Start Politik Von Kitas bis KI: Elternrat und Schülervertretung fordern umfassende Bildungsreformen

Von Kitas bis KI: Elternrat und Schülervertretung fordern umfassende Bildungsreformen

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STUTTGART. Nicht noch einmal Defizite beschreiben, sondern konkrete Lösungen entwickeln – mit diesem Anspruch haben Bundeselternrat und Bundesschüler*innenkonferenz erstmals zu einem Chancengipfel eingeladen. Mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erarbeiteten in Stuttgart ein gemeinsames Strategiepapier. Es bündelt Vorschläge für Digitalisierung, Gesundheit, Unterrichtsqualität und Chancengerechtigkeit. Nun soll sich auch die Kultusministerkonferenz mit den Empfehlungen befassen.

An die KMK… (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Temperaturen von bis zu 39 Grad, zahlreiche Veranstaltungen wurden verlegt oder abgesagt – der erste Chancengipfel von Bundeselternrat (BER) und Bundesschüler*innenkonferenz (BSK) fand trotzdem statt. Mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter aus 14 Bundesländern diskutierten fünf Stunden lang über Reformen für das deutsche Bildungssystem. Das Ergebnis: ein zwölfseitiges Strategiepapier. Das wurde anschließend an den baden-württembergischen Staatssekretär Andreas Deuschle (CDU) übergeben.

Politische Unterstützung erhielt die Initiative auch aus Sachsen-Anhalt: Jürgen Böhm (CDU), Staatssekretär im dortigen Bildungsministerium, kündigte an, die Empfehlungen in die Beratungen der Kultusministerkonferenz einzubringen. Andreas Deuschle sagte den Initiatoren zudem ein weiteres Treffen innerhalb von drei Wochen zu.

„Wir wollten ein Format schaffen, das der Realität im Bildungssystem gerecht wird: weniger Bühne, mehr Zusammenarbeit. Wenn Eltern, Schüler*innen, Lehrkräfte und Politik fünf Stunden lang gemeinsam an einem Tisch sitzen, entsteht etwas, das keine Podiumsdiskussion leisten kann“, erklärt Aline Sommer-Noack vom Bundeselternrat.

Das Strategiepapier versteht sich ausdrücklich als Impuls für die weitere Arbeit der Kultusministerkonferenz und anderer bildungspolitischer Entscheidungsträger. Ausgangspunkt ist die Einschätzung, dass die zentralen Herausforderungen des Bildungssystems nicht getrennt voneinander gelöst werden können. „Die Herausforderungen unseres Bildungssystems stehen nicht isoliert nebeneinander. Digitalisierung, Gesundheit, Unterrichtsqualität und Chancengerechtigkeit beeinflussen sich gegenseitig“, heißt es in dem gemeinsamen Statement. „Nachhaltige Verbesserungen werden nur gelingen, wenn diese Themen gemeinsam gedacht und ressortübergreifend bearbeitet werden.“

„Schüler lernen nicht für das System – das System muss für die Schülerinnen und Schüler da sein“

Entsprechend gliedern sich die Empfehlungen in vier Handlungsfelder. Im Bereich Digitalisierung fordern die Teilnehmer unter anderem verbindliche Ziele für die digitale Schulentwicklung, mehr Transparenz beim Einsatz der Mittel aus dem DigitalPakt, bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für digitale Anwendungen und Künstliche Intelligenz sowie langfristig ein gemeinsames digitales Ökosystem für Schulen. Aus den Beratungen stammt auch die Forderung: „Wir brauchen einen Krisenstab für digitale Bildung.“

Im Themenfeld Gesundheit und Wohlbefinden sprechen sich die Beteiligten für den Ausbau multiprofessioneller Teams, mehr Schulgesundheitsfachkräfte, verbindliche Kinderschutzkonzepte sowie eine stärkere Verankerung der Gesundheitsbildung aus. „Gesundheit darf nicht als Zusatzaufgabe verstanden werden – sie ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen“, heißt es in den dokumentierten O-Tönen der Arbeitsgruppe.

Beim Lehrkräftemangel und der Unterrichtsqualität schlagen die Autorinnen und Autoren unter anderem mehr Kooperationen mit außerschulischen Partnern, den Ausbau erfolgreicher Modelle wie „LifeTeachUs“ (das in Berlin Ehrenamtler für Vertretungsstunden einsetzt), ein bundesweit etabliertes duales Lehramtsstudium sowie den Abbau föderaler Hürden bei der Lehrkräftemobilität vor.

