Zum siebten Mal: GEW ruft zu Warnstreik für kleinere Klassen auf

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für Donnerstag kommender Woche erneut zu einem ganztägigen Warnstreik an den Berliner Schulen aufgerufen. Das teilte die GEW am Dienstag mit. Es ist bereits der siebte Versuch, auf diese Weise Druck auf den Senat zu machen.

Die GEW macht – schon wieder – mobil. Illustration: Shutterstock

Ziel der Gewerkschaft ist ein Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz. Dafür soll die maximale Klassengröße verbindlich festgelegt werden. Der Senat hat mehrfach darauf hingewiesen, dass ein solcher Tarifvertrag nicht machbar sei.

Aus seiner Sicht ist dafür die Zustimmung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) notwendig. Die TdL lehne solche Verhandlungen aber ab. Berlin ist wie alle anderen Bundesländer außer Hessen Mitglied der TdL und möchte das auch bleiben. Nichtsdestotrotz will die GEW ihrem Anliegen erneut auch mit einer Demonstration Gehör verschaffen, die um 10.00 Uhr am Rosa-Luxemburg-Platz beginnen soll. Zur Teilnahme am Warnstreik sind die nicht verbeamteten Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulpsychologen an den staatlichen Schulen aufgerufen.

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«Die Wahlwiederholung steht vor der Tür. In ihren Wahlprogrammen bekennen sich fast alle Parteien zu dem Ziel kleinerer Klassen», sagte Berlins GEW-Vorsitzender Tom Erdmann zum erneuten Streikaufruf. «Passiert ist seit der letzten Wahl jedoch rein gar nichts. Im Gegenteil: Die Arbeitsbedingungen in den Schulen werden immer schlimmer, wie auch der extrem hohe Krankenstand beweist.» Die GEW wolle mit dem Senat über Arbeitsbedingungen verhandeln, die nicht krank machten.

Der jüngste ganztätige Warnstreik war erst am 25. November. Nach GEW-Angaben beteiligten sich daran rund 2500 Lehrkräfte. Die Bildungsverwaltung sprach von 2150 Streikenden. Die Gewerkschaft kämpft bereits seit mehr als einem Jahr für ihr Anliegen, dringt bei Rot-Grün-Rot damit aber bisher nicht durch.

GEW: Rund 2.500 Lehrkräfte im (mittlerweile sechsten) Warnstreik für kleinere Klassen

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19 Kommentare
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Konfutse
1 Monat zuvor

Okay, der 7. Warnstreik. Ja und dann? Der 8. ? Der 9.? Wird das jetzt zur Neverending story?

Pappenheimer
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Was genau ist der Gegenvorschlag? Streiken und wenn die anderen nicht drauf eingehen, aufhören zu streiken?

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Pappenheimer

Ich hätte halt mal gerne Konsequenzen gesehen.

Vierblättriges Kleeblatt
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Und die GEW ist schuld, wenn der Senat von Berlin als Dienstherr nicht einlenkt?

Oder sind die 90% der angestellten Lehrer, die sich nicht am Streik beteiligen, schuld?

(Bitte die richtige Antwort ankreuzen!)

Konfutse
1 Monat zuvor

Na ja, das ist schon richtig, dass es sich gut meckert vom Schreibtisch aus.….
Jedoch finde ich einen Streik für kleinere Klassen nicht zielführend, wenn es keine dafür erforderlichen Lehrkräfte gibt. Auch eine Reduzierung des Debutats ist nicht möglich, da zu wenig Lehrkräfte vorhanden sind. Ich fürchte eher, dass unser Stundensoll in nächster Zukunft wieder angehoben wird,
Woran ich eher denke wäre ein Streik dafür, dass man endlich wieder sein Kerngeschäft machen kann und dass alles andere, was man sonst noch so nebenher leistet und einen mittlerweile völlig vereinnahmt und von seiner eigentlichen Arbeit abhält, rausnimmt und an Verwaltungskräfte oder andere professionelle Kräfte abgibt. Wie kann es sein, dass ich Erbrocheses wegwischen muss? Dass ich entscheiden muss, ob ein Schüler jetzt entlassen werden kann, weil es ihm möglicherweise nicht gut geht oder er einfach keinen Bock mehr hat? Wie kann es sein, dass ich Eltern hinterhertelefonieren muss, wenn das Kind nicht da ist und nicht abgemeldet wurde? Dafür ging heute meine große Pause drauf. Oder wieso soll ich Schulsozialarbeit leisten, wenn ich dafür nicht ausgebildet bin? Ich soll als Lehrer verschiedenste Dinge diagnostizieren, erkennen, darauf reagieren, obwohl eigentlich DAS UNTERRICHTEN meine Arbeit ist. Das wäre mal einen Streik wert und möglicherweise wäre hier sogar eine Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen machbar, realistisch. Einen Streik dafür, dass man endlich wieder NUR lehren, bilden darf, seinen Unterricht gut vor-und nachbereiten kann ohne den ganzen überbordende Unsinn, um den man sich mehr kümmern muss als um sein Kerngeschäft!
Mehr Schulsozialarbeit, mehr Verwaltungskräfte, eine Schulpflegekraft an jede Schule usw.
Außerdem muss ich konstatieren: Die GEW in BaWü hat nicht dazu beigetragen, dass sich unsere Arbeitsbedingungen verbessert haben. Eher im Gegenteil!

