Auf Kernaufgaben konzentrieren: Bundesland entlastet Lehrkräfte und Schulleitungen von unterrichtsfernen Tätigkeiten

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POTSDAM. Vorbild für Deutschland? Das Bildungsministerium von Brandenburg wird Lehrerinnen und Lehrer im Land von unterrichtsfernen Tätigkeiten entlasten. Über Maßnahmen zur Umsetzung einigte es sich mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem dbb Brandenburg und Tarifunion. Das Bildungsministerium und die Gewerkschaften unterzeichneten nun gemeinsam eine entsprechende Vereinbarung.

Entlastung kann nicht schaden. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

„Ich habe immer wieder von Lehrkräften die Rückmeldung bekommen, dass sie sich mehr auf das Unterrichten konzentrieren möchten“, erklärte Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD). „In den vergangenen Monaten haben wir daher selbst als Ministerium intensiv geprüft, worauf wir verzichten können, und mit den Gewerkschaften beraten, wie wir schulische und außerschulische Aufgaben reduzieren können. Ziel war dabei stets, einen guten Unterricht für die Schülerinnen und Schüler im Land Brandenburg weiterhin abzusichern.“

Die Maßnahmen treten bereits ab dem 1. August 2024 in Kraft. Sie enthalten folgende Bausteine:

  • Künftig werden den Schulen zentral erarbeitete Curricula sowie Beispiele für Fachpläne und Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der durch die Schulen selbst zu erstellenden Konzepte lässt sich so schätzungsweise von aktuell 30 auf perspektivisch drei bis fünf reduzieren.
  • Bereits zum Beginn des aktuellen Schuljahres hat das MBJS schulinterne Fachpläne („Muster-SchiC“) und Planungshilfen für einen kompetenzorientierten Unterricht in Deutsch und Mathematik zur Verfügung gestellt. Diese sollen die schulintern zu erstellende Curricula ersetzen. Diese Fachpläne und Materialien werden für weitere Schulfächer entwickelt. Die zentral erarbeiteten Curricula werden spätestens zum Schuljahr 2026/27 verbindlich sein.
  • Zur Unterstützung bei Verwaltungsaufgaben können Schulen seit dem 1. Februar 2024 Schulassistenzkräfte einstellen – zunächst innerhalb eines Modellprojektes. Der flächendeckende Ausbau dieser Möglichkeit wird fortgesetzt.
  • Auf den Zeugnissen in den Jahrgangsstufen 3 und 4 werden im Fach Deutsch nicht mehr die einzelnen Kompetenzbereiche benotet. Es ist nur noch eine Gesamtnote für Deutsch erforderlich.
  • Der Aufwand bei Evaluationsprozessen für die zentralen Prüfungen in der Jahrgangsstufe 10 und im Abitur ist für die Lehrkräfte reduziert worden.
  • Zur Entlastung der Lehrkräfte wurden mit Beginn des Schuljahres 2023/2024 die Verwaltungsvorschriften Leistungsbewertung dahingehend verändert, dass die Anzahl der zu schreibenden Klassenarbeiten in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I in den Schulen reduziert werden kann. Es werden nun noch Bandbreiten hinsichtlich der Anzahl der Klassenarbeiten vorgegeben.
  • Schulen müssen weniger statistische Abfragen und Erhebungen vornehmen. Insgesamt werden vier von 42 Erhebungen (9,5%) vollständig abgeschafft und weitere sechs Erhebungen (14,3%) werden im Umfang reduziert. Zudem wird es nur noch fünf Erfassungstermine im Schuljahr geben.
  • Über das Startchancen-Programm wird der Aufbau und Einsatz von multiprofessionellen Teams an den 110 Programmschulen vorangebracht. Mit der zusätzlichen Expertise sollen sie personell verstärkt werden. Schülerinnen und Schüler erhalten eine gezielte Beratung und Unterstützung, die Elternarbeit soll lernförderlich ausgebaut werden.
  • Jede Lehrkraft an Schulen in öffentlicher Trägerschaft wird künftig mit einem digitalen Endgerät arbeiten können. Zudem wird das Land Brandenburg die Möglichkeiten der Digitalisierung intensiver nutzen und den rechtssicheren Einsatz von KI im Schulbereich prüfen.
  • Zur Sicherung der Qualität der schulischen Bildung und Erziehung wird das Angebot an Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte weiter ausgebaut und räumlich näher organisiert. Dazu zählt insbesondere die Einrichtung regionaler Zentren im Zuge der Neugründung des Landesinstituts für Schule und Lehrkräftebildung (LIBRA).

