Bürgerrat Bildung und Lernen: Was normale Menschen sich für Kita und Schule wünschen (wenn sie sich intensiv damit beschäftigen)

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BONN. Für die Schule gilt ähnliches wie für den Fußball, so heißt es: Alle kennen sich damit aus, alle fühlen sich zu Expert*innen berufen. Nun ist Bildung zweifellos komplexer (und noch relevanter) als das Spiel mit dem Ball. Umso wertvoller wäre es zu erfahren, was normale Bürgerinnen und Bürger meinen, wenn sie mal aufgefordert würden, sich vertieft mit dem Komplex Lehren und Lernen zu beschäftigen. Das dachte sich die Montag Stiftung Denkwerkstatt – und lud mehrere Hundert zufällig ausgewählte Menschen aus ganz Deutschland ein, beim von ihr ins Leben gerufenen Bürgerrat Bildung und Lernen mitzumachen. Herausgekommen ist ein bundesweit einmaliges Projekt mit Strahlkraft.

Insgesamt über 700 Menschen diskutierten bereits beim Bürgerrat Bildung und Lernen mit. Foto: Montag Stiftung Denkwerkstatt / Christoph Soeder

Schulkleidung finde sie ja eigentlich gut, weil teure Status-Klamotten dann außen vor blieben und arme Kinder und Jugendliche nicht mehr so leicht an ihrem Äußeren erkennbar wären, meint eine Schülerin. Andererseits, sagt sie überlegend, müsste sie dann ja selbst eine Uniform tragen, die sie womöglich gar nicht mag – und das wäre schlecht.

Die Debatte um eine Kleiderordnung in der Schule, so ergänzt eine Lehrerin nachdenklich, führe schnell ins Grundsätzliche: nämlich zur Frage, „wie kommen wir zu einem guten, respektvollen Miteinander“. Ein Mann meint, dass doch auch von Lehrkräften eine Kleidung erwartet werden könne, die ein gewisses Maß an Wertschätzung gegenüber der Schule ausdrücke. Warum also nicht auch von Schülerinnen und Schülern? Er habe früher mal einen Lehrer gehabt, der alkoholkrank gewesen und mit verdreckten Hemden und Hosen im Unterricht erschienen sei. Und das sei sehr unangenehm gewesen. Was Alkoholismus denn jetzt mit dem Thema zu tun habe, will eine weitere Schülerin wissen. Ihr sei es völlig egal, was ihre Lehrerinnen und Lehrer in der Schule trügen – und sie selbst sehe auch keine Notwendigkeit, sich in ihrer Freiheit bei der Kleiderwahl einschränken zu lassen.

Empfehlungen übergeben: Mitglieder des Bürgerrats und die damalige KMK-Präsidentin Katharina Günther-Wünsch (2. v. l.). Foto: Montag Stiftung Denkwerkstatt / Fabian Sommer

Ort der lebhaften Diskussion: der Campus der Montag Stiftungen in Bonn. Der Anlass: ein vorbereitendes Treffen des Bürgerrats Bildung und Lernen, der von der Montag Stiftung Denkwerkstatt vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde.

Was das für ein Gremium ist? Um dies zu erklären, muss etwas ausgeholt werden: „Bürgerräte sind Versammlungen von 30 bis 200 per Los zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, die bei mehreren Terminen gemeinsam und in Kleingruppen ein vorgegebenes Thema diskutieren und der Politik ihre Handlungsempfehlungen als Bürgergutachten übergeben“, so heißt es auf der Homepage des Bundestages. „Sie erhalten Hintergrundinformationen von Expertinnen und Experten, die das gesamte wissenschaftliche und politische Spektrum umfassen. Ein neutrales Moderationsteam unterstützt die Teilnehmenden und ermöglicht eine Diskussion aller auf Augenhöhe.“

Die Idee ist, mit dem Format die Demokratie zu stärken. „Mit der Zufallsauswahl lassen sich auch Menschen erreichen, die nicht an Wahlen teilnehmen oder sich nicht regelmäßig einbringen, etwa weil sie nicht an Politik interessiert sind oder ihnen die Zeit für intensives Engagement fehlt. So werden Stimmen hörbar, die sonst nicht in den Debatten präsent sind. Ein weiterer Vorteil: Menschen, die sonst nie miteinander gesprochen hätten, tauschen sich aus und suchen nach Ansätzen, die ihre unterschiedlichen Interessen berücksichtigen.“