Besonders umfangreich fallen die Empfehlungen zur Chancengerechtigkeit aus. Sie reichen von einer stärkeren Sprachförderung vor der Einschulung über eine Ausweitung des Startchancenprogramms auf Kitas bis zu einer engeren Zusammenarbeit von Schulen, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Kommunen. Bildungsgerechtigkeit könne, so das Papier, „nicht allein durch Schule hergestellt werden“. Zugleich formuliert die Arbeitsgruppe einen grundsätzlichen Anspruch: „Schüler lernen nicht für das System – das System muss für die Schülerinnen und Schüler da sein.“

Über alle Themen hinweg ziehen sich fünf gemeinsame Leitgedanken durch das Papier: Bildung solle konsequent vom Kind aus gedacht werden, erfolgreiche Maßnahmen verbindlich statt freiwillig umgesetzt werden, multiprofessionelle Zusammenarbeit zum Regelfall werden, bewährte Konzepte schneller zwischen den Ländern übertragen und Bildung als langfristige Zukunftsinvestition verstanden werden. Die Kultusministerkonferenz wird aufgefordert, erfolgreiche Praxis systematisch sichtbar zu machen, Innovationen zu fördern und Schülerinnen, Schüler sowie Eltern dauerhaft an bildungspolitischen Entscheidungen zu beteiligen.

Auch für die Initiatoren soll der Chancengipfel keine einmalige Veranstaltung bleiben. „Wenn wir Bildung wirklich verbessern wollen, müssen wir alle an einem Tisch sitzen – und zwar nicht, um Probleme zu wiederholen, sondern um Verantwortung zu übernehmen. Genau das macht den Chancengipfel aus“, sagt Leander Heydenreich von der Bundesschüler*innenkonferenz. Nach Angaben der Veranstalter soll das Format ausgebaut werden. Langfristig sei das Ziel, alle 16 Bildungsministerien regelmäßig an einem gemeinsamen Arbeitsprozess zu beteiligen. News4teachers

Nach IQB-Debakel: KMK beschließt „Roadmap“ für bessere Schülerleistungen (vergisst aber, konkrete Zielmarken zu benennen)

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18 Kommentare
Canishine
15 Tage zuvor

Bildung solle konsequent vom Kind aus gedacht werden, erfolgreiche Maßnahmen verbindlich statt freiwillig umgesetzt werden“
Erfolgreiche Maßnahmen wie Vokabellernen, dem Unterricht folgen, Übungsaufgaben machen usw. oder pünktlich zum Unterricht erscheinen, ein Heft (sorgfältig) führen (vom Kind aus gedacht)?

DerechteNorden
15 Tage zuvor

„Schüler lernen nicht für das System – das System muss für die Schülerinnen und Schüler da sein.““

Ähem, doch die S*S lernen für das System. Sie sollen nämlich später mündige, demokratisch-gesinnte Menschen sein, die der staatlichen Gemeinschaft nützen.
Der zweite Punkt ist kein Gegensatz dazu, sondern eine logische Konsequenz aus Ersterem.
S*S können nur gut (also mit den oben genannten Ergebnissen) für das System lernen, wenn das System für sie da ist.

Wie man darauf kommt, dass ein Staat Schulen, die er zur Verfügung stellt, nicht darauf ausrichten sollte, was ihm nützt, verstehe ich immer noch nicht.

nachdenklich
15 Tage zuvor

Das ist wie mit den Lehrbüchern. Es gibt kein Buch, das allen gefällt. Jeder hat irgendetwas auszusetzen. So ist es auch mit der Schule: Es gibt keine Art von Schule, die allen gefällt. Immer hat irgendwer was auszusetzen, ist zu viel dies und zu wenig das. Man muss einen Kompromiss finden und der soll dann halt mal eine Weile gelten.

Rüdiger Vehrenkamp
15 Tage zuvor

Ach… die „multiprofessionellen Teams“ mal wieder. Die lassen sich ja in jedem guten Forderungskatalog, der was von sich hält, finden. Noch immer gibt es aber das Personal dafür nicht, egal wie oft ich das auf die Wunschliste setze. Vom dafür notwendigen Geld fange ich am besten gar nicht erst an. Und so oft wie diese Forderung kommt, so oft werde ich den passenden Kommentar dazu abgeben.

