Schulleitung zeigt sich entsetzt: Mitschüler gehen Jugendliche wegen Regenbogenfahne an

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Drei Schülerinnen in Dortmund, die als Zeichen der Toleranz eine Regenbogenfahne geschwenkt haben, sind auf dem Schulhof hart angegangen worden. Der Vorfall an der Robert-Koch-Realschule schlug vor allem im Netz hohe Wellen, nachdem einzelne Schüler Videos auf Social Media-Kanälen verbreiteten. Die Schulleitung sei fassungslos, die Geisteshaltung der Schulgemeinschaft bleibe aber Toleranz, betonte Schulleiter Wolfgang Siebeck am Donnerstag auf Anfrage.

Stein des Anstoßes: die Regenbogenfahne. Foto: Shutterstock

Vor einer Woche hatten der Schulleitung zufolge drei Achtklässlerinnen anlässlich des «Pride Months» auf dem Schulhof in einer Pause eine Regenbogenfahne über den Schulhof getragen. Von anderen Schülerinnen und Schülern seien sie ausgebuht und mit Wasserpistolen bespritzt worden, ein Schüler habe ihnen die Flagge entrissen. Mehrere Medien hatten berichtet. Den Skandal hatte auch die Szene-Bloggerin «Wikiriot» bekannt gemacht. Die Aktionswochen «Pride Month» rücken weltweit Vielfalt in den Mittelpunkt.

«Wir bedauern den Vorfall zutiefst», beteuerte Siebeck. Die einem Video zu entnehmende Szene spiegele nicht die Haltung der Mehrheit an der Realschule wieder. Auf den Videos seien vor allem Kinder der Jahrgänge 5 und 6 zu erkennen. Mit den drei betroffenen Schülerinnen habe man bereits intensiv gesprochen. «Gemeinsam werden wir den Vorfall zum Anlass nehmen, uns noch stärker für Toleranz und Empathie anderen gegenüber einzusetzen», sagte Siebeck. Nun aber die gesamte Schulgemeinschaft zu verurteilen, sei ungerecht. Die Realschule wird von rund 500 Schülerinnen und Schülern aus gut 30 Nationen besucht. News4teachers / mit Material der dpa

Sollten Lehrer Migrantenkindern alles durchgehen lassen? Bloß nicht! Psychologe Ahmad Mansour warnt vor falscher Toleranz

 

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Georg
2 Jahre zuvor

Zitat: „Die Realschule wird von rund 500 Schülerinnen und Schülern aus gut 30 Nationen besucht.“

Werter Trollbuster, bitte widerlegen Sie meine Befürchtung.

Hat die Schulleitung eigentlich auch mit den Tätern gesprochen? Die weltoffene Haltung der Schulleitung muss dringend auf die Schülerschaft aller Nationen übertragen werden.

Indra Rupp
2 Jahre zuvor
Antwortet  Georg

Werter Georg, bei meinem verlinkten queer. de Artikel sieht man auf dem, aus Jugendschutzgründen, verschwommen dargestellten Bild viele Hellhaarige! 30 Nationen muss garnichts heißen. An unserer Dorfschule ist der Migrations – Anteil nicht auffallend hoch, aber 30 Nationen kriegen wir auch zusammen. Hier ein Italiener, dort Russen, ect.

Georg
2 Jahre zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Danke für den Link. Leider ist das Bild aus den genannten Jugendschutzgründen völlig unbrauchbar. Ich gebe Ihnen aber recht, dass die Kinder insbesondere der Klassen 5 und 6 das Schwenken der Flagge nicht aus Kritik an der dahinterstehenden Ideologie ausgebuht haben. Wie ein Kommentator bei Queer schrieb, muss das alles lückenlos aufgearbeitet werden. Dazu müssen sowohl die Schulleitung als auch die Queer-Szene endlich die Angst vor dem möglichen Elefanten im Raum ablegen. Besonders letztere wird ja oft genug vom Elefanten bedroht oder beleidigt.

An den Trollbuster gerichtet: Nein, ich weiß nicht, ob der Elefant zu den Anstiftern gehörte, weiblich das Originalvideo nicht kenne. Aber auch Ja, an der Schule wird es reichlich potenzielle Elefanten geben.

Indra Rupp
2 Jahre zuvor

https://www.queer.de/detail.php?article_id=42243

Hier noch etwas differenzierter bei queer. de! Auch die Kommentare der Lesenden, die eigene Erfahrungen und die Sichtweise auf die Lehrkräfte, sowie das schulische Umfeld widerspiegeln solltet ihr euch durchlesen.