Entscheiden sollen Bürgerräte nicht – das bleibt nach wie vor gewählten Politikerinnen und Politikern vorbehalten. Aber: „Bürgerräte dienen der Beratung der politischen Entscheidungsträger und stellen Informationen bereit, die auf anderem Wege bisher nicht ausreichend gewonnen werden können.“

In jüngster Zeit sorgten Bürgerräte mit Empfehlungen für die Ernährungspolitik in Deutschland sowie zum acht- oder neunjährigen Gymnasium in Baden-Württemberg für Schlagzeilen. Der Bürgerrat Bildung und Lernen – mit bislang über 700 Teilnehmenden der größte in Deutschland – geht noch ambitionierter zu Werke: Es geht hier um nichts Geringeres als um die „Schule von morgen“.

In den Blick genommen wird dafür die gesamte Bildungskette von der frühkindlichen bis zur beruflichen Bildung. Das Leitthema, das die Bürgerinnen und Bürger (einschließlich einer eigens eingeladenen Gruppe von Kindern und Jugendlichen) sich dabei selbst gewählt haben, lautet: Chancengleichheit. Genauer: „Welche konkreten Maßnahmen müssen unternommen werden, um dem im Grundgesetz verankerten Anspruch auch tatsächlich gerecht zu werden?“

Was sagt nun Volkes Stimme? In insgesamt acht Tagungen (sechs davon, Corona-bedingt, digital) erarbeitete der Bürgerrat einen ganzen Katalog von Empfehlungen, die – und das macht den besonderen Reiz des Formats aus – über die tagespolitische Perspektive der Kultusministerien hinausreichen. Dabei geht es um Ressourcen („Mehr Geld zweckgebunden zum Wohl der Kinder einsetzen“ – Zustimmungsquote: rund 90 Prozent). Aber auch darum, Schule breiter aufzustellen („Ausweitung des Fachpersonals an Schulen – kontinuierliche Betreuung durch multiprofessionelle, vielseitige Teams“ – Zustimmungsquote: 97 Prozent).

Nicht ganz so einhellig, aber immer noch mit deutlichen Mehrheiten: „Längeres gemeinsames Lernen (Unterricht) in altersübergreifenden fachspezifischen und an Leistungen und Interessen orientierten Gruppen bis zur 10. Klasse – bei individueller Förderung“ wurde mit einer Zustimmungsquote von 61 Prozent verabschiedet, „verpflichtender Ganztag im Jahrgang 1 bis 10 an drei Tagen pro Woche“ mit 55 Prozent. Auch die frühkindliche Bildung („Kita-Pflicht in den letzten zwei Jahren vor der Schule – Zustimmungsquote: 57 Prozent) und die berufliche Bildung („Schulfach ‚Berufsorientierung‘ mit verpflichtenden Praktika ab Klasse 7“ – Zustimmungsquote 73 Prozent) wurden mit Empfehlungen bedacht.

„Natürlich würde ich mir wünschen, dass die Empfehlungen auch umgesetzt werden“

Was passiert mit dem Katalog? Der sei Politikerinnen und Politikern wie der damaligen KMK-Präsidentin, Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) übergeben worden, so berichten Bürgerrät*innen (die vor drei Jahren unvermittelt per Post einen Brief der Montag Stiftung Denkwerkstatt mit der Einladung zur Teilnahme erhalten hatten) nun am Rande des Plenums. „Ich nehm‘ das gerne mit“ – den Satz habe man stets zu hören bekommen, heißt es lächelnd.

„Natürlich würde ich mir wünschen, dass die Empfehlungen auch umgesetzt werden“, sagt ein junger Mann. Dass dies bei jedem Punkt geschieht, ist sicher unrealistisch. Allerdings darf unterstellt werden, dass der Bürgerrat Bildung und Lernen bereits Wirkung erzielt hat. Die Bildungspolitik vollzog unlängst einen Paradigmenwechsel: Ressourcen sollen nun verstärkt dorthin gelenkt werden, wo der Bedarf am größten ist (statt sie, wie bisher, gleichmäßig „mit der Gießkanne“ zu verteilen). So einigten sich Bund und Länder im Frühjahr auf das 20 Milliarden Euro schwere Startchancen-Programm, mit dem Brennpunktschulen in Deutschland unterstützt werden. Dass Chancengerechtigkeit in der Bildung, die damit verbessert werden soll, bei den Bürgerinnen und Bürgern einen sehr hohen Stellenwert genießt – dies hat der Bürgerrat mit seiner Themensetzung eindrucksvoll der Politik vor Augen geführt.

