Bundesfinanzminister rät Schülern zum Aktienkauf („Das Sparbuch ist gefährlich“)

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inanzminister Christian Lindner hat Schülern und jungen Erwachsenen einen Crashkurs in Finanzfragen gegeben. Beim «Zukunftstag» in seinem Ministerium warb der FDP-Politiker am Donnerstag für die private Altersvorsorge und Investitionen in Aktien.

Wirbt für Aktien: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Foto: Bundesministerium der Finanzen / Photothek

Viel zu viele junge Leute kümmerten sich zu wenig um ihre Finanzen, sagte Lindner. Auch in der Schule sei das Thema «etwas unterbelichtet». Dabei stehe jemand, der früh qualifizierte Finanz-Entscheidungen treffe, schon mit 30 oder 35 Jahren ganz anders im Leben. «Wer frühzeitig anfängt richtige Entscheidungen zu treffen, über die Zeit wirken die sich aus und machen einen riesigen Unterschied», sagte Lindner.

Der Finanzminister macht sich zusammen mit Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (auch FDP) seit längerem für die finanzielle Bildung junger Leute stark. Stark-Watzinger wirbt für ein Schulfach Wirtschaft und Finanzen über Themen wie sichere Anlagen, Sparen und Altersvorsorge. Die Fächergestaltung der Schulen ist allerdings Sache der Bundesländer.

Lindner stellte in seiner Unterrichtsstunde auch sein Konzept des Generationenkapitals zur Stabilisierung der gesetzlichen Rente vor. «Der Staat wird künftig für euch an den internationalen Kapitalmärkten anlegen in Aktien», sagte Lindner. Ziel sei, ein Vermögen von 200 Milliarden Euro zu generieren, dessen Zinsen zur Reduzierung der Beiträge genutzt werden könnten.

Zugleich warb Lindner für Investitionen in Aktien. «Ich möchte gerne, dass in Deutschland insgesamt mehr Menschen erkennen, dass Kapitalmarkt, Aktien und so weiter nichts Gefährliches sind», sagte er. Vielmehr sei das Sparbuch gefährlich, weil die häufig niedrigen Zinsen den Wertverlust des Geldes hier nicht ausgleichen könnten. News4teachers / mit Material der dpa

Warum es mehr Finanzbildung braucht – und wieso Lindner und Stark-Watzinger trotzdem zu kurz springen

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26 Kommentare
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Maggi
10 Monate zuvor

Klar, warum gibt es dort nochmal so hohe Gewinnmöglichkeiten? Weil es eine Hochrisikoanlage ist. Man kann einiges gewinnen oder wie in der Bankenkrise sehr viel verlieren. Ich finde es immer toll, wenn Personen, denen ein Verlust von 50.000€ nicht weh tut, Leuten solche Tipps gibt, die eine solche Summe in Jahren nicht verdienen.

Reisinger
10 Monate zuvor

Jeder weiß heutzutage, dass Aktien die beste Investitionsmöglichkeit ist. Ein MSCI World hat 9% Rendite jährlich in einem Zeitraum von 40 Jahren! Der Deutsche Michel mit seinem Sparbuch kann einem doch nur leidtun. Ich werde nie verstehen, wieso Deutschland in dieser Hinsicht noch so anders ist als der Rest.

Canishine
10 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger

Es ist auch immer eine Frage, auf wessen Kosten die Rendite geht.

Reisinger
10 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

In Unternehmen, die Wohlstand und Weiterentwicklung sichern. Ausserdem investiere ich auch in Rheinmetall, wieso denn nicht????

Canishine
10 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger

Gute Fragestellung für ein Schulcurriculum zum entsprechenden Fach. Wir Lehrer und Lehrerinnen denken immer auch inklusiv, nachhaltig, gendergerecht, divers, heterogen, demokratiefördernd, gesundheitspräventiv, wissenschaftspropädeutisch, fachbezogen- und übergreifend, praktisch, kritisch, digital und zukunftsorientiert (hab‘ Ich als vergessen? Evtl. pädagogisch), so dass sich beim Thema Aktien gleichsam automatisch ein Multiversum an Facetten aufdrängte …

Reisinger
10 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Wir Lehrer und Lehrerinnen denken immer auch inklusiv, nachhaltig, gendergerecht, divers, heterogen –

Hmm. Ich denke so nicht. Aber schön, dass du meinst zu wissen woran alle Lehrer denken.

