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Gesundheitsbildung kommt in der Schule zu kurz – dabei wünschen sich Schüler Orientierung in Sachen Fitness, Ernährung und Medizin

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VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Gesundheitsthemen spielen für viele junge Menschen eine große Rolle – im Unterricht allerdings offenbar kaum. Ernährung, Fitness, mentale Gesundheit oder Stressbewältigung holen sich Jugendliche und junge Erwachsene stattdessen zunehmend über soziale Netzwerke. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach mehr Orientierung: Fast 80 Prozent der 14- bis 34-Jährigen fordern laut einer aktuellen Studie mehr Gesundheitsbildung an Schulen, ebenso viele sprechen sich sogar für ein eigenes Schulfach Gesundheit aus.

Ist das gesund? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Junge Menschen informieren sich heute selbstverständlich über Gesundheitsthemen im Netz. Instagram, TikTok oder YouTube dienen vielen längst als persönliche Ratgeber für Ernährung, Bewegung oder mentale Gesundheit. Nach einer aktuellen Studie der vivida bkk und ihrer Stiftung „Die Gesundarbeiter – Zukunftsverantwortung Gesundheit“ lassen sich zwei Drittel der 14- bis 34-Jährigen von entsprechenden Inhalten in sozialen Medien inspirieren. Knapp die Hälfte sucht dort Informationen zu gesunder Ernährung, 43 Prozent verfolgen Fitnessübungen und Workouts, etwa ein Drittel beschäftigt sich über Social Media mit Achtsamkeit und psychischer Gesundheit.

Die Krankenkasse verbindet diese Entwicklung mit einer bildungspolitischen Forderung: Gesundheitsbildung müsse deutlich stärker in Schulen verankert werden. „Gesundheit darf im Schulalltag kein Randthema sein“, erklärt Sina Knöpfle, Gesundheitsexpertin der vivida bkk. Die Vermittlung von Gesundheitskompetenz müsse sich „wie ein roter Faden durch die gesamte Schulzeit ziehen“. Einzelne Hinweise im Sport- oder Biologieunterricht reichten dafür nicht aus.

Der Wunsch nach mehr Gesundheitsbildung ist unter jungen Menschen offenbar groß. Rund 80 Prozent der Befragten geben an, sie wollten in der Schule mehr über Prävention und Vorsorge lernen. Nur ein Drittel sagt zugleich, durch den Unterricht konkret zu wissen, was sie selbst für ihre Gesundheit tun können. Ebenfalls rund 80 Prozent sprechen sich nach Angaben der Studie für ein eigenständiges Schulfach Gesundheit aus. Befragt wurden dafür im September 2025 bundesweit 1.014 Menschen zwischen 14 und 34 Jahren.

Die Forderung nach einem Schulfach Gesundheit ist nicht neu. In einem Positionspapier argumentieren die vivida bkk und ihre Stiftung, dass Gesundheitskompetenz möglichst früh vermittelt werden müsse – von der Kita bis zum Schulabschluss. Gesundheitsthemen seien bislang in Lehrplänen oft nur punktuell verankert, meist in Biologie oder Sport und häufig nur in einzelnen Klassenstufen vorgesehen. Dadurch fehle eine kontinuierliche Beschäftigung mit dem Thema.

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Foto: DSD

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Das Papier verweist dabei auf gesundheitliche Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen: Bewegungsmangel, problematische Ernährungsgewohnheiten, hoher Medienkonsum sowie psychische Belastungen gehörten inzwischen häufig zum Alltag Heranwachsender. Genannt werden unter anderem Kopfschmerzen, Allergien und psychische Auffälligkeiten. Gleichzeitig werde Gesundheitskompetenz in Deutschland insgesamt als unzureichend eingeschätzt. Die Autoren berufen sich dabei auf eine Studie der Universität Bielefeld aus dem Jahr 2021, wonach rund 60 Prozent der Bevölkerung nicht über ausreichende Gesundheitskompetenz verfügten. Gemeint ist damit die Fähigkeit, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, einzuordnen und für eigene Entscheidungen zu nutzen.

Die Debatte berührt damit eine grundsätzliche Frage schulischer Bildungspolitik: Welche gesellschaftlichen Aufgaben sollen Schulen zusätzlich übernehmen? Schon heute sollen Lehrkräfte neben Fachwissen auch Medienkompetenz, Demokratiebildung, Verbraucherbildung, Prävention oder Berufsorientierung vermitteln. Gesundheit würde als eigenes Unterrichtsfach den Fächerkanon erneut erweitern – in einem Schulsystem, das vielerorts bereits unter Unterrichtsausfall, Personalmangel und überfüllten Lehrplänen leidet.

Die Kultusministerkonferenz hatte die Bedeutung von Gesundheitsförderung zwar bereits 2012 in Empfehlungen zur Prävention und Gesundheitsförderung an Schulen hervorgehoben. Verbindliche bundesweite Standards entstanden daraus allerdings nicht. Die konkrete Umsetzung liegt bei den Ländern. Baden-Württemberg verankerte das Thema beispielsweise ab dem Schuljahr 2016/17 als sogenannte Leitperspektive in den Bildungsplänen. Gesundheit soll dort fächerübergreifend berücksichtigt werden.

„In den Lehrplänen der Schulen tauchen Gesundheitsthemen in der Regel nur sporadisch auf“

Diesen Ansatz halten die Autoren des Positionspapiers jedoch für unzureichend. Wenn Gesundheit nur „verteilt über sämtliche Lehrpläne und Klassenstufen“ behandelt werde, fühle sich letztlich niemand verantwortlich, heißt es dort. Wörtlich: „In den Lehrplänen der Schulen tauchen Gesundheitsthemen in der Regel nur sporadisch auf und beschränken sich meist auf einschlägige Fächer wie Biologie und Sport. Sie sind oft nur als Wahloption in bestimmten Klassenstufen vorgesehen und spielen im Unterricht keine wesentliche Rolle. Somit fehlt eine konsequente Beschäftigung mit dem Thema durch alle Jahrgangsstufen hindurch.“

Deshalb plädieren sie ausdrücklich für ein eigenständiges Pflichtfach über alle Jahrgänge hinweg. Vermittelt werden sollten nicht nur Informationen über die Funktionen des Körpers und wichtige Erkrankungen sowie Kenntnisse über Ernährung und Bewegung, sondern auch psychologische und soziale Zusammenhänge, Stressbewältigung, Resilienz, Suchtprävention, Erste Hilfe oder Unfallvermeidung.

