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Deutscher Lehrkräftepreis: „Schule ist weit mehr als Wissensvermittlung“ – Preisträger Julian Lee wünscht sich (mehr) Raum für Beziehungsarbeit

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HAMBURG. Lehrkräfte brauchen mehr Zeit für Pädagogik, davon ist Julian Lee, Preisträger des Deutschen Lehrkräftepreises 2025, überzeugt. Der Lehrer für Englisch und Philosophie am Gymnasium Allermöhe in Hamburg versteht seine Arbeit nicht nur als „Job“ – und das merken seine Schüler:innen. „Seine Wirkung reicht weit über das Klassenzimmer hinaus. In die Gesellschaft, in unsere Haltung, in das, was wir weitertragen“, schrieben sie in ihrer Nominierung Lees für die Auszeichnung. Im Interview mit News4teachers spricht Lee darüber, warum Schule sich verändern muss und warum Beziehungsarbeit sowie echte Partizipation dabei eine zentrale Rolle spielen.

Die Schülerinnen und Schüler „sollen merken: Da vorne steht nicht einfach jemand, der nur seinen ‚Job‘ macht“: Lehrer und Lehrkräftepreisträger Julian Lee. Foto: Heraeus Bildungsstiftung

News4teachers: 2025 haben Sie den Deutschen Lehrkräftepreis in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ erhalten. Nominiert hatten Sie Ihre ehemaligen Schüler:innen. Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie vor einer Klasse stehen?

Julian Lee: Ich glaube, ohne den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, ist guter Unterricht gar nicht möglich – jedenfalls nicht so, wie er eigentlich funktionieren sollte. Für mich sind Haltung und Beziehungsarbeit wichtiger als reine Wissensvermittlung. Wenn ich vor der Klasse stehe, ist mir wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich gesehen fühlen – auch mit ihren individuellen, außerschulischen Herausforderungen. Sie sollen merken: Da vorne steht nicht einfach jemand, der nur seinen „Job“ macht.

Gerade in der Lockdown-Zeit während der Corona-Pandemie hat man ja gesehen, dass Schule weit mehr ist als reine Wissensvermittlung. Schule ist ein Lebensort; ohne die Begegnung fehlte das Zwischenmenschliche. Und genau deshalb kann auch keine KI Schule ersetzen. Sie kann zwar Inhalte vermitteln, die Binnendifferenzierung verbessern, aber nicht dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler überhaupt bereit sind zu lernen.

News4teachers: Sie sagen, Beziehungsarbeit als Lehrkraft ist zentral. Worauf kommt es dabei im Schulalltag besonders an?

Lee: Für mich sind zwei Dinge entscheidend: Zum einen, wie man auf die Rollenbilder reagiert, die die Schülerinnen und Schüler mitbringen. Und zum anderen, dass man echte Partizipation ermöglicht.

Ich habe immer stärker das Gefühl, dass Kinder – gerade an weiterführenden Schulen – schnell in bestimmte Rollen verfallen. Ich nenne diese „Alpha-Jungs“ und „Schweigemädchen“, weil es häufig eine geschlechterspezifische Entwicklung ist. Viele Jungs starten im 5. Jahrgang neugierig, wollen etwas erreichen, erleben dann aber Misserfolge und entwickeln daraus problematische Grundsätze, wie: „Ich bin nur etwas wert, wenn ich etwas leiste.“ Alles ist auf Performanz ausgerichtet. Gleichzeitig wird ihnen aber oft nicht gezeigt, wie sie mit Scheitern umgehen können.

Dann entstehen Vermeidungsstrategien: Rückzug, Abwertung eigener Fähigkeiten, verbale oder körperliche Gewalt. Das wirkt sich wiederum auf andere aus – etwa auf Mädchen, die sich dann eher zurückziehen, aus Angst, sich angreifbar zu machen. Und da ist es für mich als Lehrkraft wichtig – und das meine ich dann mit Haltung und Beziehungsarbeit –, die Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, damit sie gar nicht erst in solche Vermeidungsstrategien geraten. Es geht darum, sichere Räume zu schaffen und Alternativen aufzuzeigen – etwa, wie man Gefühle ausdrückt oder einen rationalen Diskurs führt. Viele Jungen haben dafür schlicht nicht die Mittel, weil ihnen das oft aberzogen wird. Das sind Dinge, die Lehrkräfte aufgreifen müssen, die aber über die reine Wissensvermittlung hinausgehen.

„An den Klassenregeln merkt man deutlich, dass sie wirklich von den Schülerinnen und Schülern kommen“

Der zweite wichtige Punkt ist die Partizipation. Das Deutsche Schulbarometer hat zuletzt gezeigt, dass zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler kein Mitspracherecht an ihrer Schule haben. Das ist ein riesiges Problem, weil ihnen signalisiert wird, dass ihre Stimme nicht zählt – und das widerspricht letztlich der Idee von Demokratie. Das beginnt schon bei den Klassenregeln, die oftmals nur dazu dienen, Angepasstheit zu forcieren, aber nicht, die echten Interessen der Schülerinnen und Schüler abzubilden.

Ich habe die Klassenregeln mit meiner aktuellen 8. Klasse jetzt zum Halbjahr aufgestellt, nachdem die Kinder Zeit hatten, sich als Gruppe zu finden. Dabei musste ich den Schülerinnen und Schülern erst einmal helfen herauszufinden, was ihre echten Interessen sind. Sie waren ganz in diesem angepassten Denken verankert und haben nur diese typischen Regeln genannt, wie: „Ich bin im Unterricht leise“, „ich kaue im Unterricht kein Kaugummi“, „ich verhalte mich respektvoll gegenüber anderen“. Das sind für mich Selbstverständlichkeiten, die ich auch einfordere, die aber schon in der Hausordnung oder dem Schulgesetz stehen.

