nationalsozialistisch motiviertem Antisemitismus nichts bewirken?

Carsten60
7 Monate zuvor

Ist eigentlich schon „du Jude“ als Schimpfwort auf Schulhöfen schon mal laut und deutlich geächtet worden? Angeblich wird es in Berlin häufig gebraucht. Strafbar im Sinne des Strafrechts muss es ja nicht gleich sein, aber es gibt ja auch eigene schulische Maßnahmen, an die man denken könnte, etwa bei Missetätern ein Hausaufsatz oder ein Referat zu diesem Thema. Was ist eigentlich mit abwertenden Schimpfwörtern gegenüber Mädchen? Was ist mit der Fäkaliensprache?