Die Zielstellung und die Umsetzung der Entlastungen für die Schulen und Lehrkräfte haben laut Bildungsministerium Prozesscharakter. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen Ministerium, GEW und dbb werde der Prozess zur Entlastung der Lehrkräfte weitergeführt, inhaltlich begleitet, Vorschläge für weitere Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt.

Günther Fuchs, Vorsitzender GEW Brandenburg, befand: „In den vergangenen Jahren haben die Lehrerinnen, Lehrer und die Schulleitungen immer wieder darauf hingewiesen, dass die zusätzlichen unterrichtlichen und außerschulischen Aufgaben, die den Schulen übertragen worden sind, wesentlich zu den hohen Belastungen beigetragen haben. In den gemeinsamen Verhandlungen haben wir Möglichkeiten für wirksame Entlastungen erarbeitet. Die vereinbarten Grundsätze sind mit konkreten Maßnahmen untersetzt und eröffnen zugleich einen Prozess der intensiven Begleitung und des gemeinsamen Suchens nach weiteren Möglichkeiten der zukünftigen Entlastung. Im Kern geht es dabei darum, dass die Lehrerinnen und Lehrer sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können und dabei wirksam unterstützt werden. Mit der heutigen Vereinbarung wird die im Oktober 2023 getroffene Übereinkunft zur Erhöhung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes im Land Brandenburg um ein wichtiges Element im Schulbereich ergänzt. Die Vereinbarung zur Entlastung ist in der Bundesrepublik ohne Beispiel.“

Detlef Daubitz, Zweiter Vorsitzender dbb Brandenburg und Tarifunion, erklärte: „Die Entlastung der Lehrkräfte von nichtpädagogischen Aufgaben ist eine Kernforderung unserer Gewerkschaften. Die heutige Vereinbarung ist dazu nur ein erster, aber wichtiger Schritt. Darüber hinaus müssen aber auch andere Baustellen, die den Schulalltag erschweren, Gegenstand weiterer Gespräche und Verhandlungen bleiben. Neben multiprofessionellen Teams, die eine wichtige Unterstützung für die Bewältigung der immer vielfältigeren Aufgaben die Schulen zu lösen haben, ist die personelle Ausstattung der Schulen mit ausgebildeten Lehrkräften erforderlich. Hier muss das Land noch mehr Flexibilität zeigen und alle Ressourcen nutzen. Im Fokus muss dabei bleiben, dass die Anzahl der Studienplätze erhöht wird und die Ausbildung der Lehrkräfte zukünftig mehr am Bedarf orientiert ist. Dabei ist das Beispiel der BTU Cottbus-Senftenberg zu nennen, dass in der Ausbildung von Lehrkräften der Primarstufe neue praxisnahe Wege geht. Abschließend möchte ich noch betonen, dass auf keinen Fall die Rahmenbedingungen für den Schulbereich verschlechtert werden dürfen.“

Hintergrund: Im Oktober 2023 einigten sich die Landesregierung und die Gewerkschaften auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Der Landtag Brandenburg hat die notwendigen Rechtsänderungen am 19. Juni 2024 beschlossen. So ist es künftig möglich, Fachkräften zusätzlich zur Besoldung eine Zulage zur Personalbindung zu zahlen. Im April 2024 unterzeichneten das Bildungsministerium und der Hauptpersonalrat der Lehrkräfte die Dienstvereinbarung über die Gewährung von Sonderzuschlägen und Zulagen für Lehrkräfte, die ihren Ruhestand hinausschieben.

Ferner sieht das Maßnahmenpaket unter anderem vor, dass Lehrkräfte für freiwillig planmäßig geleistete Zusatzstunden über ihre Pflichtstundenzahl hinaus eine höhere Ausgleichszahlung erhalten als für Mehrarbeit. Zudem wird das Einkommen von Ruhestandsbeamtinnen und Ruhestandsbeamten, die in den Schuldienst des Landes Brandenburg zurückkehren, um einen dringenden Bedarf abzudecken, nicht mehr auf die Pension angerechnet. News4teachers / mit Material der dpa

Altersermäßigung, Team-Coaching, Hilfskräfte… GEW-Liste gegen den Lehrermangel

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BerlinLehrer
13 Tage zuvor

Da möchte ich gerne noch einmal wiederholen: Brandenburg macht es vor. Brandenburg entlastet seine Lehrer wirklich. Das CDU-geführte Bildungsressort in Berlin mit Frau Günther-Wünsch an der Spitze hingegen hat Lehrer bisher nur belastet.