An den Klassenregeln, die wir dann gemeinsam entwickelt haben, merkt man deutlich, dass sie wirklich von den Schülerinnen und Schülern kommen – denn auch ich als Klassenleitung muss mich an sie halten. Meine Klasse hat sich zum Beispiel dafür entschieden, dass es in jeder Doppelstunde eine fünfminütige Pause geben soll. Außerdem fordern die Schülerinnen und Schüler ein, dass Lehrkräfte sie nicht bloßstellen. Das bedeutet konkret: Sie möchten nicht mehr aufgerufen werden, wenn sie sich nicht melden. Das sind konkrete Anliegen, die ihre Interessen widerspiegeln.

Deutscher Lehrkräftepreis – die neue Runde

Die Bewerbungsphase für den „Deutschen Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ 2026 läuft. Machen Sie mit! Empfehlen Sie (als ehemaliger Schüler bzw. ehemalige Schülerin) Ihre frühere Lehrkraft! Würdigen Sie (als Kollegium) Ihre tolle Schulleitung! Oder bewerben Sie sich als Lehrkräfte-Team mit Ihrem innovativen Unterrichtskonzept! Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026.

Gesucht werden engagierte Lehrkräfte, Lehrkräfte-Teams und vorbildliche Schulleitungen aller deutschen Schulformen (auch im Ausland). Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auch auf den Grundschulen. Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge 2025/2026, Lehrkräfte-Teams und Kollegien können ihre Vorschläge bzw. Bewerbungen unter www.lehrkraeftepreis.de bis zum 30.6.2026 einreichen.

Über die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger des „Deutschen Lehrkräftepreises – Unterricht innovativ“ entscheidet nach einer intensiven Gutachterphase eine hochkarätig besetzte Jury. Die Träger des Wettbewerbs, der Deutsche Philologenverband und die Heraeus Bildungsstiftung, wollen mit der Auszeichnung die Leistungen von Lehrkräften und Schulleitungen würdigen und in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rücken. Schirmherrin ist Bundesbildungsministerin Karin Prien.

News4teachers: Kurz auf den Punkt gebracht: Wenn Schule also, wie Sie sie beschrieben haben, ein Lebensort sein soll, was müsste sich dafür ändern?

Lee: Schülerinnen und Schüler müssten echte Partizipation erleben. Und Lehrkräfte müssten ihre Rolle stärker pädagogisch verstehen – weniger als reine Wissensvermittler.

„Zu glauben, Pädagogik ende nach der Grundschule, ist falsch“

News4teachers: Pädagogik wird in öffentlichen Diskussionen oft eher in der Grundschule verortet. Ist das ein Fehler?

Lee: Definitiv. Zu glauben, Pädagogik ende nach der Grundschule, ist falsch. Wer das denkt, sollte mal in eine Mittelstufe gehen und sich mit pubertierenden Kindern auseinandersetzen. Gerade dort ist Pädagogik zentral, denn in den Klassen 7 bis 9 stehen bei den Kids ganz andere Themen im Vordergrund als der Stoff. Da bleibt nur die Hoffnung, dass, wenn man gute pädagogische Arbeit leistet, am Ende auch was vom Unterricht hängen bleibt.

News4teachers: Im Nominierungsschreiben Ihrer ehemaligen Schüler:innen wird deutlich, dass bei ihnen weit mehr hängen geblieben ist als nur der Schulstoff. Sie betonen unter anderem, dass sie bei Ihnen fürs Leben gelernt haben. Liegt das an Ihrer Fächerkombination oder Ihrer Arbeitsweise?

Lee: Ich glaube, es ist beides. Philosophie bietet natürlich Raum für Lebensfragen. Aber auch in anderen Fächern baue ich solche Themen ein. Im Englischunterricht arbeiten wir zum Beispiel mit Adjektiven, die Emotionen beschreiben, – und dadurch müssen sich auch gerade Jungs damit auseinandersetzen, welche Emotionen es überhaupt gibt und wie man sie erkennt.

Dazu kommt, dass ich auch als Verbindungslehrkraft arbeite, Berufsorientierung mache, in der Begabtenförderung tätig bin und das Sozialpraktikum begleite. Ich habe also viele Querschnittsaufgaben und dadurch viel Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern. So entstehen niedrigschwellig Gespräche, dabei kommt man vom Kleinen zum Großen. Ich glaube, genau darum geht es: sich immer wieder Zeit zu nehmen für diese Gespräche, die sich eben nicht nur um den Schulstoff drehen.

News4teachers: Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung, also dieses positive Feedback Ihrer Schüler:innen?

Lee: Sie ehrt mich total, aber ich tue mich auch ein bisschen schwer damit. Ich habe so ein bisschen ein Imposter-Gefühl, weil ich viele Kolleginnen und Kollegen kenne, die ich unglaublich bewundere und die den Preis mehr verdient hätten. Ich sehe mich daher eher als Stellvertreter; ich habe die Auszeichnung stellvertretend erhalten – für meine Schule und die vielen anderen sehr guten Lehrkräfte hier.

„Wenn man sich die Arbeitszeit anschaut, bleibt eigentlich keine Zeit für Pädagogik“

News4teachers: Und was zeichnet die Kolleg:innen aus, die Sie bewundern?

