Unterfinanziert, unterbesetzt: Verband kritisiert Bedingungen für Grundschul-Lehrkräfte

19

BERLIN. Neue Runde im Streit um die schlechteren Leistungen von Viertklässlern, die eine Studie im Auftrag der KMK – der IQB-Bildungstrend – aufgedeckt hat: Der Grundschulverband meldet sich zu Wort. In seinem Statement macht er vor allem die schlechten Rahmenbedingungen, unter denen die Grundschulen seit Jahren leiden, für die schlechten Ergebnisse verantwortlich. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz hatte angeblich falsche Methoden der Grundschullehrkräfte als Hauptursache ausgemacht.  

Die Arbeitsbedingungen von Grundschullehrkräften haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. (Symbolfoto) Foto. Shutterstock

Das Ergebnis der Teste schreibe die Tendenz fort, die sich bereits im IQB Bildungstrend 2016 angebahnt habe – erklärt der Grundschulverband (offensichtlich mit Blick auf die Kultusminister, die Corona verantwortlich gemacht hatten). „Der im Bildungstrend 2021 festgehaltene Negativtrend im Grundschulbereich offenbart einen starken Zusammenhang zwischen häuslichem Umfeld (möglichen elterlichen Unterstützungsmaßnahmen), der Ausstattung mit (digitalen) Lernmitteln und den Leistungen der Kinder. Besonders betroffen sind Kinder mit Zuwanderungshintergrund. In dieser Gruppe sind Familien mit Migrationshintergrund aus Herkunftsländern mit benachteiligten sozio-ökonomischen Bedingungen deutlich überrepräsentiert.“ Allerdings gelte der negative Leistungstrend in den erhobenen Leistungsbereichen grundsätzlich für alle Kinder.

Studien wie die IQB-Untersuchung messen und berichten Ergebnisse, ergründen aber keine Ursachen, so hält der Grundschulverband fest. „Im Bildungstrend völlig ignoriert werden die Bedingungen, unter welchen die Lehrkräfte der Grundschulen arbeiten“, meint er deshalb. „Fakt ist, dass aktuell in kaum einer anderen Schulart ein solch eklatanter Personalmangel herrscht, wie in den Grundschulen.“ Die Folgen: Die Grundschullehrkräfte seien überlastet. Immer mehr Seiten- und Quereinsteiger ohne pädagogische Qualifikation kommen in den (Grund-)Schuldienst. Der Grundschulverband sieht darin eine „fortschreitende Deprofessionalisierung“ – die ein schlechteres Leistungsniveau hervorbringe.

„Bildungsausgaben sind nach einem sozialindexbasierten Modell zu berechnen und an Schulen zu verteilen“

Überhaupt: Ein vom Grundschulverband in Auftrag gegebenes Gutachten von Prof. Klaus Klemm aus dem Jahr 2016 beschreibe, wie unterfinanziert Grundschulen in Deutschland in Bezug zu vergleichbaren Industrienationen sind (News4teachers berichtete umfassend). „Die jährlichen Bildungsberichte des statistischen Bundesamtes zeigen für die Folgejahre auf, dass sich daran bis heute nichts Grundlegendes geändert hat.“ Der Grundschulverband fordert deshalb: „Bildungsausgaben sind nach einem sozialindexbasierten Modell zu berechnen und bei der Verteilung von Ressourcen an Schulen zu berücksichtigen.“

Ein Problem sieht der Grundschulverband in den zu erwartenden bildungspolitischen Reaktionen auf den IQB-Bildungstrend: „Da durch das Bildungsmonitoring lediglich Defizite in den Teilbereichen Deutsch und Mathematik sichtbar sind, steht zu befürchten, dass dies Folgen für Aufholprogramme (nach Corona, d. Red.) haben wird: Diese werden die Förderung von Kernkompetenzen dieser beiden Fächer fokussieren und so die persönlichkeitsbildende und die ebenso wichtige und umfassendere allseitige Bildung von Grundschulkindern weiter vernachlässigen.“

„Notwendig ist eine praxisnahe Ursachenforschung unter Einbezug von Expert:innen für die Grundschule“

