Umfrage: Arbeitsdruck steigt – Lehrkräfte und Kita-Fachkräfte besonders betroffen

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DÜSSELDORF. Termindruck, Arbeitsverdichtung, immer mehr Aufgaben: Viele Beschäftigte – auch Lehrkräfte und Kita-Fachkräfte – sind in ihren Jobs spürbaren Belastungen ausgesetzt. Dies hat eine aktuelle Studie im Auftrag des DGB nun ergeben. Der spricht von einem Alarmsignal.

Da geht noch ‚was… Illustration: Shutterstock

Jeder zweite Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen fühlt sich einer Umfrage zufolge bei Arbeit häufig gehetzt oder ständig unter Zeitdruck. Das ist das Ergebnis von Befragungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu den Arbeitsbedingungen unter rund 3.200 Beschäftigten in NRW zwischen 2020 und 2023. Während die Arbeitsintensität besonders schlecht bewertet wird, sehen viele Beschäftigte aus NRW aber einen hohen Sinngehalt in ihrer Arbeit. Auch die Jobsicherheit gehört zu den am besten bewerteten Kriterien des am Dienstag in Düsseldorf vorgelegten «DGB-Index Gute Arbeit».

Die Vorsitzende des DGB NRW, Anja Weber, nannte die Ergebnisse ein Alarmsignal. Es sei bekannt, dass viele Beschäftigte wegen des hohen Drucks bei der Arbeit ihre Arbeitszeit reduzierten, den Beruf wechselten oder vorzeitig in Rente gingen. «Nicht der übertriebene Wunsch nach „Work-Life-Balance“, sondern Überlastung ist oft der Grund dafür, warum diese Arbeitnehmer weniger arbeiten als sie eigentlich könnten», sagte Weber.

Nur 16 Prozent der Befragten bewerteten ihre Arbeitsbedingungen insgesamt als gut. 15 Prozent sprachen von einer schlechten Arbeitsqualität. Dabei gibt es zwischen den einzelnen Berufsbereichen große Unterschiede. Während die IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe am besten abschnitten, haben Pflegekräfte, Erzieher und Erzieherinnen sowie Lehrkräfte besonders stark mit Druck zu kämpfen.

Wörtlich hießt es in dem Bericht: «Die Beschäftigten in personenbezogenen Dienstleistungsberufen haben besonders oft mit Arbeitshetze, Unterbrechungen des Arbeitsflusses und Qualitätsabstrichen zu kämpfen. Sie sind häufig mit ihrer Einkommenssituation nicht zufrieden und beklagen fehlende betriebliche Sozialleistungen wie zur Altersvorsorge oder Gesundheitsversorgung. Zudem arbeiten sie häufig unter hohen körperlichen Anforderungen wie ungünstigen Körperhaltungen oder Lärmbelastung. Dafür sehen sie einen großen Sinngehalt in ihrer Arbeit und geben eine sehr gute Bewertung ihrer Beschäftigungsperspektive ab, was sicherlich auf den hohen Fachkräftemangel z. B. bei Erzieher*innen und Lehrer*innen zurückzuführen ist.»

„Die Beamt*innen bewerten ihr Einkommen vergleichsweise positiv und gehen eher davon aus, dass ihr Alterseinkommen später ausreichen wird“

Viele Befragten haben auch finanzielle Sorgen und empfinden ihr Einkommen mit Blick auf die Arbeitsleistung als unangemessen. 40 Prozent gaben an, dass ihre Rente aus der Erwerbstätigkeit nicht reichen werde. Hier allerdings ist die Lage bei den Beamtinnen und Beamten augenscheinlich besser: «Sie sorgen sich weniger um ihre Beschäftigungsperspektive, haben bessere Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten und sehen in ihrer Arbeit einen hohen Sinngehalt. Die Beamt*innen – anders als die nicht verbeamteten Beschäftigten im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft – bewerten ihr Einkommen vergleichsweise positiv und gehen eher davon aus, dass ihr Alterseinkommen später ausreichen wird.»

Aber: «Die positive Bewertung vor allem hinsichtlich materieller Bewertungskriterien darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst und den Beamt*innen einiges im Argen liegt: Besonders auffällig ist der geringe Wert beim Kriterium ‚Widersprüchliche Anforderungen und Arbeitsintensität“. Hier geben Beschäftigte im öffentlichen Dienst und Beamt*innen besonders häufig an, bei ihrer Arbeit gehetzt und gestört zu werden. Hinzu kommen hohe soziale und emotionale Anforderungen: Beschäftigte sind oft respektloser Behandlungen ausgesetzt oder müssen mit Konflikten umgehen.» Bei Beamt*innen träfen diese Herausforderungen auf eine schlechte Arbeitszeitlage: « Sie müssen öfters am Wochenende und in den Abendstunden im Einsatz und ständig erreichbar sein.»

Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab es etwa bei der Bewertung der Arbeitszeiten. So bewerteten Frauen ihre Lage besser als Männer. Der DGB erklärte das damit, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten. Dafür sorgten sich Frauen der Erhebung zufolge mehr um ihr Einkommen und ihre Rente. Auch das könnte nach Ansicht des DGB Ausdruck der hohen Teilzeitquote, aber auch der häufig schlechteren Bezahlung in frauendominierten Berufen sein.

