Gegen Söders Genderverbot: Wissenschaftler:innen fordern Freiheit für Schulen und Hochschulen

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MÜNCHEN. Namhafte Wissenschaftler:innen sowie Organisationen wie die GEW protestieren gegen das von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Genderverbot. Sie fordern ihn auf der eigens veröffentlichten Aktionsseite www.geschlechtergerechtesprache.de dazu auf, „den Schulen, Hochschulen und Verwaltungen die Freiheit zu überlassen, wie sie in ihrer Sprache Gleichbehandlung ausdrücken wollen“.

„Es gibt mehr als zwei Geschlechter“: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht in der Kritik. Foto: Shutterstock / photocosmos1

In seinem „Regierungsprogramm der Zukunft“, das er nur Stunden nach Veröffentlichung der Pisa-Studie im bayerischen Landtag vorstellte, kündigte Söder an: „Für Bayern steht fest: Mit uns wird es kein verpflichtendes Gendern geben. Wir werden das Gendern in Schulen und Verwaltungen sogar untersagen.“ (News4teachers berichtete.)

Dagegen wenden die Unterzeichner – darunter zwei Dutzend Wissenschaftler:innen und ein Dutzend Organisationen – ein: „Das geplante Verbot inklusiver Sprache widerspricht eindeutig den im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sowie den im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verbürgten Rechten. Spätestens seit dem Personenstandsgesetz (PstG) § 22 Abs. 3 aus dem Jahr 2018 ist auch juristisch ausdrücklich entschieden, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Deswegen betonen wir einerseits das Recht gemäß Art. 2 Abs. I GG und anderseits die Pflicht nach Art. 3 Abs. III GG, uns in allen gesellschaftlichen Bereichen geschlechtergerecht auszudrücken. Denn nur so ist Sprache in der Lage, der geschlechtlichen Vielfalt Rechnung zu tragen. Hierfür gibt es verschiedene sprachliche Lösungen, die sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen bereits erfolgreich durchgesetzt haben und von vielen Menschen geschätzt werden.“

Weiter heißt es: „Die deutsche Sprache war und ist lebendig. Sie ist ein Spiegelbild unserer sich verändernden demokratischen Gesellschaft, die inkludiert anstatt auszugrenzen. Ein Verbot ist ein Rückschritt und widerspricht unseren grundgesetzlich verankerten Prinzipien der Gleichbehandlung.“ News4teachers 

Genderverbot in Schulen: Die Union betreibt den Kulturkampf der AfD – und wertet sie damit auf

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Dil Uhlenspiegel
6 Monate zuvor

Oooh, jetzt will wieder keine/r mitspielen.

Köpfchen hoch, Krönchen richten, in hundert Jahr’n ist alles wieder gut.
Liebe Grüße von Herr oder Frau Uhlenspiegel.

Rainer Zufall
6 Monate zuvor

Was soll man machen. Wer des (nicht so) Freistaats überdrüssig ist, kann gerne nach BW kommen. Hier bekommen Menschen keine Sprachver- bzw. Gebote aufgedrückt 😀

Unfassbar
6 Monate zuvor

Schließt die Forderung der Gruppe den bewussten Verzicht auf das Gendern mit ein?

Walter Hasenbrot
6 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Lesen Sie den Artikel doch einfach. Dann ist Ihre Frage beantwortet.

Die Universitäten fordern das Recht, selbst entscheiden zu können. Die Entscheidung kann dann auch gegen den Genderstern fallen.

Muellerin
6 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Es ist aber lächerlich, so viele sprachliche Versionen zu haben wie es Universitäten gibt.

Hanna
6 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Sicherlich. Und die Unterstützung für dieses anliegen, Menschen und Institutionen gendern zu lassen oder eben nicht, findet anscheinend auch bei mehr als ein paar Dutzend Menschen Anklang.

Rainer Zufall
6 Monate zuvor
Antwortet  Hanna

Eben. Es geht um eine Minderheit. Die meisten Menschen in Deutschland gendern nicht.
Aber braucht es dafür extra Sprachverbote?

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

In Wahlkampfzeiten schon.

Metalman
6 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ja, wenn die Vorgesetzten in den Unis gendern; oder die Abteilungsleiter etc. Nicht jeder Student oder Untergebene wird dann unbeeinflusst bleiben.

Dementsprechend ist das mit der Wahl so eine Sache. Es ist schon so, dass manche Profs nur durchgegenderte Arbeiten annehmen. Wenn das aufhört, ist das eni erster Schritt. Wenn es aber eine „Wahl“ bleibt und der Professorin es macht und andeutet, wie gut sie das findet, welche Wahl hat dann der Student wirklich noch? Deshalb muss es verboten werden, zumindest in Seminararbeiten, offiziellen Mails, Behördensprech usw. Im Gesprochenenen ist es weniger dramatisch

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Wenn Sie sich die unterzeichnenden Organisationen anschauen, halte ich Ihre Antworten zwar für sachlogisch möglich, aber nicht im Sinne der Antragsteller.

Lisa
6 Monate zuvor

Die Bezeichnung „geschlechtergerecht“:ist framing bzw manipulativ, denn sie impliziert, dass gewöhnliches Deutsch irgendwo nicht gerecht ist. Besser wäre die Bezeichnung „geschlechterbetonend“

Rainer Zufall
6 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Bitte informieren Sie sich zu dem Thema, warum manchen Menschen das Gendern beführworten

Canishine
6 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bitte informieren Sie mich. Wenn von „gendergerechter Sprache“ gesprochen wird, dann gibt es auch genderungerechte Sprache. Wenn das manche Menschen gar nicht meinen, wenn sie das Gendern befürworten, dann wäre das für mich interessant. Und neben den „Manchen“, was meint die Mehrheit der Genderbefürworter?

Lisa
6 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich habe mich damit beschäftigt. Es geht im Grunde um den Konflikt “ Das Sein bestimmt das Bewusstsein“:oder “ Das Bewusstsein bestimmt das Sein“ und ich befürworte ersteres. Kein Mensch denkt bei “ Frau Doctor“ oder wie ich es in Österreich gehört habe “ Frau Doctorin“ noch an die Ehefrau eines Arztes, sondern an eine Ärztin. Damit wurde ein Begriff mit neuem Inhalt gefüllt. Die Gender – Befürworter gehen davon aus, dass es umgekehrt läuft. Es werden auch nur positive Sachverhalte gegendert, niemand spricht von Terrorist*innen oder Kriegsverbrecher*innen.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Hier die wahrscheinl. Gründe, „warum manchen Menschen das Gendern beführworten“ etc.: https://www.news4teachers.de/2023/07/neue-empfehlung-rat-fuer-deutsche-rechtschreibung-beraet-ueber-das-gendern/#comment-532261 (inkl. Folgebeiträge).

Habe ich etwas vergessen?
Und jetzt?
Inwiefern ist die Aussage von @Lisa damit widerlegt?

ali
6 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

die Aussage „kein verpflichtendes Gendern“ ist Humbug. Denn die dt. Sprache ist schon vergeschlechtlicht. Nur eben mit einem generischen Maskulinum.

Dejott
6 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Wieso sind Fakten Framing?

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Beim Thema Gender streitet man sich noch immer, ob das tatsächliche Fakten sind oder nur ausgedachter Humbug aus politischem Interesse. Für beides gibt es Argumente, die über Aluhüte hinaus gehen.

Canishine
6 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Und da wird es dann womöglich kompliziert, da man ja eigentlich eine Entwicklung unterstützen möchte, dass Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht beachtet und betrachtet werden.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Menschen sind nunmal unterschiedlich, da zählt das Geschlecht mit dazu. Und das ist gut so. Meine Frau ist meine Frau und die Mutter unserer Kinder und nicht etwa eine „gebärende Person“.

GEW- nee!
6 Monate zuvor

Was soll dieser polemische Mist? Bilden Sie sich fort, für welchen (juristischen)
Zusammenhang diese Begrifflichkeit benötigt wird- es geht um gleichgeschlechtliche Elternschaft bzw.die Rechtsstellung von Personen.
Aber Hauptsache, dumm dahergeredet!

SoBitter
6 Monate zuvor

Verbotspartei CSU

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  SoBitter

Geht es etwas differenzierter, oder wieder das übliche Pauschalbashing?

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Erstens begründet er seine Aussagen, auch wenn der Bildzeitungsstil mit Rücksicht auf die Leserschaft da sehr kürzt, zweitens würde ich hier jetzt nicht unbedingt die Bildzeitung als verlässliche Quelle nehmen und drittens sollte eine Redaktion doch etwas neutraler sein und nicht so überdeutlich ihre Tendenzen preisgeben mit Hang zur Belehrung.

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das gilt jedoch für so ziemlich jede Partei/den Obrigkeiten … Mit der Doppelmoral. Betrifft eben auch die Grünen. Ansonsten ist das halt Opposition vs Regierung. Auch nichts Neues … Statt dass mal alle an einem Strang ziehen, zieht man gegeneinander, je nachdem, auf welcher Seite des Taus man gerade ist.

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Kein Problem.
Witzig, Sie formulieren das ja schon so, dass es aufs äußerste eingegrenzt wird: „in unserem Themenfeld, der Bildung“ und „aktuell“ Doppelmoral.

Generell hat die Regierung laut Bertelsmann-Stiftung ganze 7 Ziele abgearbeitet im Bereich „Bildung und Forschung“. Liegt somit (deutlich) unter dem Durchschnitt der anderen Ziele.
Was ist auffallend verbessert worden, was die Grünen als Zielsetzung hatten?
– Inklusion? Die Debatte führen wir immer noch … Sinnvoll ja, machbar ohne geeignete Ressourcen nein – daher Problemfeld
– Digitalpakt 2.0? Gelder wohl nicht so wie erhofft da … Daher mal schauen, ob es den gibt und in welchem Umfang? Tablets und Digitalisierung als Standard … Seh ich nicht.
– Förderung von Migrations-/Flüchtlingskindern im Bildungsbereich? Ja, aber auch hier gibt es massivst Personalmangel und ist daher mit den Zielen nicht realistisch und wohl nicht zufriedenstellend als Lösung zu sehen.
– Mehr Geld an Schulen – Sanierungen, bessere Räume usw…. Öhm, ja. Gut. Sanierungsstau hält an.
– Multiprofessionelle Teams mit ErzieherInnen, Soz.Päds. usw. als gemeinsam ergänzende Teams? Ehm ja … Wo?
– Corona-Rettungsschirm für Kinder- und Jugendliche? Genau, die vielen neuen Sportvereine und der toll ausgebaute und gesicherte Ganztag. Kennen wir alle. Ist auch nie hier im Diskurs.
– Weiterbildungs-BAföG? Gibt es das inzwischen? Oder weiterhin das Aufstiegs-BAföG?
– Ebenfalls als Programmziel: „Wir wollen erreichen, dass bis 2025 Staat und Unternehmen insgesamt mindestens 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung investieren.“ Da schauen wir mal 2025, ob das erreicht wird?
Aber gut, dabei handelt es sich nicht um Doppelmoral. Es sind einfach (Traum-)Ziele, welche sehr gut klingen (und vielleicht auch gut gemeint sind), jedoch nur bedingt seitdem hinreichend gefördert wurden und werden.
Ist allerdings auch schwierig bei dem Thema Doppelmoral zu finden, wenn das Thema nur bedingt „von Interesse“ ist. Man verspricht etwas – es findet nicht genug Anwendung.

Mir geht es jedoch natürlich (und das wissen Sie denke ich) nicht nur um den aktuellen Themenbereich Bildung … Weiten wir das Feld aus, ergeben sich viele Kritikpunkte von Doppelmoral (zumindest auf jeweils einzelne grünen Abgeordnete oder Ehemalige):
– Wärmepumpe – Pateizentrale
– N-Wort
– Sponsorengelder
– Holocaust Relativierung (ehemaliges Mitglied, Oberbürgermeister …)
– NSU-Akten (gegen Veröffentlichung gewesen)
– Waffenlieferungen und Waffenlobby
– Umweltthema/Klima (Atomausstieg, Kohlekraftwerke, LNG aus Katar)
Ich nenne dazu keine Namen, sollte allerdings auch nicht nötig sein. Zum einen weiß man wohl die meisten Namen dazu, zum anderen kostet das 10 Sekunden auf Google, um mit den Stichpunkten die Hauptpolitiker dazu zu bekommen.