Wie schon geschrieben wurde, hat es die Zahl der Klassenarbeiten wieder heraufgesetzt als eine der ersten Maßnahmen und die Verringerung der unsinnigen 5 Teilbereiche, die es komischerweise nur in Deutsch gibt (warum?) gerade erst wieder abgelehnt usw.-usf., ohne erklären zu können, warum das in Deutsch gaaaaaaaaanz wichtig ist, aber in allen anderen Fächern nicht!?! Absurd.

Berlin sollte von Brandenburg lernen!

mama51
12 Tage zuvor
Antwortet  BerlinLehrer

…und nicht nur BERLIN!!!

Spazierstock
12 Tage zuvor
Antwortet  BerlinLehrer

Frau Günther-Wünsch tut nichts für die Lehrer. Sie tut nur was für sich. CDU, bitte merken!

Inselbegabung
12 Tage zuvor
Antwortet  BerlinLehrer

Richtig. Berlin möge bitte übernehmen.

Tigerente
11 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Da müssen Sie warten, bis die CDU wieder abgelöst wird. Ich hoffe bald.

Hans Malz
10 Tage zuvor
Antwortet  Tigerente

Ja, vorher war Berlin ja das gelobte Land in der Schulpolitik…

Spazierstock
13 Tage zuvor

Danke, GEW. Eure Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt! Danke.

Panternashorn
12 Tage zuvor
Antwortet  Spazierstock

Leider aber nur in Brandenburg. 🙁

Der Zauberlehrling
13 Tage zuvor

???

„zentral erarbeitete Curricula“

Die erstellel ich für meine Klassen anhand des Bildungsplanes selbst bzw. greife auf das erprobte Curriculum zurück, das ich erstellt habe.

Das ist wohl keine nichtpädagogische Aufgabe!

Das wäre für mich der letzte Trip, einen vorgegebenen Stoffverteilungsplan aus der Landeshauptstadt abzuorgeln.

DerechteNorden
12 Tage zuvor

? Gibt es bei Ihnen an der Schule keine schulinternen Fachcurricular? Dürfen bei Ihnen also alle Lehrkräfte machen, was sie wollen und wann (in welcher Jahrgangsstufe) sie es wollen?
Sinnvoll wäre das ja wirklich nicht, denn dann liefe man Gefahr, dass einige Gruppen bestimmte Themen nie, andere dafür aber doppelt gehabt hätten.
Ich hatte das so verstanden, dass man quasi Vorgaben nutzen kann, aber nicht muss.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es gibt (in Berlin und Brandenburg) Rahmenlehrpläne, welche die zu unterrichtenden Inhalte pro Jahrgangsstufe (oder abhängig vom Fach auch pro Doppeljahrgangsstufe) vorschreiben. Die Fachkonferenzen entwickeln daraus die sogenannten schulinternen Curricula. Das macht man i.d.R. genau einmal, und dann passt man lediglich die Daten an.

DerechteNorden
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Dann verstehe ich Zauberlehrling erst recht nicht.

Inselbegabung
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ha,ha……….. diese schulinternen Currikula habe ich in meinem Lehrerleben schon 3x erstellen müssen. Dann verschwinden sie in den Schubladen und jeder macht es, wie er will und vor allem auch, wie er es schafft. Jede Klasse ist anders !

Hans Malz
12 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Hauptsache, die sind irgendwo abgeheftet und können bei der QA (in NRW) wieder hervorgeholt werden.

Kadee
12 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich arbeite an einer Grundschule. Dort musste ich gerade, obwohl schon durchgesickert war, dass eine Entlastung kommt, auf Geheiß der Schulleitung noch einen Plan erstellen (20 Doppelseiten). Warum KONNTE ich mir das nicht sparen und MUSSTE eine solche „fachspezifische Festlegung“ erstellen? Zaghafte Beschwerde lief ins Nichts. By the way: Ich bin 22 Jahre Lehrer…

Zuerding
11 Tage zuvor
Antwortet  Kadee

Vielleicht ist dieser „Plan“ (noch) Teil Ihrer Aufgaben?
Vielleicht tut auch nichts zur Sache, wie lange Sie schon Lehrer sind?
Vielleicht sollte man auch nicht bei jeder unliebsamen Aufgabe den Beschwerdeweg einschlagen.