Unterstützung für eine stärkere Gesundheitsbildung kommt seit Jahren auch aus Teilen der Medizin. Im Positionspapier wird etwa auf den Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, verwiesen, der bereits 2019 ein Schulfach Gesundheitsförderung gefordert hatte. Auch der „Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ spricht sich seit 2018 für mehr Gesundheitsunterricht aus. Die Corona-Pandemie habe zusätzlich gezeigt, welche Bedeutung Gesundheitskompetenz für den Umgang mit Informationen, Risiken und Prävention habe.

Gleichzeitig zeigt die aktuelle Studie, wie stark sich Gesundheitswissen junger Menschen bereits aus digitalen Räumen speist. Die sozialen Medien bieten niedrigschwellige Informationen, aber auch widersprüchliche Botschaften. „Im Netz konkurrieren Trends, Werbebotschaften und persönliche Erfahrungsberichte miteinander“, sagt Sina Knöpfle. „Ohne verlässliche Orientierung fällt es schwer, Inhalte richtig einzuordnen, zu bewerten und Falschinformationen zu erkennen.“ News4teachers 

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats “Gesunde Schule”. 

Verliert die Schule den Anschluss an die reale Welt? Schülervertreter fordern neue Inhalte – von Finanzen über Demokratie bis Gesundheit

 

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71 Kommentare
Sonja
18 Tage zuvor

Stress ist gut, mit Abi und Co und dazu noch der Stundenplan mit 26 Stunden.
Warum gibts keine Korrekturtage oder Homeoffice?

PetraOWL
18 Tage zuvor
Antwortet  Sonja

Ja, sag ich ja.
Wir machen Abi und andere genießen 35 Stunden Wochen und Homeoffice, gehen mit 62 in Rente und schaufeln Zulagen, Bonus etc.
Dann gibt‘s Dienstwagen mit Tankkarte und so weiter.
Das ist im Lehramt nicht verhältnismäßig 🙁

PetraOWL
18 Tage zuvor
Antwortet  Sonja

Hasi geht’s übrigens sehr gut!
Er genießt den Schattenplatz im Lipperland. Herrlich.
Gruß aus OWL

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Die Lipper haben „einen Schatten“, soso

Regine
18 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Das ist schön 😀
Grüße aus der Lübecker Bucht.
Ich habe 4 Tage Woche und 18 Stunden, verdiene aber dafür leider viel zu wenig und habe studiert.
Lehramt kann so furchtbar sein.
Ostseegrüße Regine
Fehmarn

Maybe
18 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Mädels, Ihr habt Euch total verirrt.
Es geht zB um gesundes, für Allergiekinder geeignetes Kaninchenfleisch und
nicht schon wieder um die Hasijagd.
Kümmert Euch lieber um Hasigerechte Ernährung ( viel Gemüse und farbiges Grünzeug bitte, vlt mag er ja auch ein Äpfelchen und etwas Cerealien)
Und füttert dann die Schüler in der Schule ähnlich – gerade während des Abiturs eine schöne Geste.
Oder
holt Euch die vivida bkk, deren
Vorteile @ Pit2020 so überzeugend weiter unten schildert – wenn Ihr zu sehr mit Hasi beschäftigt seid.

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Genau – Möhren sind gut für die Augengesundheit!
Beweis:
Ich habe noch nie einen Hasen oder ein Kaninchen mit einer Brille gesehen:)

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Na dann gucksde dir jezt im Struwwelpeter mal ganz genau „Die Geschichte vom wilden Jäger“ an.
Da setzt sich das Häschen extra die Brille vom schlafenden Jäger auf die Nas, nachdem es ihm die „Flint“ abgenommen hat.
Hat da das Häschen etwa seiner angeblich möhrenstarken Augengesundheit nicht über den Weg getraut?
Also nix Beweis.

dickebank
17 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Schießbrille, keine Sehhilfe – der Schein trügt oder für die Altsprachler, fama errat.

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Ja, Peti. Gib dir keine Mühe.
Wir alle wissen längst, welchen „Schattenplatz“ Hasi und du genießen.
Ich sach nur „Schnucki, Kois, Betonfundament – U-Haft“.
Gibt’s ’nen Knast im Lipperland?
Dann wär’s ja nicht mal gelogen.
Und wenn du ganz viel Glück hast, kriegen Sie dich nur wegen Beihilfe dran.
Es ist vorbei mit dem Terassenidyll, Petilein. Wir wissen bescheiheid.

Maybe
18 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Hauptsache genug homeoffice, liebe @ Marion und 4-Tagewoche, was ist da schon ein bisserl Knast – die Möglichkeit zu ganz viel
“ homeoffice “ dann, herrlich, traumhaft.
Vlt zu viel, wenn der Tierschutz den einbetonierten Koi, den Hasen-Schnucki und gar noch andere Schmusetierchen findet, um Gottes Willen, – Peti, ich würde mich freiwillig bei der Polizei stellen; im Knast wirst Du wenigstens nicht gelyncht.
So kanns gehen, wenn man zu viel Sonne auf der Blumenterasse bekommt, weil man scheinbar zu wenig Stunden und Zeit für Koiereien und Hasispiele hat. Vlt doch einfach wie andere auch arbeiten.

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Mooooment! (Streng erhobenen Zeigefinger dazudenken.)
Es wurden keine Kois einbetoniert, sondern Schnucki.
Schnucki war Petis neue Flamme, die sie sich angelacht hatte, nachdem Hasi sich aufgrund seines Jobverlustes wegen KI, so arg gehen lies.
Schnucki war so erfrischend anders – jung, sexy, dynamisch, voller Zuversicht. Seine Karierre als Schlagerstar ging gerade so richtig steil. Und er hatte extra einen Song für Peti geschrieben.
Da wäre JEDE schwach geworden.
Schnucki besaß sogar die Größe, seinem Kontrahenten im Ringen um Petis Zuneigung, einen Job als Kabelträger in seiner geplanten Schlagershow anzubieten.
Und was macht Hasi mit diesem Großmut? In einem Anfall von rasender Eifersucht erwürgt er Schnucki – mit ausgerechnet dem Kabel, dass ihm dieser kostenlos als Arbeitsmaterial zur Ausübung seines neuen Jobs zur Verfügung gestellt hat.
Und Peti? Von Reue, ob ihrer Treuelosigkeit gegenüber ihrem, insgeheim immernoch geliebten, Hasi übermannt, hilft sie ihm bei der Beseitigung von Schnuckis sterblichen Überresten und deckt seine mörderische Freveltat.
Die zunächst geplante Verfütterung an die Kois gestaltete sich dann doch als zu aufwendig und langwierig, weshalb man sich auf eine Entsorgung im Betonfundament der sowieso schon geplanten Terassenerweiterung einigte.
Also der Tierschutz hat hier mal gar nix zu sagen.
Das ist eine Sache für die Kripo – Mordkommission.