Lee: Sie leisten enorm viel – vor allem pädagogische Arbeit – und das zusätzlich zu dem, was ohnehin anfällt. Wenn man sich die Arbeitszeit anschaut, bleibt neben Unterricht, Vor- und Nachbereitung, Korrekturen sowie Verwaltung und Konferenzen eigentlich keine Zeit für Pädagogik. Die ist schlicht nicht vorgesehen. Genau deshalb bewundere ich meine Kolleginnen und Kollegen so, weil sie diese pädagogische Arbeit trotzdem leisten – wohlgemerkt in ihrer Freizeit. Und die Wirkung ist enorm. Das sehen wir an den Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Lernstandserhebungen.
Viele Kinder, die in Jahrgang 5 noch unterhalb des Durchschnitts liegen, erreichen bis Mitte oder Ende der 6. Klasse mindestens den Durchschnitt. Das liegt aus meiner Sicht nicht allein an der Didaktik oder der Wissensvermittlung, sondern vor allem daran, dass die Kinder dort abgeholt werden, wo sie stehen – mit all ihren kleinen und großen Problemen. Dahinter steckt sehr viel pädagogische Arbeit. Sie sorgt dafür, dass die Schülerinnen und Schüler sich im System Schule wohlfühlen, sich überhaupt auf Lernen einlassen können und dadurch Rückstände schnell aufholen.

News4teachers: Damit sind wir wieder bei dem Punkt, den Sie am Anfang angesprochen hatten, der Bedeutung der Beziehungsarbeit. Vor diesem Hintergrund, welchen Einfluss haben Sie als Lehrkraft, Schule zu einem guten Lernort zu machen?

Lee: Ich glaube, Einfluss habe ich darauf vor allem, indem ich mir Zeit nehme, ansprechbar bin und die Interessen der Schülerinnen und Schüler ernst nehme. Dazu gehört für mich, echte Partizipation zu ermöglichen. Damit solche Dinge aber dauerhaft möglich sind, müsste Lehrkräften grundsätzlich mehr Zeit für Pädagogik angerechnet werden – oder überhaupt erst einmal Zeit dafür. Anna Hückelheim, Agentur für Bildungsjournalismus, führte das Interview. (cdef)

Hier geht es zum News4teachers-Spezial zum Deutschen Lehrkräftepreis – mit Interviews mit Preisträgern und Hintergründen.

Deutscher Lehrkräftepreis: „Habt Vertrauen in die Kraft eures Berufes!“ Was Preisträgerin Khader den Kollegien mit auf den Weg geben möchte

 

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57 Kommentare
Katze
20 Tage zuvor

Wenn ein Lehrerpreisinhaber für Englisch und Philosophie u.a. erklärt: „Gerade dort ist Pädagogik zentral, denn in den Klassen 7 bis 9 stehen bei den Kids ganz andere Themen im Vordergrund als der Stoff. Da bleibt nur die Hoffnung, dass, wenn man gute pädagogische Arbeit leistet, am Ende auch was vom Unterricht hängen bleibt“, dann ist das die elegante Umschreibung eines neuen pädagogischen Grundsatzes: Lernen ist kein Prozess, sondern ein Schicksal. Man unterrichtet, hofft – und wenn nichts hängen bleibt, war eben die Pubertät stärker. Der Leistungsgedanke darf sich an dieser Stelle höflich verabschieden und die Tür leise hinter sich schließen.
Damit werden Klasse 7 bis 9 praktisch zu drei pädagogisch gut gemeinten, aber fachlich weitgehend vertanen Jahren – weil der Stoff ja „gerade nicht das Thema“ ist. Und wer trotzdem wagt, etwas einzufordern, ist der unsensible Pauker, der die „anderen Themen“ nicht versteht.
Für Philosophie ist das bequem: Wenn nichts gelernt wurde, kann man das als „offenen Denkprozess“ deklarieren. Und im Englischunterricht lässt sich zur Not immer noch über Befindlichkeiten sprechen.
Für MINT‑Lehrkräfte ist das weniger poetisch. Ihre Fächer sind in Klasse 7 bis 9 eben keine Gamechanger im eigentlichen Sinn – sie brechen keine Regeln auf, sie verändern nicht das Spiel, sie sind das Spiel. Redoxchemie, Fotosynthese, Energieumwandlung etc..
Dann folgt die nächste pädagogische Feinheit: „Außerdem fordern die Schülerinnen und Schüler ein, dass Lehrkräfte sie nicht bloßstellen. Das bedeutet konkret: Sie möchten nicht mehr aufgerufen werden, wenn sie sich nicht melden.“ Aufrufen ist also „Bloßstellen“. Hää? Und wenn sich keiner meldet, dann wird auch keiner aufgerufen. Gut, dann ist das eben so.
Nur den wahren Pädagogen gelingt, dass sich jeder Inhalt (Stoff) sich für jeden Schüler „wie sein Thema“ anfühlt. Und natürlich ohne die Schüler anzusprechen und zur Mitarbeit aufzufordern – denn das wäre ja übergriffig.
Die Redoxchemie bleibt dann nicht etwa unverstanden – sie kommt gar nicht erst in die Nähe eines Schülers. Die Fotosynthese auch nicht. Aber der Lehrer soll bitte trotzdem dafür sorgen, dass beides am Ende „bei allen angekommen“ ist. Ohne Aufrufen, ohne Einfordern, ohne Beteiligung. Der Auftrag lautet also:
Der Lehrer soll führen, ohne zu führen.
Er soll Mitarbeit erzeugen ohne jemanden anzusprechen und ohne Beteiligung einzufordern.
Und er soll den Stoff zum Thema der Schüler machen – während der Unterricht in Klasse 7 bis 9 längst keins mehr ist.
Kurz: Nichts verlangen, aber alles ermöglichen – dann klappt’s auch mit dem Lehrerpreis.

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Katze

„Dran nehmen“ ist in der Sek I auch Teil der Holpflicht des Lehrers.

Ich bin aber auch ein Fan des dran Nehmens. Qualifiziere ich mich damit auch für den Lehrkräftepreis oder wenigstens den Lehrerpreis? Wahrscheinlich nicht.

Salpeter
19 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Lehrer sollten sich vor allem besser im Schulrecht auskennen. Sie haben einen Erziehungsauftrag und sie dürfen selbstverständlich jemanden befragen/aufrufen, der sich nicht meldet. Alles nachlesbar!

ed840
19 Tage zuvor
Antwortet  Salpeter

vor allem besser im Schulrecht auskennen.

