DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalen hat die schrittweise Anhebung der Einstiegsbesoldung für Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I auf A13 abgeschlossen. Was als Aufwertung des Lehrerberufs gedacht war, schafft nach Darstellung des Verbands lehrer nrw jedoch ein neues Problem: Seit dem 1. August sind in der Sekundarstufe I Eingangsamt und erstes Beförderungsamt besoldungsgleich. Zusätzliche Aufgaben, die bislang mit einem beruflichen Aufstieg verbunden waren, können damit übernommen werden, ohne dass sich dies noch im Grundgehalt niederschlägt. Der Verband warnt vor Folgen insbesondere für Haupt- und Realschulen – und sieht langfristig sogar die Nachwuchsgewinnung gefährdet.

Mit dem neuen Schuljahr ist in Nordrhein-Westfalen eine besoldungspolitische Reform vollständig wirksam geworden, die die Landesregierung 2022 beschlossen hatte: Die Einstiegsbesoldung von Lehrkräften im Bereich der Primarstufe und der Sekundarstufe I wurde schrittweise von A12 auf A13 beziehungsweise bei Tarifbeschäftigten auf EG13 angehoben. Nach Angaben von lehrer nrw kostet das Land die Umstellung rund 900 Millionen Euro. Der Verband bewertet die grundsätzliche Anhebung ausdrücklich als Zeichen der Wertschätzung.
Doch mit dem Abschluss der Überführung zum 1. August 2026 tritt in der Sekundarstufe I ein Effekt ein, vor dem lehrer nrw nach eigenen Angaben bereits seit Vorstellung des Stufenplans im September 2022 gewarnt hatte: Während das bisherige Eingangsamt von A12 auf A13 angehoben wurde, blieb das erste Beförderungsamt bei A13. Damit liegen beide Ämter nun auf derselben Besoldungsstufe.
Aus Sicht des Verbands verliert damit ein Instrument an Wirkung, das bislang berufliche Entwicklung innerhalb des Kollegiums ermöglichen sollte. Denn Beförderungsstellen sind nach Darstellung von lehrer nrw in der Regel mit zusätzlichen Aufgaben im Schulbetrieb verbunden. Wenn eine Lehrkraft dafür zwar mehr Verantwortung übernimmt, die Beförderung aber keine höhere Besoldung mehr mit sich bringt, könne die Bereitschaft sinken, solche Aufgaben zu übernehmen.
„Leider hat die Landesregierung sämtliche diesbezüglichen Anregungen und Warnungen konsequent ignoriert“, kritisiert Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw. „Indem Beförderungsämter im Sek I Bereich von der Besoldungsanpassung ausgeklammert werden, dürfte die Bereitschaft zur Übernahme einer Zusatzaufgabe im Schulbetrieb, die in der Regel an das Beförderungsamt gekoppelt ist, sehr schnell gegen Null gehen.“
„Darunter leiden vor allem kleinere Systeme wie Hauptschulen und Realschulen, deren Schulleitungen damit ein wichtiges Führungsinstrument aus der Hand geschlagen wird“
Damit richtet sich die Kritik nicht gegen die A13-Anhebung selbst, sondern gegen deren Folgen für die weitere Laufbahnstruktur. Wer neu in den Schuldienst eintritt oder bislang im Eingangsamt beschäftigt war, erreicht nun dieselbe Besoldungsgruppe wie Kolleginnen und Kollegen, die ein erstes Beförderungsamt innehaben. Nach der Darstellung des Verbands ist damit der finanzielle Abstand verschwunden, der bislang den Aufstieg und die Übernahme zusätzlicher Verantwortung begleitet hatte.
Besonders problematisch sei dies an kleineren Schulen. Christoffer nennt ausdrücklich Haupt- und Realschulen. Dort könne die Schulleitung darauf angewiesen sein, zusätzliche Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen und dafür Beförderungsstellen als Führungs- und Entwicklungsinstrument einzusetzen. Wenn die Übernahme eines solchen Amtes finanziell keinen Unterschied mehr macht, verliere dieses Instrument einen wesentlichen Teil seiner Attraktivität.
„Darunter leiden vor allem kleinere Systeme wie Hauptschulen und Realschulen, deren Schulleitungen damit ein wichtiges Führungsinstrument aus der Hand geschlagen wird. So bremst Schwarz-Grün Schulentwicklung aus und schickt die betroffenen Lehrkräfte mit einem echten Motivationskiller ins neue Schuljahr“, erklärt Christoffer.