Unterschiede bei der Arbeitsbewertung traten zudem bei jüngeren und älteren Beschäftigten auf. So wird mit zunehmendem Alter der Anteil derjenigen größer, die mehr Sinn in ihrer Arbeit sehen. Jüngere Befragte fühlen sich dagegen weniger gehetzt und sehen sich seltener mit widersprüchlichen Arbeitsanforderungen konfrontiert.

«Wer glaubt, mit mehr Druck und längeren Arbeitszeiten den Fachkräftemangel bekämpfen zu können, ist auf dem Holzweg», sagte Weber. Arbeit, die belaste und krank mache, verschärfe vielmehr den Fachkräftemangel. Nicht ein «ständiges Herumdoktern» am Arbeitszeitgesetz, sondern Arbeitszeiten, die zum Leben passten und zugleich klare Grenzen führen nach Worten Webers dazu, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit aufstockten. Weber sah angesichts des zunehmenden Drucks auch die Zustimmung der Beschäftigten zu notwendigen Veränderungen der Arbeitswelt, etwa zur ökologischen Transformation, als problematisch. News4teachers / mit Material der dpa

Kultusminister lässt die Arbeitsbelastung von Lehrkräften untersuchen („Black Box“) – GEW: Wissen wir doch längst!

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Katze
22 Tage zuvor

Wie viele „aktuelle“ Studien im Auftrag von wem auch immer brauchts für diese Erkenntnis eigentlich noch. Der Arbeitsdruck und die Desillusionierung von LuL steigt seit Jahren.
Nicht nur ein «ständiges Herumdoktern» an Arbeitszeiten sondern auch widersprüchliche Anforderungen durch ständig neue bildungspolitische Säue stören unsere Arbeit und führen zu emotionalem Druck, da sich uns der Sinngehalt vieler Maßnahmen und Forderungen nicht mehr erschließt.
Jede neue leistungsfeindliche, sozialromantische, bildungsideologische Sau, die durchs Dorf getrieben wurde, nötigte uns zu Unterbrechungen unseres Arbeitsflusses und zu weiteren Qualitätsabstrichen.
„So wird mit zunehmendem Alter der Anteil derjenigen größer, die mehr Sinn in ihrer Arbeit sehen.“ Hä? Wer wurde für diese Studie befragt? Gilt für mich und viele meiner KuK (renitente Oldschool-Konservativlinge) am Gymnasium nicht! Wir hatten vor 20 Jahren bessere Bedingungen, um ernsthafte fachliche Bildung zu vermitteln und konnten uns mit den damaligen Bildungs- und Erziehungszielen mehr identifizieren. Unsere Schüler waren damals noch studierfähig, nicht nur studierberechtigt gepampert.
Verschont uns mit aktuellen Studien und neuen verschlimmbessernden bildungsideologischen „Herausforderungen“. Wir haben fertig – schon lange!

Realist
22 Tage zuvor

Wer geht auch noch zum öffentlichen Dienst (außer Dauerkranke, Personen mit mindestens drei Kindern und unbelehrbare „Idealisten“)?

Die „hammerharte“, „private“ Wirtschaft bietet für Akademiker:

  • mindestens drei Tage echtes Homeoffice (vom Arbeitgeber eingerichtet und bezahlt, nicht selbstfinanziert wie z.B: bei Lehrern, um die Abende, Wochenenden und Feiertage mit Korrekturen statt mit Erholung zu verbringen)
  • Vier-Tage-Woche bzw. 32-Stunden-Woche (IGM demnächst)
  • großzügige Abfindungen für langjährig Beschäftigte (VW aktuell: > 400.000€, BASF, Bayer ähnlich, SAP zwei Monatgsgehälter pro Beschäftigungsjahr)
  • Firmenwagen und Boni für die, welche dabei bleiben
  • Lohnerhöhungen von aktuell locker 10% PRO JAHR und nicht für drei Jahre wie im öD (nach Jahren von praktischen realen Null- und Minusrunden)

Was erwartet einen im öffentlichen Dienst?

  • die obige Liste schon einmal garantiert nicht
  • dafür: Präsenzpflicht in vielen Bereichen, Büros und Gebäude aus den 70er-Jahren, „Sparschwein der Nation“, „Sündenbock der Nation“, Ziele von medialem Dauerbashing und für die Kollegen „mit Kundenkontakt“ verbale und teilweise physische Bedrohungen und Angriffe (Fürsorgepflicht des Arbeitgebers???)
  • „Sondervermögen“, „Notkredite“, „Bürgschaften“ sind für alles und jeden da (Krieg, gescheiterte Unternehmen, andere EU-Staaten), nur nicht für die Bechäftigten im öffentlcihen Dienst („Kostenfaktoren“)
  • Arbeiten bis 70 (CDU deutet das ja schon an, falls sie die Wahl gewinnen sollte)

Gen Z: …

Tom
21 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Geld, Präsenz und kein Homeoffice.
Wobei einige Schulen probieren zumindest etwas online Unterricht

Stromdoktor
21 Tage zuvor
Antwortet  Realist

„Die „hammerharte“, „private“ Wirtschaft bietet für Akademiker:

mindestens drei Tage echtes Homeoffice (vom Arbeitgeber eingerichtet und bezahlt, nicht selbstfinanziert wie z.B: bei Lehrern, um die Abende, Wochenenden und Feiertage mit Korrekturen statt mit Erholung zu verbringen)“

