Landtag lehnt Ausstattung aller Schulen mit Tampons und Binden ab (vorerst)

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Eine flächendeckende Ausstattung der Sanitärräume aller Brandenburger Schulen mit kostenlosen Tampons und Binden wird es vorerst nicht geben. Die rot-schwarz-grüne Regierungskoalitionen lehnten am Mittwoch im Landtag einen entsprechenden Antrag der Fraktion BVB/Freie Wähler ab. Darin sollte das Bildungsministerium aufgefordert werden, diese Ausstattung per Runderlass anzuordnen.

Sollte an allen Schulen verfügbar sein: Binde und/oder Tampon. Foto: Shutterstock

Die Freien Wähler hatten ihren Antrag damit begründet, dass insbesondere Mädchen mit wenig Geld den Zugang zu den Hygiene-Artikeln erleichtert werden müsse. Die SPD-Abgeordnete Elske Hildebrand erklärte in der Debatte, die Ausstattung der Schulen sei eine Aufgabe der Kommunen. In vier Landkreisen und in der Landeshauptstadt Potsdam werde dies schon umgesetzt. Es sei zu begrüßen, wenn sich weitere Landkreise und kreisfreie Städte zu diesem Schritt entschlössen.

Mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen wurde beschlossen, dass die Kommunen ermuntert werden sollen, solche Projekte umzusetzen. Im ersten Quartal solle dann geprüft werden, ob es bis dahin eine flächendeckende Versorgung an den Schulen im Land gebe. Zudem soll die Landesregierung eine entsprechende Ausstattung in landeseigenen Gebäuden prüfen und auch der Landtag wird gebeten, Tampons und Binden künftig auf den Damentoiletten zur Verfügung zu stellen. News4teachers / mit Material der dpa

Immer mehr Schulen in Deutschland bieten Binden und Tampons kostenlos an

 

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20 Kommentare
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Tigrib
1 Jahr zuvor

Einkommensschwache Familien haben kein Geld für Menstruationsartikel? Hä? Das sind doch nur „Pfennigartikel“.
Geld für den Schulbäcker, den Mittagsdöner oder Energydrinks für die Pause ist aber oft vorhanden…

mama51
1 Jahr zuvor
Antwortet  Tigrib

…und natürlich auch für das neueste Iphone, für 100derte /1000,- Euro! 🙁 bei den Älteren!

Last edited 1 Jahr zuvor by mama51
alter Pauker
1 Jahr zuvor
Antwortet  mama51

Eine wahrhaft stichhaltige Behauptung aus der das Klischee nur so heraustrieft. Mamas auch mama51 sollten eigentlich wissen, wie unangenehm und ggfs. peinlich es ist, wenn eine Schülerin unerwartet die Regel bekommt und nichts dabei hat. IPhone für nen 1000er hin oder her – traurig, dass sie die Notsituation dieser Augenblicke nicht nachempfinden können.

HellaWahnsinn
1 Jahr zuvor
Antwortet  alter Pauker

@alter Pauker

Ob und in welchem Maße das peinlich für ein junges Mädchen ist, ist doch unstrittig und dafür muss man nicht Mama sein … Das sind Sie selbst doch vermutlich auch nicht, zumindest lässt Ihr Nickname auf eine männliche Person schließen. Ok, genug Allgemeinplätze und Haarspalterei.

Noch trauriger ist es allerdings, wenn die eigenen Eltern dazu nicht in der Lage sind! … weil die sich so sehr für ihre eigenen Kinder und deren körperliches und seelisches Wohlergehen interessieren oder weil die sich speziell in diesen Belangen so feinfühlig und emphatisch gegenüber ihren Töchtern zeigen … oder gleich beides? Das MUSS es wohl sein. (Ironie möglich)

Tigrib
1 Jahr zuvor
Antwortet  alter Pauker

Dass es plötzlich heraustrieft, sind Einzelfälle. Dagegen hilft ein Notfalltampon oder eine Binde im eigenen Schulranzen.
Hatte ich als Schülerin und heute als erwachsene Frau ja auch in meiner Handtasche.
Aber „alter Pauker“ ist vermutlich männlich. Da kann man nicht unbedingt von eigenen Erfahrungen ausgehen…

Last edited 1 Jahr zuvor by Tigrib
alter Pauker
1 Jahr zuvor
Antwortet  Tigrib

Man muss nicht weiblich sein um die Situationen nachvollziehen zu können, wenn man auch ergänzend verheiratet ist und 3 Töchter hat….und an der Förderschule habe ich andere Voraussetzungen, sowohl bei der Hygienevorsorge, als auch familiär bei den Kindern-und von 12 jährigen Mädchen zu erwarten, dass sie perfekt an Binden im Ranzen denken (besonders wenn die erste Menstruation im Klassenzimmer passiert).
Ich find den Begriff „heraustrieft“ übrigens in dieser Debatte deplaziert.