Welche konkreten Aufgaben an den einzelnen Schulen mit den Beförderungsämtern verbunden sind und wie viele Stellen landesweit von der Besoldungsgleichheit betroffen sind, geht aus der Mitteilung des Verbands nicht hervor. Auch Angaben dazu, ob und in welchem Umfang sich bereits weniger Lehrkräfte auf entsprechende Funktionen bewerben, enthält sie nicht. Die Warnung vor einem Rückgang der Bereitschaft stützt sich damit zunächst auf die erwartete Wirkung der veränderten Besoldungsstruktur.
Der Konflikt berührt allerdings mehr als die Frage, ob eine einzelne Zusatzaufgabe attraktiv bleibt. lehrer nrw sieht auch die Laufbahnperspektiven in der Sekundarstufe I grundsätzlich betroffen. Wenn zwischen dem Einstieg und dem ersten Beförderungsamt kein Besoldungsunterschied mehr besteht, schrumpfen aus Sicht des Verbands die sichtbaren Aufstiegsmöglichkeiten für Lehrkräfte, die nicht in die Schulleitung wechseln wollen.
Damit verbindet lehrer nrw seine Kritik mit der seit Jahren schwierigen Personalgewinnung insbesondere an Schulformen der Sekundarstufe I. Der Verband befürchtet, dass fehlende Entwicklungsmöglichkeiten diese Schulen im Wettbewerb um Nachwuchs zusätzlich schwächen könnten. Ob sich dieser Effekt tatsächlich einstellt, lässt sich aus der Mitteilung nicht ableiten; entsprechende Daten legt der Verband nicht vor. Christoffer warnt jedoch vor einer langfristigen Verschärfung des Lehrkräftemangels.
„Wer will schon an eine Schule, in der es jenseits von Schulleitung keinerlei Laufbahnperspektiven und Aufstiegschancen gibt? Wir fordern die Landesregierung daher nochmals auf, ihrem Bekenntnis zur Attraktivitätssteigerung des Lehrberufs auch für die Sek I Taten folgen zu lassen.“ News4teachers
Mehr Geld für Schulleitungen: Ministerium verteidigt umstrittene Grenze von 360 Schülern
Das betrifft aber auch zahlreiche Grundschulstellen, die für A13 ausgelobt wurden. Hübsch verbunden mit einer fetten Zusatzaufgabe (meist im Bereich der Medienbeauftragten). Die gucken nun auch in Röhre. Hätte man sich denken können….
Tja, so ist das nun….
Ist eigentlich der Medienbeauftragte in der Grundschule automatisch gleichzeitig der Digitalisierungsbeauftragte? Dann hat man immerhin diese eine Entlastungsstunde.
Nein, ist nicht dasselbe, und können auch zwei Personen sein….
Solche Stellen wird man nur noch mit einer erheblichen Unterrichtsentlastung vergeben können. Diese Stunden kommen dann aber aus dem allgemeinen Entlastungstopf, aus dem auch die Schulleitungsstunden entnommen werden.
Oder kurz: Das erste Beförderungsamt im Primar- und Sek I-Bereich, das nicht als erste Stufe in Richtung Schulleitung nutzbar ist, wird wegen Work-Life-Balance kaum noch besetzt werden können. Die richtige Hinterkarte haben die gezogen, die sich kürzlich auf A13 mit echter Zusatzaufgabe haben befördern lassen, bei Gefälligkeitsbeförderungen ist das relativ egal.
Jepp, von denen spreche ich. Da wurden Beförderungslose Stellen für die Grundschule bereitgestellt, die jeweils mit einer fetten Zusatzaufgabe verbunden waren. Einige, wenige haben sich darauf beworben und nun haben sie eben diese Aufgabe, bekommen aber dasselbe Geld wir alle anderen auch….tjoa…..
Diese Stellen gibt es ja nun nicht mehr….macht ja auch keinen Sinn….
Und wir reden hier von Entlastungsstunden…..wir haben übrigens 4 für das gesamte Kollegium……
Lässt man sich halt wieder zurückstufen … machen einige Schulleitungen an Hauptschulen auch gerade.
