BERLIN. Die Debatte über die Zukunft der Förderschulen wird seit Jahren mit dem Verweis auf den Elternwillen geführt. Viele Landesregierungen argumentieren, Mütter und Väter wollten die Wahl zwischen Regel- und Förderschule behalten. Eine bundesweite Befragung des Deutschen Instituts für Menschenrechte zeichnet nun allerdings ein deutlich anderes Bild. Die große Mehrheit der Eltern von Kindern mit Behinderungen spricht sich für gemeinsames Lernen aus – sieht die Voraussetzungen dafür an vielen allgemeinen Schulen jedoch nicht erfüllt.

Die große Mehrheit der Eltern von Kindern mit Behinderungen wünscht sich nach einer neuen bundesweiten Untersuchung ein inklusives Schulsystem. 82 Prozent der Befragten lehnen eine getrennte Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderungen ab. Dennoch besuchen derzeit rund 60 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Förderschule. Genau dieser Widerspruch steht im Mittelpunkt der Studie „Inklusive Bildung zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, die das Deutsche Institut für Menschenrechte vorgestellt hat. Erstmals wurden dafür bundesweit 7.462 Eltern von Kindern mit Behinderungen oder sonderpädagogischem Förderbedarf befragt.
Die Ergebnisse stellen eine der zentralen Begründungen vieler Landesregierungen für den Erhalt des Förderschulsystems infrage. Immer wieder wird auf das sogenannte Elternwahlrecht verwiesen. Die Studie legt jedoch nahe, dass viele Familien ihre Entscheidung nicht zwischen zwei gleichwertigen Angeboten treffen können.
Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention am Deutschen Institut für Menschenrechte, spricht deshalb von einem klaren politischen Auftrag. „Die Ergebnisse der Elternbefragung sind ein klarer Handlungsauftrag an die Politik: Eltern wollen inklusive Schulen. Es ist die Aufgabe des Staates, seine menschenrechtliche Verpflichtung aus der UN-Behindertenrechtskonvention zu erfüllen. Es braucht den politischen Willen in allen Bundesländern, ein gutes, inklusives Schulsystem zu schaffen und Förderschulen abzubauen“, sagt sie.
„Die Entscheidung für eine Förderschule bedeutet also nicht, dass Eltern Inklusion ablehnen, sondern dass sie die Unterstützungsangebote an Regelschulen als unzureichend empfinden“
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf jene Eltern, deren Kinder bereits eine Förderschule besuchen. Fast sieben von zehn von ihnen – exakt 68,7 Prozent – geben an, sie hätten sich bei guten Bedingungen an einer allgemeinen Schule für den gemeinsamen Unterricht entschieden. Die Entscheidung für eine Förderschule ist nach Einschätzung der Autorinnen daher häufig keine grundsätzliche Absage an Inklusion, sondern eine Reaktion auf unzureichende Rahmenbedingungen an Regelschulen.
„Die Entscheidung für eine Förderschule bedeutet also nicht, dass Eltern Inklusion ablehnen, sondern dass sie die Unterstützungsangebote an Regelschulen als unzureichend empfinden“, sagt Susann Kroworsch, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts und Mitautorin der Studie. Nach Einschätzung des Instituts handelt es sich deshalb beim häufig bemühten Elternwahlrecht vielfach um ein „Scheinwahlrecht“. Kroworsch erklärt: „Wenn Eltern sich zwischen einer gut ausgestatteten Förderschule und einer schlecht ausgestatteten Regelschule entscheiden müssen, gibt es keine wirkliche Wahl.“
Die Untersuchung zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während in Bremen lediglich neun Prozent der Kinder mit Behinderungen eine Förderschule besuchen, liegt der Anteil in Bayern bei 66 Prozent. Diese Unterschiede erklären sich nach Auffassung der Autorinnen nicht allein durch den Förderbedarf der Kinder, sondern auch durch unterschiedliche politische Strategien beim Ausbau inklusiver Bildung.
Auch die Beratung der Eltern trägt nach den Ergebnissen zur unterschiedlichen Schulwahl bei. 41 Prozent der Eltern berichten, ihnen sei überwiegend eine Förderschule empfohlen worden. Lediglich 24 Prozent erhielten vor allem den Rat, ihr Kind an einer allgemeinen Schule anzumelden. Werden inklusive Möglichkeiten dagegen aktiv vorgestellt, entscheiden sich Eltern deutlich häufiger für eine allgemeine Schule.
Viele Eltern schildern dabei sehr konkrete Erfahrungen. Eine Mutter berichtet: „Die Beratung war nur darauf ausgerichtet, meine Tochter auf die Förderschule zu geben.“ Eine andere schreibt: „Recht schnell wurden die Vorteile der Förderschule und die Nachteile der inklusiven Beschulung erwähnt.“ Solche Rückmeldungen deuten nach Einschätzung der Forschenden darauf hin, dass Beratungsgespräche häufig nicht ergebnisoffen geführt werden.
Besonders kritisch bewertet das Institut die langfristigen Folgen einer frühen Trennung. Rund 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler verlassen Förderschulen ohne allgemeinbildenden Abschluss. Viele wechseln anschließend in gesonderte Ausbildungswege oder in Werkstätten für behinderte Menschen. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Untersuchungen nach Angaben des Instituts, dass Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen im Durchschnitt größere Lernfortschritte erzielen als an Förderschulen, ohne dass Kinder ohne Förderbedarf dadurch schlechter lernen.
Allerdings macht die Studie zugleich deutlich, warum sich viele Familien trotz grundsätzlicher Zustimmung zur Inklusion gegen eine allgemeine Schule entscheiden. Eltern bewerten Förderschulen deutlich besser bei der sonderpädagogischen Fachkompetenz und der individuellen Förderung. Knapp 88 Prozent bescheinigen Förderschulen hier eine hohe oder sehr hohe Kompetenz. Für allgemeine Schulen sagen dies lediglich 46,6 Prozent. Viele Eltern berichten außerdem über Personalmangel, fehlende sonderpädagogische Unterstützung und hohe organisatorische Belastungen im Alltag. Fast die Hälfte der Eltern, deren Kinder inklusiv beschult werden, empfindet diese Belastung als sehr stark.
Hinzu kommen Probleme bei der tatsächlichen Teilhabe. Rund 27 Prozent der Eltern erleben ihr Kind an allgemeinen Schulen nicht oder eher nicht als gleichwertig akzeptiert. Besonders häufig betrifft dies Kinder mit Autismus oder mit Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Einschränkungen der Teilhabe – etwa durch Unterrichtsausschlüsse oder Ausfälle von Schulbegleitungen – sowohl an Förderschulen als auch an allgemeinen Schulen vorkommen.
„Trotz zahlreicher Reformen im Bildungsbereich sind wir in Deutschland auch 17 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention weit von einer flächendeckenden inklusiven Schullandschaft entfernt“
Aus Sicht des Deutschen Instituts für Menschenrechte führt dies zu einem grundlegenden Strukturproblem. Förderschulen würden vielerorts Defizite des allgemeinen Schulsystems kompensieren, anstatt dass die Regelschulen so ausgestattet würden, dass sie ihrem Inklusionsauftrag gerecht werden können. Schlegel fordert deshalb, langfristig keine zwei parallelen Schulsysteme mehr zu finanzieren. Die Mittel, die durch einen schrittweisen Abbau von Förderschulen frei würden, sollten in kleinere Klassen, multiprofessionelle Teams, mehr Personal und barrierefreie Schulen investiert werden.
„Es fehlt derzeit noch am politischen Willen, positive Veränderungen voranzutreiben. Trotz zahlreicher Reformen im Bildungsbereich sind wir in Deutschland auch 17 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention weit von einer flächendeckenden inklusiven Schullandschaft entfernt“, sagt Britta Schlegel und betont: „Dabei beweisen viele Schulen hierzulande eindrucksvoll, dass inklusive Bildung funktioniert. Auch der Blick ins Ausland zeigt, wie es besser geht: In Italien und in skandinavischen Ländern lernen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen schon seit Jahren erfolgreich inklusiv im allgemeinen Schulsystem.“ News4teachers










Was weiß man eigentlich darüber, wie sich die Inklusionskinder in Regelschulen subjektiv fühlen? Darüber wird nie gesprochen, es geht immer nur um die Meinungen der Eltern oder der jeweiligen Interessenvertreter. Nach dem Fischteicheffekt zu urteilen müssten diese Kinder sich eher unwohl fühlen, weil sie sich zwangsläufig mit den anderen auch vergleichen müssen. Niemand ist gerne der Schwächste in einer Gruppe. Das gilt auch für Fußballmannschaften.
Ich kann hier nur über Autisten schreiben, aber die meisten fühlen sich absolut unwohl an Regelschulen, weil ihre speziellen Bedürfnisse nicht umgesetzt werden können, wie bspw. Rückzugsmöglichkeiten an einen ruhigen Ort. Lehrer haben auch starke Vorurteile gegenüber Autisten, haben keine Ahnung von Autismus und übersehen ihre Bedürfnisse. Und da Autisten sozial auffallen, werden sie auch meistens Opfer von Mobbing.
Aufklärung? Fehlanzeige.
So habe ich das in den 40 Jahren als Förderschullehrerin auch erlebt sowohl bei Autisten als auch bei Kindern mit Förderbedarf geistige Entwicklung. Das ging bis zu Schulangst und Schulverweigerung. Die Hauptbezugsperson war immer die Schulbegleiterin, Kontakt mit den Mitschülern fand kaum statt.
Ich erlebe das auch bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen wie Zwangs- oder Angsterkrankungen mit Panikattacken. Ich unterstütze Familien auch beim Stellen des Nachteilsausgleichs, der sehr genau formuliert sein muss, da die allgemein bekannten Ausgleiche sich häufig auf Nachschreibzeiten und Hilfsmittel beschränken, was häufig nicht dem speziellen Bedarf des Kindes entspricht.
Häufig sind Schulen auch auf dem Stand, dass durch den Nachteilsausgleich die „normalen“ Kinder und Jugendlichen nicht benachteiligt werden dürfen, weshalb dieser für die betroffenen Kinder infrage gestellt wird. Hier ist dann persönliche Arbeit notwendig, etwas, das viele Familien aus eigener Kraft gar nicht leisten können.
Ich hatte viele Schülerinnen mit Förderschwerpunkt GB. Die waren gut in die Klasse integriert und haben im Gegensatz zur GB Förderschule auch einiges gelernt. Da werden ja meistens nur Mandalas ausgemalt und Geschirrtücher gebügelt.
Oooha! Haben Sie mal längere Zeit in einer Förderschule Lernen oder GE hospitiert? Worauf stützen Sie Ihre Unterstellung?
Ich verbitte mir die Unterstellung, ich würde diese Bedürfnisse nicht bemerken. Sie bekommen bei mir aber nicht mehr als die 4% meiner Aufmerksamkeit, die auch jedem anderen meiner Schüler zustehen. Dasselbe gilt für Unterrichtsvorbereitung, Kommunikation mit Eltern, usw. Regelklasse bedeutet Regelbehandlung. Ich bin Lehrer, nicht Integrationshelfer.
„Lehrer haben auch starke Vorurteile gegenüber Autisten, haben keine Ahnung von Autismus und übersehen ihre Bedürfnisse.“
Das sehen Sie und der Interessensverband Autismus falsch. Alle Autist*innen nach ihren ganz speziellen Bedürfnissen zu unterrichten, ist unter den Bedingungen in Regelschulungen einfach nicht möglich. Man bedenke, dass viele Eltern Schwierigkeiten mit ihrem autistischen Nachwuchs haben. Wie sollen Lehrkräfte, die im Gegensatz zu den allermeisten Eltern noch 24 oder mehr weitere Kinder adäquat bilden/erziehen?
In meinem Bundesland haben die meisten Autist*innen übrigens keinen Förderstatus und keine Schulbegleitungen. Man gewährt ihnen einen NTA, das war’s aber auch schon.
Ich finde Ihre Schuldzuweisungen wenig hilfreich.
Wenn die sich unwohl fühlen, welchen Sinn macht es dann, deren Inklusion in Regelschulen gebetsmühlenartig als „Menschenrecht“ zu bezeichnen? Ein Menschenrecht aufs „Unwohlfühlen“ ??
Sonst gilt doch immer das Wohlfühlen der Schüler als wichtiges Kriterium, im Amtsdeutsch das „psycho-soziale Wohlbefinden“.
Naja diesen Schwachsinn verkündet man halt nur wenn man davon ausgeht das die Förderschule das Paradies ist. ich spooilere mal: An Förderschulen gibt es jede Menge Gewalt, Mobbing und stigmatisiert ist man natürlich auch.