Carsten60
2 Jahre zuvor

Wie ist das eigentlich: Gibt es ein Recht, irgendwelche Fahnen als politische Symbole über den Schulhof zu tragen? Etwa die der Palästinenser, die vom IS, die russische oder ukrainische, die türkische oder israelische? Wer entscheidet darüber?
Und ausgebuht darf keiner mehr werden, ist das nicht eher eine milde Missfallensäußerung? Gibt es ein Recht, jede Art von „Aktionswochen“ in Schulen zu tragen?

Georg
2 Jahre zuvor
Antwortet  Carsten60

Sie haben die deutsche Flagge vergessen…

im Ernst: Ausbuhen kann man aushalten, die Wasserpistolen sind eine andere Hausnummer. Das Tragen der Flagge soll provozieren, laut des Fotos bei Queer wirkt es auch wie ein bewusster Auftritt. Die Gegenprovokation ist dann einzuplanen bzw. davon ist je nach Schülerschaft auch auszugehen.

Marc
2 Jahre zuvor
Antwortet  Carsten60

Ein Recht? Ein Recht auf Bildung und Erziehung. Ein Recht auf das Vertreten der eigenen Wertschätzung. Wer Solidarität zeigen will, darf das auch. Gegen Kreuze um den Hals oder Schlüsselanhänger irgendwelcher Länder oder Automarken oder Shirts mit Vereinen sagt auch keiner was.

Jemanden bloß zu stellen ist nicht mild. Buhen Sie doch Mal in der Gruppe einem Hardcore-Fan im Fußball-Stadion aus und warten Sie auf die Reaktion. Das mag keiner gern. Auch Sie sicher nicht

Last edited 2 Jahre zuvor by Marc
Carsten60
2 Jahre zuvor
Antwortet  Marc

Aber gerade beim Fußball sollen die „Fans“ oft aggressiv auf die Symbole der jeweiligen anderen „Fans“ reagieren (ich gehe nie in Fußball-Stadien). Da regt sich keiner drüber auf. Ich finde es nicht ganz normal, demonstrativ Fahnen über den Schulhof zu tragen, es sei denn als Scherz.
Was für die einen die „eigene Wertschätzung“ ist, das ist für die anderen eben eine Provokation. Nicht zufällig wurden öfter mal israelische Fahnen auf Demonstrationen verbrannt. In Russland ist jetzt schon ein Schild mit dem Wort „Krieg“ darauf verboten.
Und auch Wasserpistolen sind alle mal harmloser als Messer. Die gibt’s doch neuerdings viel in Schulen.

Indra Rupp
2 Jahre zuvor
Antwortet  Carsten60

Buhen und Wasserpistolen mögen harmlos sein, wenn man schaut, was sonst so in der Welt los ist. Es sind aber auch 5./6.Klässler. Es geht wohl eher darum, was es bedeutet, wenn man Kinder dazu bringen kann wie ein wilder Mob und in großer Gruppe auf ein paar einzelne loszugehen und auch wie demütigend das ist. Das ist halt wie eine Welle, da denke man auch an das Buch „die Welle“ oder an andere Situationen wo Menschen kopflos als Meute hinter anderen her sind und wenn diese Kinder älter sind, wird es auch weniger harmlos. Wobei klar ist, dass sich hier die meisten einfach angeschlossen haben. Das Kinder grausam sein können ist ja auch bekannt.

Mein Sohn durfte an unserer Schule übrigens kein Anti-Putin- T-shirt tragen, da dort viele Russen sind, die das vielleicht nicht auf Putin sondern auf ihr Land beziehen und eh nicht so informiert und reflektiert sind, vielleicht auch Angehörige in Russland haben, die ihnen anderes erzählen.
Ich finde das fragwürdig, habe das aber akzeptiert und der Schulleitung erklärt, dass mein Sohn jetzt auch kein Asterix&Obelix T-Shirt mehr tragen wird, falls es dort Römer gibt 😉

Indra Rupp
2 Jahre zuvor
Antwortet  Carsten60

Hat denn einer ein Problem, wenn man mit einer Friedensfahne herumläuft? Ist das provokant? Kann man Leute mit Frieden provozieren? OK, ja, kann man! Welt ist halt komisch. In diese Kategorie gehört auch die lgbti*Flagge!