Ingrid
1 Jahr zuvor

An vielen Schulen müssen die Schüler sogar ihr eigenes Toilettenpapier mitbringen! Nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil damit sonst Blödsinn gemacht wird… was passiert dann erst mit frei verfügbaren Hygieneartikeln? Generell finde ich die Idee gut, es gibt auch Schulen, die das mit Sponsoren bereits anbieten. Ich befürchte nur, dass gerade an den Schulen mit dem größten Bedarf die Umsetzung scheitern wird.

alter Pauker
1 Jahr zuvor

Was einen Nonsens, hier mit Geld zu argumentieren. Primär ist wichtig, dass sich Mädchen versorgen können, die während der Schulzeit ihre Menstruation bekommen und vergessen haben, etwas einzupacken. Scheints sieht man das in B-W bei uns weniger „verkrampft“…

Tigrib
1 Jahr zuvor
Antwortet  alter Pauker

1. Das Argument mit dem fehlenden Geld für Hygieneprodukte steht im Artikel. Das kommt von den Freien Wählern und ist die Begründung für die Bereitstellung der Produkte durch die Schule.
2. Natürlich hat es bisher schon immer Hygieneartikel für den Notfall gegeben. Hatten wir im Lehrerzimmer. Aber generell verziehen wir die Kinder schon: wir stellen Ersatzlektüren und Notfalltaschenrechner in Prüfungen, rennen ins Lehrerzimmer und kopieren verschlamperte Arbeitsblätter, leihen vergesseneTischtennisschläger aus, bieten Snacks für fehlende Pausenbrote usw. Das macht schon bissle bequem…

Last edited 1 Jahr zuvor by Tigrib
Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Tigrib

Ich hätte als Teenie im Leben nicht im Lehrer Zimmer oder Sekretariat nach Binden gefragt. Eine Freundin hätte ich auch nicht gefragt, dafür wurde ich zu verklemmt erzogen. Und das man besser mal anfängt mitzurechnen, wann es wieder losgeht und im Falle eines Urlaubs/Klassenfahrt/Zeltlager ect mitdenkt, was einzupacken, auch wenn es gerade noch nicht gebraucht wird, das muss man notfalls erstmal selber herausfinden. Tja, was soll man machen – meine Mutter kam halt auch noch aus einer anderen Zeit.

ulschmitz
1 Jahr zuvor
Antwortet  Tigrib

Sie haben soooo Recht. Der „Notfall“ wurde gemeinhin von den Schul-Sekretärinnen vorausschauend, schnell und diskret geregelt. Aber dann gab es auch jenen Moment, in dem man feststellen musste, dass die passenden „Hygieneartikel“ nicht mehr in der Sanitätstasche auf Klassenfhrten mitgeführt wurden – jedenfalls nicht offiziell.

alter Pauker
1 Jahr zuvor

Eine Frage an die Redaktion: Ich hätte hier dringend bei bestimmten Äußerungen einen Thumb-down zu vergeben-der wird aber nicht dargestellt. Danke!

gehtsnoch
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Der 11. Mai 2023 – Tag an dem der rote Daumen bei n4t wieder ging

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Sehr gute Entscheidung! Danke schön!

Wolkenkuckucksheim
1 Jahr zuvor

Am besten übernachten die Schülerinnen und Schüler noch in der Schule, die Lehrkräfte erhalten das Sorgerecht.

Salomon
1 Jahr zuvor

Eher hacke ich mir die Hand ab, als dass ich meine Kinder auch nur eine Minute länger als zwingend erforderlich in die Obhut von Lehrern gebe.

ulschmitz
1 Jahr zuvor
Antwortet  Salomon

Wollen Sie uns ihr Problem näher schildern? Und welche Hand genau soll es sein? Ich kenne Fälle aus meiner langjäjhrigen Schulpraxis, in denen SuS sich nicht mehr nach Hause trauten.

Lisa
1 Jahr zuvor

Wenn Männer menstruieren würden, hätten wir schon seit Gründung der Bundesrepublik Gratisbinden und Tampons in den Schulen. Diese Herzlosigkeit allem Frauenspezifischen gegenüber wundert mich nicht. Pfennigartikel war einmal. Kosten für eine Packung: ca 3 Euro.Und es gibt genug Kinder, deren Eltern ihre Bedürfnisse schlicht vernachlässigen. Die Kinder kommen auch immer früher in die Pubertät. 10jährige sind keine Seltenheit.