Wann und wie lange unterrichteten Sie an einer Förderschule und welchen Förderbedarf gab es an dieser Schule?
Das kann ich so nicht stehen lassen. Wir hatten bei uns schon mehrere verpflichtende Fortbildungen zu unterschiedlichen Behinderungen, auch zu Autismus. Dass wir natürlich trotzdem nicht so agieren können wie ausgebildete Sonderpädagogen in kleinen Klassen, steht auf einem anderen Blatt.
Ich hatte Autisten im gemeinsamen Lernen und es gab überhaupt keine Probleme. Sie wurden sogar zielgleich unterrichtet. Und welcher mensch hat keine besonderen Bedürfnisse?
Naja, es gibt leichte Formen von Autismus (Asperger) und es gibt ganze Spektren von Autismus. Es gibt Kinder, die Sie nicht mal wahrnehmen, sondern die ganze Zeit nur damit beschäftigt sind eine Flasche zu drehen und dabei zuzuschauen…..da kann man von zielgleich wohl eher nicht sprechen….
Nein kann man nicht. Die muss man dann zieldifferent unterrichten, Das Argument war aber das Autisten besondere Bedürfnisse haben und die Antwort ist: Wer nicht?
Danke! Ich erinnere mich an einen Schüler, der zum Runterkommen stundenlang die Drehungen in der Waschmaschine im Hauswirtschaftsraum beobachtete (Förderzentrum Lernen).
Autist ist nicht gleich Autist. Nicht umsonst spricht man heute besser von Autismus-Spektrum-Störung und/oder Asperger-Syndrom.
Asperger oder Autismus-Spektrum (Gibt es einen Unterschied?)
Autismus-Formen: Diese Arten von Autismus gibt es
Danke. Meine autistischen Schüler waren gut bis sehr gut inkludier. Was sollen diese verallgemeinernden Unterstellungen. Mein letzter autistischer Schüler wechselt gerade mit sehr guten Leistungen ins Gymnasium.
„Ich kann hier nur über Autisten schreiben“
Kennste einen mit A-S-S … Kennste einen mit A-S-S.
„aber die meisten fühlen sich absolut unwohl an Regelschulen, weil ihre speziellen Bedürfnisse nicht umgesetzt werden können,“
Sind wir halt wieder bei fehlenden Ressourcen und Rahmenbedingungen.
„wie bspw. Rückzugsmöglichkeiten an einen ruhigen Ort.“
Je weniger SuS/Klasse, desto ruhiger [Zumindest bei gleichen SuS] in der Regel.
Dazu: Lärmschutzkopfhörer
Dazu: Nebenraum
Sollte meiner Meinung nach Standard sein, seitdem ich dies kennenlernen durfte.
Ein zusätzlicher Ruheraum ist auch gut.
„Lehrer haben auch starke Vorurteile gegenüber Autisten, haben keine Ahnung von Autismus und übersehen ihre Bedürfnisse.“
Das ist eine gesellschaftliche Sache. Lehrer haben überdurchschnittlich viel Ahnung.
Oft und viele haben einfach gar keine Rahmenbedingungen, um zu agieren.
„Und da Autisten sozial auffallen“
Das ist Quatsch. „Meine“ A-S-S Kinder in meiner jetzigen Klasse „kennt keiner“ als A-S-S Kinder.
„Mein“ A-S-S Kind an meiner letzten Regelschule kannten alle.
Sind wir wieder bei: Kennste einen … Kennste einen. (Wenn du davon weißt)
„werden sie auch meistens Opfer von Mobbing.“
Wie bei vielen Kindern?
Da gibt es häufig ganz andere I-Bedarfe, welche doch „anfälliger“ sind.
„Aufklärung? Fehlanzeige.“
Ab und an sollte man Kind auch Kind sein können.
So lange man sich damit auskennt und sowas wie Copings, Overload, Meltdowns etc. versteht … Kann man da schon bei guten Rahmenbedingungen entgegnen.
Dazu ggf. Sozialtherapie/Verhaltenstherapie.
Auch das Kind kann und muss lernen, dass es bei Wutanfällen ggf. „noch mehr ausgelacht und provoziert wird“. Das ist in einem bestimmten Altersbereich halt durchaus nicht unüblich.
Egal wodurch der Wutanfall halt entsteht.
Das kann man aber lernen. Recht gut sogar. Wenn man halt Profis hat als Kooperationsmöglichkeiten.
A-S-S ist normalerweise echt „eher kein Problem“ bei einem Grundsetting. So zumindest meine Erfahrung bisher. Da hatte ich schon ganz andere „I-Fälle“.
Das scheint mir auch ein Problem zu sein. Solange wir uns in der Schule nicht konsequent vom Leistungsgedanken verabschieden (oder solange wir „Leistung“ nicht völlig neu definieren), sehe ich die Gefahr, dass Kinder, die früher eine Förderschule besucht hätten, sich an einer Regelschule täglich wie „Minderleister“ vorkommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund ist.
Ob man den Leistungsgedanken an Schulen gut findet oder nicht, ist eine andere Frage, die aber bitte vorher geklärt werden sollte.
Die Frage ist, was Sie als „Leistung“ definieren – soziale Kompetenz zum Beispiel ist für Sie keine?
Gut und schlecht benotete Schüler gibt es übrigens an jeder Schule.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Natürlich ist Sozialkompetenz eine Leistung. Sie wird bewertet im Sozialverhalten oder in Kopfnoten, aber eben nicht in Mathe, Deutsch und Englisch.
Ist nur benotete Leistung eine Leistung? Gerne mal in das Schulgesetz Ihres jeweiligen Bundeslandes schauen, Stichwort: Bildungsauftrag der Schule. Da steht eine ganze Menge, was für jeden Unterricht gilt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sorry, aber ich bin seit 25 Jahren Lehrerin. Was mein Bildungsauftrag ist und wo das steht, weiß ich sehr genau.
Natürlich ist soziale Kompetenz eine Leistung und eine leider immer noch und immer stärker unterschätzte. Aber es ist auch eine, in der gerade viele Schüler, die an Regelschulen Probleme haben, ebenfalls Probleme haben – gerade die bereits angesprochenen Autisten.
Aber wie auch immer man Leistung definiert: Wenn man sie nicht anders definiert *bevor* man Schüler mit Sonderförderbedarf an Regelschulen zwingt, befürchte ich, dass man ihnen keinen Gefallen tut.
Dass man Leistung übrigens vielleicht anders definieren sollte, hatte ich übrigens ich geschrieben.
Gerne nochmal nachlesen.
Was weiß man eigentlich darüber, wie sich Kinder an Förderschulen fühlen? Vor 30 Jahren habe ich mal ein AOSF-Verfahren im Bereich Lernen (LB) durchgeführt – ich wusste es damals nicht besser, und das Gemeinsame Lernen (GL) gab es noch nicht. Die Schülerin wechselte also auf eine Förderschule. Jahre später habe ich sie in einem Supermarkt wiedergetroffen, wo sie ein Praktikum machte. Sie stand weinend vor mir und erzählte, wie beschissen und demütigend es sei, auf eine Förderschule zu gehen. Seitdem habe ich nie wieder einem Elternteil zu einem Schulwechsel dieser Art geraten. Das tue ich Kindern nicht mehr an.
Aber Einzelfälle können die Frage nicht entscheiden — weder in der einen noch in der anderen Richtung. Und Einzelfälle vor 30 Jahren schon gar nicht, weil sich seitdem vieles verändert hat. Man müsste das doch wissenschaftlich untersuchen, zumindest mit einer repräsentativen Umfrage.
Ja seitdem hat sich sogar viel verändert. An den Förderschulen zum schlechteren, damals waren die Klassengrößen an Förderschulen LB so um die 16 das ist schon lange vorbei.Sie kommen inzwischen auf über 20. Da fördert keiner mehr irgendetwas.
Hm. Ich bezweifle nicht, dass es Fälle gibt, die so laufen wie der von Ihnen beschriebene. Methodisch finde ich es aber problematisch, aktuelle Beratungen von einem 30 Jahre alten Einzelfall abhängig zu machen. Sie nicht?
Nein überhaupt nicht, die Stigmatisierung ist noch dieselbe, kenne Schüler*innen die vorher aus der U Bahn aussteigen damit keiner merkt das sie auf der Förderschule sind. Und die Förderschulen sind dramatisch schlechter geworden, LB unterscheidet sich kaum noch von einer regelschule was die Klassengrößen angeht.
Das klärt aber alles nicht die Frage, wie sich besonders schwache Schüler in Regelklassen subjektiv (!) fühlen, also was sie da selber empfinden (nicht, was die Erwachsenen sagen). Siehe den Fischteicheffekt.
Der Fischteicheffekt – wird offenbar überschätzt: „Abschließend lässt sich mit Blick auf die Relevanz der dargelegten Befunde für die Einteilung von Schüler(inne)n in leistungshomogenen Schulformen festhalten, dass mit dieser Leistungsgruppierung anscheinend nur bereichsspezifische positive Effekte für die Entwicklung der Fähigkeitsselbsteinschätzung bei Real- und Hauptschüler(inne)n verbunden sind, welche bereits am Ende der 6. Klassenstufe nicht mehr nachweisbar waren.“ Quelle: https://www.uni-bamberg.de/fileadmin/bildungsforschung/Publikationen/Artelt/S_HUWI_15_Chapter_Hohe_Leistung_gleich_hohe_Faehigkeitsselbsteinsch_BF.pdf
Der Grund wird darin vermutet, dass Kinder sehr wohl wissen, auf welcher Schulform sie landen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der Fischteicheffekt wird in Ihrem Link auf S. 88-90 doch klar geschildert, dem kann man nicht davonlaufen. Er spricht nicht unbedingt für sehr homogene Schulklassen (vor 50Jahren waren Schulklassen i.a. auch nicht homogen), aber doch gegen extrem heterogene, und er geht immer zu Lasten der Schwachen und produziert damit NEGATIVE Effekte (Sie reden von den positiven Effekten). Genau deswegen ist er bei Gesamtschul-Befürwortern unbeliebt und wird kleingeredet, oft sogar totgeschwiegen.
Beim Fußball wissen die Leute auch, in welcher Liga sie spielen, aber wohl niemand möchte der mit Abstand Schwächste in einer Mannschaft sein, nur um das Prestige einer höheren Liga zu „genießen“. Wer Prestige-orientiert denkt, den wird der Alltag einholen und unsanft auf den Boden der Tatsachen werfen. Das ging schon etlichen Möchtegern-Gymnasiasten so. Den Frust dabei produzieren weniger die Lehrer als die Mitschüler, die ohne besondere Anstrengung das erreichen, was andere eben auch mit Anstrengung nicht erreichen können. C’est la vie.
„Beim Fußball wissen die Leute auch, in welcher Liga sie spielen“ – genau das ist der Denkfehler: Bildung ist kein Wettbewerb.
So wird sie in Deutschland aber häufig verstanden, weshalb es Gewinner und Verlierer geben muss.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das, was im Anschluss kommt, nämlich die Berufswelt, ist definitiv ein Wettbewerb. Wettbewerb aus Schulen raushalten zu wollen, ist folglich eine Illusion.
„Das, was im Anschluss kommt, nämlich die Berufswelt, ist definitiv ein Wettbewerb.“
Geht so – in welchem Wettbewerb stecken Sie denn als staatlich finanzierter Sozialarbeiter? Oder Lehrkräfte? Die Realität ist doch, dass sich Erwachsene sehr wohl aussuchen können, inwieweit sie sich einem Wettbewerb stellen wollen (und das ist durchaus richtig so). Kinder werden reingeschubst.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Kann man sich auch objektiv fühlen? Und was ist das für ein schwachsinniges Argument, auch an Förderschulen gibt es die Schwächsten willst du die an eine FörderFörderschule abgeben wo die dann an der Spitze stehen? Und was machen wir mit denen die an der FörderFörderschule die Schwächsten sind? Und ich denke du projezierst: Nur weil du nicht damit klarzukommen scheinst das Menschen unterschiedlich sind musst du das ja nicht Kindern unterstellen. Denen ist das meistens von natur aus vollkommen egal. xy kann halt kein Mathe wen interessiert das?
Doch das klärt die Frage, Irgendwer ist irgendwo immer schwach. So ist das leben, wenn sie mit dieser Tatsache nicht zurechtkommen sollten sie das nicht auf Schüler projizieren. Die wissen das Paul kein Mathe kann aber ein super Fußballer ist und leiten davon überhaupt kein Gefühl ab. Und Paul auch nicht.