Mir geht es auch nicht darum irgendwie eine Partei gut oder schlecht darzustellen. Ich bin auch kein Fan der CSU – würde sie schon alleine wegen dem „Christlich“ nicht wählen. Sorry, finde ich eben nicht wissenschaftlich und humanistisch.
Dazu bin ich für einen säkularen Staat.

Klar geht es um Opposition vs Regierung. Wenngleich beide beides in dem Fall sind. Genau das ist doch mitunter der Kernpunkt einer solchen politischen Auseinandersetzung und der gegenseitigen verbalen „auf die Fresse hauen“ mit Unterstellungen, welche oft sehr ausgeweitet werden und nur bedingt bestand haben. Aber eben erstmal stehen und somit poltische Gewichtung haben. Populismus eben.
Und ja, natürlich kann (und soll) man Herrn Söder dafür kritisieren – wenn man es anders sieht. Das ist legitim. Nichtsdestotrotz ist es Meinungsfang und dadurch Stimmenfang. Von beiden Seiten aus.

Ich bin weder für ein Verbot, noch für ein Gebot zum Gendern. Einfach neutral behandeln und jede/-n so machen lassen, wie er/sie es für sinnvoll und vernünftig hält. Solange man niemanden direkt und mit Absicht diskriminiert bzw. diskriminieren will … Muss man vielleicht doch damit leben, dass Meinungen auch auseinander gehen (können). In der Schule kann und sollte man es meiner Meinung nach behandeln als Thema. Wie das „Sie’zen“ als Höflichkeitsform. Und dabei kann man es auch belassen. Wie man es im (Schul-)Alltag daraufhin verwendet, sollte jedem LuL und SuS freigestellt werden. Das ergibt sich dann schon. Oder eben nicht. Kommt, wie es die Mehrheit (und jede/-r einzeln) will.

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Kinderargument. „Weil es andere machen, mach ich das auch.“
Kennt man von trotzigen Kindern.

Ansonsten Scheinargument und/oder Strohmann.
Das Eine hat mit dem Anderen doch nichts zu tun. Nur weil Herr Söder im Diskurs vielleicht nicht so interessiert ist, muss man es im Bildungsforum doch nicht auch so machen?

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor

Den Studenten schreiben einige Unis das Gendern jedoch unter Androhung von Notenabzug vor. Wo ist deren Freiheit, am gängigen Sprachduktus festzuhalten?

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Tante Google kennt sie. Ob das eine echte Pflicht seitens der Universitäten selbst oder wirklich ausschließlich von einigen Dozenten ausgeht, ist die Frage. Die betroffenen Studenten haben so oder so Probleme, wenn sie vom Gendern nicht überzeugt sind oder das gar kritisieren.

Gender-Pflicht an deutschen Hochschulen: Wacklige Rechtsgrundlage (faz.net)

Martina
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich zwar auch nicht, aber es gibt durchaus Professoren und Professorinnen, die genderinfiziert sind und dementsprechende Vorschriften erteilen. Von ihnen habe ich auch schon gehört und gelesen.
So macht ein Genderverbot an Unis durchaus Sinn.

ed840
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das amag schon so sein. Für die von Punktabzügen oder Abwertung Betroffenen ist es aber relativ egal ob es nun wirklich die Unileitungen sind oder nur einzelne Fachbereiche / Lehrpersonen es vorschreiben. Beispiele gibt es ja genug und Pressemeldungen darüber sind auch nicht schwer zu finden.

ed840
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn Sie das so sehen. Nur scheint man an den betroffenen Unis anderer Meinung zu sein, siehr z.B. Uni Kassel:

https://www.uni-kassel.de/uni/files/Aktuelles/2021/12/Gutachten_Sachs_mit_erga%CC%88nzendem_Hinweis_PDF.pdf

oder hier

https://theologie.uni-greifswald.de/storages/uni-greifswald/fakultaet/theologie/ls-kg/Handreichung.pdf

Hier wird das generische Maskulin selbst dann nicht als korrekt gewertet, wenn durch Vorwort oder Fußnoten klargestellt wird, dass damit alle Geschlechter eingeschlossen sind.

Seminararbeiten etc. sind ja nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, da sollte es m.M. schon reichen , wenn klargemacht wird, dass in Übereinstimmung mit den Regeln der deutschen Rechtschreibung formuliert werden soll und keine Geschlechter ausgeschlossen sind.

Muellerin
6 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Der Link aus Greifswald zeigt doch eindeutig, dass hier durch administrative Maßnahmen eingegriffen wird und es eben NICHT jedem einzelnen überlassen bleiben soll, welche Formulierungen gewählt werden. Man muss jetzt nur noch ein paar Jahrzehnte weiter denken. Es droht eher ein sprachliches Korsett FÜR das Gendern als ein Verbot dagegen.
Offen bleibt, warum ALLE Texte immer ALLE Geschlechter mit einbeziehen sollen. Die Kultusministerkonferenz heißt immer noch so, ungeachtet der diversen Geschlechter der Leitungspersonen in den Kultusministerien.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe Ihnen bei einer anderen Diskussion zum Thema „Gendern“ einen Artikel der FAZ gepostet, die über das Phänomen berichtet hat. Aber ich tu es gerne erneut:

https://m.faz.net/aktuell/rhein-main/gendern-an-der-uni-punktabzug-fuer-das-generische-maskulinum-17768764.html

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/fu-freie-universitaet-berlin-studentenparlament-setzt-gender-pflicht-durch-li.315374#

Eine kurze Googlesuche liefert Ihnen weitere Beispiele.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wir können natürlich ein paar Haare spalten und das Gendergebot auf einzelne Dozenten an bestimmten Unis herunterbrechen, nur der Kern bleibt derselbe. Wer gegen ein Genderverbot ist, muss ehrlicherweise auch gegen ein Gendergebot sein. Und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Studenten bereits Nachteile erfahren mussten, wenn sie nicht gegendert haben und nicht der Ideologie ihres Dozenten gefolgt sind.

Metalman
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das kommt an Unis schon relativ regelmäßig vor. Mir sind persönlich auch Fälle bekannt. Ist das fair oder hat man wirklich eine Wahl?

Vielleicht wäre es gar kein so populistisches Thema geworden, wenn eine Minderheit es nicht der Mehrheit vorgeschrieben hätte (oft dieselben, die jetzt sagen, kann doch jeder machen wie er will).

Dabei haben sich diese Protagonisten einen Bärendienst erwiesen und so ziemlich die gleichen Strukturen (Machtgefälle etc.) ausgenutzt, die sie ja kritisieren wollen.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Doch. Herr Söder gibt die schon immer geltenden Regeln als gegeben vor und Studenten, die nicht der Genderideologie ihres Dozenten folgen (wollen) sind nun vor Notenabzug geschützt – ganz ohne Beschwerde einlegen zu müssen.

Privat kann ja jeder so viel gendern wie er mag. Für staatliche Einrichtungen gibt es nun eine klare Linie. Gut so, da sie zudem dem Mehrheitswillen entspricht (Umfragen bitte selbst googlen, es gibt genug).

Metalman
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Verbot Söders wird sich wohl kaum auf die „gendernden Studierenden“ beziehen, sondern dass aus einem Machtgefälle (Prof-Student) kein Druck erzeugt werden kann..

Man gängelt dann die Unis, weil sie gängeln. Wenn alles freiwillig und spielerisch gewesen wäre, die Sache wäre nicht so hochgekocht.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, was denn nun, liebe Redaktion?
Auf der einen Seite sagen Sie, dass nur einzelne Dozenten das Gendern durchziehen und befürworten, auf der anderen Seite behaupten Sie, die Mehrheit an den Universitäten befürworte das Gendern. Haben Sie entsprechende Belege?

Mich erschreckt, wie unkritisch Sie Notenabzüge sehen, wenn sich Studenten in ihren Arbeiten gegen das Gendern entscheiden (bzw. in einer Fußnote klarmachen, wenn man sich aufgrund der Lesbarkeit für das generische Maskulinum entschieden hat). Offensichtlich halten Sie das für legitim.

potschemutschka
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie ist eigentlich der Rechtsweg, falls ein Student gegen die Vorgaben eines Dozenten vorgehen möchte? Gibt es da so etwas wie einen offiziellen Dienstweg, wie an Schulen, der eingehalten werden muss?

potschemutschka
6 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Eine Antwort auf diese Frage würde mich wirklich interessieren, da ich in meinen letzten Dienstjahren da so ein paar Erfahrungen mit dem „offiziellen Dienstweg“ sammeln konnte, die nicht ganz unwesentlich zu meiner Entscheidung beigetragen haben, meinen Ruhestand vorzuziehen.

potschemutschka
6 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Schade, dass niemand meine Frage beantworten kann. Meines Wissens ist es nämlich so, wenn ein Student mit der Benotung durch den Dozenten nicht einverstanden ist, kann er sich an die Hochschule wenden, die das dann überprüft. Falls das wirklich so ist, dann hat der Student ja viel Aussicht auf Erfolg, wenn die Hochschule einen Genderleitfaden hat und der Student Notenabzug erhielt, wegen Nicht-Genderns. (Ironie)

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Diese invincible ignorance (https://en.wikipedia.org/wiki/Invincible_ignorance_fallacy) bzw. dieses Argument ad ignoratiam (https://en.wikipedia.org/wiki/Argument_from_ignorance) ist extrem provokant, ignoriert es ja u.a. eine Variante des chilling Effekts (https://en.wikipedia.org/wiki/Chilling_effect), der insb. dort, wo (zumindest un)mittelbar ein faktischer Zwang bestehen mag, also vornehmlich bspw. an Lehrstühlen der Institute der philosophischen Fakultäten, wo eine überschaubare Anzahl an Studenten einer überschaubaren Anzahl an Lehrbeauftragten gegenübersteht und dort de facto regelmäßig keine wirkliche Wahlfreiheit hat, entsprechende Lehrbeauftragte und eine Bewertungssituation durch diese (z.B. auch nach erfolgtem Widerspruch o.ä.) zu meiden, wo zudem die Hürden entgegrenwirkender Maßnahmen für die Betroffenen selbst nicht derart salopp zu relativieren, ja ignorieren sind. Der Zensor kann dank des chilling effect auch immer wohlfeil behaupten, es gäbe ekine Zensur, weil der potenziell Zensierte längt die Selbstzensur internalisiert hat, um der Fremdzensur zu entgehen. Praktisch. Alleine bereits deshalb ist zumindest ein Verbot des wie auch immer gearteten Gebots zum Gendern geboten.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wieso „Geheimzensur“ und „Weltverschwörung“… vielleicht nochmal lesen, was ich geschrieben habe, bevor man (wieder einmal) einen Strohmann konstruiert? Fakt ist, dass auch Sie mittlerweile mit einer Vielzahl an Beispielen (z.T. direkt Betroffener) für un-/mittelbaren Zwang zum Gendern an Hochschulen konfrontiert wurden und derartige Beispiele des (zumindest) eklatanten Zwangs problemlos recherchierbar sind (GIYF). Von einem unbekannten Problem kann nicht die Rede sein. Und die Ihrerseits demonstrierten Versuche, (a) derartige Zwänge wahlweise als Einzelfälle zu relativieren, obwohl offenbar im Hellfeld(!) eine gewisse Anzahl an Lehrpersonen und z.T. an kompletten Instituten etc. ja Dgl. forciert, folglich eine Vielzahl an Studenten betroffen ist, (b) entsprechende Zwänge zu bagatellisieren, weil es sich bei den Vorgaben zum Gendern bspw. lediglich um Leitfäden o.ä. (statt Prfügungsordnungen etc.) handele, als generierten diese nie einen faktischen Zwang und kämen diese ausschl. isoliert von anderen Zwangmechanismen daher, dabei das gesamte Feld z.B. auch mdl. (un-/mittelbar) artikulierter Verbindlichkeiten (die Ihnen auch geschildert wurden) ignorierend, u./o. (c) zu glauben, dass Dgl. „mit schlichten Widersprüchen erledigt sein“ dürfte, obwohl (wie ich skizzierte) die Hürden (und potenziellen Kosten) regelmäßig wesentlich höher sein dürften, (d) wenn Dgl. nicht insg. ignoriert u./o. salopp negiert wird, ebenso wahrscheinl. chilling effects u.ä., um entsprechende Erfahrungsberichte etc. und das geschilderte Problem nicht lediglich zu relativieren, sondern Betroffene, despektierlich ggü. aufzutreten, sie zu ridikulisieren („Insofern hält sich unser Mitleid bisher in Grenzen.“), ist – bestenfalls – simple Provokation. Was ist aus dem „Opfern glauben“-Kredo (nicht meines) geworden?