Mika
13 Tage zuvor

Parallel dazu wird bei uns im kommenden Schuljahr die Schülerzahl im Grundkurs 11 Mathe und in den Leistungskursen Englisch und Deutsch wieder an der 30 kratzen, zusätzlich zu den 25ger Kursen in 12. In der SEK 2 ändert sich nichts für die unterrichtenden Lehrer. Ausgebildete Lehrer sind fast ausschließlich in der SEK 2 eingesetzt, weil die SEK1 durch die Seiteneinsteiger beschult wird (die nicht in 11/12 unterrichten dürfen). Der Verwaltungskram (Entschuldigungszetteln hinterherlaufen, Geld für Klassenfahrten einsammeln, Klassenfahrten planen usw.) ändert sich nicht für normale Lehrer – die diesbezügliche (notwendige) Entlastung trifft nur die Schulleitung. Klar, nur noch 3 statt 4 Klassenarbeiten im Schuljahr schreiben zu müssen ist nett, bringt aber auch nicht sooo viel mehr.
Mal sehen, im Moment sehe ich jetzt nicht den großen Wurf zur Entlastung der LEHRKRÄFTE.

Inselbegabung
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Weil es kein großer Wurf ist, soll es auch einen kleinen nicht geben? Wieso?

Schlaubi
13 Tage zuvor

Ich habe wieder eine Idee:
Wenn man die Lehrkräfte so toll unterstützt, könnten diese doch mit der neuen frei gewordenen Zeit mehr unterrichten. Der Vorteil für die Lehrkräfte dabei ist sogar, dass mit dem „Mehr“aufwand weniger Belastung verbunden ist.
Mal sehen, wie lange es dauert, bis meine Idee umgesetzt wird.

Panternashorn
12 Tage zuvor
Antwortet  Schlaubi

Hä, da wird uns mal was „Gutes“ getan, indem Belastungen verringert werden und du kannst wieder nörgeln. Bist du wenigstens bei den Arbeitskämpfen der Gewerkschaften dabei oder schaust du auch nur zu und lässt andere machen?

Lessi
11 Tage zuvor
Antwortet  Schlaubi

Ich hör`es schon: ,,Ja, ihr lieben Lehrkräfte! Wir haben euch nun mit unserem Entlastungspaketchen sooooo unterstützt. Nun bedankt euch bitte mit einer Erhöhung des Stundendeputates 30h pro Woche bei gleichem Lohn!“ Sorry, ich erwarte nach fast 40 Jahren nichts Gutes mehr.

Katze
13 Tage zuvor

Bitte die zentral erarbeiteten Curricula und Fachpläne nicht weiter zugunsten von Kompetenzgedöns fachlich abstecken. Ernsthafte fachliche Bildung zu vermitteln, sollte wieder unsere Kernaufgabe werden.
Den lernförderlichen Ausbau der Elternarbeit und der lernförderlichen Elternmotivation (immer wieder tolles Gefloskel) überlassen wir gern der rechtssicherten KI oder multiprofessionellen Teams mit Animationskompetenz und Klangschalenresilienz.

Lessi
11 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Ganz meine Meinung! Danke. 🙂

Dr. Hans
13 Tage zuvor

Meine persönliche Top 5 der Belastungsfaktoren:

5: Nicht zugängliche Eltern ohne Sanktionsmöglichkeiten / überforderte Jugendämter.

4: Massenhafte Aufnahme von DaZ-Schülern ohne Sinn und Verstand und Konzepten zum Nachteil aller Beteiligten (insbesondere der DaZ-Kinder).

3: Unterirdisches Sozialverhalten (ja, auch schon vor Corona), gerne auch in Verbindung mit pseudo-religiös angehauchter Ablehnung vieler Werte und Normen der Gesellschaft ohne wirkliche Sanktionsmöglichkeiten.

2: Viel zu große Klassen. Viel zu große Heterogenität. Dadurch kaum Lernertrag.

1: Verantwortliche, die Nebelkerzen werfen und die wahren Probleme meisterhaft unschiffen.