Wie geht es nun weiter? Mit dem Treffen am vergangenen Wochenende in Bonn, bei dem erwachsene und jugendliche Bürgerrats-Mitglieder mit Expert*innen aus der Bildungspraxis zusammenkamen, wurden die nächsten Tagungen im September in Köln und im November in Leipzig vorbereitet. Als künftiges Fokusthema schält sich heraus: Freiheit in der Bildung – andersherum: Wie viele Vorgaben benötigt ein chancengerechtes Bildungssystem? Das betrifft die Arbeit von Lehrkräften genauso – Stichwort: Lehrpläne – wie die Frage, ob nicht auch Homeschooling erlaubt werden sollte.

Das Thema Kleiderordnung in der Schule, das wurde bei den Diskussionen deutlich, spielt dabei insbesondere für die Kinder und Jugendlichen eine große Rolle. Auf einer Pinnwand mit Themenwünschen findet sich am Ende oben: „Schuluniform!“. News4teachers

Bürgerrat empfiehlt Gratis-Essen an Schulen und Kitas – große Mehrheit dafür

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33 Kommentare
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Alter Pauker
16 Tage zuvor

Tja, was wohl Ärzte und Rechtsanwälte sagen würden, wenn ein Haufen Laien den Berufsalltag nach Gutdünken verändern wollte?

Alter Pauker
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun ja, ich würde mir weder ein Urteil über die Landesverteidigung noch über die Gesetzgebung anmaßen, wohl wissend, dass der Teufel im Detail steckt und von Fachleuten beurteilt werden sollte. Aber der Durchschnittsmensch scheint heute der Meinung zu sein, alles beurteilen zu können. Hat doch tiktok oder instagram gerade gesagt…..
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Warum gibt es sonst jahrelange Ausbildungen, wenn jeder mal eben so alles besser weiß????

Alter Pauker
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist Bildungspolitik denn „Wünsch dir was“?????

K.Moritz
14 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Ja. Es spricht auch nichts gegen Laienwissenschaft, gerade in einem Bereich wie Bildungspolitik. Wer sonst soll die Aufgabe denn übernehmen?
Ob diese staatliche geführten „Bürgerräte“ ein geeigneter Rahmen sind, ist eine andere Frage.

Indra Rupp
11 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Nur mal so :Dieses Forum ist auch ein Bürgerrat, heißt nur anders. Diskutiert wird und Wünsche und Forderungen werden ebenfalls gestellt, zB an die Politik, die Presse. Liegt daran, dass wir „Betroffene“ sind. Selbstverständlich sind Eltern und Schüler auch Betroffene der Schulpolitik – eigentlich sogar alle Menschen, einschließlich der Rentner, die auf zukünftige ausbildungsfähige Schulabgänger angewiesen sind.

Indra Rupp
11 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Ich ergänze : Und wir diskutieren hier nicht nur über Schule direkt, sondern auch über Migrationspolitik, welche gar nicht zur profession Lehramt gehört. Ach ja, und die Forderungen zu Bürgergeld Änderungen, lgbti, Strafrecht…. und ganz besonders :Speziesismus! 🙂

Realist
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie haben Recht, wenn wir demnächst dann auch Folgendes sehen:

  • Bürgerrat „Gesundheitswesens und Gesundheitspolitik“
  • Bürgerrat „Justiz und Gesetzgebung“
  • Bürgerrat „Bundeswehr und Verteidigung“
  • und (ganz heißes Eisen): Bürgerrat „Migration und Asylpolitik“

Gibt es schon Termine?

RainerZufall
13 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Klingt gut. Wie viele Menschen im Bürgerrat „Migration und Asylpolitik“ würden nicht schlecht staunen, wenn sie den gesetzlichen Schutz, internationale Verträge und Entwicklungen sowie klare Zahlen vorgelegt bekämen? 😀

Aber auch, wenn es mir persönlich nicht immer gefallen würde, die Empfehlungen müssen auch in der Politik landen, nicht im Papierkorb der Ministerin. Debattiert die Empfehlungen öffentlich!

