Grüne kritisieren Schulen als „demokratiefreie Zonen“ – und fordern mehr Mitbestimmung

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MÜNCHEN. Mit der politischen Bildung in Schulen ist es nicht gut bestellt, und Bayern bildet in Deutschland offenbar noch das Schlusslicht. Die Grünen im Freistaat fordern nun drastische Reformen: Mehr Unterricht, mehr qualifizierte Lehrkräfte – und echte Mitbestimmung für Schülerinnen und Schüler.

Zur Stärkung der Demokratie fordern die Grünen in Bayern deutlich mehr politische Bildung an allen Schulen im Freistaat. «Wir fordern, dass an allen Schularten ab der 5. Klasse zwei Stunden Politik und Gesellschaft unterrichtet werden. Politische Bildung muss integraler Bestandteil des Lehrplans sein und sollte entsprechend mehr Zeit und Raum erhalten», sagte Fraktionschefin Katharina Schulze in München. Zudem brauche es mehr qualifizierte Lehrkräfte für politische Bildung und Angebote der Mitbestimmungen für junge Menschen.

Ausgestreckte Hände sich meldender Schüler
Bei der politischen Bildung an Bayerns Schulen hakt es nach Ansicht der Grünen sowohl an der Qualität als auch an der Qualität. Foto: Shutterstock

Die Grünen begründen ihre Forderung unter anderem mit Studienergebnissen der Uni Bielefeld, wonach die Schüler in Bayern im bundesweiten Vergleich viel weniger Unterricht in politischer Bildung erhalten als in anderen Bundesländern (News4teachers berichtete). Demnach belegt Bayern seit Jahren die letzten Plätze des nationalen Rankings politischer Bildung am Gymnasium und an der nicht gymnasialen Sekundarstufe I. Ein Gymnasiast aus Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Schleswig-Holstein habe etwa mehr als achtmal so viel Unterricht im Bereich politische Bildung wie Schüler und Schülerinnen in Bayern.

«Die Söder-Regierung liefert ein Paradebeispiel dafür, warum wir bei der Demokratie-Bildung junger Menschen in Bayern noch nicht weiter sind», betonte Schulze. «Das zeigt die Feigenblatt-Idee des Verfassungs-Viertelstündchen pro Woche. So eine Druckbetankung in 15 Minuten kann nicht die einzige Antwort auf den Rechtsrutsch und den zunehmenden Populismus sein.»

Problematisch sei aber nicht nur die Quantität der Bildungsangebote, auch bei der Qualität sehen die Landtags-Grünen Defizite, weil die Lehrer zu oft für das Fach «Politik und Gesellschaft» (PuG) nicht richtig ausgebildet seien. Aktuelle Zahlen dazu lägen aber nicht vor, da das Kultusministerium eine entsprechende Anfrage der Fraktion unbeantwortet ließ. Im Dezember 2022 teilte das Haus mit, dass im Schuljahr 2021/2022 an Realschulen rund 51 Prozent der Stunden fachfremd unterrichtet wurden. An Gymnasien waren es 10,2 Prozent.

«Demokratie lernt man vor allem durch Mitmachen. Damit die Schulen keine „demokratiefreien Zonen“ bleiben, müssen Kinder und Jugendliche auch an Entscheidungsprozessen beteiligt werden»

Die fehlenden Fachkräfte sind laut den Grünen das Ergebnis fehlgeleiteter Studienangebote, weil das Unterrichtsfach PuG für Lehramt Gymnasium in Bayern nur in Kombination mit Deutsch oder Englisch studiert werden könne. Für Lehramt Realschule sei nur in Kombination mit dem Fach Wirtschaft möglich. Seit Jahren würden immer weniger Studierende das Fach anwählen. Es brauche daher dringend alternative Fächerkombinationen sowie ein verbindliches Modul «Politische Bildung» für alle Lehramtsstudierenden sowie eine entsprechende Ressourcenausstattung der Universitäten.

Aus Sicht der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion, Gabriele Triebel, muss aber noch mehr geschehen, um die politische Bildung der Kinder und Jugendlichen zu verbessern: «Demokratie lernt man vor allem durch Mitmachen. Damit die Schulen keine „demokratiefreien Zonen“ bleiben, müssen Kinder und Jugendliche auch an Entscheidungsprozessen beteiligt werden», sagte sie. So brauche es eine feste Verankerung von Klassenräten und Schulparlamenten.