Panternashorn
12 Tage zuvor
Antwortet  Dr. Hans

Gegen viel zu große Klassen konnten Berliner (angestellte) Lehrer sogar streiken. Es taten aber die wenigsten. Insofern ist das wohl nicht so relevant, wie Sie behaupten.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Panternashorn

Nö, wir Lehrer haben endlich verstanden: je größer die Klasse, desto besser der Lernerfolg für den Einzelnen. Das liegt daran, dass die Lehrkraft dann nur noch minimal Zeit für den einzelnen Schüler hat und somit ihren schädlichen Einfluss kaum noch zum Tragen bringen kann. Ist doch logisch, oder?
Ich bin ja dafür, Schüler ab Klasse 1 in Hörsälen zu je 200 Plätzen zu beschulen. Da kommt Selbstwirksamkeit so richtig zum Tragen, und die vielen intrinsisch motivierten Schüler werden Höchstleistungen erzielen! Alternativ kann man natürlich auch Stadien anmieten.

Inselbegabung
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Und warum macht fast niemand mit, wenn in Berlin angestellte Lehrer für kleinere Klassen streiken? Fast niemand!

Lessi
11 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Das werde ich auch nie verstehen!

Lessi
11 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Danke. 🙂 Was für eine herrliche Satire! Schmunzel…

Einer
13 Tage zuvor

Entlastung ist super, aber würden dadurch Lehrer in ein Land gelockt werden indem die Nazis so stark sind? Ich mache um solche Länder beruflich und privat einen großen Bogen

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Einer

„Ich mache um solche Länder beruflich und privat einen großen Bogen“
Das ist okay so, kommen Sie bitte nicht nach Brandenburg! Typen, die andere wegen ihrer Herkunft diskriminieren (also Rassisten) haben wir in Brandenburg schon genug.

Defence
13 Tage zuvor

Wir entlasten Lehrkräfte, damit sie weniger außerschulische Dinge erledigen müssen, ohne dass wir außerschulische Tätigkeiten reduzieren. Tatataaaaaaa.

Mehr Sozialarbeit, weniger Klassenfahrten und Wandertage, mehr Förderschullehrer, mehr Schulpsychologen, kein Ganztagsentertainment (das könnten Externe machen)

Ist das denn so schwierig?

Panternashorn
12 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Zu Klassenfahrten und Ausflügen wird doch aber niemand gezwungen. Das können Sie alleine begrenzen.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Panternashorn

Gehört in Brandenburg beides zu den Dienstpflichten. Also doch: die Lehrkräfte werden (in Ihren Worten) dazu gezwungen und können das nicht allein begrenzen.

Inselbegabung
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Können Sie das nachweisen? Wo steht, dass man das machen muss?!

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Großes Entwicklungspotenzial, was Recherche im Netz betrifft?
Aber ausnahmsweise gern:
VV Schulfahrten Brandenburg,Abschnitt 2, Par. 8, Satz 1.

Tigerente
11 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Es ist nicht Pflicht, eine durchzuführen. Es ist Pflicht, als Begleitung mitzufahren, wenn das so festgelegt wird.

Tigerente
11 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Genau. Habe reingeschaut. Da steht, die Teilnahme sei Pflicht, nicht eine zu organisieren. Nein, kein Widerspruch. Der Teufel steckt im Detail. Ich sehe das großes Entwicklungspotenzial bei Ihnen. 😉

Mika
10 Tage zuvor
Antwortet  Tigerente

Vergessen Sie‘s. Die Fahrten sind durchs Schulprogramm festgelegt, und wenn die Teilnahme der Lehrkraft festgelegt ist, können Sie sich dem rechtlich sauber nicht entziehen.
Wenn Sie übrigens weiter gelesen hätten, hätten Sie lesen können, dass die SL die Lehrkraft mit den Vertragsverhandlungen zur Klassenfahrt beauftragen kann. Sie kommen nicht mal aus der Planung raus.

Mika
9 Tage zuvor
Antwortet  Tigerente

PS: Ich gehöre noch zu der Lehrergeneration, die ein zweijähriges Referendariat hatten. Dazu gehörte u.a. die große Schulrechtsprüfung. Ich kenne die die gängigen Vorschriften, schon deshalb, weil ich konform mit denselben arbeiten muss. Wenn’s Ihnen Spaß macht, trollen Sie trotzdem gern weiter…

Lera
9 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Das lernt man auch im 18-monatigen Ref.