SH hier. Unsere Grundschulen haben das Problem nicht, da es Beförderungen, Beförderungsämter, Funktionsstellen oder irgendeine andere Form von Karriere (jenseits von SL) schlicht nicht gibt.
Bei uns gibt es außer der Schulleitung keinerlei Beförderung. Zusatzaufgaben (auch Meiden und Fachleitungen) werden on Top gemacht…
In meinem Bundesland auch nicht (Bayern). Für gewisse Zusatzaufgaben gibt es Ermäßigungsstunden.
Ich hätte da eine Idee: Wer Zusatzaufgaben übernimmt, bekommt diese extra vergütet!
Alternativ gibt es eine Arbeitszeiterfassung und entsprechende Anrechnung auf die Arbeitszeit, also weniger Unterricht, um Zeit für die zusätzlichen Aufgaben zu haben.
Wird schwierig sobald es die Arbeitszeiterfassung gibt, weil bei den meisten Beförderungsämtern der zeitbedarf deutlich höher ist als die höhere Vergütung
So wird den ganzen Karriereristen an GS und Schulen der sekI das Handwerk gelegt:)
Ohne Beförderung entfällt leider die „Mitarbeit bei …“
Fand ich schon früher lustig, an der GE erhielten A13er für die Mitarbeit in der Schulbibliothek A14 und die dummen SekIer für die gleiche Arbeit A13.
Naja, die Erhöhung zielt ja erstmal auf Nachwuchsgewinnung, daher würde ich die – sofern eine Wirkung nachgewiesen ist/wird – erstmal nicht zurückdrehen…
„Denn Beförderungsstellen sind nach Darstellung von lehrer nrw in der Regel mit zusätzlichen Aufgaben im Schulbetrieb verbunden.“
Stattdessen vielleicht Anrechnungsstunden? Also WIRKLICHE 😉
Bei diesem Problem geht wirklich gar nichts voran. Das Ministerium blockt einfach sämtliche Anfragen dazu ab. Wahrscheinlich wird es wieder zehn Jahre dauern, bis hier endlich reagiert wird. Dann sind natürlich viele gute Kollegen schon tot.
A13 ist als Gehalt im Vergleich zum deutschen Durchschnittslohn überaus großzügig. Dazu die Zuschläge (z.B. Familie) Viel Ferien und eine üppige Pension, etc, etc. Aber meckern geht immer 🙂
Die Familienzuschläge werden doch nur für Partner und Kinder bezahlt.
Der Durchschnittslohn von Ärzten, Juristen und Ingenieuren ist nicht niedriger.
„Großzügig“ ist übrigens ein sehr geiles Wort im Zusammenhang mit bezahlter Arbeit. Ach wie großzügig vom Staat, dass er seine Akademiker für ihre Arbeit auch noch entsprechend besoldet. Essensmarken und ein Griff in den Kleidercontainer würden völlig ausreichen.
Es meckert keiner über das Geld, aber wenn mein Sitznachbar für das gleiche Geld weniger arbeiten muss, dann komme ich ins Grübeln. Sie nicht?
Das A13 Problem hat man sich selbst geschaffen. Man hat die Ausbildung aller Lehrkräfte auf Masterstudium ausgeweitet. Dann muss man auch entsprechend alle Lehrkräfte nach ihrer Qualifikation im höheren Dienst bezahlen.
Muss ein Grundschullehrer ein Masterstudium haben? Das ist ja die zentrale Frage, wo man ansetzen sollte
Das geht am Problem völlig vorbei.
Es geht nicht darum, ob A13 ein gutes Gehalt ist. Es geht darum, welchen Anreiz es für die Übernahme zusätzlicher Aufgaben, die mit längerer Arbeitszeit verbunden sind, geben soll.
Wer kühl rechnet, sagt selbstverständlich: „Warum sollte ich mehr arbeiten, wenn es dafür nicht mehr Geld gibt?“
Diese Drohne hat gerechnet.
Eine „echte“ Beförderung würde sich nur auf eine Schulleiterstelle lohnen – dann hat man aber kein Privatleben mehr. Mal abgesehen von allem anderen, was so eine Stelle mit sich bringt.
Bei allen anderen Konstruktionen (!) ist es netto lohnender, zum Mindestlohn am Samstag/Sonntag Zeitungen auszutragen.