Realist
13 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

So ein „Bürgerrat“ kann natürlich erst einmal politische Willensbildung im Sinne des Grundgesetzes völlig unabhängig von existierenden Gesetzen und Verträgen vollziehen, solange er nicht gegen die Verfassung agiert. Im Grundgesetz ist ja auch nicht vorgeschrieben, dass nur in „Parteien“ politische Willensbildung stattfinden darf: Parteien wirken ja (nur) bei der politischen Willensbildung mit (Art. 21 GG).

Bürgerräte nur auf den Bereich der Bildungspolitik zu beschränken ist nur wirklich nicht notwendig!

Anders Leo Castor
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wohin das führt, sieht man am nebenbei im Text erwähnten Bürgerrat in BW, der erheblich dazu beigetragen hat, die Wiedereinführung von G9 durchzuboxen (neben der weiternörgelnden Elterninitiative, der es immer noch nicht schnell genug geht).

Obwohl in der Landesregierung wirklich jeder weiß, inklusive MP Kretschmann, Ministerin Schopper und MD Hager-Mann, dass das Geld erheblich besser in der frühkindlichen Bildung, den Grundschulen und den beruflichen Schulen investiert wäre, fördert man einseitig die Schulart, die per Organisationserlass sowieso schon größere Ressourcen als andere erhält. Da nutzt auch der alibimäßig vom Bürgerrat angefügte Satz nichts, dass G9 keineswegs zu Lasten der anderen schulischen Säulen gehen dürfe. Statt dessen besteht die Gefahr einer massiven Beschädigung der Realschulen, der Gemeinschaftsschulen und der Beruflichen Gymnasien.

Anstatt zu betonen, dass es in BW bereits ein gut funktionierendes G9-System über die Beruflichen Gymnasien an über 220 Schulstandorten gibt (jedes dritte Abitur in BW wird auf diesem Weg erworben), macht man nicht das, was sinnvoll ist, sondern das, was opportun erscheint. Diesen Bürgerrat hätte sich BW – im Wortsinne – sparen können.

Wenn der bundesweite Bürgerrat Bildung und Lernen ähnliche Ergebnisse zeitigt, na dann gute Nacht.

Realist
16 Tage zuvor

Was man den Gymnasien mit dem Übergang von G8 nach G9 zurückgibt, hat man ihnen vorher beim Übergang G9 nach G8 weggenommen. Schon vergessen?

Und die Schulform mit den größten Ressourcen sind bei Weitem die Gesamtschulen…

Betroffene
15 Tage zuvor
Antwortet  Realist

„Und die Schulform mit den größten Ressourcen sind bei Weitem die Gesamtschulen…“
Nein!
Nicht in Baden-Württemberg.
Dort sind es die allgemeinbildenden Gymnasien.
Und genau darauf bezieht sich doch obiger Kommentar, dem ich voll und ganz zustimme.
G9 über die berufsbildenden Gymnasien in Aufbauform ab Klasse 8 oder mit 3 jähriger Oberstufe nach Klasse 10 sind eine gute Idee und tragen zur Bildungsgerechtigkeit bei. Denn an den berufsbildenden Gymnasien machen auch heute schon sehr viele Menschen aus benachteiligten Elterhäusern ihr Abi.
Jeweils zugänglich sollte dieser Weg für geeignete Schülerinnen und Schüler aller Sekundar-Schularten sein, wobei ein Wechsel aus G8 limitiert sein sollte.
Dann könnte das G8 an den allgemeinbildenden GY bleiben, für besondersBegabte und Leistungsstarke wobei ich auch hier auf Eignung der Schülerinnen und Schüler achten würde.
So wie es jetzt gehandhabt werden wird ( Baden-Württemberg), wird Geld an das lobbystärkste Klientel gegeben. Durch den “ Bürgerrat“ mit einem Gerechtigkeitsmäntelchen versehen.

Schulmeister
13 Tage zuvor
Antwortet  Betroffene

Das Problem bei G8 war aus meiner Sicht nicht, dass nur besonders Begabte ihr Abitur schafften, sondern dass für alle Schüler (auch besonders Begabte) zu wenig Zeit zur Vertiefung und Verbreiterung war weil man fokussiert war, in kürzester Zeit die Dinge zu erledigen, die unmittelbar in der Abiprüfung abgefragt wurden. Was auf der Strecke blieb, war neben der Allgemeinbildung die Möglichkeit der Vernetzung mangels Kontext. Das Abitur war und ist zu schaffen, nicht nur für besonders Begabte, aber die Basis, mit der die Abiturienten den Abschluss absolvieren, ist schmaler als wünschenswert.