Hans Malz
12 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

In NRW: RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung
….
4 Teilnahmepflichten
4.1 Die Teilnahme an nach dem Fahrtenprogramm festgelegten Schulfahrten gehört zu den dienstlichen Aufgaben der Lehrer.

Sonst noch Fragen?

Tigerente
11 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Wie andere nebst mir schon schrieben, die Teilnahme ist Pflicht, wenn man dazu „verdonnert“ wird, aber nicht, eine zu organisieren!

Sonst noch Fragen?

Hans Malz
10 Tage zuvor
Antwortet  Tigerente

Die im Schulprogramm entahltenenen Fahrten muss ich natürlich für meine Klasse organisieren. Steht ja im Programm. Das gehört zu meinen Dienstpflichen, was mir der entpsrechende Dezernent auch sehr deutlich im Zweifelsfall erklärt.

Fußballtor
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich glaube, Sie meinen etwas anderes. Man kann zur Teilnahme/Begleitung gezwungen werden, aber wenn keiner sowas organisiert, kann man auch nicht zur Teilnahme/Begleitung gezwungen werden.

Tigerente
11 Tage zuvor
Antwortet  Fußballtor

Richtig.

Hans Malz
10 Tage zuvor
Antwortet  Tigerente

Falsch! Für alle Freunde des gesunden Halbwissens hier nochmal der komplette Auszug:

Die Teilnahme an nach dem Fahrtenprogramm festgelegten Schulfahrten gehört zu den dienstlichen Aufgaben der Lehrer.

Die Schulkonferenz legt gemäß § 65 Absatz 2 Nummer 7 Schulgesetz NRW (SchulG – BASS 1-1) ein Fahrtenprogramm für das jeweilige Schuljahr fest, durch das die Anzahl, die Dauer sowie die Kostenobergrenze bestimmt werden.

Die Zuständigkeit der Schulkonferenz beschränkt sich auf die Festlegung des jährlichen Fahrtenprogramms, durch das die Anzahl, Dauer sowie die Kostenobergrenze der Schulfahrten bestimmt werden. Beschlüsse, wonach an einer Schule grundsätzlich keine Schulwanderungen und Schulfahrten mehr stattfinden sollen, sind unzulässig und daher von der Schulleitung zu beanstanden.

Und jetzt verlassen wir das Schulgesetz und gehen in die ADO:
Zu den Aufgaben der Lehrer gehören auch die üblichen mit Unterricht und Erziehung zusammenhängenden Arbeiten. (…) Sie wirken mit bei der Vorbereitung und Durchführung von schulischen Prüfungen, Konferenzen und Schulveranstaltungen außerhalb des Unterrichts (z.B. außerunterrichtlicher Schulsport, Schulwanderungen, Schulfahrten, Schulfeste).

So sieht die Rechtslage in NRW aus.

Klar kann ich mich krank melden, dann wird ein Kollege dienstverpflichtet…

Und jetzt?

Mika
10 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ist in Brandenburg genauso.

Se Länd
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Das ist ja mies. Ich bin jedes Jahr froh, dass ich nicht auf eine Klassenfahrt muss. Also in Hessen und Berlin wurde ich da auch nie dazu gezwungen. Keine Ahnung ob es da auch eine solche Pflicht wie in BB existiert.

Kittel
12 Tage zuvor
Antwortet  Se Länd

Man liest im Internet, Beamte können dazu gezwungen/verpflichtet werden. Nur ist das eher Theorie. Im Notfall meldet sich der Beamte krank. Er hat ja eine unbegrenzte 100prozentige Gehaltsfortzahlung.

Tigerente
11 Tage zuvor
Antwortet  Kittel

So ist es.

Mika
10 Tage zuvor
Antwortet  Tigerente

Tun Sie das? Sie täuschen eine Erkrankung vor, um nicht Ihrer Dienstpflicht nachkommen zu müssen? Ich mache das nicht.

Zuerding
11 Tage zuvor
Antwortet  Kittel

Genau so kennt und liebt die Gesellschaft das lehrende Volk,
„Wo steht dass ich muss?“, „Pädagogische Freiheit“, „Beamten ist Respekt zu zollen“.
„Wir nagen am Hungertuch“, „Dann mach ich halt krank“, „Ich weiß alles besser“
Schade, dass der Dienstherr hier nicht ein Auge drauf hat und Konsequenzen zieht.