…. und das wissen Sie woher? Können Sie in die Köpfe der Schüler schauen (= deren Gefühle nachempfinden)? Sind Sie ein Super-Empath?
Man muss nur Empathisch sein um Gefühle nachzuempfinden kein Superempath.
Könnte daran liegen, dass die Anzahl der Förderschulen (mit Schülern!) deutlich abgenommen hat, weil die Sonderpädagogen ja jetzt „in der Inklusion“ „arbeiten“ – was auch immer das bedeutet, in meinem Klassenraum sind sie jedenfalls nicht anzutreffen.
„Könnte daran liegen, dass die Anzahl der Förderschulen (mit Schülern!) deutlich abgenommen hat.“
Hat sie nicht – im Gegenteil. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/08/verabschiedet-sich-deutschland-aus-der-inklusion-dutzende-neue-foerderschulen-werden-gebaut-trotz-un-ruege/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber wie viele Förderschulen wurden in den letzten 20 Jahren geschlossen? Ich kenne ein paar. Die wurden/werden bis jetzt nicht ersetzt, stattdessen platzen die verbliebenen aus allen Nähten und leiden unter Mangel an ausgebildeten Sonderpädagogen, weil viele mittlerweile in Rente sind oder von Schule zu Schule tingeln, um die Inklusion zu ermöglichen.
Die Zahl der Förderschüler in Deutschland ist – trotz behaupteter Inklusion – seit 2009 kaum gesunken und ist zuletzt sogar wieder gestiegen. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/10/inklusion-eine-mogelpackung-zahl-der-foerderschueler-an-regelschulen-steigt-anteil-der-schueler-an-foerderschulen-sinkt-aber-nicht/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Danke für diesen interessanten Link auf einen Artikel zum gleichen Thema von vor 8 Monaten. Ich habe ihn mir durchgelesen und auch die vielen Kommentare von damals dazu.
Mein Fazit: „(das Thema) tausend Mal berührt, tausend Mal ist nichts passiert….“ Der Song hat allerdings ein Happy-End – aber das Thema Inklusion?
@RedakBing-Video
Zahl der Förderschulen 2012: 3258
Zahl der Förderschulen 2025: 2811
–> minus 14%
(Sie beziehen sich wahrscheinlich auf den marginalen Anstieg von 2021-2025, in diesem Zeitraum nahm die Zahl wieder um 19 zu, das sind etwa 0,007%.)
Gerne hier nachlesen:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235854/umfrage/foerderschulen-in-deutschland/
Genau und von 2009 – 2018 war ja „der Peak an Drop“. Also man baute hier am deutlichsten ab.
Der (kleine) Anstieg ist mitunter, da die Überlastungen der Kommunen so gewaltig waren, dass man diesen Weg mehr oder weniger als Konsequenz gehen „musste“ oder man schließt eben Regelschulen … Oder verliert dort massiv Personal usw.
Dann muss man eben abwägen, was die Kommune tragen kann und will [Geldfaktor].
Hier ist dann der [Neu-]Bau von Förderschulen zur „Umlegung des Problems“ der Kompromiss, statt das Problem nachhaltig anzugehen [mit welchen Geldern?].
Hier spielen wir allerdings (leider!!!) auf Kommunalpolitik und -umsetzung. Warum? Da der Bund die Zuständigkeit halt nicht will. Das Land diese ebenfalls gerne dann „ablegt“ und der Kommune überlässt.
Dass das so weiter gehen könnte – und auch ein „Trend“ so kommen könnte … Ja. Das ist hier das eigentliche Thema dabei.
Wie sieht es künftig aus? Werden Kommunen diesen Weg flächendeckender gehen (müssen)? Oder sitzen sie aus?
Wird der Bund sich mal einschalten und Gelder stellen?
Wird das Land die Aufgabe der Inklusion durch mehr Gelder unterstützen?
Das sind die eigentlichen Fragen, welche man sich stellen sollte und muss.
Falls das Trend wird … Wundern würde es mich nicht. Falls nicht … Allerdings auch nicht.
Es ist das Dilemma des „wie präsentiere ich mich als Kommune nach außen“ [und bekomme hier den Beitrag als Druck] und „wie funktionabel ist mein Kommunales agieren überhaupt“?
Der Aufgabe werden sich jedoch mehr und mehr die Kommunen stellen müssen. Da führt gar kein Weg vorbei. Das ist eine absolut logische Konsequenz. Nur .. wie lange sitzt man sich dessen Problematik aus. Und wie?
Zur Einordnung (und zugleich Frage an Sie):
Die Förderschulen haben abgenommen. Das geben doch mitunter Werte der:
– KMK
– Destasis
– WISTA
Auch so wieder.
Was auch stimmt:
Es werden und wurden wieder mehr Förderschulen jetzt gebaut.
Kommunale Entscheidung, da man sonst nicht „zurecht“ kam.
Oder irre ich mich da?
Kann man daraus nicht ableiten (nur als Gedankengang mal)?:
– Förderschulen wurden 2009 – 2018 (+) deutlich abgebaut
– Regelschulen konnten das nicht „abfangen“ [Belastung durch zu wenigen Ressourcen]
– An einigen Stellen „stopft“ man jetzt die Lecks [Bau neuer Förderschulen … Da alte abgebaut wurden. Also fragwürdiger Kostenfaktor …]
Wäre das nicht die ehrlichere Sicht?
Wie sehen Sie das?
Natürlich hat man hier das „zu wenige Ressourcen“ – absolut.
Ist jetzt aber doch dann nicht so, dass man jetzt.
1. Mehr Förderschulen hat als früher
2. Die Abdeckung [wo auch immer] da ist. Ist immer eine Mangelabdeckung.
3. Man Problembereiche nicht bereinigt, sondern nur verschiebt [Ressourcenmangel, Schulpflicht, Teilhabe, …]
Der Förderbedarf und die „Förderschüler“ haben nicht abgenommen.
Die Förderschüler an/in Förderschulen hingegen wohl schon, oder? Da es absolut viel weniger Förderschulen gibt. Ist ja eigentlich eine mathematische und logische konsequenz, außer die Klassen wären jetzt doppelt so voll, wie früher.
Ist jetzt halt die Frage, wie der Einschub (mit Schülern!) gemeint ist. Durch Zweideutigkeit des Satzes ist das nicht ersichtlich für mich.
Haben Sie andere Zahlen und Quellen als die Destasis, KMK und WISTA? Würde mich eigentlich wundern.
Das meine ich so etwas mit „ehrlichen und ernsten“ Diskurs immer wieder.
Kann man das nicht alles so benennen und einordnen?
So oder so: Politikversagen.
„Umsetzungsversuch ohne geeigneten Rahmen“.
Und dann kann und sollte man „weiter schauen“. Also eben überlegen, wie man hier am besten inkludiert, aber ein Bildungssystem gleichzeitig nachhaltig trägt?
So fahren wir ziemlich sicher in den Abgrund. Wenn wir dies nicht beherzigen.
Rein theoretisch mal … Praktisch ist das Kind durch die anderen Teilfaktoren sowieso in den Brunnen gefallen.
Es gibt gegenläufige Entwicklungen. Die in der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) geforderte Inklusion von Schüler:innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen (SPF) an Regelschulen ist seit ihrem Inkrafttreten 2009 je nach Bundesland in unterschiedlichem Maße umgesetzt worden – einige haben sich komplett verweigert. Gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/518222/foerderschulbesuch-anteil-der-schueler-innen-an-foerderschulen-sinkt-kaum/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/518225/inklusion-schueler-innen-mit-sonderpaedagogischem-foerderbedarf-haeufiger-an-regelschulen/
Das eine schließt das andere doch nicht aus?
– Sonderschulen/Förderschulen wurden reduziert [ist halt so]
– Es wurde getestet und getestet und getestet
– Mehrbedarf
– Dadurch natürlich eine Verschiebung – also mehr Prozentuale und Absolute „Bedarfe“
– Viele Kinder an Regelschulen mit I-Bedarf und viele an Förderzentren und Förderschulen usw.
Keine Ahnung wie man darauf kommt, dass „nur eines stimmen kann“.
Früher wurden halt viele „Bedarfsfälle“ schlichtweg gar nicht erkannt. Die mussten sich dann ebenfalls „irgendwie“ durchkämpfen … Soweit man das schaffte.
Ich hätte eventuell auch „Bedarf“ damals gehabt. Wurde halt einfach gar nicht getestet. Machte man halt nicht.
Sensibilisierung, Schulung, Themenoffenheit, „Push-Faktoren“ führen natürlich zu mehr Testungen. Das wiederum zu erhöhten Zahlen.
Das wird ggf. auch wieder runter gehen. Warum? Weil das System auch diesbezüglich überlastet ist. Der Trend wieder rückgängig wird – auch systemisch bedingt. Und dann werden halt wieder „weniger erkannt“.
Keine Ahnung … Wundert das jemanden?
Ist doch ersichtlich erklärbar?
Wie sehen Sie das?
Sie haben als Regellehrer ein AOSF- Verfahren durchgeführt? Wie das? Bei uns dürfen das nur Sonderpädagogen in Zusammenarbeit mit dem/ den Regellehrer(n) und nicht jeder Sonderpäfagoge darf die Intelligenz-Tests durchführen. Zumindest war das in den letzten Jahren noch so, und vor 30 Jahren erst recht!
Nein ich habe das AOSF Verfahren beantragt. Durchgeführt hat das ein Förderschullehrer der ganz glücklich war eine angepasste und pflegeleichte Schülerin für seine Klasse zu bekommen. Entsprechend ist das Verfahren auch ausgegangen.
Das klang oben aber noch ganz anders:
„Vor 30 Jahren habe ich mal ein AOSF-Verfahren im Bereich Lernen (LB) durchgeführt – ich wusste es damals nicht besser, und das Gemeinsame Lernen (GL) gab es noch nicht.“
… und was genau meinen Sie mit:
„…ein Förderschullehrer der ganz glücklich war eine angepasste und pflegeleichte Schülerin für seine Klasse zu bekommen. Entsprechend ist das Verfahren auch ausgegangen.“
Ich verstehe nicht, was Sie damit sagen wollen. Können Sie das bitte erklären? Danke!
Ja das irritiert sie vielleicht das Sek 1 Hauptschullehrer*innen im Gespräch untereinander von „Aosf Verfahren durchführen“ sprechen. Tun sie aber. Erstens sind sie ja bei der Testung immer dabei und zweitens ist es eine Menge arbeit weswegen wir die Vokabel durchführen benutzen.
Das das Verfahren von den Sonderschulen durchgeführt wird (und der Förderbedarf intern bestätigt wird) ist heiß umstritten, die Förderschullehrer*innen sind ja nicht unabhängig sondern haben ein großes Interesse ihre Schule mit (möglichst nicht Verhaltensauffälligen) Schüler*innen aufzufüllen. Sonst droht ja eine Schulschließung und wer wird schon gerne versetzt.
Hier in NRW hat man beispielsweise einem Schüler der den Realschulabschluss nach der Schule geschafft hat 10 mal hinereinander diagnostiziert das er geistig behindert ist.
100% der Betroffenen sind betroffen.
Nichts für ungut, aber solche Erhebungen sind doch nichts wert. Was sagen die Eltern von Schülern ohne Förderbedarf? Was sagen die Lehrer?
Wenn wir uns ehrlich machen wissen wir doch, dass die Bildung der leistungsstarken Schüler unverhältnismäßig unter der Inklusion leidet. 6 meiner Schüler in einer Klasse haben EmSoz, ADS, Lernen und/oder ADHS. Die Parallelklasse, die ich ebenfalls unterrichte, hat nur ein Mal Autismus. Den Leistungsunterschied kann man bereits in Monaten angeben.
Das gilt natürlich nicht für alle Schüler mit Förderbedarf, aber doch für genug um die Sonderschule zur Regel und den Besuch der Regelschule zur Ausnahme zu machen.
Migrantenkinder? Machen auch Mühe. Wie wäre es, gleich alle Jungen in Sonderschulen zu stecken? Wir vermuten angesichts des existierenden Leistungsunterschieds, dass auch reine Mädchenklassen leichter zu unterrichten wären.
Im Ernst: Soziale Teilhabe ist ein Menschenrecht, das der Staat nicht Menschen, gar ganzen Menschengruppen, verweigern darf, weil es ihm besser in den Kram passt.
„Sonderschule zur Regel machen“ – schon sprachlich eine Absurdität. Für einen demokratischen Rechtsstaat jedenfalls.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sonderschule für Sonderschüler – total absurd!