Stimmt nicht. Heißt vielfach mobiles Arbeiten, um die Arbeitsschutzstandards zu Hause nicht sicherstellen zu müssen.

https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/arbeitsrecht-was-mobilarbeit-von-homeoffice-unterscheidet_76_498118.html

„Vier-Tage-Woche bzw. 32-Stunden-Woche (IGM demnächst)
großzügige Abfindungen für langjährig Beschäftigte (VW aktuell: > 400.000€, BASF, Bayer ähnlich, SAP zwei Monatgsgehälter pro Beschäftigungsjahr)“

Stimmt nicht bzw. In manchen Branchen wird dieses diskutiert. Beispielsweise in der stahlproduzierenden Industrie. Bei den Autobauern ist man bei einer 35 Stundenwoche und steckt Absolventen ans Band=Schichtdienst=kein HO.

https://www.volkswagen-karriere.de/de/volkswagen-als-arbeitgeber/benefits-und-work-life-balance.html#:~:text=Die%20Arbeitszeit%20bei%20Volkswagen%20wird,35%20Stunden%20in%20der%20Woche

https://www.welt.de/wirtschaft/article252210650/Drastische-Sparmassnahmen-VW-will-Uni-Absolventen-am-Fliessband-einsetzen.html

„Firmenwagen und Boni für die, welche dabei bleiben Lohnerhöhungen von aktuell locker 10% PRO JAHR und nicht für drei Jahre wie im öD (nach Jahren von praktischen realen Null- und Minusrunden).“

Firmenwagen bekommt kein normaler Angestellter außer im Außendienst – Dienstwagen nur für Führungskräfte. Bestenfalls Leasing-Angebote zu verbesserten Konditionen. Als FK haben sie aber mit Sicherheit keine 32 Stundenwoche mehr…

Also:
Sie kombinieren hier das jeweils beste aus vielen Unternehmen wohlwollend.

Ihr „idealer Arbeitnehmer“ arbeitet zu den Konditionen aus dem metallproduzierendem Gewerbe (vlt. irgendwann mal 32 h ABER kein HO), in Kombination mit dem Verdienst aus dem metallverarbeitenden Gewerbe, in Kombination mit den flexiblen Arbeitszeitmodellen der IT-Branche…und bekommt ohne Führungsverantwortung (bspw. AT- vielfach nur leitende Angstellte) einen Dienstwagen gestellt.

Letzter Denkanstoß zu den 400.000 € Abfindung. Welche Motivation sollte ein Unternehmen haben, erfahrene Arbeitnehmer mit attraktiven Angeboten von einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Unternehmen zu überzeugen und was verspricht man sich von der Einstellung jüngeren Kollegen an gleicher Stelle?

Ich helfe gerne:
Steigen Sie jetzt ein, bekommen Sie nie mehr die gleichen Arbeitsbedingungen (z.B. Haustarifvertrag I bei VW) wie Ihre älteren (Noch)Kollegen und werden zukünftig auch niemals mehr ein derartiges Abfindungsangebot erhalten.

Sie steigen im normalen Tarif ein. Der Weg in den Bereich Tarifplus (hier gibt es einen Dienstwagen) ist aktuell aufgrund der Sparmaßnahmen vielfach ausgesetzt. Bleibt noch der Weg in den AT-Bereich…dann aber ohne Arbeitszeiterfassung und mit 30 Tagen Urlaub.

Sternschnuppe
21 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Stimmt so auch nicht. Man muss je nach Branche differenzieren. In der Chemie ist das so. Homeoffice gibt es sehr wohl. Die Abfindungen sind auch in der Chemie richtig angegeben. Ich kenne das auch von Merck. Gehen mit Abfindung. 13. und 14. Gehalt. Und ich wüsste keine Branche, die noch mehr als 40 Stunden arbeitet. Lehrer schon.

Stromdoktor
20 Tage zuvor
Antwortet  Sternschnuppe

Der Realist erwartet eine 32 Stundenwoche, Homeoffice (inkl. Kostenübernahme), einen Dienstwagen und zu einem späteren Zeitpunkt eine Abfindung in Höhe von 400.000 €.

Sie hatten also bei Merkck eine 32 Stundenwoche und einen Dienstwagen? Diese Kombination stelle ich in Frage.

Letztlich sind die Bedingungen bei den Dax-Konzernen für „Tarifraupen“ vergleichbar:

– 35 bis < 40 Stundenwoche.
– 75.000 – 100 k€ Jahresgehalt.
– 13,X-Gehältern (Weihnachtsgeld + erfolgsabhängige Vergütung bis 100 %).
– Möglichkeit des mobilen Arbeitens mit Kostenbeteiligung aber zumeist kein "richtiges HO" (was mir persönlich egal ist).
– ein bis drei Präsenztage im Büro.
– Betriebsrente
– ggf. Leasingfahrzeuge über entsprechende Kooperationspartner.
– Jobrad.
– Geld für Weihnachtsfeiern und Teamevevents / Dienstreisen.
– …

Deutlich über 100 k€ geht es nur in einer Führungsposition oder bei sehr langer Betriebszugehörigkeit im AT-Bereich. Dafür gibt es dann oft einen Dienstwagen aber eine 40 Stundenwoche. Tatsächlich (wie zuvor beschrieben, inkl. pauschale Abgeltung von Überstunden).