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  Marion

„Gibt’s ‘nen Knast im Lipperland?“

JVA Bielefeld-Brackwede

Hysterican
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

…sogar mit Hochsicherheitstrakt … habe dort schon einige Male im Mehrzweckraum Musik für die „Gäste“ gemacht und weiß seitdem, dass ich da auf keinen Fall unfreiwillige Zeit verbringen möchte.

😉

dickebank
17 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Ich kenn nur den in Eikelborn – von außen

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ich finde wir sollten Peti und Hasi da mal besuchen.
Es wird ja voraussichtlich ein längerer Aufenthalt werden.
Aus sicherer Quelle weiß ich, dass sowohl in den Kois, als auch im Betonfundament der Terasse, Überreste von Schnucki gefunden wurden.
Aus der Nummer kommt zumindest Hasi nicht mehr raus.
Motiv – Eifersucht
Alibi – nicht vorhanden
Zeugen – Hasi wurde bei nächtlichen Fischfütter- und SchwarzenSackimBetonfundamentversenkenaktionen von Tanyas Ex ClaudiaStefanieCordula beobachtet. Und bestimmt lassen sich noch irgendwelche DNA-Spuren finden und zuordnen.
ClaudiaStefa….,ihr wißt schon, hat Tanya übrigens verlassen, weil diese die Meuchelei an Deutschlands neuem aufsteigenden Stern am Schlagerhimmel „Schnucki“, decken wollte.
Somit haben Petras Treuelosigkeit und Hasis mangelnde Fähigkeit zur Impulskontrolle, sooo viele Leben zerstört:
Schnucki tot.
Hasi im Knast.
Peti selbst auch.
Ehe von Tanya und – nennen wir sie der Einfachheit halber Cordula – zerstört.
Aber uns immernoch die verlogene Romantikstory vom Blümchenterassenidyll unterjubeln wollen.
Ich glaube, sie haben es doch nicht verdient, dass wir sie besuchen.

dickebank
17 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Cordula Grün

DerechteNorden
18 Tage zuvor
Antwortet  Sonja

Es gibt Korrekturtage!

dickebank
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Besser als tägliche Korrekturen.

T.Rend
18 Tage zuvor

„Ohne verlässliche Orientierung fällt es schwer, Inhalte richtig einzuordnen, zu bewerten und Falschinformationen zu erkennen.“ 

Ach ja, aber klar, die Schule macht es. Wer tritt denn auf, die Frau von der Krankenkasse?

Und immer dieser erzieherische Ansatz, als sei es schlecht widersprüchliche Informationen zu erhalten, als müssten Informationen erst „eingeordnet“ werden bevor man sie erhalten darf. Warum eigentlich? Und warum in Bezug auf Gesundheitsthemen? Vielleicht weil die „richtige“ Information zur „richtigen“ Kauf- bzw. Behandlungsentscheidung führen soll.

Meine persönlichen Erfahrungen mit KI zum Thema Gesundheit sind exzellent. Wissenreich, geduldig, orientiert an meinen Bedürfnissen, ungefiltert und unvoreeingenommen bezüglich vieler Gesundheitsthemen.

Maybe
18 Tage zuvor
Antwortet  T.Rend

Freilich,
jetzt müssten die Kids die KI nur noch für Gesundheitsthemen nutzen 😉
Trotzdem danke, Sie haben mich auf eine Unterrichtsidee gebracht.
Schaumermal, was sie wirklich – ernährungsmäßig/ gesundheitstechnisch thematisch – kann, die KI.

Katze
18 Tage zuvor

Schülervertreter wünschen – immerhin mal nicht fordern – mehr „Gesundheitsbildung“.
Als wäre das ein völlig vernachlässigtes Thema, das irgendwo zwischen Wandkarte und Skelettmodell verstaubt.
„Gesundheitsbildung kommt zu kurz – Schüler wünschen sich Orientierung in Sachen Fitness, Ernährung und Medizin.“
Also im sächsischen Biologie‑Lehrplan steht alles drin: gesunde Ernährung, Prävention hinsichtlich sexuell übertragbarer Infektionen, Wirkung von Bewegung auf Herz und Kreislauf, Arteriosklerose als Risikofaktor für chipsfressende Couch‑Potatos, die das Zocken nur unterbrechen, um sich für ’ne Zigarette vor die Tür zu bewegen. In den Lehrplänen Baden-Württembergs etwa nicht?
Es wird Wissen über die Gesunderhaltung des Nervensystems – Wirkung von Alkohol und Drogen, Reizüberflutung, Distress, Belastung durch Bildschirmarbeit, Auswirkungen auf Augen, Konzentration, Schlaf etc. vermittelt.
Eigentlich ein komplettes Handbuch für Menschen, die täglich versuchen, ihre Synapsen mit Dauer‑Dopaminbeschuss aus dem Smartphone weichzukochen.
Und während im Unterricht erklärt wird, wie Bewegung die körperliche Fitness stärkt, müsste man eigentlich auch mal über die reproduktive Fitness (Evolution) sprechen – also darüber, wie gut ein Organismus langfristig funktioniert, wenn er jahrelang mit Energy‑Drinks gepusht, mit Schlafmangel sabotiert und mit permanenten digitalen Reizfeuern aus Gaming und Pornokonsum überlastet wird. Könnte man fächerverbindend mit Ethik angehen.
Aber klar – wer im Unterricht selbst schon im mentalen Standby läuft, nimmt das alles vermutlich nur als Hintergrundrauschen wahr.
Chemie?
Nanoplastik, hormonähnliche Substanzen, Enzymgifte, Weichmacher, Schadstoffe im Alltag – alles drin, alles da, alles seit Jahren – also genau die Themen, die man kennen sollte, bevor man die nächste PET‑Flasche wie ein Haustier herumträgt.
Aber man kann natürlich nur das vermissen, was man im Unterricht konsequent ignoriert, weil man gerade versucht, den eigenen Ruhepuls mit dem Display‑Helligkeitssensor zu synchronisieren.
Und dann kommts eben zu derartigen Aussagen:
„Nur ein Drittel weiß konkret, was es selbst für seine Gesundheit tun kann.“
Ja, vielleicht müsste man erstmal alles, was der „anstrengende“ MINT-Unterricht bereits anbietet, mit höchster intrinsischer Motivation aufsaugen und verinnerlichen.