Nein, Realiät in Deutschland – betrifft, je nach Bundesland, bis zu zehn Prozent der Schüler. Da geht mehr (Spaß). Herzliche Grüße Die Redaktion
„Sonderschule zur Regel machen“ – die Bezeichnung Gymnasium klingt halt besser.
Eine Geschlechtertrennung hatten wir früher. Vielleicht war die Abschaffung ein Fehler. Denkverbote stehen uns da nur im Weg.
Und selbstverständlich müssen auch Migrantenkinder ihren Fähigkeiten entsprechend beschult werden.
Und es gibt kein Menschenrecht darauf, sich seine Schulform aussuchen zu dürfen. Zum Glück! Das wäre für jedes Bildungssystem, das begreift, dass wir uns im internationalen Wettbewerb befinden, unvorstellbar.
Es gibt kein anderes Bildungssystem auf der Welt, das Kinder so früh auf Schulformen verteilt – könnte zu denken geben.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
In letzter Zeit weichen wir mit Gesamtschulen und der Quasi-Abschaffung der Haupt- und Realschulen immer mehr von dieser Tradition ab. Gleichzeitig werden die Bildungsergebnisse mit jeder Erhebung schlechter. Mehr statt weniger Homogenität erscheint vor diesem Hintergrund als Erfolgskonzept.
So weit denken die meisten, die wohlfeil das Denken fordern, meistens leider nicht.
Weltweit gibt es fast nur Gesamtschulen – demnach müsste Deutschland weltspitze sein. Ist es aber nicht. Gilt auch für Bayern, wo es keine Gesamtschulen gibt.
Was die Wissenschaft dazu sagt: https://www.news4teachers.de/2025/01/hattie-vs-deutsches-schulsystem-schueler-nach-leistung-getrennt-voneinander-zu-unterrichten-hat-keinen-effekt-auf-den-lernerfolg/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Na wenn selbst Herr Hattie keine Auswirkungen auf den Lernerfolg erkennen kann , dann wäre damit ja wohl Behauptungen entkräftet, die frühe Aufteilung hätte einen negativen Einfluss auf das PISA-Ranking des Punkteschnitts der DE-16.
Behauptet ja auch keiner. Es geht dabei um Chancengerechtigkeit, nicht um das Leistungsniveau im Durchschnitt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Googeln Sie bitte mal Gesamtschule Hollfeld. Oberfranken.
Es gibt in Bayern auch noch weitere GES, die nach Auslaufen der Versuchsphase weitergeführt werden:
https://www.km.bayern.de/lernen/schularten/weitere-schularten/schulen-besonderer-art
Gegenthese: In Brandenburg und Berlin werden die Kinder nach Klasse 6 getrennt. Beide Bundesländer sind keine Überflieger im Vergleich zu den anderen.
Ist ja auch kein Wundermittel. Sortieren allein bringt leistungsmäßig gar nichts (siehe Hattie) – in keine Richtung. Sozial womöglich schon.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Können wir bitte mit Hattie aufhören? Der Typ und seine Studien sind doch wohl derart weltfremd…
Selbstverständlich bringe aufteilen etwas. Es muss nicht nur leistungsmäßig sondern auch verhaltensmäßig sein.
Wie wollen sie unterrichten als Lehrer oder als Schüler lernen wenn 50% der Unterrichtszeit mit Zurechtweisungen und Unterrichtsstörungen verschwendet wird. Das ist Alltag. Das ist Schule im jahr 2026.
Von 60 Minuten Unterricht sind 30 Minuten Arbeitszeit mega an vielen Schulen.
Mein Material mit dem ich vor 12 jahren noch an der Grundschule unterrichtet habe ist inzwischen für 6. Klässler zu schwer. „Normale“ Schüler müssen inzwischen an Material arbeiten welches ich vor einigen Jahren für „Förderschüler“ gekauft habe und es wird sich über die Länge der Texte beschwert. Schule ist nur noch ein Trauerspiel in dem „normale“ Kinder unter allen anderen Kindern leiden und das unter dem Deckmantel der „Chancengleichheit“.
„Der Typ und seine Studien sind doch wohl derart weltfremd…“
Wer braucht schon Wissenschaft? – Erderwärmung? Quatsch, ist heute viel kühler draußen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wissenschaftliche Theorien müssen kritisch betrachtet werden, nicht als Dogma. Wissenschaft hat nämlich auch Lobotomie jahrzehntelang stark begünstigt. Sogar Nobelpreis wurde für die Entdeckung des therapeutischen Wertes der Lobotomie bei einigen Psychosen gegeben.
Ja, so geht Wissenschaft – ein Anonymus postet im Internet „unverständliches Zeug“ und widerlegt damit Einstein. (Spaß.)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ist nicht „unverständliches Zeug“, was Oppossum schrieb. Das gehört zum Standardwissen von Psychologen, Psychiatern, Neurologen und sollte auch zum Wissen(Studieninhalt) von Sonderpädagogen gehören.
Lobotomie – Wikipedia
Sie haben unseren Post falsch verstanden. Wir haben damit den Anspruch karikiert, mit einem kurzen Beitrag im Internet Wisschaft mal eben infrage stellen zu können. „Unverständliches Zeug“ – bezog sich auf Einstein.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wir haben damit den Anspruch karikiert, mit einem kurzen Beitrag im Internet Wisschaft mal eben infrage stellen zu können.“
Es ist der Kern von Wissenschaft, Wissenschaft in Frage zu stellen, denn nur so entwickelt sich Wissenschaft weiter.
Wissenschaft ist definitiv keine Ersatzreligion, deren Propheten man nicht widersprechen darf. DAS ist unwissenschaftlich.
Widerspruch ist kein Wert an sich – außer in Querulantenhausen. Substanz darf schon sein und die gibt’s nicht in einem anonymen Social-Media-Post.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es gab über die Jahre hinweg diverse wissenschaftliche Theorien die sich alle als falsch herausstellten.
Und das Umfeld spielt gerade bei Bildungsfragen eine riesige Rolle. Wer möchte das bestreiten? Wenn ich 28 kernwillige Kinder in einer Klasse habe kann ich die alle gut fördern weil jeder an seinem Niveau arbeitet. Siehe Hattie.
Habe ich bei den 28 aber zwei oder drei die alles boykottieren dann sieht das schon ganz anders aus. Daher gibt es ja so viele Schulen die ihre Schüler nach den Kopfnoten aussuchen und aussortieren.
Alle deren „Kopfnoten“ nicht ausgezeichnet sind kommen an unsere Schule. Die andere Gemeinschaftsschule in der Stadt dagegen kann mit Erfolgen prahlen denn es geht nicht vorrangig um Intelligenz sondern um soziales Miteinander.
Und auch da werden sie jetzt wieder widersprechen aber das wird immer gruseliger. Man siehe nur die Diskurse hier im Forum an, Vorwürfe und Engstirnigkeit und die absolute Überzeugung man selbst sei der/diejenige mit der einzig wahren und moralisch überlegenen Meinung, was einen dazu befähigt andere zu provozieren und ihnen Dinge zu unterstellen.
„Es gab über die Jahre hinweg diverse wissenschaftliche Theorien die sich alle als falsch herausstellten.“
Welche denn? Im Wissenschaftsprozess ist „Trial and Error“ (Versuch und Irrtum) keine rein zufällige Methode, sondern das strukturierte Testen von Hypothesen. Es bildet das Herzstück von Forschung: Wissenschaftler*innen stellen Theorien auf, leiten daraus Vorhersagen ab und überprüfen diese. Führt das zum Erfolg, wird die Theorie gestützt. Scheitert die Theorie an den Ergebnissen (Irrtum), wird die Theorie angepasst oder verworfen.
Das heißt aber eben nicht, dass deshalb alles richtig oder falsch sein kann. Rauchen ist nicht gesund, nur weil irgendwer der Menge an anderslautenden Studienergebnissen nicht glauben will.
Wir staunen immer wieder über die Wissenschaftsfeindlichkeit, die hier bei manchen (Lehrkräften?) deutlich wird. Woher kommen denn wohl die Inhalte, die Sie Kindern vermitteln – aus dem Zauberbuch?
Und wir staunen über das Ausmaß an Unkollegialität, das manche hier zu erkennen geben – soso, die Gesamtschule (also das Kollegium dort) „prahlt“.
Und dann darf natürlich Hinweis nicht fehlen, dass wir – wenn wir Unrecht als Unrecht benennen – uns „moralisch überlegen“ fühlen würden. Gesetze sind keine „Meinung“. Und die UN-Behindertenrechtskonvention ist in Deutschland seit 2009 geltendes Recht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es macht keinen Sinn mit verbohrten Menschen die ausser Vorwürfen nichts tun zu sprechen.
„Die ausser Vorwürfen nichts tun zu sprechen“ – genau. (Spaß)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Das heißt aber eben nicht, dass deshalb alles richtig oder falsch sein kann. Rauchen ist nicht gesund, nur weil irgendwer der Menge an anderslautenden Studienergebnissen nicht glauben will.“
Rauchen ist allerdings auch nicht gesund, wenn Studien das mal so „erfassten“. Genau dieses Beispiel ist ja ein Musterbeispiel schlecht hin.
Warum?
Es gab zuerst „Gesundheitsstudien pro Rauchen“.
Dies wurden dann widerlegt.
Jetzt kann man „alte Studien rauskramen“ oder neuere nehmen. Oder beides.
Das mit dem „ein Glas Wein“ ist ja auch schlecht gealtert.
Ja, den Effekt fand man tatsächlich. Bezog ihn nur irrtümlich auf „das Glas Wein“, statt auf „die Atmosphäre, bewussteres Essen, Unterhaltung/Soziale Gemeinschaft des zusammen Essens, usw.“.
Es war eben ein Fehlschluss.
Weiß man jetzt erstmal besser.
Und bei Hattie gibt und gab es halt ebenfalls zurecht Kritik …
Zum einen, da viele Daten eben „vermischt“ sind und kaum übertragbar und anwendbar [Sozialisation, Länderfaktoren, unterschiedliche Jahreserhebungen, …] und zum anderen einige [Politiker] dies „bewusst falsch auslesen“. Beispielsweise den Faktor der „Klassenstärken“.
Und das sind durchaus valide Kritikpunkte.
Ändert leider nichts daran, dass wir halt auch keine besseren Daten dazu haben und erheben. Das ist ein weiteres Problem, welches hier zusammenwirkt.
Jeder der sich nur etwas mit Bildung und Schule auskennt weiß, dass man „Klassenstärke“ definitiv nicht alleinig soliert betrachten sollte.
Kann? Ja.
Sollte? Nein. Dazu ist es ein Grundfaktor der eine der höchsten „Synergies“ aufweist.
Das so zu machen ist nicht „Erkenntnissen“ Wert dann, sondern höchst unehrlich im Diskurs.
Man „müsste“ ja sonst evtl. handeln und die Klassenstärken auch reduzieren …. Würde massiv was bringen. Aber … Dann legt man lieber Hattie falsch aus. Top.
„Es gab zuerst ‚Gesundheitsstudien pro Rauchen‘.“
Es gab keine unabhängigen „Gesundheitsstudien pro Rauchen“ – es gab Pseudo-Studien von Tabakkonzernen, die diese für ihre Legitimation bestellt hatten. Das passiert genau dann, wenn keiner so recht weiß, was Wissenschaft eigentlich ist. Und wenn sich Wissenschaftler kaufen lassen und Ergebnisse fälschen. Auch das kommt vor (fliegt aber dann doch irgendwann auf, weil die Quellen und Daten von Studien eben offengelegt werden müssen). Gerne hier nachlesen: https://www.spiegel.de/spiegel/vorab/a-358976.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dem stimme ich zu. Zeigt trotzdem die Kritik doch auf?
Wie könnte/ sollte eine soziale Sortierung aussehen? Ich verstehe nicht, wie Sie das genau meinen.
Gemeint war: Sozial bringt es etwas – nämlich alle Kinder gemeinsam lernen und leben zu lassen. Weil Kinder dann lernen können, dass es auch (wertvolle) Menschen außerhalb ihrer eigenen Blase gibt.
Wer Kinder stattdessen (wie unser Schulsystem) sozial auseinanderreißt, bekommt dann, was wir hierzulande sehen: eine zunehmend auseinanderdriftende Gesellschaft.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dann müsste man aber auch auf eine soziale Durchmischung in den Schulen achten und es dürfte keine wohnortnahen Schulen mehr geben, besonders in den Großstädten. Es kann dann nicht sein, dass Schulen in einem Szeneviertel Schüler überwiegend Akademiker-Eltern haben und in Brennpunktvierteln überwiegend Bürgergeld-Empfänger, bildungsferne Eltern und einen Anteil von Schülern nicht-deutscher Muttersprache von 70-80%. An diesen Punkten müsste man ansetzen! Dann klappt es vielleicht auch mit der Inklusion besser.