Vierblättriges Kleeblatt
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Man könnte vorübergehend die Stundentafel kürzen. (siehe meine Ausführungen unten)

Bodo
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Pflegekräfte erledigen den ganzen Dokumentationsnachweiskram auch irgendwie neben der Hauptaufgabe „Menschen pflegen“.

Petra
1 Monat zuvor
Antwortet  Bodo

Und weil die es scheiße haben, ist das für uns dann auch gut genug?!

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Bodo

Ja. Ich weiß. Polizisten auch. Ärzte auch. Erzieher auch. Bedeutet in diesem Sinne dasselbe für all die Berufsfelder, die nicht mehr ihre Hauptaufgabe erledigen können, weil zu viel andere Aufgaben hineingereicht oder Stellen fusioniert oder abgebaut werden: Zurück zu den Wurzeln oder Schuster bleib bei deinem Leisten.
Im Übrigen: Auch das ist m.E. der Grund, warum so viele Menschen in den Vorruhestand wollen und teilweise auch Abschläge in Kauf nehmen! Die Leute sind nicht fauler, schwächer geworden. Die Leute können aus den o.g. Gründen nicht mehr!

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Pappenheimer

Hoffentlich!!! Erzieher setzen auf diese Weise 10% Gehaltserhöhung durch! Ohne Skrupel. Warum also nicht auch mal Lehrer auf Dauerstreik???!!!

Bodo
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Könnten Pensionäre doch sicher mal ein wenig Freizeit opfern und mitlaufen.

Petra
1 Monat zuvor
Antwortet  Bodo

Nein.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Meine Prognose (leider aus Erfahrung) – wenig Beteiligung wegen Überlastung (und schlechtem Wetter).

Ich drücke die Daumen! Kleine Klassen sind dringendst erforderlich, falls es mit der Bildung unserer Kinder ernst gemeint ist.

F.H.
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Richtig: „Kleine Klassen sind dringendst erforderlich“!
Haben Sie auch einen Vorschlag, wo die dafür notwendigen Lehrkräfte herkommen sollen?

Vierblättriges Kleeblatt
1 Monat zuvor
Antwortet  F.H.

Stundentafel kürzen! Ganz einfach. Vorübergehend.

klm
1 Monat zuvor

Wie glaubwürdig und sinnvoll ist es zu streiken, wenn absolut klar ist, dass es wegen des gravierenden Lehrermagels gar keine Möglichkeit gibt, kleinere Klassen zu bilden.
Das ist doch reine Symbolpolitik der GEW und Eigenwerbung oberdrein.

Hat sie sich jemals für kleinere Klassen stark gemacht, als es diesen erdrückenden Lehrermangel noch nicht gab? Ich kann mich nicht erinnern. Dabei wünschen sich die Lehrer schon seit mindestens 20 Jahren kleinere Klassen.

Vierblättriges Kleeblatt
1 Monat zuvor
Antwortet  klm

Sie haben Recht, dass die Forderung spät kommt. Aber soll sie allein deshalb unterbleiben?

Die GEW setzte leider wie andere auch mehrere Jahre lang einfach nur auf mehr Gehalt, um den Lehrermangel zu bekämpfen. Diese These vertraten auch hier etliche Kommentatoren: Wenn Lehrer mehr verdienen, werden wieder mehr Lehrer werden wollen.

GEW und andere haben nicht auf jene gehört, die sich eher bessere Arbeitsbedingungen wünschten als einfach nur mehr Geld. Gab es da nun ein Umdenken? Wer weiß. Vielleicht auch eine neue Ausrichtung, nachdem finanziell in Berlin wohl alles ausgeschöpft ist.

Aber noch einmal die Frage: Soll man deshalb nun auf kleinere Klassen u.a. Arbeitsverbesserungen verzichten? Die CDU lockt in ihrem Sofortprogramm mit 25 Wochenstunden für alle Lehrämter. Auch das fänden viele Kollegen besser als einfach nur mehr Geld. Auch das erfordert mehr Lehrer.

Man könnte vorübergehend die Stundentafel kürzen, um das zu erreichen. Es geht, wenn man nur will.

Bodo
1 Monat zuvor
Antwortet  klm

Einfach mit Kürzung der UE um nur 5 Minuten beginnen und schon sind Lehrkräfte verfügbar,

Petra
1 Monat zuvor
Antwortet  Bodo

Stimmt, dann aber auch die Arbeitszeiterhöhung so nennen. Maßnahme selbst geht.