Und zwar ganz unabhängig davon, dass der Anlass von M. Söders Aktionismus natürlich unangemessen ist, dass hier natürlich vornehmlich die gerade aktuellste Sau, die durch das Dorf getrieben wird (also die berichterstattung über die PISA-Ergebnisse), von ihm populistisch ausgeschlachtet wird. Natürlich ist das auch(!) Symbolpolitik. Aber das macht das Phänomen, das hier legislativ angegangen werden soll, nicht bereits zur Fiktion, zur „Weltverschwörung“ o.ä. Und auch wenn es nur eine vermeintl. überschaubare Anzahl an Fällen betrifft, unterminiert dies dann das Regelungsbedürfnis (Spoiler: Das FüPoG II bspw. betrifft max. auch knapp über 100 Frauen hierzulande… so what?)? Ist ja nicht so, dass hier erheblich Ressourcen o.ä. gebunden würden.

Oder kurz:
Warum reicht Ihnen nicht ein „Wir sähen Notenabzüge kritisch.“ ohne weitere Seitenhiebe, Devalvierungen u.ä.?
Warum weiteres Öl ins Feuer gießen? Darum geht es mir eigtl., die Frage nach dem Konfrontationskurs.

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Öhm?
LMU-München – Lisa K. (Bewertungsbogen mit Punktabzug für Nicht-Gendern)
https://www.deutschlandfunkkultur.de/geschlechtergerechte-sprache-gibt-es-eine-genderpflicht-an-100.html

JLU
https://www.giessener-anzeiger.de/stadt-giessen/sternchen-des-anstosses-an-jlu-91339445.html

Uni Göttingen (Fachbereich Sport)
https://www.nzz.ch/international/warum-unis-studenten-nicht-zum-gendern-zwingen-duerfen-ld.1692319

Uni Kassel (auch wenn ich es hier für vertretbar halte, da in Zusammenhang mit der besuchten Vorlesung durchaus für mich nachvollziehbar … So lange es eindeutig definiert und klar für alle im Vornherein ist)
https://www.hna.de/kassel/nach-kritik-uni-veroeffentlicht-gender-gutachten-91191788.html

Ansonsten gab auch die Uni Bremen durchaus Anlass zur Diskussion (in anderen Medien/“Foren“), ob das so sinnvoll und zielführend ist. Dazu, ob das jetzt DozentInnensache ist oder nicht. Alao: Wer beurteilt das und woher weiß man das?
[Hier stellvertretend zu nennen zu vielen weiteren Unis mit Leitfaden natürlich – dazu FU-Berlin als Vergleich]
https://www.uni-bremen.de/chancengleichheit/geschlechtergerechte-sprache
https://www.fu-berlin.de/sites/diversity/antidiskriminierung/sprache/gender/gendern-in-hausarbeiten-pruefungen.html
[Als Beispiel einer Diskussion: https://www.gutefrage.net/frage/findet-ihr-den-genderzwang-an-deutschen-unis-sinnvoll%5D

Ist jetzt nicht wirklich so, dass es gar keine Fälle gäbe. Wäre auch komisch. Viele akzeptieren dann auch (gerne/notgedrungen) mal den Punktabzug oder sehen die Prüfungen gar nicht erst ein (wahrscheinlich auch nicht gerade selten der Fall, wenn ich mich an meine Studienzeit erinnere) … Ist halt wie überall: Grauzonen sind da.

Und ja, es geben die Unis natürlich nicht direkt vor. Das wäre auch rechtlich nicht so clever momentan. Allerdings gibt es eben diesen Weg der Eingrenzung und schwammigen Begründung/Rechtfertigung/Stellungnahmen. Dazu die Freiheit der DozentInnen … sorgt anscheinend nicht sooo selten für Unsicherheit und Unwohlsein in den letzten Jahren.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Die Beispiele, die aufzeigen, dass gendersensible Sprache nicht geht, hier aufzuzählen, würde komplett den Rahmen sprengen. Von daher ist es zweckfrei hier irgendwelche Einzelbeispiele zu verlinken.
Übel ist, dass über umgekehrte Fälle nirgends berichtet wird und man deshalb nichts verlinken kann.
Sollten wir mal bei der Bild anfragen, wie die das handhaben würden? Oder würden die nicht einmal darauf antworten, weil es ja logisch ist, dass dort keine Sonderzeichen-Formen veröffentlich werden?
Und wenn Professor Mathe-ich-bin-schlau um gekehrt jemandem eine schlechte Note für den Gebrauch solcher Formen gibt, was dann? Lesen wir darüber auch in der FAZ?

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie vergleichen leider Äpfel mit Birnen:
Ob jmd. privat oder die Entscheider in Unternehmen der freien Wirtschaft z.B. „Sonderzeichen-Formen“ o.ä. nutzen resp. diese Nutzung innerhalb ihres Weisungsbereichs verbindlich machen, ist nicht mit dem Verhalten von Akteuren vergleichbar, die un-/mittelbar in Verantwortung der öffentlichen Hand, also des Staates (inkl. öffentlich-rechtlicher Akteure u.ä.) sind (z.B. Hochschulen, Schulen, Behörden etc.). Letzteren obliegen besondere Verantwortungen und Schranken (z.B. auch der Verständlichkeit, aber z.T. auch der weltanschaulichen Neutralität).
Wenn die BILD ihren Redakteuren verbietet, „Sonderzeichen-Formen“ zu nutzen, ist das ein komplett anderer Sachverhalt, als wenn ein Lehrbeauftragter seinen Studenten gebieten sollte, „Sonderzeichen-Formen“ zu nutzen. Mithin: Über das entsprechende Verhalten von Privatunternehmen u.ä. echauffiert sich hier ja keiner, da wechselt man dann, wenn es einen derart stört, ggf. de Marke, das Medium etc., warum sollte man also darüber überhaupt großartig berichten?

„Und wenn Professor Mathe-ich-bin-schlau um gekehrt jemandem eine schlechte Note für den Gebrauch solcher Formen gibt, was dann?“
Dem Tenor der Diskussion folgend könnte ich jetzt einfach schreiben, dass es sowas nicht gäbe, weil es dafür keine Belege gibt. Somit wird dieses Unsinnsargument zum Boomerang, den ich einfahc mal so fliegen lassen will…

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Ich treffe jeden Tag vom Gendern traumatisierte Menschen, überall. Das Schlimmste ist, Sie geben es aber nicht zu, weil sie Angst haben. Man merkt es ihnen aber an. Es ist ganz furchtbar. Menschen gehen nicht mehr außer Haus, um nicht in die Lage zu geraten, gendern zu müssen und sich dafür zu rechtfertigen, dass sie es nicht tun.
Schluss damit! Söder hat recht! Hört endlich auf, all diese Menschen zu terrorisieren. Es kann doch nicht sein, dass ihr einfach gendert und damit so einen fiesen Druck ausübt! Das ist ja viel, viel schlimmer, als wenn ihr tatsächlich ein Gendergebot fordern würdet. Wisst ihr nicht, was ihr damit eigentlich anrichtet?
Wann kommt endlich das Genderverbot? Verbote sind immer besser als diese perfide Art, Menschen unter Druck zu setzen, indem man einfach selbst etwas tut. Das ist genauso beim Nicht-Autofahren, Plastik-Vermeidung usw.
Sich Mühe geben ist out, denn es macht anderen ein schlechtes Gewissen. Merkt euch das endlich!

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Man beschwert sich über Ignoranz, Relativierungen, Negierungen und insb. Ddespektierlichkeiten, Ridikülisierungen und andere Devslvierungsversuche… und Sie kommen daher und reagieren mit einem eben solchen Verhalten, das zudem ein gewaltiger Strohmann ist. Als ginge es im Entferntesten darum, dass irgendwer aus vermeintl. edlen Motiven gendert, dies so mple Vorbild-/Ausstrahlungswirkung hätte und man versuchte Dgl. legislativ zu unterbinden und nicht etwa um pwrfide Druckmechanismen (https://www.news4teachers.de/2023/07/kulturkampf-kultusminister-noetigt-schulen-genderverbot-bei-partnern-durchzusetzen/#comment-532001) und konkret um Sanktionen an Hochschulen ggü. denjenigen, die nicht gendern.

Großes Kino. Danke für das praktische Beispiel und die Bestätigung. Kann man sich nicht ausdrnken.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Handy -> (mehr) Tippfehler… sollte aber noch verständlich sein.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Ach, seien Sie doch nicht so beleidigt.
Ich habe kein Problem damit, wenn andere nicht gendern. Aber Sie und viele andere hier steigern sich da echt in was rein.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Inwiefern steigere ich mich in etwas rein? Sie sollten inzwischen wissen, dass ich bei allen Themen so (viel) schreibe. Lassen Sie meine Texte beim Lesen (mit welcher Stimme auch immer) einmal gaaanz ruhig, unaufgeregt intonieren. Und es geht nicht darum, ob ich ein Problem damit habe, wenn andere privat u./o. generell in Eigenverantwortung gendern, ich habe ein Problem mit den skizzierten Druckmechanismen und damit, wie entsprechende Diskurse verunmöglucht werden… und das sollten Sie auch haben, egal ob sie persönlich für oder gg. das Gendern sind.

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sehr lustig, wenn auch nicht wirklich hilfreich in einer derart emotional aufgeladenen Diskussion, in welcher die „gelassenheitsfreien“ Anhänger und Anhängerinnen beider Seiten und Seitinnen (haha) im Luftraum über Absurdistan unterwegs sind.
Persönlich regt mich ja weder die Nutzung noch die Nichtnutzung des Sternchens auf. Ich lehne aber Verbote und Benotungen in beide Richtungen ab.
Richtig ärgerlich finde ich jedoch, dass dieser bayrische Weihnachtspulli ein Stöckchen hinhält und die einen springen drüber und die anderen spielen intellektuell Limbo … und Söder in die Hände.

Verglichen mit seinem Gegenstück im östlichen D, ist Söder der gefährlichere Zündler, weil viele Wähler ihn zwar als fremdschamauslösenden Unsympathen sehen, ihm aber eine bürgerlich-konservative Grundhaltung zusprechen und seine Hetzereien akzeptieren, solange sie nur die „richtigen“ Gruppen treffen.
Der Mann ist kein Bürgerlicher, sondern ein Populist.
Und er ist auch nicht konservativ, sondern disruptiv.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

Bin bei Ihnen.
Ich konnte aber nicht anders als so auf PaPos Ergüsse zu reagieren.
Irgendwann reicht es wirklich mit diesem Reinsteigern.
Soll er doch einfach nicht gendern und alles ist gut.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie verstehen das Problem offensichtlich (immer noch) nicht:, wahrscheinl. auch, weil eine Attitüde wie die Ihrige ja Teil des Problems ist: Erst wird das Problem ignoriert, dann negiert, dann jede Evidenz, die nicht mehr ignorier-, nicht mehr negierbar ist, relativiert („Reinsteigern“), zudem immer despektierlich, ridikülisierend, devalvierend („Ergüsse““), auch ggü. konkret Betroffenen… und regelmäßig inhaltlich an dem vorbei, was eigtl. geschildert, was erläutert wird, um sich inhaltlich mit nichts auseinandersetzen und erst recht nicht die eigene Position argumentativ(!) vertreten zu müssen. Maximale Provokation.