Alex
10 Tage zuvor
Antwortet  Zuerding

Oh man, hat man Sie fürs Lehramtsstudium nicht zugelassen oder warum sind Sie so frustriert? Kommen Sie gern, wir nehmen jeden, dann können Sie beweisen, wie viel besser Sie alles machen.

Charlotte
12 Tage zuvor

Was das Ministerium dabei unter den Tisch fallen lässt, ist, dass eine Schule, die eine Schulassistenz in Anspruch nehmen möchte, dafür Lehrerstunden abgeben muss. Weiterhin vergisst das MBJS zu erwähnen, dass es anfangs den Lehrkräften KEINE digitalen Endgeräte zur Verfügung stellen wollte und dies nur auf Druck von Kreislehrerräten und Kreiselternräten (insbesondere in Potsdam) nun erfolgt ist. Ich finde es beschämend, wie das MBJS dies jetzt verkauft.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Charlotte

Na und mal abwarten, was dann an Geräten kommt, wie die Zuständigkeiten für die Wartung und technische Einbindung ins Netzwerk sind und und und… vor 2030 brauchen wir (den Erfahrungen mit dem MBJS nach) nichts erwarten.
Was hab ich Glück, dass unser Schulträger die Faxen mit dem MBJS dicke hatte und uns Kollegen letztes Jahr alle mit vernünftigen „Endgeräten“ ausgestattet hat. Wartung und Einbindung erfolgt vorbildlich ebenfalls über den Träger, technische Probleme werden je nach Dringlichkeit innerhalb von 2-48h gelöst. So geht‘s auch, obwohl der Träger eben NICHT für die Ausstattung der Lehrkräfte zuständig ist.

Unfassbar
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Wenn da Land Laptops für die Lehrer anschafft, kann das nichts besonders werden, weil leistungsfähige und leichte Laptops halt deutlich über 1000€, eher an die 2000€ kosten. 500€ pro Gerät halte ich für realistischer. An meiner Schule gibt es zum Glück iPads und AppleTVs. Zum produktiven Arbeiten sind die zwar nicht geeignet und über Fernwartung auch nur eingeschränkt auf die Bedürfnisse der Lehrer individualisierbar, als Präsentationsmaschine sind die jedoch super.

Horst
12 Tage zuvor

Vermutlich wird das ganze dann aber ad absurdum geführt, indem man eine verpflichtende Dokumentation bezüglich der Fortschritte des Programms einführt.

Panternashorn
12 Tage zuvor

Erstaunlich, wie manche kommentieren. Neben Freude und Erleichterung lese ich vor allem Häme und Genörgel. Krass! Und wenn wir in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen streiken, dann sind die alle weg und verkriechen sich und nennen tausend Gründe, warum sie leider-leider (wieder) nicht mitmachen können. Unglaublich.

Ich finde diese Entlastungen gut. Ich hätte sie gerne auch.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Panternashorn

Mobile Endgeräte gibt’s in Berlin doch schon seit 2021? In Brandenburg noch nicht.
Das mit den Klassenarbeiten ist dann eine Arbeit (vielleicht zwei) pro Schuljahr weniger (wenn Ihre Fachkonferenz das beschließt – bei mir gibt’s Klassenarbeitsfans in der FK) – bringt jetzt nicht sooo viel. Das SchiC wird ja nicht jedes Jahr neu erfunden. Das wird einmal geschrieben und dann ist gut. Ist das bei Ihnen anders???
Und mehr finde ich jetzt nicht wirklich, was an Entlastungen für die gemeine Lehrkraft drin steht.

Anne
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Na, da stehen noch mindestens 2 Minuten drin. Die spare ich, wenn ich zweimal im Jahr nur 1 Note statt 4 für Deutsch ins Zeugnisprogramm eingeben muss.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Anne

Ich bin an einer weiterführenden Schule und unterrichte kein Deutsch, daher hatte ich das aus dem Blickfeld verloren, mea maxima culpa. Aber ja, da haben Sie absolut recht, runden wir doch auf auf 5 Minuten pro Zeugnis (hört sich einfach großartiger an). 🙂

Fußballtor
12 Tage zuvor
Antwortet  Anne

Irrtum. Sie mussten auch weniger Noten geben, also weniger Korrekturzeit daheim aufwenden.

