Start Praxis Mehr Freiheit, weniger Gleichschritt in immer mehr Schulen: Unterricht im Umbruch

Mehr Freiheit, weniger Gleichschritt in immer mehr Schulen: Unterricht im Umbruch

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BERLIN. Eine dreiviertel Stunde Unterricht, fünf Minuten Pause, ein Lehrplan für alle – für Judith Holle steht dieses Modell sinnbildlich für ein System, das an seine Grenzen stößt. Kurz vor dem Berliner „Zukunftsforum Lernbegleitung“ wirbt die Geschäftsführerin der Bildungsorganisation „Bewirken“ für eine grundlegende Neuausrichtung von Schule: weg vom starren Takt, hin zu individuellen Lernprozessen, neuen Rollen für Lehrkräfte und einer systematischen Fortbildung in Zeiten rasanter technologischer Entwicklungen.

Im Gleichtakt. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

45 Minuten Unterricht, fünf Minuten Pause und gleicher Stoff für alle – so sieht der Alltag an vielen deutschen Schulen aus. Aus Sicht der Bildungsorganisation «Bewirken» ist dieses starre Konzept nicht mehr zeitgemäß. «Schule ist grundsätzlich sehr stark im Gleichschritt gedacht», sagte Geschäftsführerin Judith Holle der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei aber nicht unbedingt die sinnvollste Art und Weise, um gute Lern- oder Entwicklungsprozesse zu gestalten. Letztere verliefen extrem individuell, betonte Holle kurz vor dem Start des «Zukunftsforums Lernbegleitung» am Mittwoch in Berlin.

Das Zukunftsforum will Schulen, Behörden und weitere Akteure zusammenbringen, um über systemische Lösungen und die veränderte Rolle von Lehrern als Lernbegleiter zu beraten. Rund 120 Experten aus ganz Deutschland werden dazu erwartet. Zahlreiche Einrichtungen suchen laut Holle derzeit nach Wegen, ihre Lernkonzepte grundlegend neu auszurichten und vom traditionellen Gleichschrittsystem Abstand zu nehmen. «Sehr viele haben das Gefühl, irgendetwas passt da nicht mehr», sagt Holle.

«Bewirken» setzt laut Holle seit Jahren darauf, die Selbstwirksamkeit junger Menschen zu stärken und Schulen bei umfassenden Entwicklungsprozessen zu unterstützen. Das aktuelle System stünde einer zeitgemäßen Pädagogik oft im Weg. Schule sei aktuell ein Ort, in dem Beteiligungen, Selbstwirksamkeitserfahrung, Persönlichkeitsentwicklung Themen seien, die in den vorhandenen Strukturen nicht so leicht umzusetzen seien, so Holle. Schulen, die sich verändern wollen, erprobten daher zunehmend alternative Formate: projektorientiertes Lernen, Lernbüros oder flexible Selbstlernzeiten.

Von kleinen Schritten bis zur Abschaffung des Unterrichts

Die Bandbreite der Reformen sei groß. Manche Schulen reduzieren demnach zunächst nur starre Taktungen, andere gehen weiter: «Manche verabschieden sich quasi vom Unterricht und schaffen ganz viele neue Lernformate, etwa projektorientiertes Lernen», sagt Holle. Dabei entstehe eine Mischung aus selbstgesteuerten Lernphasen und gemeinschaftlichen, sozial eingebetteten Lernmomenten. Laut Holle ist der Veränderungswille inzwischen vielerorts spürbar: Es gebe ein großes Bewusstsein in vielen Schulen, dass das traditionelle System nicht funktioniere und alle erschöpfe.

Künstliche Intelligenz (KI) sieht Holle nicht als Bedrohung: «KI ist ein Katalysator für Entwicklungen, die ohnehin schon vorhanden sind», so die Expertin. Künstliche Intelligenz könne Lernprozesse individualisieren und Lehrkräfte entlasten. Entscheidend sei jedoch, dass Schüler verstehen, wie sie KI sinnvoll und kritisch nutzen. Sich einfach nur Hausaufgaben ausspucken zu lassen, biete keinen Mehrwert für den eigenen Lernprozess.

Viele Lehrkräfte fühlten sich von der Geschwindigkeit des Wandels überfordert, berichtet Holle. Geräte fehlten, digitale Kompetenzen seien ungleich verteilt, und Fortbildung sei kaum systematisch organisiert. Es gebe ganz wenig strukturierte, strategische Herangehensweise dafür, wie lebenslanges Lernen im Lehrerberuf stattfinde. Und das in einer Zeit rasanter Entwicklungen. News4teachers / mit Material der dpa

News4teachers hat dem Thema “Schule der Zukunft” unlängst einen eigenen Themenmonat gewidmet. Hier geht es zu allen Beiträgen. 

Selbstwirksamkeit fördern: Fünf Methoden, die junge Menschen zu Gestalter*innen ihres Lernens machen

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Simone L.
7 Tage zuvor

Dieses von einigen schlechtgeredete Modell war aber früher sehr erfolgreich!

Es wurde erst immer weniger erfolgreich, als man anfing, daran herumzudoktern und es abzuschaffen. Die staatliche Schule hat ja viele Reformideen aufgegriffen. Seither sind die Lernergebnisse schlechter und nicht besser geworden.

Kaunas
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber 1996 und 2000 war dieses “alte Modell” doch schon längst nicht mehr da, die Abkehr z.B. vom Frontalunterricht erfolgte viel früher in Westdeutschland; im Osten etwa seit der Wende.

unfassbar
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Analphabetische Senioren aus der Zeit waren im Bereich des ersten Weltkriegs oder zwischen den Weltkriegen in der Schule. Sie können kaum behaupten, dass die damalige Zeit auch nur ansatzweise mit der heutigen Zeit oder den 1980er Jahren vergleichbar ist.

GraueMaus
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Damals lernten noch alle die vier Grundrechenarten in der Grundschule inkl. Division, schriftlich und (mit kleinen Zahlen) auch im Kopf.
Heute werden dabei Abstriche gemacht: Division nur durch ein- oder zweistellige Nenner, beim kleinen 1×1 nur noch die “Grundaufgaben”, also Multiplikation mit 1,2,5,10, überall wird was abgezwackt weil es angeblich “zu schwierig” ist für die “veränderte Schülerschaft”. Offenbar nimmt die Leistungsfähigkeit auf breiter Front ab, die Intelligenz und die Merkfähigkeit (Gedächtnis) vielleicht auch.

Achin
7 Tage zuvor

Frau Holle schüttelt eine ganze Menge an Reformideen über das deutsche Schulwesen.

Mit welchen konkreten Ressourcen sollen diese auf fruchtbaren Boden fallen?

Woher nimmt Sie Ihre Expertise über die Arbeit an den Schulen vor Ort?

Katze
7 Tage zuvor

Der Berliner “Bildungsumbruch” (besser weiterer Abbruch) wirkt wie der Versuch, den Niedergang fachlicher Bildung als Reform zu verkaufen – während die Realität längst schwarz auf weiß vorliegt. In Berlin verfehlen 36,9 % der Neuntklässler den Mindeststandard in Mathematik für den MSA, also mehr als jeder Dritte. In den Naturwissenschaften sieht es nicht besser aus: Der IQB-Bildungstrend spricht von einem deutlichen Leistungsabfall in Biologie, Physik und Chemie.