Das ist die Realität.

Die meisten FK arbeiten geschätzt zwischen 40 und 50 Stunden pro Woche bei 30 Tagen Urlaub im Jahr.

In den ersten Führungsebenen liegt man vielleicht im Mittel bei 120 k€.

Danach wird man leitender Angestellter (mehr Arbeit, mehr Geld), verlässt die schützende Hand der Mitbestimmung und der Anspruch und Ton steigt RICHTIG "hart" an!

Ab hier wird Nichtleistung definitiv nicht mehr toleriert und man ist seinen Job ganz schnell los. Bestenfalls mit einer Abfindung. Dazu kein verbriefter Urlaubsanspruch…usw.

DAS IST die REALITÄT!

Ich ordne ein:

Ggf. ist das Ende im Tarifbereich oder die erste Führungsebene interessant und stellt eine gute Kombination dar, um hier die größten Punkte / Wünsche aus dem Forum zu kombinieren.

Man möge aber beachten, dass Führungspositionen in der Regel im Rahmen von Assessment-Centern besetzt werden und man ein Stück weit seine Diskussionskultur und innere Einstellung zum Job und der Aufgabe positiv schärfen muss.

Simulierte Mitarbeitergespräche die mit der falschen Wortwahl untersetzt werden, können schon das Ende aller Träume bedeuten. Hier sehe bei einigen Kommentaren eine ernstzunehmende Hürde…

Sternschnuppe
20 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Also bei Merck gibt es für sehr viele Mitarbeiter die Möglichkeit des HO. Alle neuen Gebäude besitzen überhaupt nicht mehr genügend Räume für alle zum Arbeiten. Selbst Meister in Betrieben der Produktion machen HO. In der Chemie gibt es für alle eine 37,5 Stundenwoche, da hier ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag gilt. Bezahlt wird hier sehr gut im Vergleich zu anderen. Eigene Krankenkasse, betriebsinternes Studium…….. Gehen mit Abfindung lief gerade erst, bei langer Betriebszugehörigkeit kommt die Summe von Realist durchaus hin. Gut, ein Dienstwagen gibt es nicht. Fahren im Gelände einer chemischen Fabrik macht auch keinen Sinn. Es gibt ein 13. Gehalt und ein 14. Gehalt, also Beteiligung am Gewinn. Die Chemie bezahlt mit am Besten. Das gilt für alle E-Stufen. Die BASF bezahlt noch besser. Und richtig ist auch, dass bei den meisten großen Gewerkschaften nicht mehr die Rede von 40 Stunden pro Woche ist. Bei Lehrern sind es deutlich mehr als 40 Stunden, die noch nicht einmal erfasst werden. Ich bin bei Branchen, die ich nicht kenne, eher zurückhaltend, aber in der Chemie kenne ich mich aus. Und Sie können glauben, dass HO für Arbeitgeber deutlich günstiger ist. Eine CNC-Steuerung auf einem Laptop zu speichern, ist keine Herausforderung. Dann kann man wunderbar von zu Hause den Prozess überwachen.

Stromdoktor
20 Tage zuvor
Antwortet  Sternschnuppe

Stimme Ihnen definitiv zu. Ihre Schilderungen entsprechen aber doch auch dem, was ich zuvor beschrieben habe!?

Bzgl. des Homeoffice möchte ich gerne richtigstellen, dass es hier bei den Begrifflichkeiten um die reine Kostenbeteiligung bzw. den Arbeitsschutz geht. Umfang und Dauer der mobilen Arbeit und HO sind vergleichbar.

Auch bzgl. der Räumlichkeiten stimme ich Ihnen zu. „Wir“ rechnen mit 0,8 Büros pro Mitarbeiter noch recht konservativ. Bei anderen Unternehmen teilen sich zwei MA ein Büro. Damit spart man Kosten.

Ansonsten würde ich noch ergänzen, dass es vielfach einen Zuschuss zum Mittagessen gibt.

Anmerken möchte ich gerne, dass man weniger Urlaub als Ferien hat und hier eine Bereinigung bei der wöchentlichen Arbeitszeit stattfinden müsste.

Wir können uns vielleicht darauf einigen, dass die Arbeitsbedingungen durchaus gut und deutlich besser als im öffentlichen Dienst sind.

Dennoch hat man ebenfalls auch echt viel zu tun. Mehr als man eigentlich realistisch schaffen kann. Die Zeiten des Personalüberhangs sind schon lange vorbei – bei den meisten Unternehmen.

Meine Einblicke beziehen sich auf die Energie-, Stahl- und Automobilbranche , die ich bei unzähligen gemeinsamen Grillabenden im Kreise der Nachbarn gewonnen habe. Hier hat die Energiebranche leicht die Nase vorn…

Die großen produzierenden Unternehmen haben den Vorteil, dass vergleichsweise gering qualifizierte Menschen gute Arbeitsbedingungen und eine sehr gute Bezahlung erhalten.

