MAINZ. Mit sechs Millionen Euro pro Jahr unterstützt das Land Rheinland-Pfalz die Kommunen beim IT-Support für Schulen. Doch laut einem Gutachten reicht das bei weitem nicht. Die Schulträger fordern deshalb deutlich mehr Geld – sonst…

Land und Kommunen streiten über die Kosten für den IT-Support bei den Schulen in Rheinland-Pfalz. Die kommunalen Spitzenverbände pochen auf das Ergebnis eines gemeinsamen Gutachtens, das deutlich höhere finanzielle Mittel als bislang vom Land bezahlt veranschlagt. Sollte es keine zeitnahe Einigung geben, werde den Städten, Gemeinden und Kreisen als Schulträger empfohlen, aus dem IT-Support auszusteigen, kündigten die kommunalen Spitzenverbände in Mainz an.
Ein gemeinsames Gutachten von Land und Kommunen kommt nach Angaben der Verbände zu dem Ergebnis, dass der Schul-IT-Support in Rheinland-Pfalz pro Jahr rund 81 Millionen Euro kostet. Das entspreche einer Summe von 162 Euro pro Schülerin und Schüler und Schuljahr. Bei einer hälftigen Kostenteilung müsste das Land den Kommunen 40,5 Millionen Euro pro Jahr zahlen.
22 Euro pro Schüler und Schuljahr für den IT-Support
Bislang würden aber nur rund sechs Millionen pro Jahr vom Land fließen. Das entspreche 22 Euro pro Schüler und Schuljahr. Auf diesen Wert hatten sich die kommunalen Spitzenverbände nach eigenen Angaben zu Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 mit dem Land verständigt. Es sei aber auch eine zeitnahe Evaluation vereinbart worden. Bei dem IT-Support geht es etwa darum, dass digitale Endgeräte wie Tafeln und iPads reibungslos funktionieren.
Die Evaluation sei aber vom Land herausgezögert worden, kritisierten die Verbände. Ein neuer Gesprächstermin über die Kostenverteilung sei vom Land nun erst nach dem öffentlichen Druck angeboten worden. Ziel sei, dass die Kosten für den IT-Support für die Schulen im rheinland-pfälzischen Schulgesetz verankert werden.
Das Bildungsministerium bestätigte das Angebot für erneute Gespräche, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Dieses Angebot sei aber bereits vor einigen Tagen erfolgt, sagte ein Ministeriumssprecher und verwies darauf, dass das Land freiwillig erhebliche zweistellige Millionenbeträge in die digitale Ausstattung der Schulen investiere.
Das Land habe etwa rund 90.000 digitale Endgeräte für bedürftige Schülerinnen und Schüler angeschafft, dazu rund 42.000 Leihgeräte für Lehrkräfte und weitere 6.000 Endgeräte unter anderem für pädagogische Fachkräfte.
Entwicklungs- und Lizenzkosten für Lernplattformen und Lernmanagement-Systeme wie das KI-Tool fobizz, die Mathematik-Software bettermarks, das Bildungsportal RLP oder das digitale Bücherregal kämen dazu. Allein dafür wende das Land jährlich insgesamt rund 20 Millionen Euro auf, damit Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler diese kostenlos nutzen können. Seit 2019 seien insgesamt mehr als 460 Millionen Euro in den Ausbau der digitalen Infrastruktur der Schulen in Rheinland-Pfalz geflossen.
Davon profitierten die kommunalen Träger unmittelbar, da sie durch diese Gelder bei einer ihrer originären Pflichtaufgaben massiv entlastet würden. Nach Einschätzung der kommunalen Spitzen fließen diese Landesmittel jedoch nur in rein pädagogische Maßnahmen – und nicht in den IT-Support.
Laut GEW haben die gut ausgeschöpften Digitalpaktmittel in der Breite der Schulen dazu geführt, dass die Ausstattungen an Hard- und Software in Ordnung sind. «Die Kernproblematik aber wird darin bestehen, dieses Niveau zu halten oder gar auszuweiten», mahnt Jakobs. Dies könne aber nicht gelingen, wenn in der Folge nun die Kommunen als Schulträger in der Alleinverantwortung für den Ersatz von Geräten und Lizenzen aufkommen müssten. Es sei daher ein dauerhaft verankertes Engagement des Bundes notwendig, damit in der Fläche des Landes vergleichbare Lehr- und Lernbedingungen mit digitalen Geräten möglich sind.
Der Digitalpakt 2.0, der (nach zwei Jahren Verzögerung) seit dem 1. Januar 2026 läuft, ist bis 2030 geplant. News4teachers / mit Material der dpa









Ach, dauerhafte Digitalisierung kostet Geld? War mir so nicht klar …
Binäres System, einmal Kohle raushauen und danach null Support.
Das Narrativ war ja oft bisher: “Wir kippen den Schulen die Hardware ohne Support vor die Füße und beschweren uns dann, dass der Kram nicht genutzt wird”.
Dass in der “freien” Wirtschaft nur 20% der Kosten für den IT-Einkauf und 80% der Kosten für Support / Wartung / Software / Schulung … draufgehen, verschweigt man (bewusst?). Sonst könnte man den f… S… ja nicht die Schuld an der mangelhaften Digitalisierung der Schulen geben.