Dagmar Schäfer
15 Tage zuvor

Eine Bildungswende in den Grundschulen ist Grundlage!
Jede Grundschulklasse braucht ein pädagogisches Verantwortungs-Team.

Unterschreiben Sie die Initiative
https://www.openpetition.de/!jxbss

Dass Kinder und Jugendliche in Inklusion zu Demokraten/Innen mit freiheitlichen Grundwerten werden, erreichen wir niemals durch „Unterrichten im Stressbetrieb“, sondern dadurch, dass sie diese Werte von Anfang an erfahren und erleben können.

Dies beginnt spätestens in einer Grundschule, wo sich jedes Kind gesehen und gehört fühlen kann, wo es als anerkanntes Mitglied sein Potential entwickeln kann. Und in der Gruppe lernt, miteinander zu sprechen,Unstimmigkeiten zu klären und Engagement zeigen darf.
Doch leider lassen wir unsere Grundschulen seit Jahrzehnten im Stressbetrieb laufen und begnügen uns mit gutgemeinten Leitbildern und Lehrplänen, die aber im Realbetrieb ihre Ziele weit verfehlen.

Wer nachdenkt, weiß, dass wir chancengerechte und inklusive Bildung – und genauso wichtig: Bildung, die die jungen Menschen fähig zur Demokratie, zum konstruktiven Engagement macht – nur erreichen, wenn wir den Kindern einen Rahmen geben, in dem sich jedes freudig angenommen, integriert und gut gefördert weiß. Das braucht Personal und eine klare Absicht, die nicht nur auf dem Papier steht.
In 10 Jahren können wir dort sein, wenn jetzt Wahrheiten ausgesprochen und berücksichtigt werden.

Bitte unterschreiben Sie dafür die Initiative
https://www.openpetition.de/!jxbss

Lisa
15 Tage zuvor

G8 wurde auch nicht aus fachpädagogischen Erwägungen eingeführt!

Karl-Heinz
16 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Arroganz at its best.

Alter Pauker
16 Tage zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Realismus is bitter!

Alter Pauker
16 Tage zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

better…

Hysterican
14 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

… passt beides!!

Lisa
15 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Teilweise werden Gesetze verändert, wenn sie der gesellschaftlichen Realität angepasst werden sollen. Dafür sind Bürger auch schon auf die Straße gegangen wie beim Abtreibungsrecht.
Die Bürger zu fragen, welche Schule sie sich eigentlich wünschen, ist nur berechtigt.
Wobei es hier nicht um ein Plebizite geht, sondern um eine beratende Stimme.

RainerZufall
13 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Nicht auszudenken, würden sich Ärztinnen am Ende mehr Zeit für Patient*innen nehmen oder wenn es bei Scheidungen im Interesse beider Parteien liegen sollte, einen Kompromiss zu finden, anstelle die andere Seite auszubluten.

Die Leute sollen Ihre Perspektiven eingeben, nicht den Job übernehmen. Wenn sich Berufsgruppen schon dermaßen von der Gesellschaft entfernt haben, dass selbst der Austausch schon lachhaft empfunden wird, haben wir hier vielleicht schon die erste Baustelle – und dringenden Handlungsbedarf!

Katze
16 Tage zuvor

Was wünschen sich denn unnormale Menschen von Kita und Schule?
Wer sind wir? Und wenn ja, wie viele?

„Die Begriffe „Bürgerrat“ und „Bürgergutachten“ suggerieren, dass hier ein Gremium für uns alle beraten hätte. Denn schließlich sehen wir uns alle als Bürgerinnen und Bürger. Aber dieser Anspruch wird weder durch das Auswahlverfahren der Mitglieder eingelöst, noch durch die Organisation des Beratungsprozesses, der viel Raum für externe Einflussnahme bietet.
Bürgerräte nicht demoskopisch repräsentativ. Ihre Arbeit wird extern angeleitet und ist nicht wirklich autonom. Sie entsprechen eher sehr aufwändig konstruierten Fokusgruppen. Als solche können sie, wie Think-Tanks auch, wertvolle Impulse für die Politik geben. Die Umsetzungsverantwortung aber verbleibt bei Parlament und Regierung.
Ruprecht Polenz
https://www.bosch-stiftung.de/de/storys/schafft-ein-zwei-viele-buergerraete

Suggerieren, externe Einflussnahme, aufwändig konstruiert, Fokusgruppen – mir fehlen noch Maßnahmenkatalog, Herausforderung für Beschäftigte im Bildungs-und Erziehungssektor,
Transformation zur Schule 3.0
AAAAAllaaaarm!