Da passt dann auch Ihr letzter Satz: „Soll er doch einfach nicht gendern und alles ist gut.“ Als ob es darum ginge. Soviel zur Ignoranz. Das ist dann auch der Satz, den Sie dem Studenten an den Kopf schmeissen, dessen Prüfungsleistung evtl. abgewertet wird, wenn er dem un-/mittelbaren Zwang seines Dozenten nicht folgt, zu gendern? Oder demjenigen, der alkeine(!) deshalb, weil er nicht hendert, öffentlich in die rechte Ecke gestellt wird? Oder… etc.
Aber wenn man die Vorzeichen ändert und denjenigen, die sich über ein Verbot des Genderns echauffieren, einfach entgegenriefe „Sollen sie doch einfach nicht gendern und alles ist gut‘., ja dann wäre dlasl lLklagenbgroß. Dippelmoral ist was schönes… nicht.

Darf man etwas Reflexion, ein Mindestmaß an Argumentationsniveau verlangen?

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Beim Gendern geht es allerdings um alles mögliche, aber kaum um die Rechtschreibung als solche.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nätürlich können Sie sich mich wie einen Choleriker imaginieren, der im „Furor“ – die Zornesröte im Gesicht – das, was er hier schreibt, dem Ggü. im Angesicht auch entgegenbrüllen würde oder nasal intonierend den Oberlehrer mimt. Auch mir ertönen die entsprechenden Texte der ü.V. (ausgehend von deren Inhalten) im Gedanken in der (u.a. despektierlichen) Art und Weise, wie sich bspw. eine Shurjoka oder ein DeKarldent artikulieren. Dürfte aber in beiden Fällen falsch der n (resp. ist es im Ersteren definitiv). Und selbst wenn ich arrogant und im „Furor“ wäre – so what?

Insofern Sie hier elaboriertere (retourkutschieremde) Kritik (abermals) nicht freischalten:
Den (projektiven) Vorwurf der Arroganz dürfen Sie gerne behalten. Und selbst wenn ich arrogant wäre, müsste ich es mir nicht leisten können, um mir daraus evtl. einen Vorwurf machen zu können (der an der Korrektheit meiner Inhalte aber nichts änderte) und bliebe Ihre Erwiderung ein simples ad hominem-Pseudoargument gg. mich, statt einer sachlichen, argumentorientiert-inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Ggü. – also exakt die Attitüde, die ich hier eingangs (als Provokation) problematisierte. Merken Sie das nicht? Welchen Mehrwert soll der Arroganzvorwurf denn bitte haben?

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das ist bizarr. Sie werden hier hier sachlich kritisiert, dass Sie selbst leider Diskussionen oftmals verunmöglichen, weil Sie sich leider auch öfter einseitig despektierlich verhalten (s. mein Ausgangsbeitrag und die Kritik, dass Sie sämtliche negative Erfahrungen mit und Belege für Zwänge ignorieren, negieren u./o. relativieren und sich bedauerlicherweise nicht inhaltlich mit dem auseinandersetzen, was tatsächlich geschrieben wurde), reagieren i.d.S. dann darauf ernsthaft mit Ihrem ad hominem-Vorwurf mir ggü., und wollen einen solchen Vorwurf als „Ermahnung“ verstanden wissn?! Das war ein unverblümter Hinweis, dass Sie sich leider manchmal wie die Axt im Wald aufführen… ja, Ihr Wald, aber trotzdem. Ich bedauere das wirklich sehr, sonst würde ich gar nicht uier schreiben.

Und was soll wieder diese Phrase mit der „Selbstbeweihräucherung“ – wollen Sie in Abrede stellen, dass es „erkennbar darauf abziel[t], einen inhaltlichen Beitrag zur Diskussion […] zu leisten“, wenn man sich dafür einsetzt, mal bitte eine sachliche Debatte zu führen, ohne dieses Ignorieren, Negieren, Relativieren und ohne die ganzen roten Herringe, die Abwertung des Ggü.? Als ob derartige Kritik hier nicht gon unterschiedlichsten Seiten artikuliert würde.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ernstgemeinte Antwort:
Wenn ich mich als Lehrer meinen Schülern ggü. entsprechend fehlverhalte, mich meine Schüler auf dieses Fehlverhalten hinweisen, ich es aber nicht lediglich wiederhole, sondern die Schüler auch noch (weil ich ertappt wurde) ermahne, ja dann verspiele ich meine Integrität und beschädige das Leher-Schüler-Verhältnis wohl massiv. Und wenn ich dann meinen Schülern wieder(!) ad hominem („Wortschwall“) begegne, ohne eine Provokation darin zu erkennen, und erfinde, dass sie mich beleidigt hätten (ernsthaft: Wo habe ich Sie beleidigt? Sie haben hier den klassischsten ad hominem-Vorwurf, den der Arroganz, artikuliert), dann ist diese Beschädigung auch entsprechend tiefgreifend, insb., wenn dieser Disput vor der gesamten Schulgemeinschaft stattfände. Und btw: Es ist auch recht despektierlich hier anzunehmen, wir wären hier irgendwie in einer Lehrer-Schüler-Konstellation und Sie hätten hier die Lehrerposition inne.

potschemutschka
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Anfang der 70er Jahre hatten wir einen Lehrer (kurz vor seiner Rente), der störende Schüler in die Ecke stellte, Gesicht zur Wand. Eines Tages startete eine 8. Klasse einen Wettbewerb (heute wäre das eine tic-toc-challenge). Am Ende der Stunde stand mehr als die Hälfte der Klasse an den Wänden. Der Lehrer wurde in der Schule nicht mehr gesehen. Kinder können grausam sein, wenn ein Lehrer seine Autorität verspielt hat.
Mir stellt sich aber hier in der Diskussion die Frage: Wer ist in der Lehrer-Rolle, wer die Schüler?

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Wer wird wo in die rechte Ecke gestellt, wenn nicht gegendert wird?
In meiner Welt nicht.
Nur weil ein paar ganz Übereifrige irgendwo (Wo eigentlich genau?) überzogene Vorwürfe erheben, gibt es noch lange kein echtes Problem.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wie viele Beispiele hätten Sie denn bitte, auch hier bei N4T alleine? Brauchen Sie konkrete Zitate, Links etc.? Ich glaube aber nicht, dass die Redaktion solch einen Fingerzeig (dann auch konkret gen Kommentatoren hier) toleriert. Ernsthaft, ein oberflächlicher Abstecher in die Twitter-/X-Hölle dürfte Sie mit Beispielen en masse zumüllen Das Phänomen dürfen Sie im Gros der öffentlichen ‚Debatten‘ zum Thema, des sozio- und kultur-polit. ‚Diskurses‘, der ohnehin derart (ideologisch, infolge fehlender Bildung, Reflexionsdefiziten u.ä.) kontaminiert ist, dass immer weniger Dialog, aber immer mehr Freund-Feind-Zuschreibung (mitsamt dem auch hier meinerseits kritisierten Onstrumentarium der logischen Fehlschlüsse) stattfindet (auf allen ‚Seiten‘). Mithin zählt hauch hinzu, Kritik am Gendern jedweder Couleur zum exkl. „Kulturkampf“-Thema von Rechtsaußen und jede Kritik entsprechend irgendwie als Solidarisierung, Munitioniering, Steigbügelhaltung o.ä. für Rechtsaußen zu verklären, als hätte sich jeder Kritiker irgendwie einlullen lassen, würde irgendwelche AfD-Phrasen per copy & paste rezitieren o.ä. (eben die erwähnte Freund-Feind-Markierung).

Bei aller Negation finde ich es dann doch beruhigend, fass auch Sie einsehen, dass Derartiges absolute fringe-Positionen sind oder besser sein sollten. Das echte Problem haben wir aber schon, weil entsprechende Diskurse, und ich nehme auch diesen Thread zum Beispiel, oftmals kaum mehr möglich sind. Es vergeht auch hier quasi keine einzige Diskussion zu sozio- und kultur-polit. Themen, ohne mit einer Vielzahl an Strohmännern, ad hominem- Attacken, moving the goalposts-Versuchen, non nsequitur-/slipperycslope-Fehlschlüssen, Ignoranzargumenten (inkl. sealioning etc.), Brunnenvergiftungen u.ä. konfrontiert zu werden Das ist es, was ich bedauere und das ist es, was ich hier eingangs aich kritisiert habe. Und gerade für einen Ort, an dem sich vornehmlich Lehrer austauschen, ist das nochmals besonders erschreckend.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Ach bitte, in der echten Welt da draußen (Und die ist nicht hier, da wir innerhalb einer recht geschlossenen Blase diskutieren) ist das kein echtes Thema.
Herr Söder und Co versuchen es zu einem zu machen, indem sie es immer wieder auf ihre Agenda setzen und es über X, Insta usw. rausposaunen.
Und Sie gehen diesen Leuten auch noch komplett auf den Leim. Schade!

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

PaPo:
„Mithin zählt hauch hinzu, Kritik am Gendern jedweder Couleur zum exkl. ‚Kulturkampf‘-Thema von Rechtsaußen und jede Kritik entsprechend irgendwie als Solidarisierung, Munitioniering, Steigbügelhaltung o.ä. für Rechtsaußen zu verklären, als hätte sich jeder Kritiker irgendwie einlullen lassen, würde irgendwelche AfD-Phrasen per copy & paste rezitieren o.ä. (eben die erwähnte Freund-Feind-Markierung).“

vs.

DerechteNorden:
„Herr Söder und Co versuchen es zu einem zu machen, indem sie es immer wieder auf ihre Agenda setzen und es über X, Insta usw. rausposaunen.
Und Sie gehen diesen Leuten auch noch komplett auf den Leim. Schade!“

Und Ihnen ist nicht aufgefallen, (a) dass ich die Thematik im Wesentlichen(!) differenzierter, elaborierter und auch inhaltlich-argumentativ im Gros komplett anders und auch Anderes(!) problemaitisiere, denn ein „Herr Söder und Co“, (b) dass ich all dies auch unabhängig von irgendeiner aktuelle(re)n Agenda eines „Herr Söder und Co“ mache, und (c) dass ich (auch) hier ja zudem schrieb, „dass der Anlass von M. Söders Aktionismus natürlich unangemessen ist, dass hier natürlich vornehmlich die gerade aktuellste Sau, die durch das Dorf getrieben wird (also die [B]erichterstattung über die PISA-Ergebnisse), von ihm populistisch ausgeschlachtet wird“, dass das „[n]atürlich […] auch(!) Symbolpolitik“ ist etc.?.

Und trotzdem schreiben Sie davon, dass ich diesen Leuten „auch noch komplett auf den Leim“ gehen würde, als rezitierte ich hier unkritisch-affirmativ irgendwelche (rechten) talking points, copy & paste-Satz-/Textbausteine u.ä., als hätte ich Dgl. hier nicht immer wieder (auch in Diskussionen, an denen wir beide beteiligt waren) kritisiert.
Und ich kritisierte auch bereits Kontaktschuldargumente, die lediglich rote Herringe (https://en.wikipedia.org/wiki/Red_herring) sind.

Ist Ihnen ein Philipp Hübl (u.a.) an der Universität der Künste Berlin auch einer, der „Herr Söder und Co“ auf den Leim gegangen ist? Schauen Sie einmal (wenn Sie die Zeit haben): https://www.youtube.com/watch?v=yvMGFeQ1gsI – derart ist meine Kritik, war sie auch schon (nachweisbar) lange bevor ein Philipp Hübl diese Vorlesung hielt, war sie auch schon, laaange bevor sich ein „Herr Söder und Co“ überhaupt das allererste Mal irgendwie zu der Thematik geäußert hätten.Und Sie glauben nicht, dass man zu ähnlicher Kritik kommen, wenn man sich mit der Thematik nüchtern auseinandersetzt (ernsthaft: Ich glaube – auch wenn mir dies wieder als Arroganz ausgelegt werden wird – dass ich z.B. hier der einzige bin, der den einschlägigen Forschungskorpus wirklich selsbt gelesen hat… ja, ich mache sowas, ich lese mich in die wissenschaftl. Literatur zu einem Thema ein, wenn es mich interessiert).