Ferner müssten mehr Schüler Gedenkstätten besuchen. «Gedenkstätten sind wichtige Lernorte, die den Jugendlichen die Bedeutung von Menschenwürde und demokratischen Grundrechten vermitteln», sagte Triebel. Aktuell würden aber nur ein Drittel der Mittelschüler, rund 40 Prozent der Realschüler und nur zehn Prozent der Förderschüler KZ-Gedenkstätten besuchen. Dem gegenüber stünden fast 70 Prozent der Gymnasiasten. Die Staatsregierung müsse daher allen Schülern unabhängig vom Geldbeutel der Eltern die Besuche ermöglichen. News4teachers / mit Material der dpa

75 Jahre Grundgesetz: Was Lehrkräfte fordern, um Demokratiebildung in Schulen vernünftig vermitteln zu können

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ed840
17 Tage zuvor

Wenn man auf die Studienergebnisse der Uni Bielefeld vertraut, gäbe es an Gymnasien in Hessen in den Jahrgangsstufen 6 – 9 insgesamt 7 Wochenstunden Unterricht in politischer Bildung, in der Oberstufe dann nicht mehr. An Gymnasien in Bayern wären das dann ab Klasse 10 insgesamt 4 Wochenstunden. Dass 7 wirklich 8 mal so viel sein soll wie 4, weigere ich mich zu glauben.

RainerZufall
17 Tage zuvor

Die Grünen in Bayern können ihr Demokratieverständnis demonstrieren, indem sie nicht die Ideen der Regierung als wirkungslos kritisieren, bevor diese durchgesetzt und reflektiert wurden.

Die Forderungen nach Politik ab Klasse 5 oder mehr Gedenkstettenbesuchen sollten für sich sprechen – ohne Gemecker

Johann Friedrich H.
16 Tage zuvor

In Baden-Württemberg hat Gemeinschaftskunde als das Kernfach der politischen Bildung nach 13 Jahren einer Regierung unter Führung der Grünen übrigens einen geringen Stellenwert im Fächerkanon als zuvor.

H. F.
16 Tage zuvor

Für mich steht fest: so übergriffig, inflationär bis infantil der Begriff „Demokratie“ hier verwendet wird, wird er langfristig Schaden daran nehmen. Die Demokratie ist eine Herrschaftsform, man muss und kann sie nicht einfach an einer Schule erlernen. Wer das unablässig fordert, führt vielleicht Gutes im Schilde, wird aber das Gegenteil erreichen.

In einer Schule braucht es keine Herrschaftsform, sondern gute Bedingungen für gute Bildung. Und dafür sind Erwachsene zuständig! Schüler sind ja nicht blöde, sie merken schnell, dass sie in „Klassenräten und Schulparlamenten“ vielleicht über die Farbe des Flures und den Spielplatz auf dem Hof entscheiden dürfen, aber sonst nichts zu melden haben. Sie werden dort systematisch verar…. die Folgen kann sich jeder Denken.

A.M.
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Wo denn sonst?“

In den Familien und im freien Spiel der Kinder beispielsweise. Wir haben schon lange in Familien nicht mehr die extrem verkrustete Struktur, nach der der Vater das Familienoberhaupt ist und am meisten zu bestimmen hat. Dann kommt die Mutter machtmäßig als Vize an die zweite Stelle („Warte bis Papa nach Hause kommt“ wurde früher von manchen Müttern gedroht) und ältere Geschwister vertreten die Eltern bei Abwesenheit…

Weil es weniger streng nach Hierarchie in den Familien zugeht, haben bereits Kindergartenkinder heute viel mehr Vertrauen zu Erwachsenen außerhalb der Familie. Demokratische Absprachen werden Kindern von ihren Eltern vorgelebt und wir erkennen sie immer wieder in den Rollenspielen der Kinder.

potschemutschka
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„… also benötigt man schon eine Gruppe, um demokratische Aushandlungsprozesse üben zu können.“ – das ist richtig, funktioniert aber nur, wenn die Gruppe nicht aus lauter Individualisten besteht, wo jeder einzelne seinen (irgendwie gearteten) Sonderstatus immer und überall berücksichtigt haben will, ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der anderen Individu(alist)en zu nehmen.