447
19 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ihr zentrales Argument (es sei eine Mischung der besten Teile aller Branchen präsentiert worden) ist ja nicht falsch.
Haben Sie auch belegt, alles prima.

Der entscheidende Punkt ist doch eher die absolute Fallhöhe:

Sicherlich trifft kaum ein Arbeitsplatz ALLE guten Anteile der Kobzernarbeit – das Lehramt trifft jedoch ALLE SCHLECHTEN, quasi „black mirror“.

Da liegt doch der Hase im Pfeffer.

Nehmen wir mal den besonders obskuren Punkt „Dienstwagen“ – natürlich kriegt in der Wirtschaft nicht jeder einen Dienstwagen, ’nen coolen schonmal gleich drei mal nicht.Heutzutage eher Loserkarren, wenn überhaupt.
Akzeptiert, kein Problem.

Der Lehrer darf allerdings zu 100% pendeln, kriegt garantiert niemals Transportunterstützung UND darf dazu noch bei voller juristischer Verantwortung den Transport der Kunden organisieren, sich also als Amateur-Disponent und Geldeintreiber beschäftigen. –> negativer Spiegel.

Stromdoktor
19 Tage zuvor
Antwortet  447

Ich habe ja auch schon im öffentlichen Dienst gearbeitet…

Mich hat vor allem genervt, dass man für Dienstreisen die Bahn nutzen musste. Einen eigenen Fahrzeugpool oder die Kostenerstattung bei Nutzung des privaten PKW gibt es nicht.

Abrechnungen (insbesondere vom Dienstreisen) waren super nervig bis unmöglich.

Wenn ich mit Geschäftspartnern oder meinem Team irgendwo einkehre, dann bekomme ich die Kosten locker erstattet. Ist schon was anderes, ob ich zur Weihnachtszeit ins Restaurant gehen kann oder ich selber Kartoffelsalat zur Weihnachtsfeier mitbringen muss.

Dieses Barrierefreie und durchaus auch der vertrauensvolle Umgang sind der eigentliche Unterschied.

Auch die Tatsache, dass man bei jeder politisch diskutierten Sonderzahlung auch gleich davon ausgehen kann, dass das Unternehmen auf den Zug mit aufspringt.

Das alles sind Dinge, die ich persönlich im täglichen Arbeitsleben mehr schätze und die einen echten Unterschied in der Motivation machen.

Beim Thema Homeoffice kann man auch echt Pech mit dem direkt Vorgesetzen habe und daher ist das Thema aus meiner Sicht ungeeignet, um hier substanzielle Unterschiede zu machen.

Und ich möchte gerne darauf hinweisen, dass die Arbeit auch echt mies sein kann. Die Freiheitsgrade sind da manchmal wirklich nicht vergleichbar mit der Selbstbestimmtheit, wie Sie es vielleicht gewöhnt sind.

Alles in allem läuft es für mich darauf hinaus, ob man seinen Schwerpunkt auf mehr Urlaub / Ferien legt oder ob man während der Ausübung der Tätigkeit mehr Benefits und Freude haben will.

Ich muss noch drei Wochen arbeiten, um dann zwei Wochen in den Urlaub zu fahren. Da würde ich schon gerne tauschen. Den Rest der Zeit nicht. Obwohl ich sehr oft im Büro bin, da ich ein operatives Team im Schichtdienst leite und mich hier nicht ins HO verkrieche.

Finanziell wird sich das nicht viel nehmen, wenn man die Pensions- bzw. Rentenzeit mit einkalkuliert.

Ich freue mich persönlich, dass es so gelaufen ist. Es hätte aber auch viel schlechter laufen können und ist nicht selbstverständlich bzw. planbar.

Karl-Heinz
21 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Und bitte noch die folgende typische Klausel im Arbeitsvertrag beachten: „Mehrarbeit ist mit dem Gehalt abgegolten.“

Bettina
20 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Lieber Realist,
ich danke Ihnen von Herzen für ihre ehrlichen Worte.
Sie treffen die Gründe auf den Punkt genau. Sie schätzen es realistisch ein und legen den Finger in die Wunde.
Stromdoktor? Was soll das?
Das stimmt doch nicht. Homeoffice ist verlockend für alle.

Stromdoktor
20 Tage zuvor
Antwortet  Bettina

Was soll das?

Eine ehrliche „Zweitmeinung“ zu den allg. Arbeitsbedingungen bei Dax-Konzernen.

Entscheiden Sie gerne für sich, ob mein Kommentar einen Beitrag zu Ihrer Meinungsbildung leisten kann.

Herr Gesangsverein
20 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Danke Stromi!
Das deckt mal die Arbeitszeit und die Grundvergütung ab. PlV/Familien-/Kinder-/Ortszuschlag und die Kategorie „B“ bei Krediten und Versicherungen lassen wir mal unter den Tisch fallen.
Ich möchte aber ergänzen, dass die Positionen (I.d.R. Führungspositionen), die so einträglich vergütet sind wie eine A13/14/15 Stelle nicht wie Sand am Meer vorhanden sind.
Diese – und viele Positionen darunter – haben auch knackige Zielvorgaben und eine enge Leistubgskontrolle.