Der Grundschulverband warnt auch deshalb vor voreiligen Schlussfolgerungen – offensichtlich mit Blick auf den Philologenverband, der falsche Methoden in der Grundschulpädagogik für den Leistungsabsturz verantwortlich gemacht hatte: „Notwendig ist eine praxisnahe Ursachenforschung unter Einbezug von Expert:innen für die Grundschule. Notwendig ist es, Leitlinien für Bildung im Zusammenhang mit zu erreichenden Mindeststandards in allen Bildungsbereichen zu formulieren. Dies muss in Zusammenarbeit aller Bundesländer unter Einbeziehung von Expert:innen aus dem Elementar- und dem Grundschulbereich erfolgen.“

Der Grundschulverband legt seine Forderungen schon mal auf den Tisch – konkret:

  • „Vorschulische Bildung und Grundschulbildung müssen eng verzahnt werden. Allseitige Bildung mit musischen, ästhetischen und sportlichen Kompetenzen unter Berücksichtigung der Digitalität dürfen nicht vernachlässigt werden.
  • Für die durchgängige Unterrichtung aller Schüler:innen sind zuverlässige und kindergerechte digitale Kommunikationssysteme zur Verfügung zu stellen, um auch die Bildung vulnerabler Gruppen in der Grundschule kontinuierlich zu gewährleisten.
  • Die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte der Grundschule sowie deren personelle und sächliche Ausstattung ist so zu gestalten, dass diese in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben auch in der zur Verfügung stehenden Zeit in multiprofessionellen Teams eine zukunftsfähige allseitige Bildung in einem inklusiven Kontext bewältigen zu können.“ News4teachers

Streit um IQB-Studie – Grundschullehrkraft hinterfragt: Sind die Schülerleistungen wirklich gesunken?

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei

19 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Lera
1 Monat zuvor

Da kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Immerhin hat der Grundschulverband die Schlacht „Leistungen sind doch gar nicht schlechter geworden“ verloren gegeben, die neue Parole lautet jetzt: mit richtigen Dingen (schlechte Ausstattung) falsche Dinge (propagierte Methoden, Inhalte) rechtfertigen bzw. aus der Schusslinie nehmen.

Netter Versuch.

Last edited 1 Monat zuvor by Lera
Lehramtsaussteiger
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Da freut sich der Dienstherr: Lehrer und Lehrerinnen verschiedener Schularten, die anstatt an einem Strang zu ziehen, sich aus kleinkariertem Standesdünkel heraus gegenseitig fertig machen. Teile und Herrsche.

Lera
1 Monat zuvor

Ich bin GS-Lehrer.

Ich stimme nicht der Positionierung des sogenannten „Grundschulverbands“ zu.

Das ist der Vorgang.

Der Rest passiert in Ihrem Kopf.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Ich klatsche Beifall bei soviel Arroganz!
Mein Sohn würde jetzt fragen:“Was läuft denn bei dir verkehrt?“ übrigens Abiturient mit 1,1 Schnitt. Exzellente Grundschullehrerin….. Die ihn und andere Kinder auf den Weg gebracht hat…. Leider konnte man das nicht immer von den aufnehmenden Kolleginnen und Kollegen behaupten…

Lera
1 Monat zuvor

Wie schon oben gesagt: Ich bin GS-Lehrer.

Sorry, wenn das Ihr Weltbild stört.

Heike
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Genau so sehe ich das auch, Lera. Jetzt müssen wieder die schlechten Rahmenbedingungen als alleinige Erklärung für schwache Schülerleistungen her.
Falsche Methoden, irrwitzige Lehrpläne oder auch systemische Fehler könnten den Grundschulverband und die GEW ja als Mitschuldige auf die Anklagebank setzen.

.

Lehramtssausteiger
30 Tage zuvor
Antwortet  Heike

Servus, wenn die GEW in ihren Tarifverhandlungen Gehaltserhöhungen erzielt, die dann auch auf die Beamten übertragen werden, gehe ich davon aus, dass Sie diese ablehnen.