A.M.
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

In der Erzieherausbildung wurde und wird weiterhin – von Lehrkräften!!! – vermittelt, dass die Familie auch eine Gruppe ist. Und zwar eine für die Sozialisation besonders wichtige. Zusammenhalt, Sorge um Kinder, Großeltern und andere Verwandte, inbesondere bei Alter und Krankheit prägen sie auch heute noch. Nicht grundlos steht im Grundgesetz, dass die Familie unter dem besonderen Schutz des Staates steht.

Wenn die Familie gegenüber schutzbedürftigen KIndern versagt, ist staatliches Eingreifen nötig. Ansonsten aber nicht.
Verhältnisse wie in Burg gibt es nicht überall.
Ein Zitat aus dem Text mag das verdeutlichen: „Manche Lehrkräfte benutzten immer noch unterschiedliche Lehrerzimmer, damit sie sich nicht begegnen müssten.“

A.M.
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Darf politische Bildung Ihrer Meinung nach nur für Kinder oder auch für Jugendliche und Erwachsene keine Privatsache sein?

Wer davon überzeugt ist, dass seine eigene politische Bildung seine Privatsache ist, ist für mich aus diesem Grund nicht rechtsradikal. (Menschenrechte müssen natürlich respektiert werden!) Wenn es außer mir jemandem mulmig wird, angesichts der politischen Bildung, die Kindern im dritten Reich und später auch im Arbeiter- und Bauernstaat vermittelt wurde, kann ich das gut verstehen.

potschemutschka
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Bitte den letzten Satz von A.M. noch einmal gründlich lesen!

E.S.
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn Demokratie bedeutet, dass die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird und alles an Verunglimpfung anderer Meinung getan wird, damit alle nur noch dasselbe Lied singen, ist der Zeitpunkt gekommen, sich wirklich mal Gedanken darüber zu machen, was Demokratie in Wahrheit bedeutet.

Walter
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn Sie „Pöbeltyrannei“ (Ochlokratie) diagnostizieren, fragen sich vielleicht einige Leser, wer denn hier meist pöbelt und sich selbst nicht ans GG hält. Es geht in einer Demokratie nicht ums fromme Zitieren dessen, was auf dem Papier steht, sondern ums reale Respektieren des Inhalts.
Wer Meinungsfreiheit und freie Meinungsbildung als Grundpfeiler der Demokratie anerkennt, macht die eigene Meinung nicht zum Maß aller Dinge und verunglimpft abweichendes Denken nicht automatisch als „rechtsradikal“ oder „rassistisch“ u.a.m.

A.M.
15 Tage zuvor
Antwortet  E.S.

Das systematische Ignorieren missliebiger Meinungen hält vermutlich heute schon viele Menschen davon ab, ihre Meinung zu sagen. Darunter leidet die Meinungsvielfalt und die für eine lebendige Demokratie wichtigen gewaltfreien Auseinandersetzungen.

Wenn ich nur an die Coronazeit denke und die vielen im Netz geposteten Impfarme. Oder den Slogan der katholischen Kirche „Impfen ist Liebe“… Und wer sich nicht impfen ließ, sollte plötzlich rechts sein!

Das Bild vom Lied, das alle singen sollen, hat leider schon seit etlichen Jahren wieder die Pädagogik erfasst. Viele Förderprogramme haben nicht nur ein Projektmaskottchen sondern auch noch ein Projektlied. (Man lässt beispielsweise die Kinder drei mal „Ich bin ich!“ rufen und dazu in die Luft springen) Und sobald eine Urkunde an jedes Kind verteilt wurde, sollen die Kinder unisono Begeisterung simulieren, indem sie alle entweder den Daumen hoch halten oder das Victory-Zeichen machen oder alle Arme in Jubelpose hoch werfen. Die Mehrheit scheint diese Demonstrationen des Mitläufertums nicht peinlich zu finden. Ist halt so üblich geworden. Tut ja keinem weh.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
So weit, so richtig. Aber was ist die Meinung der Redaktion zum 2. Abschnitt des Kommentars von A. M.? Das erinnert (jedenfalls mich) doch ein bißchen an die DDR und das kann ja wohl nicht sein, oder?