Canishine
10 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger

Ich fühlte mich durch Ihren Betrag zur Spekulation inspiriert.

Einer
10 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger

9% in den letzten 40 Jahren, aber aus der Vergangenheit einer Aktie kann und darf man nicht in die Zukunft extrapolieren. Aktien sind immer Glücksspiel und deshalb sollte man nur Geld dafür in die Hand nehmen, dass man völlig über hat.

Reisinger
10 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Du weisst schon, dass ein ETF nicht EINE Aktie ist. Ich bin fassungslos über dieses Finanzwissen hier

GriasDi
10 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger

Insofern ist es doch gut, dass die mit wenig Ahnung ihr Wissen so gut einschätzen können und keine Aktien kaufen. Manche haben halt einfach keine Lust oder überflüssiges Geld, um in Aktien zu investieren.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger

Gut – ich bin nicht „jeder“ und deswegen tue ich Ihnen wohl noch mehr leid.

Wer m i r leid tut, sind die Menschen, die für eure Aktiengewinne ausgebeutet werden und nicht selten am Existenzminimum sind.

Geld vermehrt sich nicht von alleine – es braucht Menschen, die das erwirtschaften.

Und irgendwie scheint mir, dass die Aktieneigner da „leicht“ unempfindlich sind, was die menschenverachtende Ausbeutung a n d e r e r betrifft…..

Wir brauchen mehr Stunden zum sozialen Ungang miteinander, dazu, wie fie Wekt funktioniert und wie sie durch Machthaber und Politiker verkauft, verraten und verar…t werden.

Meine Meinung.

Reisinger
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich find die Diskussion eher witzig, weil mein Geld vermehrt sich ja weiter. Aber Hauptsache sie sind moralisch gaaaaanz weit oben. Checke sogar mehrmals in den Schulpausen mein Aktienportfolio

DieHoffnungstirbtzuletzt
10 Monate zuvor
Antwortet  Reisinger

Ja davon braucht die Welt mehr…mein Geld, mein Haus, meine Jacht, mehr Millionäre, Milliardäre die sich einen Scheiß um die anderen kümmern und von der Besiedelung des Mars träumen. Sollen doch die anderen die Schei…jobs machen betrifft mich nicht. Work-life-balance, Aktienvermögen, Billionen die vererbt werden, aber keine neuen Schulen, Sporthallen, Schwimmbäder, Kindergärten für die Allgemeinheit. Keiner mehr der im Ehrenamt arbeiten möchte, niemand der in den Sozialberufen arbeiten möchte…Meine Schüler der letzten Klassen (10. Klasse und Vor2 an einer Mittelschule in Bayern) haben mir deutlich erklärt, dass diese Schei…jobs ja sicher keiner mehr machen möchte…“dann lernt ordentlich und erkennt den Wert von Bildung“…die Probenschnitte waren meist jenseits der 4,0..auf Lernen hatten Sie auch nicht wirklich Lust (ein Drittel war in der richtigen Klasse, der Rest hätte nach der 9. Klasse eigentlich in eine Ausbildung gehört…denn dort fehlen diese Schüler!! aber auf Arbeiten haben Sie auch keine Lust, das verstehen sich doch oder?…Nö verstehe ich nicht!!!). Wenn der persönliche Egoismus (mein Geld vermehrt sich ja…) weiter zunimmt, werden wir die Probleme nicht mehr einfangen können. Aber was interessiert mich das eigentlich…ich verdiene über 4000 Euro Netto wohne in einem schönen Haus (das vor der Pension abbezahlt ist), investiere auch in Aktien…das habe ich aber durch Bildung, einer glücklichen Berufswahl und ein paar guten Entscheidungen im Leben geschafft. Das versuche ich an meine Schüler weiterzugeben…Anstrengung lohnt sich, sparen lohnt sich, nicht Alles muss man jetzt sofort auf Pump finanzieren und erleben. Wenn man finanzielle Freiheiten hat, dann sollte man auch in ETFs investieren…aber sparen ist sicher nicht gefährlich!!! Wenn wir keine Vorbilder mehr haben und nur noch die Influencer, Tik-Toker, Profisportler und Profipolitiker mit Ihren guten Verdienstmöglichkeiten das erstrebenswerte Leben sind, dann werden die Abgehängten und die Abgehobenen so tiefe Gräben zwischen sich haben, dass sich die Gesellschaft verändern wird…und das wird das Leben aller Beteiligten deutlich verändern…mal sehen wo das hinführt…aber das betrifft mich dann ja nicht, weil ich habe Geld, Wohnraum, Garten, Pool und alles was das Leben lebenswert macht. Aber an der Mittelschule unterrichte ich am Rand dieser Gräben, aber auch diesen Schei…will ja keiner mehr machen für die paar Euronen…Ich bin wirklich sehr neugierig wie lange die Masse an Problemen vor Ort weiter ignoriert werden kann mit dem Credo…“Hauptsache Ich“