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/10/iqb-bildungstrend-berlin-brandenburg-
mathematik-naturwissenschaften-kompetenz.html

Und vor diesem Hintergrund erklärt man nun, Berlin müsse sich vom „Gleichschritt“ verabschieden – in einer Stadt, in der fachlicher Gleichschritt schon lange nicht mehr existiert, weil die Leistungsniveaus auseinanderfallen wie ein schlecht gebundener Hefter. Dann heißt es: „Schule sei aktuell ein Ort, in dem Beteiligungen, Selbstwirksamkeitserfahrung, Persönlichkeitsentwicklung Themen seien, die in den vorhandenen Strukturen nicht so leicht umzusetzen seien“. Das klingt besonders überzeugend, wenn gleichzeitig ein Drittel der Jugendlichen nicht einmal die Mindeststandards in Mathe erreicht. Selbstwirksamkeit scheint vor allem darin zu bestehen, selbst zu entscheiden, ob man überhaupt lernt.
Der Running Gag folgt auf dem Fuß: „Es gebe ein großes Bewusstsein in vielen Schulen, dass das traditionelle System nicht funktioniere und alle erschöpfe.“ Das traditionelle System? In Berlin? Das, was man schon vor Jahren abgeschafft hat, weil es zu sehr nach Fachlichkeit, Verbindlichkeit und überprüfbaren Leistungen roch? Man beklagt den Einsturz eines Hauses, das längst abgerissen wurde.
Und dann die Krönung: „Manche verabschieden sich quasi vom Unterricht und schaffen ganz viele neue Lernformate, etwa projektorientiertes Lernen. Dabei entstehe eine Mischung aus selbstgesteuerten Lernphasen und gemeinschaftlichen, sozial eingebetteten Lernmomenten.“
Übersetzt: Fachunterricht fällt aus, aber diesmal mit pädagogischem Etikett. Eine Mischung aus projektorientiertem Arbeiten im „Team“, bei dem am Ende der eine leistungsstarke, noch arbeitswillige Schüler wieder alles stemmen darf und die anderen für die Teamnote mitsurfen, und angeblich gemeinschaftlichen Lernmomenten, die den fachlichen Anspruch weiter verdünnen – kein Wunder, dass genau dieser Schüler die Schnauze voll hat. Die mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundlagen erodieren munter weiter.
Der eigentliche Umbruch besteht also darin, dass man den Verlust ernsthafter fachlicher Bildung nicht mehr kaschiert, sondern als Fortschritt verkauft – während die Leistungsvergleiche längst zeigen, wohin dieser Weg führt.

Stine
7 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Mich erschöpft irgendwie, dass das traditionelle System nicht mehr angewandt wird und ich meinen Kindern das beibringen muss, was gemäß ihrer Schulklasse alles so gelehrt werden soll und nun aber nicht wird. Wann mal jemand länger als 5 Minuten am Stück still gesessen und gearbeitet hat, mein Kind erinnert sich daran nicht. Dem Stoff aus den altersgerechten Lernheften verschiedenster Verlage ist es auch noch nicht begegnet. Die meisten Eltern bekommen das noch nicht mal mit und da sind wir wieder bei dem Punkt – Bildung funktioniert nur da, wo sich Eltern zuhause dafür einsetzen. Leider.

Kaunas
7 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Das ist die traurige Realität und das Ergebnis diverser Schulreformen.

Joe
7 Tage zuvor
Antwortet  Katze

„Schule sei aktuell ein Ort, in dem Beteiligungen, Selbstwirksamkeitserfahrung, Persönlichkeitsentwicklung Themen seien, die in den vorhandenen Strukturen nicht so leicht umzusetzen seien“. Das klingt besonders überzeugend, wenn gleichzeitig ein Drittel der Jugendlichen nicht einmal die Mindeststandards in Mathe erreicht. Selbstwirksamkeit scheint vor allem darin zu bestehen, selbst zu entscheiden, ob man überhaupt lernt.

Vielleicht ist Mathe zunächst auch nicht das richtige Fach zum Selbstwirksamkeit zu erfahren.
Kürzlich besuchte ich eine Veranstaltung. Die Moderatorin auf der Bühne trat auf wie bei einer Multi-Level-Marketing-Verkaufsschau, wobei es eigentlich keine war. Da wurde alle 30 Sekunden geklatscht und gejublet. Im Anschluss habe ich sie für ihre Performance gelobt und sie gefragt was sie beruflich macht. Lehrerin.

Wenn sie an der Schule so unterrichten muss damit sie Gehör findet ist was schräg.

Selbstwirksamkeit wird durch praktisches Handeln erlebt.
Das praktische Handeln durch projektorientiertes lernen oft nicht gut funktioniert, liegt daran, dass, bevor Kinder diesen Schritt tun können, sie erstmal Fähigkeiten wie z.B. Diziplin üben müssten. Das fehlt, wegen einer falsch verstandenen bedürfnisorientierten Erziehung.

unfassbar
7 Tage zuvor

Wie dieses mehr an Freiheit mit den zentralen Abschlussprüfungen vereinbar sein soll, müsste man mir mal erklären. Ja, es gibt viele Wege nach Rom, nur sind die kürzeste Entfernung zwischen dem Startpunkt und Rom sowie die verfügbare Reisezeit vom Startpunkt bis Rom für alle gleich. Dieser Weg ist je nach Nutzung der Freiheiten länger oder kürzer, manchmal auch so steinig und schwer, dass alles außer dem kürzesten Weg das Ziel in der vorgegebenen Zeit unerreichbar macht.

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Man macht die Prüfung, wenn man bereit ist. Die Einen brauchen länger, die anderen kürzer. Was soll es, Hauptsache, sie kommen ohne Lücken durch. Mit dem richtigen System, nämlich so lange ein Thema bearbeiten müssen, bis mindestens ein Mindeststandard erreicht ist. Heißt, wenn beim Gelingensnachwris auffällt, dass ein Teilbereich nicht sitzt, weiter lernen und diesen Beteich nochmal abprüfen. Halte ich für zielführender, als alle im gleichen Zeitrahmen durchzuprügeln oder ganze Jahre in allen Fächern (somit auch den guten) wiederholen zu lassen oder auf 4er-Niveau mit vielen Lücken durchzuwinken.

unfassbar
7 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ihr Vorschlag scheitert an der schulpolitischen Realität. Es sollen möglichst wenige Schüler zurückgelassen werden und eine Jahrgangsstufe wiederholen soll im Idealfall niemand.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ja, an der jetzigen schulpolitischen Realität. Muss es denn so bleiben?

Bla
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich frage mal etwas provokant:
Wo ging der Trend denn die Jahre hin?
Wo geht er aktuell hin? Also als Tendenz.

Und schon haben Sie eine Antwort darauf. Sorry … Ich bin ja auch gerne in “Ideologiedenken” dabei … Bleibt nur eben bei Denken, solange es keinen Kollaps gibt und/oder man zuvor tatsächlich mal sinnvoll handelt bzw. handeln würde.

Aber “dagegen”/”dafür” gibt es eben viele Gründe, warum der Trend so ist, wie er ist.

Tipp: Aktueller Trend -> Aufbewahrung/Aufsicht/Anwesenheit des Kindes + Arbeit der Eltern ist höher gewichtet als Bildung.
Und das sieht für die Zukunft erstmal als potentieller Trend für mich … Eher nach mehr aus. Ansonsten macht das politische Agieren auch absolut keinen Sinn.