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Sind Sie da sicher? Wann waren Sie das letzte Mal in einer Kita oder Schule, während der Beschäftigungen oder im Unterricht oder noch besser beim sozialen Lernen o. ä.?

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

MMn. besteht die Gefahr (ich vermute A.M. sieht das auch so), dass Demokratie und Ideologie von manchen „überengagierten“ Pädagogen verwechselt werden. Das möchte wohl niemand!

Besseranonym
14 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Soso, na da müssen wir wohl nachschulen, Kollegen; @ Potschemutschka hat gesprochen.

@ Potschemutschka
Selbst wenn es solche Nulpen geben sollte, bitte ich doch darum dies zu belegen.

potschemutschka
14 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

🙂 Naja, es reicht vielleicht schon, so manche Diskussionen hier im Forum zu verfolgen – am besten die meist-diskutierten.

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Besseranonym
Übrigens: ich sprach von „manchen“, das ist zum Glück (noch?) eine Minderheit. Warum fühlen Sie sich angesprochen?

potschemutschka
8 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Besseranonym
…. besonders empfehlenswert alle Diskussionen rund ums Gendern (eine ist geradewieder im Gange, aber ältere Diskussionen zu diesem „heißen Eisen“ sind auch sehr interessant zum Unterschied Demokratie/Ideologie – Einflüsse auf Bildung) – aber das ist sicher nur meine persönliche Wahrnehmung.

A.M.
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie haben mich richtig verstanden. Danke!

Mit Abstand von über vierzig Jahren wächst mein Respekt vor den Lehrern meiner Schulzeit, die unsere linken Ansichten unaufgeregt stehen lassen konnten, auch wenn sie anderer Meinung waren und besser argumentieren konnten als wir. Die Phrase „Wer mit zwanzig kein Kommunist ist, hat kein Herz, wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand“ nervte zwar, aber an weitere unschöne Bemerkungen kann ich mich nicht entsinnen. Und wir wurden nie animiert, für einen US-Präsidenten Fähnchen zu schwingen oder uns klassenweise als brave Mitläuferchen für irgendeine gute Sache zu präsentieren. (Was heute schon im Kindergarten nicht unüblich ist: Jedes Kind kriegt eine Urkunde als Baumpate, Klimaforscher, Blutdrucksheriff oder was immer gerade in ist und mediale Beachtung bewirkt…)

Wenn Pädagogen und organisierte Kinderschutzverbände, die Kinder zu gesellschaftpolitischem Engagement (besionders beliebt „KInderrechte ins Grundgesetz) vor die Kamera oder in die Medien bringen, muss man sich fragen, wessen politisches Bewusstsein die Kinder präsentieren. Ihr eigenes – oder das einzelner Erwachsener? Und ob die Kinder stattdessen nicht lieber was ganz anderes täten! Und ob Überengagement Kinder am Ende die Lust nimmt, sich wirklich für Politik zu interessieren…

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

„Ideologie – Der Versuch die Straßenbeschaffenheit zu ändern, indem man neue Wegweiser aufstellt.“ (Carlo Manzoni)

potschemutschka
13 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Erwähne ich Dinge, die ich als positiv in der DDR empfunden habe, kommt sofort: „Das war aber Diktatur …!“
Erwähne ich etwas, was in der DDR wirklich Mist war und ich die Befürchtung äußere, das sich das evtl. in einigen Bereichen wiederholen könnte (!) … ist das an den Haaren herbeigezogen.
Okay, manche Fehler muss jeder selber machen.
(Ich habe die DDR-Ideologie übrigens 30 Jahre lang live erlebt und manches von heute kommt mir irgendwie bekannt vor – ist aber nur meine persönliche Wahrnehmung. Ach nee, so etwas höre ich in letzter Zeit auch öfter im Bekanntenkreis – dann liegt es wohl eher am Altersschwachsinn 🙂

potschemutschka
12 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wann habe ich die Diktatur der DDR verniedlicht und wann die Demokratieder BRD verkannt? Nur weil ich aus persönlicher Erfahrung und daraus resultierenden Vergleichsmöglichkeiten nicht alles unwidersprochen hinnehme?

