HANNOVER. Psychische Belastungen beginnen offenbar früher, als lange angenommen wurde. Eine aktuelle Umfrage unter Eltern zeigt, dass bereits Grundschulkinder regelmäßig unter Stress stehen – ausgelöst durch Leistungsdruck, soziale Konflikte und familiäre Probleme. Gleichzeitig wächst der Anteil der Kinder, die mit diesen Belastungen kaum umgehen können. Fachleute verweisen auf eine steigende Zahl von Diagnosen schon im jungen Alter und fordern ein früheres Eingreifen.

Bereits im Grundschulalter erleben viele Kinder ihren Alltag als belastend. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse, für die Anfang 2026 bundesweit 1.005 Eltern von Sechs- bis Zehnjährigen befragt wurden. Demnach berichten 24 Prozent der Eltern, ihr Kind habe sich in den vergangenen vier Wochen häufig gestresst gefühlt – sowohl in der Schule als auch im Alltag. 42 Prozent der Befragten geben zudem an, dass der Druck auf Kinder in den vergangenen ein bis zwei Jahren zugenommen habe.
Die Ursachen für diesen Druck sind aus Sicht der Eltern vielfältig, konzentrieren sich aber auf einige zentrale Bereiche. An erster Stelle steht die Erwartung der Kinder an sich selbst, verbunden mit Versagensängsten. 58 Prozent der Eltern nennen diesen Punkt als größte Herausforderung. Dahinter folgen Konflikte mit anderen Kindern – etwa Mobbing, Streit oder Gruppenzwang – mit 50 Prozent. Auch äußere Erwartungen, etwa aus Schule oder Freizeit, werden von 47 Prozent der Befragten als belastend beschrieben.
Hinzu kommt, dass viele Kinder offenbar noch nicht über ausreichende Strategien verfügen, um mit diesen Belastungen umzugehen. 44 Prozent der Eltern sagen, ihr Kind könne weniger gut oder überhaupt nicht mit Stress und psychischen Belastungen umgehen. Diese Kombination aus steigenden Anforderungen und begrenzten Bewältigungsmöglichkeiten bildet den Hintergrund für Präventionsprogramme, die gezielt im frühen Kindesalter ansetzen.
![]()
Lehrkräfte am Limit, zunehmende psychische Belastungen bei Schülerinnen und Schülern, wachsende Anforderungen an Schulen insgesamt: Gesundheit ist längst kein Randthema mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für gelingende Bildung.

Wie können Schulen Orte werden, die Lernen ermöglichen und zugleich die Gesundheit aller Beteiligten stärken? Diesen Fragen widmet sich News4teachers im Mai 2026 mit einem eigenen Themenmonat „Gesunde Schule“.
Der Themenmonat bietet Raum für Impulse aus der Praxis und aus der Bildungslandschaft. Organisationen, Initiativen und Anbieter, die sich mit gesunder Schule beschäftigen, können ihre Ansätze als Advertorials oder mit Info-Anzeigen im passenden Kontext darstellen.
Zeigen Sie Präsenz! Interesse? Gerne bei uns melden: redaktion@news4teachers.de
Die KKH verweist in diesem Zusammenhang auf ihr Programm „1000 Schätze“, das sich an Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen richtet. Ziel sei es, grundlegende psychosoziale Kompetenzen zu stärken. KKH-Vorstandschef Wolfgang Matz erläutert: „Die Kinder lernen, mit anderen zusammenzuarbeiten, zu kommunizieren, Probleme zu lösen, Konflikte zu bewältigen sowie mit eigenen und fremden Gefühlen umzugehen.“ Weiter heißt es: „Es ist wissenschaftlich belegt, dass eine frühe Förderung dieser entscheidenden Lebenskompetenzen die psychische und körperliche Gesundheit von Kindern nachhaltig stärkt.“
Neben schulischen und sozialen Faktoren spielen laut Umfrage auch digitale Medien und familiäre Belastungen eine Rolle. 32 Prozent der Eltern nennen Inhalte aus Streaming-Diensten oder Online-Spielen als mögliche Stressquelle. 22 Prozent verweisen auf Probleme in der Familie, etwa Streit, Trennungen oder finanzielle Sorgen. Besonders gefährdet sind nach Einschätzung von Fachleuten Kinder aus belasteten Familienkontexten, etwa wenn Eltern selbst unter psychischen Erkrankungen leiden oder überfordert sind.
Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, sieht in frühen Präventionsangeboten einen zentralen Ansatzpunkt. „Gerade Kinder, die in belasteten Familien aufwachsen oder selbst unter starkem Druck stehen, profitieren besonders von schulischen Präventionsangeboten wie 1000 Schätze.“, sagt Streeck. Er ergänzt: „Wenn wir früh ansetzen, stärken wir nicht nur die emotionale Widerstandskraft von Kindern. Wir verringern auch das Risiko für spätere psychische Erkrankungen und Abhängigkeit. Gleichzeitig sensibilisieren solche Programme das Umfeld der Kinder. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte lernen, Belastungen früher zu erkennen und angemessen zu reagieren. Die Zahlen zeigen, wie dringend das ist. Prävention muss früher beginnen und stärker werden. Wenn wir Kinder mental stärken, investieren wir in ihre Gesundheit und in die Zukunft unserer Gesellschaft.“
Dass psychische Erkrankungen bereits im Kindesalter auftreten, belegen auch Routinedaten der KKH aus dem Jahr 2024. Demnach erhielten jeweils rund 25 von 1.000 Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren Diagnosen wie Störungen des Sozialverhaltens oder Anpassungsstörungen. Angststörungen wurden bei sieben von 1.000 Grundschulkindern festgestellt. Mit zunehmendem Alter steigen die Fallzahlen deutlich an: Bei den Elf- bis 14-Jährigen liegt die Quote für Angststörungen bereits bei 15 pro 1.000, bei den 15- bis 18-Jährigen bei 32 pro 1.000. Auch Anpassungsstörungen nehmen stark zu und erreichen in der ältesten Gruppe 57 Fälle pro 1.000 Versicherte.
„Die Anzeichen sind oft schwer zu deuten, da sie oftmals sehr unspezifisch sind“
Insgesamt erhielten laut KKH im Jahr 2024 rund 18.130 sechs- bis 18-jährige Versicherte entsprechende Diagnosen. Hochgerechnet entspricht das knapp einer Million Kindern und Jugendlichen in Deutschland, darunter etwa 314.800 im Grundschulalter. Unterschiede in den Hochrechnungen ergeben sich aus der Datenbasis einer einzelnen Krankenkasse und ihrer Versichertenstruktur.
Fachleute weisen darauf hin, dass diagnostizierte Erkrankungen häufig erst am Ende einer längeren Entwicklung stehen. Die KKH-Psychologin Franziska Klemm beschreibt die Herausforderung der frühen Erkennung: „Die Anzeichen sind oft schwer zu deuten, da sie oftmals sehr unspezifisch sind.“ Symptome wie sozialer Rückzug, Leistungsabfall oder körperliche Beschwerden könnten sowohl normale Reaktionen auf Entwicklungsphasen als auch Hinweise auf ernstere Belastungen sein.
Klemm betont die Bedeutung eines frühen Eingreifens: „Je früher wir psychische Erkrankungen erkennen, desto eher können wir betroffenen Kindern helfen und vermeiden, dass sich daraus weitere Störungen wie der Missbrauch von Suchtmitteln entwickeln. Unser Ziel ist es deshalb, möglichst allen Kindern eine stabile Basis für ihre Entwicklung zu bieten, unabhängig vom Elternhaus.“
Die Verantwortung für diese Entwicklung wird von den befragten Eltern klar benannt, zugleich aber auch auf mehrere Akteure verteilt. 98 Prozent der Befragten sehen sich selbst in der Hauptverantwortung für die Vermittlung sozialer Werte. Gleichzeitig halten 54 Prozent aber auch Kitas und Schulen zumindest für mitverantwortlich. News4teachers
Detaillierte Informationen zum Programm 1000 Schätze hält die KKH unter kkh.de/1000schaetze bereit.









Man überlege mal, wer den Druck macht. Die Lehrer und die meisten unter Druck stehenden Schüler schließe ich mal aus, eher nehme ich die Eltern und die Politik, weil in der Öffentlichkeit alles unterhalb des Gymnasiums als Niederlage gilt.
Ich hatte schon Grundschüler mit massiven Versagensängsten. Das betraf oft eher ängstliche und gewissenhafte Kinder. Ich sah das allerdings nicht als psychische Erkrankung an, sondern als Charaktervariante. Geholfen haben Struktur, ein klares Lernpensum und Lernstrategien. Aber ganz bekommt man es aus Menschen nicht raus, es gibt auch genug Erwachsene, die stressempfindlich sind.