Anne
12 Tage zuvor
Antwortet  Fußballtor

Warum muss ich weniger Noten geben? Um am Ende des (Halb-) Jahres eine Gesamtnote zu erteilen, muss ich ja trotzdem unterjährig die einzelnen Teilbereiche benoten. Oder wo kommt die Gesamtnote her?

S. G.
10 Tage zuvor
Antwortet  Anne

Weil man nun nicht mehr für 5 Teilbereiche ca. 8 Noten im Jahr braucht (ich hab locker 40 Noten generieren müssen, um in allen 5 Bereichen eine gerechte Durchschnittsnote bilden zu können), sondern vielleicht 10-12 im Gesamten. Das ist von allen Maßnahmen tatsächlich die sinnvollste.
Mal ganz davon abgesehen, dass es einen Fehler in der vom Ministerium angewandten Berechnungsformel gab und dies dazu führte, dass Kinder mitunter mit der Notenverteilung 2-2-2-3-3 in den 5 Teilbereichen als Gesamtnote eine 3 bekamen. Elternanfragen gab’s gratis.
Endlich hat das ein Ende, wir haben lange dafür gekämpft im Landeslehrerrat.

Lessi
11 Tage zuvor
Antwortet  Anne

Die Änderung für Deutsch 3 und 4 halte ich auch für sinnvoll.

Inselbegabung
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Wenn man statt der 5 Teilbereiche in Deutsch nur noch 1 Gesamtnote auf dem Zeugnis geben muss, entresst sich das enorm, wenngleich aber eben nur in Deutsch Klasse 3+4.

Weniger Klassenarbeiten bedeutet auch weniger Hektik und mehr Eingehen auf die Belange und Notwendigkeiten in der jeweiligen Klasse. Weniger Klassenarbeiten bedeutet ja nicht automatisch weniger Leistungskontrollen.

Schulleitungen, die dann weniger Klassenarbeiten durchsehen müssen, gewinnen ebenfalls Zeit.

Lessi
11 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Eben! Für mich liest sich das auch wie Nebelkerzen.

Fußballtor
12 Tage zuvor

Ich wäre so gerne ein Brandenburger. Ein neuer Grund für Abwanderung ist da entstanden.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Fußballtor

Na dann, rüber mit Ihnen!

SekII-Lehrer
12 Tage zuvor

Lächerlich. Was geboten ist: Die Arbeitszeit der Lehrkräfte zu erfassen und geltendes Arbeitsrecht einzuhalten.

Canishine
12 Tage zuvor

Einige Punkte sind konkret (Curricula, Klassenarbeiten), manche betreffen nur wenige Lehrkräfte, weitere bedürfen noch der konkreten Ausgestaltung. Ob z.B. zentrale Curricula entlasten, hängt stark von deren Qualität und Anwendbarkeit in unterschiedlichen Schulen ab. Auch Schulbuchverlage machen schon Vorschläge für solche Curriclua.
Wenn ich die Intention richtig verstehe, zielen die Planungen darauf ab, über eine gesteigerte Attraktivität mehr Lehrkräfte zu gewinnen, denn die Entlastungen kreieren zunächst keiner weiteren Stunden. Diese Absicht ist zu begrüßen. Inwieweit sie wirksam sein wird, muss sich zeigen, denn gegenüber den gesellschaftlichen Veränderungen und Erwartungen, welche die Schulen und damit die Lehrkräfte herausfordern und belasten, wirken die Maßnahmen bisher eher wenig bedeutsam.

Lessi
11 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Richtig. Diese Maßnahmen sind unzureichend und enttäuschend. Was wir ALLE benötigen, ist eine ARBEITSZEITERFASSUNG und echte ENTLASTUNGEN.

Canishine
11 Tage zuvor
Antwortet  Lessi

Es ist ein Anfang und ich bezweifle nicht, dass allein diese Punkte schon mühevolle Kleinarbeit waren, so dass ich verstehen kann, wenn Gewerkschaftsvertreter auf einen Anfangserfolg verweisen.
Ich wünschte mir, dass dieser Detailblick auch erhalten bliebe, wenn die nächste „Reform“ oder Änderung im Bildungswesen ansteht. Diese können die kleinen Erleichterungen schnell wieder auffressen. Kleines Beispiel aus NRW: Auswahlmöglichkeiten für SuS bei Abiturklausuren in mehr Fächern. Das muss natürlich schon in vorangehenden Klausuren „geübt“ werden mit der Folge, dass Erstellen und Korrekturen länger dauern.