Lera
29 Tage zuvor

Wenn die GEW im Gegenzug aufhört, meine Arbeit ideologisch zu sabotieren, verzichte ich sehr gerne auf diese Handvoll Dollar. Solange betrachte ich die paar Penunzen als Trostpflaster 😉

Lehramtsaussteiger
24 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Halbgar aus der Affäre geredet. Trittbrettfahrer nennt man Leute wie Sie.

Max Mustermann
27 Tage zuvor

Wer braucht denn die GEW? Die GEW ist eher eine Pseudogewerkschaft, die verhindert, dass sich eine echte Gewerkschaft etablieren kann, die sich wirklich für die Lehrer einsetzt.

(Das Gleiche gilt übrigens auch für VBE&Co)

Lehramtsaussteiger
24 Tage zuvor
Antwortet  Max Mustermann

Gründen Sie halt so eine Gewerkschaft bzw engagieren Sie sich in einer. Dann kommen vielleicht auch mal Ihre Themen dort an. Ich konnte in der GEW immer Themen die für Arbeitsbedinungen für Lehrer relevant sind einbringen. Bei den lahmarschigen Verbänden vom Beamtenbund hat man sich da regelmäig weggeduckt. Die GEW war die einzige Gewerkschaft in Bayern, die als es zur Stundenerhöhung für GS-Lehrer kam größere Aktionen dagegen organisiert hat.

Lehramtsaussteiger
24 Tage zuvor
Antwortet  Max Mustermann

Solche Kollegen habe ich in meiner aktiven Zeit genug kennengelernt: Dauernd am Motzen, aber dann wegducken, wenn es um konkrete Tätigkeiten zur Verbesserung der Situation geht. Dann damit rühmen, dass man keine Gewerkschaft braucht, weil einem dies und jenes dort nicht passt, die Tariferhöhungen aber danbar mitnehmen. Sich nicht selbst einbringen, sondern erwarten, dass andere das für einen übernehmen. Viel Spaß noch in Ihrem Job, mit solchen Kollegen wird sich da nichts ändern. Ihnen bleibt nur noch das online-motzen über die Bedingunen.

Palim
30 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ihre Antwort erstaunt mich.
Ohne Lehrkräfte ist alles andere marginal.
Wenn Kinder nur noch in großen Gruppen beaufsichtigt werden, weil das Personal fehlt, kann man sich den Ruf nach Leistungen gerade sparen.

Ohne Lehrkräfte wird man den Unterricht weiter zusammenstreichen müssen.
Genau das passiert ja auch schon, wenn anderes Personal eingestellt wird, NRW Deutsch und Mathe kürzt, NDS die Pflichtstundentafel nicht besetzen kann und die Zusatzbedarfe gleich zusammenstreicht, an sich ist die Umsetzung der Inklusion auch so ein Sparpaket.
Vielleicht wird es in den nächsten Jahren auch für Außenstehende sichtbarer, wenn die Kinder den Vor iTranslate auf dem Schulhof verbringen oder nach Hause geschickt werden, weil mangels Personal nicht einmal die Betreuung aufrecht erhalten werden kann.

Lera
29 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass der Mangel an qualifiziertem Personal ein grundsätzliches Problem darstellt.

Ein weiteres grundsätzliches Problem ist m.E., dass GV, GEW und die große Mehrheit der akademischen Grundschulpädagogik Ihre ideologischen Süppchen auf Kosten aller konkret an Unterricht Beteiligten kochen.