Eine Versetzung ins Dezernat könnte wieder angenehmer werden. Keine Arbeit an der Front mehr, dafür Home Office und Elfenbeinturm.
Bloß wie? Wiiiiieeeee da rankommen?
Nur ist der Durchschnitt der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten irrelevant für den Vergleich.
Wenn schon denn schon, dann ist der Durchschnitt aller Einkommen von Hochschulabsolventen eine Vergleichsbasis.
Die Beamten sollen in freie Wirtschaft .
Dann sind sie endlich zufrieden. Kann dieses Gejammer nicht mehr hören!
Ich habe den Eindruck, dass Sie es sind der jammert.
Das Problem, um das es hier geht, haben Sie offensichtlich gar nicht verstanden.
Im direkten Vergleich waren die verbeamteten Bundesbahner aber „billiger“ als die jetzigen Angestellten – wenn der Vergleich inflationsbereinigt erfolgt.
Dieser Missstand muss dringend aufgehoben und das erste Beförderungsamt auf A14 angehoben werden. Immerhin durchlief man für die Beförderung eine umfangreiche Revision mit Prüfung usw. Die Übernahme umfangreichere Zusatzaufgaben ohne jede Entlohnung oder Ausgleich wird für niemanden attraktiv sein. Warum auch? Die bestehenden zusätzlichen Aufgaben werden bereits jetzt niedergelegt oder nur noch das allernötigste erledigt. Keinerlei Wertschätzung der Landesregierung in NRW!
Wertschätzung ist ja gut, aber der Unterschied der Gehälter hatte schon einen Grund! Jetzt haben die Grundschulen A13 und völlig klar fordern die anderen jetzt wieder mehr! Das „Gleichmachen“ funktioniert nicht, wenn man nicht gleich ist!
Das stimmt so nicht.
Gefordert wird, dass diejenigen, die die zusätzlichen Aufgaben in den Schulen übernehmen, dafür eine Anrechnung in Form von Zeit oder Geld bekommen.
Das darf gern für alle Schulformen gelten, auch für GS, HS, RS, GeSa.
Richtig. Es war zu erwarten, dass die anderen Lehrämter das ungerecht finden.
Wo bleibt die Dankbarkeit?! Also ich freute mich wie Bolle, als die schwarz-grüne Landesregierung vor ein paar Jahren ankündigte, dass auch wir Angestellten bei gleicher Ausbildung und Arbeit(sbelastung) endlich „angeglichen“ würden.
Jetzt kam die Augustabrechnung – Juhu! Endlich E13. Aber was ist das? Aus E11, Erfahrungsstufe 6, wurde E13 Erfahrungsstufe 5??? Schnell man ChatGPT befragt und alles durchrechnen lassen… Dann Claude befragt… jede meiner 4 KI. DAS KONNTE DOCH UNMÖGLICH STIMMEN! Gestern dann bei der Steuerberaterin die Stunde der Wahrheit:
Landesregierung und GEW sind entweder strunzdumm oder äußerst bösartig. Mit dieser „Erhöhung“ „A13 für alle“ werde ich als Angestellter fünf Jahre bis zur Rente und darüber hinaus regelrecht abgekocht! Rechnet es nach liebe Kolleginnen und Kollegen. Und weint wie ich. Jahressonderzahlung runter von 85 auf 42% macht rund 1300€ netto pro Jahr, Erfahrungsstufe muss komplett neu erarbeitet werden – noch ein paar 1000er weg. Und für den Rest meines Daseins fällt die Rente dann auch noch wegen des gesunkenen Jahresbruttos spürbar schmaler aus. Wenn ich jetzt noch die demnächst steigende Beitrags-Bemessungsgrenze der Sozialversicherungsbeiträge hinzurechne, bleibt mir deutlich weniger als vor „A13 für alle“. Und das will keiner der sog. Tarifpartner vorher gewusst haben? Lächerlich.
Jörg Heerd, Krefeld
Der Unterschied zwischen den Erfahrungsstufen beträgt „ein paar 1000er“? Da staune ich. Bei uns macht es wenige hundert Euro aus zwischen 2 Stufen, manchmal nur gut 100 Euro.
Besoldungstabellen Berlin 01.04.2026 – 28.02.2027
NRW ebenso:
Besoldungstabellen Nordrhein-Westfalen 01.04.2026 – 28.02.2027
Warum sank die Jahreszahlung von 85% auf 42%, wenn sie aus E11 in E13 gekommen sind?