Was ist das denn für ein Gedanke? Selber schuld, wenn du so empfindlich bist?
Wir müssen ein System erschaffen, in dem man diesen Stress gar nicht braucht und dann haben wir auch resilientere Erwachsene.
Hat mir auch nicht geschadet, da bin ich auch durchgekommen und habe mich
nicht so angestellt, ist leider nicht die passende Herangehensweise.
So sehe ich das auch.
Der Druck kommt sicher nicht von den Lehrkräften der Grundschulen, die selbst kaum noch wissen, wie sie zwischen Lehrplänen, Bürokratie und elterlichen Erwartungshaltungen überhaupt noch Luft holen sollen. Und die Kinder geraten immer früher in einen Leistungsstrudel, in dem schon ein Achtjähriger das Gefühl bekommt, er müsse jetzt die Weichen für sein ganzes Leben stellen, weil alles andere angeblich ein Abstieg sei.
Der eigentliche Druck entsteht am Küchentisch und in den Behörden: Eltern, für die alles unterhalb des Gymnasiums als Niederlage gilt, und eine Bildungsverwaltung, die sich mit möglichst hohen Abiturquoten schmücken möchte – ein regelrechter Akademisierungswahn, der längst bis auf die Grundschulen ausstrahlt.
Und weil das alles nicht schon absurd genug ist, hat man im neuen Normal beschlossen, dass der Lehrer möglichst nicht mehr führen soll – das gilt ja inzwischen als pädagogisch rückständig. Stattdessen dürfen Kinder im Grundschulalter in‚ selbstorganisierten Lernsettings herumwandern, während der Geräuschpegel steigt wie auf einem Pausenhof im Dauerbetrieb.
Dass manche Schulen inzwischen Kopfhörer ausgeben müssen, damit die Kinder überhaupt noch einen Moment Konzentration finden, sagt eigentlich alles. Kopfhörer als akustische Rettungsringe im pädagogisch erzeugten Lärmmeer.
Logische Konsequenz also, dass Grundschüler gestresst sind – emotional überfordert, sozial orientierungslos und kognitiv im Dauerfeuer. In Unterrichtsformen, die Partizipation und Selbstwirksamkeit versprechen, aber vor allem eines liefern: ein strukturloses Experimentierfeld, in dem die Jüngsten sich selbst überlassen bleiben und anschließend ernsthaft gefragt wird, warum sie nicht belastbarer sind.
Richtig! Und das Verrückte ist, dass der ständig beklagte Leistungsdruck nicht zu besseren, sondern immer schlechteren Leistungen geführt hat, auch an den Gymnasien.
Sind unsere Kinder in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer dümmer geworden? Wenn ja, dann sind sie verdummt worden durch unselige Einflüsse, auch außerschulische.
Durch ein immer unnatürlicheres Aufwachsen, durch falsche Erziehungstheorien mit sowohl Verwöhnungs- als auch Verwahrlosungscharakter. Wer verwöhnt und in Watte gepackt wird, verwahrlost allmählich innerlich.
//Na ja, es ist aber doch auch böse, wenn Lehrkräfte transparent machen, was die S*S können sollten. Natürlich fühlen die sich dann unter Druck gesetzt.
Generell sollte man niemandem mitteilen, was erwartet wird, sondern einfach machen lassen. Machen lassen natürlich nach Lust und Laune wegen der Mitbestimmung, weil Mitbestimmung ja ab dem Alter von 1 Jahr sein muss.
Nur so kriegen wir die Probleme in unserer Gesellschaft wieder in den Griff.//
Wenn das jetzt immer so weitergeht, dass man Druck, Erwartungen, Regeln … verdammt, dann wird bald niemand mehr irgend etwas aushalten. Maß und Mitte sind verloren gegangen.
Das ist einer Gesellschaft genauso wenig zuträglich wie zu starker Druck, überzogene Erwartungen und zu strenge Regeln.
Das wird ein Faktor sein. Der andere Faktor ist die niedrige Frustrationstoleranz und der Umgang mit Problemen. Viele Kinder bekommen alles vor den Hintern getragen. Jede Anstrengung ist eine Zumutung. Wenn man von klein auf nichts tun muss und lles nach den persönlichen Wünschen ausgerichtet ist, dann ist Schule natürlich mega stressig. Rücksicht auf andere, Lustprinzip bei der Erledigung von Aufgaben gilt nicht mehr, man steht nicht mehr im Mittelpunkt etc.
