„Mehr Zeit für Schüler“: Was wir Lehrkräfte uns zum Lehrer-Welttag wünschen

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MÜNCHEN. Am heutigen 5. Oktober ist Welttag des Lehrers. Der Bayerische Philologenverband hat aus diesem Anlass eine Liste zusammengestellt – neun Punkte, die sich Lehrkräfte (nicht nur in Bayern, nicht nur am Gymnasium) wirklich wünschen. Wir dokumentieren den Wunschzettel im Wortlaut.

Lehrkräfte arbeiten zunehmend im dauerhaften Krisenmodus. Foto: Shutterstock
  1. „Wir wünschen uns Bürokratieabbau und Entlastung bei Verwaltungsaufgaben. Damit das Kerngeschäft des Unterrichtens wieder mehr im Vordergrund stehen kann.
  2. Wir wünschen uns Lerngruppengrößen, die sich nicht nur im Durchschnitt gut anhören. Damit wir Schülerinnen und Schüler individuell fördern und fordern können.
  3. Wir wünschen uns mehr Zeit für fachliche und persönliche Weiterbildung und Maßnahmen der Lehrergesundheit. Damit Professionalisierung und Resilienz nicht nur Schlagworte bleiben.
  4. Wir wünschen uns genug und gut ausgestattete schulische Räumlichkeiten. Damit Unterricht in einem lernförderlichen Ambiente stattfindet, in dem sich Schüler- und Lehrerschaft wohlfühlen.
  5. Wir wünschen uns Digitalisierung mit Unterstützung. Damit alltäglicher Unterricht sinnvoll durch moderne Technik ergänzt werden kann, die funktioniert.
  6. Wir wünschen uns gute Rahmenbedingungen. Damit sich auch deshalb wieder mehr junge Leute für den Lehrerberuf entscheiden. Wir brauchen bei weiterhin steigenden Schülerzahlen genug qualifizierte Lehrkräfte.
  7. Wir wünschen uns eine vorausschauende Einstellungspolitik, auch zum Ausbau der integrierten Lehrerreserve. Damit top-ausgebildete, junge Lehrerinnen und Lehrer mit einer festen Stelle an Schulen arbeiten können, an denen sie dringend gebraucht werden.
  8. Wir wünschen uns Vertrauen und Anerkennung: Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler mit den Lehrplaninhalten und -spielräumen auf ihr Leben vor. Wir erziehen junge Menschen zu mündigen Bürgern und bereiten sie auf zukünftige Herausforderungen vor. Schulen brauchen für diese Lernprozesse die hierfür notwendige Ruhe.
  9. Vor allem aber wünschen wir uns mehr Zeit für unsere Schülerinnen und Schüler – im Unterricht und darüber hinaus. Damit Schule mit Klassenfahrten, Konzerten und Festen aller Art zum ‚Lebensraum Schule‘ werden kann.“

Der Bayerische Philologenverband (bpv) vertritt Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern. News4teachers

Weltlehrertag! GEW und VBE: Lehrkräftemangel ist die zentrale Herausforderung

 

 

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Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Ich wünsch mir Pommes mit Mayo… Gibt’s nicht? Schade, also nicht mal das gibt’s.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Lieber Dil, versuch’s mit Currywurst!!
…ähh, Moment:

Bayrischer PhilologenVerband:

…dann muss es Weißwurst sein…mit süßem Senf…das sollte klappen. 😉

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

… und a Brezn!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Wie, nich Pommes Schranke?

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

… ich bin doch so genügsam

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Na ja, bei dem Abschluss zwischen Tarifunion und TdL und der bestehenden Inflation müssen eben Opfer gebracht werden.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Es klingt so krass lächerlich, wenn Erwachsene sich bessere Arbeitsbedingungen WÜNSCHEN. Bessere Arbeitsbedingungen muss man sich erkämpfen. Wir sind ja nicht beim Kindergeburtstag.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

„Mehr Zeit für Schüler“: Was wir Lehrkräfte uns zum Lehrer-Welttag wünschen
Wie sieht denn die Realität momentan aus?

Lehrermangel: Es finden nur 85-90 % der vorgesehenen Stunden statt.

Von diesem Rumpfgerüst an Unterricht gehen etwa 10-15 % (ca. 3 Stunden pro Woche) verloren.