Haben Sie das einmal durchrechnen lassen?
Nach einer ggf. Durststrecke von 1-2 Jahren sollten Sie bereits im Plus sein. Von der Pension auf A13 ganz abgesehen.
Haben Sie einmal den Break-Even Punkt errechnen lassen? Wie sieht es im Ruhestand aus?
„Landesregierung und GEW sind entweder strunzdumm oder äußerst bösartig.“
Sag ich mal nichts dazu …
Der Tarifvertrag ist (primär) auf Neueinstellungen (und linearen Verlauf) ausgelegt.
Man fällt „erstmal“ zurück. Holt dies jedoch ggf. mit der Zeit wieder rein als „Bestandslehrkraft“.
Wer jedoch recht kurz vor der Rente steht, der hat die Zeit nicht. Daher kann das durchaus „negativ“ dann sein. Also man hat im Prinzip dann weniger.
Hat mitunter was mit Tarifautonomie, dem TV-L und gesetzlicher Regelung zu tun. Besitzstandswahrung, Typisierungsspielraum
Die GEW ist ja für eine Anrechnung der stufengleichen Höhergruppierung. Die Landesregierung hat darauf natürlich wenig Bock. Selbstverständlich sollte man dies Wissen in diesen „Ämtern“/“Positionen“. Beiderseits sogar. Da man allerdings eben auf Landesebene Druck hat [Zusagen zumindest und Personalmangel] und auf der anderen Seite [GEW] eben A13/E13 durchbekommen wollte [deutlich bessere Bedingungen für Neugewinnung und für „jüngere LuL“ insbesondere. Bis zu einem Peak eben.] ging und geht man diese Kompromiss von beiden Seiten ein.
Ob das jetzt „strunzdumm“ und/oder „äußerst bösartig“ ist … Es ist ein Kompromiss. Wie fast immer bei der GEW halt.
Und der Landesregierung kann man eventuell … „Ignoranz gegenüber Härtefällen“ gut als Begriff eher geben. Spart (zumindest) paar Milliarden.
Und der Zeitpunkt ist halt auch nicht gaaanz so schlecht gewählt, da viele Boomer ja jetzt als Peak in Rente gehen werden. Nimmt man noch mit.
Konnte Ihnen Ihre Steuerberaterin das auch so erklären? Dann bin ich beeindruckt.
Aber zumindest mit den Zahlen wird sie auf „das Ergebnis“ halt kommen … Ist ja auch ihr Gebiet.
Also ja … „Kann“ durchaus sein. Und ja … (Manche) LuL kurz vor Rente wurden nochmal als Abschied gef.. ehm, verabschiedet?
Juckt nicht, nimmt man in Kauf. Sind eh bald weg. Sehen „Sie“ es als „warum sollte es auch auf einmal anders laufen …“ und stetiger Weg des AG/Staates in Ihrem „Dienstverlauf“ vielleicht? Weiß nicht … Tut mir echt Leid. Weinen oder vor Irrsinn und Frust lachen?
Ich finde keine „aufmunternden Worte“ für Sie. Würde ich gerne … Aber die gibt es halt nicht in der Situation. Sorry.
„Landesregierung und GEW sind entweder strunzdumm oder äußerst bösartig.“
Ich tippe auf Nummer 2
wieso sollte es für die selbe arbeit immer mehr geld geben? die Ausbildung ist Grundlage für die Besoldung. mehr geld nur bei mehr arbeit. verstehe die Aufregung nicht
„mehr geld nur bei mehr arbeit“
Das entspricht doch der Forderung: Mehr Geld für die, die mehr Arbeit erledigen, weil sie die Aufgaben, die an manchen Schulen für Funktionsstellen (mehr Geld/Entlastung) vorgesehen sind, übernehmen.
Alternativ muss man dafür anderes Personal einstellen.
Genau.
Ganz genau.
Sie haben völlig recht.
Diese faulen Lehrer aber auch.
Und deswegen schiesst jedes Digitalwissen in Form pixeliger Dampfwolken zu meinen Ohren raus, wenn ich das Schulgelände betrete.