Alese20
4 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Und wenn es schon nicht so geht, dass man die Prüfungen individuell ablegt, dann wäre zumindest adaptiver Unterricht ein guter Ansatz, um zumindest Lücken besser zu vermeiden https://deutsches-schulportal.de/unterricht/exklusiver-auszug-aus-dem-buch-die-bildungsweltmeister/?=dis.int.tc.zeitde..zeitde.bild_text_teaser_startseite.unterricht.&utm_medium=dis&utm_source=zeitde_tc_int&utm_campaign=&utm_content=zeitde_bild_text_teaser_startseite_unterricht_

Sepp
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Man macht die Prüfung, wenn man bereit ist. Die Einen brauchen länger, die anderen kürzer. Was soll es, Hauptsache, sie kommen ohne Lücken durch.

Da wir immer Material-gestütze Aufgaben haben, finde ich es in den Naturwissenschaften teilweis schon jetzt schwierig, eine Nachschreibe-Klassenarbeit bzw. -Klausur zu erstellen, die aber ander Aufgaben beinhaltet.

Wie soll ich dann vielleicht 15 verschiedene Arbeiten erstellen, die aber vergleichbar sind? – Selbst in einer Material-basierten mündlichen Prüfung ist das z.T. echt schwer.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Müssen sie denn so verschieden sein. Es werden heute auch schon die gleichen Arbeiten für Nachschreiber benutzt. Zumindest an der Schule meiner Tochter.
Oder man bemüht die KI, um sich inspirieren zu lassen. Vielleicht kommt da sogar der eine oder andere gute Vorschlag.

Pädagogische Fachkraft
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Die gleichen Arbeiten für Nachschreiber? Was ist das für eine Schule?? Da sind ja alle blöd, die den regulären Termin wahrnehmen…

Alese20
5 Tage zuvor

Gymnasium

Hans Malz
6 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Wieso wir? Das kommt doch dann zentral. Und ansonsten bekommen natürlich alle die selbe Arbeit. Mir doch egal, ob dadurch das Niveau sinkt. Da bin ich ganz Bildungsdrohne.

447
6 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die Bildungsinitiative ‘Schland 2035 scannt den Nutzer “Hans Malz” und berechnet: Beförderung zum “Sonderbeauftragten für Spezialfragen” als mindestes Karriereziel im nächsten datengestützten Feedback-wise-crowd-Verfahren anvisieren.

Gummibärchen
5 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Ich finde die Idee generell sehr gut. Heißt nämlich auch, dass man um die Prüfung nicht drum rum kommt.

Heißt vermutlich aber auch, dass sich die Schulzeit für einige (es muss halt bestanden werden) sehr, sehr ausdehnt.

Warum auch nicht?

Das wäre um Sinne der PE und Selbstwirksamkeit sehr sehr lehrreich!

Arno Handke
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Nur bei einem ganz extrem niedrigen Anspruchsniveau ist so ein Prüfungssystem aussagekräftig und für die Lehrer vom Aufwand her zu leisten.

447
6 Tage zuvor
Antwortet  Arno Handke

Ziel erkannt.

Stine
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Dafür bräuchte es einfach mehr Personal. Wenn die Hälfte der Klasse den Mindeststandard nicht erfüllt, ist mein Gefühl im Moment, alle haben zu warten, bis es so weit ist. Das straft diejenigen ab, die die Standards übererfüllen. Das “jeder lernt in seinem Tempo” klingt so schön, aber die eine Hälfte lernt irgendwie nix, weil sie wartet oder aufgrund fehlender personeller Ressourcen nur mit einem “Mehr” an Aufgaben versorgt wird, was diese als Strafe empfindet. So leidet die Motivation. Genauso im Übrigen die Idee, dass Schüler dann als Experten mit den anderen arbeiten – auch das empfinden die meisten Schüler nach mehr als einem Versuch als unschön.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Wir reden hier doch von Lernen OHNE Gleichschritt. Dann muss keiner warten. Das geht nur mit gut gecoachtem und langsam eingeführten (sprich mehr Freiheiten nach Beweis des Verantwortungsbewusstseins) SOL. Von den Schulklasse mit Unterricht muss man sich dann verabschieden!

Bla
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Wie kommen Sie darauf, dass das funktionieren würde?

Und unter welchen Rahmenbedingungen?

Konkretisieren Sie das doch bitte etwas.
Ich bin mir ehrlicherweise nicht sicher, ob Sie das nicht etwas zu “theoretisch” sehen.
Vieles klingt in der Theorie sehr gut. Allerdings muss man sich auch den jeweiligen Grenzen bewusst sein.
Das sehe ich (leider) auch … Also: Wie stellen Sie sich das vor?

Lerninseln?
Montessori?
Waldorf?
Freinet?
Iwas anderes?
Komplett egal?
Wie die Rolle der Lehrkraft?
Wie die Rolle der Eltern?
Wie die Rolle des Kindes/der Kinder?
Wie ggf. andere “Parteien/Profile”? [Multiprofessionelles Team?]

Ansonsten klingt das etwas – sorry – “floskel flach”.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Alemannenschule Wutöschingen https://asw-wutoeschingen.de/

Ich finde, die machen das schon gut.

DerechteNorden
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Das mag so sein.
Ich denke an meiner Schule könnte man auch so arbeiten, wenn wir die Hälfte der S*S an andere Schulen schickten und zuvor natürlich aussuchen könnten, wen wir nehmen.

447
5 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Die Rahmenbedingung ist, die Gefühle und Fantasterei so sehr zu steigern, dass man das reale Nicht-Lernen ausblendet.

Alese20
5 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Ich zitiere auch mal gernen den Schulleiter Carsten Bangert, der in einem LinkedIn Post folgendes schrieb:
“Frustration meistern, Impulse steuern und Erfolg selbst gestalten – Fähigkeiten, die Kindern und Jugendlichen heute bedrohlich oft fehlen.

Die Leopoldina-Stellungnahme 2024 macht es deutlich: Kognitive, emotionale und soziale Kompetenzen sind kein Luxus, sondern das essenzielle Fundament für Leistung, Resilienz und Wohlbefinden – das Schutzschild gegen Burnout und Schulabbruch.

Der Schlüssel: Ein trainierter präfrontaler Kortex. Dieser Bereich unseres Gehirns ist wie ein Muskel. Er muss trainiert werden, um Frustrationstoleranz und den so wichtigen Bedürfnissaufschub zu ermöglichen. In einer VUCA-Welt ist das die Überlebenskompetenz schlechthin.

Wie können Schulen (und Eltern) ihre Kinder bei der Ausbildung dieser Schlüsselkompetenz unterstützen?

Stefan Ruppaner von der Alemannenschule in Wutöschingen zeigt mit dem Graduierungssystem (nach Peter Fratton), wie Schüler*innen schrittweise vom „Neustarter“ (enge Begleitung) zum „Lernprofi“ (volle Eigenverantwortung) reifen. Ein Schlüsselfaktor für gelingendes Lernen an dieser Erfolgsschule ist zuförderst nicht nur die Architektur der Schule, sondern vielmehr die Anbahnung der o.g. Kompetenz. Denn nur mit Selbstregulation ist selbstgesteuertes Lernen möglich. Und das fällt nicht vom Himmel, sondern muss Stück für Stück angebahnt werden – im Elternhaus und eben auch in der Schule. Siehe auch Konflikt-KULTUR Freiburg (https://lnkd.in/d-vHikBE).