Hanni
20 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ich habe auch was beizutragen:
Im hammerharten Wirtschaftsunternehmen, in dem ich arbeite gab es in diesem Jahr eine (leistungsabhängige!) Gehaltserhöhung von BIS ZU 3%.
BIS ZU heißt: wenn jemand mehr bekommt (wegen überragender Leistung) bekommt jemand anders weniger. Wenn alle hochleisten wird trotzdem geschaut, wer „besser“ war.

10% als Budget für Erhöhungen gab es in meinen bislang 20 Berufsjahren noch nie. In keinem der Unternehmen, für die ich gearbeitet habe. Und ich habe sogar mal in einer dem ÖD gleichgestellten Organisation gearbeitet.

Zum Thema Firmenwagen: wenn man sich umhört in der Wirtschaft stellt man fest, das nahezu alle Firmen von der Flotte abkommen und (wenn überhaupt) den Benefit einpreisen – zu Gunsten des Unternehmens gerechnet.

Ich habe auch in meinem Netzwerk mal ein wenig rumgefragt: Von Bewerbungen von Lehrern, die ins Wirtschaftsland, in dem Milch und Honig fließen wechseln wurde mir nicht berichtet. So verlockend kann es also doch nicht sein.

Sternschnuppe
20 Tage zuvor
Antwortet  Hanni

In welcher Branche arbeiten Sie denn? Ich wüsste keine Gewerkschaft, die dieses Jahr mit 3% Lohnerhöhung einen Tarifvertrag abgeschlossen hätte.

Stromdoktor
21 Tage zuvor
Antwortet  Realist

https://www.heise.de/news/Bei-SAP-wollen-mehr-Leute-gehen-als-Abfindungen-geplant-sind-9776238.html

SAP…

„Zahlreiche Mitarbeiter nennen als Gründe für die schlechte Stimmung beim Walldorfer Konzern allgemeine Umstrukturierungen und Gehaltsrunden, die nicht einmal einen Inflationsausgleich bedeuten würden. Vorrangig wurde auch in früheren Berichten sowie jetzt jedoch eine neue Präsenzpflicht genannt, die an mindestens drei Tagen in der Woche gelten soll. SAP begründete das zuvor mit der Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Wie heise online aus Unternehmenskreisen erfahren konnte, sind von der Büropflicht nun aber auch Mitarbeiter betroffen, die schon vor der Corona-Pandemie jahrelang ihre Arbeit überwiegend aus dem Home-Office erledigt hatten. Wie ein Arbeitnehmervertreter bereits im Januar sagte, galt bei SAP die „langjährige Praxis ‚Vertrauensarbeitsort'“. Ähnliche Proteste gegen eine Büropflicht gab es kürzlich auch bei Dell, wo sich knapp die Hälfte der Mitarbeiter dagegen aussprach.“

Realist!?

Realist
20 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Schön. dass Sie auch das von mir angeführte Beispiel SAP zitieren.

Da gibt es also SAP-Mitarbeiter, die jahrelang im Home-Office waren und nun nicht uns Büro zurückwollen wegen „Vertrauensarbeitsort“?

Bei Lehrkräften interessiert sich auch niemand für den „Vertrauensarbeitsort“, da können Sie prinzipiell im ganzen Bundesland versetzt werden. Auch wenn das nichtg so häufig geschieht, „Abordnungnen“ an „benachbarte“ Schulen sind Gang und Gäbe (und „beachbart“ kann auch schon einmal 50km weit weg sein, natürlich einfache Strecke…). Jetzt kann man sagen: „Ist bei Beamten halt so.“ Da kann ich auch sagen: „Ist bei Konzernmitarbeitern wie bei SAP (einige sagen ja auch „Konzernbeamten“ halt so.“ Und für Lehkräfte wird auch kurzerhand freihändig die Arbeitszeit selbst bei Angestellten erhöht (siehe aktuelles Beispiel Sachsen-Anhalt: https://www.news4teachers.de/2024/06/lehrerin-verweigert-mehrarbeit-und-wird-gekuendigt-zurecht-urteilt-das-arbeitsgericht/ ) Da gibt offenkundig auch keinen „Vertrauensschutz“ und Tarifverträge scheinen auch niemanden zu interessieren…

Der unter der Präsenzpflicht „leidende“ SAP-Mitarbeiter hat immerhin die Chance auf eine Abfindung von zwei Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr (das ist der IST-Zustand, dass irgendwo im Gesetz 0,5 Monatsgehälter steht, interessiert aktuell weder bei VW; noch bei Bayer, BASF oder SAP ioder vielen anderen Unternehmen rgendjemanden).

Die Lehrkräfte (auch die Angestellten) gegen deren „Vertrauen“ man verstöft, bekommt keine Abfindung sondern wie in Sachsen-Anhalt aktuell gezeigt eventuell die Kündigung..

Und übrigens: Ihre Unterscheidung zwischem (echten) Homeoffice und mobilem Arbeiten ist hier wenig zielführend. Auch bei Lehrkräften hat sich der Dienstherrn noch nie für die Finanzierung und den Arbeitsschutz im abendlichen, wochenendlichen under Ferien-„Home Office“ interessiert, also was soll die Spitzfindigkeit? Die allermeisten Lehrkräften haben auch in der Schule keinen Arbeitsplatz, der irgendwelche „Büro-“ und Arbettsschutzstandards erfüllt.