Also der Beratungs- und Beschäftigungstherapie in Gremien für normale Menschen folgen leere Betriebsamkeit, Ignoranz und Inkompetenz der Verantwortlichen aber mit Lösungsvermeidungsstrategie.
Während in ein-zwei-vielen Bürgerräten noch beraten wird, fährt die deutsche Bildungskarre weiter gegen die Wand.

Alle Innovationen bleiben heiße Luft,
in Nullkommanichts sind sie verpufft.
Lang ist’s her, wir schauen zurück,
da war auch Schule mal ne Denkfabrik.

447
14 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Die werden so lange „fokussiert“ und „beraten“, bis rauskommt was rauskommen soll.

Übertragung des Prinzips „Klassenrat“ auf volljährige Menschen.

Hysterican
14 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Touche‘ !!!

Danke.

Alx
16 Tage zuvor

„Das beste Argument gegen Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem Durchschnittswähler“ Winston Churchill

RainerZufall
13 Tage zuvor
Antwortet  Alx

Es geht ja nicht um einen munteren Schwatz auf der Straße, sondern um politische Partizipation mit der entsprechenden Ausstattung an Ressourcen.
Gerade letzteres hätten die Briten dringender gebraucht als Busse mit verlogenen Brexit-Versprechungen

Philine
15 Tage zuvor

Ich glaube, dass der Begriff „Chancengerechtigkeit“ je nach politischer Couleur sehr unterschiedlich definiert werden kann. An der „Gerechtigkeit“ haben sich ja schon erstklassige Denker abgearbeitet, ohne auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Schulmeister
13 Tage zuvor

Ich halte es im Prinzip schon für eine gute Idee, wenn in diesen Bürgerräten (mehrheitlich) keine Fachleute sitzen. Gerade weil sie keine politischen Entscheidungen treffen, sondern im besten Sinne Impulsgeber sind, können sie die Arbeit der Experten positiv beeinflussen. Ich gehe mal davon aus, das das prinzipielle Anliegen dieser Menschen ist, für ihre Kinder eine möglichst gute Bildung und weiter gefasst, darauf hinzuwirken, dass die nächste Generation so gut wie möglich in der Lage ist, eine immer kompliziertere Welt mitzugestalten. Das ist ein breiterer Zugang als der von Experten, seien es Politiker (Koalitionszwänge, Mehrheitsbeschaffung, persönliche Profilierung) oder Lehrer (Bildungsplan erfüllen, Prüfung vorbereiten, Notengebung)
Umsetzen müssen es ja ohnehin die beiden letztgenannten, aber die, um die es geht, sind die Kinder aller

RainerZufall
13 Tage zuvor

Demokratie-Theater, leider!
Die Empfehlungen sollten verpflichtend in den Landtag (o.ä.) eingebracht und besprochen werden! Dann können die Bürger*innen auch sehen, welche Politiker*innen die Vorschläge umzusetzen gedenken und wer (begründet) widerspricht.
Stattdessen wird es in ein Loch ohne Boden geworfen, sehr produktiv!

Schulmeister
12 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Sehe ich nicht ganz so. Im Prinzip ist es ja nicht gerade verwerflich, wenn das Parlament sich mit Anliegen seiner Bürger beschäftigt, genauso wenig wie die von Ihnen angesprochene Reaktion der Abgeordneten. Begründeter Widerspruch ist völlig okay und wenn da Ross und Reiter, aber vor allem auch die Gründe für einen eventuellen Widerspruch deutlich werden, ist das ein Schritt hin zu mehr Transparenz.
Idealerweise ermöglicht dieser Bürgerrat einen Blick von außen, der einer möglichen Betriebsblindheit von Politikern und auch von Lehrern entgegenwirken kann