Susanne M.
18 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Ich wundere mich schon über das Drittel.

Philanthrop
18 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Vielleicht müsste man einfach besseren und motivierenderen MINT-Unterricht machen, der nicht nur auf Fachsystematik mit höchstens homöopathischen Schülerbezügen setzt. Aber das wäre ebenfalls anstrengend – allerdings eher für Lehrkräfte, die Schülerorientierung für didaktisches Teufelszeug und den Untergang des Abendlandes halten.

Mika BB
18 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Woher wissen Sie, dass der jetzige MINT- Unterricht nicht gut ist? Und woher nehmen Sie Ihr Wissen darüber, dass der aktuelle MINT- Unterricht „ nur auf Fachsystematik mit höchstens homöopathischen Schülerbezügen setzt“? Oder haben Sie Einblick in alle Klassenzimmer Deutschlands?

Katze
18 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Hä! Ich kenne solche von Ihnen beschriebenen fachsystematischen Teufelszeugdidaktiker – also in der Abendsonne des Abendlandes untergehenden MINT-Lehrkräfte – überhaupt nicht. Würde gern mal deren homöopathische Bekanntschaft machen, um im Schatten einer Kaffeebohne mit ihnen ein anregendes Gespräch über Schülerbezüge zu führen.

laromir
18 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Woher wissen sie denn, wie der Unterricht so ist? Also wir testen Lebensmittel, stellen ein gesundes Frühstück zusammen (halt bis zur Mittagspause mit Pizza und Pommes), Durchfall, Nahrungsmittel, Atmung, Puls, Schweineaugen zur praktischen Arbeit ist alles dabei. Wie lebensnah soll es werden? Saufen und kiffen ist auf dem Schulgelände, ebenso wie rauchen verboten…sorry, wegen der Einschränkung der praktischen Erfahrungen. Vielleicht einfach mal in die Lehrpläne schauen, da steht so viel drin. Nur umsetzten muss es dann eben jeder SuS für sich.

GriasDi
18 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Wichtig sind die Vorbilder – zu Hause.

GriasDi
18 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Natürlich hat dieses Thema keinen Schülerbezug. Gesundes Essen schmeckt den SchülerInnen einfach nicht.

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Philanthrop

Mit „Schülerorientieeerung“ kommen Sie genau so weit, wie es zu erwarten ist, wenn In-Frage-stellen von Lehrern und frech-dümmliches Gleichsetzen pubertärer „Eigengefühle“ mit Wissen die mittlerweile normale Sache geworden ist:
Guter und schneller Einstieg ja, sofortiger drop der geistig aktiven Teilnehmerzahl auf die sowieso guten SuS, sobald geistige Eigenleistung erbracht werden soll.
Da brauchen wir von VERHALTENSÄNDERUNG (die auch uns als Erwachsenen schwer fällt ohne konkrete externe Motivation oder Zwang) garnicht erst anfangen – jedenfalls in der relevanter Masse.

Und NEIN, hier ist gerade nicht die Rede von frontalem Dozieren (was eh kein Mensch mehr macht).

Die mittlerweile korrumpierte „Schülerorientierung“ ist das Problem, nicht die Lösung.

GriasDi
18 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Das Wissen wird nichts nützen. Jeder Arzt weiß es – und? Leben die so gesund? Es schmeckt halt einfach zu gut, das süße, fette Zeug.

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Mit „Gesundheitsbildung“ wird es wie mit meinen Erfahrungen mit „Finanzbildungswünschen laufen. Anhängsel für diesen Schriftverkehr in akademischen Kreisen: (lol!) statt (sic!), vielleicht optional auch (sick!).

„Wir wollen Finanzbildung!“ – aber ohne Charts/(igitt, Schule, Mathe!), ohne Zeithorizonte (igitt, Schule, Zeitverständnis, Verknüpfen von Information!), ohne so doof-langweiliges Zeug wie „EM“, „small cap“, „large cap“, „TER“, „spread“ (igitt, Schule, Englisch, genaues Lesen nötig!).

Sprich, in echt lautet die Forderung: „Wir wollen get-rich-quick-Pseudorezepte, die uns ganz dolle reich machen vom Smartphone aus, ohne was tun zu müssen! Und ohne uns zu verändern! Und ohne doofe Ermahnungen oder Verhaltensänderungen! Und mit weiter schwachsinnige Pseudomarkenartikel kaufen, die nach einem Jahr zerbröseln oder ausser Mode sind!“

Nun zum allseits beliebten, ANGEBLICH gefragten Thema „Gesundheit“:
– „Herr 447, was bedeutet dieses komische Symbol auf ihrer Flasche? Wie, keine Weichmacher, ist das wichtig?“ (Klasse 13, Veganerin, „““total ernährungsbewusst“““)
– „Wieso trinken Sie so viel Wasser, Monster Energy ist einfach krasser und Sie dürfen ja!“ (Klasse 9)
– „Wieso haben Sie immer diese riesen Wasserflasche dabei und trinken Wasser? Na ja, irgendwie auch cool, Sie haben halt ihren Style!“ (Klasse 12)
– „Wieso meckern alle Lehrer über Mäckes?! Schmeckt halt richtig gut, sollte die Mensa auch mal anbieten, dann würden wir auch hingehen!“ (Klasse 10, angeblich „gestresster Schüler“, der nen Minijob macht und dafür regelmässig die „““günstige“““ 13-EUR-Tüte kauft)
– „Gym ist ja nice, ich hab Sie ja neulich auch bei XYZ gesehen…aber mal ehrlich, die Leute im hinteren Teil pumpen ja so viel, die ganze Ecke stinkt nach Schweiss, nix gegen Sie und so! Aber macht das noch Spaß dann?“ (Schockierter lokaler Schüler, Klasse 11, über seine Gym- und Sportphilosophie)

Wer jetzt glaubt ich würde da so richtig Recht haben wollen, Lehrerstyle…hat meinen Post mit der guide zu „beliebt sein als Lehrkraft“ nicht gelesen. 🙂
Die Drohne von Welt antwortet entsprechend, z.B. „Ja, Big Mäck ist einfach der Klassiker, wäre cool wenn es den in der Mensa gäbe!“ oder (mit unterdrücktem Grinsen) „Ja, boah, wie die beim Sport schwitzen! Schon irgendwie ekelig, stimmt.“

Pit2020
18 Tage zuvor

„In einem Positionspapier argumentieren die vivida bkk und ihre Stiftung, dass Gesundheitskompetenz möglichst früh vermittelt werden müsse – von der Kita bis zum Schulabschluss.“

Gerne.
Sehr gerne sogar!