Das sehe ich auch so.

Manche Lehrkräfte scheinen nicht mal gewusst zu haben, auf welche verschiedenen Arten an der Schule, an der sie unterrichten, ein ESA erworben werden kann. Die hielten es sogar für „Fake News“ bis ich auf den zuständigen § 43 Absatz 2 im SchulG des BL verwiesen haben.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Salpeter

„sie dürfen selbstverständlich jemanden befragen/aufrufen, der sich nicht meldet.“
Das stellt niemand infrage. Es geht um die Arbeit MIT den Schüler*innen

MadMax
18 Tage zuvor
Antwortet  Salpeter

Es ist egal, was im Schulgesetz steht. Das werden Sie schon noch merken, wenn Schülervertreter (wie hier in einem anderen Artikel gefordert) ihre Einstellung mitbestimmen dürfen.

Teacher Andi
19 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Liebe Katze, Sie haben es mal wieder auf den Punkt gebracht. Die „chilligen“ Lehrer sind halt diejenigen, die beliebt sind und die Preise absahnen, was dabei hinten rauskommt, ist zweitrangig. Jeder Lehrer, der versucht, die Schüler zu Leistung zu motivieren, ist der Buhmann und wird für seine Bemühungen und sein Engagement nie und nimmer einen Preis bekommen.
Komisch nur, dass die Schüler letztendlich zugeben (meist wenn sie die Schule schon verlassen haben), dass der „unchillige“ Lehrer Recht gehabt hat.

Küstenfuchs
19 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das stimmt so einfach nicht. Lehrer sind nicht beliegt oder unbeliebt, wenn sie Dinge fordern oder eben nicht.
Wenn die Kinder merken, dass man es gut mit ihnen meint und sich für sie interessiert, DANN ist man ein beliebter Lehrer. Das ist tatsächlich alles, was man dazu braucht.

447
19 Tage zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Dem widerspreche ich vollkommen.

Und zwar aus eigener Erfahrung – so lange jedenfalls, wie wir von „beliebt“ reden…und zwar so, wie man das Wort ganz normal umgangssprachlich versteht.
Ohne normative Zusätze, pädagogische Verdrehungen („abba abba es geht doch um moralisch richtige Beliebt…“) usw.

„Beliebt sein“ ist es, wenn die SuS sich freuen, wenn die Sie sehen.
Wenn Sie ständig gefragt werden, ob man in Ihren Kurs kann.
Wenn SuS Sie dauernd anlächeln, ausserunterrichtlich mit Ihnen zu tun haben wollen, Ihnen ständig was erzählen wollen, auch wenn der Unterricht vorbei ist usw.

Kurzum: So richtig schön Fühli-fühli aus Bauchi-bauchi, eine unreflektierte, gerne auch vollkommen irrationale positive Reaktion.

Was Sie vermutlich meinten ist „respektiert“ (und dann dreht es sich auch um ganz bestimmte Arten des Respekts!), das ist nochmal was anderes.

Ich weiß das so genau, weil ich nämlich von richtigem Lernen (was mir ständig Ärger und Konflikte einbrachte) nach intensiver Reflektion auf „beliebt“ umgestellt habe.

Und das funktioniert großartig, es ist quasi der Metabuild, der einen in der heutigen Schüler-Eltern-Schleimschule quasi gegen Kritik immunisiert!

Beliebt seinals Lehrer ist ganz einfach – erstmal die drei Basics:

1. Wichtigster Schritt: Anspruch RUNTER!
2. Sehr viel Internetgedudel und Medien/Videos, Schreibanteil auf das absolute Minimum runter!
3. Lullinoten geben.

Das deckt schonmal die *oberflächliche* Beliebtheit ab – das reicht aber nicht (nur das alleine lässt einen schwach aussehen), es braucht jetzt noch die subjektiv-emotionale Einzelkomponenten!

1. SuS niemals, wirklich niemals direkt ermahnen, Marotten aufzeigen, sagen wenn sie einfach dumme Sachen/Pläne machen. (Einzige Ausnahme: Siehe unten)
2. Sich für ihre popkulturellen Erfahrungen interessieren, danach aktiv fragen, games & memes kennen OHNE quasi da tiefer drinnen zu sein als sie selbst.
3. Für SuS im Unterricht immer ansprechbar sein, gerade für die vaterlosen (als Typ) bzw. mutterlosen (als Typin). Emotionale Offenheit plus Unterrichtszeitverschwendung = massiver boost.

Das war jetzt zweimal drei Lagen schön ungesunder, aber BELIEBT machender Zuckerguß, jetzt kommt noch die Meisterklasse obendrauf, quasi der Schuß Zitrone im Kuchenrezept:

1. Im persönlichen Umgang, gerade im Klassenraum und ganz besonders im Gespräch vor Zeugen charismatisch-autoritär sein! Klingt wie ein Gegensatz, ist es aber nicht. Das bedeutet: Direkte Herausforderung, freche Sprüche gegen die eigene Person usw.: Dominant drüberbügeln, ruhig bis ganz kurz vor die Schmerzgrenze. Nochmal nachsetzen, um sicher zu gehen, dass der Statussenker auch sitzt – danach sofort wieder switch auf Zuckerguß.

2. Extern nachweisbare Regelverstösse und sh*t tests in die Richtung (Klassiker: „Können wir früher Schluss machen?!“) klar zurückweisen. Das wirkt dann „konsequent“ und erhöht den Respekt.

So, da haben Sie das fertige Rezept:
Beliebtheit.
Es funktioniert.

Fällt Ihnen was auf?

..
.
Beliebtheit ist EIGENTLICH ein völlig dämliches Kriterium, denn was „beliebt“ macht ist oft das (eigentlich) Falsche.