Das Problem, das hier verstärkt auftritt, existiert ja selbst bei A14-Beförderungsämtern schon seit langem. Auch dort stellen sich Lehrkräfte an Gymnasien doch regelmäßig die Frage, ob sich die Deputatsstunde Mehrarbeit pro Woche für oftmals ja ein nichtpädagogisches Verwaltungsamt für die lausigen ca. 160€ netto mehr lohnt. Bei angenommenen 7 Zeitstunden Mehr-Arbeit pro Monat ist das ein Stundenlohn von etwas über 20€. Naja!
A14…..Höhö…..dafür leite ich eine ganze Schule…..
Ich finde es übrigens höchst nervig, jedesmal meine Daten einzugeben und nicht zu sehen, wer auf wen antwortet….das hier ist höchst nutzerunfreundlich…..soll das so sein, oder wird es irgendwann besser?
Pech gehabt. Beziehungsweise: hätte man wissen können. Ich bin ambitionsloser A13 und lebe sehr gut damit.
A13 brachte den Grundschullehrern in Berlin etwa 500 Euro monatlich mehr. Nun bekommen sie, wenn sie all die Jahre verbeamtet waren, noch mal mehrere hundert Euro, angeblich sogar bis 1000/2000 Euro mehr (aus Brandenburg zu lesen). Wenn sie nicht verbeamtet waren, sind sie jetzt meist, das bringt wieder einige hundert Euro netto mehr und eine gute Pension. Aber sie jammern schon wieder, dass sich Beförderungsstellen nicht mehr lohnen. Ja, das sind die deutschen Lehrer.
Lohnt es sich für Sie denn, mehr Stunden in der Woche für das gleiche Gehalt zu arbeiten?
Wenn sonst schon nix stimmt, wenigstens cash.
Easy.
Offensichtlich haben Sie das Problem nicht verstanden.
Kein vernünftiger Mensch übernimmt zusätzliche Arbeit, wenn es dafür nicht mehr Geld gibt.
Das ist einerseits ein Gerechtigkeitsproblem für diejenigen, die befördert sind und deshalb mehr arbeiten müssen, aber dasselbe Geld bekommen, wie Kolleg:innen ohne Zusatzaufgaben.
Auf der anderen Seite ist das aber auch ein Problem für die Schulen, wenn Funktionsstellen nicht mehr besetzt werden können, weil es keinen Anreiz dafür gibt.
Offensichtlich sind Sie auch nicht gut informiert. Es geht hier um einen Sachverhalt in NRW und nicht aus Berlin oder Brandenburg. NRW hat bisher nicht signalisiert, dass es das Berliner Urteil umsetzen will. Im Gegenteil. Und selbst wenn, wären die oben beschriebenen Probleme dadurch nicht gelöst.
Kein vernünftiger Mensch übernimmt zusätzliche Arbeit, wenn es dafür nicht mehr Geld gibt.
Ja, es gibt sie, die „unvernünftigen“ Menschen, die noch nicht der Erbsenzählerei verfallen sind und die, oft ungefragt, Zusatzaufgaben übernehmen, weil sie es als sinnvoll erachten. Es sind meist diejenigen, die außerhalb der Schule auch noch ehrenamtlich tätig sind in Vereinen, Bildungsorganisationen oder karitativen Einrichtungen, weil sie halt unvernünftig sind.
Zum Glück gibt es ja die „Vernünftigen“, die das nicht machen. Allerdings, die Welt wäre nur halb so lebenswert, wenn es diese „Unvernünftigen“ nicht gäbe.
Man könnte fast meinen, dass diese Haltung „ich arbeite nur, wenn ich etwas dafür bekomme“ durchaus eine typische Eigenschaft vieler deutscher Beamter ist, die eh schon in jeder Hinsicht privilegiert sind.
Aber wer hätte das denn auch ahnen können?
„Leider hat die Landesregierung sämtliche diesbezüglichen Anregungen und Warnungen konsequent ignoriert“ – Es ist übrigens schon ein Rückzug aus den Zusatzaufgaben zu beobachten, also nix in Zukunft und so…
Wer jetzt will, dass jemand Zusatzaufgaben macht, der muss schon Ermäßigungsstunden locker machen.
In BW erhalten alle Lehrer an Grundschulen A12 und wenn sie Zusatzaufgaben übernehmen bleibt es auch bei A12 außer sie werden Rektor an einer mehrzügigen Schule. Und trotzdem werden extra Aufgaben übernommen… Nicht das ich nicht auch für A13 auch an GS wäre, aber das nur Sonderaufgaben übernommen werden wenn einen Übergang A12 A13 gibt halte ich für Jammern auf hohem Niveau.