Mitarbeitende (fachlich versiert) der vivida bkk und ihrer Stiftung können das gerne im Mittags- und Nachmittagsbereich (Ernährung und Bewegung) übernehmen und ihr Fachwissen sofort mit praktischer Übungsphase kombiniert an die Kinder und Jugendlichen weitergeben. In höheren Klassen darf auch gerne das Thema Medikamente, -misbrauch, Drogen … thematisiert werden.
Das würde für solide Kenntnisse und Top-Ausstattung einerseits (vivida bkk und ihre Stiftung) und für Entlastung der Personals (1 LK als multiprofessionelles Team) bei extremen Lehrermangel und immer neuen „Ideen und Aufgaben“ sorgen.

Wann dürfen wir mit den ersten regelmäßig (gerne täglich!) Mitarbeitenden der vivida bkk und ihrer Stiftung in den Schulen rechnen?

Palim
18 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Die AOK kommt auch für das Brotdosen-Thema und gesundes Frühstück. Da kann sich die bkk ja dann mal ein Beispiel nehmen.
Total toll, wenn die fordernden KK selbst so engagiert sind und ihre anvisierten Ziele erreichen.

Hans Malz
18 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Ich finde das auch gut, dass die Krankenkassen Leute schicken, die im Ganztag nachmittags mit den Kindern alle ihre Fragen klären. Genau so müsste das immer laufen. Wir binden das auch gerne in den AG Bereich in. Ich freue mich schon auf ausgearbeitet Konzepte der forderenden Organisationen.

Wie? So nicht? Ok, dann hab ich das wohl missverstanden.

Palim
18 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Sie könnten auch noch in Psycholog:innen, Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen investieren,
es wäre der Gesundheit zuträglich und spart spätere hohe Kosten.

Stine
18 Tage zuvor

Auch wenn ich zugebe, Eltern müssen es auch vorleben und ihren Liebsten besser keine Muffins in die Brotbox packen – die Themen Ernährung, Körper, Rauchen sind mir von der Kita bis Klasse 6 bisher jedes Jahr in irgendeiner Form begegnet. Und kaum haben die lieben Kleinen etwas Taschengeld und dürfen die häusliche Höhle allein verlassen, kaufen sie sich Cola und Chips. Irgendwas scheint in der Pubertät vielleicht das Hirn zu vernebeln. Also einfach das Gelernte mal in die Praxis umsetzen…und nicht so tun, als sei es nicht da.

GBS-Mensch
18 Tage zuvor
Antwortet  Stine

„Irgendwas scheint in der Pubertät vielleicht das Hirn zu vernebeln.“

Wir könnten diesbezüglich eine Anfrage an die Experten der Lebensmittelindustrie richten, ob oder inwieweit (hochdosierter) Zucker oder Kohlenhydrate in Verbindung mit Fett in einem gewissen Verhältnis Einfluss auf das Hirn haben? Ob die da wohl Auskunft geben können?

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Unsere Körper „schreien“ nach Zucker und Fett.

Evolutionär sinnvoll – heute schädlich.

Realität schlägt Fühli-fühli:
Gesellschaft ist
– zu feige, das Kindern zu verbieten, bevor sie krank, schwach und süchtig sind/werden
– zu „schülerorientiert“, um das zu lösen die skandinavischen Länder
– zu „elternorientiert“, um irgendwas davon durchzusetzen zu lassen
– zu lehreravers, um Lehrkräften tatsächliche Durchgriffsrechte dafür zu geben (wieder: Skandinavien gucken)

Ergebnis:
Entweder machen es die Eltern oder keiner.
Und später dann (erfolglos und teuer in der Regel) die Ärzte.

Realist
18 Tage zuvor

Schüler wünschen sich Gesundheitsbildung…

So so, läuft das dann wie der Wunsch nach Berufsorientierung?

  • Betriebspraktikum: Voll antrengend, muss man ja morgens noch früher aufstehen und ist noch später als sonst zu Hause. Und die Suche nach dem Praktikumsplatz erst… Können das nicht die Lehrer machen?
  • Berufsorientierungstage an der Schule: Was? Man muss sich drei Veranstaltungen zwangsweise reinziehen? Und das am Abend? Nee, das ist viel zu stressig.
  • Sprechstunde der Agentur für Arbeit an der Schule: Extra diesen weiten Weg vom Klassenzimmer zur Sprechstunde zurücklegen? Und den Termin muss man vorher buchen? Und dann so ein anstrengendes Live-Gespräch mit einem echten Menschen führen? Nee, dann doch lieber im Klassenraum im Unterricht abchillen. Auch Langeweile kann voll entspannend sein.
  • Berufsmessen in der Nähe? Am Wochenende oder am Freitag nachmittag? Nee, echt jetzt, das ist ja voll die Ausbeutung. Wieso fällt dafür kein Schultag aus. Und dann muss man da noch hinkommen. Ist ja viel weiter weg als so ein Weg zur Schule.
Rüdiger Vehrenkamp
17 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Ihre Schilderungen entsprechen nahezu eins zu eins den Äußerungen von Jugendlichen in unserer Betreuung.

Gewünscht und gefordert wird immer viel. Dass man aber auch selbst den Hintern hochkriegen muss, blendet man dabei gerne aus.

Maybe
17 Tage zuvor

Bei manchen kommts mir vor wie Das-zuviel-Spielzeug-Problem bei Kindern.
Am Ende liegt alles in der Ecke, weil die Menge schon überbelastet und etwas Neues muss her.
Vlt ist es beim Thema Ernährung /Schule ähnlich. Die Überflutung in sämtlichen Medien ist krass, Bsp der derzeitige Eiweißhype. Viele traun auch LuL wenig Kompezenz in Ernährungsfragen zu, – also doch weiter Wattebäuschen mit O-saft tränken oder RedBull mit zusätzlich Zucker strecken- oft sind die Kids nur noch mit Extremen zu erreichen.
D.h. – Arme KiGas – Liebe @ Marion – selbst ihr werdet vlt schon mit Ernährungsgewohnheiten konfrontiert, die euch schockieren. Trotzdem, wir müssen so früh wie möglich anfangen, in der Schule kann es bereits nur noch Reparaturflickwerk an wenigen Stellen sein………
Übrigens: Schlechte Ernährung sorgt für schlechte Denkfähigkeit, Hyper- aktivität/Aggressivität, schwerwiegende Krankheiten, Belastung der Gesamtgeselkschaft durch hohe Zusatzkosten.
Nur, ob selbst ein gesundes Schulmittagessen viel retten könnte? Doch, bei wirklich ärmeren Kindern doch. Vlt sollten wir diese mehr sehen und nicht nur unsere Wohlstands- Ernährungschunkies.