Nach meinen Beobachtungen bilden nicht wenige (zunehmend mehr?) Schulen „soziale Blasen“ und das liegt nicht an der Inklusion. Aber es erklärt wohl auch den Privatschul-Boom.
Erstens, es gibt keinen echten Privatschulboom in Deutschland. Die Zahl der Privatschulen in Deutschland ist binnen zehn Jahren zwar um 7 % auf rund 3.800 gestiegen. Der Anteil der Schülerschaft an diesen Einrichtungen blieb jedoch weitgehend konstant. Gerne hier nachgucken: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_N003_21.html
Zweitens, mit welchem Recht wollen Sie denn Kinder quer durch die Städte jagen? Der Staat kann doch nicht willkürlich Schulplätze zuweisen – abenteuerliche Vorstellung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und wie soll dann die soziale Mischung gewährleistet werden? Soziale Durchmischen der Wohnviertel/ Einzugsbereiche der Schulen?
Wie wäre es, viel einfacher anzufangen: eine Schulform für alle, die alle Abschlüsse anbietet?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und wann würde es mit dem vertieften Lernen von gewissen Fächern wie Mathe, Deutsch, Physik, Geschichte beginnen beim gemeinsamen Lernen? Oder sollen Kinder alles sich selbst weiter beibringen?
Ab Klasse 7 kann es schon mit Leistungskursen beginnen (zumindest in Belarus). Leistungskurs in Mathe oder Deutsch wären schon ab Klasse 5 möglich. Was sollten Kinder machen, die nicht so stark sind? Oder sollen alle auf dem Basis Niveau für gemeinsames Lernen lernen? Ich glaube nicht, dass das Niveau für alle erhoben wäre.
„eine Schulform für alle, die alle Abschlüsse anbietet?„
Gibt es in den meisten Bundesländern schon.
Nennt sich je nach Bundesland Gemeinschaftsschule , Gesamtschule, IGS, Stadtteilschule usw.
Bisschen komplexer ist es aber schon?
– Begrenzte Kapazitäten
– Teils hohe Wartelisten [2-3 Jahre+]
– Hürden wie staatliche Genehmigung
– Kostenfaktor
– Tragender Lehrermangel
– Sonderungsverbot
– Schulgelder [oft nicht/kaum leistbar]
– Informelle Barrieren
– Standortfaktoren
Mitunter diese Faktoren führen halt eben zu einem „Deckel“.
Wie sieht es denn bei Umfragen zu: Würden Sie Ihre Kinder auf eine Privatschule schicken, wenn [sie es sich leisten könnten/diese Privatschule keine Kosten für Sie hätte] aus? Dann sieht man durchaus, wo das theoretische „Potential“ hin ginge.
So wird der Boom halt durch mitunter obige Bedingungen „eingegrenzt“.
Ich gehe aber davon aus, dass Ihnen das bekannt ist …
Wann war das letzte Mal einer von ihnen an einer deutschen Schule? Hat sich mal umgehört was außerhalb der Phantasieblase und Idealvorstellungen passiert?
Ich bin auch für Chancengleichheit. Alle Kinder sollten an einer Schule lernen können, niemand sollte Angst haben. Aber das ist der Alltag. Eltern die weinen weil ihre Kinder an unsere Schule kommen. Die über Privatschulen versuchen irgendwie ihre Kinder von unserer Schule an eine Schule zu bekommen wo ihre Kinder nicht verprügelt, bedroht und belästigt werden weil sie „normal“ sind sprich nicht mit 10 Drogen nehmen, verkaufen und in Horden andere Menschen zusammen schlagen und das filmen.
Ich bin voll für Ideale. Die Realität ist aber nunmal das wir Menschen zusammen packen die nicht passen. Menschen die nicht kompatibel sind und die mit der Situation überfordert sind.
Und nun einfach zu sagen lernen müsste anders aussehen weil niemand der schlechteste sein will funktioniert nicht. Der Mensch misst sich mit anderen. Ganz natürlich. Es wäre schön wenn dem nicht so wäre. Es wäre aber auch schön wenn alle Menschen einander würdevoll behandeln würden, einander nicht missbrauchen, ausrauben oder töten würden. Das wäre ideal. Die Realität sieht so aus das es anscheinend wohl „menschlich“ ist scheiße zueiander zu sein.
„Wann war das letzte Mal einer von ihnen an einer deutschen Schule?“ Vor 15 Minuten.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
… im Unterricht einer Klasse (wie lange), oder im Lehrerzimmer …. oder nur das eigene Kind dort kurz abgeholt?
Das System ist durchlässig und alle Abschlüsse sind auch später noch möglich. Bitte unterschlagen Sie diese Dinge nicht.
Es ist nicht durchlässig für die, die das System nicht verstehen – fragen Sie mal Migranten, ob die die Schulstruktur auch nur ihres Bundeslandes erklären können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Müssen sie nicht. Sie müssen verstehen, dass der Hauptschulabschluss keine Einbahnstraße ist. Die Jugendlichen bei uns wissen zum Beispiel sehr genau, was „G-Niveau“, „M-Niveau“ und „E-Niveau“ (betrifft BW) bedeuten. Nur weil ich das System nicht zu 100% erklären kann, bedeutet es nicht, dass es weniger durchlässig sei.
Das deutsche Bildungssystem gilt als eines der komplexesten der Welt. Die vielen Übergänge, Schulformen und unzähligen Richtlinien stellen selbst Einheimische oft vor Herausforderungen. Für Migranten, die das System nicht kennen, sind die vielen bürokratischen Hürden und sprachlichen Barrieren oft eine massive Belastung.
Wenn das System nicht verstanden wird, können auch die Wege hindurch nicht vermittelt werden – dann suchen sich die Menschen halt andere Lebensziele (wofür sie dann von Ihnen und anderen als integrationsunwillig beschimpft werden).
Ist so.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Stimmt. Es soll ja niemand mehr belastet werden, ich vergaß. In Zeiten von KI wäre es ein Leichtes, sich komplexe Sachverhalte vereinfacht erklären zu lassen, gerne auch öfter und in der Muttersprache, bis man es verstanden hat. Dazu brauchts halt irgendwo den Willen.
Mir ist Ihre Antwort zu kurzgefasst. Richtig, wir haben 16 unterschiedliche Systeme in Deutschland. Das ist dem Föderalismus geschuldet. Zu wissen, dass mein Kind sich in der Schule anstrengen muss und bei entsprechender Leistung bessere Abschlüsse erzielen kann, ist nun wahrlich kein Husarenstück.
Ist so.
Herzliche Grüße zurück.
Das Übliche: Friß oder stirb. Wo kämen wir hin, ein System in Deutschland zu ändern, das sich als zunehmend dysfunktional erweist? Lieber schicken wir Zehntausende junge Menschen alljährlich in die Perspektivlosigkeit, damit Sozialarbeiter wie Sie sie öffentlich als faul beschimpfen können. Sozialarbeiter übrigens, die man womöglich nicht bräuchte, wenn man das System besser aufstellen würde.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nochmal zum Thema sprachliche Barrieren:
Am Beispiel BW erklärt: In den 4. Klassen wird im Herbst an allen Grundschulen der Eltern-Infoabend zu den weiterführenden Schularten durchgeführt, an dem all die Dinge, die unten im Link dargestellt sind, des langen und breiten erklärt werden, gerne hier nachlesen:
https://km.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-km/intern/PDF/Publikationen/Schulartuebergreifend/2025_Bildungswege_2025_26.pdf
Dazu sind an den Abenden nicht nur Lehrkräfte der Grundschule da, sondern auch diverse Schulleiter von weiterführenden Schulen und – ganz wichtig – von den beruflichen Schulen, die erst nach dem Hauptschul-, Werkrealschulabschluss oder der mittleren Reife beginnen, so dass man auf einen Blick auch die Fülle der Folgemöglichkeiten sieht. Dass Sie diese Wege verschiedener Lern- und Schullaufbahnen als etwas darstellen, was man nicht verstehen könne, zeigt nur Ihre eigene Unkenntnis über diese Verfahrensweisen. Waren Sie schon ein einziges Mal bei einer derartigen Info-Veranstaltung?
Ebenso ist es ein Vorurteil, dass Migranten dieses System nicht verstehen könnten, denn die sind nicht doof, und es gibt zahlreiche Hilfen:
Mehrsprachige Broschüren zum Schulsystem in Baden-Württemberg (z.B. „Das Schulsystem in Baden-Württemberg erklärt“) werden unter anderem von der Elternstiftung Baden-Württemberg herausgegeben. Diese sind in mehreren Sprachen digital verfügbar und können teils kostenfrei als Druckversion bestellt werden.
Verfügbare Fremdsprachen: Englisch, Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Farsi, Französisch, Italienisch, Rumänisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch und Ukrainisch.
Diese Infos werden bei Beratungsgesprächen in der Mitte der 4. Klasse durch die Klassenlehrer gegeben, ebenso wie durch die extra dafür ausgebildeten Beratungslehrer an unseren Schulen.
Sie setzen voraus, was sich nicht mal eben voraussetzen lässt: Vertrauen in den deutschen Staat, dass der – in dieser kaum nachvollziehbaren Konstruktion – das Beste für alle Kinder will.
Die Deutsche Bahn verkauft ihre Tickets auch auf einem mehrsprachigen Portal. Pünktlich werden die Züge dadurch nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Entschuldigen kann man natürlich alles. Es wird niemand gezwungen, in diesem Staat zu leben. Und ein Recht auf Nichtanstrengung gibt es auch nicht. Für Schüler nicht. Auch nicht für Eltern.
Dieser Staat braucht aber Menschen (Kinder) – weil sonst bald niemand mehr da ist, der Ihre Rente/Pension bezahlt und Ihre Pflege übernimmt. Deshalb wäre es schlauer, die Potenziale zu heben statt die Leute rauszuekeln.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Mein finanzielles Feld ist bestellt, Haus saniert und bezahlt. Für Selbstzahler findet sich immer noch medizinisches Personal. Und Pflege? Wenn selbstbestimmt leben nicht mehr möglich sein sollte- habe ich vorgesorgt.
Und: rausgeekelt wird niemand, aber übergepampert auch nicht. Ich muss täglich leisten und andere müssen das auch.
Dann hoffen wir mal, dass nicht alle so gut vorgesorgt haben, wie Sie. Denn dann wird es am Ende doch eng mit dem medizinischen Personal.
Es kommt vermutlich gar nicht so sehr auf die Jahrgangsstufe 4 an, sondern auf die Beratung der SuS mit mittlerem Abschluss zum Ende der Jahrgangsstufe 10.
Ja es ist durchlässig in beide Richtungen, und besonders gut nach unten. Ich habe es selbst im zweiten Bildungsweg zum Ingenieur geschafft. Der zweite Bildungsweg war aber wahrscheinlich nur nötig, weil ich in einer Schul“schublade“ steckte. Und ich habe „nur“ den FH Ingenieur gemacht… Auch wieder „2. Klasse“ für manche
Und mein Kind ist bodenlos durch dieses Schulsystem nach unten gefallen. Trotz hoher Intelligenz! Und das wird es Jahre kosten… Es muss erstmal wieder die Psyche aufbauen, die dadurch gelitten hat.
Übrigens der Besuch der Hauptschule ist trotzdem ein Stempel den man erstmal im eigenen Gefühl und de Bewertung des Außen abschütteln muss.
Aber manche Gymnasiallehrer bleiben gerne unter sich. Da gibt es vermutlich wenige, die auf dem zweiten Bildungsweg dahin gekommen sind,
es aber gerne für andere als Weg sehen. (Nur so ein Gedanke der hier beim Lesen der Kommentare kommt)
Könnte man.
Ich habe aber noch nicht mitbekommen, dass Bildungspolitiker / Lehrkräfte aus Europa oder Nordamerika Reisen nach Sachsen oder Bayern unternommen haben um sich über die dortigen Schulsysten zu informieren.
Weil deren Ergebnisse – gemessen an deren Bevölkerungsstruktur – im internationalen Vergleich so dolle nicht sind. Außerdem kommt niemand auf der ganzen Welt auf die Idee, Kinder mit zehn Jahren nach Leistung und sozialem Status zu trennen. Schon aus sozialpolitischen Gründen nicht. Ist kein Modell, das zieht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Top sind Singapur, Estland, Japan und Taiwan mitunter.