potschemutschka
12 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
„Deshalb kommen bei Ihnen zum Beispiel die politischen Häftlinge in der DDR nie vor – ebenso wenig wie die Freiheiten und Bürgerrechte, die Sie im heutigen Deutschland genießen.“
Ich bitte Sie um Richtigstellung: Bitte ersetzen Sie „nie“ durch: „nach Meinung der Redaktion nicht oft genug“ 🙂
Danke!

potschemutschka
11 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Redaktion
Danke, dass wenigstens dieser Kommentar veröffentlicht wurde, ich weiß ja mittlerweile, dass Sie einen sehr großen Papierkorb haben und Selbstkritik oder eine Entschuldigung von Ihrer Seite zu viel erwartet wären. Ich bin ja schon mit wenig zufrieden. 🙂 also, danke!
Mit freundlichen Grüßen
potschemutschka

A.M.
11 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Mein Kompliment für diese Formulierung!

A.M.
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Gibt es eine Quelle dafür, dass demokratische Bildung keine Privatsache sein kann?

Für mich ist Bildung immer etwas, wo der Einzelne entscheidet, inwieweit er den Wissenserwerb ablehnt oder bereit ist, sich darauf einzulassen.

A.M.
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Das war nur eine ausweichende Antwort auf meine Frage. Es gibt demokratische Länder, die keine Schulpflicht kennen, lediglich eine Bildungspflicht.

Pauker_In
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Öhm… Zur Wissensvermittlung??

Bettina
13 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Es gibt sie, um vor allem Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen!! Ideologen haben in den vergangenen Jahren jedoch ihre rigiden Weltanschauungen in die Schulen hineingetragen mit der Behauptung, dass nichts wichtiger sei, als die Köpfe der Kinder und Jugendlichen damit zu füllen.
Seitdem lernen die Schüler und Schülerinnen immer weniger Lesen, Schreiben und Rechnen, obwohl diese Kulturtechniken das A und O fürs spätere mündige Leben in einem demokratischen Staat sind.
Erziehung zur Mündigkeit muss die Devise aller politischen Bildung sein und nicht rigorose Meinungsvorschriften, die angeblich nur dazu da sind, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zu schützen.
Sie tun es mitnichten, sondern laufen aufs Gegenteil hinaus.

A.M.
11 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Also eine große Verschwörung“ ???

Dem Wortlaut von Bettinas Aussage lässt sich wirklich nicht entnehmen, dass sie von einer Verschwörung oder gar einer „großen Verschwörung“ ausgehen würde. Die Bildung der Kinder kann bereits als unzureichend auffallen, wenn in der Gesellschaft die Weichen unbeabsichtigt falsch gestellt – eben eine Fehlentwicklung unbedacht zugelassen oder begünstigt wurde.

447
16 Tage zuvor
Antwortet  H. F.

Genau das.

kanndochnichtwahrsein
16 Tage zuvor
Antwortet  H. F.

Stimme zu.
Die SuS können einfach nicht alles mitbestimmen.
Ein Kind kann auch nicht demokratisch mitbestimmen, wann/ob es über die Straße läuft.
SuS müssen zudem gewissen Grundlagen aus dem Elternhaus mitbringen, zu denen m.E. auch gehört anzuerkennen, dass in bestimmten Dingen eben keine demokratische Entscheidung angesagt ist und unsinniger Widerstand (Mathe – muss ich nicht, nehm Taschenrechner…) ihnen selbst schadet.
Als Grundlage für demokratische Mitbestimmung – in der Schule oder in der „großen“/“echten“ Politik – sehe ich eine gute Grundlage von Wissen, Urteilsvermögen, der Fähigkeit zuzuhören und zu verstehen, Texte lesen und vestehen zu können uvm.
Ohne das, ist „Demokratie“ an Schulen nur ein Mäntelchen, ein Vorzeigeprojekt, genauso sinnlos wie Wahlpflichtfächer, AG’s, Projekte, die zwar gewählt werden können, am Ende aber aus Lehrer- und Kapazitätsmangel dann doch wieder nur zugeteilt werden.