Dann sind diese KuK halt entweder nicht ausgelastet – oder, was wahrscheinlicher ist, eben co-abhängig und machen mehr Arbeit für warme Worte.
Müssen die dann selbst wissen.
Dann aber nicht über „Belastung“ jammern.
Ich habe meine Zusatzaufgabe (ohne Entlastung) in dem Zusammenhang zum neuen Schuljahr abgegeben. Mir bringt die Beförderung aktuell keinerlei Vorteile mehr, da ich nicht vor habe, mich mal auf eine Schulleitungsstelle zu bewerben.
Man darf auch nicht vergessen, dass ich vor der Beförderung ca. 7-8 Jahre übermäßig viele Aufgaben gemacht habe und viele davon ohne eine Entlastung zu haben um die Beförderung zu erhalten. Zusätzlich dann halt noch die Prüfung.
Ich gehöre aber auch zu den Kollegen, die sich an so Tagen, wie morgen, wenn es um die ersten Konferenzen nach dem Schuljahr geht, wirklich zurückhalten müssen um nicht wieder irgendwelche zusätzlichen Dinge zu übernehmen.
Die Landesregierung nutzt allerdings aktuell jede Möglichkeit um mich zu signalisieren, dass sie meine Arbeit nicht schätzt. Im Frühjahr wurde eingeführt, dass auch Teilzeitkräfte bis zu drei Stunden gratis im Monat arbeiten müssen. Das führt in meinen Mehrarbeitsabrechnungen (2mal pro Jahr) zu einem deutlichen Nachteil von ca. 2mal 300€ netto. Teilzeit übrigens auch, weil ich mir mit meinen Zusatzaufgaben etwas Luft machen musste in Spitzenzeiten.
Ich erwarte von der Landesregierung, dass sie mindestens eine Zulage für das erste Beförderungsamt drauflegt, vorher werde ich auch keine Zusatzaufgaben mehr ohne Entlastung machen, es sei denn ich sehe innerhalb der Zusatzaufgaben einen großen Nutzen für die Schülerschaft oder mich, was bei den meisten Zusatzaufgaben nicht vorhanden ist.
Für mich als nicht-Lehrer sind diese ständigen Eskapaden geradezu kafkaesk. Es könnte so einfach sein! Arbeitszeiterfassung, Abrechnung nach tatsächlich geleisteter Arbeit, fertig ist die Laube. Identisch in jedem Bundesland, keine Neiddebatten über Landesgrenzen hinweg. wie in jedem normalen Arbeitsverhältnis in normalen Berufen. aber das wäre ja zu einfach, dazu bräuchte man keine aufgeblähte Verwaltung und „Beförderungsämter“ mehr. Wahrscheinlich hat man Angst davor, dass dann evident wird, dass man doch nicht sooooo überarbeitet ist wie man immer vorgib (12 Wochen Ferien bei 6 Wochen Urlaubsanspruch lassen eben noch 6 Wochen über, die man während der Unterrichtsperioden Rausarbeiten müsste). und so kultiviert und ergötzt man sich Jahrzehnt um Jahrzehnt an der eigenen Dysfunktionalität, die man sich nur erlauben kann, weil man nicht am Markt bestehen muss, sondern die eigenen Pfründe qua Legislative gesichert sind.
„Wahrscheinlich hat man Angst davor, dass dann evident wird, dass man doch nicht sooooo überarbeitet ist wie man immer vorgib[t]“.
Das Problem an dieser Argumentation ist nur, dass die Lehrkräfte ja für eine Erfassung ihrer tatsächlichen Arbeitszeit kämpfen. Folglich müssen wir Ihre Aussagen etwas umformulieren:
„Wahrscheinlich hat der Dienstherr Angst davor, dass dann evident würde, dass viele Lehrkräfte tatsächlich so überarbeitet sind, wie sie immer behaupten.“
„…und so kultiviert und ergötzt man sich Jahrzehnt um Jahrzehnt an der eigenen Dysfunktionalität, die man sich nur erlauben kann, weil man nicht am Markt bestehen muss.“
Ach ja, ein sehr altes Argument. Wenn es zuträfe, müssten Sie jeder einzelnen Lehrkraft zugestehen, dass sie genau die richtige Berufswahl getroffen und eine Nische für ihre nicht vorhandenen Fähigkeiten gefunden hat – und damit wären Sie gezwungen, zumindest ETWAS Positives über Lehrkräfte zu sagen. Immerhin ein Anfang.