Singapur fährt eine enorme „Kultur des Wettbewerbs und Leistungsdrecks“. So enorm, dass sie dies jetzt versuchen anzupassen. Wegen massenhafter „Burnouts“. Ist halt auch irgendwo eine Kehrseite.
In Japan ebenfalls extremer Leistungsdruck. Reine Disziplin.
Gemeinsam haben sie ebenfalls den massiv hohen Stellenwert von Bildung. Lehrer haben mitunter ein enorm hohes Ansehen. Die Eltern/Gesellschaft steht weitestgehend hinter dem System in Singapur – eben weil es so extrem hohen Erfolg hat – Leistungsmäßig zumindest. Die Schattenseiten gibt es halt leider auch … Auch das gehört zum „ehrlich“ machen.
Estland fährt da einen anderen Weg – hier ist man vom Leistungsdruck nicht so massiv drin. Digitalisierung. Trotzdem sehr stark.
Also reine „Ergebnisse“ sagen zur Leistung etwas als Erfolg … Oft mit Kehrseiten halt.
Wenn würde ich persönlich gerne „Estland“ als Vorbild daher haben.
Estland priorisiert allerdings auch den Bildungssektor. Deutschland nicht. Estland investiert. Vor allem sehr clever. Deutschland … Nicht. Estland ist recht unbürokratisch und „frei“ gestaltet. Deutschland… Nicht.
Autonomie, Digitalisierung und effizienter Geldeinsatz.
Damit ist nicht Deutschland gemeint …
Für „unsere Rahmenbedingungen“ ist Bayern tatsächlich gar nicht so schlecht. Wer mit einem Löffel zum Tennisspiel antritt … Hat so seine Nachteile halt.
Und das ist halt auch der Punkt dabei.
Das ist dann der „Ist-Zustand“.
Auf den „Soll-Zustand“ warten doch fast alle gespannt seit … Jahren und Jahrzehnten. Wo bleibt er nur … Wo bleibt er nur …
Wenn ich mich nicht Irre hatte Estland (?) sogar angeboten zu helfen. Also was Erfahrungswerte und Digitalisierung und Strukturen anbelangt.
Beispielsweise auch bei Digitalen Pass.
Wie ich immer sage … Das Wissen … Die Kenntnisse … Die sind ja da. Nur man „will“ und/oder „kann“ hier irgendwie nicht …
Liegt ja nicht am „fehlenden Wissen“. Liegt am Willen und dem fehlenden Handeln.
Wir sitzen trotzdem im Boot. Manche schon mit der Brust im Wasser. Ich zumindest noch mit dem Stopfen von Lecks. Schaun wir mal wer, wo und wann wir unter gehen.
Es gibt aber auch nur sehr wenige Bildungssysteme, in denen so viele Kinder in einer Klasse sitzen und nur von einer Lehrperson unterrichtet werden. Und wenn die Lehrerin in der Parallelklasse krank ist, habe ich halt 50 Kinder. Beste Voraussetzungen!
Und auf die multiprofessionellen Teams warten wir immer noch.
„In Japan sind Schulklassen typischerweise 30 bis 40 Schüler groß. Im landesweiten Durchschnitt sitzen etwa 35 Kinder in einer Klasse. An den Grundschulen ist der Schnitt mit 25 bis 35 Schülern etwas kleiner.
Die Klassenstärke in Japan ist damit oft deutlich höher als in Deutschland.“ (sagt die KI von Dr Google)
Aber Japan ist einer der regelmäßigen PISA-Sieger.
Und Kinder sind Kinder, egal ob in Tokio-Shibuya oder Ludwigshafen-Hemshof.
Das ist richtig. In Japan gibt es aber auch einen enorm hohen Druck im Schulsystem. An Asien möchte ich mich wirklich nicht orientieren.
Sie hatten aber die schiere Zahl beklagt, von Druck war nicht die Rede. Aber schon bei der Zahl haben Sie geirrt. In größeren Klassen ist mehr Druck eigentlich auch plausibel, wie sollen die Lehrer das sonst managen? Google teilt auch mit:
„Schulklassen in Frankreich sind oft größer als in Deutschland. Sie umfassen in der Regel 25 bis 30 Schüler. An manchen weiterführenden Schulen oder in städtischen Brennpunkten können Klassen sogar auf bis zu 36 Schüler anwachsen.“
Ja, hat mitunter mit Sozialisation und enormen Gesellschaftsdruck zu tun.
Gibt es ein Fehlverhalten? Agieren die Mitschüler und stellen das sehr schnell ab …
Informieren Sie sich mal zu „Ijime“ [ijime]. Gibt es nicht „grundlos“.
Dazu hat Bildung einen extrem hohen Stellenwert. So hoch, dass Kinder hier halt dementsprechend unter Druck stehen (können) – Familien auch. Daher sind „Juka“ und massive zusätzliche häusliche Übungen nicht die Ausnahme, sondern wohl eher die Regel …
Auch auf „shitsuke“ wird von Anbeginn an sehr stark geachtet. Da sind wir von der Sozialisation allerdings ganz anders …
Der Trend hier ist leider zum „Maincharakter (und NPCs)“. Ein hoher Wert auf „Selbstbestimmung“ und „Individualisierung“. In Japan ist es „die Gemeinschaft“ hingegen.
Bei „Aufräumaufgaben“ wird hier schnell mal protestiert. In Japan gehört das selbstverständlich dazu. Steht gar nicht zur Diskussion. Pünktlichkeit? Das wird erwartet. Und sonst dementsprechend „getadelt“ von MitschülerInnen. In Japan gibt es kaum religiöse und sprachliche Minderheiten. Das ist hier auch ganz anders in Deutschland. Für Menschen mit Migrationshintergrund ist das System dort eine massive Herausforderung oft. Dem „Trend“ wird sich Japan allerdings auch künftig vermehrt stellen müssen. Warum? Weil die Wirtschaft dort sonst weiter drunter leidet. Auch Japan wird mehr Migration brauchen. Hier werden die Anpassungen demnach auch extremst spannend werden die kommenden Jahre und Jahrzehnte.
Im Prinzip ist die Ausgangslage eine vollkommen andere als in Deutschland.
Bei uns ist es „Heterogenität und Individualisierung/Differenzierung“ als Fokus(wunsch). In Japan ist es (aktuell noch) „Homogenität und Gemeinschaft, sowie Synchronität“.
Macht mal einen massivsten Unterschied.
Und wenn wir von „Aber Japan schafft das auch …“ hier setzen, dann müssen wir das auch thematisieren.
Japan hat einen komplett anderen Weg.
Wenn wir das [Japan] auf Deutschland übertragen würden, dann müsste man auch auf „Homogenität“ und „Synchronität“ gehen. Das ist schlichtweg nicht gegeben halt. Und viele die hier Japan anfügen ignorieren wohl dies? Keine Ahnung …
Nicht nur das Methodische anschauen …
Warten Sie doch lieber auf etwas, das zwar genauso wenig kommt, Ihnen aber wenigstens helfen würde, wenn es denn käme: Unterstützung bei Ihrem Kerngeschäft durch feste, pädagogische (!) Assistenten für jede Klasse.
–> vielleicht erstmal professionell werden, bevor man über multi-professionell nachdenkt
„Soziale Teilhabe ist ein Menschenrecht, das der Staat nicht Menschen, gar ganzen Menschengruppen, verweigern darf, weil es ihm besser in den Kram passt.“
Richtig. Würden aber alle Förderschulen aufgelöst und alle deren Schüler demzufolge an Regelschulen gezwungen, würde dann aus dem Recht auf Integration nicht ein Zwang zur Integration? Denn das hört sich irgendwie nicht mehr so richtig demokratisch an, oder?
Zwang zum Frauenwahlrecht? Zwang zur Meinungsfreiheit? Zwang zur Selbstbestimmung?
So ist das mit den Menschenrechten – sie gelten auch für jene, die sie (angeblich) gar nicht möchten.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Frauen (genau so wie Männer) werden aber nicht gezwungen, zu wählen, es ist ihr gutes Recht, kein Pflicht. Zwang, seine Meinung offen zu sagen, gibt es auch nicht, – man darf nur für die Meinung nicht bestraft werden. Es gibt nur Schulpräsenz Zwang, so weit ich weiß. Und viele Pflichten: Steuerpflicht, Versicherungspflichten, Meldepflicht…
Sie werden gezwungen, in Gleichberechtigung zu leben – für Masochistinnen sicher eine Qual (Spaß).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Frauen müssen aber nicht wählen gehen, die Kinder haben aber Schulpflich, also: Äpfe – Birnen
Werden hier Frauen ernsthaft mit Kindern verglichen ? Als Nächstes könnten sicherlich auch Parallelen zwischen Rektoren und Jungbullen gefunden werden…
Kennen Sie Frauen, die keine Kinder waren?
Eizellen lassen sich mit dieser bestechenden Logik demnach bestens mit Männern vergleichen…
Ich kenne in der Tat keinen Mann, der nicht aus aus der Eizelle einer Frau entstanden ist.
Frauenwahlrecht, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung können Sie ausüben, müssen es aber nicht. So ist es derzeit auch mit dem Besuch einer Regelschule. Sie können es, müssen es aber nicht. Wenn es aber keine Förderschulen mehr gibt, müssen sie eine Regelschule besuchen.
Gerne nochmal drüber nachdenken.
Brauchen wir nicht: Inklusion ist ein Menschenrecht, das Eltern für ihre Kinder gerne in Anspruch nehmen würden, aber aufgrund der Bediungungen nicht können – siehe Beitrag oben.
Die Diskussion, ob Kinder zu ihrem Menschenrecht auf Teilhabe gezwungen werden, ist angesichts der Realität absurd.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Einige Eltern würden gerne Inklusion in Anspruch nehmen, einige nicht. Oder es geht mit einigen Kindern einfach nicht, wie mit dem geistig behindertem Sohn meiner Bekannten (in Pubertät), der trotz Medikamenten Aggressionsausbrüche hat, so dass die Mutter schon selber davor Angst hat.
Wenn es tatsächlich eine Wahl für Eltern gäbe, wäre es optimal.
„Die Diskussion, ob Kinder zu ihrem Menschenrecht auf Teilhabe gezwungen werden, ist angesichts der Realität absurd.“
Eine Scheinumsetzung allerdings halt auch.
Genau das berichten wir – seit Jahren. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/10/der-fehler-steckt-im-system-bildungsforscherin-kritisiert-sonderpaedagogische-diagnoseverfahren-und-stillstand-bei-der-inklusion/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich weiß, auch gut so. Danke.
Da sind wir uns wahrscheinlich nahezu einig.
Steht nur das „Henne – Ei“ Problem eben weiterhin an … Umsetzung ohne Rahmenbedingungen? Oder Umsetzung erst nach Rahmenbedingungen?
Somit bleibt das Dilemma, bis es Rahmenbedingungen gäbe … So oder so.
Ich verstehe beide Seiten. Sehe allerdings halt, dass es „so“ definitiv nicht funktioniert. Wüsste nur leider auch nicht, wie man den Staat dazu „zwingen“ kann, dass „es“ sich an Gesetze und Zusagen hält … Scheint ja bisher nicht so zu klappen leider. Wird soweit es geht immer ausgesessen. Nur die Frage ist auch hier … Wie lange kann man das machen.
Frauenwahlrecht, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung wurden von Männern eingeführt unter dem festen Wissen, sich damit selbst zu benachteiligen.
Denn hoffen wir mal, dass Sie kein Geschichtslehrer sind (wie Herr Höcke). Herzliche Grüße Die Redaktion
Kann man Geschichte lehren, ohne aus der Geschichte gelernt zu haben?
Sie haben recht. Ich bin kein Geschichtslehrer wie Herr Höcke noch überhaupt Geschichtslehrer.
Dennoch müssten Sie mir mal nachweisen, dass z.B. das Frauenwahlrecht von Frauen als Gesetz verabschiedet wurde, wenn gleichzeitig so gut wie keine Frauen damals in den Parlamenten vertreten waren.
Ihre Logik ist, einmal mehr, krude. Herzliche Grüße Die Redaktion
… aber erst, nachdem Frauen „auf die Barrikaden gingen“! Freiwillig taten das die Männer sicher nicht. :9
Frauenwahlrecht in Neuseeland – Wikipedia
Zum Fremdschämen, dass Sie Hedwig Dohm hier zu einem Mann erklären, ebenso wie sie jahrhunderte lange Frauenbewegungen schlicht ignorieren.