Zu den ganzen angedachten Programmen sei zu sagen, dass Eltern bzw. Familien vorhandene Angebote schon nicht wahrnehmen. Wir beobachten das jedenfalls vermehrt. Gründe: mangelndes Interesse und keine Verbindlichkeiten oder Verpflichtungen. Wer keinen Bock hat, der kommt halt nicht. Ich kenne auch kein Kind, das intrinsisch am Nachmittag unbedingt seine Defizite in Mathematik oder Deutsch ausgleichen will.

Vielleicht sollte man parallel zum „Chancengipfel“ noch einen „Pflichtgipfel“ einführen, denn was bringt das breiteste Angebot, wenn die Nachfrage vom entsprechenden Klientel überhaupt nicht vorhanden ist? Meist geht man von benachteiligten Kindern oder Familien aus, die ganz unbedingt ihre Defizite ausgleichen oder hinter sich lassen wollen. Ja, vereinzelt gibt es das. Doch einer großen Mehrheit – so unsere Beobachtung – ist es schlicht und ergreifend egal. Denn jede Chance ist mit eigener Arbeit verbunden, die viele oft nicht bereit sind zu leisten.

Bla
15 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„„Noch immer gibt es aber das Personal dafür nicht.“

Doch, gibt es. Pflegekräfte haben sich unlängst selbst zu Wort gemeldet, weil sie gerne an Schulen arbeiten würden:“

Gibt wohl um die 30000 Schulen, oder?
Ca. 17000 als „Standortzusammenfassungen“.

Gehen wir von 11,5 Mio SuS aus bei 20-25er Teilern wären das zudem grob 500000 – 600000 Klassen.

D. H. eine Stelle wäre für 3 Schulen zuständig?
Oder wie?
Jede Person für ca. 50-60 Klassen im Schnitt?

Also klar, jede Stelle ist wichtig und richtig.
Aber ob es tatsächlich genug Personal gibt – ist das so?
Frage jetzt nicht um „zu sticheln“, sondern aus Interesse und Neugierde, sowie Skepsis.

„Darüber hinaus gibt es mehrere Tausend selbstständige Lerntherapeuten und Ergotherapeuten in Schulen“

Die allerdings oft über Privathonorare anbieten. Teilweise mit Förderung, teilweise ohne Förderung und teilweise als „Mix“.
Würde der Staat hier attraktiv genug selbst langfristig bezahlen?

„entsprechende Stellen vorausgesetzt – sicher gerne an Schulen arbeiten würden. “

Arbeiten einige ja. Aber oft eben auf Privathonorar. Das jetzt nicht unbedingt sooo wenig.

„Es gibt rund eine halbe Million Verwaltungsfachangestellte.“

Wobei diese ja überall eingesetzt werden (können)?
Bin ja diesbezüglich auch ausgebildet. Angebote stehen ohne Ende frei. Gesucht wird.
Aber ja, hier sollte man ebenfalls mehr Ausschreiben. Definitiv.

„Im Kita-Bereich ist es gelungen, den Personalbestand von 465.000 (2013) auf 702.000 (2023) zu steigern – weil es die entsprechenden Stellen gab. “

Und warum noch?
Weil es Anerkennungen/Anrechnungen gab/gibt.
1. StEx wird jetzt anerkannt.
KinderpflegerIn als „ErzieherIn“ die „Gleichstellung“ [ist sie nicht ganz … Als Teiler zählt sie halt nicht, aber zumindest kann man jetzt in die Kita-Leitung damit inzwischen].
Weitere Anerkennungen gab es ebenfalls während und nach diesem Zeitraum.
FSJ und co. müsste auch eingerechnet sein, oder?
Hilfskräfte ebenfalls.

Zahl der betreuenden Kinder ist gestiegen. Gerade im „< 3-Jährigen Bereich" ist der Schlüssel oft ein besserer Betreuungsschlüssel.
Teilzeitquote blieb meines Wissens nach etwa Konstant – spielt auf die Einteilung und der Planung [und auch Personalschlüssel] auch eine Rolle.

