Bayern will „Förderlehrern“ mit mittlerem Abschluss bessere Perspektiven an Schulen bieten

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MÜNCHEN. Mit leichteren Aufstiegschancen für sogenannte Förder- und Fachlehrer will Bayern den allgemeinen Lehrermangel bekämpfen. «Für junge Menschen mit mittlerem Schulabschluss bietet eine Karriere als Fach- oder Förderlehrer eine vielversprechende Berufsperspektive», sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) in München.
«Leistung und Einsatzbereitschaft müssen belohnt werden»: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo. Foto: Andreas Gebert / StMUK
Förderlehrer nehmen demnach an den Grund-, Mittel- und Förderschulen besondere Aufgaben bei der individuellen Förderung in Kleingruppen, bei der Differenzierung im Klassenzimmer, in Arbeitsgemeinschaften und bei der Betreuung der Schüler wahr.
Besonders leistungsstarken Förderlehrerinnen und -lehrern an den Grund- und Mittelschulen soll ab dem Schuljahr 2024/25 die Weiterqualifizierung zur «Fachlehrkraft für Deutsch als Zweitsprache» bzw. zur «Fachlehrkraft für Inklusion» offenstehen. «Wer sich zur Fachlehrkraft weiterbildet, übernimmt ein größeres Verantwortungsfeld – und steigt damit zu Recht auch in eine höhere Besoldungsgruppe auf», betonte Piazolo. Bayernweit gibt es derzeit rund 6.500 Fach- und Förderlehrer an den staatlichen Grund- und Mittelschulen.

Auch für Fachlehrkräfte, die außer an Grund-, Mittel- und Förderschulen auch an den bayerischen Realschulen in Fächern wie Ernährung, Sport oder Englisch zum Einsatz kommen, seien mehr Beförderungsmöglichkeiten mit einer besseren Bezahlung geplant, hieß es weiter. «Mit neuen Funktionsstellen will ich mehr Fachlehrerinnen und Fachlehrern als bisher den Weg nach A12 eröffnen. Denn auch hier gilt für mich der Grundsatz: Leistung und Einsatzbereitschaft müssen belohnt werden», sagte Piazolo.Die Offensive sehe ferner zusätzliche Standorte für die Ausbildung der angehenden Fach- und Förderlehrkräfte vor, um noch weitere Personen gewinnen zu können. So werde ab dem Schuljahr 2023/2024 am Ausbildungsstandort München-Pasing auch das Fach Sport in die bisherige Fächerkombination Ernährung/Gestaltung integriert.

«Ich weiß, dass vielen jungen Erwachsenen eine wohnortnahe Ausbildung sehr wichtig ist, um weiter bei Freunden und Familie bleiben zu können», sagte Piazolo. Daher wolle er auch «insbesondere in Niederbayern so rasch wie möglich» einen zusätzlichen Ausbildungsstandort schaffen. News4teachers / mit Material der dpa

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Max
9 Monate zuvor

Wer definiert „besonders leistungsstark“?
Vollzeit Förderlehrer?
Über 30 Jahre Berufserfahrung an einer Brennpunktschule?…
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Georg
9 Monate zuvor

Mittlerer Schulabschluss und dann A12? Wer tut sich dann das harte Studium für je nach Schulform ebenfalls A12 oder A13 an? (Ich weiß gerade nicht, ob Bayern schon A13 für alle hat.)

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Stufenanpassung auf A13 – daher: Nein.

Ja, ich wäre dann auch durchaus geneigt dort vielleicht mal „reinzuschnuppern“. Je nach Bedingungen.

Finagle
9 Monate zuvor

Ich nehme an, auch im Titel soll es „FöRderlehrer“ heißen.

Iris Naumann
9 Monate zuvor

Ich kauf mir ein „r“…
😉

Micki
9 Monate zuvor

Nur die leistungsstarken. Das wird bedeuten, dass einige wenige befördert werden. Der Rest geht leer aus und bekommt dann mittlerweile 23000 Euro weniger als ein A13 Lehrer. Knapp 40 Prozent wird er aber wie ein A13 Lehrer eingesetzt. Billig ist geil!