Gut ist es aber, beliebt zu SEIN.
Für einen selbst.

GBS-Mensch
18 Tage zuvor
Antwortet  447

Ich mache vieles von dem, was hier kontrovers bis abfällig betrachtet und diskutiert wird.
Partizipation, Demokratiebildung stärker Schwerpunkt auf Bindung. Ich lasse meinen Kindern sehr viel Spielraum und gewähre viele Freiheiten.
Die Grenzen dieses Spielraums und der Freiheiten, die klar definiert und bekannt sind, verteidige ich allerdings mit aller Konsequenz und Härte ganz im Gegensatz zu Ihrem playbook.
Wenn man mich, nicht auf charmante Weise, herausfordert oder veralbert, lasse ich auch äußerst gerne das knallharten Arschloch raushängen.

Dennoch erfreue ich mich einer sehr hohen Beliebtheit und eines hohen Maßes an Respekt. Sie trennen das ja. Im Zweifel würde ich Respekt Beliebtheit vorziehen.

Es fällt mir auch schwer, zu glauben, dass Ihr „Game“ und Ihre Fassade nicht durchschaut werden und Sie dann vielleicht doch die Lusche sind, hinter deren Rücken man sich lustig macht.

Es fällt mir auch schwer zu glauben, dass sie bei männlichen Schülern mit gewissen kulturellen Hintergründen mit Ihrem soft aproach auch nur einen Millimeter weit kommen und nicht in der Luft zu lustigem kleinen Konfetti zerrissen werden.

Ich Frage mich auch, wie Sie damit Konflikte nachhaltig lösen oder Troubleshooter und Systemsprenger einhegen. Vor denen wollen die Anderen nämlich durchaus beschützt werden.

Dass man ansprechbar und emotional verfügbar ist, gehört für mich zum Geschäft. Im Grundschulbereich gehört buchstäbliches Kuscheln dazu.
Alle die das nicht bringen, sind nach meiner Erfahrung und Beobachtung auch nur (sehr) mäßig erfolgreich.

Unterm Strich sind nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen diejenigen erfolgreich, auch was curriculare Leistung betrifft, die mit mütterlicher/väterlichen Zuwendung, ABER auch mit mütterlicher/väterlichen Strenge operieren.

Ihr Beliebtheitsolaybook kann man vielleicht erfolgreich durchziehen, wenn man eine Doppelstunde die Woche in einem Nebenfach hat und sonst in der Klasse keine Verantwortung trägt.

GBS-Mensch
18 Tage zuvor
Antwortet  447

Achso, und noch einmal aus Neugier:

Wie sind Sie denn früher vorgegangen, dass es Ihr Lehrerleben so furchtbar und unerträglich gemacht hat, und Sie sich zu einer 180-Grad-Wnede genötigt gesehen haben?

Teacher Andi
16 Tage zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Da sollte man erst einmal definieren, was man unter „dass man es gut meint mit den Kindern“ versteht, das ist ja nun doch etwas schwammig.

Mr. Farmer
19 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Wohlfühloase Schule – Die „beste“ Vorbereitung auf die Arbeitswelt, in der man später bestimmt auch x Gründe findet, sich nicht mit Dingen zu beschäftigen, die unpopulär sind.

Kinderflüsterer
19 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Kann man durchaus so sehen- evtl. auch als konsequente Forstetzung der gesunden Ernährung ab 1 in der KiTa. (Spaß zurück- oder ist’s gar im Ernst gemeint?)

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Katze

„dann ist das die elegante Umschreibung eines neuen pädagogischen Grundsatzes: Lernen ist kein Prozess, sondern ein Schicksal.“
Ihrer Interpretation würde Herr Lee wohl deutlich widersprechen. Das Beispiel an der Pubertät sollte zeigen, dass gerade hier AUCH pädagogische Arbeit wichtig und wirksam ist – kein Gegensatz zum Lernen.

„Hää? Und wenn sich keiner meldet, dann wird auch keiner aufgerufen.“
Genau das gilt es bei der gemeinsamen Aufstellung der Klassenregeln zu besprechen. Herr Lee beschrieb ja, dass es ein paar feste, unveranderbare Bestandteile gibt.
Fürs Melden, nehme ich an, gibt es zudem Noten? 😉

„Die Redoxchemie bleibt dann nicht etwa unverstanden – sie kommt gar nicht erst in die Nähe eines Schülers. Die Fotosynthese auch nicht.“
Wie gesagt, missverstehen Sie da die Grenzen der Partizipation der Schüler*innen. Zudem verwies Lee ja auf gegensätzliche Effekte DURCH zusätzliche pädagogische Arbeit:
„Viele Kinder, die in Jahrgang 5 noch unterhalb des Durchschnitts liegen, erreichen bis Mitte oder Ende der 6. Klasse mindestens den Durchschnitt. Das liegt aus meiner Sicht nicht allein an der Didaktik oder der Wissensvermittlung, sondern vor allem daran, dass die Kinder dort abgeholt werden, wo sie stehen – mit all ihren kleinen und großen Problemen.“

Aber Sie sind letztlich zum Schluss gekommen, nichts dazulernen zu müssen, das Veränderung, Pädagogik und Schüler*innenorientierung durch die Bank schlecht sind und dass vor 40 Jahren alles besser war. Gut gemacht.

447
19 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Natürlich kann man „Kinder“ dort abholen, wo sie stehen.

Und nichts spricht dagegen, das auch freundlich anzubieten.