447
16 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Erfahrungswert: Je „ärmer“, desto MEHR obendrein noch sehr teure Gesundheitsvernichtungsspeisen werden erworben.

Marion
15 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Wo ich zuletzt gearbeitet habe war es geradezu vorbildlich.
Der eine Kiga: Die Kinder brachten gar nichts von zu Hause mit. Es gab sowohl Brotzeit als auch Mittagessen von der Einrichtung.
Wir hatten eine Hauswirtschafterin, die beides frisch zubereitete.
Zum Frühstück/Brotzeit:
An zwei Tagen unterschiedliche „Müsli“-Varianten mit Milch oder Joghurt, dazu Obst.
An den anderen Tagen unterschiedliche Brotvarianten mit oder ohne Butter, Wurst oder Käse, dazu verschiedene Gemüsesorten (Karotte, Gurke, Paprika…) und einmal wöchentlich gabs noch süßen Aufstrich (Honig/Marmelade) zur Wahl.
Mittagessen:
Im Grunde wie früher „bei Muddern“ zu Hause. Ausgewogene Mischung aus Gemüse, Kartoffeln, Fisch, Fleisch, Nudeln, Reis und ab und zu auch mal ’ne Süßspeise – dann aber immer en Süpp’sche davor.
Vor Corona brachten die Kinder ihre Brotzeit noch selber mit:
Ich sach ma so – Durchwachsen.
Ehrlich gesagt hab ich nie verstanden, warum man Kindern diese Quetschies mitgibt. Ist doch auch nicht viel komplizierter stattdessen einen Apfel oder eine Banane einzupacken.
Manche hatten täglich irgendwas vom Bäcker, der auf dem Weg zum Kiga lag, dabei. Breze, Bamberger, Nussschnecke, Breze, Bamberger…..sonst nichts.
Ja, ja, musste morgens wieder schnell gehen, „die Arbeit“, „der isst sonst gar nichts“, etc.pp.
Oder warum manche Kinder ausschließlich diese weißen, quadratischen Lappen, Toastbrot genannt, dabei hatten, weiß der Himmel.
Und erzähl mir jetzt keiner, was anderes würden die nicht essen.
Als wir umgestellt hatten auf „wir sorgen gegen kleinen Aufpreis für Vollverpflegung“, gabs das auch nicht und alle Kinder haben mit Appetit und Freude bei uns gegessen. Klar – manche haben nur sehr eingeschränkt zu Tomate oder Paprika gegriffen, aber das nächste mal gabs Gurke und Katotte und da haben sich dann widerum die Paprika/Tomatenverächter bedient und umgekehrt.
Und es gab auch welche, die Gemüse komplett ignorierten, natürlich, aber dann waren immer noch Äpfel da – und ich habe in meiner ganzen Erzieherlaufbahn noch kaum ein Kind erlebt, das gesagt hätte „iiihhh, Äpfel“. Apfel geht immer, Banane meistens auch, und Trauben – aber nur kernlos.

Im anderen Kindergarten brachten die Kinder ihre eigene Brotzeit mit, aber die Vorschriften waren streng und lauteten kurz zusammengefaßt:
Nichts Süßes. Kein Joghurt und auch sonst nichts, was Müll verursacht, es sei denn man kann es auf dem Kompost entsorgen, also Obstschalen u.ä.
Und nichts Süßes hieß in dem Fall, gar nix Süßes. Auch keinen Honig oder Marmelade und auch kein Stückchen von Muddis selbsgebackenen Marmorkuchen. Mir hat schon a bisserl das Herz geblutet, als man die Mutter von XY darauf hinwies, dass es grundsätzlich nicht erlaubt sei, ein Stück vom selbstgebackenen Kuchen mitzugeben, auch nicht von Ommis Geburtstag am Vortag, obwohl das Kind sonst immer eine vorbildlich zusammengestellte Brotzeit und neben dem Kuchen noch zusätzlich Apfel und Karotte dabeihatte.
Fand ich zwar arg engstirnig – hat aber funktioniert.
Vielleicht muss man das so konsequent durchziehen, damit nicht irgendwann doch wieder der Schlendrian einreißt.
Aber Meins ist so eine Kompromislosigkeit nicht. Man muss da schon das Gesamtbild sehen und kann ja immernoch was sagen, wenn sich das mit dem Süßkram häuft.
Das waren aber beides Kindergärten aus relativ „mittelständisch-gutbürgerlichem“ Millieu, mit nur vereinzelt Kindern aus sehr prekären Verhältnissen.
Wenn man da im großstädtischen Brennpunktviertel tätig ist, sieht es wahrscheinlich wieder ganz anders aus. Ich denke da muss man das dann wirklich entweder ganz rigoros durchziehen, wie im zweiten Beispiel – oder, noch besser – gleich auf Komplettverpflegung durch die Einrichtung umstellen, wie im ersten Beispiel.
Das ergibt aber nur dann Sinn, wenn man auf ein qualitativ hochwertiges Angebot setzt, auch wenn es dann ein wenig teurer wird.

Was ich insgesamt sehr bedauere ist, dass es in unserer scheinbar so modernen, aufgeklärten Gesellschaft, wo eigentlich die meisten längst wissen, was gute, gesunde Ernährung für Kinder bedeutet, es trotzdem so oft nicht richtig funktioniert.
Im Grunde wissen wir alle, dass es ungesund ist, sich von Fertigprodukten zu ernähren, ständig Knabber- und Süßkram in sich reinzustopfen, den Durst mit Cola, Limo und Eistee zu stillen und die Beine nur noch zum Verstauen UNTER oder zum Füße hochlegen AUF den Tisch zu benutzen.
Trotzdem läuft es in so vielen Fällen falsch.
Nie war die Menschheit scheinbar schlauer als heute, nie wußten wir mehr, nie waren wir besser informiert, nie gab es mehr Möglichkeiten sich helfen, beraten, unterstützen zu lassen….
Und dennoch kriegen wir es gefühlt immer schlechter hin unseren Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.
Und es ist die Mitarbeit von allen Seiten gefordert: Eltern, politischen Entscheidungsträgern, Schulen, Kitas……
Sonst wird das nichts.