Ach ja, Lehrkräfte arbeiten auf’s Jahr gerechnet deutlich mehr als 40 Zeitstunden (ferienbereinigt) pro Woche, da wurde durch mehrere unabhängige Studien bereits festgestellt. Besonders die Uni Göttingen ist hier aktiv: https://kooperationsstelle.uni-goettingen.de/projekte Bezahlt wird davon fast immer nichts. Gibt auch keine Wochenend- oder Feiertagszuschläge, wenn die Abiturkorrekturen fällig sind…

Gen Z: „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

Tomekk
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Das ist mega schlimm und irgendwie richtig unfair für Lehrer.
Dabei sind es studierte Leute, die sich eigentlich nicht übers Ohr hauen lassen. Hmm

Danke Realist. Ihre Beiträge hier sind erfrischend und regen das Kollegium zum Nachdenken an.
Sie haben so viel Arbeitsschutzkenntnis. Hut ab!

Stromdoktor
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Letztlich muss man sich festlegen, welche Schwerpunkte man setzt.

Gehe ich in die Wirtschaft, bekomme ich die besseren Arbeitsbedingungen, ggf. (nicht zwingend) mehr Geld aber und einen Chef, der mir Aufgaben überträgt und mir mindestens einmal jährlich um Rahmen von Mitarbeitergesprächen sagt, ob er zufrieden mit mir ist…

Die Unternehmensziele werden über alle Ebenen runtergebrochen und landen dann abstrakt bei mir.

Es gibt Studien darüber, dass die Mitarbeiterzufriedenheit unmittelbar mit dem Verhältnis zur direkten Führungskraft in Zusammenhang steht. HO hin oder her. Aktuell sorgt gerade die Interpretation von HO für den größten Zündstoff zwischen MA und FK.

Als LK hat man diesbezüglich weniger Einflussnahme auf seine direkte Ausgestaltung der Kernthemen. Das drumherum einmal ausgeblendet.

Ist einem diese Freiheit + die zwei bis drei anderen Vorteile als Beamter mehr Wert, als die besseren Arbeitsbedingungen in der Industrie? Das ist die Frage.

(Für mich als Außenstehenden ist die größte Ungerechtigkeit eigentlich die Differenzierung in angestellte und verbeamtete Lehrer)

Der wichtigste Punkt ist eigentlich, wie komme ich an so einen Job bei einem der größten deutschen Unternehmen.

Das Recruiting-Verhalten korreliert stark mit den finanziellen Unternehmenszielen. Wachstum = Einstiegschancen vs. Einsparung = Einstellungsstop.

Der Zeitpunkt ist nicht planbar, passt oft nicht zum eigenen Abschluss und man muss daher ggf. Geduld mitbringen oder es mehrfach probieren.

Viele müssen den Umweg über einen Ingenieursdienstleister gehen und jahrelang den gleichen Job wie ihre festangestellten Kollegen ausüben – zu deutlich schlechteren Konditionen.

Und darin sehe ich auch ein Stück weit das Problem hier in der Diskussion. Der Einstieg ist trotz Fachkräftemangel nicht so einfach, wie er gerne hergeleitet wird.

Die Top-Unternehmen in Deutschland suchen sich weiterhin ihr Personal selber aus (oft steht die Besetzung schon vor Ausschreibung fest) und geben den Fachkräftemangel an die kleineren und mittelständischen Unternehmen weiter – die Suchen händeringend. Daher kann man auch seine Mitarbeiter mit 56 in den Ruhestand schicken.

Als Externer hat man es extrem schwer, in diese Jobs zu kommen.

Die größten Chancen hat man als dual Studierender oder mit einem Praktikum bzw. einer Abschlussarbeit im Unternehmen. Hier bekommt man dann Zugang zu internen Ausschreibungen und kann schon mal Kontakt aufnehmen.

Letztlich hält sich die Anzahl der Mitarbeiter in den großen Unternehmen mit einer Berufserfahrung als Lehrer in sehr überschaubaren Grenzen.

Irgendwo zwischen Idealismus, unterschiedlicher Wertung der Arbeitsbedingungen und tatsächlichen Einstiegschancen wird die Wahrheit liegen.

Letztlich auch abhängig von der eigenen Veränderungsbereitschaft bzw. den eigenen Ängsten bei Veränderung.

Die meisten Menschen möchten eine grundlegende Stabilität im Leben und sich nicht ständig neu orientieren müssen – nicht einmal innerhalb eines Unternehmens.

Ansonsten würde es viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse auch nicht mehr geben, wenn ich da an den Einzelhandel oder die Pflege denke.

Kadee
21 Tage zuvor

An dieser Diskussion werden sich wahrscheinlich nicht viele (ErzieherInnen und LehrerInnen) beteiligen, denn sie wissen bereits a l l e s darüber. Sei es durch sehr viele (unnötige) Studien +n 😉 oder durch eigene wöchentliche Erfahrungen. Sie können den Wortlaut singen, ins Englische bringen,… oder einfach schon mitsprechen. Allein es resultiert daraus so rein gar nichts. Und das wiederum turned up, desillusioniert und macht auch manchmal richtig wütend.

mama51
21 Tage zuvor

Ach jaaaaa!
Wie gut, dass endlich mal jemand „da was drüber schreibt, analysiert, …“
Keiner von uns KuK / EuE hätte jemals was bemerkt oder wäre am Ende von selbst drauf gekommen!