Lehrerin
1 Monat zuvor

Leider machen die Lehrkräfte der weiterführenden Schulen die Erfahrung, dass Grundschüler im Durchschnitt immer weniger Kompetenzen mitbringen, die eigentlich für einen erfolgreichen Start nötig wären. Das ist nicht erst seit Corona der Fall.
Die notwendigen Fähigkeiten, die nach der Grundschulzeit als Ausgangsbasis für die spätere Schullaufbahn vorhanden sein sollten, sind sinnentnehmendes Lesen, flüssiges und (altersgemäß) korrektes Schreiben (mit der Hand – nachgewiesen viel lerneffektiver als auf einer Tastatur!) und Mathematik, d. h. Zahlenverständnis, Grundrechenarten, geometrische Basisvorstellungen, die auch mit analogem Material (Lineal, Papierfalten, Schnur, Stäbe..) haptisch erarbeitet werden sollten. Das bewährte „altmodische“ Üben und Wiederholen ist notwendig, um diese Grundlagen dauerhaft zu sichern. „Kindergerechte digitale Kommunikationssysteme“ tragen dazu eher nichts bei, sie sind meist kontraproduktiv, auch wenn sie noch so innovativ und fortschrittlich erscheinen, denn Lernen in dem Alter funktioniert nicht eindimensional durch „wisch und weg“. Möglichst viele Sinne müssen beteiligt sein. Gerade bei Kindern, die zuhause nicht unterstützt werden, sollte die Grundschule das fördern. Könnte man darauf den Fokus legen statt auf „Berücksichtigung der Digitalität“ – was heißt das eigentlich?! Dafür braucht man menschliche Zuwendung und Geduld, keine großartige sächliche Ausstattung.
(Nur am Rande bemerkt: Bei der dritten Forderung im Text der digitalen Kommunikation sollten die Autoren in der zur Verfügung stehenden Zeit daran arbeiten, ihre multiprofessionelle Satzbau-Kompetenz im grammatikalischen Kontext bewältigen zu können…)

Hirschlgruber
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrerin

Liebe Lehrerin,
als Grundschulkollege kann ich Ihnen nur beipflichten! Äußere ich dies aber in einer Konferenz oder gegenüber höheren Stellen, so gelte ich als reaktionär.
Nur woher kommen diese Defizite? Sie schreiben, das bewährte „altmodische“ Üben und Wiederholen sei notwendig, worin ich Ihnen beipflichte. Leider wurde vor knapp 20 Jahren an den Pädagogischen Hochschulen dieser Bereich immer mehr ignoriert. Auf meine (und auch anderer Kommilitonen) Frage, ob das Üben nicht mehr gefordert wird, teilte man uns mit, dass die Kinder das Lernen lernen sollen und das Üben von Fakten nicht mehr zeitgemäß sei.
Motorische Fähigkeiten werden von den Eltern immer weniger gefördert, stattdessen sind die Kinder vor Videospielen und Fernsehgeräten geparkt. In den Erzählkreisen bekomme ich immer mehr mit, wie Eltern neue Vermeidungsstrategien entwickeln, um sich ja nicht mit ihren Kindern auseinandersetzen oder mit ihnen kommunizieren zu müssen. Statt den Kindern das Binden der Schuhe beizubringen, werden Schuhe mit Klettverschluss gekauft. Bei Autofahrten werden Filme im bordeigenen TV-System gezeigt, am Urlaubsort ist schon die Kinderbespaßung gebucht. Spricht man Eltern auf Defizite an, hat dies nur sehr kurzfristigen und zeitlich eng begrenzten Übungserfolg oder wird abgetan. Wenn sie nun noch die Eltern an den Kindergärten beobachten, die still aufs Handy glotzend die Kinderwägen schieben, ist eigentlich alles gesagt.
Dass ich als Grundschullehrer diese Entwicklung nicht aufhalten kann, bzw. die Aufarbeitung deutlich mehr Zeit und somit Geld in Anspruch nimmt, als bisher den Grundschulen zugebilligt, vermag kein Politiker offen auszusprechen. Stattdessen wird aktuell das digitale Allheilmittel „Tablet“ hochgehypet, damit die Eltern den Eindruck haben, mit ihren Verhaltensweisen auch noch richtig zu liegen.