Estland: Bei meinem Besuch auf dem ISTP 2026 beobachte ich nächste Woche genau, wie das PISA-Siegerland die Selbstregulationsfähigkeiten systematisch stärkt.

Es ist Zeit für eine Transformation von Haltung und Kultur. Wir brauchen Lernumgebungen, die auf Autonomie, Feedback und Aktivierung setzen.”

Genau das finde ich so gut an der Alemannenschule – die Kinder lernen, sich selbst zu steuern – Dank Coaching und Graduierungssystem. Diese Kompetenz fällt ja nicht vom Himmel. Daher nehme ich die Aussage wie “das geht mit unseren SuS eh nicht” nicht ganz so ernst. Wer das nicht mal ausprobiert hat, kann das nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich würde nie behauptet, dass das was für alle SuS ist, aber ich denke eh nicht, dass es ein System gibt, dass für alle gleichermaßen gut funktioniert.

DerechteNorden
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

“Es ist Zeit für eine Transformation von Haltung und Kultur.”
Wollen Sie das den Leuten verklickern?
Aber nicht enttäuscht sein, wenn die ihre Haltung und Kultur gar nicht ändern wollen.

Haben Sie derzeit den Eindruck, dass die Leute Parteien wählen wollen, die Ihre Wünsche umsetzen würden?

Alese20
4 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich habe den Eindruck, dass immer mehr LuL das wollen, allerdings tummeln diese sich nicht hier in diesem Forum, sondern eher auf LinkedIn.

Ob die dann auch entsprechend wählen, kann ich natürlich überhaupt nicht abschätzen. Da stellt vermutlich auch eher die Frage: Gibt es denn überhaupt eine Partei, der genug Geld für das Bildungssystem geben würde, um andere Wege zu gehen?

Gummibärchen
5 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Meine Schüler – zumindest ein sehr großer Teil – hat extreme Probleme mit der Selbstorganisation.

Faktisch ist da nix vorhanden.

Es würde an Vernachlässigung grenzen, diese Rebellen gegen Fremdsteuerung zuzumuten, s e l b s t etwas auf die Reihe zu kriegen…..

Alese20
4 Tage zuvor
Antwortet  Gummibärchen

Ja, heute. Sie haben es ja auch nie gelernt!

447
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Pro Gruppe habe ich mindestens 22 SuS.

Pro 22 SuS sind MINDESTENS zwei in irgendeiner Weise diagnositziert, real sind insgesamt ziemlich genau die 10%, die in anderen BL so durchfliegen weder irgendwie erzogen noch schulfähig oder (was das eigentliche Kernproblem ist) schulWILLIG in irgendeiner Form, die über “amateurpsychologisch wegbetreuen” hinausgeht.

Macht 4 pro Gruppe, kommt recht genau hin (mal drei, mal fünf, dort sechs, da keiner usw.)

Ich würde ernsthaft 100 EUR Eintritt pro zwei Stunden Bildungsshow als Zuschauer zahlen, um dabei zuzusehen wie diese Gruppen “in ihrem eigenen Tempo” dann … “lernen”.

Und die “Gelingensnachweise” erst…das wird ‘ne ganz große Show.

ENTWEDER die “große Freiheit” beim Lernen wird eine Lüge sein (“gut gecoacht und langsam eingeführt” könnte man das dann zum Beispiel nennen, wenn in Wirklichkeit halt DOCH der Lehrer wieder verantwortlich gemacht werden soll, wenn es schief geht und er/sie mikro-kontrollierend durch die Lernlandschaft den einzelnen SuS nachspringt, die sich irgendwo hin verdrücken wollen), die der Lehrer als Show durch völlige Überarbeitung bei gleichzeitiger Niveausenkung vorsimulieren soll…ODER es fliegen nach der maximalen Verweildauer im Schulsystem massenweise SuS komplett ohne Abschluss raus, weil sie faktisch auf Sonderschulniveau oder drunter “lernen”(=Sauerstoff verbrauchen, mit Kumpels abhängen) werden.

45 Minuten pro Stunde, 22-23 SuS im Schnitt…45 durch 23 = ca. 2 Minuten pro Kind OHNE jede Form von Dokumentation und Anwesenheitskontrolle…eine Bildungsdrohne und ein TASCHENRECHNER reicht, um den Mumpitz als die Fantasterei zu entlarven, die es ist.

Aber Dividieren kann demnächst ja auch eh keiner mehr, dann passt das schon. 😀

Alese20
5 Tage zuvor
Antwortet  447

Es gibt SuS, mit denen das geht. Die anderen kann man ja dann nach dem neuen englischen Konzept beschulen. Ich habe nie behauptet, dass das für jedes Kind etwas ist. Genauso, wie nicht jedes Kind gut mit zu viel Struktur, Gleichschritt und lauten Klassen klar kommt. Wir sind alle Individuen und heute anscheinend noch heterogener als in der Vergangenheit wahrgenommen. Da sollte man drauf reagieren und nicht nur immer sagen, dass es nicht geht, weil….

447
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu, DASS es SuS gibt, mit denen das geht.

Eine solche Schülerin hat mir gerade vor ca. 45 Minuten noch einen freiwilligen fremdsprachlichen Fachvortrag zugeschickt und in einer Videokonferenz mit mir gesprochen. Haben wir einfach aus Spaß an der Sache gemacht.

Ich habe ca. 120 SuS pro Jahr mindestens.
Ich habe zwei solche SuS.

I rest my case.

Hans Malz
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Wer ist “man”? Wer plant, koordiniert und bezahlt den Spaß? Wer führt aus und mit welchen “Kompetenzen”, die in welcher Arbeitszeit erworben werden? In welcher lernförderlichen Umgebung und in welchen Gebäuden findet das statt?

Mehr Fragen als Antworten….

Alese20
5 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Einfach eine Schule, die so arbeitet. Gibt es tatsächlich und es werden immer mehr. Es gibt Vereine wie “bewirken” oder ” Schule im Aufbruch”, die das unterstützen oder Schulen, die in der Alemannenschule hospitiert haben, die das bereits machen. Und nein, keine Privatschulen. Sie wollte einfach was verändern und sind von dem Konzept überzeugt. Einfach den Vereinen und der Alemannenschule Wutöschingen auf LinkedIn folgen. Dann finden Sie die Bubble.

Rüdiger Vehrenkamp
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Es war klar, dass die vermeintliche “Überschule” wieder genannt wird, die EINE Schule, die alles richtig macht: Die Alemannenschule. Aber:

  • Dort werden Schüler aussortiert. Wer das Modell der rein intrinsischen Motivation nicht annimmt, muss die Schule verlassen und geht an Regelschulen.
  • Die an sich kleine Gemeinde hat durch die anliegende Industrie (Firma Würth) sehr viel Geld und konnte die Schule entsprechend umbauen.
  • Keine Brennpunktschule
  • Die gymnasiale Oberstufe umfasst nur circa 20 Schüler

Soviel zum Thema “Bubble”, denn Sie gehen davon aus, dass allerorts gleiche Bedingungen herrschen. Das Klientel, das wir überwiegend betreuen, braucht klare Linien und Strukturen. Regelmäßig versuchen es diese Kinder an Gemeinschaftsschulen, wechseln aber schnell wieder rüber an Werkrealschulen, die das traditionelle System fahren.