In aller Freundlichkeit: Das ist doch exakt dies, wovor ich in meinem Ausgangsbeitrag hier und im obigen Erstzitat gewarnt habe – eine weitere Methode, sich inhaltlich mit Kritik nicht auseinanderzusetzen. Das ist Schade.
Sie plädieren selbst hier regelmäßig hier und dort für ein Mehr an Differenzierung. Also bitte differenzieren Sie auch selbst und Packen nicht jede Kritik am Gendern in einen Sack mit entsprechendem Label.

Und zu „echten Welt da draußen“ – Sie verkennen den Einfluss auf uns alle, die die sozialen Medien und die Art, wie dort ‚Diskurse‘ geführt werden, auf uns alle haben, ob wir daran aktiv teilnehmen oder nicht (ganz ungeachtet dessen, dass hier auch entsprechende Probleme in der „echten Welt da draußen“ explizit miterwähnt wurden)..

Bücherleser
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

EINE (von mehreren) Theorie zur Sprachentwicklung beim Homo sapiens: „…, dass sich unsere Sprache entwickelte, um Informationen über die Umwelt auszutauschen. Doch nach dieser Theorie ging es den Menschen nicht darum, sich über Löwen und Büffel zu unterhalten, sondern über ihre Artgenossen. Mit anderen Worten dient unsere Sprache vor allem der Verbreitung von Klatsch und Tratsch. Der Homo sapiens ist ein Herdentier, und die Kooperation in der Gruppe ist entscheidend für das Überleben und die Fortpflanzung. Dazu reicht es nicht aus, zu wissen, wo sich Löwe und Büffel aufhalten. es ist viel wichtiger zu wissen, wer in der Gruppe wen nicht leiden kann, wer mit wem schläft, wer ehrlich ist und wer andere beklaut.
Es ist ganz erstaunlich, wie viel Information man aufnehmen und im Kopf haben muss, um das sich ständig verändernde Beziehungsgeflecht zwischen einigen Dutzend Personen im Blick zu behalten. (In einer Gruppe von 50 Menschen gibt es allein 1225 zweierbeziehungen und eine schier unüberschaubae Vielzahl von Dreiecks-, Vierecks- und anderen Übereckbeziehungen.) …“
(Yuval Noah Harari in „Eine kurze Geschichte der Menschheit“)

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Korrektur: „das Klagen groß. Doppelmoral“

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Kann ich nachvollziehen.
Ohne jemanden despektierlich und ridikülisierend devalvieren zu wollen, würde ich auch sagen, dass dieses Reinsteigern albern ist.
Wobei ich das ausdrücklich auf beide Extreme in diesem skurrilen Diskurs beziehe.
Irgendwo zwischen „herrisch“ und „hyperwoke“ ist dann noch genug Platz, um es sich kuschelig zu machen, wenn man sich gerade nicht mit echten Problemen auseinandersetzen möchte.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

Ich find immer sehr lustig, wenn die eine Seite der anderen vorwirft, man solle sich doch nicht so reinsteigern, schließlich hätten wir andere Probleme.
Na dann, wer glaubt dieses Thema sei die Diskussion nicht wert – keiner ist gezwungen sich daran zu beteiligen. 😉

BeWa
6 Monate zuvor

-off topic-

Der Stellen(!)wert einer Diskussion hat ja auch immer etwas mit der energetischen Aufladung zu tun.
Davon ausgehend und angesichts der Hitzigkeit der Genderdebatte, möchte ich sagen, dass diese in keinem Verhältnis zur Relevanz der Problematik steht.
Daher ist so ein bisschen Abkühlung durch
– hmmm? – lauwarme/relaxte Meinungsbeiträge + Hinweis auf mangelnde Relevanz bezogen auf das große Ganze vielleicht manchmal ganz gut!?

… in diesem Forum allerdings ziemlich sinnlos.
Ich mag es ja immer nicht wahrhaben, aber wenn die Redaktion einen Kulturkampf sieht, dann hat sie bezogen auf die Mehrheit der Beiträge auf N4T wohl tatsächlich recht.

Allerdings nehme ich die Menschen „vor Ort“ mit ihren durchaus konträren Meinungen zu allen möglichen gesellschaftspolitischen Themen gar nicht als so „kulturkämpferisch“ war.

Aber in den Debatten (auch der seriösen Medien) stellt sich das wieder anders da.

Und das verzerrt das Ganze so!

Beispiel:
Wer hat mitbekommen, dass in der Pflege wochenlang gestreikt wurde?
Aber dass da ein paar hundert Trecker in Berlin auftauchen … das wird ausgiebig dargestellt.
Die Pfleger und Pflegerinnen kämpfen um mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und für Ressourcenbereitstellung, um den ihnen Anvertrauten einen würdevollen Lebensabend zu ermöglichen.
Die Landwirte und Landwirtinnen kämpfen gegen die Abschaffung eines Privilegs.

Im gesellschaftlichen Diskurs gibt es eine ungeheure Unwucht in der Themenpräsenz.

Daher finde ich es ganz gut, gelegentlich darauf hinzuweisen, dass ein Thema vielleicht doch etwas unangemessen Raum einnimmt.

Übrigens lese ich gerade „Triggerpunkte“.
In diesem Buch wird die Thematik „Diskurs“ recht interessant angegangen.

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

„nicht als so kulturkämpferisch wa h r“,
natürlich.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

„dass diese in keinem Verhältnis zur Relevanz der Problematik steht“

Ob gegendert wird oder nicht, das ist in der Tat regelmäßig insg. nicht sonderlich relevant.Der ‚Diskurs‘ ist lediglich die deutlich sichtbare Spitze eines tiefergehenden Eisbergs, symbolisch für das sozio-polit. und -kulturelke Diskursklima insg., die Dichotomisierung von Diskursen und zunehmende Ideologisierungen auf allen Seiten, statt diskursiver, inhaltlich-argumentativen Präsentation, Verteidigung, Reflexion und Aushandlung auch widerstreitender Positionen. Es geht weniger um das Thema selbst, als um das Prinzip. Und da kann man das Thema nicht ernst genug nehmen, weil es auch mit Demokratisierung und Denokratiefähigkeit zu tun hat.

Auf allen Seiten gehören diejenigen Äußerungen dekonstruiert, die Diskurse nicht argumentorientiert, nicht objektivier- oder zumindest intersubjektivierbar, nicht inhaltlich führen wollen, sondern Meinungen, Positionen und Co. lediglich oktroyieren wollen. Der Genderdiskurs ist da nur exemplarisch.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

Ich zitiere jetzt mal aus der Kolumne von Jagoda Marinic im „stern“ vom 7.12.23, Nr.50, in der
es um das Thema „Was darf ich noch sagen?“ ging:
„Es gibt ihn, den Kulturkampf. Eine Gruppenidentität ersetzt nicht das Nachdenken über die Komplexität von Problemen. Eine Meinung ist keine Vereinsmitgliedschaft. Teile der zunächst progressiven Linken haben sich inzwischen in ihrem Weltbild eingeschlossen, wie auch das Thema Gendern zeigt. Gendern soll freiwillig sein, heißt es. Doch sobald jemand das Gendern ablehnt oder behauptet, es gebe einen Zwang, wird entgegnet, er sei rechts und ein expliziter Zwang bestehe nicht. Aber ich saß durchaus schon in Gremien, die Bewerbern ihre Fortschrittlichkeit absprachen, weil diese nicht genderten. Das ist keine rechte Wahnvorstellung. Wenn progressive Linke die Meinungen anderer nur abtun, radikalisiert sich die andere Seite auch.“
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Problem wird nicht (nur) im Satz mit „Fortschrittlichkeit“ skizziert, obschon man diskutieren könnte, (a) dass „Frotschrittlichkeit“ im Allg. alltagssprachlich tendeziell positiv konnotiert ist, insb. mit Optimierungsprozessen, Förderungen des Allgemeinwohls und i.d.S. (gem. demokratischer Perspektive) einer Zunahme an z.B. Gerechtigkeit u.ä., (b) „Fortschrittlichkeit“ i.d.S. aber regelmäßig salopp-pauschal (ja oftmals per se) mit dem Fortschreiten von einem status quo ungeachtet der Schrittrichtung, die bspw. ja auch reaktionär sein kann (wie z.B. die autotelische oder privilegienorientierte Emphase des Geschlechtlichen), synonymisiert wird, was falsch ist.
Deshalb verbietet sich die simple Formel: Progressiv = Fortschrittlich im postiven (ersteren) Sinne einerseits und ist andererseits dort, wo diese Synonymisierung dennoch ungeachtet der eigtl Schrittrichtung stattfindet, der Vorwurf, man sei nicht fortschrittlich“, u.U. ein Chiffre negativerer Zuschreibungen (im folgenden Sinne). In der Tat wissen wir aber nichts über diese ominösen Gremien und entsprechende Kontexte, so dass der konkrete Fall und die spezifische Problematik hier opak bleiben.

ist aber auch egal, denn das Problem wird im Zitat im Satz zuvor skizziert: „Doch sobald jemand das Gendern ablehnt oder behauptet, es gebe einen Zwang, wird entgegnet, er sei rechts und ein expliziter Zwang bestehe nicht.“

Und @Marion wird man kaum vorhalten können, dass sie die Gremien der zitierten Autorin nicht benennen kann. Fragen Sie doch Jagoda Marinic selbst, vielleicht erhalten Sie ja eine Antwort, statt zu insinuieren, diese Erfahrung sei bloße Fiktion ihrerseits gewesen. ,

Und natürlich haben Sie bereits mehrmals „konkret[e] Umständ[e] für die […] Übergriffe“ erhalten und können solche Übergriffe bspw. auch hier, in Ihrem eigenen Forum, als Beispiele entsprechender Übergriffe in den (i.w.S.) sozialen Medien nachlesen. Ich kann Ihnen auch gerne Links liefern. Andere Kommentatoren haben auch z.T. eigene Erlebnisse (auch im real life) geschildert, die werden dann aber ignoriert oder man verlangt quasi, dass die Betroffenen sich selbst doxxen, um entsprechende Belege (als seien diese so unglaublich) zu liefern.

Zudem: Die behauptete Einseitigkeit der Vorantreibung eines „Kulturkampf[es]“ verfängt ja ob dieser Beispiele bereites nicht, das funktioniert zudem an beiden polit. Extrempolen gleichermaßen (und um das vorwegzunehmen: Auch eine Lösung der Henne-Ei-Frage würde uns hier keinen Schritt fortschreiten lassen…)

P.S.: Der SPIEGEL-Artikel liegt hinter einer Paywall… was steht denn drin?

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe hier extra aus einem Medium zitiert, daß man nun wirklich nicht des Rechtspopulismus bezichtigen kann. Und wenn sie mal Zeit haben Jagoda Marinic zu googeln, dann werden sie merken, daß auch hier nirgendwo auch nur ansatzweise ein Hauch von Rechtslastigkeit zu erkennen ist – im Gegenteil.
Diese Autorinn hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Sheroes – Neue Held*innen braucht das Land“. Da ist der Genderstern schon auf dem Titel. Welchen Grund sollte diese Frau haben, Geschichten zu erfinden, über Benachteiligung wegen Nicht-Genderns?
Kommen die mal aus ihrer Blase.
Das wird ja langsam echt paranoid.

Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Blödsinn!
Nur weil die Auflage sinkt, wie übrigens bei fast jedem gedruckten Medium (egal ob Tageszeitung oder Wochenjounal“ mit Ausnahme des Spiegels) sprechen sie die Glaubwürdigkeit ab und nehmen Artikel, die dort erscheinen nicht ernst? Soviel Chuzpe muss man erstmal haben.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das ar auch kein Artikel. Der Stern hatte das Thema „Was darf ich heute noch sagen?“ auf dem Titel. Dazu erschien dann ein Artikel, den ich relativ nichtssagend fand. Im Anschluss an das Titelthema erschien dann die Kolummne von Frau Marinic, die sich insgesamt recht differenziert zu dem Thema äußert. Ich habe hier nur einen kurzen Ausschnitt zitiert, in dem es um das Gendern geht. Es handelt sich um eine Kolummne. Die Autorin schildert hier ihre ganz persönliche Sicht auf die Dinge und erwähnt eben auch ihre persönlichen Erfahrungen.
Mich hat die Sichtweise von Jagoda Marinic sehr überrascht, da ich sie eigentlich eher auf der anderen Seite der „Debattenfront“ verortet hätte.
Und gerade deshalb habe ich sie hier zitiert: Um deutlich zu machen, daß es eben nicht nur Rechtspopulisten sind, die den Umgang der sog. „Progressiven“ mit der Kritik am Gendern als fragwürdig betrachten.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein. Es ist keine rechtspopulistische These. Es ist eine These.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Na dann wundern sie sich aber nicht über den Zulauf zur AfD.
Wer ständig in die rechte Ecke geschoben wird, obwohl er da nie hin wollte, sagt sich eines Tages vielleicht, „ok, wenn ich nun schon mal da bin….“

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich wähle nicht rechtsradikal. Aber sie verharmlosen Rechtspopulismus, wenn sie mit diesem Begriff so leichtfertig um sich werfen. Und damit letztendlich auch die AfD.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie nennen aber nicht nur Söders Genderverbot rechtspopulistisch.
Sie sind ganz fix dabei jedem Rechtspopulismus zu unterstellen, der was gegen das Gendern hat.
Sie bezichtigen den Stern ohne jeglichen Beleg des Rechtspopulismus – nein, sinkende Auflagenzahlen sind kein Beleg dafür, daß der Stern jetzt das Geschäft der Rechten betreibt. Der Stern gilt in der Tendenz eher als linksliberales Medium, ob nun seriös oder nicht.
Jagoda Marinic veröffentlicht im wöchentlichen Wechsel mit Michael Beisenherz ihre Kolummne, in der sie ihre persönliche Sicht auf gesellschaftlich relevante Themen schildert. Noch nie konnte ich da irgendwo einen Hauch von Rechtspopulismus erkennen. Ich würde sie eigentlich auch eher als linksliberal einordnen. Sie bezichtigen sie hier des Rechtspopulismus, nur weil sie ihre Erfahrung schildert, daß das mit dem Gendern nicht immer und überall so völlig ohne Druck und freiwillig geschieht.
Eine Wahrnehmung mit der sie nicht alleine ist. Warum wohl, finden inzwischen nur noch 40% der Deutschen, daß man seine Meinung in Deutschland völlig frei äußern kann.
Bei den Grünen liegt der Prozentsatz übrigens signifikant höher. Wenn sie wissen wollen wie hoch, müssen sie’s halt googeln. Ist das nicht ein wenig seltsam? Sind die 60%, die das anders sehen, etwa alle spinnerte Verschwörungstheoretiker, die man nicht weiter ernst nehmen muß?
Da muß man sich doch wenigstens mal fragen, woran das liegt. Wäre da nicht auch mal ein klitzekleines bißchen Selbstreflektion von Seiten der Medienschaffenden angebracht, anstatt immer nur mit dem Finger auf Andere zu zeigen und „Rechtspopulismus“ zu brüllen?
Ich finde, sie machen sich es da schon sehr einfach.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Schade, mit dem Ausklinken aus der Debatte wird das jetzt wohl doch nichts. Ich kann ihre Antwort hier nicht einfach so stehen lassen.
Sie haben recht, was das Wörtchen „völlig“ betrifft. Das kann weg. Mein Fehler.
Nun zur Umfrage des Institutes für Demoskopie Allensbach:
44% der Deutschen glauben, bei politischen Meinungsäußerungen mittlerweile vorsichtig sein zu müssen. Nur 40 % finden, sie könnten sich noch frei äußern.
Was die restlichen 16% denken, weiß ich nicht. Die scheinen sich wohl nicht sicher zu sein.
75% der Grünen-Wähler sind hingegen der Überzeugung, sie könnten sich frei äußern.
Seit 1990, wo der Prozentsatz derjenigen, die die freie Meinungsäußerung nicht beeinträchtigt sahen noch bei 78% lag, sind die Werte also um 38% gesunken. Es ist der niedrigste Wert seit den 1950er Jahren. Da muß man sich doch mal ernsthaft fragen, woran das liegt? Sind sie daran nicht intetessiert?
Da nützt auch ihr infantiler Einwand mit dem „A…loch“ nichts. Und es liegt ganz sicher nicht ausschlieslich daran, daß die Leute keinen Widerspruch vertragen. Es liegt m.E. vielleicht auch an der Art des Widerspruchs.
Heute wird eine Meinungsäußerung zu gesellschaftlichen und politischen Themen und derjenige, der sie äußert, immer gleich in eine Schublade gesteckt. Es gibt leider nur noch zwei Schubladen: Eine rechts und eine links. Je nach Äußerung wird man mit Gewalt in eine reingestopft, egal ob’s passt oder nicht. Wenn sie schon nicht von ihren Schubladen lassen können, dann richten sie doch bitte wenigsten noch ein paar weitere Varianten ein. Das Spektrum zwischen rechts und links ist weit und es gibt immer auch Menschen, die irgendwo dazwischen liegen.
Sie reagieren derart stereotyp und ignorant auf Komnentare, die nicht in ihr Weltbild passen, daß ich mich wirklich frage, ob sie an einer ernsthaften und offenen Auseinandersetzung wirklich interessiert sind. Mein Eindruck ist eher, daß sie einfach nur recht haben wollen, komme was da wolle.

unverzagte
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Wenn wir meinen, jemand sei ein Arschloch, dürfen wir das nicht schreiben, weil es sich um eine strafbare Beleidigung handelt.“

Sie können durchaus öffentlich mitteilen, wenn Sie jemanden für ein A….l… halten, Sie müssen allerdings deutlich machen, dass es sich hier um Ihre Meinung handelt.

„Sie sind ein Idiot“ – geht nicht.

„Ich halte Sie für einen Idioten“ – geht.

Artikel 5. (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

unverzagte
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

In aller Vollständigkeit: Diese persönliche Ehre bleibt in Ihrer Würde unangekratzt, wenn es sich bei einer geäußerten Beleidigung um eine Meinungsäußerung handelt.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Nein, so einfach ist das nicht… ist aber ein weitverbreiter Fehlglaube.

Muellerin
6 Monate zuvor

Marion hat ganz recht: Es gibt diejenigen, die die Medienmacht haben, und es gibt die anderen. Und die letztere sind die überwiegende Mehrheit. Sie fühlen sich mehr und mehr ohnmächtig gegenüber den ersteren.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Entschuldigung, in meinem vorhin abgeschickten Kommentar muß es heißen: …bei den Grünen-Anhängern liegt der Prozentsatz signifikant höher.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Danke übrigens für den Link.
Ich sehe es genauso wie Nikolaus Blome: Es tut den Konservativen nicht gut, wenn sie sich in einen Kulturkampf verbeissen, den die Linke angefangen hat.
Diesen Rat werde ich nun beherzigen und mich nicht länger in die Diskussion hier „reinsteigern“.
Schönen Tag noch und herzliche Grüße. 🙂

DerechteNorden
6 Monate zuvor

Ich finde auch, dass Linke nie versuchen dürfen, etwas zu verändern.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Eine reductio ad absurdum, Strohmänner und Co. sind entsprechend ‚hitzigen‘ Diskussionen wirklch nicht förderlich, aber leider ein ubiquitäres Phänomen, das die Hräben lediglich noch tiefer zieht.

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielleicht ist das schon der Kern des Kulturkampfes bzw. die Interpretation von Gegebenheiten als Kulturkampf?

Wenn ich im Netz oder in den Printmedien von „Gremien“ lese, steigt in mir durchaus ein Bild auf, das dem von Frau Marinic beschriebenen ähnelt.

In meinem „Real Life“ ist ein Gremium aber der Kita-Beirat oder die paritätisch besetzte Fachgruppe von Mitgliedern der örtlichen Sportvereine und Fachpolitiker des Kreistags zur Tribünengestaltung der Sportplätze städtischer Liegenschaft.
Diverse Gremien.
Alle kulturkampffrei.

So gesehen:
vielleicht gibt es ja keinen Kulturkampf zwischen den jeweiligen Bubbles, sondern eine einzige große Kulturkampfbubble, in welcher sich Rechte und Linke ausschließlich mit den eigenen Befindlichkeiten beschäftigen und so überhaupt nichts dazu beitragen, dass ganz konkret im Leben der Menschen mal wieder etwas Gemeinschaftliches gelingt!?

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, ich nehme „die sog. Rechten“ ebenfalls als aggressiver wahr. Insbesondere natürlich in ihrer „organisierten“ Form. Aber ich habe mich durch „wokeness“ auch nie bedroht gefühlt.
Andere sehen jedoch die gegenwärtige Entwicklung als Eskalation:

=> Ich darf nicht mehr sprechen, wie ich immer gesprochen habe.
=> Ich darf nicht mehr sagen, was ich wirklich denke.
=> Ich darf nicht mehr sein, wer ich bin.

Das ist schon arg bedrohlich.
Und dann haut man eben um sich.

Ich muss das nicht selber so empfinden, um es nachvollziehen zu können.

Und dass es im „Wokeness“-Bereich zu absurden Übersteigerungen gekommen ist und sich zumindest im „virtuellen“ Raum der Meinungskorridor tatsächlich verengt, ist m.M.n. offensichtlich und erhöht natürlich das Bedrohungsgefühl derer, die sich ohnehin schon unwohl fühlen.

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich tausche „bedrohlich“ gegen „unwohl fühlen“ und dann sind wir in dem psychologischen Bereich, den ich eigentlich meinte.
Und noch einmal:
Ich muss eine Situation nicht selber als unangenehm empfinden, um anderen zuzugestehen, dass sie sich damit unwohl fühlen.
Andere Leute sind anders, empfinden auch anders und schlussfolgern genau deswegen anders.
Eine Diskussion wäre doch völlig unsinnig, wenn man dieses leugnet und anderen abspricht, dass ihr Empfinden von Bedeutung ist.

Ich denke schon, dass sich der Meinungskorridor verengt – auch insofern, als dass eine Person aufgrund einzelner Aussagen in eine Ecke gestellt wird, in welcher sie sich selbst nicht sieht.

Allerdings spielt sich das eher im virtuellen Raum ab. Und den nehmen die Leute, die sich vor Ort mit realen Problemen befassen, nicht sonderlich ernst.

Denn letztlich ist für die Menschen im richtigen Leben wichtiger als das gehässige Gequake im Netz, „dass die schaupflichtigen Oberflächengewässer gesichtet und die Drainagen freigehalten werden“.

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Da stimme ich Ihnen dann tatsächlich zu.
Für das, das Sie als „kurios“ bezeichnen, sehe ich eine mögliche Erklärung darin, dass sich „wir Westler/Abendländer/1. Welt-Bewohner“ auf der humanistischen, zivilisatorischen Siegerstraße der Geschichte gesehen haben – ich nehme mich nicht aus.
Das wird nun hinterfragt
… was erstmal nicht angenehm ist.

Warum die Menschen nun so um sich schlagen, weil man angeblich nicht mehr N*kuss, Zigeunerschnitzel o.ä. sagen darf, könnte ich mir auch allenfalls „tiefenpsychologisch“ erklären. Zumal nach wie vor „N*kuss“ u.ä. gesagt wird – mittlerweile auch durchaus provozierend gemeint.

Die Genderdebatte hat noch einmal eine andere Qualität. Vielleicht, weil es ja auch wirklich valide sachlich-formale Argumente dagegen gibt.
Genau deswegen würde ich aber nicht jede/n Gendergegner/in als „rechts“ verorten.