Neugierig
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrerin

Ich bin Grundschullehrerin seit über 20 Jahren. Ich habe das Konzept „Schreib wie das höre duscht“ immer abgelehnt. Das aufnehmende Gymnasium ist mit unserem Arbeitspensum zufrieden. Ich bemerke aber, das der „ schonende Übergang“ von Kiga in die Grundschule von manchen Kollegen bis Ende 2 zelebriert wird. Häufig wird dann „weil die so süß sind“ völlig übersehen, dass die Kinder den Stift falsch führen, nicht malen können (ausmalen hat ihm halt noch nie Spaß gemacht), nicht falten können, nicht ausschneiden können und massiven Bedarf an Ergo- oder Logopädie haben. Es mangelt den Kindern insgesamt an Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit, Frustrationstoleranz etc. Wenn ich Arbeitshaltung, Schriftbild, Hausaufgaben bemängele oder einfordere, bin ich die böse (alte) Lehrerin die Kinder einfach nicht versteht. Die Kinder kommen heute schon wesentlich defizitärer in die Kindergärten. Dort denken die Eltern wird alles für sie erledigt. Schnürsenkel binden, trocken werden, geduldig Puzzel etc. Das funktioniert aber leider nicht in den oft unterbesetzten Kigas. Mit großen Lücken beim Zuhören können, Anweisungen befolgen etc. kommen die süßen Kleinen dann in die Grundschule. Und wenn dann in Klasse 3 erst die wahren Probleme erkannt und angesprochen werden ist es oft zu spät. Erfolgt dann eine andere Empfehlung als Gymnasium ist man eine schlechte (blöde/unmögliche/unfähige Lehrerin) und die Eltern melden dann gnadenlos trotzdem im Gymnasium an.
Erste Frage der netten Kollegen:Was habt ihr uns da geschickt?
Ich halte nichts vom Einsatz des Ipad im Unterricht in D oder M. Wenn dann kommt er in Sachunterricht zum Einsatz für Projekte etc.
Es stimmt, die Kinder schreiben immer schlechter. Sie tun laut ihren Unmut kund, wenn ich sie längere Texte von der Tafel abschreiben lasse. Aufsätze sind per se eine Zumutung. Notfall habe ich nette Elternbriefe vorliegen, weshalb XY nicht in der Lage war solch einen langen Text zu schreiben.
Woran liegt das alles?
Vor Jahren haben Psychologen und andere Verkopfte den Eltern eingeredet, dass Leistungsanforderungen kleine Kinderseelen schädigt.
Da habt ihr jetzt den Salat!
“Der Grundschullehrer“ (den gibts ganz selten – es ist dieGrundschullehrerin in den häufigsten Fällen) ist aber sicher Schuld am Untergang der Menschheit. Deshalb muss er mehr Stunden für deutlich weniger Geld arbeiten, in nicht renovierten Schulen mit schlechter Ausstattung und muss sich monatlich Schimpftiraden der Presse, Politik, Eltern und nun auch der geschätzen Gymnasialkollegen anhören.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor

Bitte die Grundschullehrer/innen weiter am schlechtesten bezahlen, den Grundschulen noch mehr Mittel kürzen, überall große Klassen mit 30 Kindern (davon 30 Prozent Förderbedarf, 30 Prozent DaZ), unbesetzte Schulleiterstellen, schlechte Ausstattung, bei der die Lehrer/innen viel aus eigener Tasche bezahlen, weiter keine Abminderungsstunden, 30 Prozent Quereinsteiger… und dann bitte bei der nächsten Studie wieder alles auf die Methoden schieben. Irgendwann wird sich aber keine Grundschullehrerin mehr finden, die sich darüber aufregen könnte.

Manuela
30 Tage zuvor

Die Kommentare erschrecken mich. Was kann ich als Mutter denn dafür, wenn in der Schule nicht mehr geschrieben wird? Läufts gut, dann sind die Lehrkräfte die Heldinnen und Helden, die übermenschliches leisten, wenns blöd läuft oder anstrengend wird, dann sind es die Eltern. Ich fühle mich ungerechtfertigt blöd von der Seite angemacht.
Wie sieht es denn mit den LehrerInnenkindern aus? Sind das die VorzeigeschülerInnen? Brav, geduldig, 1a im Schnürsenkelbinden und Falten, und die sozial kompetenten. Meine anekdotische Evidenz zeigt: mitnichten! (Vielleicht sogar das Gegenteil, in Sachen Selbstbild sind sie aber in der Regel ganz weit vorne)
Was soll denn diese Arroganz?