Kommunaler Bau wurde vorangetrieben. Was sehr gut ist. Den Platz gab es ja zuvor gar nicht.
[Müsste man bei Schulen auch machen]
Einige Kitas bauen jetzt über Jahre weiter und warten/werden "ausgesondert" [alternative Nutzbereiche].

Also auch weiterhin gilt … Fachkräftemangel und "komische Personalplanung" [eine Kita hier vor Ort bekommt bspw. deshalb keine neuen Fachkräfte, obwohl sie dies bräuchte und sogar einige Bewerber da wären – aber durch Teilzeit usw. werden die Stellen leider auch "geblockt".]
Darüber hinaus sind Ausbildungsschulen ja so gestaltet, dass sie die Kitas in der Praxisphase bei der Ausbildung betreuen – also besuchen müssen.
Diese Kita würde liebend gerne ausbilden, bekommt immer wieder Anfragen – würde sie sehr gerne auch annehmen. Aber … Schule will nicht hinfahren.
Finde ich persönlich auch strukturell eine fragwürdige Sache.
Gerade "am Land" dann durchaus ein Problem.

"Ihre ewige Leier „geht nicht, gibt’s nicht“ – ist falsch."

Man könnte zumindest etwas machen. Also jeder Weg in die "richtige" Richtung … Ist gut.
Scheitert halt oft schon an strukturellen Wahnsinn und Bürokratie. Zudem am tatsächlichen Willen.
Auch der Fokusbereich ist halt eben nicht "Schule". War jetzt erstmal Kita.
Jetzt kommt Hort.
Und dann schaut man mal …

"Und dass es hilfsbedürftige junge Menschen geben soll, die sich nicht helfen lassen wollen, ist eine Wahrnehmung, die Ihrem düsteren Menschenbild geschuldet ist."

Ist ein Teil der Realität. Kommt auf den Bereich halt an und der strukturellen Umsetzung.
Wem will man denn auch verübeln, dass sie wenig Bock drauf haben, dass man bei bspw. einer LRS Förderung noch eine Stunde überbrücken müss(t)en und danach noch eine Stunde länger haben, als "die anderen".
Dazu kommt oft noch sowas wie "Resignation". Bei manchen ist es auch "Resilienz und Motivation" – gerade, weil es halt bei "Verschiebung der Förderung nach hinten" oftmals einfach deutlich anstrengender und aufwändiger ist.
Strukturelle Gegebenheiten und Problemfelder.

Sehen Sie das etwa anders? Glauben Sie, dass alle sofort "ja" schreien?

Bei Beratungen ist das doch ein Alltagsthema. Nicht alle wollen. Verstehe ich auch. Klar.

Bla
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Stellen ausschreiben, gute Arbeitsbedingungen bieten, Perspektiven im Beruf bieten (kein Stellen-Hin-und-Her), dann schauen, ob’s so gut wie im Kita-Bereich funktioniert – und (erst) dann meckern, wenn nicht.“

Wäre ein gutes Vorgehen und ein sinnvolles Ziel.

„Wir schlagen diese Vorgehensweise vor. Sonst könnte man meinen, Sie wollen gar keine Verbesserung, weil sich aus dem Jammertal natürlich auch politisch Kaptital schlagen lässt.“

Verständlich. Allerdings wird das zum einen doch parallel „zum Jammern“ gemacht?
Sämtliche Experten raten ja dazu.
Zum anderen zeigt „Jammern“ normalerweise auch Fehlzustände auf? Kann es zumindest.
Zudem zeigt es deutlich das Misstrauen über die Stellung besserer Systematik dem Staat/AG gegenüber. Was ja auch so ist.

„„Ist ein Teil der Realität.“ Ist eine Frage des Ansatzes: Resignation – lässt sich ändern. Braucht aber Zeit und Geduld. Die Erwartung, es müssten alle sofort „ja“ schreien, ist Teil des Problems. Weil sie die Lebenssituation und damit die Herausforderungen benachteiligter (junger) Menschen ignoriert.“

Das stimmt.
Man muss jedoch auch bedenken, dass man halt einen „Ist-Zustand“ tatsächlich hat.
Von einem „Haben-Zustand“ können und dürfen wir sprechen und träumen.
Der Rahmen dazu muss jedoch erst gemacht werden. Und den stellt halt der AG/Staat/Kommune/Politik.