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

Es besteht die ganze Welt ja nicht nur aus hochgebildeten Akademikern, die Zeit, Muse und geistige Kapazitäten übrig haben, jedes gesellschaftspolitische Thema von vorn bis hinten und von oben bis unten zu durchdringen.
Leute, die von frühmorgens bis abends im Straßenbau, auf der Baustelle, im Supermarkt, im Bekleidungsgeschäft, im Friseursalon, in der Gaststätte, im Krankenhaus, im Seniorenheim etc.etc. gerade soviel verdienen, daß sie über die Runden kommen, verdrehen eher genervt die Augen, wenn ihnen jemand mit Gendern kommt. Aus meinem Umfeld, sowohl privat als auch beruflich, nehme ich da überwiegend Ablehnung wahr. Die Meisten mögen das Gendern nicht, haben aber andere Probleme, die für ihr Dasein eine größere Rolle spielen. Deshalb regen sie sich zwar ab und zu darüber auf, wenn das Thema zur Sprache kommt, wenden sich dann aber wieder drängenderen Themen zu.
Am Rande nehmen sie es aber schon als ein gewisses Ärgernis wahr. Dann kommen noch ein paar andere Debatten dazu, wie z.B. die Diskussion um Filme wie Winnetou und die damit verbundene Debatte um sog. kulturelle Aneignung, oder um umstrittene Begriffe wie „Zigeunerschnitzel“ oder „N….kuss“, und dann wollen „die“ auch noch Pippi Langstrumpf und die kleine Hexe umschreiben und das Stammlokal darf nicht mehr „Zu den drei Mohren“ heißen – „die spinnen doch“. Ich kann diese Genervtheit schon nachvollziehen, geht es hier doch um Dinge und Begriffe, die viele mit der eigenen Kindheit verbinden. Sie mögen auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen, aber sie gehören halt auch mit zu einer Kultur, von der viele geprägt sind und die sie mit schönen Erinnerungen verbinden. Und das soll jetzt auf einmal alles schlecht und böse und nicht mehr erlaubt sein?
Wird Protest dagegen laut, werden die Protestierenden mal eben ganz schnell als rechte Reaktionäre abgetan, als Rassisten und Ewiggestrige.
Die mögen da ja durchaus auch darunter sein. Aber diejenigen, die nicht dazugehören, werden mit denen in einen Topf geworfen. So kommt es zu der Haltung, „ich kann meine Meinung nicht mehr frei sagen.“
Und das stimmt ja auch irgendwie. Wenn eine Meinung lauten würde: „Ich finde Gendern blöd, weil es künstlich klingt“ oder „Warum soll es irgendeinen Sioux oder Apachen in Amerika stören, wenn ich mich hier im Fasching als Indianer verkleide“ oder „das ‚Drei Mohren‘ hieß schon immer so und meinen Kumpel Charlie hat das noch nie gestört, obwohl er selber einer ist“, dann heißt das nicht das der oder diejenige rassistisch, rechts und reaktionär ist. In den Augen so mancher links-progressiver Akademiker vielleicht schon, aber nicht in der Welt, in der diese Menschen leben.
Und dann kommt der Söder und schafft endlich Klarheit: „Schluss mit dem Gegender in Behörden, Schulen und öffentlich-rechtlichem Rundfunk.“ – „Prima! Endlich einer, der es diesen Oberschlauen, die alles verbieten wollen, mal so richtig zeigt.“
Und deshalb plädiere ich dafür, nicht jede Äußerung immer sofort in irgendein Rechts/Links-Schema zu pressen. Damit wird man den Menschen nicht gerecht und man bringt sie nur immer mehr gegen sich auf.
Ich denke schon, daß dies AUCH EIN Grund dafür ist, warum die AfD so hohen Zulauf hat.

DerechteNorden
6 Monate zuvor

Lustig dabei ist, dass es aber tatsächlich Herr Söder ist, der etwas verbieten will und es in Bayern auch kann.
Sind die Leute also einfach nur dumm?

Muellerin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Man wird nicht offen angegriffen, wenn man nicht gendert, aber z.B. werden Beiträge einfach nicht publiziert, ohne dass nachträglich das Gendern eingearbeitet wird. Die Selbstzensur im Journalismus. Man stelle sich nur vor, der Bundespräsident würde eine Weihnachtsansprache halten und von Bürgern statt von Bürgerinnen und Bürgern reden. Ein Shitstorm wäre die Folge, Rücktrittsforderungen inklusive.
Vermutlich käme es gar nicht dazu, weil das Fernsehen das nicht ohne Gendern ausstrahlen würde. Ein Intendant hat schließlich politische Pflichten gegenüber denen, die ihn gewählt hatten. 🙂 Mündlich geht natürlich kein Sternchen und kein x am Ende.

Und wer wird bestraft, weil er gendert, und von wem? Welche Strafen will denn Söder für sein Verbot vorschlagen? In der Schule gibt’s doch gar keine Strafen mehr, die SuS machen, was sie wollen. Oder welche Strafen gibt’s für herabsetzende Bemerkungen über Lehrpersonen? Für die Rechtschreibung gelten immer noch hochoffizielle Vorschriften, die kann auch Söder nicht beeinflussen. Da gibt’s allenfalls eine mehr oder weniger weitgehende „Tolerierung des Inkorrekten“ (so wie ja auch beim Genetiv und Dativ).

Genderfan
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Dass eine Redaktionsleitung für die eigene Redaktion sprachliche Regeln erlässt und dass Artikel redigiert werden, ist selbstverständlich – und war schon immer so, um den Leserinnen und Lesern kein wirres Sprachbild zuzumuten.“ So ähnlich „argumentiert“ Herr Söder im Grunde auch.

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Vor 20 Jahren gab es schon Doppelpunkte und Pronomen im Alltag? Das Binnen-I gab es an den Hochschulen, gestottert und mit Wortkonstruktionen wurde nicht gearbeitet.

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Der Schrägstrich kann somit nicht gut genug gewesen sein, wenn er sich sogar in der Feministenszene nicht dauerhaft durchgesetzt hat.

Kurz
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Frauen waren und sind seit eh und je in der Sprache sichtbar.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  Genderfan

? Man (ein Gremium mit Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen) könnte ja auch gegenderte Formen festlegen, die alle verwenden sollen.
Das wäre doch am fairsten, oder nicht?
Warum also Gendern prinzipiell verbieten, wenn das doch die unfairste Variante ist?

Unfassbar
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das generische Maskulin wäre eine Möglichkeit.

GEW- nee!
6 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Nein!

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Nein, macht nämlich nur männliche Wesen sichtbar und ist somit unfair.

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bitte definieren Sie, was Sie diesbzgl. mit „sichtbar“ meinen und welche Nachteile das Resultat einer mangelnden resp. fehlenden sprachlichen Sichtbarkeit nicht-„männliche[r] Wesen“ sein sollen.

Erfahrungsgemäß ist der Vorwurf mangelnden resp. fehlenden sprachlichen Sichtbarkeit nämlich lediglich eine Phrase ohne Substanz und die Behauptung der negativen Folgen ein slippery slope resp. non sequitur-Nichtargument.

Ohne mein ceterum censeo in dieser Sache abermals bemühen zu müssen (Sie finden entsprechende Links in meinem allerersten Beitrag hier im Thread, inkl. detaillierterer Erläuterungen zum im Folgenden subsumierten Forschungsstand):
Bedenken Sie bitte, dass die einschlägige Forschung unter endemischen methodisch-technischen Problemen leidet und auch ungeachtet dieser Probleme bislang i.d.R. spontane Assoziationsleistungen der Probanden untersuchte. D.h. konkret, dass man erstens den Probanden ambige Vignetten präsentierte, z.B. Sätze mit gammatisch maskulinen Personenbezeichnungen, also dem generischen Maskulinum, ohne das der Satz selbst indizieren würde, ob es sich um homogene (nur männliche) oder heterogene (gemischtgeschlechtliche) Akteure handelte, und die Probanden zweitens diese Vignetten um einen (von mehreren vorgegebenen) Folgesatz(en) ergänzen mussten, der dann eindeutig machte, dass die Akteure der Vignette homo- oder heterogen waren etc. Und diese Entscheidung hat im Gros der Studien binnen einiger Mikrosekunden um zweistelligen Bereich zu erfolgen (zum Vergleich: Die Lidschlagdauer des menschlichen Auges dauert durchschnittlich ca. 150 bis 250 ms).
Ergebgnisse werden i.d.R. derart interpretiert, dass ein Mehr (und ggf. eine schnellere Zuordnung) an eindeutig maskulinen Ergänzungen indiziere, dass nicht-„männliche Wesen“ bei Verwendung des generischen Maskulinums nicht mitgedacht würden.

Diese Versuchsskizzierung sollte bereits hinreichend demonstrieren, dass diese Ergebnisinterpretation nicht sonderlich strapazierbar ist, denn (in Kurzform):

  • Spontane Assoziationen können infolge des folgenden Ruminierens (hier: Des Nachdenkens über einen Zeitraum von mehr als einigen ms) revidiert werden, bereits insofern mangelt es solchen Versuchen an ökologischer Validität. Der Fokus auf die Assoziation ignoriert somit die (auch aktive) Verstehensleistung der Probanden, d.h. dass jeder Muttersprachler weiß(!), dass das generische Maskulinum maximal inklusiv, ja eben generisch ist und auch nicht-„männliche Wesen“ inkludiert.
  • Die Erfordernis der Ergänzung der Vignetten resp. die Ergänzung per se entspricht regelmäßig auch nicht den tatsächlichen Kommunikationssituationen im Alltag. Insofern die Probanden die Vignetten ergänzen mussten, wird die Erfordernis einer kognitiven Repräsentation der Akteure forciert, die so außerhalb des Labors u.U. nicht stattfindet (weil man z.B. bei allg. Personenbezeichnungen im generischen Maskulinum, z.B. „Bäcker“, Wissenschaftler“, „Lehrer“ etc., gar nicht an mehr oder weniger konkrete Personen irgendeines Geschlechts denkt, es also kein ‚Bild‘ der Person im Kopf entsteht, sondern kognitiv mit dem abstrahierten Begriffen per se operiert).
  • Die entsprechende Forschung ignoriert i.d.R. auch Erfahrungen udn Einstellungen der Probanden (resp. kontrolliert diese nicht hinreichend), wie die generelle Einstellung zum generischen Maskulinum, der ‚Gendersprache‘ u.ä. (die einen eigenständigen Einfluss auf die Interpretation von entsprechenden Vignetten haben kann) und die Erfahrungen, die Menschen z.B. mit spezifischen Berufen im Rahmen ihrer (fortwährenden) Sozialisation/Enkulturation gemacht haben: Wird man im Alltag primär mit weiblichen Ärzten konfrontiert, assoziiert man auch den im generischen Maskulinum verwendeten Begriff „Arzt“ tendenziell wohl eher mit weiblichen Ärzten / Ärztinnen – und umgekehrt.

Etc.

Derartiges, also die kognitive Repräsentation von nicht-„männliche[n] Wesen“ kann also mit „sichtbar“ nicht gemeint sein. Es bliebe die wirklich rein sprachliche Repräsentation, d.h. der mögliche Symbolwert. Aber welchen Selbstwert soll es haben, statt „Bürger“ z.B. „Bürgerinnen und Bürger“ zu schreiben, wenn bei beiden Varianten an dasselbe gedacht wird? Und welcher geselslchaftliche Missstand würde damit gelöst?

Und zum Punkt der Fairness:
Es gibt ja Studien, die wollen demonstriert haben, dass z.B. Mädchen, die mit Berufen im generischen Maskulinum konfrontiert wurden, tendenziell dazu neigten, diese Berufe als Kind nicht ergreifen zu wollen. Zugegeben, das könnte ja durchaus problematisch und ein Grund sein, auf das generische Maskulinum zu verzichten.
Leider aber sind derartige Studien für die Tonne, da sie nicht nur den letzten der oben skizzierten Punkte ignorieren, sondern einerseits auch, dass Berufswünsche von Kindern ohnehin i.d.R. ein ephemeres Phänomen sind und andererseits nicht kontrolliert wurde, wie sich diese Berufswünsche denn entwickelten und worin sie letztlich auperhalb des Kidnesalters mündeten.