Heiliger Strohsack, halten die uns eigentlich alle für völlig doooooof und verblödet?

Wer auch immer braucht nix mehr schreiben – die sollen was TUN!

Realist
21 Tage zuvor
Antwortet  mama51

Warum sollten „die“ etwas tun?

Läuft doch noch…irgendwie.

Lehrkräften nehmen nicht an Streiks teil, auch wenn sie es könnten, siehe Berlin („Muss noch meine Klausuren korrigieren!“, „Das kann ich den KIIIIINDERN nicht antun!“, „Habe da meinen Yoga-Kurs!“, „Ich arbeite nicht für’s Geld, mein Mann verdient genug!“).

Lehrkräften verbringen ohne aufzumucken Abende, Wochenenden und Feiertage (Pfingsten!, Abiturkorrekturen!) mit schulischen Tätigkeiten im selbstfinanzierten „Homeoffice“, zusätzlich zur 5-Tage-Präsenzwoche.

Lehrkräfte pendeln über die Dörfer bei ständig steigenden Mobilitätskosten um pünktlich um 8 Uhr auf der Matte zu stehen, während der akademische Homeoffice-Worker sich zu der Zeit noch einmal im Bett umdreht. Muss er dann doch einmal ins Büro, rechnet er die Fahrtzeit im Firmenwagen als Arbeitszeit ab.

Lehrkräfte machen noch am späten Nachmittag und am Abend Konferenzen in der Schule (angeordnete Präsenzpflicht), während der akademische Homeoffice-Worker sich nach der zweiten Zoom-Konferenz am Tag erst einmal eine Runde mit dem Hund spazieren geht, weil er einen „Zoom-Burnout“ hat.

Da intelligente junge Leute das alles mittlerweile wissen, greift man auf die letzten Reserven zu: „Einfach-Lehrer“, „Bachelor-Lehrer“, „Duale Lehrer“, demnächst wohl auch „Lehrer mit Ausbildung“ und „Nur-Abitur-Lehrer“…

Wenn’s schiefgeht, hat das natürlich „keiner vorher wissen können“ bzw. „die f… Säcke ruhen sich mal wieder auf Kosten der Kinder aus“.

Gen Z: …

Hanni
20 Tage zuvor
Antwortet  Realist

„während der akademische Homeoffice-Worker sich zu der Zeit noch einmal im Bett umdreht. Muss er dann doch einmal ins Büro, rechnet er die Fahrtzeit im Firmenwagen als Arbeitszeit ab.“

Ziemlich wenig Ahnung bei ganz großer Klappe. Sehr schön, so kennen wir die realistischen Lehrer.

447
19 Tage zuvor
Antwortet  Hanni

…sagt derjenige, der in der Wirtschaft arbeitet, aber das grundlegenste Prinzip (so viel rausholen wie geht) selber nicht kapiert hat bzw. trotz freier Arbeitsplatzwahl nicht umsetzt.

Von „bis zu“ 3% reden Sie hier?
Mit solchen Frechheiten lassen sich bei uns (NRW) nicht einmal Lageristen, Maurer, EH-Kräfte (was ja jetzt echt ganz unten ist) abspeisen.

Wenn Ihr Basisgehalt nicht schon extrem hoch ist – frage ich mich ernsthaft, wieso Sie solche Konditionen mitmachen.

ExLehrerin
21 Tage zuvor

Ich bin zwar nicht in NRW, habe aber das Gleiche erlebt.

Liebe Exkollegen,
jedes Jahr wird es eine neue Umfrage geben und NICHTS wird sich ändern, solange Sie brav ihr Job bis zum Burnout erledigen.
Mir haben 8 Jahre gereicht, um zu verstehen, dass sich im Schulsystem nichts zur Erleichterung getan wird.
Man muss den Kultusministern mal mit einer Kündigung zeigen, dass es so nicht mehr weiter geht! Sie sollten sich für die ersten 3 Monate Puffer einsparen. Dann gibt es ALG. In dieser Zeit können Sie sich in Ruhe umorientieren.
Ich arbeite gern mit Kindern, nun bin ich freiberuflich und zufrieden. Das Selbe wünsche ich Ihnen auch!

Bla
20 Tage zuvor
Antwortet  ExLehrerin

Was mache Sie denn? Also als was sind Sie freiberuflich Tätig?

ExLehrerin
19 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Ich unterrichte DaZ und mache Einzeltraining für Dyskalkulie oder Legasthenie.

Übrigens, betroffene Eltern in Sachsen haben eine Petition zur Dyskalkulieanerkennung gestartet. (wieder eine Ungerechtigkeit vom Schulsystem)
Wir bitten um Ihre Unterstützung:

http://www.openpetition.de/!pscdw

Dankeschön!

Bla
19 Tage zuvor
Antwortet  ExLehrerin

Das klingt nach einer schönen Alternative. Freut mich, dass Sie einen guten Weg gefunden haben.
Ja, Dyskalkulie ist leider nicht so in der Förderung gleichgestellt. Ebenfalls in der Feststellung nicht. In der Wahrnehmung und Bekanntheit sowieso nicht.

Danke für Ihre Antwort.