Angelika Mauel
10 Monate zuvor

Gäbe es noch die Bundesschatzbriefe, die früher 8% sicher und auf Jahre brachten, könnte ich noch Verständnis für den Tipp an Schüler haben.

Aber gefühlsmäßig finde ich es widerlich, wenn von Schülern und Schulabgängern jetzt schon erwartet wird, dass sie an ihre Rente denken!!!
Mir wäre es eher an Anliegen, dass das Bargeld nicht abgeschafft wird. Alles mit der Karte zu bezahlen, treibt zu viele Jugendliche in die Verschuldung und die Banken profitieren.

O. Birkenstock
10 Monate zuvor

Das gewisse Spielgeld für spekulative Erfahrungen mit Aktien haben eher nur ein überschaubarer Anteil an SuS zur Verfügung.

Gelbe Tulpe
10 Monate zuvor

Na ja, der Nikkei ist ja 1990 ganz schön abgestürzt und hat sich seitdem nicht mehr auf das damalige Niveau erholt. Man kann mit Aktien also auch ganz schön auf die Schnauze fallen.

vhh
10 Monate zuvor

Frag einfach mal in Gelsenkirchen, wie hoch der Anteil derer ist, die genug Geld zum „frühzeitigen Anlegen“ frei haben. In anderen Gegenden ist das besser? Schön, aber es sind immer noch deutlich mehr als Null. Schülern (+Familie) zu erklären, sie sollten einfach die richtigen, weitsichtigen Entscheidungen treffen ist der blanke Hohn, wenn das Geld der Eltern kaum reicht, die Wohnung zu halten. Schüler bloßzustellen oder zu verhöhnen ist seit geraumer Zeit nicht mehr üblich, Herr Minister.
Für jemand mit minimalen Reserven, alten Haushaltsgeräten und einem (!) klapprigen Auto sind Aktien übrigens sehr wohl eine gefährliche Anlageform. Wissen (und vermitteln) sogar Lehrer, diese ewiggestrigen faulen Säcke.
200 Milliarden sind richtig beeindruckend für SuS…bis man nachgeschlagen hat, dass der jährliche staatliche Zuschuss zur RV ca. 80 Milliarden beträgt und das Wort Zinsen sieht, die bei angenommenen 5% (ja, Hochrisikoanlagen oder 100% Aktien werden es kaum sein) etwa 10 Milliarden betragen. Gesamte Beiträge ca. 260 Mia/Jahr, da sind diese erhofften 10 Mia so ungefähr 4%. Also wenn(!) das so funktioniert, sinkt der Beitragsbetrag um ca 4% (nicht der Beitragssatz). Wäre ein nettes Thema für Finanzbildung in der Schule, aber ob Herr Lindner das gemeint hat?

Blau
10 Monate zuvor

Aber ist es auch ethisch okay an der Börse zu investieren? Was wird da eigentlich mit meinem Geld finanziert? Schade ich mir damit nicht selbst je nachdem, was da finanziert wird (Waffen, Klima- und Umweltsünden)?