Oder die andere Seite eben, dass Eltern sich wenig kümmern und die Kinder bis zur Schule schon Defizite aufgebaut haben in Sprache und Motorik etc. Dann ist Schule ebenfalls stressig, weil man hinter den Anderen hängt und alles aufholen muss.
Dazu maximale Anforderungen, dass unter Gym gar nix geht, bei fehlendem Anspruch an die Kinder (von Elternseite), dass Lernen Anstrengung bedeutet.
Das passt somit alles nicht zusammen.
Dann erlebe ich Kinder, die bei einer drei außer sich sind. Ich erlebe Eltern, die ständig hinter allem her kontrollieren und mehrere Tage in der Woche zusätzlich lernen, damit nur einser und zweier rauskommen. Alles drunter geht wohl nicht. Aber am Ende ist die Schule Schuld. Vielleicht sollten sich alle mal.eine Runde entspannen. Vielleicht sollte man Kinder fördern, damit sie die Übergänge gut schaffen und mal Selbstständigkeit fördern. Dann wären die Kinder auch nicht mit allem sofort überlastet.
Ich stimme Ihnen da tatsächlich in weitem zu, möchte aber anmerken, dass nicht nur angehende Gymnasiast*innen da unter Druck stehen, die manche am Liebsten nach IQ und nicht Befähigung aussortieren wollen, sondern auch die Schüler*innen anderer Schulformen, die weniger Unterstützung und unterrichtliche Versorgung erhalten 🙁
Es da “nur” auf Kinder am Gymnasium zu reduzieren, die es ja auch zu großen Teilen schaffen, halte ich für zu kurz gegriffen
Da stellt sich dann die Frag, warum das Gymnasium diesen Ruf hatte (“hatte” denn aktuell kippt hier die Stimmung).
Es greift zu
kurz, immer die Schuld den Eltern zuzuschieben: Natürlich wollen Eltern das
Beste für ihre Kinder. Da ich Vorträge dazu halte, weiß ich, dass Eltern
durchaus bereit sind, über andere Wege nachzudenken, wenn man ihnen die
möglichen Wege im System darlegt.
Ein System,
das behauptet, man könne eine Einteilung und Vorhersage der Entwicklung mit
9/10 Jahren vornehmen, läuft Gefahr falsche Anreize und Vorhersagen zu setzen.
In unserem
System können Lehrkräfte und Eltern feststellen: “Er/sie gehört hier nicht
hin!” Und diese Denkweise fördert das Aussortieren.
Die
Verantwortung, dass es an den Einrichtungen und Lehrkräften ist, zu
diagnostizieren und Hilfen anzubieten, kann weggeschoben werden. Dieses System
haben wir verfestigt und es ist eben auch das einfachste.
Ein Kind zu
unterstützen und zu motivieren ist eine echte Aufgabe und leider lernen wir das
gar nicht an den Unis. Das Schulsystem holt sich keine Fachleute
(Lerntherapeuten) dazu, denn man kann ja nach unten abgeben und hat dann ja
alles erledigt. Was sich also ändern muss, ist die Verantwortung an den Schulen
und das sind nun mal die Schulleitungen, Lehrkräfte und Aufsichtsämter. Ihnen
sind diese Kinder anvertraut!
Merkwürdig: die Anforderungen sinken immer weiter und die Grundschüler fühlen sich immer mehr belastet.
Vielleicht sinken die inhaltlichen Anforderungen, aber die Anforderungen an Selbstorganisation (selbstorganisiertes Lernen) steigen eher. Und sonstige Belastungen wie der hohe Lärmpegel im Klassenzimmer oder beengter Wohnraum zuhause werden nicht weniger.
Auch schwammige Anforderungen können für leistungsmotivierte Kinder belastend sein, gerade wenn ein gewisser Perfektionismus besteht, da wird dann teils tagelang zuhause an einem Plakat gearbeitet, während andere Kinder innerhalb von 20 Minuten irgendetwas hinkritzeln.
Tja, statt an den Ursachen zu arbeiten spielt das Bildungssystem dann wieder Niveaulimbo. Der Schuldige ist ja schnell ausgemacht.