Ich komme Ihnen mal entgegen:
Frau Dohms Wirken führte mit zum Umdenken der Männer in Richtung Gleichberechtigung und deren gesetzliche Verankerung nach Abstimmung in noch immer männlich dominierten Parlamenten.
Unter den Bedingungen, die wir in den Regelschulen haben, ist es genauso wie von Joachim Schwarz beschrieben. Ich würde es nicht unbedingt so formulieren, dass leistungsstarke Kinder „leiden“. Aber sie bekommen nicht annähernd so viel Zuwendung und Unterstützung wie Kinder mit Förderbedarf. Früher gab es Forderkurse, Forschungsprojekte und ähnliches für die Leistungsstarken. Das ist wegen Mangel an Ressourcen schon lange nicht mehr möglich.
Wird nur kommen:
– Auch „Kinder ohne Deutschkenntnisse“ brauchen Aufmerksam und Zeit. [Richtig]
– Auch „verhaltensoriginelle Kinder“ brauchen Aufmerksam und Zeit. [Richtig]
Es ist halt so, dass wir „alle“ aktuell haben. Nur eben ohne genügend Ressourcen und Rahmenbedingungen.
Und ständig als Belastung ohne nachhaltiger Entlastung [ab und an gibt es ja zumindest Scheinlösungen und kurzfristige Entlastungen … die jedoch oftmals zusätzlich auch irgendwo Belastung bringen].
Es bleibt dabei:
– Kleinere Klassen [weniger SuS/Klasse]
– Mehr Personal
– Größere und genügend Räumlichkeiten
– Weniger Deputatsstunden/AZE mit tatsächlichen Stundeneinsatz
– Einheitlichere Systematik und gezielte systemische Förderungen [auch Materialien]
Das würde alles entlasten. Als Grundstandard und Grundbedingungen.
Dann kann man noch zusätzlich gezielter agieren jeweils. Scheitert aber halt schon bei den Grundvoraussetzung von „Bildung“ oft.
Jetzt könnte man auch sagen: I-Kinder in die Regelschulen. Dafür halt dann Klassenteiler von 15 SuS.
Wird halt nur nicht gemacht.
Bei starker Inklusion geht es zudem natürlich auch um Fachexpertise. Dafür sind viele „an Regelschulen“ schlichtweg nicht ausgebildet.
Ist man wieder bei „Friss oder stirb“ wie die Redaktion so treffend sagte …
Dilemma.
Braucht man sich aber halt nicht zu wundern, wenn das künftig so nicht mehr funktionieren wird und funktioniert.
Aber hey … Wusste man bei Bürgergeld und Renten ja auch nicht. Man findet dann schon Verantwortliche. Das Framing wird ja schon seit jeher betrieben.
Und dann fragt man sich, warum ich mitunter den Bereich halt wechselte … Weil es aussichtslos ist, wie und wo der Trend leider hingeht.
Und ich stopfe lieber Bootslöcher, als schon fast dreckiges Wasser trinken zu müssen.
Dazu den Blick zum Strand [Hort]. Wird sich halt nur zeigen, ob dieser Stand auch überflutet wird künftig und man Segel setzt.
Sie vergessen die vielen Kinder, die an der gewählten Schulform eigentlich nichts zu suchen haben. Ist bei einem Drittel der Gymnasiasten der Fall. Nur aufgrund der drastisch gesenkten Anforderungen schaffen sie mehr schlecht als recht das Abitur.
Das Dilemma wird nicht so schnell aufzuheben sein. Hängt es doch mit extrem unterschiedlicher Kognition oder Konzentrationsfähigkeit/ Verhaltensregulierung zusammen. Es gibt Barrieren, die leichter zu überwinden sind, zum Beispiel sprachliche oder motorisch/körperliche.
Eine Zeitlang war die Rede von Doppelbesetzung der Klassen. Unterricht im Team würde mit Sicherheit die Inklusion voranbringen. Bei dem zunehmenden Personalmangel kann man nur noch davon träumen.
Wenn Eltern Sondereinrichtungen wählen, hängt es auch mit der Ganztagsbetreuung der Sonderschulen zusammen. Ebenso spielt der Schweregrad der Behinderung eine Rolle.
Im Artikel steht ganz klar, dass Eltern zwar für Inklusion sind, aber nicht unter den momentanen Bedingungen. Wer kommt denn da bitte auf sie Idee, jetzt möglichst schnell alle Förderschulen zu schließen? Umgekehrt wird doch ein Schuh draus: Erst die Bedingungen an den Regelschulen schaffen (kleinere Klassen, mehr Personal, Sonderpädagogen für verschiedene Förderschwerpunkte, Räume als Rückzugsort usw.) und dann mehr Inklusion.
Wir haben ein Mädel in der Bekanntschaft, die am Down Syndrom erkrankt ist. Sie kommt fast täglich wütend und traurig nach Hause, weil sie merkt dass sie nicht mithalten kann, weil ihre Schulbegleitung schon wieder gewechselt hat, weil sie in der Pause keinen Spielpartner findet usw.
„Erst die Bedingungen an den Regelschulen schaffen (kleinere Klassen, mehr Personal, Sonderpädagogen für verschiedene Förderschwerpunkte, Räume als Rückzugsort usw.) und dann mehr Inklusion.“
Völlig richtig. Allerdings hatten die Länder bereits seit 2009 Zeit dafür – solange gilt die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland (und damit die Verpflichtung, ein „integratives Schulsystem auf allen Ebenen“ zu schaffen). Bislang existiert ja nicht mal ein Plan, wie und wann die umgesetzt werden soll. Wohlgemerkt: Geltendes Recht in Deutschland.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Genau, die Länder hatten Zeit dafür. Die Bedingungen haben sich seit 2009 allerdings eher verschlechtert als verbessert. Stichwort Lehrermangel.
Es nützt nichts, wenn Integration geltendes Recht in Deutschland ist, aber in der Praxis nicht umgesetzt wird. Und leider sieht die Mehrheit der Bevölkerung die Verantwortung bei den Schulen und Lehrern.
„Es nützt nichts, wenn Integration geltendes Recht in Deutschland ist, aber in der Praxis nicht umgesetzt wird.“
Würden Sie das in Bezug auf Frauenrechte ebenso lapidar erklären – „nützt nichts“?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das Frauenwahlrecht umzusetzen/einzuführen war wohl nach der Gesetzesänderung wesentlich einfacher und weniger kosten- und personalintensiv, wie die Inklusion. Man musste nicht (Schul)gebäude anpassen/umbauen, Bildungspläne /Lehrbücher … anpassen ….
Es mussten nur „ein paar“ mehr Wahlbenachrichtigungen versandt werden und ein paar mehr Wahlurnen aufgestellt werden..
Was nützt es denn?
Also Inklusion ohne Inklusion. Haha.
Einig sind wir uns über „der Staat“ muss und sollte liefern.
Aber jetzt zum „Ist-Zustand“. Was nützt denn die Umsetzung ohne Umsetzung?
Vielleicht haben Sie ja einen Punkt, welchen ich nicht im Blick habe.
Haben wir. Die dringende Aufforderung der Vereinten Nationen an Deutschland, endlich einen Plan für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorzulegen: https://www.news4teachers.de/2023/09/mangelhafte-inklusion-die-vereinten-nationen-zeigen-sich-besorgt-ueber-die-verbreitung-von-sonderschulen-in-deutschland/
Deutschland ignoriert das – wundert sich dann aber, dass die UN-Mitglieder Deutschland nicht in den Sicherheitsrat wählen. Wir würden sagen: Sowas kommt von sowas.
Ums nochmal in den Kontext zu setzen: Der Umgang mit der Inklusion ist typisch für Deutschland (und wie es auf der Welt gesehen wird) – die Bekenntnisse zu Menschenrechten in Sonntagsreden sind immer sehr laut. Aber wenn’s dann konkret wird (Inklusion, Kriegsverbrechen, Völkerrechtsbrüche, Entschädigung von NS-Opfern) ist von Deutschland nichts mehr zu hören. Heuchlerisch kann man das nennen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das stimmt alles. Aber wenn Sie schreiben „Deutschland ignoriert das“, oder „Das ist typisch für Deutschland“, was sollen wir als LehrerInnen damit anfangen? Das sind alles keine neuen Erkenntnisse. Wir wünschen uns, dass sich in den Schulen etwas ändert. Und: Nein, das können wir nicht leisten.
„Wir wünschen uns, dass sich in den Schulen etwas ändert.“
Damit sich etwas ändert, braucht es Öffentlichkeit – die schaffen wir.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Jap, die Rolle nehmen Sie ein.
Und das ist richtig, was Sie ansprechen.
Ändert nur leider (erstmal?) nichts „bei uns“ in der Praxis.
Und das ist eben der Punkt.
Ohne tatsächliche Umsetzung und Ressourcen ist das alles eben … Nicht machbar.
Bleibt also das Dilemma für uns.
Bei beidem gilt: Es muss umgesetzt werden. Punkt.
Wie wäre es dann, wenn wir mal alle zusammen dafür auf die Straße gehen würden? Für gute Inklusion und die Schaffung der erforderlichen Bedingungen dafür! Eltern, Schüler und (!) Lehrer!
Übrigens der Unterschied zwischen Inklusion und Integration:
-Integration: Integration beschreibt einen dynamischen, lange andauernden und sehr differenzierten Prozess des Zusammenfügens und Zusammenwachsens
Der zu Integrierende passt sich an soweit an und ihm wird die Möglichkeit vom System und den Mitmenschen gegeben sich zu integrieren.
-Inklusion: Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhalten soll, sich umfassend und gleichberechtigt an der Gesellschaft zu beteiligen. Das System, die Umwelt ändert sich und passt sich so an, dass die vorher vom System ausgeschlossene Person teilnehmen kann.
Unter Wikipedia gibt es unter Integration eine schöne bildliche Darstellung zu Integration und Inklusion.
Meine Tochter hat an einem psychologischen Gutachten beim Arbeitsamt teilgenommen, um heraus zu finden, was sie nach der Schule beruflich kann und was nicht.
Die stundenlangen Tests in Mathe, Deutsch, ect ergaben, dass trotz geistiger Behinderung ihre Leistung dem Niveau Förderschwerpunkt lernen im oberen Bereich entspricht. Also kurz vor “ Hauptschulabschluß möglich“!
Sie kann also mit einem IQ unter 70 Aufgaben für IQ ü 80 erledigen.
Wer sich da nicht auskennt :
IQ bis 75 = GE
IQ bis 85 = LE
IQ ab 85 = klassischer Hauptschüler.
Bei meiner Tochter ergab sich im Kleinkindalter ein IQ von 62, der nicht unveränderlich ist und angestiegen sein kann. Realistisch aber nicht mehr als vielleicht um 10 Punkte.
Wer die Analyse jetzt anzweifelt und und den GE Status infrage stellt :
– sie wurde einmal aufgrund eines Kreislauf-Ohnmacht Vorfalls auf eventuelle Epilepsie untersucht. Also, die Gehirnströme, mit Elektroden am Kopf. Epilepsie lag nicht vor, die Ärzte erkannten aufgrund verlangsamter Reaktionen der Gehirnströme aber die geistige Behinderung, ohne dass ich sie zuvor eingeweiht hatte.
– Kinder mit Förderschwerpunkt L können mitunter keinen geraden Satz schreiben. Auch Hauptschüler zeigen heute teilweise, aus welchem Grund auch immer, zum Teil schlechtere Leistungen als meine Tochter, die zB alle Harry Potter Bände durchgelesen hat.
Wenn man sich mit solchen L – oder Hauptschulkindern unterhält, stellt man aber (schon im Kita Alter) fest, dass die ganz anders reden können, schlagfertig diskutieren, ihre Position darstellen, usw. Da erkennt man ein ganz anderes „begreifen“ und Fähigkeiten zur Eigenständigkeit.
Schulische Aspekte sind ja auch nur ein Teilaspekt.
Deshalb wäre es gefährlich, zu meinen, wenn meine Tochter teils Dinge wie ein Hauptschüler kann, dann könne sie zB auch in der Stadt alleine gelassen werden oder gar einen Führerschein machen!
Das ist alles schon kompliziert und nicht schwarz-weiß. Meine Tochter ist vom Typ her mit 16 Jahren etwa so wie eine Drittklässlerin.
Außerdem kann sie sich mündlich nicht gut behaupten, sich im Team nicht gut ohne Hilfe einbringen, sagt nicht gerne „Nein“, weil andere dann ja enttäuscht sind. Sie würde in der im Gegensatz zur Schule ungeschützten Arbeitswelt untergehen, missverstanden werden und dann unschöne oder sogar gefährliche Erlebnisse haben.