Riesenzwerg
10 Monate zuvor

Vielleicht sollte Herr Lindner mal anfangen, weitsichtig – nicht egoistisch! – (er ist ja theoretisch mein Vertreter … ) – zu agieren.

öPNV statt Autobahnen – vielleicht haben dann Normalos dann schon genug „über“, um in Aktien zu investieren….

Zu dumm, mir fällt gerade der Begriff für das Geld, dass Lindner für die Kinder NICHT ausgeben will, nicht ein – aber das wäre doch prima für die ersten Börsenversuche…. der Kleinen.

Vollkommen realitätsfern, dieser Mann.

Börse first – Bedenken später?!

Riesenzwerg
10 Monate zuvor

Liebe Redaktion – dies bitte beim Riesenzwerg anhängen – der Beitrag ließ sich nicht mehr bearbeiten…

Nu ist der Balken vorm Kopf weg …

KINDER-GRUND-SICHERUNG

Nun, das verhindert er – dabei könnten schon die Kleinsten doch hier schon erste Börsenerfahrungen sammeln und bei Heckler und Koch die ersten Aktienpakete erwerben, …., wenn das Geld nicht für die GRUNDsicherung, also die Basis (zu der Herr Lindner den Kontakt noch nie hatte) benötigt werden würde…

Pfleiderer
10 Monate zuvor

Wenn ich mich recht erinnere, ist die Telekom-Aktie besonders empfehlenswert.

Georg
10 Monate zuvor

Aktien oder ETFs als ernsthafte Beimischung kann man gerne machen, also maximal 10% des Anlagevolumens. Aufgrund gerade bei geringen Summen vergleichsweise hohe Depotkosten lohnt sich das nur ab 10-20000€. Wer also kein nahe sechsstelliges Vermögen als Sparkapital hat, sollte das sein lassen.

Zum Spaß ein wenig Spielgeld in Aktien zu investieren, kann man gerne machen. Aber mit ernsthafter Altersvorsorge ist das nicht vergleichbar.

gehtsnoch
10 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Da war doch noch was: „Wie Christian Lindner mit Aktien die Rente sichern will“https://www.deutschlandfunk.de/-rente-altersvorsorge-aktienrente-christian-lindner-fdp-risiken-kritik-100.html

10.08.23: Altersrente als seriöse Anlagen des Generationenkapitals mit für 2023 geplanten 10 Milliarden Euro Extraschulden
https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/demografischer-wandel-lindner-kontert-kritik-aktienrente-soll-extra-milliarden-bekommen_id_201166113.html

gehtsnoch
10 Monate zuvor

CL „Aktien und so weiter nichts Gefährliches sind“

Entwicklung (in den letzten 5 Jahren):
Lufthansa AG: -7,87 € (-49,01 %)
Uniper SE: -20,18 € (-76,67 %)
Deutsche Bank: +0,28 € (2,91 %)
Infineon Technologies: +10,24 € (46,72 %)
Bayer: -30,37 € (-37,78 %)
Social Chain (Dümmel & Kofler) -18,54 € (-99,13 %)
SAP: +23,24 € (22,43 %)
Rheinmetall +150,98 € (160,75 %)
Quiagen: +8,02 € (24,05 %)
dagegen
BTC Bitcoin mit (+ 308,07 %)
März 2011 1 BTC = 13,- € – heute 23.972 €
Gold vor 5 Jahren 1 KG = 1.019 € / heute 1.916 €

Beim Aktienhandel dann noch den möglichen Gewinn schmälernd zu erwähnen: Depotgebühr; Ordergebühr; variable Gebühren und Zusatzkosten; Spread und Steuern.

KlaraName
10 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Der Finanzinstitutsminister möchte aber das sie Aktien kaufen!

KlaraName
10 Monate zuvor

Bravo, Kinderwerbung für Finanzprodukte vom Finanzminister. Was soll’s denn sein die Volksaktie Telekom? Biontech?
Die everything- und KI- bubble wird nicht platzen, nein ganz sicher nicht. Und die Aktienrente ist sicher 🙂