Alese20
5 Tage zuvor

Es gibt nicht nur die Alemannenschule, die das macht. Die haben sich das selbst woanders abgeguckt und weiterentwickeln. Ich weiß nur leider nicht mehr die Namen der Schulen. Außerdem ist es doch ok, wenn das nichts für alle ist – muss ja auch garnicht.

DerechteNorden
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich würde tatsächlich die externe Evalution der jeweiligen Projekte abwarten.

Alese20
4 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Universitätsschule Dresden ist ja dabei und auch schon recht lange. Ich denke, da kann man sich dann gut orientieren. https://tu-dresden.de/gsw/der-bereich/news/bericht-struktur-und-evaluationskommission-universitaetsschule-dresden-2024

Ist nur die Frage, ob dann nicht doch das ABER bei viele wichtiger ist. Man liest ja doch immer wieder, dass solche Schulen nicht das gleiche Klientel hätten und daher nicht aussagekräftig seien und damit bleibt man dann einfach weiter bei seiner eigenen Meinung. Ich glaube, alle Zweifler müssten das mal live erleben, bevor sie das glauben.

447
4 Tage zuvor

Nicht nur Würth…übelste Aluminiumverarbeitung! Metalle galvanisieren!
Industrie!
Fossiles Teufelszeug!

Das muss mal richtig dekarbonisiert werden da! 😀

Bla
4 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

https://asw-wutoeschingen.de/partner

Also … Würde Edeka, Volksbank und co. auch alle anderen Regelschulen mit Fördergelder und Projekten helfen?
Wie sieht es mit den Fördergeldern der Gemeinden aus?
Eltern bezahlen eine ‘Kleinigkeit’ (Tablets – “Miete”) ja auch laut Homepage?

Auf wieviel Geld und Rahmenbedingungen kommt man denn da so?

Und ja, klingt alles gut. Jedoch auch hier … Durchaus nicht unbedingt das “klassische” Clientel, oder?

447
4 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Da kommt mir gerade noch so ein (allerdings böser und sehr verbotener!) Gedanke, den ich nur zum Zwecke der Beichte meiner computerisierten Schlimmheit hier hinterlasse:

Schritt 1: Wir machen uns mal ca. 10 Sekunden ehrlich (lange genug, um entsprechende Erlasse zu unterschreiben), danach kann wieder geschwallert & geträumt werden:

Schritt 2:
Wir stecken diese (sicher nur rain zufällig 😉 ) extrem starken ääähhhh privilegiiiiieeerten SuS auf Förderschulen für Eliten bzw. geben denen Stipendien und Co., so dass deren Potentiale erstens entwickelt werden und sie zweitens hoffentlich im Land bleiben.

Schritt 3:
Wir machen dieses Lemov- oder auch sonstwie-genannt-Prinzip (gute alte Standartschule, Klappen halten & Tiktok aus) für den ganz normalen, 08/15-Geht-so-ist-ok-hat-aber-nicht-so-richtig-Bock-Schüler. So werden daraus zivilisierte, nützliche Menschen.

Schritt 4: ….

Schritt 5: Profit!

Damit wäre das pädagogische Hufeisen dann geschlossen:
Wir haben dann so lange geschwallert, geträumt und rum-reformiert, bis wir bei dem rauskommen, was immer schon funktioniert hat.

Gummibärchen
5 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Es “straft” sie nicht ab.

Es langweilt sie.

Alese20
4 Tage zuvor
Antwortet  Gummibärchen

“Es langweilt sie” Ganz genau und das führt doch am Ende zu Lustlosigkeit, Frust oder auch zu Störungen im Unterricht. Alles sehr kontraproduktiv.

H. F.
7 Tage zuvor

Ich bin in den 90ern bis Anfang der 2000er super durch die Gleichschrittschule in Sachsen gekommen, erst auf der Grundschule, dann auf dem Gymnasium. Mein Bruder auf der Realschule. Die DDR-Lehrer waren fachlich und didaktisch bockstark und nach der Wiedervereinigung war der Unterricht ideologiebefreit. Es war eine tolle Zeit: wir waren vormittags gut gefordert und haben alle (!) was gelernt, nachmittags haben wir Blödsinn gemacht.

Ich würde mir für meine Kinder genau diese fordernde Gleichschrittschule wünschen, in der mit guter Anleitung und fundiert unterrichtet wird, man Fähigkeiten und Wissen strukturiert aufbaut und man nicht “lernbegleitet”.

Leider müssen wir bei unseren Kindern sehen, wie die Segnungen des schülerzentrierten und selbstgesteuerten Lernens deren Potentiale brachliegen lassen. Wir mussten und müssen enorm viel zuhause nachholen, von der Schreibschrift über die Rechtschreibung bis zum Einmaleins. Es wird viel zu wenig geübt und viel zu viel Selbstständigkeit verlangt. Bei Gruppen- oder Projektunterricht ätzen meine Kinder nur noch rum, denn sie merken selbst, dass sie dabei nicht vorankommen. Die Ergebnisse in Form von Lapbooks oder Präsentationen sind gruselig.

Meiner Meinung nach basteln sich die vielen BildungsforscherInnen (merkwürdigereise meist weiblich) eine Bildung nach ihrem Gusto, so wie sie sich ihre Wunschschule vorstellen. Mit der Realität da draußen und den Wünschen und Bedürfnissen der Schüler und Lehrer hat das alles nichts mehr zu tun.

unfassbar
6 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Da muss man natürlich bedenken, dass die ganzen internationalen Studien nur die im englischen Sprachraum verlangte Art des Lernens abfragten, die es in Deutschland bis dahin nicht gab. Das Diplom und Made in Germany hatten damals weltweit noch Gewicht.

Bla
6 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie schneiden denn SuS in Vergleichstests von damals zu heute ab?
Gibt es dazu valide Studien? Also wo man “alte Tests” mal “heutzutage” geschrieben hat? Wie fallen dann die SuS-Ergebnisse im Vergleich aus?

Wie waren damals die I-Quoten der jeweiligen Länder im Vergleich?
Man kann natürlich 5% (oder mehr) der I-Kinder in einigen “Ländervergleichstests” rausnehmen. Man kann sie eben auch inkludieren.

Siehe Ihr schonmal angebrachtes Beispiel von Japan. Hier wird gerne durchaus Inklusion als hohe Zahl angeführt. Diese [untere Spitze] in Vergleichstests jedoch rausgenommen.
Macht man sich da noch ehrlich?
Gerade Japan ist ein gutes Gegenbeispiel.
Hohe Inklusionsquote. Oft wenig tatsächliche Inklusion. Starke Förderung nach oben und Bestenauslese. Dazu enorme Elternförderungen. Der Anspruchswert an Schule [Leistung der Oberen] massiv.

Wie sehen Sie das?

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  Bla

“Wie schneiden denn SuS in Vergleichstests von damals zu heute ab?
Gibt es dazu valide Studien? Also wo man “alte Tests” mal “heutzutage” geschrieben hat? Wie fallen dann die SuS-Ergebnisse im Vergleich aus?”

Ich finde, das kann man nicht vergleichen. Früher hatte man mehr Zeit, um das Gelernte zu verinnerlichen. Zum Einen, weil nicht so viel Unterricht ausgefallen ist (bspw. heute kommt es vor, dass Physik zum 1. Mal in Kl. 8 unterrichtet wird) und zum anderen, weil heute noch so viel anderes dazugekommen ist, was gekonnt werden muss, bspw. Online-Recherche, Referate mit ppt, Projektarbeit etc.