Es scheint manchen Kommentatoren darum zu gehwn, dass hier eine Ungerechtigkeit zwischen der Besoldung von Grundschullehrern und Gymnasial- oder Gesamtschullehrern geht. bekomme ich am Gymnasium nur A13, habe aber z.B. die Fächer Deutsch und Englisch, habe dann in der Oberstufe Kurshefte von Klausuren von 30 Schülern à 25 geschriebenen Seiten durchzusehen oder ich bereite Abiturprüfungen vor, ist das aus meiner Sicht ein anderer Arbeitsumfang als derjenige als Grundschullehrerin. EIn Deutsch/ Englisch- Kollege hat mal seine Arbeitsstunden pro Woche addiert. 58- 60 Arbeitsstunden insgesamt. Dann ist der Lohn unter dem Strich sehr gering. Man sollte – wie es früher war- LehrerInnen in der Sek I und Sekll nach einer bestimmten Anzahl von Dienstjahren (mit der Vergabe einer kleinen Aufgabe an der Schule) automatisch auf A14 setzen.
Sehr witzig. 1. bekommen Sie in NRW am Gymnasium nicht nur A13 sondern A13z und 2. fordern Sie mit einer automatischen Höherstufung der Besoldungsstufe etwas, was es lange gibt, das nennt sich je nachdem, wie lange sie im Dienst sind entweder Altersstufen oder Erfahrungsstufen.
An der GE bekommen Sie mit der gleichen Fächerkombi und Lehramt SekI+II ebenfalls A13Z. Und genauso wie am GY unterrichten Sie den überwiegenden Anteil Ihrer 25,5 Wochenstunden in der SekI. Und da mit dem selben Aufwand wie Ihre Kolleg*innen mit Lehramt für die SekI.
Am GY gibt es doppelt soviel Jahrgänge von 5 bis 10 wie in der dreijährigen Oberstufe. Ich frage mich immer, wer die SuS der Unter- und Mittelstufe am GY unterrichtet.
Das bringt finanziell nicht wirklich viel, und aus genau diesem Grund empfehle ich: Dienst nach Vorschrift.
Deswegen sollte die Strukturzulage deutlich erhöht werden.
Für Angestellte Lehrer ist diese Erhöhung von E11 auf die 13 in bestimmten Konstellationen, eine absolute Katastrophe. Da die Erfahrungsstufen bei Angestellten (anders bei Beamten) nicht übernommen wird, kann es sein, dass man mit mehreren 100 € weniger rausgeht. Zudem kommt, dass die Sonderumlage im Novemberdeutlich nach unten geht. Vielen Dank für nichts.
Heute Info des Ministeriums durch Schulleitung vorgelesen:
Sinngemäß sei sich das Ministerium des Problems bewusst, die Schulleiter sollen die zuvor finanziell teilweise kompensierte Mehrarbeit trotzdem erledigen lassen, notfalls per Dienstverpflichtung, falls es keine Freiwilligen gibt.
Unverschämt. Kommissare, nach einem Hochschulstudium, steigen mit A9 ein und erreichen in der Mehrzahl nahezu höchstens A11.
Polzei, Voraussetzung für die Kommissarlaufbahn ist der Bachelor-Degree, der an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung erlangt werden kann.
Mit Masterabschluss und bestandenem 2. StEx erfolgt die Ernennung zum Polizeirat (ein güldenes Sternchen + goldene Kordel an der Mütze), Besoldungsgruppe A13. Also genauso wie bei Lehrkräften.
Wird man Lehrer oder Lehrerin, nicht aus der Überzeugung heraus Wissen zu vermitteln? Absolut erbärmlich wie hier wegen Paar Euro diskutiert wird, obwohl man bereits zu den Gutverdienern gehört.
Nee, um adäquat zu den beamtenrechtlichen Bedingungen in der Laufbahngruppe II im zweiten Einstiegsamt eingruppiert zu werden.
Wissensvermittlung ist ohnehin verpönt.