Die gängige Mehrheitserfahrung ist es allerdings, dass es dabei zu einer gewissen…Überraschung…(bei gewissen Lehrern) kommen kann:
Jedes „Kind“ = Schüler steht irgendwo.
Nur wo das „Kind“ hin WILL – dadürfte es zwischen Lehrkraft und Schüler ja doch gerne mal deutliche Diskre-panzerplatten geben. 🙂

Denn auch „Kinder“, also Schüler, haben einen eigenen Willen, der nur ihnen selbst gehört.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  447

„Nur wo das “Kind” hin WILL – dadürfte es zwischen Lehrkraft und Schüler ja doch gerne mal deutliche Diskre-panzerplatten geben.“
Stellt niemand im Artikel infrage. Es wird bspw. von Katze fälschlich unterstellt, Parzozipation würde bedeuten, dass Kinder alles selber bestimmen dürften, und das Pädagogische Arbeit keine/ schlechtere Effekte auf das Lernen habe bzw. mit dem Lernen in irgendeiner Konkurrenz stünde – Herr Lee bekräftigte deulich das Gegenteil dessen

447
19 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das ist halt die alte Zwickmühle:

Entweder Partizipation – dann muss der Wille des „Kindes“ halt auch zählen. Also, tatsächlich.

Oder man hört halt auf, eine eigentlich garnicht vorhandene (Schein-)Wahlfreiheit hochzuhalten. Und es wird gemacht, was nötig ist.

Denn „Wahlfreiheit“ oder (echte) Partizipation schliesst halt auch die Möglichkeit ein, „nö“ zu sagen. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  447

Denke da eher an das Stufenmodell nach Block, Unger und Wright, wo Parzizipation nicht als entweder-oder-Schalter betrachtet wird.

Es ist ein Prozess. Lediglich zwischen keiner und voller Partizipation zu unterscheiden, lässt es wie eine Zwickmühle erscheinen, die es nicht ist.

Philanthrop
19 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Von anderen viel verlangen, aber selbst sich pädagogisch-didaktisch-methodisch nicht weiterentwickeln wollen, dann klappt’s auch mit vielen Likes.

Sehr bedenklich und leider damit auch die üblichen Vorurteile bezüglich MINT-Lehrkraften bestätigend.

Wiebke
19 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

In Kommentaren und Diskussionen verlange ich von anderen, dass sie mir sachlich widersprechen und fehlende Argumente nicht durch Beleidigungen ersetzen.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Wiebke

Dann sollten Sie mal langsam Katze widersprechen 😉

„Kurz: Nichts verlangen, aber alles ermöglichen – dann klappt’s auch mit dem Lehrerpreis.“ Wo genau beschrieb Herr Lee das genau?

Philanthrop
18 Tage zuvor
Antwortet  Wiebke

Das war nur eine Spiegelung der letzten Sätze des Beitrages, auf den ich geantwortet haben. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass Sie darauf vergleichbar geantwortet haben.
Zudem fordert der Forist nahezu ständig das Zurückdrehen der schulischen Entwicklungen in die 80/90iger Jahre. Klingt das für Sie tatsächlich nach Weiterentwicklung?
Zudem bin ich selbst MINT-Lehrer und versuche, die bestehenden Vorurteile zu entkräften, was die Katze wiederum konterkariert.

447
19 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Zu Ihrer großen Freude gibt es ja lernfähige und updatebare Unterrichtsdrohnen wie mich – beliebt (siehe oben) und „schülerorientiert“.

Massiv weniger Arbeit, gute Noten für alle und viele Fühlis – na, und für mich bleibt auch das gute Gefühl, mit regelmässig gecheckten Tradingaccounts aus der Schule zu gehen.

‚Schland 2025 wurde bestellt – Auslieferung läuft.
Katze böse, Drohne gut!

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  447

In Kommentaren und Diskussionen verlang[t Wiebke] von anderen, dass sie [ihm] sachlich widersprechen und fehlende Argumente nicht durch Beleidigungen ersetzen. ;(

Teacher Andi
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wer wurde beleidigt? Außer einer ironischen Selbstkritik sehe ich da nichts …….

Rainer Zufall
15 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das Sie nichts bezüglich der Sachlichkeit anführen können, hätte der Antwort genug sein können 😉

Teacher Andi
15 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Man sollte nicht dem Irrglauben verfallen, dass man besonders intelligent wirkt, wenn man recht verschwurbelt formuliert. Und Tippfehler setzen dem Ganzen noch ein Häubchen auf.

Rainer Zufall
11 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

„Man sollte nicht dem Irrglauben verfallen, dass man besonders intelligent wirkt“
Oder „ironisch“ 😉

Philanthrop
18 Tage zuvor
Antwortet  447

Weder – noch. Ich bin MINT-Lehrer und schaffe es dennoch, sehr viele Schüler auch ohne Noteninflation und ohne Absenken der Ansprüche für MINT zu motivieren. Schülerorientierung heißt nicht, wenig(er) zu erwarten, sondern die Schüler dort abzuholen, wo sie stehen und bei dem, was sie interessiert – und sie dann dahin zu bringen, wo sie am Ende sein sollen – und ihnen beizubringen, sich selbst weiterbilden zu können.

Teacher Andi
16 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Das klappt in einer 30-Schüler-starken Klasse vielleicht bei 5-10%.

DerechteNorden
19 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Schön an den Zeitgeist anpassen: Nichts muss, alles kann. Nur noch Rechte, keine Pflichten. Anforderungen nachkommen wollen und sich anstrengen sind sowas von out.

Habe ich was vergessen?

Philanthrop
18 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wenn Sie sich auf meinen Beitrag beziehen, sollten Sie diesen nochmals sehr intensiv lesen. Dort steht nämlich nichts, von dem, was Sie einfach so unterstellen. Vielleicht war es auch zu anstrengend, meinen Beitrag vorurteilsfrei zu lesen. Denn Rechte und Pflichten lassen für mich nicht trennen. Und Anstrengung macht Erkenntnisgewinnung durchaus viel nachhaltiger, ist aber auch kein Selbstzweck, wie einige hier suggerieren.
Ihren ersten Satz könnte man übrigens dahingehend interpretieren, dass Schülerorientierung für Sie nur ein Zeitgeistphänomen ist, das auch wieder vergeht. Ich hoffe aber sehr, dem ist nicht so (mit Absicht doppeldeutig formuliert).