Daher fände ich so einen Vergleich ziemlich ungerecht und zeigt auch nur, dass zu viel gemacht wird. Damit meine ich aber nicht, dass wir zurück zum Alten sollten, sondern eher Abspecken. Es braucht in Deutsch nicht die 20. Analyse oder inneren Monolog zu irgendeinem Text. Oder in Englisch müssen nicht x-tausend Vokabeln pro Jahr neu dazukommen, wovon man mehr als die Hälfte nie wieder braucht und sowieso wieder vergisst. Religion wurde ich ganz rausgehen und eher einen Werteunterricht machen. Ein bisschen mehr auf die Basics runterschrauben und mehr Luft zum Anwenden lassen.

Bla
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Allerdings spielt die Redaktion ja auf die Ergebnisse von damals an.
Daher müsste man sie durchaus vergleichen. Eben unter genau diesen Aspekten? Dass das nicht sonderlich “fair” ist … Ist klar. Die Fokuspunkte sind andere.
Aber dann braucht man auch keine “desaströsen Ergebnisse” erwähnen, wenn damals systemisch anders getestet wurde.

Wenn Kompetenzen getestet werden und nicht primär Wissen … Man aber ggf. wissenstechnischer arbeitete – logischerweise sieht man das dann bei Testungen.
Andersrum genauso.

Schaut man sich Tests und Schulstoff in Mathematik im Asiatischen Bereich an. Oder konkreter China … Wird man auch deutliche Unterschiede feststellen.
Ist halt mal so.

Systemisch muss man überlegen, wo man hin will. Also einen Erwartungshorizont aufstellen.
Dann den Anspruch.
Dann schauen, ob die Ressourcen da sind – wenn nicht, dann müssen diese gemacht werden.
Alles andere ist unlogisch dazu.

Man könnte auch schauen, welche Ressourcen man hat und damit dann eine realistische Erwartungshaltung aufstellen. Über Anspruch brauchen wir dann allerdings an mancher Stelle weniger sprechen.

Man kann auch erst den Anspruch überlegen. Schauen, ob der mit den Rahmenbedingungen möglich ist. Dementsprechend kommt man dann auf eine logische Erwartungshaltung.

Was halt nicht geht ist … Hohe Erwartungshaltung. Kein bis kaum Rahmenbedingungen dafür. Und dazu dann noch hoher Anspruch. Wie soll das denn gehen?

Systemisch haben Kompetenzen durchaus Berechtigungen meiner Meinung nach. Hier sprechen wir dann aber von hohen Ressourcen. Weil das erstmal Wissen voraussetzt. Und dann mit diesem Wissen arbeitet als Kompetenzen. Und das braucht … Zeit und Ressourcen. Also den Rahmen.

Kompetenzen ohne Wissen? Das wird nicht sonderlich klappen. Oder zumindest nur bei einem kleinen Teil der SuS. Die holen sich dann wiederum das Wissen über die Kompetenzen.
Man kann über Kompetenzen ja an Wissen gelangen … Muss man nur wollen. Und machen. Und dann sind wir wiederum bei Kompetenzen + Wissen.
Es muss immer beides sein.
Und dazu ist “unser Schulsystem” schlichtweg oftmals weder ausgestattet, noch ausgebildet.

Aber auch hier wieder … Scheindiskussion:
Es fehlt NICHT am Wissen – es fehlt am HANDELN. Der Rahmenbedingungen.

Die Grundpfeiler sind immer:
– Je kleiner das Deputat – je mehr Zeit pro Einheit
– Je kleiner die Klassen – desto weniger der potentielle Stress, die Zeit je Kind, die Individualisierungswünsche/Differenzierung
– Je mehr Personal …
Usw.
Und was ist das Tolle daran?
Das geht in jedem System/jeder Pädagogik. Schadet nirgends sonderlich.
Das sind Ankerpunkte, welche immer greifen. Zumindest mehr als anderes oft.
Und das gilt für:
– Kompetenzen
– Wissen
– Sozialisierung
Und das Zusammenwirken dessen.

Weiß man nicht? Stimmt nicht.

Dazu kommen dann (eigentliche) “Detail-No-Brainer”… Schule ab 9 Uhr. Das mit “ab 8 Uhr” ist schon seit Jahrzehnten absolut klar, dass das nicht bildungstechnisch sinnvoll ist. Das beruht rein auf “Arbeitszeiten der Eltern” [Wirtschaftsgründe].
Hat man das bisher geändert? Nö.

Was man durchaus machen kann … “Projektschulen” und “Traumkonzepte” für in 10-15 Jahren, wenn wir einen Bildungskollaps potentiell haben werden (als Trend dorthin). Damit man ein Konzept hat dies dann so aufzubauen. Aber auch hier wird man dann massivst investieren können. Und “von Null an” dann … Ist high risk.

Im Übrigen wäre auch bildungstechnisch und -logisch ein “Ethik für alle”/”Werteerziehung” absolut sinnvoll. Nur auch hier … CDU/CSU trägt es schon im Namen. Die Gesetzesverankerung von Religion(en) zudem. Und natürlich auch hier “Angst vor Druck” etc.
Aber rein bildungstechnisch? Klar …braucht man sich nichts vorzumachen meiner Meinung nach.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Ich stimme Ihnen voll zu!

447
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Da kann ich als Englischdrohne nur voll mitgehen – diese tausebden nutzlisen Vokabeln sind doch Quatsch.
Vokabeltests sind auch überflüssiger Druck und autoritärer Mist…sind pro Woche ca. 20 Minuten pro Gruppe = gerundet mit LRS-Klimbim ca. 1,5 Stunden mehr Freizeit für mich.

Daher gibt diese Bildungsdrohne ihnen recht.
Und wenn überhaupt werden die Vokabeltests freiwillig von den Sitznachbarn ohne Note korrigiert.

Moderne Drohne ist modern – erstellen tut DeepSeek, ausdrucken word, korrigieren der Schüler, Noten sind abgeschafft weil böse.

Perfekter Start Richtung ‘Schland 2035.

Alese20
4 Tage zuvor
Antwortet  447

Ich glaube, die Drohne braucht ein Systemupdate. Von Abschaffung von Tests ist hier gar nicht die Rede.

447
6 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Da muss man nur Vaters oder Oppas Hauptschulhefte (!) in Mathematik vom Speicher holen und neben die Mathehefte heutiger Gymnasiasten (!!) legen.

Und die Augen aufmachen.
Aber nicht zu sehr – nach langer Blindheit schmerzt Tageslicht erstmal.
Von dem was als “Handschrift” oder “Heftführung” durchgeht garnicht zu sprechen.

Mika BB
6 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Kann ich aus eigenem Erleben als Lehrkraft sagen:
Früher war schwerer, zumindest für meine Kurse.

unfassbar
6 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Für meine Kurse auch.