– ein weiterer Punkt ist, dass meine Tochter aufgrund ihrer Behinderung ihr Wissen nicht immer zuverlässig abrufen kann. Einen Tag kann sie in der Schule etwas in Mathe und dann ist es auf einmal wieder „weg“. Das war zumindest in der Grundschule häufig so. Auch die kurzfristige Merkfähigkeit ist schwächer, als bei anderen Kindern.
-und es fehlt in manchem einfach an Reife. Sie kann im Alltag vieles selber, aber man muss schon nachkontrollieren. Sie kann im E-Center sich ausrechnen, ob Ihr Geld für mehr als eine Süßigkeit reicht. Wenn nicht, geht sie mit mehreren Sachen aber trotzdem zur Kasse, weil sie einfach gerne mehrere hätte und stellt dann an der Kasse fest, daß sie das mit zuwenig Geld nicht kaufen kann. Das entspricht im Grunde der Reife eines sehr viel jüngeren Kindes . Und sie trinkt viel zu wenig, wenn man nicht aufpasst! Sie kann also nicht gut auf sich selber achten. Da ist es auch nicht so, dass das eine „Lernsache“ ist, sondern eine Reflektionssache. Sie weiß nämlich, dass sie mehr trinken muss und auch warum.
Ich will damit sagen :
Der GE Status ist korrekt und war nicht falsch analysiert!
Sie gehört auch nicht in den Förderbereich lernen, der ja quasi eine Stufe höher wäre, weil es eben bei Behinderung nicht nur um schulische Leistungsergebnisse geht. Sie braucht auch den GE Status, um die notwendige Unterstützung zu bekommen und nicht ZB gefährliche Aufgaben im Beruf alleine machen zu müssen und Missverständnissen ausgeliefert zu sein und dann unterdrückt oder gemobbt zu werden.
Worauf ich aber eigentlich hinaus will :
Das meine Tochter trotz GE fast einen Hauptschulabschluß schaffen könnte, liegt an ihrer Person – und am Regelschulbesuch!
Bevor jetzt Protest kommt, das würden mir alle mir persönlich bekannten Lehrer unterschreiben! An der FS, die sie auch mal ein halbes Jahr ausprobiert hatte, wäre sie nie soweit gekommen!
Und die Lebenspraxis? Lernt sie Zuhause und im WPK Lebenspraxis.
Und das Wettbewerbproblem? Sie war immer froh, einfachere Aufgaben zu bekommen und die Anderen deshalb neidisch und hat Bereiche, wo auch sie die Beste ist, nämlich im zeichnen.
Freunde? Ja, wenige, aber langjährige beste Freundschaften.
Was hielt sie von der FS? War ganz schlimm!
Fühlte sie sich dort vor der konzentriert vorhandenen Ansammlung schwieriger Kinder beschützt? Null!
Bringt es was, dass da drei Erwachsene mit sieben Kindern zusammen waren? Nein!
Was war dort das größte Problem? Verhaltensauffällige Kinder, hauptsächlich Jungs, die die Regelschule los werden wollte , die aufgrund ihrer Leistung und familiären Vernachlässigung den Förderstatus bekamen, aber im Grunde geistig viel stärker waren, ihr Potenzial nur nicht nutzen konnten und denen man dann dort als geistig wirklich beeinträchtigtes Kind ausgeliefert war.
Warum ist mein Kind „wirklich“ geistig beeinträchtigt? Siehe oben und :
Schlecht entwickelte Lunge nach Geburt könnte die Ursache gewesen sein oder die genetische Veranlagung in der Verwandtschaft des Vaters.
Die FS ist also kein beschützer Raum, wenn die schwierigsten Kinder (ESE) aufgrund ihrer weiteren Veranlagung oder bedingt durch Leistungsverweigerung auch L oder GEstatus bekommen und dann dort sind. Die, die man in der Regelschule nicht haben möchte, wegen der armen anderen Regelkinder dort, dann in konzentrierter Ansammlung mit den Schwächsten unserer Gesellschaft zusammen lässt und sich was von optimaler Betreuung dort einredet und dann aus dem Auge, aus dem Sinn!
Schulbegleiter bestätigen, dass sie in der Regelschule gar nicht so schnell reagieren können, dass andere Kinder nicht in Mitleidenschaft gezogen würden.
Warum, zum Henker, sollte das in der FS ggü anderen Kindern anders sein?
Im Gegenteil, wenn es nur wenige ESE Kinder neben vielen gesunden Kindern gibt, wäre das eher aufzufangen, als in konzentrierter Form an der FS.
Das schlimme ist halt, dass alle nur ein Problem loswerden wollen und die Schwächsten an der FS keine Stimme haben und es in ihrer Natur liegt, sich auch keine verschaffen zu können. Und dann wird sich einfach eingeredet, dort unter optimalen Bedingungen und mit optimaler Förderung ist ja alles möglich und alles gut und dann kann man wegsehen. Und wenn ein Kind leidet, dann wird das der persönlichen Schulangst und anderem zugeschrieben. Und wenn es dem Kind an der Regelschule dann besser geht, verdrängt. Passt halt nicht ins Weltbild und zu den eigenen Bedürfnissen. Im Zweifelsfall : anekdotische Evidenz, egal wie viele sich hier melden würden.
Ich überlege, ob meine Tochter in Deutsch, wo sie am stärksten ist, die Hauptschulprüfung ablegen sollte, bei Bestehen dann zum Vermerk in ihrem schriftlichem Zeugnis. Weiß noch nicht, ob das geht und wofür das evtl gut wäre. Auch mit einem „komplett“ bestandenem HA könnte sie nicht, wie jeder andere Hauptschüler in Berufen eingesetzt werden.
Die beschützenden Werkstätten hätten das anders im Blick und könnten da speziell etwas passendes für meine Tochter arrangieren und würden sie nicht in der Berufswelt untergehen lassen.
Allerdings sind die auch ökonomisch an solchen Leistungsstarken interessiert und würden vielleicht zuviel daran setzen, meine Tochter im System zu halten.
Der Stundenlohn von 1,35 ist ein symbolischer und wenn jmd wirklich gar nichts kann und seine Betreuung mehr kostet als er jemals leisten könnte, dann ist auch das Arbeitsverhältnis nur symbolisch und in erster Linie Beschäftigung und Betreuung.
Im Falle meiner Tochter wäre 1,35 aber die letzte Ausbeutung, bei dem, was sie an Leistung erbringen kann.
Ist also alles nicht so einfach…
Ich vermute, ich übernehme die Rolle der Werkstätten und arrangiere etwas, was für meine Tochter passt und wo ich die Bedingungen im Auge behalten kann und auch einen angemessenen Arbeitslohn, den die Werkstätten nicht bieten können. Zudem muß die Arbeit kreativ sein. Egal ob mit GE oder ohne, ein kreativer Mensch wie meine Tochter geht bei stumpfsinnigen Tätigkeiten ein!
Danke für Ihre Perspektive – sehr eindringlich. Herzliche Grüße Die Redaktion
IQ sagt mehr über „Grundvoraussetzungen“ etwas aus.
Ein Mensch mit 100er IQ kann deutlich mehr wissen, als jemand mit 120 IQ. Das geht.
Hier darf man nicht den Fehler machen, dass man IQ mit Wissen gleich setzt. Oder mit Willen zum Wissen.
Die Problematik ist bekannt. Ja, gibt Kinder für welche die Förderschule halt Sinn macht und welche, wo sie keinen Sinn macht. Selbiges gilt für alle Schulen im Prinzip. Auch Schwerpunktschulen. Ebenfalls Privatschulen.
Ich glaube Ihnen, wenn Sie sagen, dass Ihr Kind an Förderschulen leistungsmäßig unterfordert ist/wäre.
Dann stellt sich halt die Frage, warum „Regelschulen“ hier „inkludieren können“, aber Förderschulen nicht. Gerade diese sind eigentlich ja dafür gedacht und das Personal ausgebildet dazu.
Liegt das dann nicht eher an was strukturellem oder „spezieller Förderschulbezug dieser einen Förderschule [stellvertretend auch für weitere]?
Auch die Frage muss man sich halt stellen.
Wie kommt man darauf, dass „I-Kinder“ bei 20-29 weiteren Kindern denn mehr Zeitrahmen bekommen können? Gerade bei einem heftigen SuS/Fachpersonal Teiler als Unterschied.
Warum wird von „Regelschulen“ das (selbstverständlich) abverlangt?
Bei (dieser) Förderschule(n) aber nicht?
Es geht im Prinzip rein „unemotional“ [sorry …] immer um Belastung und Entlastung als Faktoren. Ansonsten ist etwas „schwer tragbar“.
Und die Belastung als Regelschullehrkraft ohne dementsprechende Ressourcen/Rahmenbedingungen ist nicht realistisch machbar. Man wird dem nicht gerecht.
Und wo oder durch was die Belastung und Entlastung herkommen (sollen) … Kann man alles diskutieren und sich Gedanken machen.
Das kann man sich als „Regler“ vorstellen.
Jedes Kind „belastet“ [nicht als „Störrt“, sondern als „kostet Zeit, Aufmerksamkeit, Ressourcen, Platz, usw.].
Je mehr Kinder pro Klasse, desto mehr Belastung.
Gehen wir mal ganz emotionslos ran:
Wenn man jetzt rein hypothetisch [philosophisch] Belastungsfaktoren Zahlen geben und Belastungsgrenzen für Klassen machen, müsste man eben sinnvollerweise „individuell“ regulieren.
Heißt: Ein Belastungsfaktor einer Klasse wäre bei bspw. 30000.
Wenn jetzt jedes Kind einen Belastungsfaktor von 1200 bringt, dann wäre man bei 25 SuS/Klasse.
Jedes weitere Kind würde dementsprechend „den Rahmen sprengen“.
Wenn ein Kind jetzt einen Belastungsfaktor von 3600 bringt, dann wäre hier maximal 23 SuS/Klasse wichtig und sinnvoll.
Wichtig ist, dass sich der Belastungsfaktor auch unter dem Jahr ändern kann.
Das Problem dabei ist … Menschen sind eben keine reinen Zahlen und Werte. Also wir können gar nicht sooo genau evaluieren.
Jedoch generell zu sagen: 25 SuS/Klasse … Macht es ebenfalls nicht tragbar oft. Weil eben die Belastungsfaktoren der Klassen unterschiedlich sind.
Wenn man ein I-Kind hat, dann bestehen normalerweise mehrere Gespräche usw. usf. Alleine das setzt den Belastungsfaktor eben etwas höher.
Jetzt muss man halt „zu den Reglern“ greifen und anpassen.
Will/Muss man 25 SuS/Klasse? Dann schiebt sich der eine Regler etwas hoch in dem Fall.
Entlastung wäre bei „zu hohen Reglern“ beispielsweise ein Regler zu nullen. [24 SuS/Klasse]
Damit das stemmbarer wird.
Oder man nimmt Rahmenbedingungen und Ressourcen dazu [Schulbegleitung], wo es Sinn macht und der Regler halt wieder nach unten geht.
Daher meinte Rede … Wo man bei Grenzrahmen noch belastet, dort muss man entlasten. Entweder an gleicher Stelle [gleicher Regler] oder an anderer Stelle [andere Regler/Gesamtregler].
Ansonsten ist ein Konzept halt nicht tragbar und man wird normalerweise dessen nicht gerecht.
Dass Förderschulen jetzt für jedes „Förderschulkind“ „besser ist“ – halte ich persönlich auch für ein Gerücht.
Allerdings haben diese potentiell mal andere Regler.
Und darum geht es evtl. auch.
Wenn man „jeden Regler gleich hoch stellt als Lehrkraft“ – dann wird es halt zu „friss oder stirb“.
Macht man es nicht und die Regler sind zu hoch … Könnte der eigene Regler halt zum Burnout gehen.
Passt man die Regler jeweils „individuell an“, dann vergibt man halt „verschiedene Prios und Zeiten/SuS“.
Hat alles so seine Vor- und Nachteile. Und auch „Fairness“ ist hier ein „offener, variabler Begriff“. Was ist schon „Fair“? Für wen? Und kann das [ein Schulsystem] überhaupt fair sein?
Und selbstverständlich gibt es I-Kinder mit sehr sehr hohem Regler und welche mit niedrigem Regler.
Genauso wie es „andere Kinder“ mit sehr sehr hohem Regler gibt und welche mit niedrigem Regler.
Klar.
Aber wir regeln lieber nach „Klassenteiler“. Macht es einfacher zur Erhebung und Regelung. „Fair“ ist das nicht …