Deshalb ganz im Ernst:
Was soll das Problem mit dem generischen Maskulinum sein?

PaPo
6 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

… schade. Ich dachte, es folgt noch eine Erläuterung.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  Muellerin

Im Spiegel-Forum werden keine Forumsbeiträge mit * veröffentlicht. Komisch.
Ich schreibe dann eben LehrerSterncheninnen usw.

Was Sie beschreiben, läuft in die andere Richtung andauernd. Oder meinen Sie, dass die Blind-Zeitung Texte, in denen mit Sonderzeichen gegendert wird, veröffentlichen würde?

BeWa
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wirklich!?
Wird der ganze Kommentar nicht veröffentlicht oder nur * weggelassen?
Was ist mit Binnen-I oder Schrägstrich?

Das wäre ja absurd – insbesondere angesichts der „anderen Fehler“, die mir manchmal die Augen aus dem Schädel ploppen lassen.

Da ich nur hier kommentiere, bekomme ich so etwas gar nicht mit.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

Ganze Kommentare. Mit meiner Lösung geht es durch. Binnen-I habe ich dort auch noch nie gesehen.

BeWa
6 Monate zuvor

Interessant.

Ich sitze ziemlich viel in (kommunalpolitischen) Gremien und „gendere“ auf dem geringstmöglichen Level, um niemanden zu provozieren.
D.h. ohne Klicklaut und Sternchen. Ich sage bzw. schreibe auch nicht „man/frau“.
(Weil es auf dieser Ebene darum geht, verstanden zu werden, um etwas zu bewegen.)
Ähnlich halte ich es auch in Elternbriefen, Vereins-/Kitaschriftverkehr usw.

Ich bleibe auch dabei, wenn ich mich in eher „akademischer“ Gesellschaft befinde.

Es mag unglaubwürdig klingen, aber ich bin wirklich noch nie deswegen angegriffen bzw. zurechtgewiesen worden.

Nur bei Diskussionen ÜBER das Gendern wird es gelegentlich unterschwellig aggressiv – und das ging immer von den Gegnern aus. Wobei es keine direkten persönlichen Angriffe waren, sondern eher allgemein Hohn+Häme.

Ich bin schon seit Jahrzehnten Vegetarierin. Als ich das als Jugendliche „verkündete“, war es noch recht selten.
Aggressionen hat es damals auch nicht ausgelöst, aber ich kann mich noch sehr genau an Hohn+Häme erinnern – allerdings schon sehr persönlich …
Logischerweise. Schließlich kannten die ja ansonsten keine Person, die vegetarisch lebte.

Fühlt sich heute ähnlich an, nur berührt es mich nicht mehr.
Ist OK. Perlt ab. Und gemeint ist wohl eher eine Gruppe, mit der ich mich auch nicht weiter identifiziere.

Ich habe zwar keine konkreten Beispiele, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass an Unis ein Druck zum Gendern vorkommt.

In aller Klarheit:
Das darf nicht sein!

Auch wenn es sich nur um das emotionale Äquivalent von oben erwähnten „Hohn+Häme“ unter anderem Vorzeichen handelt …
Studenten und Studentinnen sind junge Menschen, die (hoffentlich) noch Jahrzehnte weg sind von meiner
… hmmm? … world weariness.

😉

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

Mich ärgern bei der Debatte hier am meisten die Einwürfe der Redaktion, die ich als einseitig, arrogant und harsch wahrnehme und die mir viel zu schnell mit Zuschreibungen wie „rechts, rechtspopulistisch“ bei der Hand ist. Ich halte dieses Gebahren für unverschämt den Kommentierenden gegenüber.
Wenn ich aus der Kolummne einer bekannten Autorin in einem bekannten Magazin zitiere, die beide des rechten Gedankenguts völlig unverdächtig sind, und dann wird, anstatt sich mal ernsthaft mit dem Gesagten auseinanderzusetzen, wieder nur die „Rechtspopulismuskeule“ ausgepackt, dann macht mich das echt fassungslos. Auf welch hohem Ross muß man eigentlich sitzen, wenn man glaubt hier alles und jeden von oben herab belehren zu müssen?
Das hat mit „offener Diskussionskultur“ aber rein gar nichts mehr zu tun.
Ich schreibe das in dem Wissen, daß es entweder nicht veröffentlicht wird und wenn doch folgt sicher gleich die Belehrung. daß die Redaktion von news4teachers selbstverständlich stets neutral, sachlich und faktenbasiert in die Debatten hier eingreift.
Jo denn, ich wünsch dann allen mal ’nen guten Rutsch ins neue Jahr, auch der Redaktion. 🙂

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und ihnen rate ich sehr, sich mal näher mit dem Begriff Leitmedium auseinanderzusetzen.
Anscheinend wäre es ihnen lieber, ich würde hier aus der Bildzeitung zitieren, die ist nämlich ein Leitmedium.
Wieso glauben sie, mir irgendetwas raten zu müssen?
Falls es Ihnen entgangen ist – ich bin schon seit langem volljährig, im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und auch sonst bei bester Gesundheit. Deshalb bitte ich darum, Belehrungen zu unterlassen. Sie sind nicht mein/e Lehrer/in und ich nicht ihre Schülerin.
Danke und herzliche Grüße
Marion

BeWa
6 Monate zuvor

Kann ich nachvollziehen, obwohl ich bei „Stern“ auch kurz einen Würgereiz im Neocortex hatte.

Eine Kolumne ist ja ein Meinungsbeitrag an immer derselben Stelle – wenn ich das mal so laienhaft ausdrücken darf. So gesehen finde ich es legitim, daraus auch ohne Quellenangaben o.ä. zu zitieren.
Ich weiß, was Sie damit verdeutlichen wollten und kann mir das bei bestimmten Gremien wunderschön exakt so ausmalen.

Ich wünsche Ihnen auch einen guten Rutsch – für den Fall, dass wir uns nicht mehr lesen.

🙂

Marion, Erzieherin
6 Monate zuvor
Antwortet  BeWa

Ich wünsche ihnen auch einen guten Rutsch.
Es ist ja nicht so, daß ich den Stern völlig unkritisch konsumiere. Aber wenn sie da schon einen Würgereiz kriegen, wie viele Eimer kotzen sie dann voll, wenn jemand die Bild-Zeitung erwähnt? Sorry, das mußte ich loswerden. 😉

BeWa
6 Monate zuvor

Eimer?

Ganze Güllegruben!

🙂

ed840
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Woher kennen Sie die Mehrheitsmeinung an den Hochschulen? Gibt es repräsentative Umfragen bei Dekanen, Dozenten usw. ?
Woher wissen Sie, dass Studierende bedroht werden? Sie schreiben doch weiter oben, dass bisher nur Maßnahmen für Schulen und Verwaltung angekündigt wurden.

ed840
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Mal abwarten was da tatsächlich kommt. Hochschulen waren bisher jedenfalls nicht genannt. Dass Schule nicht gleich Hochschule. ist, sieht man ja z.B. in Schleswig Holstein. Dort soll Gendersprache in den Schulen als Rechtschreibfehler gelten, während an Hochschulen laut Pressemeldungen Punktabzug drohen kann, wenn nicht gegendert wird.

Muellerin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Mir scheint, es geht hier mehr um Söder als um die Sprache. Letztlich kann es für die Schriftsprache nur EINE Autorität geben, und das ist doch der „Rat für deutsche Sprache“ oder so? Weder kann die Regierung das per Erlass ändern noch können Mehrheiten unter Dozenten an Hochschulen per Beschluss das tun.
Der Streit ist lächerlich und typisch deutsch: Alles soll dezentral entschieden werden, weil es keine zentrale Autorität mehr gibt, die akzeptiert wird. Jeder zimmert sich jetzt seine Version der deutschen Sprache, und die Zuwanderer können nur verständnislos staunen. Die wissen jetzt endgültig nicht mehr, wie sie Deutsch lernen sollen und welches Deutsch. Und dann gibt’s noch Nord- und Süddeutsch, Österreichisch und Schweizer Deutsch und Reste von „DDRsch“. Wie machen das eigentlich die Franzosen? Ist nicht Macron auch gegen das Gendern?

Muellerin
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Okay, aber das sagt ja nicht, was nun richtig ist. Jeder soll das offenbar selbst entscheiden, und das ist unerträglich. Der obige Link aus Greifswald (von ed840) deutet an, dass dort das Nicht-Gendern als inhaltlicher Mangel gedeutet wird und zu schlechteren Noten führen kann. Rechtschreibfehler allein werden ja auch sonst nicht mehr so wichtig genommen. Es wird subtiler Druck ausgeübt, sich einer vermeintlichen Meinungsmehrheit anzuschließen, die zahlenmäßig womöglich nur eine Minderheit ist. Und das dann mit dem Hinweis auf Demokratie.

ed840
6 Monate zuvor

Bei diesem Thema trifft man m.M. auch häufig auf Heuchelei und Doppelmoral. Beispiel: Ein Journalist hat sich kürzlich in einem Kommentar negativ über das angekündigte Genderverbot geäußert und gefordert, dass Sprache keine Geschlechter ausschließen dürfe. Ein paar Tage später schreibt er in einem Kommentar zu Gewalt in der Partnerschaft ausschließlich von „Tätern“ und dass Gewalt „gegen Frauen“ inakzeptabel sei.

ed840
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich halte wie gesagt ebenfalls nichts von Sprachverboten, weder in Bayern noch in anderen Bundesländern. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass weder der Gebrauch von Gendersprache bestraft werden sollte noch die Verwendung des generischen Maskulinums. Da die Hochschulen bei der Ankündigung Herrn Söders ja gar nicht genannt wurden, halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass dort jetzt einige fürchten künftig weniger Sanktionsmöglichkeiten zu haben, wenn in schriftlichen Arbeiten keine Gendersprache verwendet wird.

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sprachverbote kenne ich nun aus anderen Bereichen. Und da möchte man ganze Genres verbieten und sogar Literatur umformulieren. Das erachte ich als viel alarmierender.

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Bei dem Beispiel von „ed840“ geht es jedoch wohl um einen Journalisten und nicht um ein ganzes Team/mehrere Personen – wie eine Redaktion.
Es geht auch nicht um das mal „nicht konsequente Einhalten“ von Gendersprache, sondern um gezieltes Framing. Ist wahrscheinlich nicht gerade zufällig, dass bei einem solchen Thema dann auf einmal exkludiert wird.
Generell in Ordnung, wenn man eben den Fokus von „Täter“ und „Opfer“ in dem Bereich setzt. Dann sollte man das jedoch auch deutlich benennen und darauf hinweisen, dass es auch andere Fälle gibt. Konsequent ist das natürlich nicht wirklich – rein sprachlich und der Gleichberechtigung halber.

Bücherleser/potschemutschka
6 Monate zuvor

„Das Jahr neigt sich dem Ende zu und morgen ist bereits Heiligabend. Wer noch keine Vorsätze für das neue Jahr gefasst hat, dem möchte ich einen Vorschlag machen: Bei all den Krisen und der ganzen Scheiße, die gerade in der Welt passiert, wären wir viel besser dran, wenn wir es schaffen würden, andere Meinungen – solange sie den Boden der Moral und des Rechts nicht verlassen – auch mal auszuhalten, selbst wenn sie uns nicht in den Kram passen.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!“
(Ricardo Lange, Intensivpfleger in „Berliner Zeitung“ vom 23.12.2023)
Dem schließe ich mich an. Auch von mir „Frohe Weihnachten!“

Teacher Andi
6 Monate zuvor

Danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Frohe Weihnachten mit mehr gegenseitigem Respekt.

Unfassbar
6 Monate zuvor

Dankeschön. Sehe ich auch so, wenngleich ich die Wahrscheinlichkeit für sehr groß halte, dass sich meine Definition von Moral und die des Intensivpflegers in einigen Punkte n deutlich voneinander unterscheiden.