Für:
-Dummschwätzer die die SuS mit Umweltschutz, Bundeswehr, Berichten von Zeitzeugen, Demokratieförderung und anderem beglücken wollen.
-Für Konferenzen zu jedem denkbaren Thema.
-Für unterirdische, verpflichtende Fortbildungen.
-Eingeforderte Projekte zu Gendern, LGBTQ, Demokratie, Toleranz, Frieden, dem Nutzen der Schweine im Galopp-Rennsport uvm.
-Überbordende Verwaltung und ungelesene Statistiken.

Etwa die doppelte Stundezahl fällt nochmal in die Unterrichtsfreie Zeit der LuL. Nur mal so nebenbei.

Es bleiben also etwa 75% der vorgesehenen Zeit für wirklichen Unterricht.
Dies in relativ großen Klassen.

Da schaffen die LuL es dann nicht den kompletten Stoff, pädagogisch hochwertig, selbsttätig und individualisiert an die SuS zu bringen und dabei noch ein paar SuS ohne Deutschkenntnisse und ein paar Inklusionsschüler angemessen zu fördern.

Dafür werden diese Versager dann auch noch bezahlt!

Da kann man nur auf den reichlich strömenden Lehrernachwuchs hoffen.

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Sie fassen es sehr schön zusammen. Wir brauchen mit Sicherheit nicht noch weitere Reformen, Studien oder Fortbildungen der Helferindustrie. Stattdessen würde uns vielleicht manchmal einfach die Rolle rückwärts in die 90er gut tun, wo gefühlt Schule noch Schule war und nicht der Aufmarschplatz der Projektierer. Raum für Bildung, Zeit zum Lernen heißt, eine Woche einfach mal ohne Aktionstag für irgendwas auszuhalten.

Martin
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Eine „Rolle rückwärts in die 90er Jahre“ würde ich sehr begrüßen und für überfällig halten. Weg mit dem ganzen idologischen Gedöns, was sich danach ausbreitete und die Schulen mehr oder weniger für fremde Zwecke einspannte.

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich ergänze mit einer Schüleraussage: „Nimmt man die 8K für Weihnachts- und Urlaubsgeld, so können sich LuL ihr Haus allein damit finanzieren.“
Heißt, was wissen LeuteaußerSchule wirklich von LuL ??
Wenig. Nicht, dass es diese Sonderzahlungen so nicht mehr gibt. Nicht, dass Geld verschwendet wird, um LuL zu headhuntern. Nicht, dass 79 Seiten ausgefüllt werden müssen, um dann festzustellen, dass Schwangere besser doch daheim bleiben. Nicht, dass bei mir eine Klasse von Montag bis heute auf die Hälfte geschrumpft ist, die halbe Abteilung liegt flach…..und H.Piazolo ist weiter zufrieden und lääächelt –
solange die Kinderversorgung halbwegs läuft, halbwegs! läuft, interessiert es keinen wirklich, wie die Qualität und Bedingungen im Unterricht sind !
Ich wünsche mir erfahrene Denkende Menschen im Unterrichtsumfeld.
……und gehe vertreten.

Lera
1 Monat zuvor

Ich wünsche mir, dass ich gelegentlich dazu komme, meinen Beruf (Lehrer) auszuüben und nicht ständig 10 andere (Erzieher, Logopäde, Sozialpädagoge, Sonderpädagoge, Psychologe, Therapeut, Eventmanager, Alleinunterhalter, Hausmeister, IT-Administrator), DIE ICH NICHT GELERNT HABE UND AUCH NICHT LERNEN WILL – sonst hätte ich das ja gemacht.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Sie haben „Reiseveranstalter“ vergessen! 😉

Ça me fatigue
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Familienhelfer, Reisagentur, Reiseleiter und Ersatzeltern fehlen noch …

Ça me fatigue
1 Monat zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

Waren die „Rote-Daumen-Geber“ schon einmal auf Klassenfahrt (als Begleitung) und haben das im Vorfeld auch organisiert?