Wenn Demokratie ernst gemeint ist, müssen Bildungsgrundlagen (über die anfangs nicht verhandelt und mitbestimmt werden kann) vorhanden sein, alle Beteiligten an der Umsetzbarkeit arbeiten und dazu die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stehen.

H. F.
15 Tage zuvor

// Als Grundlage für demokratische Mitbestimmung – in der Schule oder in der „großen“/“echten“ Politik – sehe ich eine gute Grundlage von Wissen, Urteilsvermögen, der Fähigkeit zuzuhören und zu verstehen, Texte lesen und vestehen zu können uvm. //

Und genau DAS bleibt den Schülern im selbstgesteuerten, schülerzentrierten und projektorientierten Pesudounterricht immer öfter verwehrt.

Ukulele
16 Tage zuvor
Antwortet  H. F.

Richtig. Und die Schüler merken auch sehr schnell, dass sie in den Schulparlamenten unterstützung von Lehrerseite nur dann erhalten, wenn sie die Standpunkte der Lehrer vertreten. Von daher lernen die Schüler auch sehr schnell die Grenzen von Demokratie kennen. Insofern ist diese Erfahrung auch sinnvolle.

Was mir fehlt an den Schulen wäre mehr direkte Demokratie anstelle der Repräsentativen, und somit von Lehrerseite beeinflussten, Demokratie.

Hysterican
16 Tage zuvor

Damit die Schulen keine „demokratiefreien Zonen“ bleiben, müssen Kinder und Jugendliche auch an Entscheidungsprozessen beteiligt werden», sagte sie. 

Ist der Dame eigentlich klar, was sie dort in aller politischen Dummheit herausblubbert?

Wenn Schulen „demokratiefreie Zonen“ sind,dann darf der Staat sie nicht unterhalten und betreiben, weil es gegen den Verfassungsauftrag verstößt.

Noch ein Beispiel für die mittlerweile konstatierbare Unwählbarkeit dieser Partei … v.a wenn es keine fundierte Gegenrede aus den eigenen Reihen gibt.

Ich bin schlicht fassungslos!

Pit2020
16 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

@Hysterican

Ich bin nicht (mehr) fassungslos!

… Passiert mir immer öfter.
Unter Umständen ist das eine gewisse Gewöhnung an das gleichmäßige Dummschwatz-Geprassel nach Art eines seeeeehr langen Landregens.

… Oder Altersmilde vielleicht … Auch schön! 🙂 🙂 🙂

A.M.
16 Tage zuvor

„Ferner müssten mehr Schüler Gedenkstätten besuchen. «Gedenkstätten sind wichtige Lernorte, die den Jugendlichen die Bedeutung von Menschenwürde und demokratischen Grundrechten vermitteln», sagte Triebel.“

Auch wenn Gedenkstätten zweifellos wichtige Lernorte sein können, rechtfertigt das doch wohl hoffentlich keine Einflussnahme von oben dahingehend, dass Lehrer und Schüler sie besuchen müssten. Das wäre Dogmatismus und nicht im Sinne der Demokratie. Schüler sind nicht dazu da, Quoten zu erfüllen.Wenn bislang wesentlich mehr Gymnasiasten eine KZ-Gedenkstätte besuchen als Förderschüler, dann verstehe ich das als ein Zeichen, dass Lehrkräfte eher mit älteren Schülern entsprechende Ausflüge machen und dass Förderschüler seltener einen Schulausflug zu einer Gedenkstätte mitmachen, da sie damit überfordert sein könnten.

Ich hatte früher immer wieder (emanzipatorische Mädchenarbeit) mit besonders sensiblen Schülerinnen zu tun, die keine Bücher über das dritte Reich lesen wollten. Sie kamen aus Kriegsgebieten, ihre Eltern waren politisch verfolgt. Sie mochten auch kein ehemaliges Konzentrationslager besichtigen – oder erst später. Oder auf gar keinen Fall mit der Schulklasse.

Egal was die Grünen schon wieder regeln wollen: Es gibt triftige Gründe dafür, Pädagogen Entscheidungsfreiheit zuzugestehen. So wie nicht immer die eine Methode zum Ziel führt, so ist es auch vermessen, den Weg vorzugeben, auf dem politische Aufklärung stattzufinden hätte.