Bei uns möchte die Schule keinen Druck, so gar nicht. Das Niveau ist ganz weit unten. Wer gute Noten hat, da weiß man nicht, liegt es nur am Niveau oder ist das Kind wirklich leistungsstark? Und dann kommt der Druck umso stärker in Klasse 5 und lässt Kinder wirklich leiden, denn man ist ja davon ausgegangen, das Kind kann ja alles so gut. Und weil das aber langsam alle Eltern kapieren, ja – da machen wir uns Stress. Schule ist Aufbewahrung, Lärm, Streit und Unruhe. Lernen und Konzentrieren passiert zuhause. Ich würde mir mehr Lernen in der Schule und mehr Freizeit für Sport und Spiel zuhause wünschen…
Sieht hier ähnlich aus. Folge davon, man versucht über irgendwelche Wege an andere GS zu kommen, man lernt mittags zu Hause nach oder man versucht einen Platz an einer Privatschule zu ergattern. Oder man macht die Augen zu, lässt es laufen, glaubt dass das Kind alles super kann und bekommt dann in Klasse 5 den ersten Dämpfer. Der fällt mittlerweile allerdings nicht mehr so groß aus, weil die Schulen ja wissen, wie das in einige der GS läuft und das Niveau dann ebenfalls drücken. Und der ist usw. Bis eben zur Uni, wie wir hier neulich lesen konnten. Keine Anforderungen erzeugen dann irgendwann maximalen Stress. Ähnlich wie beim Sport bewege ich mich nie, bekomme ich nach 5 Kniebeugen und 50 m sprinten schon Muskelkater, obwohl das weit weg von sportlichen Höchstleistungen ist.
Der Lärm kann sensible Kinder extrem belasten/ stressen. Wenn man sich kaum konzentrieren kann, weil 30% der Mitschüler durch den Raum schreien, wird es schwierig, auch wenn das inhaltliche Niveau nicht sehr hoch ist.
Nehmt ihnen die Smartphones weg und sperrt ihnen den Internetzugang. Und dann macht dasselbe mit den Eltern.
Nein, ist nicht realistisch – aber würde es helfen? Hmmm…
Ich finde das realistisch. Wozu brauchen Grundschulkinder Smartphones? Meine hatten keine. Sie mussten kein Instrument lernen, keinen bestimmten Sport machen (für Bewegung haben wir trotzdem gesorgt) und hatten freie Zeit; bei uns war auch nie das ganze Wochenende durchgeplant mit skifahren, wandern, was auch immer. Gestresst waren sie in der Grundschule nie.
Aus den höheren Klassen kann ich eine These beisteuern woher der Druck kommt. Neben dem Run aufs Abi, der schon thematisiert wurde, neigen viele Schüler dazu, zu lernen statt zu verstehen.
Ich bekomme immer wieder Fragen wie „bei dem Begriff in der Aufgabe mache ich also diese Rechnung?“ Meine Gegenfrage, warum die Rechnung gemacht wurde, was die aussagt, wird mit „hä“ oder „aber das machen wir doch immer“ beantwortet.
Und dann wird’s natürlich ganz schnell sehr schwer. Wer nur noch mit auswendig gelernten „wenn-dann“ Beziehungen durch ein Fach möchte, der kann nur Probleme bekommen.
Ich weiß nicht ob das in den Grundschulen auch schon so ist, aber in höheren Klassen scheitern viele nicht an kompliziertem Stoff, sondern daran, eigentlich banales als solches zu erkennen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige Kinder auch das Einmaleins auswendig lernen, ohne nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was sie da eigentlich lernen.
Wenn die Kinder das 1*1 wenigstens lernen würden….
Schon. Nur wer das Einmaleins nur auswendig gelernt hat, ohne Verstehen was das angibt, der ist einige Jahre später so verwirrt, dass er im Kontext Mathe auch oben und unten nicht mehr unterscheiden kann.
Und das ist leider kein Witz, sondern beobachtbare Realität wenn im Koordinatensystem gearbeitet wird.
Mag ja sein, aber die Arbeit im Koordinatensystem ist nicht wirklich für alle relevant.
Das Einmaleins hingegen hat echten praktischen Nutzen. Und auch das Auswendiglernen an sich ist nicht sinnlos (Training des Gehirns).
Gestresst, nachvollziehbar! Ein Blick ins Unterrichtsgeschehen kurz vor den VERA- Erhebungen… .Zeugnisse der Jahrgangsstufe 3 mit als Vorlage für die Anmeldung an der weiterführenden Schule…