Resignation gibt es ja in verschiedenen Ebenen und Bereichen. Nicht nur die der Kinder, sondern vermehrt denke ich auch der Eltern und auch der Lehrkräfte.
Belastung und Frust steigt.
Die Tendenz geht zur Belastung ohne wirkliche Entlastung.
Und dann landen manche auch bei „Resignation“ (leider).

„Ist aber politisch/populistisch opportun, wie die Bürgergeld-Debatte zeigt: Verschärft wird der Druck auf alle – dabei betrifft das Problem der „Verweigerung“ gerade mal 0,4 bis 0,8 Prozent der Bezieher. Hauptsache Symbolpolitik, Hauptsache Vorurteile bedient.“

Das ist das Problem dabei. Eines davon.
Nur: Wie ändern? Wenn man selbst nicht die Entscheidung darüber hat.
Ca. 16000 sind „Totalverweigerer“ – Druck bekommen alle ab.
Bei Schule fehlen die Rahmenbedingungen. Kann oder will man sie nicht stellen … Muss eben auch hier ein Sündenbock herhalten. Und das ist dann „Schule“. Oder „Eltern“. Oder „Kinder“. Oder „Inklusion“. Oder „Lehrer“. Oder „…“.

Ändert nur leider nichts daran, dass keiner von uns die Rahmenbedingungen letztendlich entscheidet und stellen kann. Nur in klein(st)en Rahmen. Und das oft auf Kompromissen basiert, statt auf „sinnvollen Mechanismen“.

Nur arbeiten wir halt vor Ort. Mit genau den Rahmenbedingungen, die gegeben sind. Und dort kann man durchaus (erstmal) „jammern“.
Wird genau so wenig oder viel bringen wahrscheinlich wie „wir fordern jetzt“ [was „wir“ ja sowieso als Kollektiv machen].

Soll man sich hinstellen und sagen: Geil, passt schon. Das schaffen wir schon.
Und dann geht man davon aus, dass investiert wird?
Genau das gibt doch das Zeichen „och, die machen das. Warum haben die immer gejammert? Geht doch. Drücken wir weiter die Zitrone. Geht offensichtlich ja mehr“

Dilemma bleibt Dilemma.
Ein Zeichen wäre tatsächlich mal mit den von Ihnen benannten Sachen anzufangen. Nur wartet man vergebens darauf.

Bis 2031 muss man erstmal zudem „den Hort“ im Blick haben. Ganztag. Gesetzeslage.
Da bleibt wenig für Stellen ausschreiben „am Vormittag“ [Hort werden ausgeschrieben aktuell … Muss ja.]. Da bleibt leider wenig mit „gute Arbeitsbedingungen bieten“ [außer für den Hort – VöD-SuE wird heiß werden].
Und dann sagt man politisch wieder: Sorry, kein Geld. Wir mussten … Kita, Hort, …
Das ist meine Einschätzung zumindest.

Kita war Prio
Hort ist/wird weiterhin Prio
Schule schaut man dann mal [geht ja irgendwie … Muss es auch. Gibt zudem nur Ausgaben, keine Einnahmen im Gegensatz zu anderem].

Wenn man „zu viele Baustellen“ hat [und aufgemacht hat …], kommt man halt schwer hinterher diese abzuarbeiten.
Daher Prioritäten.

Weiß nicht … Sehe da einfach aktuell wenig „Optimismus“ in Bereich auf „qualitative Schule am Vormittag“. Hort bietet evtl. Chancen. Werden ggf. einige wechseln. [Von Kita und von Schule]
Aber auch das wird den Mangelbereich halt nur verschieben. Nicht lösen.

Sorry, wenn ich so pessimistisch inzwischen bin. Kommt nur nicht „ohne Grund“ halt.

Also: Willen und Tendenzen zeigen als Staat. „Vertrauen“ bekam man jetzt sehr lange. Probleme sind bekannt. Jetzt geht es darum, ob man „Leute mitnimmt/abholt“.
Nur durch „ständige Mehrbelastungen“ … Holt man kaum jemanden ab. Fehlt die Entlastung.
Daoismus: Jing und Jang [wäre hier nicht im Einklang]

DerechteNorden
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Verschärft wird der Druck auf alle.“ Nichts für ungut, aber wenn es so wenige Menschen gibt, die nicht nach den Regeln spielen, dann spielt die Verschärfung von Sanktionen auch keine Rolle. Nur für diejenigen, die sich total verweigern.
Interessant fand ich, was Frau Nahles gestern dazu sagte, nämlich dass sie die Maßnahmen begrüße.