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Ernährungsberater, Sanitäter, Sekretärin, Reinigungskraft fehlen auch noch.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Ich ergänze: SuS- Materialhersteller, Spiele-Entwickler, Software- Umsetzer, auch Nasenputzer und Schnürsenkelbinder …

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Volle Zustimmung! Wir brauchen mehr Lehrer und auch mehr all dieser anderen, genannten Berufe, damit wir Lehrer wieder Lehrer sein können!

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

In der Grundschule noch Weihbachtsmann, Osterhase, Nikolaus, Nanny, Ersatzvater- bzw. -Mutter und Caterer sowie Händler für Schulmaterial und Familienhelfer.

Last edited 1 Monat zuvor by Grundschullehrer
Schattenläufer
1 Monat zuvor

Wie sagt Otto als er sich beim Mau Mau was wünschen durfte?
Ich wünsch mir ein Pferd.

Finagle
1 Monat zuvor

Ist ja süss! Liest sich wie die Wunschliste eines Kindes an den Weihnachtsmann. Ich fände ja konkretere Forderungen sinnvoller, die auch kurz- bis mittelfristig (und damit ist der Bezug auf Zeit und finanzielle Mittel gemeint) auch umgesetzt werden kann und keine vollmundigen, eher oberflächliche Erklärungen im Stile von „Einigkeit und Recht und Freiheit“.

Vorschläge kämen und kommen ja hier im hauseigenen New Forty Verbund täglichen auf.

Auflösung oder Reevaluierung der KMK z.B., von mir aus auch nach dem Vorbild der britischen Monarchie. Beratende Funktion reicht völlig. Wenn es das Namensschild im Organigramm geben muss, von mir aus, aber nehmt ihnen bitte den Rotstift der Entscheidung weg, besser noch das Mikrofon. Ich kann mich an nichts erinnern, was von dort im positiven Sinne wegweisendes gekommen wäre. Falls doch, bitte ich um Korrektur – bin ja noch neu in dieser Schlangengrube…

Einführung eines diagnostischen Status: Erziehungsbedarf – Lernunwilligkeit mit der Konsequenz der äusseren Differenzierung und per Dekret und individuellen Förderung durch die Eltern, die Heimleitung bei halbjährlich reevaluiertem Status … ok ok ich seh es ein, man kommt nicht umhin sich in Träumen zu verlieren…

Ich
1 Monat zuvor

Aber die hier Kommentierenden mögen ihren Beruf?
Kommt mir nicht so vor .

Schade .
Habe mit Deutsch / Englisch auch zwei Korrekturfächer , die viel Zeit erfordern,
bin KL , mehrere ukrainische SuS in den Klassen , die jetzt in allen Fächern wie die anderen bewertet werden sollen trotz fehlender Deutschkenntnis. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll.
.
Auch viel Bürokratie.
Und ja, das nervt mich/ uns auch .
Aber ich kenne niemanden an meiner Schule , der permanent so negativ ist wie hier im Forum.
Und ja Schattenläufer etc , in Ihren Augen bin ich ein sogenannter Gutmensch .
Stört mich nicht, habe auch mit einigen Aspekten Probleme
Aber Ihre Bezeichnung“ Dummschwätzer “ für Menschen u.a. die Demokratie vermitteln wollen , Zeitzeugenberichte ( wen genau meinen Sie da ? Kenne als Zeitzeugen nur Opfer des 3.Reiches und der DDR )

Ron
1 Monat zuvor

Ich wünsche mir wieder Schulbücher, die zum Lernen geeignet sind. Statt Gelaber, Haltung und Ideologie, bitte wieder Übungen, Merksätze und Fokussierung auf das eigentliche Thema. Ich möchte auch nicht gezwungen werden, für den Unterricht neben dem Schülerbuch noch das Begleitheft, das Übungsheft und die Smardboarderweiterung anschaffen zu müssen. Dafür ist weder Geld, noch habe ich Zeit für diesen Schmarren. Eine Matheeinheit braucht z.B. eine verständliche Überschrift, die sich auch im Inhaltsverzeichnis wiederfindet, eine erklärende Einführung, farblich abgesetzte Merksätze oder Formeln, Beispielaufgaben und viele Übungen zur Selbsterprobung. Verzichten kann ich auf Aufforderungen zu Straßenumfragen, Methodentipps und Kompetenzhinweisen, Verarscheraufgaben und Genderschreibweise. Freunde, es ist doch nur noch ein Elend.