Realist
15 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Der Unterschied zwischen Kita / Kiga und Schule ist rechtlicher Natur:

Für die Kita / den Kiga wird ein privatrechtlicher Vertrag geschlossen, da kann man prinzipiell reinschreiben was man will: Keine Süßigkeiten usw. Meinetwegen auch, dass die Kinder jeden Tag Goofy-Socken zu tragen haben. Der Besuch der Kita / des Kiga ist freiwillig, und wem das mit den Goofy-Socken nicht passst, muss sich eine andere Kita / einen anderen Kiga suchen…

Öffentliche Schulen als Zwangsveranstaltung unterliegen dem öffentlichen Recht, da können Sie niemandem vorschreiben, was in der Brotdose zu sein hat oder dass kurze Röcke verboten sind…

Marion
15 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Ja. Mag sein. Ich bezog mich auf @Maybe, die mich direkt auf Kiga angesprochen hatte.

Die Balkon
18 Tage zuvor

Mehr Bewegung, weniger Handy. Das wollen sie aber nicht hören.

GBS-Mensch
18 Tage zuvor

Neulich stand hier die Frage im Raum, wie die Bildung der oder für die Zukunft aussehen müsste.
Deutlich üner zehn Prozent unseres BIPs gehen für Krankheits- und Krankheitsfolgekosten drauf. Das ist jeder sechste oder siebte Euro, der im Gesamtsystem erwirtschaftet wurde.

Das zeitigt eine hohe gesellschaftliche Relevanz und was könnte für den einzelnen relevanter sein als die eigene Gesundheit oder das eigene Wohlbefinden, zumal in einer Gegenwart und Zukunft, in der humane Arbeitskraft eine dastisch abnehmende Rolle spielen wird.

Derweil pochen hier andere darauf, dass man doch jahrelang die Bauernkriege durchnudeln solle, weil das für das Leben so furchtbar relevant sei.

Eingedenk der Tatsache, dass sich hier in vergangenen Diskussionen mehrfach Menschen, die nach Selbstauskunft vom Fach seien, dahingehend eingelassen haben, dass gegen eine fehlgeleitete, aus dem Ruder gelaufen Ernährung, „ein bisschen Bewegung“ helfe, scheint das Basiswissen noch nicht einmal auf der Multiplikatorenebene angekommen zu sein.

DerechteNorden
17 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ich finde ja, dass Schule von 8.00 bis 20.00 Uhr einschließlich Samstag stattfinden müsste, damit die Schule all dem getecht werden kann, was von ihr gefordert wird.
Ferien sind zu vermeiden.//

Andere werden meine Ausführungen verstehen.

GBS-Mensch
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie haben offenbar nicht verstanden, dass es mir darum geht Inhalte auszutauschen und nicht oben drauf zu packen.

447
17 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

In Norwegen vorletztes Jahr kamen ich und ein Kumpel uns gerade in freier Wildbahn so richtig krass und supertoll vor, als wir unsere Rucksäcke einen Tag lang (unter runterstürzen diverser Wassermassen in unsere Kehlen, Warntönen aus den Fitnessuhren und umschwärmt von „Teufelsfliegen“) eine „schwarze Strecke“ entlang einen schlammigen Bergtrail hochwuchteten.

Was kamen wir uns toll vor!
Wir sollten bald ge-himbled werden.

Ca. 1 Km vor dem geplanten Rastplatz („Rastplatz“ bedeutet, dass dort etwas Granit aus dem Boden guckt und darauf eine einbetonierte Felge als brandsicherer Feuerplatz bereit steht, nix Bänke oder Wege oder so) glaubten wir schon zu halluzinieren: Kindergejohl?! Hier ?!?

Tja, dort begegneten uns dann eine norwegische ***fünfte Klasse am Berg***, komplett mit Herr und Frau Klassenlehrer.
„Sie“ konnte mit ihren Oberschenkeln wahrscheinlich die Säulen des Brandenburger Tors zertrümmern, „er“ sah aus wie ein „Andy84“-meme…wahrscheinlich „kleine Feierabendrunde“ für ihn.
Während uns also (typisch skandinavisch) die Lehrer freundlich (und wohl etwas mitleidig?) begrüssten und die Kinder uns über unsere Rucksäcke ***in fliessendem Englisch*** ausfragten…fragte ich mal so, was die hier denn machen.

Ja, Klassenausflug halt! Wandertag, das sei doch in D auch so, oder?

Was denn sei, wenn ein Kind oder Eltern nicht wollen? Allergien, Insektenstiche, sei das kein Thema?

Die beiden gucken verständnislos – aber das sei doch eine wichtige Sache für die Klassengemeinschaft, da müssen doch alle mit?
Dass sich Eltern/SuS einer Sportaktivität *verweigern*, dass konnten die sich nicht mal VORSTELLEN.

..
.
Ich fasse zusammen:
Während in Skandinavien schon junge Schüler (es sollten nicht die letzten sein, die uns auf dem Urlaub begegneten):
– auf Bergwanderungen gehen, die in der BRD schon mindestens 80% des Kollegiums niederstrecken würden
– in der freien Natur übernachten (nix Campingplatz! Nix Wege! Natur!)
– als Gruppe dabei noch spielen, laufen, rennen
– Verweigerer schlicht von Jugendamt/Polizei geklärt werden (nix freche Widerspruchsrechte!)

..
.
diskutieren in Alman-Land Versicherungsgestalten und schülerverstehende Lehrer darüber, ob man denn Smartphones einschränken, Zuckersaufgelage im Schultag unterbinden oder „Schwimmen lernen“ verpflichtend machen könne, ob man solche Dinge gar „zumuten“ könne…und warum Lehrer das durch einschleimen bei SuS erreichen müssen oder sonst schlechte Lehrer seien.

Ich beobachte diese Diskussionen dann mal eher…öhhh….schwedend. *leises Rotorsurren*

GBS-Mensch
16 Tage zuvor
Antwortet  447

Vielen Dank für Ihre Anekdote. Ich weiß nur nicht genau, was Sie MIR damit sagen wollen.
Lehrer sollten fitter sein?