Salpeter
19 Tage zuvor

Lehrer brauchen mehr Zeit für Beziehungsarbeit (Pädagogik). Hier liest man hingegen oft, erziehen sollen bitte die Eltern, sie seien laut Grundgesetz dazu verpflichtet.

Gerne übersehen wird der eigenständige Erziehungsauftrag der Schule, der dem elterlichen laut BVerfG gleichgeordnet ist und nicht untergeordnet.

Kinderflüsterer
19 Tage zuvor
Antwortet  Salpeter

Stimmt, aber die Schule soll dann auch noch bilden…

Philanthrop
18 Tage zuvor
Antwortet  Kinderflüsterer

Wobei das eine nicht das andere ausschließt.

Faktensammler
19 Tage zuvor
Antwortet  Salpeter

„G l e i c hgeordnet“, ganz recht.
Genau über diesen Begriff sollte so manches Elternteil mal ganz genau nachdenken.
Und nein: Ich sagte nicht „jedes“ Elternteil.

DerechteNorden
19 Tage zuvor
Antwortet  Salpeter

Sollte man mal präzisieren, würde ich sagen. Bei einigen Eltern ist das nämlich falsch angekommen.
Mal ein Beispiel aus der Praxis: „Sagen Sie meinem Sohn bitte, dass er nicht so viel zocken soll. Wenn ich das tue, ist er sauer auf mich.“
Gerne.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor

Die Bedeutung pädagogischer Arbeit auf den Punkt gebracht, Herausforderungen und Hindernisse benannt. Danke für diesen Beitrag.

ed840
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie führen doch gerne die Thesen von John Hattie ins Feld .

Deshalb würde es mich interessieren wie Sie in diesem Kontext die Effektstärke des Kriteriums Lehrer-Schüler- Beziehungen einschätzen würden.

Rainer Zufall
16 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Dann lesen Sie doch gerne Hattie dazu 🙂

ed840
13 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Habe ich längst gelesen.

Da stand allerdings nicht drin wie Sie in diesem Kontext die Effekte dieses Kriteriums einschätzen.

Sie müssen die Frage aber nicht beantworten, wenn Sie nicht wollen oder können.

Rainer Zufall
11 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Wenn Sie nichts dazu finden, warum führen Sie dann Hattie an? 😀

Gibt es sonst noch wen, den Sie nicht mögen und der/ die Ihrer Meinung nach nichts zu diesem Thema sagte?
Wie wäre es mit Drosten oder Deer? 😛

ed840
10 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bei Hattie hab ich natürlich was dazu gefunden.

Mich hätte halt interessiert, wie Sie das einschätzen, was dort steht.

Aber wenn Sie nicht wollen, ist das für mich schon Ordnung.

Kaunas
19 Tage zuvor

„Außerdem fordern die Schülerinnen und Schüler ein, dass Lehrkräfte sie nicht bloßstellen. Das bedeutet konkret: Sie möchten nicht mehr aufgerufen werden, wenn sie sich nicht melden.“

Sowas finde ich eigentlich „schlimm“. Weil damit Schulrecht unterlaufen wird. Lehrer dürfen Schüler dran nehmen, auch wenn sie sich nicht melden. Es sollte immer dem Lehrer überlassen bleiben als dem Fachmann, ob er darauf in einer bestimmten Situation besteht oder auch darauf verzichtet. Man hat sonst wirklich immer mehr Kinder, die dann sagen, wenn Arbeitsergebnisse präsentiert werden sollen, sie möchten nicht.

Und das breitet sich dann aus: Aus dem Entgegenkommen des einen Lehrers wird ganz schnell daas Gerücht, Lehrer dürften Schüler nicht dran nehmen, wenn die sich nicht melden, weil das Bloßstellung sei. Das gibt es schon. Wir mussten uns schon damit auseinandersetzen.

Dürfen Lehrer dann als Nächstes keinen Test schreiben, wenn Schüler es nicht wollen?

Bitte das Schulrecht beachten! Es kann nicht jede Schule oder jeder Lehrer sein eigenes Schulrecht erfinden!

Stine
19 Tage zuvor
Antwortet  Kaunas

Ich finde das auch nicht richtig. Bei uns schon in der Grundschule werden die Kinder nicht aufgerufen, wenn sie sich nicht melden, das soll sozusagen intrinsisch kommen. Wenn man dann viele laute Kinder hat und wenige leise, die sich nicht trauen, dann würde ich mir als Mutter wünschen, dass jemand dann mein ruhiges Kind mal fragt, ob es zu einer Frage auch eine Idee hat. Da es dann auch kein Feedback gibt… merkt man am Ende des Schuljahres also, das eigene Kind ist ruhig und meldet sich nie, das ist nicht gut. So haben nicht mal die Eltern eine Chance, mit dem Kind drüber zu reden und es zu ermutigen. Ich denke Lehrer können es eigentlich ganz gut einschätzen, ist ein Kind zu schüchtern und traut sich nicht oder hat es einfach keinen Bock, und dazwischen einen Unterschied herstellen…

DerechteNorden
19 Tage zuvor
Antwortet  Stine

„Wenn man dann viele laute Kinder hat und wenige leise, die sich nicht trauen, dann würde ich mir als Mutter wünschen, dass jemand dann mein ruhiges Kind mal fragt, ob es zu einer Frage auch eine Idee hat.“
Wünschen Sie sich das gern, aber denken Sie auch an Ihr Kind, bitte! Ich war selbst eine sehr stille Schülerin. Zum Glück kam es sehr selten vor, dass ich so drangenommen wurde. Ich hätte es gehasst! … Aus mir ist trotzdem was geworden.:-)
Lehrkräfte müssen mit Kindern, die sich nicht melden mögen, vorher Zeichen vereinbaren, ob sie drangenommen werden wollen. Das geht sehr gut.