Steißtrommler
5 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Meine Kurse und Klassen tun sich deutlich schwerer als wir früher, so vor 30 Jahren!

unfassbar
6 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

In meinen Fächern brauche ich die Abituraufgaben nicht zu kennen. Ich nehme einfach die alten, weil die sich zwar nicht wörtlich, aber von den Lösungswegen, Strategien und Aufgabenstellungen mindestens alle paar Jahre wiederholen. In diesem Sinne sind die zentral gestellten Abituraufgaben einfacher und sowohl für mich als auch meine Schüler vorhersehbarer.

unfassbar
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Oh doch, weil ich ihnen zur Abiturvorbereitung die alten Abituraufgaben zur Verfügung stelle. Zusätzlich gibt es noch Lehrwerke mit ähnlichen Aufgaben im Handel zu erwerben.

unfassbar
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich weise nicht nur darauf hin, ich lasse sie durcharbeiten. Und das ab Beginn der Qualifikationsphase. Dann natürlich in angepasster Form mit dem bis dahin schon bekannten Stoff. Mehr “auf den Punkt vorbereiten” kann ich nicht, wobei ich auf eine erneute “Wiederholung” der Aufgaben im eigentlichen Abitur spekuliere. Seit 2010 ist das im Großen und Ganzen immer gut gegangen. Spannend waren nur die gravierenden Lehrplanänderungen. Diese wurden aber mit den im Vorfeld veröffentlichten Beispielaufgaben angemessen angekündigt.

Mika BB
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Uppsala, wollen Sie gerade sagen, ich hätte früher mit meinen SuS die Abi-Aufgaben sinngemäß bereits vorher bearbeitet? Weil es mir peinlich gewesen wäre, wenn meine SuS durchgefallen wären?

Was ne Unterstellung, aber:
Nö, wäre mir nicht peinlich gewesen, warum auch?
Die SuS meiner Kurse bestätigen in der Regel damals wie heute im Abi die vorherigen Klausurnoten plus/minus 2-3 Punkte (Ausnahmen von der Regel gabs und gibt es damals wie heute in beide Richtungen). Nur das meine heutigen Klausuren im Vergleich zu den Klausuren vor 20 Jahren erheblich einfacher sind.

447
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Hey, Sie müssen mich nicht überzeugen.

Ich spreche jetzt schon von mir selbst gerne als “Lernbegleiter” und beruhige, dass an der GS ja “ganz ohne Notendruck” Zeit ist, sich zu “entwickeln” bis zur 10.

Sie haben (was mich betrifft) schon lange “gewonnen”, das ganze große Bildungsschlachtfeld ist von den freien Gefühlsrebellen ohne Strammstehen erobert, das böse Lern-Imperium besiegt.

Ich mache hier nur meine Arbeit – und die wird natürlich so deutlich entspannter in absolut jeder Hinsicht.

Natürlich weiß ich trotzdem, was eigentlich richtig wäre.
Aber das ist nicht gefragt, wenn ich auf Schicht bin. Habe ich kein Problem mit.
Ein System ist dafür da, was es tut.

447
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer sagt, dass “früher alles besser war” ?

Ich kann aus dem Stand mindestens drei große und praktisch wichtige Bereiche benennen, die es sicher nicht waren.

Und wie Sie auf den Trichter kommen, dass “ich” mich als Schüler mit heutigen SuS einseitig vergleichen muss im Sinne eines “als ich ein Kiddo war, war ich aber ein krasseres kiddo…” … also, sorry falls ich das jetzt total falsch verstehe, aber das klingt (unironisch) nach psychisch krank.

Bla
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, muss man eben schauen, welche Erwartungen sich auch geändert haben. Dazu die Sozialisierung.
Also nein, es war früher nicht alles besser. Gab es Sachen, die jedoch besser waren? Sicherlich.
Beispielsweise waren viele Lehrkräfte nicht so massivst überfordert.
Beispielsweise war störungsfreier Unterricht (“Erziehung”) noch an einigen Schulen möglich(er).
Beispielsweise waren Berufsempfehlungen von LuL an ihre und andere Kinder noch deutlich mehr.
Beispielsweise war die Burnout Quote und die Berufszufriedenheit deutlich besser.
Beispielsweise waren Konsequenzen noch konsequenter. [Oder mussten gar nicht so konsequent sein … Sozialisierung]
Beispielsweise …

Also es gibt durchaus einige Punkte, welche früher besser waren?

Bla
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Also stellen Sie die These auf, dass sich ALLES gebessert hätte? Wäre ja dann die folgliche Konsequenz als Schlussfolgerung? Sehe ich (ebenfalls) als sehr gewagte (und meiner Meinung nach kaum haltbare) These. Genauso wie das Extremum andersrum, dass sich alles komplett verschlechtert hätte. Auch das stimmt natürlich nicht.

Wie sieht es dann mit den Kündigungen aus?
Mit der Erfassung der Berufszufriedenheit [nicht als “Einzelberichte”, sondern als Erfassung]?
Machte man weniger? … Schade aber auch.

Natürlich kann man das immer hin und her wenden. Klar.
Mir geht es auch nicht um “die Prügelzeit”. Oder um die Zeit, in der 12 Personen auf kleinsten Zimmern als Familie lebten und auf dem Boden schlafen mussten …
Aber will man dieses Fass dann wirklich aufmachen?
Wieviele konnten “gar kein Deutsch”?
Systemisches Problem heute? Ja. War das früher besser? Naja … Es war eben nicht so vorhanden in dem Umfang. Die Gesellschaft war anders geprägt und sozialisiert.

Jetzt kann man natürlich auch Schimmel vs. Aspest nehmen.

Ich weiß einfach nicht, wohin Sie mit Ihren Aussagen wollen.
War früher alles besser? Nein.
War früher alles schlechter? Nein.

Man kann doch nicht ernsthaft anzweifeln, dass die Belastung vor 10, 15 und 20 Jahren einfach eine andere war und in den letzten Jahren sich nochmal (deutlich) veränderte?

Warum “muss” es immer “zu einer Zeit alles besser/schlechter” gewesen sein?
Kann man nicht die einzelnen Faktoren betrachten und “zugestehen”, dass sich gesellschaftlich und politisch [Profil/”Erwartung”] vieles gewandelt hat? Daher einfach neue – andere – Faktoren eben auch hinzukamen?
Und diese Belastungen kann man doch ehrlicherweise auch benennen? Liegt ja nicht nur an der Belastung … Sondern viel mehr an zu wenig Entlastung.

Das System ist “überfüllt” von Aufgaben und Erwartungen.
Die Rahmenbedingungen sind es nicht.
Früher waren diese auch schon nciht gut. Gehe ich mit. Aber im Vergleich zur Erwartung? Hier gehe ich einfach nicht mit.

Bla
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Da würde ich sogar mitgehen.

Der Gedanke sollte sein:
Wie kann man etwas “gut” machen.

Welche Rahmenbedingungen und welche Erwartunghaltung und dazu welcher Anspruch wären “gut” dazu.

Und dann … Machen. Handeln.
Nicht nur “andenken”, “fordern”, “planen” … Fördern ist hier das Ziel.

Alles andere ist sinnloses “hin und her” von “Gefühlen” und “Einzelfaktoren”, welche nicht sonderlich zieltragend sind. Zieltragend ist das: Wie sollte es sein und das TATSÄCHLICHE stellen dieses Soll-Zustandes als dann “Ist-Zustand”.

Aktuell gibt es diese Deckung einfach nicht.
– Forderungen: Unbegrenzt
– Förderungen/Rahmenbedingungen: Deutlich zu wenig bis gar nicht in bestimmten Bereichen
– Anspruch: Angeblich hoch (siehe Forderungen) – Tendenz geht zur “Aufbewahrung/Anwesenheit” [Wirtschaftliche Arbeitskraft: Eltern] (Realität als Tendenz: Sehr wenig)

Und das ist eben Paradox und widerspricht sich.