447
16 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Das auch, ja.
Sollten wir alle.

Was ich damit sagen will ist ganz einfach:
WENN man das richtig machen wollen würde (was „man“ nicht will, so viel schon mal vorab), DANN muss Schluss sein mit „Schülerorientierung“, „Elternpflegehätscheltätschel“.

Scheinbar können ganz normale, gesunde Fünftklässler eines EU-Landes (in dem AUCH an jeder Ecke mittlerweile fast-food-Ketten stehen) ganz problemlos und mit Spaß und Spiel dazu Wanderstrecken laufen.
So ganz ohne mimimi, „Blase macht aua hier“, „eingebildete Allergie da“, „Hilfe Mücken!“ und sonstigem Heiteitei.

Ist bei uns natürlich unvorstellbar, siehe oben.

Denn Evolution und schlicht unsere Natur als Menschen versucht uns IMMER zum „Energiesparen“ plus „Zucker & Fett = yeah!“ zu drängen.

Skandinavier lächeln freundlich, setzen das aber unter der Haube eisenhart durch – bis hin zur Kindesentnahme aus der Familie, wenn die z.B. dagegen rummucken, ihr Kind richtig zu ernähren oder sofort(!) zum Zahnarzt zu schicken, wenn die Lehrer das sagen.

447
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich wünsche und gönne jedem Kind seinen Spaß.
Ob Sie es glauben oder nicht.

*Bevor* aber der Spaßteil, das gute Fühli-fühli kommt…muss man (sprichwörtlich wie real) „den Berg rauf“.
Und Wanderlust hin oder her, bei 160 bpm und kein Ende der Steigung in Sicht, 27 Grad und Mückenarmada fluche ich innerlich genau so wie (fast) jeder andere.

Wir könnten uns auch rauffahren lassen, irgendwer hat immer nen ATV…genau die Anstrengung (die nervt, och tuts da weh und kneifts dort, und igitt die Stechviecher) macht das ERREICHEN DES ZIELS (das echte gute Fühlis statt Ersatzfühlis aus der Daddelkiste macht) doch erst zu was besonderem!

Ich kann mir auch in hochauflösendem 4K die Wälder dieser Erde im Drohnenflug anschauen und dabei Schoki futtern – aber ist das was? Nö.

Bewegungsunlustige Kinder (also HAARGENAU DIE ZIELGRUPPE solcher Staatsmassnahmen) machen das aber nicht freiwillig – sonst wären sie ja garnicht erst dick, faul, jung schon krank zum Teil!

Mit echter (!) Freiwilligkeit ist daher schlicht kein Blumentopf zu holen.

Mika BB
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ei -Henne -Problem. Wie viele deutlich übergewichtige Kinder werden denn überhaupt im Waldkindergarten angemeldet?

Mika BB
13 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie kennen alle Waldkindergartenkinder persönlich? Sie sehen mich beeindruckt! Trotzdem: wie viele übergewichtige Kinder werden denn in einem Waldkindergarten angemeldet? Henne – Ei – Problem…

Mika BB
13 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich kenne persönlich nur einen, den aber intensiv. Im Regelfall melden dort Eltern Kinder an, die selbst bewegungsaffin sind, und die haben in der Regel auch bewegungsfreudige Kinder.

447
13 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe nichts gegen Waldkindergärten, einer steht ums Eck – die Kinder scheinen das gerne (und oft) zu nutzen.

Mein Eindruck entsteht (einfach berufsbedingt) eher ab Klasse 5.

Dass grundsätzlich jede Form von Bewegung und Naturkontakt besser ist als das Gegenteil (nicht bewegen, keine Natur) sollte ja eigentlich klar sein.

GBS-Mensch
16 Tage zuvor
Antwortet  447

N.b.: Norwegen ist kein EU-Land.

Ich bin eher zufällig in den Schulbetrieb gestolpert und kenne mich diesbezüglich mit dem damit zusammenhängenden Verwaltungsrecht nicht aus, aber …

Bei uns gibt es ein Handyverbot sowie ein Verbot von Süßigkeiten und gesüßten Getränken und überhaupt aller Getränkhe außer Wasser. Das wird auch durchgesetzt.

Wenn bei uns Kinder mit starker Fehlernährung auffallen, setzt sich der zuständige Mensch auch durchaus mit dem Jugendamt ins Benehmen.

Auch aus anderen Schulen ist mir bekannt, dass es Verbote oder Reglementierung en bis zur Oberstufe gibt.

Insofern kann ich Ihre Einwände nur partiell nachvollziehen.

447
15 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Wenn das bei Ihnen so läuft und auch durchgezogen wird – Hut ab, gute Schulleitung.

Vielen Kindern wird es Gesundheit und Lebensfreude retten – richtig so. Egal, was die „Betroffenen“ dazu irrationalerweise meinen.

Götz
18 Tage zuvor

Wer soll das leisten? Etwa die Lehrkräfte mit Tinnitus und schiefem Nacken, die ohne Klimanlagen herumschwanken und sich die Nächte mit Korrekturen um die Ohren schlagen, bevor sie im Lehrerzimmer – mit Glück – die letzte Brezel ergattern? Wie weltfremd ist das denn!

447
16 Tage zuvor
Antwortet  Götz

Googletip für die Du-Röhre: „Die Legende von Andy84“. Der Schulbezug wird schnell offensichtlich.
Humoristisch wertvoll aufbereitet.
Bin ich beim googeln von Routen (für mich/uns, ganz sicher NICHT im Dienst mit SuS, niemals mit SuS ans Wasser, in Berge oder gar Schnee!!!) drauf gestossen.

Hans Malz
16 Tage zuvor
Antwortet  447

Wieso? Die Beschreibung ist doch super:
https://www.hikr.org/tour/post110309.html

Ich hab schon mit der 10b gebucht. Vor allem die Bilder zeigen doch wie einfach das alles ist.

447
16 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Kleine Feierabendrunde,nur einmal muss man die Hände aus den Taschen nehmen. 🙂

447
18 Tage zuvor

Nachtrag:
Habe gerade mal in meinen Stundenplan geguckt und mails gecheckt.

Komischerweise konnte ich:
– keine ausgewiesenen Stunden dafür entdecken
– keine Rundmail, in der die fordernden Personen vorgestellt wurden und dargelegt wurde, wann sie in welche Stunden kommen.

Musd wohl mein Fehler sein.
Ich mach dann mal weiter.