Mich wundert es immer wieder, dass man den berühmten Tritt in den Hintern (rein bildlich gesprochen, versteht sich) in gewissen Kreisen so ablehnt, obwohl dieser zusammen mit Unterstützung Wunder bewirken kann.
Wie will man Menschen helfen, die es sich – aus welchen Gründen auch immer – in einem Leben, das weder für selbst noch für ihre Kinder gut ist, so eingerichtet haben, so dass sie Angebote nicht annehmen?!
Ich finde es umgekehrt verantwortungslos von unserem Staat, dass er Menschen einfach machen lässt. Insbesondere junge Menschen. Ich habe das schon mehrmals im schulischen Kontext erlebt und erlebe es gerade im Bekanntenkreis.
An meiner Schule diskutieren wir das andauernd. Und wir sind alle keine Hardliner, sondern sehr darauf bedacht, unsere Schülys zu unterstützen, ihnen Perspektiven zu eröffnen, wir führen gemeinsam mit unseren Schulpädagog*innen Gespräche, wir bahnen Termine mit außerschulischen Expert*innen für sie und ihre Eltern an usw.
Unsere und die Erfahrungen zehntausend anderer in Schule Tätigen werden aber komplett ignoriert. Auch von Ihnen und Ihren „Expert*innen“. Das wird das alles als irgendwie sonstwas „rechts-bla-blubb“ abgetan.

Druck ist nicht falsch. Schauen Sie sich doch mal selbst an, bitte! Gäbe es keinerlei Druck in Ihrem Leben, würden Sie gewisse Dinge garantiert auch nicht erledigen. Falls Sie das Gegenteil behaupten, glaube ich Ihnen nicht.

DerechteNorden
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Druck? Definieren Sie doch bitte einmal „Druck“.
Ich sehe überall viel zu wenig Druck. Das habe ich oben auch erklärt. Und Lehrkräfte aller Couleur bestätigen das.
Leider sind hier nur sehr wenige von uns aktiv.

Bla
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Jap, Zirkelschluss.
– Wenig Ressourcen und schlechte Rahmenbedingungen als Ausgangsbedingung
-> Forderung an Schulen/Lehrkräfte ohne Förderung
-> Forderungen werden weitergegeben – durch schlechte Voraussetzungen aber nicht haltbar
-> Friss oder stirb vs. Leben und leben lassen (wie auch immer)
-> Stellt halt kein gutes System da

Auch hier wieder … Bildungspflicht, statt Präsenzpflicht.
Dann kommt man hier zumindest „offener raus“. Aus dem Zirkelschluss.

Will man keine direkten Entlastungen und bessere Rahmenbedingungen stellen [bzw. stellt man es nicht] … Müsste man das System eben anpassen.

Alles andere wird langfristig noch weniger funktionieren, wenn halt nichts kommt … Was erwartet man denn?

DerechteNorden
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

? Habe ich geschrieben, dass man nicht fördern (unterstützen) sollte?
Nö!!!
Ich behaupte lediglich, dass man AUCH fordern (also Druck ausüben) können sollte.
Sie hingegen möchten nur fördern.

Hans Malz
14 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Der Staat“ sind doch wir alle … hab ich von Ihnen zumindest sonst immer gelesen.

„Frau Nahles mag das (aus Gründen der Koalitionsraison) unterstützen.“ – Ist eine Unterstellung. Vielleicht hat sie auch einen anderen Einblick, den die IG Metall nicht hat (auch eine Unterstellung).

dickebank
14 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Nee. „L’etat c’est moi“ und die anderen können mich mal …

dickebank
14 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Fester Metall: Eisen,
Flüssiges Metall: Quecksilber,
Überflüssiges Metall: IG Metall

Maybe
15 Tage zuvor

„Doch einer großen Mehrheit – so >>unsere<> Der Pluralis Majestatis (auch „königliches Wir“) ist ein rhetorisches Stilmittel, bei dem eine einzelne Person – historisch meist Monarchen oder religiöse Führer – die Mehrzahlform (Wir/Uns) verwendet, um sich selbst zu bezeichnen. Es dient dazu, Macht, Würde und den göttlichen oder hoheitlichen Anspruch zu unterstreichen. by wikipedia