Da ist es auch absolut egal, wann was besser war/ist oder “für wen”. Aktuell ist es für alle etwas … Schlecht. Im Bildungsbereich.

H. F.
5 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

// Erzählungen aus dem Paulanergarten. Im Strammstehen waren die Schüler früher sicher auch besser. //

Sie können doch nicht einfach das Empfinden von hundertausenden Eltern und Lehrkräften als “Paulanergarten” abtun, mit dem Verweis auf irgendeinen 30 Jahre alten Test.

// Wie wenig solche Behauptungen bringen, lässt sich leicht anhand von Abituraufgaben deutlich machen – heute zentral (auch die Kurslehrer kennen die Aufgaben nicht), früher vom Lehrer vorgegeben (der seine Schüler auf den Punkt vorbereiten konnte). Was ist wohl schwerer? //

In Sachsen gab es schon immer das Zentralabitur. Und das Problem ist nicht, wer die Aufgaben stellt, sondern wie sie gestellt werden und was sie abfragen und abfordern. Die materialgestützten IQB-Aufgaben in den Naturwissenschaften sind z.B. lachhaft im Vergleich zu den alten Abituraufgaben in Sachsen.

unfassbar
5 Tage zuvor
Antwortet  447

Ein schönes Beispiel in dem Zusammenhang ist immer die Feldpost aus dem ersten Weltkrieg. So ein Deutsch, so einen Wortschatz sucht man an den heutigen Gymnasien vergeblich.

potschemutschka
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion Könnte es sein, dass Sie da etwas verwechseln? Die Analphabetenquote unter den gegnerischen Soldaten war im Gegensatz zu den deutschen Soldaten sehr hoch. Ich las, der Grund dafür war die Schulpflicht in DE, die es im zaristischen Russland und anderen Ländern nicht gab. Ich hätte wirklich gern Belege für Ihre Behauptung. Weder meine Großeltern, noch die meines Mannes, noch die von Freunden bei denen ich gerade bin (also 16 Großeltern , aus Arbeiter- und Bauernfamilien, keine privilegierte Herkunft) waren Analphabeten. Sie lasen zwar keine Bücher in ihrer Freizeit, denn freie Zeit hatten sie so gut wie nie. Aber sie konnten Briefe schreiben und lesen, Koch- und Backrezepte aufschreiben und lesen, Zeitung lesen …Sorry, irgendwie kann ich Ihre Behauptung in diesem Umfang nicht glauben! Und in dem, von Ihnen angeführten Roman, steht das so wohl auch nicht ganz.

potschemutschka
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Von Erich Maria Remarque habe ich noch mehr als dieses eine Buch gelesen. Empfehlenswert sind auch die Bücher von Volker Kutcher.

potschemutschka
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann eben Kästner, Tucholsky, Brecht, die Manns, Kafka und andere. 🙂 Ja die Welt war damals eine andere, die Bildung bei vielen gering, aber Analphabetentum in großem Maße?

potschemutschka
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ergänzung: Die von mir erwähnten 16 Großeltern, aus Arbeiter- und Bauernfamilien, wurden zwischen 1902 und 1914 geboren, alle konnten lesen und schreiben.

Karl-Heinz
5 Tage zuvor
Antwortet  H. F.

Ideologiebefreit, soso…

Wohin dieses ach so tolle ideologiebefreite Bildungssystem führte, sehen wir tagtäglich, wenn wir uns mal das Wahlverhalten der dort zu dieser Zeit “gebildeten” Bevölkerung so anschauen. Wahrlich ein Meisterwerk an Bildung!

GriasDi
6 Tage zuvor

Die Engländer machen es anders und sind auch erfolgreich. Mehr Konkretes im Lehrplan, Kompetenzorientierung weg und in PISA wirds besser.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Auch, wenn ich mich wiederhole: es muss nicht schwarz oder weiß geben. Sie könnten parallel in unterschiedlichen Schulen praktiziert werden. Für die Kids, die eine strengere Führung benötigen und vielleicht schlechtere Vorausetzungen von Zuhause, die englische Variante. Für die Freigeister, die vielleicht auch schon von Zuhause bedürfnisorientiert erzogen wurden oder die schon bessere Voraisetzungen haben, die SOL Variante.
Pädagogik war immer schon eine Grauzone und nie schwarz oder weiß richtig.

Canishine
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Bedenken Sie bitte, dass getrennte Schulen gegen den Geist der Inklusion geht.
Im Prinzip lassen sich meine Erfahrungen mit Ihrem Vorschlag in Einklang bringen: Es gibt Schüler, die man eigenständig arbeiten lassen kann, und das sind nicht nur sog. gute Schüler. Manche brauchen mehr Zeit, sind aber dennoch eigenständig oder fragen, wenn etwas unklar ist. Andere brauchen deutlich mehr Anleitung und vorgegebener Struktur, manche wollen das auch, andere eher nicht. Das variiert von Klasse zu Klasse und Jahrgang zu Jahrgang in der Aufteilung, je nach „Stimmungslage“ und Zusammensetzung der Lerngruppe. Bei uns könnte eine freiere Arbeit mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten funktionieren, wenn sie sehr gut (mit viel Arbeit) vorbereitet wird. Aber wir haben auch eine spezielle Klientel, so wie auch die Alemannenschule, selbst wenn diese das evtl. verneinen würde. Und: Bei uns funktioniert auch der Gleichtakt ganz ordentlich.

Alese20
4 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Die Schule kann doch in sich inklusiv sein. Es ist doch eher eine Typfrage, ob das Konzept passt. Man wäre dort bei langsameren SuS viel flexibler oder könnte Autisten, sobald sie einen entsprechenden Graduierungsgrad (Lernprofi) erreicht haben, sogar regelmäßig Zuhause lernen lassen, um wenig durch soziale Kontakte belastet zu werden.
Es muss also überhaupt nicht antiinklusiv sein, eher wie Montessori- oder Standardschule.

potschemutschka
3 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Wer entscheidet, wann und nach welchen Kriterien, welches Kind, welche Schule besuchen soll/ darf/ muss? Die Eltern, die Lehrer?

Alese20
2 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich würde mich mit den LuL beraten. Grundsätzlich könnte man das frei halten. Man merkt ja wirklich erst, ob ein Kind das lernt, wie man Selbstverantwortung übernimmt, wenn man es ausprobiert. An Noten kann man nämlich nicht festmachen.
Wie wird hier immer so oft betont, wie durchlässig doch das System sei?

Unverzagte
6 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Ah, gut zu wissen, dass die Kompetenzorientierungen des Übels Wurzel sind…wäre ja geradezu magisch, wenn Leistungen sich allein durch Ihre Beschreibung veränderten.

Daniel S.
6 Tage zuvor

Schöner Wunsch, aber die Realität steht dem klar entgegen. Woher die (ausgestatteten) Räume nehmen, woher die zusätzlichen Aufsichtskräfte. Ist bekannt, dass Klassen nach wie vor eher zwischen 26-30 SuS groß sind …??! Individualisierung nicht möglich!! Schüler müssen in der 5 min Pause auch toben dürfen. Nein, ich kann nicht parallel dazu – hinter einer nicht isolierenden Tür – kobzentriert weiter unterrichten.
Also, ganz einfach: stellt die Mittel zur Verfügung, dass auf jeden LuL 10-12 SuS kommen, … dann können wir weiterreden!!