Alese20
18 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Lehrkräfte müssen mit Kindern, die sich nicht melden mögen, vorher Zeichen vereinbaren, ob sie drangenommen werden wollen. Das geht sehr gut.“
Sehr schöner Ansatz – Danke

Kaunas
18 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Wenn der Lehrer nur die dran nimmt, die sich melden, kann er zu dem falschen Schluss kommen, alle haben das Thema verstanden (in der Regel melden sich ja die, die zumindest meinen, die richtige Antwort zu kennen). Dann denkt der Lehrer, er kann weitergehen im Stoff und er merkt nicht, dass viele das Thema noch gar nicht verstanden haben. Weil sie schwiegen. Und er sie nicht dran nahm.

Es ist ganz wichtig für mich, mal die, mal die, mal die dran zu nehmen.

Hinzu kommen die, die sich nicht trauen, weil sie Angst vor falschen Antworten haben oder es einfach nicht wissen. Das pädagogische Vorgehen des Lehrer kann ihnen hier helfen. Z.B. nenne ich bestimmte falsche Antworten „einen sehr guten Fehler, aus dem wir alle lernen können und den viele andere bestimmt auch gemacht hätten“.

Es sind nicht die Fehler schlimm, es ist die Angst vor Fehlern schlimm.

ed840
19 Tage zuvor
Antwortet  Kaunas

Lehrer dürfen Schüler dran nehmen, auch wenn sie sich nicht melden. „

Aber sie müssen es nicht tun.

So wie bei uns im BL Lehrkräfte zwar unangekündigte Tests durchführen dürfen, es aber nicht müssen.

Hysterican
19 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Gleiches Recht für alle! … wenn ich SuS in der Sek1 nicht mehr drannehmen darf, wenn sie sich nicht melden, damit man sie nicht „bloßstellt“, wenn sie keinen Beitrag leisten können / wollen, dann dürfen die mich auch nicht mehr spontan nach Dingen fragen, die ihnen während des Unterrichts durch den Kopf rauschen. Denn es könnte ja sein, dass ich auf die Fragen ebenfalls keine adäquate Antwort habe und mich dann vor der ganzen Klasse bloßgestellt fühle.
Wird eine eher traurige Veranstaltung, wenn wir solche Regeln aufstellen.

Kinderflüsterer
19 Tage zuvor
Antwortet  Kaunas

Wenn ich einen Schüler, eine Schülerin ohne deren Melden zu Wort bitte (auch nachdrücklich), mache ich das selten und auch ungern, aber nie um der und mit Bloßstellung. Selbst wenn jemand aus Unaufmerksamkeit zurück ins Thema geholt werden soll oder jemand nicht den Mut hat, sich selbst zu melden oder einfach langsam oder unsicher ist, kann ich auch den größten Quatsch noch so moderieren, dass eben niemand bloßgestellt wird. Dazu bin ich eben als studierte Lehrkraft AUSGEBILDET und ERFAHREN.
(Und nein, das heißt nicht Weichspülen oder Ansprüche negieren, sondern WERTSCHÄTZDENDE KOMMUNIKATION im Klassenraum.)

Canishine
19 Tage zuvor
Antwortet  Kinderflüsterer

Richtig. Das „Drannehmen“ kann z.B. auch eine freundliche Anregung dazu sein, mal ein klein wenig über seinen Schatten zu springen, um sich selbst den Beweis zu verschaffen, dass eigentlich nichts passiert. Das bedarf sicherlich des Fingerspitzengefühls. Oder zu zeigen, dass ein Kind sich gesehen und wahrgenommen fühlen darf.
Bloßstellen ist kein sinnvolles pädagogisches Mittel, aber weder ist Drannehmen gleichzusetzen mit Bloßstellen, noch kann man als Lehrer verhindern, dass Kinder sich selbst in bloßstellende Situationen bringen. Auch hat man als Lehrer nur begrenzten Einfluss darauf, was Schüler individuell als bloßstellend empfinden, bzw. welche Ideen sie von „Bloßstellen“ entwickelt haben.

Kaunas
18 Tage zuvor
Antwortet  Kinderflüsterer

Ich habe nicht geschrieben, man soll und muss ständig die Kinder dran nehmen, die sich nicht melden. (siehe mein neuer Kommentar oben) Ich tue das auch eher wenig. Es darf aber nicht das Gerücht entstehen, man dürfte das nicht. Dagegen wende ich mich.

Canishine
19 Tage zuvor

Pädagogik wird in öffentlichen Diskussionen oft eher in der Grundschule verortet.“
Tatsächlich? Eigentlich spielt sie selbst im Erwachsenenalter immer dann eine Rolle, wenn man andere anleitet oder begleitet. Heißt dann vielleicht nicht mehr „Pädagogik“.

Alese20
18 Tage zuvor

Ich finde sehr gut, dass da mal ein Lehrer ist, der die Pubertät mit im Blick hat. Diese bedeutet ja nicht nur, dass die SuS auffällig und faul werden – das ist ja nur ein Symptom. Deren Gehirne werden Stück für Stück umgebaut und ich bin sogar der Meinung, dass viele einfach nicht leistungsfähig sein könnten, selbst wenn sie wollten. Das wird viel zu wenig in der Schulzeit berücksichtigt. Einfach mal Stoff aussortieren und mit Ruhe auf das Wesentliche konzentrieren. Aber mit Verständnis auf die gegenwärtige Situation der SuS reagieren ist für viele hier ja nur fühli-fühli, was ich unmöglich finde. Leistungsstark können sie wieder im Erwachsenenalter werden. In der Pubertät sollte man sie sensibel unterstützen, da gut durchzukommen.